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„Du verstehst mich nicht!“: Wie du in deiner Beziehung endlich wieder gehört wirst!

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„Du verstehst mich nicht!“: Wie du in deiner Beziehung endlich wieder gehört wirst!

In dieser Podcast-Folge untersuchen Paartherapeuten Florian und Ina die Ursachen für das Gefühl der Nicht-Gesellschaft und des Mangels an Wertschätzung in der Beziehung. Ein zentrales Problem ist die fehlende direkte Kommunikation – statt zu sagen, was man braucht, wird viel interpretiert, was zu Missverständnissen führt. Die Beziehung wird durch unterschiedliche Wahrnehmungen beeinflusst, z. B. durch Filter wie Detail- oder Überblicksgeprägtheit, die zu Verletzungen führen können. Wenn Partner sich nicht verstanden fühlen, entsteht eine emotionale Distanz, die sich in unerträglichen Situationen wie dem unerwarteten Bestellen von Essen oder der Ignorierung von Bedürfnissen äußert. Ein zentraler Punkt ist die Aufklärung der eigentlichen Gefühle statt von Vorwürfen – dafür braucht es einen sicheren, bereitwilligen Rahmen. Die Akzeptanz von Unterschieden in Wahrnehmung und Meinung ist entscheidend, um eine lebendige, wertvolle Beziehung aufzubauen. Die Wiederholung von Gesprächen und die Vorbereitung auf konstruktive Themen fördern langfristige Verbesserungen. Zudem wird betont, dass Beziehungen nicht durch Identität oder Klonung gelingen müssen, sondern durch gegenseitige Akzeptanz und Wertschätzung. Die Folge zeigt, dass das Vertrauen und die Nähe durch bewusste Kommunikation und eine tiefe Selbstreflexion wiedergewonnen werden können.

