Die Streit-Stopp-Strategie aus der Paartherapie #115
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Der Streitstopp ist eine entscheidende Strategie aus der Paartherapie, um eskalierende, verletzende Gespräche zu unterbrechen und eine lösungsorientierte Kommunikation zu ermöglichen. Im Gegensatz zu der Vorstellung, dass man ein Gespräch bis zum Ende durchziehen muss, wird betont, dass das Fehlen von Fokus und die Überlastung der emotionalen Kapazität oft zu weiteren Konflikten führen. Stattdessen soll ein bewusster Streitstopp eingelegt werden, sobald sich Wut, Missverständnisse oder Verletzungen zeigen, um Raum für Ruhe, Reflexion und Verständnis zu schaffen. Beide Partner haben die Möglichkeit, die Perspektive des anderen zu übernehmen und so eine respektvolle Kommunikation zu fördern. Es ist entscheidend, nur ein oder zwei Themen pro Gespräch zu behandeln, um die begrenzte Aufmerksamkeit und Energie der Partner nicht zu überfordern. Nach der Pause sollte gemeinsam nach einer konkreten Lösung gesucht werden, um das Ziel zu erreichen, Probleme zu lösen und die Beziehung zu stärken. Der Streitstopp verbessert langfristig die Streitkultur, da er die Qualität der Gespräche erhöht und eine nachhaltige Verbesserung der Beziehung ermöglicht. Das Buch „Getriggert“ wird als praktisches Werkzeug empfohlen, das klare Strukturen und Tipps zur Verbesserung der Kommunikation und zur Verarbeitung von emotionalen Auslösern bietet.
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Paarpsychologie-Podcast-Folge.
Heute möchte ich mit dir über den Streitstopp sprechen.
Das ist eine Strategie aus der Paartherapie, die ich immer wieder nutze bei den Paaren,
die merken, dass in eskalative Gespräche reinkommen und nicht frühzeitig aussteigen
und dieses Gespräch dann halt häufig emotionale Verletzungen und noch mehr Probleme kreiert, als es eigentlich löst.
Wenn du dich also häufig in Gesprächen in einer Sackgasse fühlst,
du hast das Gefühl, deine Emotionen kochen hoch, beide fühlen sich unverstanden
und man rückt immer weiter von der Lösung weg,
dann ist es in solchen Momenten sehr wichtig, den Streit bewusst zu stoppen
und den Streit zu stoppen.
Um ihn dann später produktiv und lösungsorientiert weiterzuführen.
Wir gucken uns heute an, wie genau man also so unproduktive und verletzende Streitgespräche beenden kann
und wo man das nächste Mal weitermachen sollte, um dann eben doch noch zur Lösung zu kommen.
Machen wir aber gerade nochmal einen kurzen Schritt zurück.
Ich möchte diese Strategie noch einmal für dich einordnen.
Und zwar ist der Streitstopp extrem sinnvoll, wenn man merkt,
dass Gespräche häufig außer Kontrolle geraten.
Das Problem ist bloß, viele Leute denken, dass wenn sie einmal ein Gespräch, eine Diskussion etwas angesprochen haben,
dass sie es dann auch durchziehen müssen.
Dass sie dann einmal durch diese blöde Situation durchgehen müssen,
um auf der anderen Seite wieder rauszukommen.
Vielleicht kennst du das ja auch, man verbeißt sich auch ganz gerne in den Themen
oder macht noch mehr Nebenschauplätze auf,
dass man auf einmal nicht mehr nur über die eine Sache spricht, sondern fünf Dinge auf dem Tisch.
Und das ist ein großes Problem, weil die Kapazität, die wir haben, um diese Art von Gespräch zu führen,
schnell vollkommen ausgereizt ist und wir dann nicht mehr genug Fokus haben,
um wirklich ordentlich auch nach einer Lösung zu suchen.
Das bedeutet also, dass es mit dem Kopf-durch-die-Wand-Mentalität oder Augen-zu-und-durch-Pflaster-Abreißen,
wir ziehen das jetzt hier bis zum Ende durch, wir arbeiten hier in einer Tour einfach alles auf,
das ist meistens gar nicht so sinnvoll, wie man vielleicht denkt.
Und das ist ein großes Problem, weil die Kapazität, die wir haben, um diese Art von Gespräch zu führen, schnell vollkommen ausgereizt ist.
