Du weißt längst, was richtig ist - wie Du Dir selbst wieder vertraust
12m 11s
In dieser Podcast-Folge geht es um die Frage, warum es vielen Menschen schwerfällt, sich selbst zu vertrauen, und wie man dieses Vertrauen zurückgewinnen kann. Die Sprecherin betont, dass das eigentliche Problem meist nicht mangelnde Klarheit ist, sondern dass wir unsere eigenen inneren Signale nicht ernst nehmen. Der Körper weiß oft schon lange, was für uns stimmig ist – etwa durch ein Gefühl von Enge oder Weite –, doch wir übergehen diese Wahrnehmung, weil wir früh gelernt haben, ihr zu misstrauen. Stattdessen verlassen wir uns auf das Denken, das fast alles rational erklären kann, selbst Dinge, die uns schaden. Dieses Muster führt dazu, dass wir uns selbst „verlassen“: Wir sagen Ja, obwohl wir Nein spüren, oder bleiben in Situationen, die uns nicht guttun. Der Weg zurück beginnt laut der Sprecherin nicht mit großer Erkenntnis, sondern mit einfachem Innehalten und der bewussten Wahrnehmung körperlicher Reaktionen – ohne Bewertung. Indem wir diese Signale wieder ernst nehmen, entsteht echte Klarheit, die nicht vom Kopf, sondern vom Körper ausgeht. Zudem betont sie die Bedeutung gesunder Grenzen, die nicht trennen, sondern Vertrauen und Klarheit schaffen. Abschließend lädt sie zu einem Kurs ein, der diese Themen vertieft.
[Musik] Sich selbst zu vertrauen ist ein unglaublich beruhigendes und starkes Gefühl. Aber warum tun sich viele von uns so schwerer mit? Und wie kann es dir leichter fallen, dir selber zu vertrauen? Darüber sprechen wir heute. Mich hat zu diesem Thema die letzten Tage eine Frage von euch erreicht. Die Hörerin schrieb mir, ich fühle mich oft so unklar überfordert und habe das Gefühl nicht "ich" entscheide wie mein Leben ist, sondern das Leben entscheidet wie ich bin. Mir fällt es schwer Entscheidungen zu treffen und in all dem, was im Alltag auf mich einprasselt, Klarheit zu finden. Ich würde gerne klar spüren, was für mich stimmt und auch danach handeln, ohne mich ständig zu hinterfragen und zu relativieren. Was kann ich tun? Ich würde erst mal sagen, dass eigentliche Problem ist mit großer Wahrscheinlichkeit nicht unklarheit. Also viele von uns glauben ja ihnen fehlt Klarheit und sie denken, sie müssten noch mehr nachdenken, noch mehr analysieren, noch mehr verstehen. Also machen sie vielleicht pro und kontralisten, sprechen mit Freunden, lesen Bücher oder Hörn auch Podcasts. Und trotzdem bleibt dieses Diffusegefühl irgendwas stimmt nicht. Also der Punkt ist in den meisten Fällen fehlt, wie gesagt, nicht die Klarheit. Was fehlt ist der Mut oder die Fähigkeit? Das ernst zu nehmen, was wir eigentlich schon längst wahrnehmen. Viele Menschen spüren sehr genau, was für sie stimmig ist, handeln aber nicht danach. Und genau das erzeugt diese innere vielleicht auch von dir beschriebene Spannung. Und das wiederum macht an diese Unklarheit und auch Stress im System. Das heißt, ein Körper weiß oft längst was richtig ist und ich spreche an dieser Stelle auch immer gerne von Körperweiseid. Bevor der Kopf anfängt zu analysieren, hat der Körper meistens schon sehr fein reagiert. Vielleicht kennst du das ja, also du betrittst zum Beispiel ein Raum und fühlst dich sofort unwohl. Das sind so Dinge, woran du das erkennen kannst, wie fein dein Körper reagiert. Oder du sprichst mit einem Menschen und merkst plötzlich, wie sich etwas in dir zusammenzieht. Auch