Transcription

5885 Words, 35359 Characters

German
Dass man glaubt, ich bin einfacher, ich bin besser, ich bin umgänglicher. Mit dir ist alles nur so kompliziert. Genau. Das ist ganz schwierig. Es ist auch häufig ein tiefes Gefühl von Zugehörigkeit, was sich halt durch diese gleiche Wahrnehmung dann einstellt. Ich erinnere mich noch an eine Situation in dem Zusammenhang. Das ist schon ein paar Wochen, fast schon Monate her. Da waren wir auch in einer Situation. Ja, auch dieses Ping-Pong-Spiel, wo man vielleicht sagt, ja, aber du ja auch nicht, du machst das ja auch nicht. Ja, du beachtest mich ja auch nicht. Du tust für mich ja auch nicht. Also immer wieder dieses Du auch nicht. Willkommen zu dieser Podcast-Folge bei den Lebensidealisten. Mein Name ist Florian. Ich bin Ina. Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise, hinein in eine dauerhaft glückliche und harmonische Beziehung. Du kennst bestimmt die folgende oder eine ähnliche Situation aus deiner eigenen Beziehung. Du kommst gestresst von der Arbeit nach Hause, bist völlig ausgelaugt, hast vorher eine WhatsApp-Nachricht geschickt, dass du gleich da sein wirst und dein Partner sitzt zu Hause auf dem Sofa, gefühlt tiefenentspannt mit dem Handy in der Hand, scrollt bei TikTok durch und du kommst gestresst rein und fragst, hättest du mir nicht schon mal eine Wärmflasche machen können? Hättest du mir nicht schon mal was Kleines zu essen vorbereiten können? Und du weißt doch, dass den ganzen Abend noch der Haushalt ansteht. Hättest du nicht beginnen können? Jetzt sitzt du schon eine Stunde wahrscheinlich hier rum. Das kann so ein typischer Moment sein, in dem du dich nicht gehört, gesehen, vielleicht nicht gewertschätzt, anerkannt oder respektiert fühlst und denkst, wir sind doch schon so lange zusammen, das müsste er oder sie doch wissen. Das müsste doch bekannt sein, dass wenn ich nach Hause komme und so einen Tag hatte, was ich schon per WhatsApp geschrieben habe, dass ich mir eine Wärmflasche wünsche, dass ich erstmal was zu essen brauche und wir haben doch auch gestern, gestern darüber gesprochen, dass noch so viel Haushalt ansteht und ich nach den ganzen Meetings überhaupt nicht weiß, wie ich das noch mit meiner Energie hinkriegen soll. Darüber wollen wir in dieser Podcast-Folge sprechen und schauen, was kannst du tun, wenn du dich in deiner Beziehung nicht mehr gehört, nicht mehr gesehen, nicht mehr geliebt fühlst und dich fragst, warum bin ich manchmal in dieser Beziehung? Was soll das Ganze hier? Das Gefühl, dass man sich nicht gegenseitig versteht oder dass es irgendwie nicht so die gleiche Wahrheit ist, dass man sich nicht gegenseitig versteht oder dass es irgendwie nicht so die gleiche Wahrnehmung gibt von einer Situation, das passiert in Beziehungen gar nicht selten. Schwierig wird es aber in dem Moment, finde ich, wenn es in einem Mangelgefühl läuft. Also wenn ich das richtig merke, dass das Verhalten der anderen Person in mir drin eine Verletzung macht, weil ich mich nicht mehr wertgeschätzt fühle, nicht mehr gesehen fühle, die Aufmerksamkeit nicht bekomme und dass ich denke, warum geht die andere Person nicht auf mich ein? Und dann ist ja auch häufig so, natürlich der Punkt, dass man dann zur Interpretation greift. Also man fühlt sich in der eigenen Sprache der Liebe überhaupt nicht mehr angesprochen, gesehen und wahrgenommen und dann fängt man an zu interpretieren. Ihm ist es nicht so wichtig. Andere Sachen, andere Personen sind ihm wichtiger. Wenn andere Leute ihn das fragen, da hilft er gleich mit oder da steht er gleich hilfsbereit zur Verfügung. Bei mir ist es egal. Wenn die Kinder krank sind, dann ist er mal so bemüht. Wenn ich aber sage, mir geht es nicht so gut, dann scheint es ihn irgendwie nicht zu stören, dann läuft der Ablauf einfach weiter, er fragt nicht nach, wie mein Meeting war, interessiert ja gar nicht, was ich am Tag gemacht habe und so weiter und so weiter. Das ist so gegensätzlich. Auf der einen Seite wünschen wir uns ja so ganz romantisch, dass der andere uns die Wünsche von den Lippen abliest, was ja bedeutet eigentlich, dass der andere interpretiert, wie ich mich fühle und was ich brauche. Auf der anderen Seite führt genau dieses Interpretieren so häufig zu Missverständnissen, Fehlern und Konflikten, weil dieses Konzept eben nicht funktioniert, sondern das, was gebraucht wird, ist aussprechen und anerkennen, was ist. Also wir müssen kommunizieren statt interpretieren. Ich erinnere mich noch an eine Situation in dem Zusammenhang, das ist schon ein paar Wochen oder fast schon Monate her. Da waren wir auch in einer Situation, da sind wir zu dritt, zu einem Sushi-Restaurant gefahren und da war die Situation, dass wir keinen Parkplatz gefunden haben und ich gesagt habe, ich las euch beiden, also dich und unseren Sohn schon mal raus und es hat geregnet, ihr geht schon mal rein, sichert den Platz, war reserviert und ich suche einen Parkplatz. Es hat ein bisschen länger gedauert, weil es waren Fußballspiele in der Nähe und naja, auf jeden Fall bin ich dann dazugekommen und dann war das so auf dem Weg zum Tisch, habe ich gesehen, ihr sitzt schon da und da waren auch schon Speisen auf dem Tisch und das war ja so, oder ist ja dieses Modell, dass man über das Tablet etwas, was aussucht, individuell, was man haben möchte für eine bestimmte Runde und dann das schon mal bestellen kann und wir haben vorher gar nicht drüber gesprochen, was ich haben möchte, weil die Situation war so ein bisschen durcheinander und da habe ich erst gedacht so, oh krass, die haben schon bestellt und so, die haben gar nicht auf mich gewartet und dann habe ich schon gedacht, naja gut, ich habe auch echt lange gebraucht. Als ich dann aber näher kam, habe ich gesehen, dass da meine Sachen auch schon standen. Also das, was ihr wisst, was ich eigentlich gerne esse und was ich gerne trinke, war da halt auch schon mitbestellt und das meinte ich so mit dem Glauben, mit dem Gefühl von Zugehörigkeit, dass wir ja alle uns gesehen und geliebt fühlen wollen und dass wir immer in unserer Wahrnehmung natürlich auch so ein bisschen