Richard Börmann, ein zentrales Beispiel für den Lobbyismus in den USA, beginnt seine Karriere in Washington DC, wo die Handelskammer und Künstler von Politik und Wirtschaft eng miteinander verbunden sind. Als Mitarbeiter der Handelskammer, genannt „Ramburg der Industrie“, entwickelt er eine tiefgreifende Strategie, um politischen Einfluss ohne Aufmerksamkeit zu gewinnen. Seine Methode, über „Packs“ Geld indirekt an Politiker zu leiten, wird zu einem Grundpfeiler des modernen Lobbyismus. Börmann arbeitet später für Philip Morris, den Tabakriesen, der in den 1990er Jahren komplexe PR-Strategien einsetzt, um die gesundheitlichen Risiken von Rauchen zu minimieren. Diese Strategien, wie die „White Code Strategy“ – die Manipulation der Wissenschaft durch eine „Wissenschaft gegen Wissenschaft“ – werden durch internen Dokumenten, wie die „Truth Tobacco Industry Documents“, offengelegt. Diese Dokumente zeigen, dass die gleichen PR-Experten, Rechtsanwälte und Wissenschaftler in der Tabak-, Zucker- und Energieindustrie tätig sind. Die Kette dieser Methoden zeigt, dass der Lobbyismus nicht nur aus der Politik, sondern aus einer globalen industriellen Strategie entsteht, die Zweifel schafft, um Verbote zu verhindern. Die Geschichte von Börmann und der Tabakindustrie zeigt, dass der Kampf nicht um ein Produkt, sondern um die Kontrolle der Wahrheit und des gesunden Menschenverstandes geführt wird. Die Strategien, die heute bei Klima- und Energiediskussionen eingesetzt werden, sind dieselben: durch die Schaffung von Unsicherheit und Zweifel verhindert die Industrie drastische Veränderungen. So wird die Wirkung des Lobbyismus deutlich: Es ist nicht nur eine Tätigkeit im politischen Bereich, sondern ein breit angelegtes, wissenschaftlich fundiertes System, um die öffentliche Wahrnehmung zu manipulieren.
Früher 2026, Washington DC. Es ist laut und hektisch, über Menschen in Anzügen und mit Akten Taschen.
"I think we need to wait until we pass the seat." "Oh sorry sorry sorry." "I'm not thinking about the audio right."
Prody Mullens gibt uns heute eine kleine Stadt tour. Er trägt Holzwellerhämt und ein rote Downweste.
"And every building along here as far as you can see are doing the same thing."
Prody ist investigativ Journalist, hat ein Buch geschrieben. "The Bulls of K Street."
Angelehnt an den Wolf of Wall Street, diesen Film mit Leonardo DiCaprio über skrupellose Investmentbanker, die unsagtbereich werden.
Nur geht es in Brody's Buch nicht um die Wall Street, sondern um diese Straße hier. Die Case Street.
Nicht ganz zu berühmt, aber vielleicht genauso mächtig.
Stattbanken setzen hier die größten Lobbyfirmen des Landes.
Brody zeigt auf eine Glasfond. Viele der Lobbyisten hier sagt er, waren früher US-Senatoren.
Weiter geht es, zu einem Restaurant in einer früheren Bank. Mittags fahren hier schwarze SUVs vor. Lobbyisten, Leute aus der Regierung.
Wir gehen vorbei an einem exklusiven Social Club.
Mit der tollen Dachterrasse. Mit Blick auf das weiße Haus.
Der US-Präsident vom Lieblingsort der Lobbyisten, nur ein Verdauungsspaziergang entfernt.
"So this is a White House here."
Auch wenn es sich so anfühlt, als wäre das schon immer so gewesen.
Brody Mullins sagt, all diese Leute, diese ganzen Lobby und PR-Filmen, die gab es hier bis in die 70er-Jahre fast gar nicht.
Es gab davor eine rechtklare Aufgabenteilung. Politiker haben Politik gemacht, Unternehmen haben sich größtenteils ausgehalten.
Kaum ein Unternehmen hatte über Vertreter in DC.
Wir laufen weiter, zu dem Ort den alle aus Bildern kennen. Das weiße Haus.
Wie kleiner, als man sich das so vorstellt, wenn man es in den Nachrichten sieht.
Von dem Zaun-Touristen, Schulklassen, ein Prediger mit einer Boombox.
Brody sagt, schon witzig, dass alle vom weißen Hausfotos machen.
Und total übersehen, was direkt hinter ihn ist.
Die Chamber of Commerce, die Handelskammer, ein riesiger weißer Klotz mit säulen wie ein antika-kriegischer Tempel.
"Der größte Ramburg der Industrie, sagt Brody. Uns? Das eigentliche Zentrum der Macht."
Das ist Reich, das Geschäft mit dem Zweifel.
