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Du kannst Vertrauen nicht erzwingen - so entsteht es wirklich

12m 11s

Du kannst Vertrauen nicht erzwingen - so entsteht es wirklich

Der Text erklärt, dass Vertrauen nicht durch bloße Entscheidung oder Einreden entsteht, sondern ein körperlicher Zustand ist, der auf Sicherheit basiert. Viele Menschen versuchen, Vertrauen zu erzwingen, bleiben aber innerlich angespannt, weil ihr Nervensystem wachsam ist. Diese Wachsamkeit – etwa in Form von Kontrolle, Zweifel oder Rückzug – ist kein persönlicher Fehler, sondern ein Schutzmechanismus. Der Schlüssel zu echtem Vertrauen liegt in gesunden Grenzen: Nur wenn der Körper spürt, dass „Nein“ gesagt werden darf, kann er sich sicher fühlen und auch „Ja“ sagen. Vertrauen wird durch Wiederholung und echte Erlebnisse gelernt, besonders in kleinen, alltäglichen Situationen, in denen man Grenzen setzt und bei sich bleibt. Rituale, Rhythmus und Verlässlichkeit helfen dem Nervensystem, Stabilität zu erfahren. Echtes Vertrauen fühlt sich nicht euphorisch an, sondern ruhig, gelassen oder fast langweilig – es zeigt sich in einem freieren Atem, aufrechterem Körper und weniger Kontrollbedürfnis. Vertrauen bedeutet nicht, dass nichts passiert, sondern dass man sich zutraut, auch in schwierigen Momenten mit sich im Kontakt zu bleiben. Diese innere, verkörperte Sicherheit wächst, wenn man die eigene Wahrnehmung ernst nimmt und Grenzen achtet. Der Autor verweist auf einen Kurs zum Thema verkörperte Grenzen für weitere Vertiefung.