die Hoffnung haben, dass andere uns wirklich oder der Partner uns wirklich kennt und für uns gut entscheiden kann. Nicht ohne Grund ist es ja auch so, dass wir irgendwelche Vollmachten oder so für den schlimmsten Fall haben, weil wir wissen, die Person soll gut für mich entscheiden, derjenige weiß, was ich mag und wir wissen, was ich mag. Und da hatte sie so eine wahnsinnige emotionale Distanz gespürt, weil sie gedacht hat, naja, ganz ehrlich, da hast du vielleicht eine Auswahl von zwei, drei Pizzen gehabt und sie ist auch nicht so, dass ihr das super wichtig ist, was sie isst. Sie meint, du hättest doch einfach das oder das oder das bestellen können und das finde ich halt ganz spannend, dass durch so eine Alltagssituation wir so viel Gefühle und Energie ziehen können. Das widerspricht jetzt ja eigentlich genau dem, was ich eben sagte, aussprechen, was ist, also lieber kommunizieren als interpretieren. Das kann man natürlich machen, wenn das Fundament stabil ist, man sich doch ganz gut kennt und die Wahrscheinlichkeit, dass ich mit den Dingen, die ich da jetzt bestellt habe, kein Treffer lande, war nun auch äußerst gering, aufgrund dessen, dass das bekannt ist bei uns beiden dann, was du da gerne isst und magst, aber das hätte ja auch schief gehen können. Das ist ja auch etwas, was dann je nach Stimmung und je nach Fundament sein kann, dass du zum Beispiel reinkommst und dann sagst, oh, jetzt habt ihr schon mitbestellt, ich hatte heute gar keinen Bock auf das und das. Okay, also man muss dann auch ein bisschen abschätzen können, wie tickt so ein Mensch und das kann man bei uns dann machen, weil das für dich immer in Ordnung ist, das dann da zu tun. Ich will immer bemuttert werden, ihr könnt immer bestellen. Weil auch klar ist, dass das nicht so ist. Es gibt ja Menschen, die können nicht für eine Woche im Voraus ihr Essen planen, weil sie sagen, ich weiß doch heute nicht, worauf ich dann am nächsten Samstag Lust habe. Das ist jemand, dem könntest du das Essen so vorab nicht bestellen. Dann müsstest du dann beim Aussteigen fragen, soll ich dir schon was mitbestellen? Worauf hast du als erstes Lust? Um das klar ausgesprochen zu bekommen, weil da die Gefahr groß ist, dass du es falsch bestellst, wenn es jemand ist, der wirklich immer ganz unnötig nach Lust und Laune bestellt. Wie in dem Beispiel, was du hast mit der Pizza. Wenn es drei verschiedene Pizzen gibt, die sie typischerweise isst, aber jemand, dem das sehr wichtig ist, genau das an dem Tag zu bestellen, was er sich vorstellt. Und sie dann sagt, jetzt habe ich den ganzen Tag mich auf Pizza A gefreut und du lieferst Pizza B und hast sie schon vorbestellt. Das ist Kacke für mich. Ich will die gar nicht essen. Dann bringst du dich damit ins Verderben. Du musst wirklich gucken, wie tickt derjenige? Ist der damit so ein bisschen entspannter? Oder sagt, das wird schon alles so okay sein. Ich mag ja alles gerne. Oder es ist jemand, der da sehr nach Tagesform und Tageslust geht, der eben vor zwei Stunden selbst noch gar nicht sagen konnte, was er essen wird. Dazu gibt es auch eine Studie aus 2001, die wir uns angesehen haben und auch in den Shownotes verlinken, dass es eben eine typische Problematik in Beziehungen ist, dass man denkt, es gibt eine Ähnlichkeit. Also eine angenommene Ähnlichkeit. Der Gedanke dabei ist, der Partner sieht die Welt genauso wie ich. Ja. Dass wir also die exakt gleichen Realitäten haben. Und das führt dann natürlich zu blinden Flecken, wie man sagt. Also eben zu Vorannahmen auch, die nicht eintreten. Sagte mal jemand im Coaching, es wäre doch so viel einfacher, wenn wir uns einfach klonen könnten. Also, aber bitte so wie ich bin. Da habe ich so gedacht, da ist schon die erste Problematik enthalten. Genau. Das macht es schwierig. Und ich glaube, was ganz häufig dahinter steht, ist so eine, Gleichzeitigkeit. Auf der einen Seite möchte ich natürlich mich ganz doll wertgeschätzt fühlen. Ich möchte gerne, dass wir eine gleiche Wahrnehmung haben, dass es Situationen gibt, wo ich das Gefühl habe, du kennst mich so gut. Wir sind irgendwie so auf komplett einer gleichen Wellenlänge. Ich werde immer gesehen, ich bin immer zugehörig. Und auf der anderen Seite möchte man aber auch ja in einer Beziehung eine gewisse Lebendigkeit haben. Die Lebendigkeit in dem Sinne, dass es da halt noch Situationen gibt, wo jeder von uns die Freiheit hat, sich zu verändern, individuell zu sein, dass es noch Überraschungsmomente gibt, die einen ja auch beeindrucken oder wo man sagt, spannend, dass du das jetzt interessant findest, hätte ich jetzt nicht gedacht. Ich finde diese Gleichzeitigkeit manchmal gar nicht so leicht. Und wie du schon sagst, da gibt es ganz, ganz viele Fallen, in die man tappen kann. Weil zwischen Geborgenheit und Vertrauen und Aufregung und Abenteuer ist die Spannung halt ganz schön groß. Naja, wenn jetzt dreimal zu deinem Geburtstag oder zu Weihnachten eine riesen familiäre Katastrophe entsteht, weil ich dir das falsche Geschenk ausgesucht habe, was dir absolut nicht gefällt und die Szene ist, dass ich doch wissen müsste, was dir gefällt und das auf keinen Fall und damit der ganze Geburtstag, das Weihnachtsfest unter dem bösen Schatten steht, naja, dann ist halt der vierte Geburtstag, dass man dann sagt, Mensch Ina, was wünschst du dir, was soll ich dir kaufen, was würde dir gefallen? Und du dann vielleicht sagst, ja Mensch, ich will überrascht werden. Ich sage, nee, ich überrasche dich nicht mehr. Das habe ich aufgegeben. Sag jetzt, was du willst, ich kaufe das und gut ist. Ja, und wie man es dann manchmal auch erlebt, wo sich die älteren Paare nachher irgendwann gegenseitig unter das Geld zuschieben, das finde ich immer besonders traurig, wenn fast nur noch Geld, Briefumschläge gegenseitig hin und her geschoben werden, wo man denkt, okay, das ist so die niedrigste Form von Zugehörigkeit, Wertschätzung, dass man nur noch das Geld als Verpflichtung, weil man der andere soll damit ja bitte was machen, damit der Ausgleich stattfindet, ja, übergibt sozusagen. Ja, du kannst auch steigern, du kannst einfach gar nichts