Ich bin Janne Knöldler.
Und ich, Patrick Stiegmann.
Episode 2, "Fackel der Freiheit".
Als Börmann nach Washington kommt, ist das also nicht nur der richtige Ort.
Es ist auch die richtige Zeit.
Es beginnt der Goldrausch des Lobbyismus.
Für Richard Börmann ist Washington DC in dieser Zeit also genau der richtige Platz.
Fern ab von den Bescheidern verhältnissen, in denen er in New York in der Bronx aufwächst.
Sein Vater hat eine Tankstelle, im Sommer verdient er sich dort etwas Geld dazu.
Zu Beginn seiner Karriere in DC arbeitet Börmann in dem Tempel, den wir auf der Statur gesehen haben.
Gegenüber vom weißen Haus.
Die Handelskammer, der Ramburg der Industrie entressen.
Aber Börmann merkt schnell, wenn er wirklich Einfluss nehmen will.
Dann muss er raus aus dem schmuckvollen Gebäude immer rein, ins echte Businessleben.
1975 bekommt Börmann genau diese Möglichkeit.
Er wechselt zu "Stake and Air" einer riesigen Gastronomiekette mit Restaurants
im ganzen Land.
Berühmt für die Erfindungen der Salatbar und Obwemer wie diesen.
"Stake and Air"
Stake in Air ist damals riesig mit Restaurants überall im Land.
Hunderte Filialen, mehrere Zehntausend Mitarbeiterinnen.
Damals, als Richard Börmann dort ankommt, übernimmt die Firma gerade alle Bürgerkings im Land.
Der größte Konkurrent, McDonalds, die andere Bürgerkette, die viel größere, beliebtere.
Die Werbeleute bei Burger King, die wollen dem großen Konkurrenten Marktanteile abkämpfen.
Und zetteln, so wird er später genannt, ein Krieg an.
"Witness the Battle of the Burgers"
Den Burger War.
"This is a Burger King Town!"
Die Mittel, sehr, sehr aggressives Marketing.
"Once I order our burger, I'm done"
"Then make it with 20% left me then Burger King"
"I'm really livable"
Der wahre Feind, aber das wahre Risiko, sagt der Chef.
Das ist nicht die Konkurrenz, sondern die Regierung.
Keine strengeren Regeln für gesundes Essen, keine fürs Trinken.
Und vor allem, keine für die Beschäftigten.
Später wird er einmal sagen.
Der leichter im russischen Präsidenten Palast, den Kremel,
ein Putsch zu organisieren, als ich von der Gewerkschaft zu befreien.
Man sieht jedenfalls, es ist kein so großer Freund der Gewerkschaften.
Börmann wird als Experte in Government Affairs eingestellt, übersetzt.
Er soll dafür sorgen, dass die Politik dem Unternehmen nicht in die Quere kommt.
Dafür muss er Einfluss gewinnen in der Politik.
Am besten so, dass es keiner merkt.
Einer seiner ersten Schritte ist ein Trick, der damals brandt neu ist.
Er gründet einen Pack.
In den USA dürfen Unternehmen kein Geld direkt an Politiker geben.
Ein Pack ist der Weg drumherum, ein politischer Spendentopf.
Gefüllt von den Chefs, ausgegeben für die richtigen politischen Kandidaten.
Damals sind Packs neu.
Heute sind sie schleusend durch die hunderte Milliarden Dollar
in amerikanische Wahlkämpfe fließen.
Es sind Lobby-Organisationen ausgestattet mit Geld direkt aus den Unternehmen.
Börmann macht sich also schnell einen Namen in Washington.
Ein Freund beschreibt ihn später als "one man working crew", ein Gewerkschafter als Straßenkämpfer.
Im Gegensatz zu traditionellen Lobbyisten, sagt Börmann über sich selbst,
hat er immer ein Messer zwischen den Zähnen.
Oder es erstaunliche, es funktioniert.
Nur als in den 80ern eine Bürgerbewegung auftaucht, die das Trinken regulieren möchte,
fällt ihm lange nicht viel ein.
Als Lobby ist für eine Restaurantkette, ist er ein natürlicher Gegner solcher Regel.
Es ist schlecht fürs Geschäft.
Doch das Messer zwischen den Zähnen, es hilft nicht im Kampf gegen Gott, Mütter und Apfelkuchen.
Nicht im Kampf gegen Matt.
Kennes Leitner und Richard Börmann lernen sich Anfang der 80er kennen.
Kennes startet damals gerade mit Matt durch und Börmann.
Börmann arbeitet dann auch bei der Restaurantkette "Stagonale", gegen McDonalds und Regulierung aller Art.
Kennes erzählt, dass sie immer wieder mit Restaurants zusammenarbeitet,
Schulungen für Kellner und Barkeeper konzipiert.
