Die Transkription kombiniert zwei Themen: die Klimakonferenz in Halle und die Geschichte von Candy Leitner, einer Mutter, die nach dem Tod ihrer Tochter 1980 eine Bewegung gegen alkoholische Fahrten gründet. Während der Konferenz wird deutlich, dass viele Teilnehmer die Klimakrise leugnen und auf PR-Argumente setzen, die auf Zweifel an der wissenschaftlichen Konsenslage basieren. Ein zentraler Punkt ist die Behauptung, dass CO₂-Emissionen harmlos seien, was im Widerspruch zu wissenschaftlichen Erkenntnissen steht. Gleichzeitig wird die Geschichte von Candy Leitner detailliert erzählt: Sie startet mit einem persönlichen Trauma, gründet die Initiative „Mütter gegen Alkohol am Steuer“ und erreicht weltweite Wirkung, bis 1984 ein Gesetz für ein Mindestalter von 21 Jahren für Alkoholkonsum verabschiedet wird. Doch auch hier zeigt sich, dass die Bewegung von einer stärkeren Lobby- und PR-Strategie aus der Alkoholindustrie bekämpft wird. Der PR-Fachmann Richard Berman, der als „Dr. Evil“ bekannt ist, setzt über Jahre systematisch auf Desinformation und Fälschungen, um die Opposition zu schwächen. Seine Methode wird später auf die Öl- und Gaslobby übertragen. Die Geschichte zeigt, dass Zweifel und Manipulation nicht zufällig, sondern strategisch ausgebildet und auf Industrieinteressen abgestimmt werden – eine Methode, die auch in der Klimadiskussion präsent ist. Die Transkription betont, dass Wissenschaft und öffentliche Meinung durch geschickte PR-Strategien beeinflusst werden können, was die Notwendigkeit eines kritischen Denkens herausfordert.
ARD Sounds
Ich üre bei die Kleinstraßen des Messegeländes von Halle an der Saale.
Auf der Suche nach dem Eingang.
Hitzewarnung überall, waren fein aus, passt irgendwie.
Jetzt ist es schon unerträglich einzukommen.
Auf der Hinfahrt springt man beim Öffnen der Bahn App ein Banner entgegen.
Hitzewarnung lieben nicht reisen, stattdessen kostenlos die Ticket zurückgeben.
Es ist dieser Art von Heiß, die mich seit einigen Jahren nervös macht
als unheimlicher Vorbote einer immer wärmer werdenden Welt.
Irgendwann habe ich den Eingang gefunden.
Keine steht draußen, alle haben sich nach drin verzogen.
Akrediterungen für die Presse waren nicht möglich.
Ich habe mir also einen Ticket gekauft.
In ein kleiner Empfang mit einem Aufsteller.
Europäisches Institut für Klima und Energie, kurz Eike.
Gebergrund, blaue Sterne sieht sehr seriös aus.
Wegen der Verwirrung um den Weg bin ich etwas spät dran.
Drinnen geht es schon los.
Eine große Halle, Tische zu lang rein aufgestellt
und 150 Menschen sitzen da und lauschen sie aufmerksam.
Auf der Bühne ein Mann, extra angereist aus Washington, DC.
Er setzt den Ton für die nächsten Tage.
Trump sagt, wer der mittlerweile sogar für ein schlechtes Wetter verantwortlich gemacht.
Dabei sagt er, keine Regierung der Welt,
könne irgendetwas gegen die Klimaveränderung tun.
So steht es auch auch den Konferenzschreibblöcken, die hier ausgegeben werden.
Die Natur, nicht menschliche Aktivität, bestimmt das Klima.
Und so langsam, dass die Poeinte auf der Bühne so langsam traut es wirklich allen.
Nobody cares, Klima ist allgemegal.
Es ist, sagt in seiner Rede, auch sein Erfolg,
dass das Klima nicht mehr so ernst genommen werde.
Unser aller Erfolg hier in dieser Halle.
Ein Moment ist Feiernzeit das.