Transcription

1378 Words, 8904 Characters

German
Hast du schon mal den Satz gehört? Du musst einfach mehr vertrauen. Ich finde, das hört man ziemlich oft einfach so lapida dahergesagt. Aber Vertrauen funktioniert halt nicht auf Knopfdruck. Das heißt, du kannst es dir nicht einfach einreden, das vertrauen. Und du kannst es auch nicht erzwingen, denn vertrauen ist nicht einfach irgendwie ein Gedanke. Vertrauen ist tatsächlich ein Körperzustand. Und genau deshalb möchte ich heute mit dir darüber sprechen, warum viele Menschen versuchen zu vertrauen und trotzdem innerlich angespannt bleiben. Und was sich verändert, wenn dein Körper wirklich beginnt, Sicherheit zu spüren. Lasst uns mal gemeinsam auf das Thema schauen, warum vertrauen nicht einfach ein Entschluss ist. Viele von uns glauben, ja, vertrauen sei einfach so was wie eine innere Entscheidung. Also man entscheidet sich zu vertrauen oder man beschließt, sich zu öffnen oder gar hinzugeben. Aber in Wirklichkeit funktioniert unser inneres System völlig anders. Du kannst dir im Kopf vornehmen zu vertrauen, aber wenn dein Körper sich nicht sicher fühlt, dann bleibt er halt einfach wachsam. Und dann entstehen Dinge wie ständiges Nachdenken, krampfhafte Kontrolle, zermürbende Zweifel und inneres Misstrauen. All diese Dinge passieren nicht in dir, weil mit dir irgendwas nicht stimmt. Ich finde das wichtig, das zu betonen, weil viele Menschen sich selbst verurteilen, wenn sie mitkriegen, dass sie keine Ahnung. Zu viel Nachdenken oder vielleicht irgendwie krampfhaft versuchen, Dinge zu kontrollieren, oder so zermürbende Zweifel haben, inneres Misstrauen und so weiter. Noch mal, all diese Dinge passieren nicht, weil mit dir irgendwas nicht stimmt. Sondern weil der Nervensystem gelernt hat, ich muss aufpassen. Und daher lass uns diesen Satz unbedingt festhalten, vertrauen ist keine Entscheidung. Vertrauen ist eine körperliche Erfahrung von Sicherheit. Oder vielleicht auch anders gesagt, du kannst dir vertrauen nicht einreden. Aber du kannst deinem Körper Bedingungen anbieten unter denen vertrauen, von selber in dir entsteht. Wenn dein inneres System nicht vertraut, dann verteidigt es ganz automatisch. Also entweder es vertraut oder es verteidigt und zwar völlig automatisch. Ein Körper, der nicht vertraut, der ist nicht irgendwie gestört oder schwierig oder sowas. Er ist einfach wachsam. Aber viele Menschen interpretieren ihre Vorsicht als persönliches Problem. Und dabei ist sie einfach sowas wie so ein Schutzmechanismus in uns. Verteiligung zeigt sich zum Beispiel als, ich habe das eben schon mal gesagt, aber es ist auch so ein bisschen so, die sich selbst vergeben können. Inneren Verteidigung zeigt sich zum Beispiel als Kontrolle zur Rückhaltung, ständiges Absichern oder auch emotionaler Rückzug. Und nein, das ist kein Fehler. Das ist ein Nervensystem, das gelernt hat, ich muss mich schützen. Und du merkst vielleicht an der Art, wie ich darüber spreche, das mir wichtig ist, dass wir ein verständnisentwickeln, über das letztlich eine Art von Mitgefühl für uns selber entsteht, dass wir einfach begreifen, dass vieles von dem, was so automatisch in uns passiert, nicht einfach ein Fehler ist, sondern wirklich tiefe Gründe hat. Und dass wir uns darüber dann letztlich auch ein Stück ernst daneben können, und dann fängt der erste Punkt an, wo wir wirklich auch was verändern können. Und ja, was können wir verändern? Ich würde sagen, an diesem Punkt kommen dann letztlich auch wieder unsere Grenzen ins Spiel. Also unsere Grenzen werden einfach oft gar nicht so in den Mittelpunkt gerückt, wo sie eigentlich hingehören. Weil ohne gesunde Grenzen kann kein Vertrauen entstehen. Ja, also wenn dein Körper nicht spürt, dass du für dich einstehen kannst, dann bleibt der automatisch vorsichtig. Und nimm dir gerne diese Erkenntnis für dich mit, beziehungsweise lasst die Folgenden setze einfach mal ein bisschen in dir wirken. Vertrauen entsteht ja nicht da, wo alles offen ist, sondern Vertrauen entsteht dort, wo klare Grenzen möglich sind. Denn ein Körper der Weiß, ich darf nein sagen, der kann viel leichter auch ja sagen. Die Frage ist ja, wie dein Körper vertrauen tatsächlich lernt. Vertrauen entsteht nicht durch irgendwie eine große Kopferkenntnis oder so, sondern Vertrauen entsteht durch Erfahrung. Und diese Erfahrung basiert auf, ich würde mal sagen, zwei Dingen, nämlich, das eine ist Wiederholung, der Erfahrung und vor allen Dingen auch echte Erlebnisse. Also ich spreche