So was wie, wie man einen betrunkenen Gast möglichst schonend erklärt,
dass er keinen Drink mehr kriegt.
Wann man lieber in Taxi ruft, statt den Gast selbst fahren zu lassen.
Börmann findet das damals interessant.
Was war deine erste Impression?
Kennes sagt, sie fand ihn schon mann.
Ich dachte, er war sexy.
Sogar sexy.
Die Femals waren so leid.
Sie ist irgendwie beeindruckt von ihm.
Intelligent, er konnte immer beide Seiten eines Thema sehen.
Einfach smart.
Über die Jahre haben die beiden Lose Kontakt.
Rick macht sich selbstständig, grundet sein American Beverage Institut.
Kennes verlässt Matt.
Sie sagt, sie brauchte trinken deine Pause.
Immer wieder erzählt Börmann ihr von seinem neuen Institut.
Und immer wieder fragt er sie, magst du nicht mitmachen.
Lernen, wie man lobbyiert, mit richtig Geld und Manpower im Rücken.
At first I was not really gun hoe about doing that.
I was still writing my book.
Anfang gesagt, Kennes hat sie kein Interesse.
Sie schreibt an einem Buch über Trauer und wie man damit umgeht.
Das Buch erscheint 1990.
hat Candice plötzlich sehr viel freie Zeit.
Als Bärmen sie dann das nächste Mal anruft
und fragt, ob sie nicht für ihn arbeiten will.
Da denkt sie sich, könnte schon was lernen.
Vielleicht macht sie ja sogar Spaß.
Sie schlägt ein und arbeitet ab dann für Richard Bärmen.
(Dynamische Musik)
So wie Candice das erzählt,
hat sie sich nicht unglaublich viele Gedanken darüber gemacht.
Es wär das nicht der Rede wert,
dass die Frau, deren Kind wegen Alkohol am Steuer getötet wurde,
plötzlich von der Alkohol-Lobby bezahlt wird.
"Some people said you switched sides
when you worked for the Alkohol-Industry then?"
"No, I don't know."
"I mean, I told you, I never saw them see enemies,
so in fact, we worked with the Alkohol-Industry when I was a man."
"I mean, we weren't against the Alkohol,
we were against people driving and drinking, drinking and driving."
Sie ist fast ein bisschen trotzig, als sie heute darüber sprichst.
Die Alkoholindustrie sagt sie, das sind doch nicht die Feinde.
So wie so, ein Drink- und dann Autofahren hat sie kein Problem mit.
Für Candice ist das alles kein so großes Ding.
Da sei kein Sinneswandel, kein Seitenwechsel.
Sie sagt, sie hat einfach das verteidigt, woran sie glaubt.
Grenzen setzen und dann auf den besunden Menschenverstand vertrauen.
In einem Interview sei sie einmal "Mail sei neo-prohibizionistisch" geworden.
Anders als sie sich das vorgestellt hatte.
1994 tritt sie im Parlament von Virginia auf.
Es geht um ein Gesetz für das März schon lange kämpft.
Das soll unter anderem die Promillegrenze am Steuer senken.
Die ist zu diesem Zeitpunkt bei 1,0, doppelt so hoch wie in Deutschland heute.
März will sie auf 0,8.
Es ist ein Gesetz, das, so die Befürworter, die Straßen sicherer machen soll,
das unbeteiligte Schützen soll, vor betrunkenden Fahrern.
Vertreter der Polizei sind dafür, wichtige Politiker auch.
Dagegen ist die Alkoholindustrie.
Die schießt schon seit einer Weile gegen März,
denn sie emotional, antie Alkohol, prohibizionistisch.
Und Dagegen ist jetzt auch Candice Leibner.
Ihr Auftritt im Ausschuss in Virginia geht ziemlich durch die Decke.
Die Medien lieben die Geschichte dieser unerwarteten Wendung.
Überall, wo sie hingeht, folgen ihr Kamera-Leuze.
Lange bleibt Candice nicht bei der Alkoholobby.
Die Aufmerksamkeit, die Kritik, das wird ja alles schnell zu viel.
Weniger ist ein Jahr nach ihrem ersten Auftritt, verlässt die Börmensfirma wieder.
Sie sagt, sie hat viel gelernt bei ihm.
Wie man Lobbyarbeit für andere Themen macht
und, wie man dafür recherchiert, Statistiken auswertet.
Sie arbeitet danach immer wieder für verschiedene NGOs.
Weniger öffentlich, weniger Skandalös, weniger Aufregung.
Für Richard Börman ist Candice kurz Auftritt ein Geschenk.
Das sieht man in einer Szene sehr gut.
Das ist einer dieser Fernsehauftritte von Wig Börman.
Dieses Mal grillt in die Moderatoren ziemlich.