mehr schenken. Ja, gut, das ist ja natürlich auch schon, das wäre natürlich schon mega krass. Ja, wir wollen jetzt gleich darauf eingehen, was man tun kann, damit man sich in der Beziehung besser verstanden fühlt und nicht den gleichen Fehler macht, wie viele andere, die sich da immer und immer wieder im Kreis drehen und ein ständiges Erklären gehen, sodass man eine stimmige Lösung findet, um raus aus dieser Spirale zu kommen. Einen Punkt möchte ich gerne noch ergänzen, nämlich den Punkt, das Gefühl, in der Krise zu sein, dass es darüber eine unterschiedliche Wahrnehmung gibt. Das ist immer wieder ein Punkt, den ich in Coachings habe, wenn ich frage, seit wann seid ihr in der Krise? Und gar nicht selten ist da eine komplett unterschiedliche Wahrnehmung. Und das sind auch die Momente, wo sich zwei Menschen wirklich angucken und sagen so, okay, jetzt ganz, ganz anders gedacht. Ich hatte das nämlich bei einem Paar gerade im Coaching, dass da ganz unterschiedliche Wahrnehmungen von Krise waren. Also, dass er gesagt hat, ich fühle mich schon seit mehreren Jahren in der Krise. Und als ich sie dann gefragt habe, sie gesagt hat, eigentlich so erst seit zwei Jahren und zwischen mehreren Jahren, also wirklich fünf, sechs, sieben Jahren und zwei Jahren ist ja eine große Unterschiedlichkeit. Und das zeigt ja auch nochmal, dass selbst in der Krise die Wahrnehmung so unterschiedlich ist, ne? Da zum Beispiel auch der Gedanke, man könnte ja auch sagen, man ist erst in einer Krise, wenn jemand sagt, ich könnte mir auch eine Trennung vorstellen, also eine Trennung Andro zum Beispiel. Das kann ja für jemand anderes eine andere Definition sein. Weil man fragt sich ja manchmal schon, wie können Menschen sich in ihrer Wahrnehmung so verlieren? Naja, da können wir eine extra Podcast-Folge zu machen. Das ist, glaube ich, ein bisschen komplexer. Gerade hier ist natürlich eine sehr spannende Konstellation, wenn ich jetzt mich in der Beziehung nicht gehört und nicht gesehen fühle. Warum sollte ich denn gehört und gesehen werden, wenn ich jetzt sage, ich bin unglücklich oder ich habe ein Krisengefühl? Das wird ja typischerweise dann genauso überhört und nicht ernst genommen, nicht wahrgenommen, nicht anerkannt, wie die anderen Dinge auch. Das heißt, da brauchen wir natürlich schon etwas andere Hebel und eine etwas andere Kommunikation und Haltung, damit das dem anderen wirklich klar wird, welche Dramatik jetzt gerade wirklich vorliegt. Stellen wir uns einmal folgende Situation vor. Es ist Sonntagabend, ihr sitzt auf der Couch, Pizza auf dem Tisch vor euch, Netflix läuft nebenbei. Du drehst dich um zu ihm, sagst leise, ich habe manchmal das Gefühl, ich bin dir nicht so wichtig wie du mir. Er schaut kurz hoch, runzelt die Stirn, ach Quatsch, jetzt fang doch nicht schon wieder damit an. Dann deine Augen rollen. Zurück zum Bildschirm, du schluckst. Du hattest lange Zeit überlegt, ob du das überhaupt ansprechen sollst. Hattest gehofft, dass er zuhört, dass er fragt, warum, was brauchst du, was ist los? Aber da kommt nichts. Nur das Gefühl, mal wieder zu viel zu sein. Typischer Gedanke, er will mich nicht verstehen, ich bin nicht genug. Ja, oder ich bin zu viel. Also nicht genug oder ich bin zu viel. Ich habe ja auch gerade im Coaching, dass jemand das Gefühl hat, immer seiner Partnerin zu viel zu sein. Man braucht zu viel Liebe, zu viele Gespräche, das ist alles zu viel. Und der andere kann das nicht leisten. Also die Partnerin, die bringt das in Überforderung. Das sind verschiedene Dynamiken in den Bindungstypen, die man sich näher anschaut, warum diese Dynamiken so stattfinden. Da steckt dann eine spannende Lernaufgabe in der Beziehung für beide. Und entweder können sie sich dieser Lernaufgabe widmen, persönlich wachsen und damit auf ein neues Beziehungslevel gemeinsam kommen. Oder, wie Robert Bett so schön sagt, die beiden Braucher verbrauchen ihre Beziehung und dann führt es eben in die Trennung. Auch da kann man ja sehen, Sprache der Liebe, die der emotionalen Worte. Diese Menschen verbinden sich gerade durch diese Momente. Also gerade dieses ich habe das Gefühl, lass uns in Austausch gehen. Ich möchte gerne über unsere Beziehung sprechen. Wir wollen über Dynamik hier sprechen. Das ist der Moment, wo Verbindung für diese Menschen entsteht, dass mir gesagt wird, dass ich wichtig bin, dass ich geliebt bin, dass es eine Wertschätzung ist. Wenn aber die andere Person nicht die Sprache der Liebe der Worte hat oder natürlich oder zusätzlich häufig auch ein Päckchen aus der Vergangenheit hat, es schwer hat, über Gefühle zu sprechen, dann ist genau dieser Moment so, wie du ihn beschreibst, dass man das Gefühl hat, doch nicht jetzt. Wir wollen doch jetzt Fernsehen gucken. Wir haben doch hier das Essen. Jetzt bringst du so eine Schwere wieder mit. Das stresst mich. Du stresst mich mit deinen Fragen. Gut, wenn man jetzt aus der Coaching-Perspektive auf die beschriebene Situation schauen würde, dann würden wir ja zuerst sagen, dass Bereitschaft und Rahmen hier gar nicht passen. Also wenn das in dem Fall ihr wirklich ernst ist, dann macht man das nicht so mitten beim Netflix schauen, sondern dann würde man dafür normalerweise ein richtiges, richtigen Rahmen eröffnen, wo man dann auch sagt, da haben wir jetzt den Fokus auf ein Thema, was ihr wirklich wichtig ist und was ihr besprechen möchte und beides in der Bereitschaft, das wirklich zu tun. Das ist ja wie auf der Arbeit. Man stelle sich vor, der Chef läuft an einem vorbei und sagt im Vorbeigehen, ach übrigens, du bist gekündigt. Also das ist doch nichts, was man in so einen Rahmen packt, was so wichtig ist. Oder ach übrigens, du hast da letzte Woche einen Deal kaputt gemacht für 200.000 Euro. Sondern wenn das etwas ist, was eine gewisse Wichtigkeit hat, was man hervorheben möchte, dann geht der Chef vorbei und sagt, wir sehen uns in 5 Minuten in meinem Büro. Zack, ist ein ganz anderer Rahmen da. Bereitschaft muss hergestellt werden, weil es ja hier um eine Hierarchie geht und dann wird derjenige ins Büro kommen, hat folglich normalerweise schon, weil er weiß, er wird da