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Eifersucht : Liebesbeweis oder Warnsignal ?

57m 18s

Eifersucht : Liebesbeweis oder Warnsignal ?

Eifersucht wird oft als ein negatives, pathologisches Gefühl verstanden, doch das Podcast-Interview zeigt, dass es vielfältig ist und aus drei unterschiedlichen Formen besteht: reaktive Eifersucht, die auf konkrete Beobachtungen reagiert und meistens harmlos ist; ängstliche Eifersucht, die im Kopf entsteht und auf Angst vor Betrug beruht, häufig bei ängstlich gebundenen Menschen; und besitzergreifende Eifersucht, die kontrollierend und überwachend ist und direkte Beziehungsschäden verursacht. Wichtiger ist, dass die letztere Form kein Zeichen für Liebe ist, sondern ein Zeichen für tiefe Angst und Unvertrauen, oft mit historischen Bindungsproblemen verbunden. Forschung zeigt, dass nur 25 Prozent der Eifersucht auf persönlichen Typ oder Bindungstyp zurückgeführt werden können – die meisten Faktoren liegen in der individuellen Erfahrung und der persönlichen Entwicklung. Ein zentrales Prinzip ist, dass Eifersucht ein innerer Zustand der Eifersüchtigen ist, nicht ein Problem des Partners, der diese ständig beruhigen muss. Es wird empfohlen, sich körperlich zu beruhigen, Gedanken als mentale Ereignisse zu betrachten, ohne sie als Wirklichkeit zu akzeptieren, und ein Eifersuchttagebuch zu führen, um Ursachen zu erforschen. Besonders wichtig ist, dass kontrollierendes Verhalten nicht als "Liebe" verstanden werden darf, sondern als eine pathologische Reaktion auf Angst. Bei starken oder dauerhaften Eifersuchtsgefühlen kann es sich um eine klinische Erkrankung wie "warnhafter Eifersucht" oder eine Folge von Alkoholabhängigkeit, Demenz oder Zwangsstörungen handeln, die medizinische oder psychotherapeutische Behandlung erfordern. Der Abschluss betont, dass man Eifersucht wahrnehmen und akzeptieren sollte, aber nicht handeln oder die Aufgabe des Partners auf die Beruhigung verlagern darf. Wenn Bedrohungen oder Kontrolle wahrgenommen werden, sollte Hilfe gesucht werden.