Börman ist damals bekannt für seine aggressive PR-Arbeits.
Er gründet Tarnorganisationen, Fake Institute.
Die Moderatoren konfrontiert ihn.
Börman, der macht das ziemlich gut.
Lächelt viel, sehr freundlich.
Der Eindruck, den er offenbar erwecken will.
Hier ist ein Mann, der mit sich selbst und seiner Arbeit im Reinen ist.
Zum Hörpunkt des Interviews nach so 10 Minuten.
Die Moderatoren wirft ihm vor, Menschen anzugreifen,
die weniger rauchen, weniger Alkohol fordern.
Das versteckt für wenne eigentlich Arbeit.
Beiden schaukeln sich hoch.
Der Börman.
Er, Börman, der Kämpfe sogar gegen MAD.
Die Mütter gegen Alkohol am Steuer.
Seine Strategie, Shoot the Messenger.
Schmutzkampagnen gegen die Gegenseite.
Und Börman, der den besten Konto, den er sich wünschen kann.
"The woman who started mother against drunk driving,
came to work for me because she believed that the mad organiser."
Wenn selbst die Gründerin von "Mother's against drunk driving" auf seiner Seite steht,
wer kann da noch was Gegensagen?
Noch 20 Jahre später wird Börman diese Geschichte von Kenneth Leitner stolz vor sich her tragen.
Was er da gemacht hat, ist ja auch ziemlich clever.
Denn es ist ja so.
Beweisen, dass Alkohol am Steuer ungefährlich ist, das kann Börman nicht.
Stimmt ihr auch nicht.
Was er stattdessen macht, erteilt die Bewegung in zwei Seiten.
Einerseits ist der MAD.
Leute, die Alkohol verbieten wollen, die radikal sind.
Die von Emotionen geleitet werden, statt von Fakten.
Und andererseits, Menschen wie Kenneth Leitner, die auch das Richtige wollen,
aber eben nicht übertreiben.
So verschiebt Börman die Debatte.
Plötzlich geht es nicht mehr um die Wirkung von Alkohol auf den Körper, um Dinge, die man messen kann.
Sondern um Begriffe wie Freiheit versus Verbote.
Den gesunden Menschenverstand.
Es gibt eine Industrie, die dieses Spiel seit fast 100 Jahren perfektioniert hat.
Die Tabakindustrie.
Was die damals entwickelt, wird später einen anderen Bereichen wieder auftauchen bei.
Zucker, bei Öl und Gas. Und bei denen, die heute behaupten, der Mensch
habe mit der Erderwärmung eigentlich nichts zu tun.
Wie den eikeleutenden Halle.
Das Ziel ist nicht, eine unbequeme Wahrheit zu widerlegen, es reicht.
Sie so unsicher wirken zu lassen, dass am Ende keiner was tut.
Bitte den 90er-Jahre also.
Klauft ein großer Tabakonzern bei Richard Börman an.
Philip Morris.
Dad Börman gerade sein Meisterstück mit Kenneth Leitner vollbracht.
Jetzt soll er für Philip Morris arbeiten.
Und er bekommt dafür einen Werk zur Kasten, den die Industrie über Jahrzehnte gebaut hat.
Ein ganzes Handbuch der PR.
Hallo.
Hallo.
Schön am Riss hier.
Ja.
Schönen Sie los.
Vor statt Romantik in Berlin.
Wir sind verabredet mit Günther Bentele beim Zuhause.
Bentele ist Professor für PR, mittlerweile in Ruhrstand.
Er weiß sehr genau, wer wie wann welche Methoden erfunden hat.
Die Börmeln später nutzt.
So, ich bin runter in meinem Arbeitsschuher.
Hier lassen.
Arbeits- und Musik.
Zömer, wenn man so will.
Im Arbeitskapuff.
Deckenhohe Bücherregale, ein Schreibtisch, über und über mit Büchern und Manuskripten vollgestellt.
Kann ich es als Museumsdirektor ansprechen?
Ja, können Sie.
PR-Museum.
Bentele ist Direktor des Deutschen digitalen PR-Museums.
Die beiden ersten Bücher von Börnays.
Im Gespräch wird Bentele immer wieder aufstehen zu seinen Büchern gehen und mir vorlegen.
Das hier.
Jetzt wird er Börnays gebürtiger Wiener, der war doppelt der Neffe von Sigmund Freud.
Etwort Benase.
Neffe von Sigmund Freud.
Und von seinem Onkel übernimmt er eine Idee.
Menschen entscheiden nicht nur mit dem Verstand,
sondern mit dem, was darunter liegt, mit Wünschen, mit Sehnsüchten, mit dem, was sie verdringen.
Und genau das, glaube Benase, kann man ansprechen und lenken.
Dass man, dass Leute nicht nur im Bewusstsein haben, sondern auch im Umbewusstest haben.