das ist eine Reaktion, deines Körpers, eine Stimme, deines Körpers. Oder du triffst eine Entscheidung und plötzlich fühlt sich dein brustraum weit und entspannt an. Das alles, was ich beschrieben habe, das sind jetzt keine Zufälle im Gegenteil. Dein Körper reagiert permanent auf das, was für dich stimmig ist oder eben auch nicht. Das heißt, Wahrheit zeigt sich im Körper oft durch ganz ganz einfachesignale. Zum Beispiel durch empfundene Weite oder durch Ruhe, durch Entlastung oder durch Enge, Druck, Unruhe und so weiter. Das Problem ist nur erstens. Wir erkennen den Moment nicht, in dem unser Körper reagiert, weil wir oft so beschäftigt sind und viel zu wenig innerhalten. Und zweitens, wenn wir seine Signale bemerken, dann übergehen wir sie ganz oft, einfach, weil wir gelernt haben, diesen signalen halt einfach nicht zu vertrauen. Stattdessen vertrauen wir eher dem Denken und, na ja, also das Denken kann halt fast alles erklären und sogar Dinge, die uns eigentlich schaden. Die große Frage ist also, warum übergehen wir uns selbst so oft. Das liegt daran, dass die meisten von uns schon ganz früh gelernt haben, dass ihre Wahrnehmung nicht zuverlässig ist. Vielleicht wurde ihnen gesagt und vielleicht kennst du das auch ein bisschen, so setze wie stelle ich nicht so an, sei vernünftig, denk nach, reistig zusammen und so weiter. Und ja, genau so entsteht ein inneres Muster in uns, nämlich der Körper sagt, nein, aber der Kopf sagt, sei nicht so empfindlich. Und genau deshalb bleiben viele von uns, viel zu lange in Situationen, die ihnen nicht gut tun. Also in Jobs, die sie auslagen, in Beziehungen, diese Kleinhalten oder in irgendwelchen Lebensentwürfen, die sich innerlich eigentlich längst falsch anfühlen. Und ich schließe mich davon nicht aus. Also, ich habe ja auch so etwas selber erlebt, als ich viel zu lange in einer Beziehung geblieben bin, die mich klein gehalten hat und in der Lügen und Gewalt alltag waren. Die Frage ist ja so ein bisschen, warum tun wir Menschen so etwas? Wir tun das nicht, weil wir nichts spüren. Das ist wichtig. Okay, wir tun das nicht, weil wir nichts spüren, sondern, weil wir gelernt haben, was wir spüren, nicht ernst zu nehmen. Und das exakt ist dann der Moment, in dem wir uns selber verlassen. Und sich selbst zu verlassen passiert, meistens nicht in irgendwelchen, das klingt so krass, wenn ich jetzt sage, wir verlassen uns selber, aber sich selbst zu verlassen passiert halt nicht in irgendwelchen großen dramatischen Entscheidungen oder Situationen, sondern es passiert oft sehr subtil eher in kleinen unscheinbaren Momenten. Zum Beispiel, du spürst eine Grenze, also ne? Du spürst einen Nein und sagst trotzdem ja. Oder du merkst, dass dir irgendwas nicht gut tut und bleibst trotzdem. Oder du hast eine klare innere Wahrnehmung und beginst sie aber sofort zu relativieren. Und der Kopf findet dann ja ganz viele gute Gründe, in dem er sagt, na ja, vielleicht über drei bin ich ja, vielleicht wird es ja besser, vielleicht bin ich zu empfindlich. Und so auf dieser Art entfernen wir uns dann letztlich Schritt für Schritt von uns selber. Komm wir nochmal zurück zu deiner gestellten Frage. Also du hast ja geschrieben, ich würde gerne klar spüren, was für mich stimmt und auch da nachhandeln, ohne mich ständig zu hinterfragen oder zu relativieren. Was kann ich tun? In meinen Worten würde ich sagen, es geht