Transcription

8446 Words, 53826 Characters

German
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Episode "Psychologie to Go". Das ist dein Podcast für hilfreiche Gedanken und Impulse, direkt aus meiner psychotherapeutischen Praxis. Hallo und herzlich willkommen zu "Psychologie to Go". Mein Name ist Christian Weiß. Ich bin Fachratspflöppsychiatrie und Psychotherapie. Mein Name ist Frankar Chirouti. Ich bin Psychotherapeutin. Und falls du heute das allererste Mal eingeschaltet hast für die Supportkastfolge, dann ist eine Hintergrundinfoganz wichtig. Christian und ich. Wir arbeiten nicht nur zusammen, sondern wir leben auch zusammen. Wir haben eine Familie zusammen. Wir sind verheiratet. Und so kommt das, dass wir manchmal recht vertraulich miteinander umgehen. Das irritiert zuhörer und zuhörerinnen manchmal. Wenn sie so reinschalten und so ein gescripteten Dialog erwarten, den wir hier nicht liefern. Und vielleicht ist das heute auch ein bisschen relevant, denn es soll um das Thema "i"versucht gehen. Ein Gefühl, was fast jeder kennt und was ganz bestimmt häufig zur Schwierigkeiten führt. Frank, habest du eigentlich ein eifersüchtiger Typ? Ah, also Typ? Nein. Ich glaube nicht, dass ich von meiner Persönlichkeit her das Mitbringe oder dass mich das in irgendeiner Weise auszeichnen würde. Aber das heißt natürlich nicht, dass ich nicht auch mal eifersüchtig bin und auch in Beziehungen war, wo ich sehr eifersüchtig war. Da stellte sich aber heraus, das hatte auch ein Grund. Also, würde ich sagen, ja, ich habe Erfahrung mit eifersucht, so wie wahrscheinlich die meisten Menschen, aber ein eifersüchtiger Typ bin ich deswegen bestimmt nicht. Und du? Ich weiß nicht so genau, ehrlich gesagt. Also, es gibt Bitsicherheit-Situation, wo ich schon mal eifersüchtig war. Und dann ist man noch die Frage berechtigt oder nicht. Und dann auch noch, dann wie ich bei dir. Und dann ist man noch die Frage, ob man es zeigt oder nicht. Das heißt, ich glaube, ich kann ja eifersüchtig sein, aber keiner merkt. Das stimmt. Und das ist auch direkt eigentlich ein ganz wichtiger Punkt. Denn wir alle haben ja so ein gewisses Verständnis dafür, was eifersucht ist. Das ist so dieser Sticht, den man spürt. Das ist eine Mischung aus Angst. Manchmal aber auch Wut. Es ist so ein ganz emotionaler Cocktail, der sich da in einem Breit machen kann. Und trotzdem, wenn man genauer drauf schaut, gibt es mal mindestens drei sehr verschiedene Arten von eifersucht. Und ich finde das auch wichtig, die zu unterscheiden. Und ich finde auch wichtig mit einer bestimmten Romantisierung von eifersucht, mal aufzuräumen und zu klären, was könnten die vielleicht sogar beziehungsstützenden Aspekte von eifersucht sein? Die gibt es nämlich in einem gewissen Rahmen. Und was sind die echt zerstörerischen Aspekte von eifersucht? Und auch die, wenn wir heute beleuchten. Dazu sollten wir vielleicht kurz klären, was eifersucht ist und was nicht. Und eifersucht ist keine Basis-Emotion, sowas wie Trauer oder Wut, sondern eher eine Mischung aus mehreren. Im großen Anteil ein eifersucht hat letztendlich die Angst. Dahinter steht oft Angst, dass etwas passieren könnte, dass sich jemanden verlieren könnte, dass ich gedemütigt werden könnte, dass irgendetwas in mir Charme auslösen wird. Und eifersucht ist nicht neid und eifersucht ist auch nicht mistrauen. Denn zu neid oder mistrauen braucht es immer nur zwei Menschen. Mhm. - Zu eifersucht braucht es ja drei. Ja, wobei die dritte Person, das muss man sagen, manchmal auch nur vorgestellt ist oder imaginiert, oder dass man befürchtet da sei eine dritte Person. Aber es ist schon so. Also eifersucht entzündet sich in dem Moment, wo meine Beziehung zu einem anderen Menschen bedroht zu sein scheint, wo ein Rivalen oder eine Rivalen am Horizont auftaucht. Und ich das Gefühl habe, ich könnte jetzt eine geliebte Person verlieren. Oder unsere Bindung könnte einschaden nehmen. Dann stellt sich eifersucht ein. Und wenn wir heute von eifersucht sprechen, dann sprechen wir eher von diesem starken, wirklich gut spürbaren und bohrenden Gefühl. Fast alle Gefühle sind ja immer auf einem Spektrum verortet. Das heißt, es gibt es von leicht bis stark. Aber wir meinen schon, dass das so einen richtigen Alarm in einem Auslös. Und meistens, wenn wir einen Alarm haben, bei uns in den Kopf von Körper, dann ist für gewöhnlich die Amygdala mit involviert. Die Amygdala ist der Teil im Gehirn, der immer anspringt, wenn irgend bedrohungs-Scenario vorliegt, wenn irgendetwas uns bedrohend könnte. Und das hat für gewöhnlichen evolutionären Kontext. Und in dem Fall, wenn unsere Beziehung bedroht ist, dann steht ja häufig mehr auf dem Spiel als nur ein gelegentlich guter Gesprächspartner. Unsere Amygdala ist eigentlich so konzipiert, dass die ganze Zeit mehr oder weniger stark so ein Radar bei uns läuft, der nach Bedrohung ausschaut hält. Und wenn das hochkartig sensibilisiert ist, dann kann es auch sein, dass es eben sensibel ist auf alle Bedrohungen, die möglicherweise unsere Beziehung gefährden könnten. Und wenn die Amygdala auf sehr, sagen wir mal, dass sie sensibel eingestellt ist, dann kann es zum Beispiel passieren, dass ein ganz harmlose Anrufen, ganz harmlose Kontakt schon Teil der Beweiskette oder schon ein Auslöser für ein Gefühl von Eifersucht ist. Ja, aber das klingt jetzt ein bisschen so, als würdest du sagen, jemand, der eine wie auch immer empfindlich eingestellte Amygdala hat, als wäre das so ein Filter oder so was, bei dem, dass sehr sensibel eingestellt ist, der ist eben Eifersüchtig Ende der Geschichte, aber so ist es ja nicht. Nein, so ist es nicht und so meines auch nicht genau, obwohl man es vielleicht so verstehen kann. Die Frage, ob das sensibel eingestellt ist oder nicht, ist nicht eine Typfrage, sondern sie hängt von verschiedenen Dingen ab. Und so hängt es auch davon ab, ob du Eifersüchtig bist oder nicht von verschiedenen Voraussetzungen. Das kann zum Beispiel durchaus etwas damit zu tun haben, wie du aufgewachsen bist. Ja. Es kann zum Beispiel sein, dass du biografisch bedingt, sei es durch Geschwisterrevalität, sei es durch die Situation, wie die Familie so zusammengebaut war und so weiter, dass du da sensibel Punkte hast. Sensibel Punkte, wo du auf bestimmte Verhaltensweisen oder bestimmte Situation eher alarmiert reagiert. Das ist schon möglich. Ja, das ist ja eine ganz verbreitete Annahme zum Thema Eifersucht, dass das Mit der Bindungserfahrung zu tun hat, die wir in unserer Familie gesammelt haben oder sammeln mussten, hier nachdem und dass der Bindungsstil, den wir uns im Rahmen unserer eigenen persönlichen Lerngeschichte angeeignet haben oder aneignen mussten, dazu beiträgt, wie wir unsere erwachsenen Romantische Beziehung gestalten und auch, welche Altenwunden wir da tragen. Allerdings gab es eine große Übersichtsarbeit, übrigens unter anderem von der Uni Wittenherdecke, also direkt hier aus der Region. Die haben versucht Erklärungen für Eifersucht, Faktoren analytisch zu bestätigen. Also das war statistisch jetzt recht komplex, aber sie haben geschaut, inwieweit geht Eifersucht auf sowas zurück wie den persönlichen Typ. Also was du mich gerade gefragt hast, ist das eine Charaktereigenschaft und haben deshalb geschaut, wie es es denn bei den eifersüchtigen Personen um die Ausprägungen in den Big Five Persönlichkeitsdimensionen bestellt. Und da konnten sie schon zeigen, dass Eifersucht mit Neurotizismus zusammenhängt. Und sie haben geschaut, inwieweit Eifersucht mit dem Bindungstyp zusammenhängt. Und da konnten sie zeigen, dass ängstlich gebundene Menschen eher eifersüchtig sind. Aber jetzt kommt der Punkt. Zusammen genommen erklärt der Neurotizismus und auch ein ängstlicher Bindungstyp nur 25% der Eifersucht. Ach, okay, das ist wenig. Das ist wenig. Und das zeigt einfach nur, dass auch die Erklärung, naja, ich hatte eine schwierige Kindheit, oder ich bin ängstlich gebunden, nicht erklären kann, warum ein erwachsener Mensch sich in seiner Beziehung sehr eifersüchtig verhält. Zumindest jetzt laut dieser Forschung ist das allenfalls ein Teil der Erklärung und nur eine Brille, durch die man auf das Thema Eifersucht gucken kann. Und die Bindungsgeschichte spielt dann nicht die Hauptrolle. Was diese verschiedenen Bindungstyp und die Bindungstheorie angeht, da müssen wir ohnehin sagen, dass in den letzten Jahren, das immer mehr sagen, man mal aufgeweicht wurde, um nicht zu sagen, diese unbedingte Bedeutung und dass man sich darauf verlassen kann, was für ein Bindungstyp man ist, das geht immer mehr verloren. Ja, ich habe das Gefühl in der Populärpsychologie, kommt das gerade erst an. Leute entdecken ihre Bindungstypen für sich und denken, damit wären sie in ihren Beziehungen detaiminiert für den Rest ihres Lebens. In der Wissenschaft hat man sich davon, wie du schon sagst, schon länger wieder ein bisschen wegbewegt und sieht das alles sehr viel dynamischer und situativer und von Beziehung zu Beziehung auch ganz anders. Ja. Das ist