Und dass man auf das Umbewusstsein ansprechen muss.
Bentele steht auf.
Wir deinen anderes Buch holen.
Übrigens, das war sein erstes Buch hier.
Propaganda, richtig.
Nach dem Zweiten Weltkrieg ist der Begriff "Verbrannt".
Propaganda hat einen schlechten Ruf und klingt nach Marazitautschland.
Benase bennt sein Konzept und Buch um, mit der gleichen Idee.
Wie man Menschen begeistert für ein Produkt oder eine Idee.
Er nennt es Publiculation.
Und Benase zeigt gleich, wie mächtig die ist, an einem Produkt, das es bis heute gibt.
Er hat, ich weiß nicht, ob sie seine Autobiografie kennen.
So auf Deutsch erschienen.
Das ist sehr interessant.
Bentele geht wieder zu Bücherigal.
Und damals war das öffentliche Rauchen von Frauen ein absolutes No-Go, auch in den USA.
Also es hat man nicht getan.
Also eine Frau, die öffentlich raucht.
Quasi 50% der Bevölkerung fallen als Kunden weg.
Nicht aus Gesundheitsgründen zwar.
Darüber spricht damals noch niemand.
Aber weil es sich nicht schickt, in der Öffentlichkeit zu rauchen.
Die Zigarettenfirma, die will das Ende.
Und heuert ein Mann an.
Edward Benase.
Sein Plan, es ist die Zeit der ersten Frauenbewegung in den USA.
Frauen?
dem Kämpfen für Gleichberechtigung mehr Einfluss in der Politik.
Und Benayse?
Er hat inszeniert, dass Frauen auch der Verminienung geraucht haben.
Bezahlt wurde die Ambane von der Zigaretten nicht zu liefen.
Er wollte Gleichberechtigung, dann nehmt eine Zigarette.
Benayse Trick?
Torchets of Freedom.
In den Zigaretten facken der Freiheit.
Jetzt haben wir es nicht dazu, uns auch noch ein Buch.
Der auf meinen verstorbener Collegier, der hat für die, das war das Foto.
Ja, ja, er ist ganz gekleidet.
Das ist der Anbruch, richtig so.
Und der ist, hat seinen Pär leerwucht mit diesem Foto begonnen.
Benächst versinnert Presse-Mitteilungen, Fütterjournalisten, Lertfode Grafen ein.
Niemand weiß, dass in Wahrheit ein Tabakonzern hinter allem steht.
Und Zack, überall in den USA erscheinen die rauchenden Frauen in den Medien.
Eine Frau, die raucht, dass es plötzlich eine freie Frau mutig nug,
um mit Kommension zu brechen, eine emancipierte Frau.
Es ist ein Bild, das bis heute bleibt.
Rauchen bedeutet irgendwie Freiheit.
Diese Strategien beschern der Tabakindustrie
eine gerichte, lokative Jahrzehnte, rauchendes Überall in jedem Restaurant,
jedem Zug und jedem Flugzeug.
Bis in den 60er-Jahren ein Gegner auftaucht,
der droht, den Spaß für immer zu beenden.
Immer öfter sitzen im Fernsehen Ärzte, die Horsenarien ausbreiten,
von Lungenkrebs Astma, anderen Krankheiten, von Tod.
Und was macht die Industrie?
Die setzt einfach ihren Eigenarzt daneben.
Ein Arzt der empfiehlt, Käme ist die beste Allerzigeretten.
Oder einen, der sagt, "Rauchen ist nicht besonders gefährlich".
Jedenfalls nicht gefährlich als Tomaten.
Diese Strategie funktioniert sehr lange, sehr gut, auch in Deutschland.
1992 macht der Hamburger Lungenarzt Hegeum Magnussen ein Experiment.
Erst damals ein ziemlich angesehener Experte leitet die Fachabteilung
der deutschen Lungenärzte.
Magnussen richtet bei sich an der Uni Einderborraum ein,
bisschen wie ein Fernsehzimmer im Schulantheim.
Könnensofa, Röhrenfernseher.
Während da nicht einige Details.
Rechts nehmt dem Fernseher, ragen einige Gummischleuche in den Raum.
Auf dem Tisch steht ein Ventilator.
Magnussen lebt 11 Kinder ein, in diesem Raum Platz zu nehmen.
Versuchs Anordnung.
Sie gerätten, die mehr Rauch erzeugen, als in einer stark verreucherten Kneipe vorhanden ist.
Und dann lässt Helgo Magnussen Rauch über die Gummischleuche in den Raum ein.
Dazu 11 Kinder im Alter von 8 bis 13 Jahren.
Magnussen erzeugt in dem Raum wissenschaftlicher Begriff Schadstoffkammer Kneipenluft.