um den Weg zurück, nämlich, wie du dir selber wieder vertrauen kannst. Also der Weg zurück beginnt nicht mit irgendeiner großen Kopferkennung. Das ist mir echt super wichtig. Im Gegenteil, der Weg zurück beginnt mit etwas ganz einfache, nämlich wieder wahrzunehmen, was in dir passiert. Wenn du merkst, dass dein Kopf anfängt, alles zu zerdenken, dann halte kurz inne Atme, spüre was dein Körper gerade zeigt. So ein bisschen in die Richtung wird es enger oder wird es weiter in dir. Fühlt sich etwas ruhig an oder angespannt. Und diese Signale, auch wenn es angespannt ist, sind weder eine Schwäche noch sind sie falsch. Es geht nämlich nur um die Wahrnehmung, es geht nicht um die Bewertung, okay? Und diese Wahrnehmung bezeichne ich ja auch als eine Form von innerer Weissheit. Und wenn du beginst, das genau ernst zu nehmen, dann verändert sich, ich würde sagen, was ziemlich wesentliches. Zum Beispiel, du merkst irgendwann Entscheidungen fühlen sich weniger kompliziert an. Beziehungen werden klarer. Und vor allem, du beginst dich wieder selber zu führen und zwar aus deiner inneren eigenen Wahrheit heraus. Du hattest geschrieben, ich hab das Gefühl, nicht ich entscheide, wie mein Leben ist, sondern das Leben entscheidet, wie ich bin. Wenn du beginst, dein Spüren wieder ernst zu nehmen, dann wird sich das im Laufe der Zeit ganz automatisch wieder umkehren, so dass du dich als selbstbestimmt und auch klar erlebst. Und ich bin mir ziemlich sicher, es wird dir Freude machen, Entscheidungen zu treffen. Und es hört auf, dass du die ständig hinter fragst oder irgendwelche Dinge relativierst. Fakt ist, auch wenn wir es anders suggeriert bekommen. Echte Klarheit entsteht selten am Kopf. Sie zeigt sich die Faktor zuerst in unserem Körper und sie wird stärker je mehr du ihr vertraust. Und an der Stelle gerne auch eine Portion Vorschuss vertrauen. Super wertvoll. Und genau dafür brauchen wir ein verankert.
Kattes empfinden und das ist jetzt auch noch mal wesentlich, weil das etwas ist. Es ist ja ein wirklich missverstandendes Thema. Genau dafür, für dieses Vertrauen in uns selber brauchen wir ein tiefer Ankattes empfinden unsere eigenen Grenzen. Also ein missverstandendes Thema, weil viele von uns denken, wenn ich Grenzen setze, muss ich hart werden oder ich verliere Kontakt, weil ich andere Verletze und so weiter. Und das stimmt nicht. Denn gesunde Grenzen sind bewusst gelebte und verkörperte Grenzen, die für Klarheit und Vertrauen auf allen Seiten sorgen. Also nicht nur auf der, das gegen Übers, sondern natürlich auch in dir. Und ja, in Kürze startet mein Kurs zu diesem Thema. Das heißt, wenn du Lust hast und dir mehr vertrauen möchtest, dann kommen super gerne dazu. Die Infos zum Kurs findest du im Text unter dieser Folge und ich hoffe, dass du dir einiges für dich mitnehmen konntest. Ich finde deine Frage super wertvoll und ja, mach was draus. Das ist meine ganz herzliche Einladung an dich. Beginne am besten direkt, weil ich weiß, wie flüchtig eine Portkastfolge sein kann. Aber wie gesagt, mein Kurs startet auch in Kürze, vielleicht hast du Lust. Dabei zu sein. In diesem Sinne danke für dein Lauschen und bis zur nächsten Folge. Hab eine ganz lebendige Zeit. [Musik]
Podcast Summary
Key Points:
Viele Menschen leiden nicht unter einem Mangel an Klarheit, sondern daran, dass sie ihre eigene innere Wahrnehmung ignorieren und nicht danach handeln.