Ich hier lebe hier etwas, vor dem ich fast vergessen hatte,
dass es das gibt, politischen Optimismus.
Der Glaube, das ist in großen und ganzen schon irgendwie richtig läuft.
Vor allem mit Blick auf die Klimapolitik.
Von der Bühne geht das seltsame Gefühl aus in den USA.
Da läuft es schon super.
Jetzt bringen wir unser Erfolg nach Deutschland.
Die Hitze spielt man zunehmend auch in der Messer Halle.
Es ist mittlerweile so warm, dass die Klimaanlagen in Raum kaum mehr kühlen können.
Die Moderatoren der Konferenz fordert die Teilnehmer auf, nach rechts zurück.
Mehr ran an die Klimaanlagen und genug zu trinken.
Hier auf der Alke Konferenz begegnen wir in Gesprächen und in Vorträgen.
Ein Argument immer wieder. Klimakrise gibt's eigentlich nicht.
Für mich ist nicht die Frage nicht, ob er Klima existiert.
Klima wandelt sich auch immer.
Es geht um die Frage, stimmt diese CO2?
Ich sage jetzt mal ein bisschen prolemisch.
Oder das Trophen, oder Weltuntergangsmodelierung.
Wird's jetzt eigentlich heißer oder nicht?
Sind Sie mithologe oder ich?
Oder wenn die Erde doch heißer würde, wir sind nicht transchuld.
Diese geringe Anteil an CO2, sage ich hier ganz deutlich,
hat keinerlei Missbara-Auswirkung auf das Klima.
Die steigende CO2-Konzentration in der Luft,
schlicht gut für den Planeten, für die Pflanzen, für uns alle.
CO2 ist leben, meine Damen und Herren.
Und deswegen freischproch für CO2.
Ich erlebe in den zwei Tagen hier einen eigentümlichen Stolz.
Ein Gefühl von über Jahre habt ihr uns ausgelacht.
Aber jetzt sehen es ja alle.
Am Ende, wenn's drauf ankommt, kümmert sich ekeine Haumsklima.
Also hat mir vielleicht doch recht.
Also wenn Sie aus dem Fenster gucken und ich sage,
draußen ist es zu heiß, wenn Sie sagen, nee, es geht ja,
heiß ist wissenschaftlich, aber zu heiß ist eine moorische Wertung.
Also wir haben nicht tot durch Klima,
sondern tot durch nicht funktionierende Klima-Anlagen.
Irgendetwas daran für unsichert mich.
Beunrückt mich.
Diese Leute, den ich hier in den nächsten Tagen begegne,
sind tollfisch ziemlich sympathisch und ört.
Das meiste Wissen haben Sie sich selbst nicht lang angelesen,
Sie kennen Klimakurven, Mestetals oder haben die Alpen geküpter studiert.
Und irgendwie frage ich mich, wie kann es eigentlich sein,
dass wir zu so unterschiedlichen Schlüssen gekommen sind?
Woher kommen die Argumente, die Sie hier Vortrag für Vortrag wiederholen?
Sie wird zwar es gut, Klimawandel geht's nicht, wird schon irgendwie gut gehen.
Diese Sätze sind hier nicht erfunden worden.
Sie sind Jahrzehnte alt, in die Welt gesetzt, getestet, immer wieder wiederholt.
Von einer PR-Maschine, die so geült läuft, was sie längst erprobt ist.
Beim Tabak oder beim Alkohol.
Wir erzählen die Geschichte dieser Industrie und ihres eigentlichen Produkts.
Zweifel.
Wir sind für diesen Podcast dem Zweifel hinterher gereist.
Zum Menschen, die seit Jahrzehnten daran arbeiten, dass wir ihr Geschäft nicht sterben.
Also das Geschäft mit Versch訊.
PR-Effers channelt tons of money into very few people.
Was sie dafür tun, sie organisieren sich, nehmen Einfluss, auch auf uns.
Eine Lobby und PR-Maschine mit unendlich viel Geld.
Wer steuert diese Maschine oder läuft sie inzwischen ganz von allein?