hingeholt, sein Handy aus oder auf lautlos oder am Platz liegen lassen, kann nicht abgelenkt werden und der Rahmen ist da, die Zeit ist da, sodass ja durch dieses Setting alleine schon klar wird, das ist hier gerade ernst. Und das ist eben in so einem Gespräch auch wichtig, dass man ein Setting herstellt, wo auch dem Partner sofort klar ist, das ist hier wirklich wichtig. Das ist nichts, was man beim Pizzaessen nebenbei bei Netflix mal anspricht, sondern es geht gerade wirklich um was. Man sieht ja auch in der Dynamik, sie hat ja auch schon lange überlegt, ob sie es ansprechen soll, dass dieser Punkt eigentlich auch schon drüber ist. Dass dieses Gefühl für diese unstimmige Situation ja auch schon, sag ich mal, gedeckelt worden ist und das musste jetzt raus. Also selbst da war das ja auch nicht so ein inneres Abwägen, ist dieser passende Moment, sondern, oh, jetzt hab ich's mal gesagt. Und in der Folge kann das natürlich dazu führen, dass man in der Beziehung anfängt zu resignieren und dann lange überlegt, aber irgendwie die Worte gar nicht mehr so richtig rausbekommt, so wie wir es im nächsten Beispiel formuliert haben. Es ist spät abends, du siehst ihn an, aber er sagt nichts. Die Worte bleiben am Hals stecken, du hast sie schon zu oft gesagt. Er bemerkt es nicht. Kein, was ist los? Kein, hast du was? Kein Nachfragen, ob du dich gerade distanzierst. Und du, du drehst dich einfach um, wendest dich von ihm ab, gehst ins andere Zimmer. Du hast nicht einmal den Drang, Irgendwas zu erklären. Es ist dir zu viel, wieder einen Kampf zu führen, der nie gewonnen wird. Typischer Gedanke, es bringt alles nichts mehr. Ich bin alleine trotz Beziehung. Das ist quasi jetzt die nächste Stufe. Während davor noch versucht wird, sich zusammenzunehmen, einen Moment abzupassen, auch wenn er nicht glücklich war, beim Netflix gucken und Pizza essen, so ist irgendwann der Punkt da, wenn ich immer wieder höre, dass meine Gefühle nicht wichtig sind, dass es etwas, was nicht klar gesagt wird. Mir sagt normalerweise ja keiner, dein Gefühl ist nicht wichtig, aber wenn das das ist, was in mir ankommt, so auch als Schlussfolgerung am Ende, dein Gefühl ist nicht wichtig, du bist zu viel oder du bist nicht genug, du störst, das ist mir egal, mir geht es doch gut, stell dich nicht so an. Wenn all diese ganzen Dinge da sind, dann irgendwann ziehe ich mich zurück und probiere es eben gar nicht mehr und fange an, mich mit der Situation abzufinden, mich zu arrangieren und dann, jetzt in immer mehr innere emotionale Distanz. Und für viele Menschen ist ja dieses Alleinsein in einer Beziehung sehr, sehr schwer. Dass man sagt, es ist so schwierig, sich in einer Beziehung allein zu fühlen, das macht so einen Druck, so eine Last, dass es sich fast schon leichter anfühlt, alleine zu sein. Weil dann ist man wirklich alleine und dann erwartet man das auch nicht, dass jemand anderes das verändert. Und das kann in der Beziehung natürlich sehr frustrierend sein, insbesondere wenn man merkt, dass diese konstruktive, diese Kommunikation gar nicht mehr so richtig möglich ist, immer nur so eine Verletztheit oder auch Eingeschnapptheit dabei sein kann, dass es in Schuldzuweisungen geht, auch dieses Ping-Pong-Spiel, wo man vielleicht sagt, ja, aber du ja auch nicht, du machst das ja auch nicht, ja, du beachtest mich ja auch nicht, du tust für mich ja auch nicht. Also immer wieder dieses Du auch nicht, das sorgt dann auch dafür, dass das sofort weggecancelt wird. Also anstatt, dass man sich konstruktiv auf den Weg bringt, auf den Weg macht und sagt, ja stimmt, das ist bei uns beiden irgendwie verloren gegangen, lass uns mal schauen, wie wir beide das wieder mehr etablieren können, wird dann gegenan argumentiert, dass man eben sagt, ja du, ich bin da nur rückverletzt von dir, weil eigentlich hast du mich zuerst verletzt und deswegen mache ich das. Also dieses typische sich rückwärts drehen, bis man keinen Anfang mehr findet, wo hat es denn begonnen? Man wirft sich das dann ein paar Mal hin und her vor und dann ist das Gespräch zu Ende. Die Kommunikation ist dann an diesem Punkt gar nicht mehr möglich. Man hat zwar den Wunsch nach Veränderung, aber ist selber so verletzt, dass man schon in eine Traurigkeit, in eine Trauer richtig reinkommt, dass eine Angst manchmal entsteht, dass man das Gefühl hat, wir sind so weit weg von Wertschätzung und Anerkennung. Man ist gar nicht mehr die Priorität im Leben der anderen Person, sondern da ist Einsamkeit, da ist Leere, der Alltag ist schwierig. Wir haben alles hier zwar uns miteinander, aufgebaut, so im äußeren Schein, ist alles so schön, wir kriegen das organisiert, wir haben Kinder vielleicht zusammen, wir kriegen den Alltag hin, aber das ist eher ein Zusammenleben funktionaler Art als gutes Team, aber eine wirkliche Paarebene ist nicht mehr da. Wenn ihr euch davon angesprochen fühlt, das Gefühl habt, Mensch, da beschreibt Ina gerade genau unser Leben, unsere Beziehung und eigentlich sind wir damit beide gar nicht glücklich, dann meldet euch sehr gerne bei uns für das telefonische Erstgespräch und wir schauen gemeinsam, wo ihr gerade steht, wo ihr gerne hinmöchtet und wie wir euch auf diesem Weg bestmöglich begleiten können. Als ersten Schritt ist es wichtig, dass man auf die Ursachen schaut. Denn das, was wir jetzt häufig sehen, ja auch in den ganzen Beispielen, die wir jetzt gebracht haben, sind häufig die Symptome, die jetzt zum Vorschein kommen, das ist aber nicht die Ursache. Und an der Wirkung nur zu arbeiten und nicht an der Ursache ist äußerst schwierig. Deswegen ist es wichtig zu schauen, wann hat es angefangen? Warum fühlt man sich in der Beziehung nicht verstanden? Wann war es das erste Mal so, dass man sich nicht verstanden gefühlt hat? Was ist in der Beziehungslinie passiert, dass man so eine Distanz emotional zueinander aufgebaut hat, dass es einige Punkte gibt, die immer wieder ein unstimmiges Gefühl auslösen, dass man sich nicht geliebt fühlt, dass man sich nicht verstanden fühlt, dass nicht so die Nähe da ist, die man sich ja wünscht in einer Partnerschaft? Gibt es vielleicht