veränderlicher als man manchmal meint. Und bei Eifersucht kann man das Recht gut zeigen. Denn deswegen habe ich vielleicht so ein bisschen provokativ am Anfang gefragt, bis du ein eifersüchtiger Typ. Ob man Eifersucht empfindet, Nummer eins und ob man Eifersucht zeigt, Nummer zwei, hängt von ganz vielen verschiedenen Dingen ab. Und du kannst in der einen Situation wirken, wie niemals Eifersüchtig, wie völlig gelassen und indierruhen. Und du selber als gleicher Mensch kannst in einer ganz anderen Situation super eifersüchtig reagieren. deutlich sichtbar. Ja, ich hatte ja schon gesagt, dass es mindestens drei verschiedene Arten von Eifersucht gibt, die wir vielleicht unterscheiden sollten. Das geht zurück auf Braambunk. Das ist der niederländische Forscher, der sich mit Eifersucht schon lange beschäftigt und er sagt, es gibt die reaktive Eifersucht, die ängstliche Eifersucht und die besitzergreifende Eifersucht. Und die sogenannte reaktive Eifersucht, die kommt dann auf, wenn du tatsächlich irgendwas beobacht ist, an deiner Partnerin oder an deiner Partner, was relativ eindeutig und zumindest naheliegend eine Bedrohung sein könnte für deine Beziehung. Also du beobachtest zum Beispiel, wie deine Partnerin auf einer Party sich stundenlang und sehr intensiv mit einer Person unterhält und die sind vielleicht körpersprachlich auch ganz nah und sind so ganz bezogen aufeinander und du beobachtest das von außen und das mag dir einen kleinen Stich geben, weil du vielleicht von deiner Partnerin weißt, dass sie sonst eher reserviert und zurückhalten ist und das löst in dir so ein Bedrohungsgefühl aus. Dann wäre deine Eifersucht reactiv. Also sie wäre dann bezogen auf einen konkreten Anlass oder wenn keine Ahnung du bist unter der Dusche auf deinem Handy ploppt eine Nachricht auf und ich sehe da ganz viele Emojis mit Herzchen und Küsschen und dann gucke ich da rein und sehe ach so, das ist unser gemeinsamer Freund Mike, na ja dann ist alles. Aber stell dir mal vor, dass wir jetzt nicht vom Mike, sondern von einer Kollegin von der du mir vielleicht vor Wochen schon mal erzählt hat, dass neue Kolleginnen ist ganz nett. Ich habe den Namen abgespeichert und plötzlich sehe ich da kommen Nachrichten, die finde ich nicht ganz adäquat. Also jede Art von Eifersucht, die in diese Richtung geht, nennt sich reaktive Eifersucht. Ja diese Eifersucht ist gekennzeichnet vor allen Dingen dadurch, dass sie verschwindet wieder, wenn es geklärt ist. Also wenn dann rauskommt, ach Mensch, es war Mike nicht Mike, dann verschwindet das wieder gefühle Kühlen immer so langsam ab, das dauert eine Sekunde, ja, wie so ein Schmerz der so nachlässt oder wenn es richtig blöde läuft, kann es zu einer Beziehungskrise, zu einem großen Streit kommen, danach ist dann aber auch mehr oder weniger wieder geklärt. Aber wenn dann das Problem insgesamt geklärt ist, lässt auch wieder die Eifersucht nach. Diese sogenannte reaktive Eifersucht ist auch die, die manchmal in Filmen dargestellt wird, wenn das Paar am Anfang noch so ein bisschen darum ringt, sich in der Beziehung zu festigen und diese Art von Eifersucht ist auch sehr menschlich und interessanterweise ist sie laut Forschung sogar mit einer höheren Beziehungsqualität verknüpft. Das passiert einfach, weil dir deine Partnerin oder dein Partner nicht völlig egal ist. Also wenn du absolut kalt daneben stehst, obwohl sich offenkundige Zeichen einstellen wie Nachrichten oder E-Mails oder Treffen oder so und es lässt sich völlig kalt, dann musst du dich ja fragen, okay, liegt dir was an der Beziehung oder würde es dich kalt lassen, diese Beziehung zu verlieren. Das ist ja dann schon eher ungewöhnlich überhaupt nicht emotional zu reagieren. Wenn sich da etwas sichtbar anzubahnen droht. Also ein Eifersuchtiges Gefühl ist absolut normal an den richtigen Stellen, da wo es eben adäquat ist und fehlt das, wäre das für den Partner möglicherweise ein schlechtes Zeichen. Also können dann anzeichen sein, dass da nicht genug gefühlt und spiel ist. Genau. Und diese Art von Reaktiver Eifersucht ist aber jetzt auch in unserem klinischen Kontext oder auch in der therapeutischen Praxis so gut wie nie ein Problem, weil das ist so die Art von Eifersucht, die kennt jeder, die hat jeder mal, aber wie du schon sagst in der Regel, wenn man den Anlass besprechen kann und da steckt gar nichts tiefer ist, dahinter dann ist es auch schon wieder gut. Aber dann gibt es ja noch eine zweite Spielart von Eifersucht und das ist die ängstliche Eifersucht und das ist was anderes. Die spielt sich nämlich vor allem im Innenraum ab. Also in deinem Inneren, in deiner Vorstellung. Da geht es um Gedankenkreisen, da geht es um katastrophisieren, da geht es um grübeln so was wäre wenn und du fantasierst scenarien und wenn zum Beispiel deine Partnerin oder dein Partner zwei Stunden nicht aufs Handy schaut und dann springt eine Fantasie ein und liefert dir direkt einen Scenario von Betrug und Hintergang werden und du mutmaßt, dass irgendwas schlimmes sei und das, obwohl es vielleicht gar kein konkreten Anlass gibt. Also es gibt ja eine Milliarde Gründe, warum jemand mal nicht auf seinen Handy schaut, aber wenn deine Fantasie dir da einen Streich spielt und dir die entsprechenden Bilder schickt, dann kann das schon Leidensdruck verursachen. Also das ist erschöpfend und das geht auch manchmal schon dann in so eine Richtung, dass du so beginst, so subtil nachzufragen, so nah, mit wie im wahrste denn heute in der Mittagspause essen oder dass du heimlich ins Handy reinschaust, um dich zu beruhigen und diese Art von ängstlicher Eifersucht, die geht in der Tat auch häufig mit einem ängstlichen Bindungsstil einher. Also das ist eine Eifersucht, die wie du das gerade beschrieben hast, häufig darauf fust, dass die Personen in ihrem Leben schon mal die Erfahrung gemacht hat, dass Beziehungen instabil sind, dass sie jeden Moment zerbrechen können, dass man wachsam sein muss, dass man nicht vertrauen kann und das begegnet uns ja in der Praxis durchaus und zwar oft weil die betroffenen Menschen selber in Leidensdruck haben. Und dann gibt es jetzt beiden Möglichkeiten zum einen, kann man dieser Angst stark ausdruck verleihen, sodass man die ganze Zeit Rückversicherung braucht, schwöre mir, dass du mich liebst, sagen mir was gewesen ist, also im Grunde genommen die Angst und Unsicherheit nach außen tragen oder hat die andere Form, man kann es ganz still ertragen, nichts dazu sagen, das nicht zeigen, aber innerlich total aufgefressen seinen Vorsorge. Ja das Problem kann halt sein, dass wenn jemand das nicht in sich trägt, sondern es zur Aufgabe der Partnerperson macht, diese Angst immer wieder zu lindern, also die Beruhigung auszulagern, dann kann das an der Stelle schon sehr problematisch werden. Also wenn du große Angst hast und Beziehungen als nicht verlässlich erlebst, aufgrund deines Bindungsdils, aufgrund vorangegangen der Erfahrung und warum auch immer und du machst es dann zur Aufgabe der anderen Person, dich immer wieder runterzuregulieren und immer wieder zu bestätigen, dass du der eine und einzige bist, dass dann nichts war, dass die Kollegin wirklich nur eine Kollegin ist, dass du nicht heimlich telefonierst, dass bei den Mittagessen in der Kantine alle Kolleginnen und unkollegen dabei waren und so weiter, dann macht das ja trotzdem was mit der Beziehung, denn in dem Fall gilt ja das Misstrauen und auch die Latente-Unterstellungen von Betrug und die Latente-Unterstellungen, das irgendwas hinterm Rücken passiert, die gilt ja deiner Partnerperson und bezieht sich auf imaginierte dritte Menschen, aber es ist ja nicht schön, also auch für den Partner Menschen immer mit so einem Verdacht konfrontiert zu sein oder ständig die Aufgabe zu haben, unter Beweis stellen zu müssen, dass er oder sie dich liebt. Ja, wenn das so rüberkommt, ist das erstens so ähnlich wie bei Angststüro. Ja, also die ständige Beruhigung von außen, erhält das immer aufrecht. Genau, so ist es. Und zweitens kann dieser implizite Vorwurf als so ungerecht empfunden werden, dass auch das über die Dauer der Zeit die Beziehung nachhaltig beschädigt. Genau, das ist die ängstliche Eifersucht und dann gibt es noch diese dritte Spielart und da verlässt die Eifersucht sozusagen komplett den Innenraum und da geht es auch nicht mehr um Angst der einen Person, sondern da geht es um Besitzansprüche und um Kontrolle und diese Art von Eifersucht wird manchmal auch präventiv genannt, weil die Eifersüchtige Person schon präventiv, also noch bevor ist auch nur den Hauch einer Möglichkeit, irgendeiner verfänglichen Situation geben könnte, schon Kontrolle ausübt, verbote Aussprigt, verhöre anzettelt. Also das ist diese besitzergreifende kontrollierende possessive Art von Eifersucht und da ist halt Prävention auch wirklich nichts nettes, sondern da wird das schon sehr, sehr zudringlich und einengen für die Person, die dem ausgeliefert ist. Also da gibt es dann ständig Nachfragen, so wo bist du, um mit wem bist du da und warum