Ich bin Jan Eknöthler.
Und ich bin Patrick Stegemann.
Und das ist Reich, das Geschäft mit dem Zweifel.
Episode 1.
Gott, Mütter und Apfelkuchen.
Unsere Geschichte beginnt an einer Haustür, in einem Vorort von Washington DC.
Mit einer Frau, die irgendwie ausversehen, eine große Industrie herausfordert und in die Knie zwängt.
Und dann etwas tut, womit niemand rechnet.
Aber erst mal springt ein Wuschlegerhund aus der Tür.
Und an mir hoch.
Die Besitzerin des Hundes, Candice Leitner, 80 Jahre alt.
Candice Leitner hat ein bewegtes Leben.
Ihre Geschichte wird einmal ein Mann gehören, der daraus ein Geschäft macht.
Aber der Reihe nach.
In ihrer Kindheit zieht sie oft um.
Ihre Eltern arbeiten bei Militär.
Den letzten Umzug mit ihren Eltern macht sie nach Deutschland.
Ein bisschen Deutsch kann sie bis heute.
Das Wichtigste, aber was bleibt?
Ist das Ergebnis einer Liebschaft?
Candice wird in Deutschland schwanger.
Zurück nach Kalifornien geht sie allein.
Ich weiß nicht, was sie machen.
Ich bin 19 Jahre alt.
Candice ist gerade 19.
Schwanger mit Zwillingen.
Und ziemlich allein in der Welt.
Sie schlägt sich durch.
Eine Alleinerziehende Mutter ist damals.
Es sind die 70er, ziemlich ungefährlich.
Und, du hast einen Bild auf Karri?
Ich frag sie, hast du Bilder von den Zwillingen?
Das ist meine Mutter Serena. Das ist mir. Das ist Karri.
This is Carrie and Serina.
Carrie and Serina.
Auf den Fotos sehen die beiden Frecch aus.
Sommer sprossen, rotbrano locken, blitzende Augen.
Can you tell me what Carrie was like?
Oh, yeah.
Carrie is four minutes older than her sister Serina.
Carrie is the elder der beiden.
She was always kind of a leader.
Everybody loved her, especially adults.
She was funnier than hell.
And would imitate people.
Sie ist lustig, eine Anführerin.
Die ist liebt, andere zu imitieren.
Yeah, she'd come home and imitate her teachers or her school friends.
Jedes Jahr, am 1. April, erzählt Candice,
geben sich die beiden als die jeweils andere aus.
Verwirren Lehrer und Mitschülerinnen.
Sorry, that was the hour.
Ein Samstag in einem Vorort in Kalifornien.
Es ist der 3. Mai 1980.
Die beiden Töchter von Candice sind Tinis.
Diesen Teil der Geschichte hat sie schon auf der Zelt.
Das merkt man schnell.
Sie erzählt nur das Nötigste.
Carrie, damals 13, ist zu Fuß unterwegs zu einem Kirchenfest.
Die Kinder gehen jedes Jahr hin.
Sie geht auf dem Fahrradweg.
Da kommt hinter ihr ein Auto.
Und so, wenn ihr hier von behindert, durch 125 Feet,
könnt ihr in der Nähe gehen.
Das Auto trifft sie von hinten.
Schleudert sie durch die Straße.
Der Fahrer hält nicht an, fährt einfach weiter.
Carrie stirbt noch am gleichen Tag.
Vier Tage nach dem Unfall bekommt Candice einen Anruf.
Der mutmaßliche Fahrer wurde gefasst.
Seine Frau hatte das Blut am Auto gesehen.
Die Schäden und die Polizei gerufen, erzählt Candice.
Er hatte in einer Bar in der Nachbarschaft getrunken.
Nach dem Unfall war er einfach nach Hause gefahren
und hatte sich schlafen gelegt.
Am Abend dieses Anrufes fährt Candice mit ihrer Schwester
in ein Restaurant.
Sie kam vorbei an dem Ort, wo der Unfall war.