Prägungen, die jemand mitgebracht hat? Sind andere Dynamiken zwischen euch passiert? Es ist ein sehr spannender Prozess, wenn man am Fundament arbeitet, also wenn man die Beziehung mal rückwärts denkt und schaut, wann ist der Stein ins Rollen gekommen für diese Dynamik, weil entscheidend ist da die Stabilisierung des Fundaments. Und dafür braucht es eine gute Methodik, damit man nicht oberflächlich bleibt, sondern in der Tiefe einsteigt, um auch nachhaltig für die Zukunft es anders machen zu können. Das finde ich auch immer sehr beeindruckend, wenn Paare dann sagen, ja, manche sagen auch, dass es gar nicht gut ist, in die Vergangenheit zurückzukehren, sondern dass, dass es besser ist, einfach in die Zukunft zu schauen. Also ab heute schauen wir einfach in die Zukunft und vergessen all das, was in der Vergangenheit passiert ist. Dabei wird ja aber vergessen, dass das, was in der Vergangenheit passiert ist, was ja aber auch natürlich Leid gebracht hat, aber das ja auch wichtig ist für die Zukunft. Wir können ja nichts löschen. Das gesagte Wort kann man nicht löschen. Man kann sich das zwar vornehmen, dass man es irgendwie vergisst, aber es ist ja nicht so. Sondern wir wollen ja aus der Vergangenheit lernen, damit es in der Zukunft anders werden kann. Man kann die Vergangenheit ja auch als etwas Positives im Sinne von einem Lernweg sehen, zu sagen, ja, das war unsere Beziehung, aber jetzt möchten wir es in der Vergangenheit anders machen. Ja, dann brauchen wir natürlich bestimmtes Wissen über uns selbst, wie wir Kommunikation überhaupt filtern. Denn ganz viele Missverständnisse in der Beziehung entstehen schon daraus, dass ich von mir selbst gar nicht weiß, wie ich Kommunikation filtere oder allgemein die Welt sehe, welche Filter in mir ablaufen, und von der Partnerin, vom Partner auch nicht. Und man so Dinge hat, die in diesen Filtern hinderlich gegeneinander arbeiten, obwohl, wenn man das wüsste, man Strategien finden könnte, wie man das förderlich für die Beziehung gestalten könnte. Und da sind eben diese Metaprogramme extrem relevant. So als Beispiel ist etwas wie aktiv und passiv, hinzu, weg von Motivation. Der eine schwimmt mehr mit der Zeit, der andere ist sehr zeitlich getaktet, und hat die Zeit sehr im Blick. Und das sind so Dinge, die sorgen für Missverständnisse, genauso wie auch das Thema eben der Sprachen der Liebe, was ja auch wie eine Art Filter ist, und wo der andere eben gar nicht merkt, wenn ich ihm meine Liebe zeigen möchte, wenn das gar nicht seine Sprache der Liebe ist. Das heißt, darüber Klarheit zu erhalten, ist extrem wichtig. Und das ist etwas, was wir bei uns einerseits in der Paartherapie mit durchführen, und dazu dann auf einer Teststelle, Test verweisen, den machen beide, wir bringen das in Abgleich und sorgen dafür, dass wir dann schauen, woraus ergeben sich daraus, aus dieser Konstellation mit den beiden, typische Problemsituationen, die wir kennen, und wie kann man damit umgehen, dass diese Probleme nicht mehr entstehen. Genauso wie eben auch bei uns im Beziehungstraining, das ein wichtiger Bestandteil ist. Dann ist es bei der Kommunikation wichtig, dass wir auch über die Basisgefühle sprechen, damit wir nicht in Anschuldigungen oder in Interpretationen verfallen. Also die Basisgefühle, das ist so die eigene Wahrnehmung, wie spüre ich das? Also macht mich das wütend, macht mich das traurig, bin ich enttäuscht, wo spüre ich das Gefühl? War das so, dass du was gesagt hast und da habe ich gemerkt, hat sich alles in meinem Magen zusammengezogen und dann kam die große Traurigkeit. Dass man genau darüber spricht, damit man auch in der Kommunikation eine andere Ebene hat. Wenn es nämlich sonst so ist, dass ich nur in Interpretationen kommuniziere, wird da andere zurückschießen. Keiner mag es, wenn ein Vorwurf ankommt oder wenn jemand mir sagt, warum ich gehandelt habe. Das führt immer zu einer Verletzung, wenn man nicht bei sich bleibt und beim eigenen Gefühl. Und das ist etwas, was sehr, sehr häufig passiert. Nehmen wir das Beispiel jetzt genau aus dieser Folge. Also ich fühle mich von dir nicht gehört, ist kein echtes, wahrhaftiges Gefühl, sondern eine Schlussfolgerung. Das heißt, das ist irgendwann im Denken entstanden, aber es ist nicht das echte Gefühl, sondern es ist nicht das echte Gefühl, und das ist auch die Problematik, denn da kann der andere wunderbar gegen anargumentieren, denn ich weiß ja gar nicht, ob der andere nicht wirklich zugehört hat. Und der wird dann sagen, natürlich höre ich dir zu, ich möchte doch, dass es dir gut geht. Das heißt, was brauchen wir? Wir brauchen die objektive Wahrnehmung. Ich habe dir gesagt, dass ich mich mit dem und dem nicht gut fühle, und du hast nicht reagiert, sondern weiter Netflix geschaut. Das hat in mir das Gefühl von Traurigkeit ausgelöst. Ich fühlte mich alleine, und das macht uns so. Dann bin ich halt in der Kombination objektive Wahrnehmung. Was würde jeder andere von außen beschreiben, ohne Gefühl? Welches Gefühl macht das? Und dann kann man darauf eingehen. Was man dafür eben braucht, ist der stimmige Rahmen und die Bereitschaft. Also wenn man etwas zwischen Tür und Angel anspricht, dann kann das eher schief gehen. Und gerade wenn es etwas ist, was jetzt die Beziehung wirklich tiefgründig betrifft, dann ist das einfach auch nicht der passende, nicht der angemessene Rahmen. Dazu haben wir einen ausführlichen Gesprächsleitfaden mit einer kleinen Checkliste dazu entwickelt, sodass Paare die Möglichkeit haben, das einmal komplett durchzugehen und dann mit dieser kleinen Checklist auch dafür vorzusorgen, dass der richtige Rahmen da ist, die Bereitschaft, dass man in passender, wertschätzender Haltung ein Thema hervorbringt, sodass der andere das auch annehmen und anerkennen kann, und wir damit die größtmögliche Sicherheit schaffen, dass ein wichtiges Gespräch auch gut funktionieren kann. Dieser umfangreiche Gesprächsleitfaden, der ist dann auch wieder Teil der Paartherapie oder des Beziehungstrainings, was einfach nochmal all das, was wir hier so vorstellen, erstmal in Gänze abbildet. Einen Punkt finde ich auch