Und das ist ein großes Problem, weil die Kapazität, die wir haben, um diese Art von Gespräch zu führen,
Ein bewusster Streitstopp ist kein sich zurückziehen und auch kein Aufgeben,
sondern die Chance, die Situation, die Emotionen zu beruhigen und Raum für Reflexion zu schaffen.
Das heißt, wir suchen einen Moment, wo wir uns beruhigen können,
wo Wut, Traurigkeit, Verletzung einmal ein bisschen abklingen können.
Wir suchen auch die Möglichkeit, verletzende Worte oder Vorwürfe zu vermeiden,
weil wir bewusst darüber nachdenken,
was wir sagen wollen.
Beide haben die Zeit, die Perspektive des Anderen zu übernehmen
und nicht sich in ihrer Meinung zu verschanzen und abzublocken.
Und das ist auch die Möglichkeit, also einen respektvolleren Rahmen zu suchen,
um das Gespräch dort fortzuführen.
Wann sollte man jetzt einen Streitstopp initiieren?
Ich würde vorschlagen, so früh wie möglich darauf zu achten, wenn du das Gefühl hast,
wir drehen uns im Kreis, wir wiederholen uns, wir fühlen uns missverständen, wir fühlen uns verletzt,
wir fühlen uns traurig, wir fühlen uns genervt.
All diese Dinge, die einem guten Gespräch im Wege stehen.
Also du brauchst eine gewisse Sensibilität dafür, wann du nicht mehr gut auf die andere Person eingehen kannst,
wann du nicht mehr mitfühlend und offen kommunizieren kannst.
Wenn dieser Punkt erreicht ist und der ist für viele Menschen schon weitaus früher, als sie eigentlich gerne zugeben würden,
dann ist es Zeit für ein kurzes Reset, für eine kurze Pause, um den Fokus nochmal neu auszurichten.
Das könnte also konkret bedeuten, vielleicht für dich, wenn du die Stimme erhebst,
merkst du, dass dein Anspannungslevel, dein Stress höher ist und du es jetzt ab diesem Zeitpunkt immer schwieriger finden wirst,
auch liebevoll auf deine Partnerin einzugehen.
Dann ist das ein wichtiger Moment, um diese Pause, diesen Streitstopp einzulegen.
Oder vielleicht merkst du, dass du nicht mehr auf die andere Person eingehen kannst, dann ist das ein wichtiger Moment, um diese Pause, diesen Streitstopp einzulegen.
Gespräch zu geben, weil man sich verstanden fühlt, weil die Dinge klar sind.
klar rübergekommen sind und man nicht die ganze Zeit darum kämpfen muss, dass die andere Person
die eigene Perspektive versteht, weil man wirklich merkt, es ist angekommen, ich weiß, dass du weißt,
wie ich mich fühle. Das heißt, dieses Spiegeln ist extrem wichtig und kann ganz viel von Harmonie
und Ruhe ins Gespräch reinbringen. Nachdem ihr daran gearbeitet habt, euch besser zu verstehen,
ein Team zu bleiben, die Perspektive des anderen zu übernehmen, schaut jetzt, was ihr lösen
möchtet. Gibt es noch etwas zu lösen? Muss man noch einen Plan machen, etwas verändern? Und wie
würde das aussehen? Versucht zusammen vielleicht euch hinzusetzen, mit was zu schreiben und
gemeinsam zu überlegen, wie könnte eine Lösung des Problems aussehen. Wenn ihr jetzt hier merken
solltet, oh, das ist doch ein bisschen größer als gedacht, das Thema ist entweder komplexer oder
es ist ein bisschen größer als gedacht, dann ist es ein bisschen größer als gedacht.