Einige Polizisten stehen noch da.
Alles ist mit "Gabentape" abgeregelt.
Die Polizisten sagen ihr,
der Fahrer wurde schon viermal wegen Alkohol am Steuer festgenommen.
Am Tag des Unfalls war er auf Kaution auf Reimfuß.
Dann kam er und sagte,
"How long will he go to prison?"
"How long will he go to prison for killing my daughter?"
Und sie said, "Oh, he won't go to prison.
You'll be lucky if he sees any jail time."
Ins Gefängnis,
sie könne froh sein,
wenn er überhaupt in Untersuchungshaft kommt.
Fälle wie Carrie's gelten damals eher als betauerliche Unfälle.
Richter sind nachsichtig.
Mindeststrafen gibt es nicht.
Betrunken Autofahren ist damals halt leider ziemlich normal.
Nach dem Gespräch steigt Candes wieder ins Auto zu ihrer Schwester.
Was der Polizist da gerade gesagt hat,
dass es keine Konsequenzen geben soll für den Tod ihrer Tochter,
jedenfalls nicht für den Täter,
das lässt sie den ganzen Abend lang nicht los.
Schwester sagt,
"So einfach gibst du doch nicht auf."
"Nobody kills my child and gets away with it."
An diesem Abend beschließt sie, etwas zu tun.
Und dieses etwas heißt "Made".
Das ist englisch verwütend, aber auch ein Kürzel.
"Mother's against drunk driving".
Mütter gegen Alkohol am Steuer.
Als sie anfängt, hat sie keine Ahnung, wie sowas gehen soll.
Eine Bürgerbewegung gründen.
Auch deswegen ist er vermutlich nicht klar,
dass sie sich ziemlich mächtigen Interessen in den Weg stellt.
Überhaupt, von Politik weiß sie damals wenig.
"So I didn't know the difference between a Republican or a Democrat."
Sie ist noch nicht mal es Wählerin registriert.
Als eine Freundin vorschlägt,
sich mit dem Staatsanwalt dem Attorney General zu treffen.
"I said, "Well, how many stars does he?"
fragt sie, wie viele Sterne hat er denn?
"Oh, because he's called the Attorney General."
"Like a General."
"Yes, of course."
Bei Attorney General, also General Staatsanwalt,
denkt sie an ein General der Army.
Sie besorgt sich ein dickes Buch, die Gesetze, Kaliforniens.
Es wird zu ihrer Nachtlektüre.
"I was grieving for my daughter, I couldn't sleep.
That's how I would put myself to sleep."
Candice vertieft sich ganz in ihrer Arbeit.
Ihren Job im Mobilien verkaufen, hat sie auf.
Sie ist jetzt Vollzeitaktivistin.
Im August hält sie ihre erste Pressekonferenz.
Nachbarn stellen Tüsche auf und sammeln Unterschriften
für strengere Regeln für Alkohol am Steuer.
Mit einer Freundin fährt sie nach Sacramento zum Beruf
von Kaliforniens-Govaneur, um ihn von ihrer Idee zu überzeugen.
Der hat keine Zeit für sie.
Aber statt aufzugeben kommt sie einfach wieder und wieder.
Fast jeden Tag fährt sie jetzt in die Hauptstadt Kaliforniens.
Wartet stundenlang vor seinem Büro.
Und jedes Mal scheint sich mehr Menschen für sie zu interessieren.
Sie gibt ihr erstes Radiointerview.
Und sie merkt, sie bekommt richtig Aufmerksamkeit.
Bald ist sie im Fernsehen.
"I mean, we did nightline a lot with Ted Copper."
"This is ABC News nightline.
Reporting for Washington.
Ted Copper."
"I said such a crush on him."
"She's the founder of Matt.
And I want all of you to welcome Candy Lightner."
Nach außen gibt Candy's die Aktiviste.
Professionell, kämpferisch.
Blos, keine Weinde, hysterische Frau sein.
"I only cried in public once."
Ein einziges Mal weint sie in der Öffentlichkeit.