immer sehr spannend, die Akzeptanz, dass man nicht bei jedem Thema die gleiche Wahrnehmung haben muss. Und da finde ich immer den Spruch auch, habe ich gerade mit ein paar Coachings darüber gesprochen, wir können uns auch mal einig darüber sein, dass wir uns uneinig sind. Und das kann manchmal auch eine echte Erleichterung schaffen. Natürlich gibt es Themen, da sollte es eine Einigkeit geben, aber es sind ja nicht immer im Leben die ganz großen Dinger wertemäßig, wo man sagt, da müssen wir jetzt ein mega Commitment finden. Sondern es gibt ja auch einfach mal Themen, wo man sagen kann, okay, hier kommen wir an dem Punkt nicht weiter. Es geht nicht um Leben und Tod, um ganz große Themen, in der Beziehung und zu sagen, okay, wir sind uns jetzt erstmal einig darüber, dass wir uns uneinig sind. Wir verlassen nämlich gerade die wertschätzende Haltung im Gespräch. Das wäre nicht gut, wenn wir jetzt an dem Punkt weitermachen. Wir nehmen das bewusst wahr und wir akzeptieren das jetzt erstmal und arbeiten natürlich dann später damit weiter, zum Beispiel in regelmäßigen Reflexionsgesprächen, dass das Thema nochmal vorkommt. Aber auch wegzukommen von dem Gedanken, es ist nicht die Lebensaufgabe, dass wir in der Partnerschaft uns gegenseitig klonen, das ist auch für die Kinder nicht, dass es nicht wichtig ist, dass wir komplett gleich sind als Menschen. Wir dürfen unterschiedlich sein. Das macht es ja auch spannend gerade. Und ja, das auch mal zu akzeptieren und zu leben. Ja, da nochmal, du hast das gerade so zusammengenannt, also unterschiedliche Wahrnehmungen sind in Ordnung, aber auch unterschiedliche Meinungen. Das heißt, wir dürfen verschiedener Meinung sein und sagen, okay, wir sind uns gerade nicht einig. Wir dürfen aber auch akzeptieren, das passt eben zu der Studie vom Anfang, die wir benannt haben, wir haben auch Unterschiede. Wir haben auch unterschiedliche Wahrheiten, in denen wir leben. Und deine Filter haben vielleicht etwas weggefiltert, was ich gesehen habe, aber du nicht. Und deswegen ist das meine Wahrheit. Und du sagst, nein, das war nicht da. Und ich sage, das war da, weil es für mich wirklich da war. Wiederum haben deine Filter irgendwas durchgelassen, was meine weggefiltert haben. Und für dich ist das dann die Wahrheit. Und auch da erleben wir häufig, dass sich die Paare ganz intensiv um diese Fakten, in Anführungsstrichen, und Wahrheiten streiten, aber nicht auf das Gefühl schauen. Weil man kann ja sagen, okay, das hast du wahrgenommen, das ist deine Realität, meine Realität ist anders. Ist das denn jetzt überhaupt ein Problem? Wie fühlst du dich mit deiner Realität? Ganz gut, ich meine auch. Okay, cool, dann können wir doch einfach stehen lassen, dass die Realitäten anders sind. Es gibt ja gar kein Problem. Genau, eigentlich ist der Punkt, dass man lernt, wie die Dynamik in der Beziehung ist. Also bei uns finde ich es zum Beispiel auch spannend, du bist eher überblicksgeprägt, ich bin detailgeprägt. Allein aufgrund dieser kleinen Information ist unsere Wahrnehmung ja schon sehr unterschiedlich. Also weil ich Dinge anders wahrnehme, wie du sie wahrnimmst, ohne die Bewertung, dass meins richtig ist oder deins richtig ist, sondern es ist unterschiedlich. Aber wenn wir dieses Wissen darüber haben und diesen Blickwinkel darüber haben, kann ich ja ganz anders auch ein Bewusstsein entwickeln, dass wir auch an eine Akzeptanz kommen können. Und nicht, dass du jetzt falsch liegst oder mich belügst oder dass es anders war. Und es nicht immer ums Recht geht. Das ist auch ein großer Punkt. Wer hat jetzt hier Recht? Weil das bringt einen ja nicht weiter. Ja, gerade Überblick und Detail ist da sehr spannend. Das gehört ja wieder zum Metaprogramm, wie man filtert. Und da ist man natürlich schnell dabei, dass derjenige, der detailgeprägt ist, denjenigen, der überblicksgeprägt ist, eher als oberflächlich wahrnimmt. Weil typischerweise in der Kommunikation der Überblick reicht. Und das ist eben wieder auch das Aufeinander-Zugehen, dass der Überblick, der Überblicksgeprägte lernt, auch mehr Details zu erzählen, weil das für den anderen spannend ist und einen Tiefgang bedeutet. Während derjenige, der detailgeprägt ist, lernt zuerst, den Überblick zu geben. Folgendes ist passiert. Das war das Ergebnis. Und jetzt erziehe ich dir den Weg. Und nicht mit dem Weg anfängt, in allen kleinsten Details und Nuancen. Und ich als Überblicksgeprägter da die ganze Zeit nur denke, komm auf den Punkt, komm auf den Punkt. Jetzt sag mir doch, was Phase ist. Aber wenn ich das vorab weiß, dann kann ich mir auch den Weg nochmal anhören. Und das sind so kleine Dinge, die dazu führen, dass die Kommunikation sich drastisch verbessert und ich mich in der Beziehung gehört, gesehen und lieb fühle. Schön, dass ihr dabei wart. Wir freuen uns, wenn ihr auch in der nächsten Folge wieder reinhört, um spannende Beziehungsimpulse mitzunehmen. Bis bald. Bis dann. Tschüss.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Es gibt oft eine Uneinheit in der Wahrnehmung zwischen Partnern, was zu einem Gefühl der Abwesenheit und Nicht-Gesellschaft führt.
  2. Die Situation, dass ein Partner nicht auf die Bedürfnisse des anderen reagiert, entsteht durch eine falsche Interpretation statt direkter Kommunikation.
  3. Starke emotionale Distanz entsteht, wenn ein Partner sich fühlt, nicht verstanden, nicht gewertet oder nicht anerkannt zu werden.
  4. Die Nutzung von Sprachen der Liebe und die Klärung der individuellen Filter wie Motivation oder Zeitgefühl sind entscheidend für eine tiefe Verbindung.
  5. Die Beziehung wird durch eine bewusste Akzeptanz unterschiedlicher Wahrnehmungen und Wahrheiten stärker und lebendiger.
  6. Ein wirksamer Rahmen für konstruktive Gespräche erfordert Bereitschaft, Wertschätzung und eine klare Kommunikation über die eigenen Gefühle.
  7. Probleme entstehen oft nicht durch eine fehlende Liebe, sondern durch mangelnde Wahrnehmung und unreflektierte Interpretationen.
  8. Der Rückblick auf die Vergangenheit ist notwendig, um die Wurzeln von Distanz und Verletzung zu erkennen und langfristig zu heilen.