so spät. Lasst mich durch den Handy schauen, wenn du nichts zu verbergen hast, sollte das in Ordnung sein. Standortabfragen, Eifersucht zählen, manchmal Gebote und Verbote, was die Kleidungswahl angeht, was den Freundeskreis angeht, was Dinge angeht, wo man hingehen darf, was man unternehmen darf und so weiter. Und diese Spielart von Eifersucht, die manchmal dann auch in verbale oder sogar körperliche Gewalt mündet, hat natürlich erstens mit Liebe und zweitens mit sowas wie Romantik oder so gar nichts mehr zu tun. Deshalb ist mir auch ganz wichtig, das noch mal deutlich zu sagen. Man hört immer wieder, ja wenn er sehr Eifersüchtig ist oder wenn sie sehr Eifersüchtig ist, dann heißt es auch, dass sie dich sehr liebt. Nee, kann auch! sein, dass diese Person sehr besitzergreifend ist und dann hat es nichts mit Liebe zu tun. Man kann ja davon ausgehen, dass diese Art von kontrollierenden Verhalten auch letztendlich in einer Angst begründet ist und stellt den Versuch da, dass diese in Anführungszeichen Katastrophe gar nicht erst eintritt. Und wenn es in allen möglichen Konstellations war, denkbar, es begegnet uns das besonders häufig, wenn der eyeversüchtige Partner starke nazzistische Anteile oder historieune Anteile hat. Bei den nazzistischen Anteilen, da wo die eigene Grandiosität eine große Rolle spielt, wo aber auch dadurch die Fallhöhe nämlich die Erkenntnis nicht grandios zu sein oder ein Gegenbeweis zu bekommen, dadurch das mein Partner nicht mehr will. Also auch ersetzbar zu sein, nicht die VIP-Personale, die VIP-Person im Leben der anderen Person zu sein, sondern gegen andere auch bestehen zu müssen. Ja, wenn das die Fallhöhe und damit den möglichen Schmerz erhöht, dann wird das häufig schon im Vorfeld versucht abzuwenden. Also ziehe gar nicht erst was Schickles an, denn wenn ich dann schon sehe, dass jemand dich begehrn würde deswegen oder nur schräg anguckt, dann kriege ich schon engste, die Ängste davor sind so massiv, dass wir sich gar nicht aushalten. Ja, aber der entscheidende Punkt ist eben, dass die andere Person gemaßregelt wird und die andere Person wird aufgefordert, verhalten zu zeigen oder verhalten zu unterlassen, um meine wilden Emotionen zu regulieren. Ja, weil, wenn ich viele nazzistische Anteile habe, ich ja die grandiose Person bin. Und ich habe mich nicht zu ändern, sondern du hast dich zu ändern. Bei mir ist alles perfekt. Ich bin nicht das Problem, du bist das Problem. So, wenn es sehr starke Hystrioneanteile sind, das kann auch sein, die unsere Hystrionenanteile möchten, wichtig sein, die möchten eine Mittelpunkt stehen. Und auch in dem Fall kann sich Alphersucht stark zeigen oder etwas kann sich zeigen, wie Alphersucht, wenn nämlich andere Person auch noch Rolle spielen, wenn ich nicht mehr der wichtigste Mensch in deinem Leben bin und nicht der Mittelpunkt deines Lebens bin. Und so kann es sogar sein, dass Alphersucht allein zwischen Elternteil und Kindern vorkommen. Ja, das stimmt. Aber auch zwischen Elternteil und Hunden. Also, sobald Aufmerksamkeit von der Alphersuchtigen Person abgezogen wird und das trifft auf frustrierte Hystrionischemata, dann kann diese Person empfindlich reagieren, wie als hätte jemand auf einen bloßliegenden Nerv gepackt. Und dann kann sie richtig hochgehen, weil sie nicht im Mittelpunkt des Interesses und der Aufmerksamkeit steht. Ja, und dann kann sogar noch eine kleine, unangenehme Sache dazukommen. Und das ist die Ruhe, selbst wenn alles okay ist, wenn auf einmal so eine Ruhe einkert, ohne Alphersuchtstramen, gibt es auch keine Bühne mehr. Und manchmal ist es so, dass unsere Hystrionenanteile durchaus eine Bühne wollen und ein Drama wollen. Und das kann dann gerade in Beziehungen im Grunde alles sein, aber dann ist eine leicht übertriebene, vielleicht sogar ein bisschen zugespitzte, provozierte Alphersuchtzehne auch etwas was, die eigene wichtige Position in der Beziehung unterstützen soll. In dem ich meiner Partnerin oder meinem Partner richtig zundergebe und richtig Druck ausübe und sie dadurch zwinge, mir zu beweisen, dass ich die eine und die einzige Person bin, fühle ich mich dadurch vielleicht bestätigt. Aber natürlich ist das unter dem Strich eine ganz tragische Strategie, weil im Gegensatz zu der reaktiven Alphersucht, sowohl die engstliche Alphersucht als auch vor allen Dingen die besitzergreifende kontrollierende Alphersucht, beziehungsschädigend sind. Das heißt, dass diese, ich nenne das jetzt mal, ausgetobte Alphersucht, die sehr stark auch dem Partner oder der Partnerin übergestüllt wird und auch zu deren Problem gemacht wird, diese Art von Alphersucht begünstigt genau das, was sie ja eigentlich verhindern soll. Und das ist so die Trage, Alphersüchtige Menschen möchten unter keinen Umständen, das diese Beziehung endet und sie möchten unter keinen Umständen verlassen werden. Sie haben eine riesige Angst davor, sie können das gar nicht aushalten und dadurch werden sie aber auf der Verhaltensebene häufig so unangenehm, so einschränkend, so überwachend, so anklammend, so fordern, dass das die andere Person in die Flucht treiben. Erklärbar ist das ganz gut, wenn der Alarm passiert, was ich vorhin gesagt habe, dann hast du nicht nur die Aktivierung der Amyktaller, du hast auch messbar, starke Cortisol-Ausschüttung. Und wenn das der Fall ist, dann will der Körper aktiv sein, er braucht Handlung und es sucht sich eine Handlung. Es ist nicht so leicht, das zu unterdrücken. Aber nur um das nochmal deutlich zu machen, gerade diese dritte Art von Alphersucht, die sich besitzergreifend und kontrollierend zeigt, ist ein Prediktor für Gewalt in Partnerschaften. Und du sagst ja gerade schon, du hast das mit der Amyktaller in Verbindung gebracht und einen totalen Alarm im Körper und es kann unter Umständen halt auch wirklich gefährlich werden. Und das ist dann das, was dann in der Presse häufig, was mich absolut zur Verzweiflung treibt als Liebesdrama oder so was bezeichnet wird, wenn dann Menschen zu schaden kommen. Aber nochmal, das möchte ich so auf keinen Fall stehen lassen, dass hier größer die Liebe ist, desto größer auch die Alphersucht ist. Nein, das hat überhaupt nicht der Fall. Nein, das korreliert nicht. Nee, das korreliert nicht, sondern diese Art von speziellen Kontrollverhalten korreliert mit Gewalt und nicht mit Liebe. Und warum wir hier auch noch mal darauf hinweisen müssen, das ist nicht zu unterschätzen. Alphersucht ist ein häufiger Anlass für Gewalt und ungefähr 80% der Opfer in Partnerschaftsgewalt sind weiblich. Und Männer sind als Tatverdächtige mit knapp 78% deutlich überrepresentiert. Das sind Zahlen, die entnehmen wir dem Lagebild des Bundeskriminalamts 2024, die im November 2025 veröffentlicht wurden. Es gibt da also eine klare Asymmetrie zwischen den Geschlechtern, wobei die Gewalt häufig von Männern ausgeübt wird und die Opfer häufig weiblich sind. An dieser Asymmetrie gibt es nichts, schön zu reden. Gleichwohl muss man aber auch klar sagen, dass Alphersucht deshalb nicht ein explizit männliches Thema ist. Das ist nicht so. Alphersucht betrifft sowohl Frauen als auch Männer. Man kann aber annehmen, dass selbst wenn Frauen veranlasst durch Alphersucht gewalttätig werden, das nicht so gravierende Folgen hat, wie wenn ein Mann gewalttätig wird. Aber ich wollte jetzt eigentlich gar nicht so Forensisch werden, nur wenn wir schon alle Ecken von Alphersucht ausleuchten wollen, dann gehört das klar dazu. Und ich möchte mit dieser Romantisierung wirklich ein und für alle mal Schluss machen. Jemand, der dich einsperrt, der Freunde verbietet oder dir diktieren möchte, was du anziehst, macht das nicht aus Liebe, sondern das ist präventiv, besitzergreifend, eifersüchtig und nicht romantisch. Und zwar ganz egal, von dem das ausgeht. Und jetzt könnte man sich ja fragen, ob das so zu sagen, drei Stadien sind, also ob Alphersucht mit dieser reaktiven, situationsgebundenen, anlassgebundenen Alphersucht anfängt, dann wird man engstlich eifersüchtig und dann besitzergreifend, aber die Antwort ist meistens Nein. Das kann sich überlappen, aber in Wirklichkeit sind das drei qualitativ sehr verschiedene Phänomene. Wir lassen das Landläufig alles unter den Begriff Alphersucht laufen, aber in Wirklichkeit sind es echt verschiedene Sachen, die auf verschiedene Ursachen haben und verschiedene Verläufe haben und man würde da therapeutisch auch ganz anders mit umgehen. Bei reaktiver Alphersucht, also ich habe irgendeinen greifbaren Anlass, der das Gefühl in mir erzeugt, da hilft es darüber zu sprechen, dass man sehr transparent, da hatten wir sowieso immer zu, miteinander erklärt, was habe ich für einen Gefühl, was hat das ausgelöst, was war deine Intention und wir klären das. Genau, aber die engstliche Eifersucht, die vor allen Dingen auf dem Kopfkino der eifersüchtigen Person basiert, die braucht eine ganz andere Herangehensweise, nämlich Menschen, die zu dieser Art von Eifersucht neigen, brauchen eigentlich kein Gespräch, jedenfalls nicht mit der