Im Frühstücksfernsehen.
"Good Morning America."
Am Ende schaut der Host sie an.
"He said who takes care of you."
"Wer kümmert sich eigentlich um dich?"
"I just broke down and cried.
And had to shut the camera off and take a break.
I couldn't start crying."
Die Aufnahme brechen sie ab.
Candy's kann einfach nicht mehr aufhören zu weinen.
Matt, wächst und wächst.
Aus der Initiative einer trauernden Mutter
wird eine ganze Bewegung.
Gegen die Interessen der Alkoholobi.
Walter hat die Organisation über 300 Ableger.
Hunderttausende freiwillige Helfer und Spender.
Eine echte Grassroots Bewegung.
Nur drei Jahre nach dem Tod ihrer Tochter
ist Candy's berühmt.
Als die Frau, die von ganz unten das Land politisch verändert.
1984 steht Candy's Leitner in Washington DC
im Rosengarten vom Weißenhaus.
Zwischen lauter Männern in Anzug und Krawatte.
Sie fällt auf in einem leuchten roten Zweiteiler.
Präsident Ronald Reagan und sein Fieze George Bush-Signia
kommen aus dem Weißenhaus flaniert,
vor die versammelte Pressescha.
Reagan stellt sich an ein Rednerpult.
Erreibt sich die Augen.
Es liegt nicht an den Gefühlen, in Blende nur das Licht.
Dann begrüßt er die hinter ihm aufgereite Delegation.
Er wird gleich ein Gesetz unterschreiben
für das Candy's Leitner die letzten Jahre gekämpft hat.
Das Mindestalter für Alkohol
soll im ganzen Land vereinheitlicht werden.
Auf 21 Jahre.
Reagan ist eigentlich ein Gegner staatlicher Regulierung.
Was diesen Tag umso erstaunlicher macht.
Er setzt sich an einen schweren Holstisch.
Candy's Leitner steht jetzt direkt neben ihm.
Sie schaut den Präsidenten sehr genau über die Schulter.
Ganz so, es könne er jetzt im letzten Moment doch noch etwas falsch machen.
Doch dann setzt er den Stift an.
Candy's streckt ihrem Daumen hoch Richtung Publikum.
Noch während Reagan unterschreibt, schaut er kurz zu ihr hoch.
Beide lachen.
Das Gesetz wird dafür sorgen,
dass im ganzen Land bis heute trinken erst ab 21 Jahren legal ist.
Es ist Candy's absoluter Triumph.
Als der Präsident in Füller zur Seite legt, hört man Candy's.
Danke, sagt sie. Reagan gibt dir die Hand.
Dieses Gesetz, das ist jedem klar der das sieht.
Das ist für sie.
[Musik]
Wow, what a story.
Thank you so much for speaking with me.
Oh, no, it's my pleasure. Let's go eat.
Yes, okay.
Ich verbringe einen ganzen Nachmittag mit Candy.
nach unserem Gespräch fahren wir in ein Restaurant,
in so einer amerikanischen Autormol,
ein italienisches Kettenrestaurant mit laminierter Speisekarte.
Wenn Kernes Leitner heute von diesen Jahren erzählt, dann lacht sie fehl.
Es wirkt, als könnte sie selbst nicht ganz glauben,
dass ihr das gelungen ist, Eikohol ab 21.
Und das im Land der Freiheit.
Was mich vor allem nicht loslässt,
eigentlich hatte sie ja mächtige Gegner.
Die Eikoholindustrie wurde schon damals
von riesigen Konzern dominiert.
Und die hätten durch Eikohol ab 21,
doch total viele Kunden verlieren können.
Warum haben die Kernes nicht aufgehalten?
Als sie mit Mehrt anfängt,
da gibt es überhaupt keine Gegenspieler.
Und sie erzählt auch, warum, mit einer Anikdote.
Da organisiert sie entreffen mit Leuten,
die etwas gegen ihre Forderungen haben können.