Und jetzt dann die 11 Kinder da ein paar Stunden rein.
Besonderheit mit einem ganz besonderen Kniff.
Die Kinder sind erstmal krank.
Magnussen will herausfinden, ob sich in dieser Zeit die Lungfunktion der Kinder verändert.
Und er findet heraus.
Alle Kinder fühlten sich nicht wohl, wenn geraucht wohl.
Magnussen schaut bei diesem Satz sehr fachmännisch in die Fernsehkamera.
Er wird hier, 1992, von einem Fernseh-Team vom NDR-Interviewt.
Und steht in dem weißem Raum in seinem noch weißeren Arztkette.
Die Hauptbeschweren sind allerdings im Bereich der Augen gewesen.
Das war ein ganz lehbiges Augenbremnen vorhanden.
Es war bei einigen Kindern Karsten im Hals vorhanden.
So ganz gut gefällt den 8 bis 13 jährigen Astmakrankenkindern, der auch nicht.
Ihre Augen drehen, Lunge tut ein bisschen weh.
Aber, wo sind die benachrichten incoming?
Die Funktionswerte, die ein Spiegel dessen sind, was angegeben wird,
waren bei der ersten Gruppe von Kindern, die wir untersucht haben.
Stets normal.
Magnussen will mit seinem Experiment zeigen, was sie brauchen, ist nicht so schlimm.
Nicht mal für Astmakranken Kinder.
Die Botschaft ist im Fernsehen. Und damit in der Welt.
Mit Hilfe der PR-Firm gelingt der Tabakindustrie etwas schier und glaubliches.
Die erdrückenden Hinweise auf die Gefährdigkeit des Rauchens werden zu einer Interpretation.
Die andere Interpretation liefern die Wissenschaftler der Industrie.
Beweise gibt's noch nicht.
Die Industrie grüne sogar ein eigenes Forschungsinstitut, das Tabacke Industrie Research Committee.
Klingt seriös.
Und genauso gehen Medien auch mit ihm um. Sie zitieren es als irriöse Quelle.
Die PR-Firm nennt diese Strategie selbst die White Code Strategy.
Die Strategie des weißen Kittels. Wissenschaft gegen Wissenschaft.
In einem internen Papier schreibt ein verantwortlicher der Tabakindustrie damals.
Doubt ist aber product.
Ihr eigentliches Produkt ist gar nicht Tabak.
Sondern der Zweifel.
Wie die Tabakindustrie damals gearbeitet hat, das wissen wir heute ziemlich genau.
Und zwar wegen einer Kiste. Die 1994 plötzlich vor dem Büro von Standen Glans steht.
Glans ist damals Professor an der Uni in San Francisco und ein berühmter Kritiker der Tabakindustrie.
Er wohnt auch heute noch da. Ich besuche ihn in seinem kleinen Haus.
An einer Wand hängen Familienfotos und ein gerammte Cover von Zeitschriften.
Darauf eher 30 Jahre jünger.
Wie Glans immer leingang gegen die Tabakindustrie kämpft.
Er sitzt damals immer wieder im Fernsehen und diskutiert mit den White Codes der Industrie.
Er nennt das "Narkampf".
Die Industrie nennt ihn einen Antirrauchem Nazi.
Eines morgens im Jahr 1994 dann, er bereitet sich gerade auf die Vorlesung vor,
da steht plötzlich diese Kiste vor seiner Tür.
Eine Kiste voller Unterlagen. Glans blätter sie durch.
Wie ein Archäologe, der zufällig in ein altes Grab voller Schätze stolpert.
"When was the first time you realized this is something big?"
"Oh, the minute I started reading them, it was just obvious. This is like very, very big."
Was Glans in den Händen hält, sind interne Dokumente der Tabakindustrie.
E-Mails, Memos, Notizen, Jahrzehnte davon.
Ein whistleblower hatte sie kopiert.
Es wird die erste Sammlung in einem neuen Archiv, das Glans aufbaut.
Die Truth tobacco industry documents.
Er und Kollegen sammeln ab da links aus der Industrie.
Dokumente, die in Gerichtsverfahren aufgedeckt werden.
Eigentlich hatten wir uns eine kleine Führung erhofft,
als wir Glans in San Francisco besucht haben.
Ein paar vergebete Akten, eine schwere Stahltür, die aufgeht, für den Podcast sound.
Tatsächlich aber sind all die Daten digitalisiert.
Man kann einfach darin suchen.
Und wenn man das growlt, bekommt man einen ziemlich guten Überblick darüber,
wie die Tabakindustrie in den Jahrzehnten davor gearbeitet hat.
Dass sie West-Astelone 500.000 Dollar bekommen hat, um in Filmen zu rauchen.
Dass die Industrie gezielt jugendlicher angesprochen hat.
Man kann Namen dort eingeben.