Partnerperson, sondern sie brauchen einen neuen Umgang mit den eigenen Gedanken und sie brauchen eine Reflexion über ihr eigenes Sicherheitsbedürfnis in Beziehungen. Das ist etwas, wo man durchaus vielleicht sogar über einen Gespräch mit einer Fachperson nachdenken könnte. Also da würde es darum gehen an zu erkennen, ich habe etwas, das hat mit meiner Bindungserfahrung zu tun, ich habe ein Problem mit meinem Selbstwertgefühl, so dass ich gar nicht glauben kann, dass jemand bei mir bleibt. Ich habe ein Problem vielleicht grundsätzlich mit Mistrauen und da muss man sagen, ist es halt nicht die Aufgabe der Partnerperson, jeweils diese ganzen Ängste zu beruhigen und immer wieder rücken. Versicherung zu geben, sondern diese Art von Unsicherheit würde man idealer weiße schon auch bei sich selber verorten und auch bei sich selber klären. Und was die besitz ergreifende Eifersucht angeht. Also das ist ja je nach Ausprägung muss man sagen, vor allen Dingen für die Person, die da drunter leidet, also gar nicht so sehr, die Eifersüchtig ist, sondern die, die unter der Eifersucht leidet, die sehe ich dann häufig in der Praxis. Und da muss man manchmal regelrecht Schutz herstellen und da würde es klar darum gehen, dass erst mal das kontrollierende Verhalten aufhört. Und da geht es dann manchmal auch nicht darum, ob irgendwie das Vertrauensverhältnis zwischen den Partnern in Schaden nimmt oder ob die Beziehungen darunter leidet, sondern da geht es manchmal darum, wie die kontrollierte Person da ohne Schaden rauskommt. Das muss man einfach so sagen. Ja, aber gehen wir mal nicht von dem aller schlimmsten aus. Wir haben mir vorhin gesagt, alles kann auf einem Spektrum liegen. Und ich sag mal, in Anführungszeichen, nur weil jemand einmal kontrollierendes Verhalten zeigt, muss man nicht jede Beziehung direkt wegwerfen. Schön wäre es, so ein Verhalten, aber als das zu benennen, was es ist und wer kann, verständnisvoll nachzufragen, was dahinter steht. Hier kommt es aber sehr darauf an, dass die Eifersüchtige und kontrollierende Person offen dafür ist. Ja und auch zumindest mal anerkenn, was du eben schon gesagt hast, dass das schon sie das Problem ist. Ja, also wenn ich hinterher spioniere, wenn ich ein Erdheck in das Auto meines Partners lege, wenn ich verbote Ausspreche, du darfst nicht irgendwo hingehen, du musst das und das anziehen oder darfst das und das nicht anziehen, all diese Dinge, dann muss man wissen, das ist nicht cool, das gehört dann nicht hin. Das ist mein Problem. Mal ganz abgesehen davon, entschuldige mal, aber was möchte man denn sicherstellen, welcher Gedanke steht dahinter, dass wenn ich es nicht verhindern würde, mein Partner, meine Partnerin irgendwie Mistbau oder Fremd geht und nur weil ich es aktiv verhindere passiert ist nicht, möchte ich denn mit jemanden, der das ohne Kontrolle jederzeit machen würde, überhaupt zusammen sein, was findest du ab so der Gedanke, oder? Ja, aber das spiegelt ja vielleicht, dass sehr kleine Ego, dass da häufig in Wirklichkeit dahintersteht, dass wenn ich in meinem tiefsten, innersten Kern bezweifle, dass mich so wie ich bin, jemand vollkommen freiwillig und ohne zwang und ohne Kontrolle, lieben könnte und bei mir bleibt, wenn ich das zu tiefst nicht glaube, dann greif ich eben vielleicht zu solchen Mitteln, aber klar ist das traurig und klar ist das verstörend, wenn man mal so darüber nachdenkt und gleichzeitig ist aber das auch ein bisschen das Verhängnis der Menschen, die sehr, sehr viel Verständnis für diese innere Nöte aufbringen und die das auch sehen, was dahinter liegt und sich deshalb aber diesen manchmal unserklich kontrollierend und manchmal sogar schlimmstenfalls gewalttätigen Verhalten aussetzen, weil sie im Grunde Verständnis dafür haben, also sind meine Beobachtung nach häufig sehr empathische, feinfühlige Menschen übrigens, wenn ich ehrlich sein darf, auch häufig Kolleginnen und Kollegen, Menschen, die im Zwischenmenschlichen Bereich arbeiten, die auch im privaten Bereich, egal wie mies sie behandelt werden, dafür immer noch verständnis aufbringen und die schlimme Kindheit sehen und die schlechte Bindungserfahrung und die frustreten Schematar und das ist natürlich einerseits Ehrenwert, aber auf der anderen Seite möcht ich manchmal, da bin ich ehrlich auch Kolleginnen schütteln und sagen also das hat kein Mensch verdient, du auch nicht und nur weil du verstehst warum jemand so ist, musst du das Verhalten nicht akzeptieren und da möchte ich manchmal gerade Kolleginnen liebevoll zurufen, du nur weil du einen Verhalten verstehst, musst du es nicht akzeptieren, dass es jemand an dir austobt. Das ist häufig der schmale grad, wie du immer sagst, das Verhalten, dass jemand zeigt, ist die beste Lösung, die der gerade parat hat, das bedeutet aber nicht, dass die Lösung, die erparatet auch die beste Lösung für was ist oder die richtig ist. Ja, nur vor dem Hintergrund seiner inneren Logik. Ja und es gibt nicht wirklich viele echt böse Leute, ne? Die meisten sind irgendwie gut und es ist aus dem eigenen Empfinden so gekommen und die Angst, die dahinter steht, die ist ja real und dies verständlich, aber das noch mal, wer kontrolliert und bestimmt was der Partner tut aus Alphasuchtsgefühlen heraushandelt, nicht richtig. Ich kann mir fast keine Konstellation vorstellen, an der das okay wäre. Ja, ich glaube, dass deshalb häufig Menschen sich auch in Beziehungen und auch vor dem Hintergrund von Alphasucht wirklich vieles gefallen lassen, zum einen weil sie Verständnis dafür haben, weil sie die Not und die Angst, die dahinter sitzt, sehen und weil sie glauben, sie könnten die Person retten oder die Angst am Ende besenftigen oder das lindern. Und dann machen es häufig diese Menschen wirklich zu ihrer fast schon terapäutischen Aufgabe, den eyeversüchtigen Menschen irgendwann so beruhig zu haben und sich so richtig zu verhalten und alles so gut zu machen und so zuverlässig zu sein und alles alles alles. In der Erwartung, dann würde die Alphasucht sich irgendwann legen und dann wäre alles wieder gut und alles wäre friedlich. Aber abgesehen davon, dass das natürlich ein immense Kraftakt ist und sehr, sehr zu den eigenen emotionalen Lasten geht, habe ich ja gerade schon gesagt, dass das im Grunde eine therapeutische Aufgabe ist, weil was dahinter steht ist ja, wenn man das jetzt mal zum Beispiel Schema therapeutisch bekuckt, dass da ein Mensch ist, der vielleicht in so einer frühen Kindheit eine Verlassenheitserfahrung gemacht hat. Oder die Erfahrung, dass einen Menschen am Ende immer ausnutzen, immer wehtun oder einen immer enttäuschen werden. Oder eben die Überzeugung, wie ich gerade schon gesagt hatte im Kern, nicht liebenswert zu sein, nicht auszureichen. Oder auch das Schema der emotionalen Entbehrung, das bedeutet, wenn ich die Erfahrung gemacht habe, dass meine Bedürfnisse von Bezugspersonen gar nicht ausreichend gesehen oder beantwortet werden, dann erweckt daraus vielleicht so eine Strategie, so eine Lösung, wie du gerade gesagt hast, dass ich ganz stark fordern werde, ganz stark äußere, was ich will in Beziehung und so weiter. Aber noch mal, das sind ja die Wunden, die die eifersüchtige Person mit sich trägt und um die sie sich kümmern muss, zum Beispiel therapeutisch. Und klar ist das schön, wenn man als Partner oder Partnerin verständnisvoll ist, aber man kann sich nicht die Aufgabe der Linderung zu 100 Prozent aufschuldern lassen. Also wenn du merkst, dass eifersucht in dir aufkommt, die in der Intensität überhaupt nicht zu dem passt, was du von dir kennst und wo auch der Anlass offensichtlich nicht wirklich dazu passend ist, dann kann das sein, dass da zum Beispiel einer sehr alte Wunde von dir getroffen wird. Wir haben jetzt darüber gesprochen, wo eifersucht herkommen kann, wie sie sich äußern kann, und dass es verschiedene Formen von eifersucht gibt. Besonders interessant ist es ja nun aber, was kann man gegen eifersucht tun? Und wenn ich derjenige bin, der von der eifersucht von diesem Bohrendengefühl betroffen ist, gibt es mehrere Möglichkeiten. Und es kommt ein bisschen darauf an, welche Formen von eifersucht ich gerade habe, welche ich unterliege. Allengleich ist, wenn ich ganz akut von so einem eifersucht Anfrage getroffen bin und innerlich massiv aufgewühlt, dann macht es Sinn, wenn ich mir noch mal zu bewusst sein führe, hey, meine Amygdala ist jetzt gerade so richtig am Brennen, mein Frontal hern, kann nichts richtig dagegen machen. Ich bin nun mal gerade Opfer meiner eigenen biologischen Prozesse, tief durchatmen, langsam atmen, vielleicht bisschen Wasser ins Gesicht. Das sind so physiologische Dinge, die helfen, die helfen auch bei Angst oder sonstiger Aufregung. Also erst mal runterkochen? Runterkochen. Nicht sofort handeln. Dann gibt es einen Gedanken, der eigentlich auch für alle eifersuchtarten zählen kann und der kommt aus der Äkttherapie, aus der Exeptance Entkommitmenttherapie. Und dieser Gedanke ist, ich habe bloß ein mentales Ereignis. Meine Gedanken sind