Vertreter aus der Eikoholindustrie oder von der NGO,
die für Freiheitsrechte kämpft.
Sie erzählt ihnen ihre Geschichte, erklärt, was sie vorhat, fragt.
Irgendwieche Einwände.
Und niemand rührt sich.
Kernes Leitner sagt,
ich will, dass Menschen weniger Eikohol trinken.
Und die Eikohol lobby sagt so,
okay.
Später erfährt sie, warum.
Nach dem Treffen, als alle wieder ihrer Wege gehen,
da flüstern ihre vermeintlichen Gegner sich zu.
Kernes ist irgendwie unantastbar.
Kein guter Gegner für herkömmliche PR-Taktiken.
Es gäbe einfach Dinge,
mit denen man sich nicht anlegen sollte.
Gott, Apfelkuchen und Mütter.
Es dauert über zehn Jahre.
Da kommt einer, der traut sich doch gegen Matt vorzugehen.
In den 90er Jahren taucht eine Organisation auf,
mit fast dem gleichen Namen wie Matt.
Sie nennt sich Brad.
B-R-R-D-D.
Beveridge Retailers Against Drunk Driving.
Getränkehändler gegen Alkohol am Steuer.
Die Industrie kapatt Kennises Idee.
Sie gründen ihre eigene Bewegung,
die fast genauso heißt.
Und scheinbar das gleiche will.
Nur eben ein bisschen anders.
Denn die Botschaft von Brad ist,
wir wollen doch auch bessere Regeln.
Nur eben, vernünftig.
In den folgenden Jahren tauchen Anzeigen auf Werbungen.
Matt heißt es dort, basier auf Emotionen nicht auf Fakten.
Matt wolle Alkohol komplett verbieten.
Und das kann ja keiner wollen.
Die Mütter gegen Alkoholisiertes fahren,
die sein doch etwas radikal in ihren Forderungen.
Hinter den Anzeigen steckt eine weitere neue Organisation.
Das American Beverage Institute, ABI.
Ein Getränkeinstitut.
Das macht über viele Jahre,
so nennen sie das Aufklärungsarbeit.
Wie zum Beispiel in diesem Klipp aus dem Jahr 2013.
Ein Fernsehklipp gegen Alkoholmessgeräte.
Das Institut greift Matt und andere Gruppen an,
die Alkohol reglementieren wollen.
Brad und das amerikanische Getränkeinstitut.
Die Klingnachuserriösennamen für Syriöseorganisationen.
Tatsächlich aber steht ein Mann hinter beiden.
Er ist kein einfacher Bürger, kein besorgter Vater.
Er ist ein PR-fachmann, der sich bereits einen Ruf erarbeitet hat.
Sein Name ist Richard Berman.
Fernsehsender laden Berman gerne ein.
Er kann seine Position gut verkaufen.
Berman, der Vorsitzende und Gründer des amerikanischen Getränkeinstituts.
Die Massenvernichtungswaffe der Alkohol- und Nahrungsmittelindustrie wird er hier genannt.
Einmal, da wird er in einer solchen Show gefragt,
ob es nicht sinnvoll sei, gesten in Wars,
ab einem bestimmten Punkt den Alkohol zu verweigern.
Seine Antwort, wenn ein paar Kieber jemanden das Bier wegnehmen darf.
Wo hört das dann auf?
Dann könnte einem ja bald, dass die Ser verboten werden.
Es ist eine maßlose Übertreibung, aber das Bild sitzt.
Es sind Auftritte wie diese, die Berman einen Ruf in der Branche verschaffen,
ihn bekannt machen und gefürchtet.
Ein König der Desinformation, der Fake-Kampagnen und Fake-News verbreitet,
lange bevor das uns überhaupt ein Begriff war.
Seine Gegner nennen ihn deshalb auch
Dr. Evil.
Ein Mann, dessen größte Kunst darin besteht, zu verstecken, für wen er arbeitet.
Und Wessen Interessen erdient.
Berman perfektioniert eine Strategie, ein Playbook.
An dem schon andere, seit Jahrzehnten arbeiten.