Summary:

In dieser Podcast-Folge untersuchen Paartherapeuten Florian und Ina die Ursachen für das Gefühl der Nicht-Gesellschaft und des Mangels an Wertschätzung in der Beziehung. Ein zentrales Problem ist die fehlende direkte Kommunikation – statt zu sagen, was man braucht, wird viel interpretiert, was zu Missverständnissen führt. Die Beziehung wird durch unterschiedliche Wahrnehmungen beeinflusst, z.

B. durch Filter wie Detail- oder Überblicksgeprägtheit, die zu Verletzungen führen können. Wenn Partner sich nicht verstanden fühlen, entsteht eine emotionale Distanz, die sich in unerträglichen Situationen wie dem unerwarteten Bestellen von Essen oder der Ignorierung von Bedürfnissen äußert.

Ein zentraler Punkt ist die Aufklärung der eigentlichen Gefühle statt von Vorwürfen – dafür braucht es einen sicheren, bereitwilligen Rahmen. Die Akzeptanz von Unterschieden in Wahrnehmung und Meinung ist entscheidend, um eine lebendige, wertvolle Beziehung aufzubauen. Die Wiederholung von Gesprächen und die Vorbereitung auf konstruktive Themen fördern langfristige Verbesserungen.

Zudem wird betont, dass Beziehungen nicht durch Identität oder Klonung gelingen müssen, sondern durch gegenseitige Akzeptanz und Wertschätzung. Die Folge zeigt, dass das Vertrauen und die Nähe durch bewusste Kommunikation und eine tiefe Selbstreflexion wiedergewonnen werden können.

FAQs

Weil es oft zu einer Unterschiedlichkeit der Wahrnehmung kommt – jeder von euch sieht die Welt anders. Das führt zu Missverständnissen, wenn man nicht direkt kommuniziert, sondern interpretiert.

Das bedeutet, dass deine Gefühle und Bedürfnisse nicht wahrgenommen oder anerkannt werden. Das führt zu emotionaler Distanz und dem Gefühl, nicht mehr wertgeschätzt zu sein.

Weil jeder von euch unterschiedliche Filter und Sprachen der Liebe hat. Wenn der Partner nicht die richtige Sprache versteht, fühlt sich die Kommunikation wie ein Verletzungsgefühl an.

Dieses Spiel führt zu Rückwärtsargumentationen und Verletzungen. Es zeigt, dass niemand wirklich zugehört hat und dass die Kommunikation in eine Spirale gerät, ohne Lösung zu finden.

Durch direkte, klare Kommunikation von Gefühlen und Bedürfnissen – statt zu interpretieren. Ein bereitwilliger, emotionaler Rahmen hilft dabei, echte Verbindungen aufzubauen.

Weil viele Beziehungsschäden auf früheren Verhaltensmuster oder Konflikten basieren. Ein tiefes Verständnis der Ursachen hilft, die Beziehung langfristig zu stabilisieren.

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