Zum Beispiel Helgomarknussen, der Hamburger Lungearzt.
Und dann findet man 242 Dokumente,
inklusive dem Aufsatz über die Astmarkinder.
Und der Beleg.
Er wurde von der Tabakindustrie bezahlt.
Man kann auch diesen Namen dort eingeben.
Richard Börmann.
12.679 Treffer.
Zum Beispiel der Briefwechsel mit Philip Morris, inklusive seiner Bezahlung.
Börmann hatte mit dem Geld des Konzerns ein eigenes Institut gegründet.
Der Konzern zahlt 600.000 Dollar im ersten Jahr 300.000 im zweiten.
Am Ende über 2.000.000 Dollar.
Aber man findet auch.
Glance-Dokumente zeigen nicht nur, was die Tabakindustrie verschwiegen hat,
sondern auch, dass die gleichen Akteure die Tabakvertreten haben,
die gleichen PR-Leute, die gleichen Wissenschaftler,
auch woanders ihre Finger im Spiel haben.
Bei der Zuckerlobby, und in der Öl und Gasindustrie.
Und es ist nicht wirklich die same Scientist.
Es ist die same PR-People.
Es ist die same Law-Firms.
Es ist die same Lob-In-Firms.
Und, wie man Zweifel herstellt.
Wie man Wissenschaft.
gegen Wissenschaft ausspielt.
Wie man einen Mann im weißen Kittel vor eine Kamera setzt.
Das funktioniert überall.
Man muss nur das Produkt austauschen.
Sie haben ein Info für die Mann und die Mann und die Mann und die Mann und die Mann und die Mann und die Mann.
Ganz glänzt diese Kiste bekommt, da läuft der Kampf der Tabakindustrie schon seit Jahrzehnten.
Für eine andere Industrie. fängt er da gerade erst an.
Und die haben so unendlich viel mehr zu verlieren, als die Tabakonzerne.
Es ist keine kleine Sparte, kein kleines Genussmittelchen, das hier um seinen Hof kämpft.
Der Treibhauseffekt von dem Pilfer auf der Welt, die Rede ist, das ist ja keine Erfindung von Irgendwächen.
Woher die Kuchgooks heimand, und das ist eine reale Idee.
Im Sommer 1988, da ist es plötzlich sehr heiß.
Und gestandende Wissenschaftler sagen, "Tja, Leute, das liegt an unserem Lebensstil daran, dass wir Kohle, Öl und Gas verbringen."
Es ist eine ganze Wirtschaftsweise, die plötzlich im Verdacht steht, die Erde heißer zu machen.
Und unsere Zukunft gefährdet.
Für eine Industrie könnte das zu einem riesigen Problem werden.
Aber sie haben da schon so einen Plan.
Und so sind sie, die Leute, die sich in meinem Dorf finden.
Und sie sagen, was soll man machen? Was soll man machen?
Zusammenarbeit mit der Flow-Media Berlin, im Auftrag der ARD-Klima-Rektion.
Reich ist ein Podcast von Seraphindinges, Malen-Klarfs, Janik Nüdler und mir Patrick Stegemann.
Technische Produktion, Sound Design und Originalmusik von Janik Werner.
Zusätzlicher Recherche von Adrian Bräder, Boris Kartäuser, Malta Haas und linear Kramer.
Besondere Dank an unsere Kolleginnen von Korrektiv, Elena Kolb und Annika Joris, Faktencheck, Georg Schmidtmann und Katja Schmidt.
Exekutive Producer Patrick Stegemann, coexekutive Producer Gerscher Beeros.
Diese Erststaffel ist mit freundlicher Unterstützung von anderen Entstanden.
Redaktion MDR, per Gegrundwald und darin Vogelsberg, Redaktion SWR, Tobias Koch,
Distribution MDR, Peter Heller, Jennifer Schollbach und Tobias Tielen, Produktionsleitung MDR, Jochen Papke.
Wenn euch dieser Podcast gefallen hat, erzählt es euren Freunden, abonniert, bewertet und kommentiert
auf der Plattform Eurer Wahl.
Und zum Schluss gibt es noch ein Podcast-Tipp von uns.
Beim Klimaschutz wird gerade vieles geprüft und den Frage gestellt.
Sind Wärme, Pumpen, die Zukunft oder bleibt es doch bei der Gasheizung.
Wie viel Förderung brauchen Solarenlagen eigentlich noch?
Kann man da kürzen?
Und was ist mit E-Autos? Geht Klimaschutz vielleicht auch mit E-Fuels oder Hybridautos?
Im ARD-Klima-Update erfahrt ihr, was sich hinter den aktuellen Debatten verbergt.
Ihr bekommt Recherchen von ARD-Reporters und Reporters aus Deutschland und der Welt.