Da ist die Stantigie Zweifel zu sehen.
Eine Strategie, der wir schon mal begegnet sind.
Auch wenn wir es nicht gemerkt haben.
In der Werbung zum Beispiel.
Es gibt gar keine Büsse, die Geräte auf der ganzen Welt als Royalster.
Oder eben in der Politik, zum Beispiel, wenn es uniklimakrisig ist.
Leute, die sehr viel Geld damit verdienen, mit fossilen Energien
und ein Interesse haben, dieses Geschäftsmodell einfach noch ein paar Jahre zu verlängern.
In den nächsten Folgen erzählen wir, wie aus einem PR-Trick eine Industrie wurde,
wie sie erst die Tabakonzerne rettete und dann die Klimaforschung zum Feind erklärte.
Und wie ihre Methode unser aller Leben kriegt.
Ja, eine komische Geschichte.
Bis heute.
Das sollte nicht im Podcast landen.
Eine Sache noch. 1994.
Rick Berman arbeitet da, wir haben es gehört, im Auftrag der Alkoholindustrie.
Und greift Mädern, die Mothers Against Drunk Driving.
Also die Organisation, die Kennisleitner nach dem Tod ihrer Tochter gegründet hat.
1994, da gelingt Berman, man kann es nicht anders sagen, ein echter Kuh.
Der so gut ist, dass er noch 20 Jahre später damit prallen wird.
Ja, how did you end up working with Rick, he called you?
Rick Berman holt nämlich die Galionsfigur der Gegenbewegung, Kennisleitner, auf seine Seite.
Ein Trium für Berman, der noch Jahre später nutzen wird.
Auch um seine Methoden an eine ganz andere Industrie zu verkaufen.
Die Öl und Gaslobby.
Nächste Episode bei Reich.
Das war Reich, das Geschäft mit dem Zweifel.
Eine Produktion von Cliff und Zusammenarbeit mit der FlowMedia Berlin.
Im Auftrag der Andy Klima-Relation.
Es ist ein Podcast von Seraphinddinges, Malin Klaafs, Janne Knüttler und mir Patrick Stegemann.
Technische Produktion Sound Design und Originalmusik von Janne Kwerner.
Zusätzlich die Recherche von Adrian Breda, Boris Kartäuser, Malte Has und linear Kramer.
Besondere Dank an unsere Kolleginnen von Korrektiv, Elena Kolb und Annika Jörgis.
Faktencheck, Georg Schmidtmann und Katja Schmidt.
Exekutive Producer Patrick Stegemann.
Koexikative Producer Gerschrauberos.
Diese erste Staffel ist mit freundlicher Stützung von anderen Entstanden.
Redaktion MDR, Pegel Grunwald und Daniel Vogelsberg.
Redaktion SDR, Tobias Koch.
Distributions MDR, Peter Heller, Jennifer Schollbach und Tobias Tieren.
Produktionsdeutung MDR, Jochen Papke.
Wenn euch dieser Podcast gefallen hat,
erzählte es euren Freunden, abonniert, bewertet und kommentiert auf der Plattform eure Wahl.
Und zum Schluss gibt es noch ein Podcast-Tip von uns.
Bleiben die USA ein Einwanderungsland und fahren jetzt wieder mehr Amerikaner mit acht Zylinder statt mit Elektroantrieb?
Im NDR Infoportcast Amerika, wie müssen reden, beobachtet Ingo Zamperoni, welche Gesetze Donald Trump abschaft.
Zusammen mit seiner amerikanischen Ehefrau, der Journalist in Jaffa Bogenjör, analysiert der Tagesthemenmoderator die wichtigsten Schlagzeilen der Woche.
Flat the Zone.
Das ist das Motte von Donald Trump in seiner zweiten Amtszeit.
Was bleibt Hängen in der Nachrichtenflut? Und was geht unter?
Hört gerne mal rein. Amerika, wir müssen reden.
Zum Beispiel in ARD Sounds und überall dort, wo ihr gerne Podcasts hört.