ein mentales Ereignis, das ist kein Befehl zu handeln und das ist nicht zwingend die Realität. Wenn deine Partnerin oder dein Partner zwei Stunden nicht antwortet und du engstlich eifersüchtiges Kopfkino hast, dann sind das nur mentale Ereignisse. Kein Hinweis auf irgendwas, was da wirklich vorgeht in der echten Welt, aber ein Hinweis, was da in deinem Kopf vorgeht. Ja und ich weiß nicht fast jeder kennt das. Du hast dann diesen vielleicht katastrophisierenden Gedanken oder eben eine Fantasie und dein Gefühl reagiert schon darauf. Du hast schon zum Beispiel wütende Emotionen. Genau und dann ist aber der wichtige Punkt, das wahrzunehmen auch anzuerkennen, dass das da ist und dann idealerweise nichts zu tun und schon gar nicht. Beruhigung vom Partner oder der Partnerin einfordern. Da sind wir nämlich wieder bei dem Rückversicherungsverhalten, was ganz kurz dann taugt und das System beruhigt, bis dir zwei Stunden später etwas Neues einfällt und dann hat man seine Beruhigung, wie gesagt, dann die Partnerperson ausgelagert. Nein, es geht darum, dass man mit diesen aufgeregten Gedanken anders umgeht, dass man eine Unsicherheits-Toleranz entwickelt, dass man damit leben kann, dass Dinge ja sein können oder nicht sein können und dass man das übersteht, wenn man nicht umgehend für irgendeine Art von Lindrum sorgt. Also nicht anrufen und anschreien, was soll das? Du hast schon zwei Stunden nicht gemeldet, das tut euch nicht gut. Ich hatte mal einen Patienten, der war wegen seiner Eifersucht bei mir in Behandlung seine Partnerin, wusste das auch und wünschte das auch, weil das sehr anstrengend für die beiden war, dann hat er seiner Partnerin erzählt, ich hätte den Vorschlag gemacht, sie soll sich doch einfach jede halbe Stunde melden, dann wäre er ja beruhigt. Schlitzur, hab ich natürlich nie im Leben empfohlen, das hat er seiner Partnerin gegenüber aber so behauptet, weil er dachte, dann hätte er kein Eifersuchtsproblem mehr, aber es stellte sich heraus, dass selbst die konstante Beruhigung, dass sie gedanklich immer bei ihm ist und ihm ständig schreibt, hat mit seiner Aufgewühltheit gar nichts gemacht, aber es hat die Beziehung wahnsinnig strappaziert. Also ist jetzt ein bisschen unbefriedigen vielleicht, aber im Wesentlichen haben wir jetzt gesagt, man soll erstens sein Körper beruhigen, tief atmen und zweitens nichts tun. Ja, wenn man so will aktiv nichts tun, das meint aber nur die konkrete Situation, wenn man zu starken Eifersuchtsgefühlen tendiert, dann kann man auch über längere Dauer etwas machen. Es geht los, damit ein Eifersuchtstagebuch zu führen. Da kann man aufschreiben, was ist denn der Auslöser gewesen für mein Eifersuchtsgefühl, was ist mein Gedanke gewesen, den ich dabei hatte, vielleicht der katastrophisierende Gedanke, was habe ich gemacht und was war das Ergebnis? Und nach Wochen, wenn man das schön sorgfältig geführt hat, kann man sich mal angucken, welcher Auslöser zu welchen Gefühlen geführt hat und ob meine Handlung zielführend war oder nicht. Ja, das finde ich total gut, weil auch damit macht man es nicht zur Aufgabe des Partners oder der Partnerin, sondern geht erst mal so ein bisschen in die Selbstreflexion und kriegt vielleicht mit "aha". Ich habe anscheinend ein Thema mit Verlassenheit oder "aha", ich habe anscheinend ein Thema damit, dass ich manchmal glaube, meine Bedürfnisse werden nicht ausreichend gesehen und das macht in mir so ungute Gefühle oder "aha", unzuverlässigkeit oder kleine Nachlässigkeiten. Schlagen in mir, wie du gerade gesagt hast, große Wellen und wenn man das von sich selber mitkriegt, kann man auch versuchen, das zum Beispiel biografisch ein bisschen abzugleichen, habe ich Erfahrung damit gemacht oder schleppe ich was aus einer Vorbeziehung mit, was ich jetzt meiner aktuellen Beziehungsperson um die Ohrenhaue und die kann gar nichts dafür? Nicht zählen. Ja, total. Und es kann total interessant sein, sich damit auseinanderzusetzen und mal zu beleuchten, also was kommt von was? Und was hat wirklich mit meiner aktuellen Situation, mit meiner aktuellen Partnerschaft und mit konkreten Auslösern zu tun und was vielleicht mit meiner eigenen Vergangenheit und da ist niemand anders für zuständig jetzt, außer mir selbst? Ja, bekommst du deine Eifersucht mit, deine Eifersuchtsgefühle mit, dann ist es trotzdem in Ordnung, das so zu akzeptieren, ist okay, dass du Eifersüchtig bist. Dafür sollt man sich nicht verurteilen, das wäre auch kontraproduktiv, denn verurteilst du dich selber, hast du einen Charme empfinden, hast du eine Selbstabwertung, kannst du noch weniger glauben, dass dein Partner dich so gut findet, wie du bist? Ja, ist schon okay, ne? Seit Eifersüchtig, aber macht keine großen Dinge davon. Sie ist als Forschungsprojekt, das ist ja sowieso meine liebste mentale Aufgabe. Jede Emotion, die ich habe, erst mal unter dem Label "Aha! Interessant zu bekucken!" und wie du gerade gesagt hast, nicht unbedingt was davon machen, aber das schon zur Kenntnis zu nehmen und zu gucken, woher kommt das, was ist die Ursache, welche Wurzeln hat das? Und das einfach erst mal interessant zu finden. Außen sieht es vielleicht gar keiner, aber ich nutze das als interessanten Anlass, sich mal mit mir selber auseinanderzusetzen, und übrigens jede starke Emotion ist ein interessanter Anlass, weil nach innen zu gucken. Also ich glaube, dringendom sind Emotionen dafür da, das ist nicht konkret eine Handlungsvorbereitung in erster Linie, sondern erst mal eine Information aus deinem Innersten. Was man ein bisschen aus Therapien auch mitnehmen oder lernen kann oder sich abgucken kann, das ist unter Umständen eine Vorgehensweise, wenn jemand ständig Gerückversicherung braucht, sich das zu verknifeln und so machen wir das ja manchmal mehr oder weniger Termine auszumachen. Das heißt, nicht immer, wenn ich das Gefühl habe, sag mir das nichts ist, sagst du es mir, sondern unabhängig von meiner Angst, von mir aus im ersten Monat einmal in der Woche, immer Sonntags, dann einmal im Monat und dann einmal im Quartal. Einmal im Quartal, sag ich dir das alles gut. Nein, ich weiß schon, was du meinst, es ist analog zu jeder Art von Angst-Behandlung, wie wir sie in der Praxis machen, einer unangenehmenden aufwahlenden Angst mit sofortiger Beruhigung zu begegnen, ist das, was die meisten Menschen sich wünschen, es ist aber das, was das Geschehen letztlich aufrecht erhält. Und das ist total kontraintuitiv und natürlich möchte man ein Menschen, die man liebt, warum auch nicht gerne sofort in den Arm nehmen, beruhigen, sagen, was alles gut ist, das Problem ist halt, wie gesagt, wenn die Beruhigung dann immer von außen kommt, wird die sowas wie die Medizin oder das Flaster, das man kurz drauf klebt, aber es ändert an der Grundangst sozusagen nichts. Sondern es bleibt dann in diesem ständigen Wechsel in dieser Koreografie aus auffallende Angst und Beruhigung, dann wieder Angst, dann wieder Beruhigung, dann wieder Angst, dann wieder Beruhigung. Die große Gefahr darin, dass liebevolle Gesten nur noch als Beruhigung für Alversucht genutzt werden und nicht mehr von alleine kommen als natürliche, sag ich mal, Beziehungspflege, die ist hoch und das darf auch nicht passieren. Und das Schlimme ist ja, dass die Menschen, die dann sehr häufig herangezogen werden oder immer etwas bestätigen sollen oder schwören sollen oder ihre Liebe beweisen sollen, dass die irgendwann angespannt werden und genervt. Und dann kommt das ja auch nicht mehr authentisch rüber, ist es ja auch nicht mehr, weil es immer auf Zurufe passiert und als Reaktion auf eine Alversucht und nicht mehr, wie du gerade sagst, so natürlich und organisch und einfach aus so einem tiefen Gefühl heraus, liebevollerweise passiert. Und dann, man kommt in diese Beweislage hinein, ich muss die ganze Zeit meine Liebe beweisen und das ist halt der Punkt, an dem die Beziehung auch echt schaden davon nehmen kann. Was von Partnerseite natürlich mehr oder weniger selbstverständlich dazu gehört, ist, dass das vertrauen, dass man fordert, auch gerechtfertigt sein muss. Und es gehört auch dazu, dass man Alversucht nicht speziell provoziert, also jetzt zusammen wegzugehen und ich sende ständig irgendwelche grünlichtsignale einen verschiedene Frauen, die dann da sind, ist auch nicht richtig. Also das darf man durchaus auch vermeiden, das muss ja nicht sein. Das ist natürlich von Mensch zu Mensch und ein bisschen unterschiedlich, dass muss auch recht transparent ausverhandelt werden, was man als solches empfindet. Ja, interessant, also ja, auch das kann man ja besprechen, ich war zum Beispiel mal in einer Partnerschaft mit einer Person, wo es, also es klingt jetzt vielleicht ein bisschen komisch, aber das war beruflich, sagen wir mal eher notwendig verfügbar zu wirken. Und dann war ich auch nicht einfach süchtig, weil ich wusste, dass gehört jetzt zu dieser speziellen Rolle. Also in diesem Kontext war das für mich alles fein, aber ich verstehe schon, was du meinst. Also es ist natürlich ein