Neue Einblicke und innovative Lösungen, mit fundierten wissenschaftlichen Analysen.
Der Podcast richtet dabei immer auch den Blick nach vorne und nimmt euch mit vom Problem zur Perspektive.
Das ARD-Klima-Update gibt es jeden zweiten Mittwoch neu in ARD-Sounds.
Den Link findet ihr den Showdowns.
Podcast Summary
Key Points:
Richard Börmann beginnt seine Karriere in Washington DC als Mitarbeiter der Handelskammer, einem zentralen Hub für Lobbyarbeit, und entwickelt dort eine strategische Herangehensweise an die Politik.
Börmann etabliert ein System der indirekten Finanzierung von Politik durch "Packs", eine Methode, die heute Milliarden in Wahlkampfen fließen lässt, und verfolgt eine präzise, unsichtbare Einflussnahme auf Gesetzgebungsprozesse.
Die Tabakindustrie, vor allem Philip Morris, nutzt die gleichen PR-Strategien wie Börmann – durch Zweifelskultur, Wissenschaftsmanipulation und öffentliche Kampagnen – um gesundheitliche Risiken zu verhüllen, was ähnliche Muster bei der Öl-, Zucker- und Klima-Industrie nachvollziehbar macht.
Summary:
Richard Börmann, ein zentrales Beispiel für den Lobbyismus in den USA, beginnt seine Karriere in Washington DC, wo die Handelskammer und Künstler von Politik und Wirtschaft eng miteinander verbunden sind. Als Mitarbeiter der Handelskammer, genannt „Ramburg der Industrie“, entwickelt er eine tiefgreifende Strategie, um politischen Einfluss ohne Aufmerksamkeit zu gewinnen. Seine Methode, über „Packs“ Geld indirekt an Politiker zu leiten, wird zu einem Grundpfeiler des modernen Lobbyismus.
Börmann arbeitet später für Philip Morris, den Tabakriesen, der in den 1990er Jahren komplexe PR-Strategien einsetzt, um die gesundheitlichen Risiken von Rauchen zu minimieren. Diese Strategien, wie die „White Code Strategy“ – die Manipulation der Wissenschaft durch eine „Wissenschaft gegen Wissenschaft“ – werden durch internen Dokumenten, wie die „Truth Tobacco Industry Documents“, offengelegt. Diese Dokumente zeigen, dass die gleichen PR-Experten, Rechtsanwälte und Wissenschaftler in der Tabak-, Zucker- und Energieindustrie tätig sind.
Die Kette dieser Methoden zeigt, dass der Lobbyismus nicht nur aus der Politik, sondern aus einer globalen industriellen Strategie entsteht, die Zweifel schafft, um Verbote zu verhindern. Die Geschichte von Börmann und der Tabakindustrie zeigt, dass der Kampf nicht um ein Produkt, sondern um die Kontrolle der Wahrheit und des gesunden Menschenverstandes geführt wird. Die Strategien, die heute bei Klima- und Energiediskussionen eingesetzt werden, sind dieselben: durch die Schaffung von Unsicherheit und Zweifel verhindert die Industrie drastische Veränderungen.
So wird die Wirkung des Lobbyismus deutlich: Es ist nicht nur eine Tätigkeit im politischen Bereich, sondern ein breit angelegtes, wissenschaftlich fundiertes System, um die öffentliche Wahrnehmung zu manipulieren.
FAQs
Die Case Street ist ein zentrales Zentrum für Lobbyarbeit in den USA, wo große Lobbyisten und PR-Experten tätig sind. Sie ist vergleichbar mit der Wall Street, aber im Bereich der Politik und des Einflusses auf Gesetzgebung.
Ein 'Pack' ist ein politischer Spendentopf, der Unternehmen nutzen, um Geld an Politiker zu leiten – ohne direkte Geldüberweisungen. So können Unternehmen Einfluss gewinnen, ohne offensichtlich zu spenden.
Die Handelskammer gilt als der 'größte Ramburg der Industrie' und dient als zentrales Treffpunkt für Unternehmen, die politischen Einfluss suchen. Sie symbolisiert das echte Zentrum der wirtschaftlichen Macht in der Stadt.
Börmann begann in der Handelskammer und wechselte später zu Unternehmen wie Stake and Air. Dort lernte er, wie man durch agresives Marketing und strategische PR-Methoden den politischen Raum beeinflusst.
Das Ziel ist es, Gegner zu schädigen, indem man ihre Botschafter oder Experten kritisch untersucht, um deren Glaubwürdigkeit zu schwächen – ohne direkt die Wahrheit anzugeben.
Die Tabakindustrie nutzte die Strategie des 'weißen Kittels', indem sie Wissenschaftler auf der Seite der Industrie einsetzte, um Zweifel zu schaffen und wissenschaftliche Aussagen zu manipulieren.
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