Podcast Summary
Key Points:
Die Hitzewarnung, die in der Messerhalle auftritt, spiegelt eine wachsende globale Erwärmung wider und wirkt als Vorbote für einen klimatisch instabilen Zustand.
Ein Vortrag auf der Alke-Klimakonferenz in Halle zeigt, dass viele Teilnehmer die Klimakrise leugnen, argumentieren mit PR-Strategien und betonen, dass CO₂-Emissionen harmlos seien, was zu Zweifeln an der wissenschaftlichen Konsenslage führt.
Die Geschichte von Candy Leitner, einer Mutter, die nach dem Tod ihrer Tochter eine Bewegung gegen alkoholische Fahrten gründet, zeigt, wie Lobbyismus und PR-Strategien durch Industrieorganisationen wie das American Beverage Institute und Richard Berman systematisch eingesetzt werden, um Glaube und Wissenschaft zu manipulieren.
Summary:
Die Transkription kombiniert zwei Themen: die Klimakonferenz in Halle und die Geschichte von Candy Leitner, einer Mutter, die nach dem Tod ihrer Tochter 1980 eine Bewegung gegen alkoholische Fahrten gründet. Während der Konferenz wird deutlich, dass viele Teilnehmer die Klimakrise leugnen und auf PR-Argumente setzen, die auf Zweifel an der wissenschaftlichen Konsenslage basieren. Ein zentraler Punkt ist die Behauptung, dass CO₂-Emissionen harmlos seien, was im Widerspruch zu wissenschaftlichen Erkenntnissen steht.
Gleichzeitig wird die Geschichte von Candy Leitner detailliert erzählt: Sie startet mit einem persönlichen Trauma, gründet die Initiative „Mütter gegen Alkohol am Steuer“ und erreicht weltweite Wirkung, bis 1984 ein Gesetz für ein Mindestalter von 21 Jahren für Alkoholkonsum verabschiedet wird. Doch auch hier zeigt sich, dass die Bewegung von einer stärkeren Lobby- und PR-Strategie aus der Alkoholindustrie bekämpft wird. Der PR-Fachmann Richard Berman, der als „Dr.
Evil“ bekannt ist, setzt über Jahre systematisch auf Desinformation und Fälschungen, um die Opposition zu schwächen. Seine Methode wird später auf die Öl- und Gaslobby übertragen. Die Geschichte zeigt, dass Zweifel und Manipulation nicht zufällig, sondern strategisch ausgebildet und auf Industrieinteressen abgestimmt werden – eine Methode, die auch in der Klimadiskussion präsent ist.
Die Transkription betont, dass Wissenschaft und öffentliche Meinung durch geschickte PR-Strategien beeinflusst werden können, was die Notwendigkeit eines kritischen Denkens herausfordert.
FAQs
Das Hauptthema ist die strategische Verbreitung von Zweifeln an die Klimawandel-Forschung und die industrielle Beeinflussung politischer Debatten durch PR-Maschinen und Lobbyarbeit.
Die Organisation wurde 1980 von Candice Leitner gegründet, nachdem ihre Tochter Carrie bei einem Alkoholunfall starb. Sie wollte strengere Regeln für alkoholbedingte Unfälle verfolgen.
Im Jahr 1984 wurde durch ihre Kampagne das Mindestalter für Alkoholkonsum im ganzen Land auf 21 Jahre erhöht, was durch eine Unterschrift von Präsident Reagan ermöglicht wurde.
Weil eine gesetzliche Regelung auf 21 Jahre bedeutet, dass viele ihrer Kunden verlieren würden, was finanziell schädlich wäre.
Richard Berman ist ein PR-Experte und Gründer des American Beverage Institute, der durch Fake-Kampagnen und Desinformation gegen Bewegungen wie 'Mother's Against Drunk Driving' agiert.
Die Lobby nutzt Emotionen und Zweifel, um die öffentliche Anerkennung von kritischen Themen wie Klimawandel oder Alkoholregulierung zu untergraben.
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