Gebot der Fähnest, dass wenn man in einer monogamen Beziehung lebt und hat sich gemeinsam darauf verständigt und hat da gemeinsam auch eine Erwartungshaltung, ein Ehrlichkeit und Treue und Vertrauen. Und das ist von beiden Seiten so getragen, dann ist es ja auch keine vollkommen überhütte Erwartungshaltung, dass man dann sich auch wünscht, dass der Partner oder die Partnerin sich auch entsprechend so verhält. Und nicht mit anderen Menschen auf einer Party körperlich wird oder so was. Ja, ja, wenn ich jetzt abends weggehen würde und sage ich mir mit Freunden verabredet, wir gehen in Stadion und danach gehen wir noch tanzen und leg meinen Ehring hin. Aber es war so gut. - Du würdest ja, du würdest ja machen. Ja, aber das ist auch deshalb, weil ich die Person bin, wie ihren Verlobungsring verloren hat, la la la la. Ich würde immer von so was ausgehen. Ok, also was bei dieser, ich sage jetzt mal, landläufigen den meisten Menschen von uns bekannten Iversucht hilft ist, dass man erst mal körperlich für Ruhe sorgt, dass man die eigenen Gedanken als solche identifiziert, als mentales Ereignis, aber eben nicht als die Wahrheit, dass man nichts davon macht, sondern sie einfach erst mal zur Kenntnis nimmt. Wenn man stark unter Eifersucht leidet, kann man einen Eifersuchtstagbuch schreiben, um sich selber ein bisschen auf die Schliche zu kommen, um zu identifizieren, was die Eifersucht vor allen Dingen ankickt, wodurch sie ausgelöst wird. Und dann kann man sich auf die Spuchen suche begeben, gibt es da vielleicht biografische Zusammenhängen oder was sind überhaupt die Wurzeln des Ganzen. Dann darf man sich selbst freundlich begegnen, mit selbst mit Gefühl, man muss sich für die Eifersucht nicht noch zusätzlich beschämen, weil wenn Angst und vielleicht eine Selbstwertproblematik dahinter steht, tut man sich kein gefallen, wenn man sein Selbstwertgefühl noch schmälert, indem man sich für die Eifersucht auch noch beschimpft. Aber unterm Strich ist Eifersucht immer das Thema der Eifersüchtigen Person, nicht das Problem, der Partnerperson, so fern, sie sich auch fern verhält. Und mit Fernes ist das gemeint, was man sich konkret an Erwartungen gegenseitig mitgeteilt hat oder worauf man sich miteinander verständigt hat. Und damit meine ich jetzt wiederum natürlich nicht so eine Erwartung, wie ich erwarte, dass du dich mit der Freunde nicht mehr trifft und ich erwarte, dass du die Kleidung nicht trägst und ich erwarte, dass du nie wieder in Stadion gehst. Stadion gehst, sondern gemeinsam getragene Erwartungen und sich dem entsprechend fair verhalten. Also, dass man als Partnerperson eines eifersüchtigen Menschen klar auch mal hinkucken kann, wie ist denn meine Außenwirkung, sendig vielleicht unbewusst komische Signale? Das ist einfach ganz normale Beziehungspflege. Und eine Sache würde ich gerne noch hinterher schieben, idealerweise, dass man nicht noch dritte mit einbezieht oder dann noch die Kinder, die Eltern, Freunde noch mit reinholt, und. Du malst mitbefragt oder mit kontrolliert? Ja, genau. Und die noch zum Teil des ganzen Eifersuchts und Kontrollsystems macht und so oder zur Beweisführung. Also, das ist alles nicht günstig. Bevor wir ganz zum Schluss kommen, muss ich hier aber noch auf ein paar Möglichkeiten hinweisen, wo Eifersucht ein Symptom sein kann, das etwas anderes, etwas klinisch relevantes dahintersteckt. Zum einen gibt es etwas, das nennt sich "warnhafter eifersucht". Normalerweise kann man noch in jeder Eifersuchtsform mit demjenigen, der eifersüchtig ist, etwas diskutieren. Man kann ihn von dem Gedanken abbringen, man kann wenigstens Zweifel sehen, dass der irgendwas nicht stimmt. Wenn jemand sich aber überhaupt gar nicht von dem eifersüchtigen Gedanken abbringen lässt, wenn er sich selber nicht in Zweifel zieht, obwohl die Dinge absucht sind, dann kann es sich um eine warnhafter eifersucht handeln. Diese warnhafter eifersucht, die gibt es als Erkrankung isoliert, ein isolierter Warn. Das ist in allermeisten Fällen auch psychartisch behandlungsbedürftig und kommt ganz besonders im Alter zwischen 50 und 60 Jahren, bei Männern vor, tatsächlich. Dann gibt es auch noch eine Art Sonderform davon und das ist vor allem bei Alkoholabhängigkeit und Beginn oder schon fortgeschrittene Demensterfall. Bei Alkoholabhängigen Patienten kommt es zu mehreren Phänomen. Zum einen gibt es häufiger mal so was wie ein Filmres. Das heißt, es gibt Erinnerungslücken. Wenn jemand nicht genau weiß, was in einer bestimmten Zeit passiert ist, dann können die mit vielleicht engstlichen Inhalten gefüllt werden. Und wenn dann noch was bei langjährigen Alkoholmiss braucht passiert, Nervenzellen geschädigt sind und durch die Schädigung kleiner Nervenzellen, die Liebido und auch die Protenz gelitten hat, dann kommt dadurch noch so ein Gefühl von Unzulänglichkeit dazu. Du hast eine gefüllte Unzulänglichkeit, du hast Erinnerungslücken und du hast dazu jetzt noch eine gewisse Scham, weil du weißt um deinen Alkoholkonsum und um die Unattraktivität dessen. Und in dem Rahmen kommt es ganz häufig manchmal auch schon mit einer gewissen Hirnschädigung zu einem Alversuchzwaren. Ja, aber das hat manchmal auch bezahre Ausmaße dann. Also diese Art von Alversucht entbärt ja jeder Grundlage und ist manchmal auch so übertrieben und an den Haaren herbeigezogen, also da merken, glaube ich, auch außenstehende Dritte, dass das nichts reales mehr hat. Ja, da kommen eingebilde Menschen oder teils reale Menschen als Dritte mit ins Spiel, die man auch voll außen schon für relativ ausgeschlossen hält, zum Beispiel oder Situation vorgestellte einer Situation oder Geschichten, die nicht mehr so passiert sind. Ja, aber in dem Fall reden wir wirklich über psychiatrische Behandlung, die da notwendig ist. Und da ist die Alversuch sozusagen ein tragendes Symptom und eingebettet aber in ein größeres Geschehen. So ist es. Und in dem Zusammenhang auch bei Demenzen, bei einer Demenz kann es auch zu einem Alversuchzwaren oder zu Alversuchtsentäuserung kommen, da es entscheidend ist, das neu aufgetreten, gab es das früher gar nicht, war sie oder er null-Alversüchtig und ist es auf einmal wie verrückt und manchmal ist das das erste Symptom einer Demenz, denn eine Demenz fällt gar nicht mal auf, wenn jemand in seinem gewohnten Umfeld die ganze Zeit ist, wenn keine besonders neuen Aufgaben mehr zu lösen sind. Dann läuft ein System, ohne dass es irgendwelche Schwierigkeiten gibt und die Demenz kann das erste Symptom sein. Also, neu aufgetretene Alversucht, obwohl jahrelang nichts war und obwohl es keinen Auslöser gibt, kann ein Wahnsignal sein. Ja und abgesehen von dem Alversuchtswaren und der Rolle, die vielleicht alkohol oder vielleicht dem Mensch spielen möchte ich noch auf eine Sache, kurz zumindest zu sprechen kommen und zwar kann Alversucht im Zusammenhang mit Zwangsstörungen oder auch OCD-Häufergammalen-Thema sein. Und da gibt es dann zum Beispiel auch Alversucht, die sich ganz stark auf die Ex-Partnerin oder den Ex-Partner bezieht und dass man gedanklich so gefangen ist von Bildern dieser vorangegangenen Beziehungen, dass man da Details auch immer wissen möchte und fragen möchte und sehr gequält ist. Und diese Art von, ich sage jetzt mal, rückwärtsgerichteter Alversucht hat ganz starke Inlichkeit mit einer Zwangsstörung, also einschließlich intrusiver Bilder, die man nicht haben möchte, die einem unangenehm sind und das ist dann eine Form von Alversucht, die man aber behandeln würde, wie eine Zwangsstörung. Das heißt, zum einen psychotherapeutisch unter Umständen aber auch mit Medikation unterstützen. Ja, sage ich jetzt mal, psychotherapie, sage ich ja, Medikamente sage ich, ja, bei Zwang, kommt drauf an. Ja. Okay, Frank, wenn wir die Folge hier mit beschließen, dann sagen wir, ihr müsst nicht aufhören, Alversuchtig zu sein, allerdings ihr solltet keine Handlungen da dran hängen, nehmt Alversucht wahr, aber folgt nicht dem Impuls, der daraus erweckt. Recht ruhig drüber, macht euch transparent, aber verteilt nicht die Aufgabe, dass eure Partnerperson euch beruhigt. Und dann behaltet im Blick, dass es so etwas gibt, wie auch wirklich wahrenhafte Zuspitzungen, das ist ein psychiatrisches Bild, das kann ein Notfall sein, das braucht ärztliche Versorgung. Und wenn ihr euch bedroht fühlt, wenn ihr Angst habt, wenn ihr euch kontrolliert oder eingesperrt fühlt, dann zieht bitte eine Person ins Vertrauen und sucht euch Hilfe. Das ist ganz wichtig, wir verlinken alle möglichen hilfreichen Kontakte und auch noch ein bisschen was zur aktuellen Studienlage wie immer unter dieser Podcastfolge. Wir freuen uns wie immer, wenn wir über Instagram in Kontakt bleiben unter Franka-Unterstrich, Psychologie, Danken fürs Zuhören und sehr gerne hören wir uns am nächsten Sonntag wieder. Bis dahin! Tschüss! Das war's für heute. Ich hoffe, du könntest eine Menge frischer Gedanken für dich mitnehmen. Nähr davon gibt es auch auf meiner Seite www.frankar-chiruti.de Und natürlich nächste Woche wieder hier!