oft davon, bitte macht das nicht nur im Kopf, weil wir brauchen echte Erlebnisse. Und um Beispiel zu nennen, Rituale spielen hier zum Beispiel eine ganz große Rolle. Weil wir da genau das haben, wenn wir Rituale tun, dann haben wir also Rituale sind ja Dinge, die wir immer wieder wiederholen. Und wir haben auch die echten Erlebnisse, wo unser Nervensystem real lernt. Also Rituale, aber auch zum Beispiel Rhythmus, Wiederholung und das ganze Thema Verlässlichkeit. Das sind Dinge, die wir dazu nutzen können. Sie geben dem Nervensystem sozusagen Orientierung. Und dadurch beginnt dann dein Körper zu spüren. Hier ist etwas stabil. Und gleichzeitig braucht es kleine neue Erfahrungen. Ich meine es, ich beton das mit klein, weil es wirklich um kleine Schritte geht. Zum Beispiel in kleineren Situationen, nämlich gleich die großen dramatischen Erfahrungen, die du machst oder die Begegnungen im Alltag, die einfach irgendwie schwierig sind. Sondern nimm mal die kleinen alltäglichen Dinge, wo du so merkst, da kann ich mal üben ein klares Nein auszusprechen oder eine Grenze zu setzen. Da, wo du von vorne rein weißt, dass dein inneres System sowieso autonom einfach dicht macht, weil die Situation sich zu krass anfühlt, da kannst du nicht gut lernen. Also, nehmen der Wiederholung und der echten Erfahrung brauchen wir diese kleinen Schritte. Also eine Grenze zum Beispiel setzen, etwas ehrlich benennen. Auch wenn dann gegenüber das Dorf findet, das Übungsfeld ist nicht immer super easy. Aber wenn es kleine Dinge sind, dann überleben wir das auch gefühlt. Und jedes Mal, wenn dein System erlebt, ich kann bei mir bleiben und es passiert nichts wirklich gefährliches, in dem Moment wächst inneres Vertrauen. In meiner Sprache würde ich sagen, Vertrauen entsteht dort, wo Sicherheit und Lebendigkeit sich berühren. Lasst uns noch einen kleinen Moment drauf schauen, wie sich verkörpertes Vertrauen anfühlt. Viele von uns erwarten von dem Empfinden von Vertrauen ein riesengroßes Gefühl. Also, dass es sich irgendwie gigantisch anfühlt oder so. Oder irgendwas euphorisches. So, so was wie eine absolute Gewissheit. Aber echtes Vertrauen fühlt sich interessanterweise meist ganz anders an. Also nicht, dass du auf was riesengroßes wartest. Ja, und da kommt irgendwie was, was du nicht einsortieren kannst. Echtes Vertrauen fühlt sich ein bisschen anders an als irgendwas gigantisches. Nämlich eher ruhig. Gelassen, vielleicht sogar ein bisschen Nüstand. Und manchmal sogar fast ein bisschen langweilig. Und du merkst, dass vielleicht daran an so feinen Dingen, okay? Dein Atem ist vielleicht freier. Dein Körper fühlt sich aufgerichteter an. Du hast vielleicht empfunden, mehr Boden unter den Füßen. Vielleicht ist es auch so, dass du nicht mehr ständig nach außen schauen musst, um irgendwie zu prüfen, ob alles korrekt und richtig ist. Und auch bei diesem Thema spielen Grenzen wieder eine super wichtige Rolle, weil Vertrauen bedeutet definitiv nicht alles zuzulassen. Das ist super wichtig. Also gerade für Menschen, die wirklich, ich sag mal, ein Problem mit ihren Grenzen haben. Ich sag das nochmal. Vertrauen bedeutet definitiv nicht alles zuzulassen. Im Gegenteil. Ein Mensch, der sich selbst vertraut kann, klar sagen, bis hierhin und nicht weiter. Und wichtig. Vertrauen heißt nicht, das nichts passiert. Vertrauen heißt, dass du dir zutraust mit dem, was passiert, bei dir zu bleiben bzw. mit dir im Kontakt zu bleiben. Echtes Vertrauen entsteht also nicht von oder durch Kontrolle von außen, sondern es entsteht durch eine verkörperte Sicherheit von innen. Das ist auch noch etwas vielleicht noch ein bisschen zum Ende hin, das deutlich zu machen. Wir denken ja oft, wir brauchen sichere Umstände, um uns sicher zu fühlen und ich würde sagen, vertrauen entsteht durch verkörperte Sicherheit von innen heraus. Und diese Sicherheit wächst jedes Mal, wenn du deine Wahrnehmung wirklich ernst nimmst, deine Grenzen achtest und mit dir im gespürten Kontakt bleibst. Mehr zum Thema verkörperte Grenzen findest du in meinem Kurs zu diesem Thema, die Infos dazu notiere ich dir im Text unter dieser Folge und du findest diesen Kurs auch auf meiner Homepage. Es ist, ich würde sagen, ein ziemlich außergewöhnlicher Kurs, der auf ein Badiment basiert und in dem meine 20 Jahre Erfahrung mit Körperarbeit hineinfließen. Verkörpertes Vertrauen lässt uns in unser Leben hineinsinken. In diesem Sinne, ich wünsche dir bis zum nächsten Falle eine ganz lebendige Zeit. [Musik]