Der Körper zeigt durch Signale wie Enge, Weite oder Unruhe, was für einen stimmig ist – oft bevor der Kopf analysiert.
Früh gelernte Muster (z.B. „Sei nicht so empfindlich“) führen dazu, dass wir unseren Körpersignalen misstrauen und uns selbst „verlassen“.
Der Weg zurück zum Selbstvertrauen beginnt mit dem bewussten Innehalten und Wahrnehmen körperlicher Reaktionen, ohne sie zu bewerten.
Gesunde Grenzen sind kein Zeichen von Härte, sondern schaffen Klarheit und Vertrauen – sowohl in sich selbst als auch im Umgang mit anderen.
Summary:
In dieser Podcast-Folge geht es um die Frage, warum es vielen Menschen schwerfällt, sich selbst zu vertrauen, und wie man dieses Vertrauen zurückgewinnen kann. Die Sprecherin betont, dass das eigentliche Problem meist nicht mangelnde Klarheit ist, sondern dass wir unsere eigenen inneren Signale nicht ernst nehmen. Der Körper weiß oft schon lange, was für uns stimmig ist – etwa durch ein Gefühl von Enge oder Weite –, doch wir übergehen diese Wahrnehmung, weil wir früh gelernt haben, ihr zu misstrauen.
Stattdessen verlassen wir uns auf das Denken, das fast alles rational erklären kann, selbst Dinge, die uns schaden. Dieses Muster führt dazu, dass wir uns selbst „verlassen“: Wir sagen Ja, obwohl wir Nein spüren, oder bleiben in Situationen, die uns nicht guttun. Der Weg zurück beginnt laut der Sprecherin nicht mit großer Erkenntnis, sondern mit einfachem Innehalten und der bewussten Wahrnehmung körperlicher Reaktionen – ohne Bewertung.
Indem wir diese Signale wieder ernst nehmen, entsteht echte Klarheit, die nicht vom Kopf, sondern vom Körper ausgeht. Zudem betont sie die Bedeutung gesunder Grenzen, die nicht trennen, sondern Vertrauen und Klarheit schaffen. Abschließend lädt sie zu einem Kurs ein, der diese Themen vertieft.
FAQs
Viele Menschen haben früh gelernt, ihre eigene Wahrnehmung nicht ernst zu nehmen, etwa durch Sätze wie 'Stell dich nicht so an'. Dadurch entsteht ein Muster, bei dem der Körper Signale sendet, der Kopf sie aber übergeht.
Der Weg beginnt damit, innezuhalten und wahrzunehmen, was in deinem Körper passiert – zum Beispiel, ob du Enge oder Weite spürst. Diese Signale ernst zu nehmen, ohne sie zu bewerten, stärkt das Vertrauen in dich selbst.
Oft fehlt nicht die Klarheit, sondern der Mut, das bereits Wahrgenommene ernst zu nehmen und danach zu handeln. Der Körper weiß meist schon, was stimmig ist, bevor der Kopf analysiert.
Achte auf einfache Empfindungen wie Weite, Ruhe oder Entlastung bei stimmigen Dingen und Enge, Druck oder Unruhe bei unpassenden Situationen. Diese zeigen sich oft in alltäglichen Momenten.
Das liegt nicht daran, dass du nichts spürst, sondern daran, dass du gelernt hast, deine Wahrnehmung zu ignorieren. Du verlässt dich selbst in kleinen Momenten, etwa wenn du ein inneres 'Nein' spürst und trotzdem 'Ja' sagst.
Gesunde Grenzen sind bewusst gelebte Grenzen, die Klarheit und Vertrauen schaffen – sowohl in dir als auch in Beziehungen. Sie sind nicht hart, sondern helfen dir, dich selbst zu führen.
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