Podcast Summary

Key Points:

  1. Eifersucht ist keine Basisemotion wie Wut oder Trauer, sondern eine komplexe Mischung aus Angst, Wut und Unsicherheit, die oft auf die Bedrohung einer Beziehung zurückgeführt wird.
  2. Es gibt drei qualitativ unterschiedliche Arten von Eifersucht
  3. Besitzergreifende Eifersucht ist ein klarer Risikofaktor für Gewalt und führt zu Beziehungsbeschädigung, wobei das Verhalten nicht mit Liebe verbunden ist, sondern mit Angst vor Verlassenheit oder Machtverlust verbunden ist.

Summary:

Eifersucht wird oft als ein negatives, pathologisches Gefühl verstanden, doch das Podcast-Interview zeigt, dass es vielfältig ist und aus drei unterschiedlichen Formen besteht: reaktive Eifersucht, die auf konkrete Beobachtungen reagiert und meistens harmlos ist; ängstliche Eifersucht, die im Kopf entsteht und auf Angst vor Betrug beruht, häufig bei ängstlich gebundenen Menschen; und besitzergreifende Eifersucht, die kontrollierend und überwachend ist und direkte Beziehungsschäden verursacht. Wichtiger ist, dass die letztere Form kein Zeichen für Liebe ist, sondern ein Zeichen für tiefe Angst und Unvertrauen, oft mit historischen Bindungsproblemen verbunden. Forschung zeigt, dass nur 25 Prozent der Eifersucht auf persönlichen Typ oder Bindungstyp zurückgeführt werden können – die meisten Faktoren liegen in der individuellen Erfahrung und der persönlichen Entwicklung.

Ein zentrales Prinzip ist, dass Eifersucht ein innerer Zustand der Eifersüchtigen ist, nicht ein Problem des Partners, der diese ständig beruhigen muss. Es wird empfohlen, sich körperlich zu beruhigen, Gedanken als mentale Ereignisse zu betrachten, ohne sie als Wirklichkeit zu akzeptieren, und ein Eifersuchttagebuch zu führen, um Ursachen zu erforschen. Besonders wichtig ist, dass kontrollierendes Verhalten nicht als "Liebe" verstanden werden darf, sondern als eine pathologische Reaktion auf Angst.

Bei starken oder dauerhaften Eifersuchtsgefühlen kann es sich um eine klinische Erkrankung wie "warnhafter Eifersucht" oder eine Folge von Alkoholabhängigkeit, Demenz oder Zwangsstörungen handeln, die medizinische oder psychotherapeutische Behandlung erfordern. Der Abschluss betont, dass man Eifersucht wahrnehmen und akzeptieren sollte, aber nicht handeln oder die Aufgabe des Partners auf die Beruhigung verlagern darf. Wenn Bedrohungen oder Kontrolle wahrgenommen werden, sollte Hilfe gesucht werden.

FAQs

Eifersucht ist kein Grundgefühl wie Neid oder Misstrauen, sondern eine Mischung aus Angst und Wut. Sie entsteht, wenn man denkt, dass eine Beziehung bedroht ist. Im Gegensatz dazu brauchen Neid oder Misstrauen nur zwei Personen, während eifersüchtige Gefühle oft eine dritte Person – oder eine Vorstellung davon – einbeziehen.

Ja, es gibt drei Hauptarten: reaktive Eifersucht, ängstliche Eifersucht und besitzergreifende Eifersucht. Reaktive Eifersucht entsteht durch konkrete Beobachtungen, ängstliche Eifersucht durch Gedanken und Fantasien über Bedrohungen und besitzergreifende Eifersucht durch Kontrolle und Besitzansprüche.

Eifersucht, besonders in Form von Kontrolle und Besitzansprüchen, hat nichts mit Liebe zu tun. Solche Verhaltensweisen sind präventiv, zünden auf Angst vor Verlassenheit und sind oft mit Bedrohungen für die Beziehung verbunden. Liebe bedeutet Vertrauen, nicht Kontrolle.

Diese Form von Eifersucht führt zu Kontrolle, Standortfragen, Verbieten von Freizeit und Kleidung. Sie schädigt die Beziehung, kann zu Misstrauen und sogar Gewalt führen und ist ein klarer Hinweis auf tiefe Angst vor Verlassenheit oder dem Verlust der eigenen Bedeutung.

Man sollte zunächst Körper und Atem beruhigen, die Gedanken als mentale Ereignisse erkennen und nicht als Wirklichkeit betrachten. Es ist wichtig, nichts sofort zu tun oder den Partner zu bitten, zu beruhigen, sondern die Unsicherheit zu akzeptieren und eine höhere Toleranz zu entwickeln.

Ja, viele Menschen mit eifersüchtigen Gefühlen haben in der Kindheit Erfahrungen mit Verlassenheit, Mangel an Liebe oder unverlässlichen Beziehungen. Diese frühen Erfahrungen prägen das Verhalten in der Partnerschaft und führen zu Angst und Unsicherheit.

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