Podcast Summary

Key Points:

  1. Vertrauen ist kein Gedanke oder Entschluss, sondern ein Körperzustand, der Sicherheit erfordert.
  2. Ohne gesunde Grenzen kann kein Vertrauen entstehen – Vertrauen bedeutet nicht, alles zuzulassen.
  3. Verteidigung wie Kontrolle oder Rückzug sind Schutzmechanismen des Nervensystems, keine persönlichen Fehler.
  4. Vertrauen wird durch Wiederholung, Rituale und kleine, echte Erfahrungen der Sicherheit gelernt.
  5. Echtes Vertrauen fühlt sich ruhig, gelassen oder fast langweilig an – nicht euphorisch oder riesig.

Summary:

Der Text erklärt, dass Vertrauen nicht durch bloße Entscheidung oder Einreden entsteht, sondern ein körperlicher Zustand ist, der auf Sicherheit basiert. Viele Menschen versuchen, Vertrauen zu erzwingen, bleiben aber innerlich angespannt, weil ihr Nervensystem wachsam ist. Diese Wachsamkeit – etwa in Form von Kontrolle, Zweifel oder Rückzug – ist kein persönlicher Fehler, sondern ein Schutzmechanismus.

Der Schlüssel zu echtem Vertrauen liegt in gesunden Grenzen: Nur wenn der Körper spürt, dass „Nein“ gesagt werden darf, kann er sich sicher fühlen und auch „Ja“ sagen. Vertrauen wird durch Wiederholung und echte Erlebnisse gelernt, besonders in kleinen, alltäglichen Situationen, in denen man Grenzen setzt und bei sich bleibt. Rituale, Rhythmus und Verlässlichkeit helfen dem Nervensystem, Stabilität zu erfahren.

Echtes Vertrauen fühlt sich nicht euphorisch an, sondern ruhig, gelassen oder fast langweilig – es zeigt sich in einem freieren Atem, aufrechterem Körper und weniger Kontrollbedürfnis. Vertrauen bedeutet nicht, dass nichts passiert, sondern dass man sich zutraut, auch in schwierigen Momenten mit sich im Kontakt zu bleiben. Diese innere, verkörperte Sicherheit wächst, wenn man die eigene Wahrnehmung ernst nimmt und Grenzen achtet.

Der Autor verweist auf einen Kurs zum Thema verkörperte Grenzen für weitere Vertiefung.

FAQs

Vertrauen ist kein Gedanke oder eine Entscheidung, sondern ein Körperzustand und eine körperliche Erfahrung von Sicherheit.

Weil das innere System nicht auf Kommando vertraut – wenn der Körper sich nicht sicher fühlt, bleibt er wachsam und verteidigt sich automatisch.

Anzeichen sind ständiges Nachdenken, krampfhafte Kontrolle, zermürbende Zweifel, inneres Misstrauen, Rückhaltung, Absichern oder emotionaler Rückzug.

Vertrauen entsteht durch Erfahrung – durch Wiederholung und echte Erlebnisse wie Rituale, Rhythmus und Verlässlichkeit, die dem Nervensystem Orientierung geben.

Ohne gesunde Grenzen kann kein Vertrauen entstehen, denn ein Körper, der Nein sagen darf, kann leichter Ja sagen – Vertrauen entsteht dort, wo klare Grenzen möglich sind.

Echtes Vertrauen fühlt sich ruhig, gelassen, manchmal fast langweilig an – mit freierem Atem, aufgerichtetem Körper und mehr Boden unter den Füßen.

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