Es hängt auch noch mit anderen großen Themen zusammen, die auch nicht so wahnsinnig einfach
sind. Dann macht nicht den Fehler, wie ich es am Anfang gesagt habe und versucht alles gleichzeitig
an einem Ort in einer Sitzung zu machen. Splittet die verschiedenen Themen auf und schaut euch an,
wie viele Gespräche ihr also dazu führen müsstet. Denn nochmal, ihr habt nur begrenzt Kraft,
ihr habt nur begrenzt Aufmerksamkeit und Fokus, die ihr diesem Gespräch widmen
könnt. Wenn ihr schon eine Stunde lang gesprochen habt und das ordentlich gemacht habt mit den Tipps,
die ich jetzt hier gerade genannt habe, dann wird euch das ziemlich viel Kraft rauben. Und wenn ihr
dann merkt, wir haben jetzt zwar schon eine Stunde gesprochen und wir haben auch schon ein Thema gut
klären können und fühlen uns damit auch schon viel, viel besser, aber jetzt kommt hier das
nächste Thema auf, wir haben aber vielleicht beide nur noch so 10, 15 Prozent Kraft, dann werdet ihr
euch wahrscheinlich eher in ungesunde Bewältigungsstrategien wieder verheddern, einfach weil euch auf der
Weg die Kraft ausgegangen ist. Und das wäre natürlich sehr schade, wenn ihr vorher so hart
daran gearbeitet habt, eine gute Kommunikation zu spüren zwischen euch. Das heißt, lieber fokussiert
einzelne Aspekte sich anzuschauen und diese auch klar zu umreißen, als immer weitere Nebenschauplätze
aufzumachen, dass man sich hinterher komplett verheddert, nichts wirklich abgeschlossen ist,
man einfach nochmal in jede Wunde reingegangen ist und man sich hinterher noch schlechter fühlt als
vorher.
Denn natürlich ist es wichtig, über negative Gefühle, Probleme zu sprechen, aber es bringt auch nichts, einfach
10 Stück aufzumachen und nicht genug Kraft zu haben, die dann auch zu verarbeiten. Deshalb lieber den Fokus
auf ein Gefühl, ein Problem legen, sich das konkret angucken und dann wieder eine Pause einlegen oder
vielleicht das nächste Gespräch erst in zwei, drei Tagen zu machen.
Vielleicht hast du ja gerade mitgeschrieben oder denkst dir auch, Mensch, das hätte ich ganz gern nochmal auf Papier
wo ich es auch nochmal wirklich durchlesen kann. Dann kann ich dir mein Buch Getriggert empfehlen. Das ist ein Beziehungsgradgeber zum Thema Kommunikation. Da findest du diese Struktur auch nochmal schön aufgeschlüsselt drin. Das ist auch ein Arbeitsbuch. Das heißt, da lernst du nochmal viel, viel besser, welche Tipps und Strategien es zum Thema Kommunikation, Trigger und emotionale Verletzungen gibt. Das kann ich dir wirklich ans Herz legen, wenn du langfristig an eurer Kommunikation arbeiten möchtest und ganz gern was in der Hand hättest, um das zu verändern.
Ich habe dazu letztens noch eine ganz tolle Nachricht bekommen auf Instagram und zwar schrieb da eine Followerin.
Danke dir von ganzem Herzen. Das macht mich wirklich extrem stolz und ich finde es wunderbar zu sehen, dass die Inhalte aus dem Podcast und aus meinem Buch Getriggert auch wirklich so gut helfen können im Alltag. Das heißt, wenn du da was verändern möchtest, schau ganz gern mal in die Podcast Beschreibung, da verlinke ich dir das Buch.
Zusammenfassend möchte ich noch zum Streitstopp sagen, dass es natürlich normal ist, dass man Konflikte hat und Konflikte sind auch nicht das Problem, sondern das Problem ist dann, wenn es verletzt wird.
Wenn man merkt, wir gehen immer weiter weg von einer Lösung und ein Streitstopp, also kein Diskussionsstopp, sondern etwas, wo man wirklich streitet, wo man merkt, man verletzt sich damit, ist ein ganz wichtiges Werkzeug, um diese Dynamik zu verändern.
Das heißt, anstatt, dass man in unproduktive Diskussionen abtaucht, dass man Raum schafft für Klarheit, für Offenheit und mit diesen Formulierungen, die wir uns heute angeschaut haben, mit einer schönen, ordentlichen Reflexion.
Und einem bewussten Neustart kann man Streits also nicht nur stoppen, sondern auch nachhaltig verbessern, die Streitkultur langfristig verändern und dass es dazu führt, dass man merkt, wir können auch Gespräche haben, die schwieriger sind, wir können Probleme ansprechen, aber wir kommen da zusammen durch, weil wir eine Möglichkeit gefunden haben, die tatsächlich hilft.
Ja, aber wenn du langsam dich rantastet und ihr nach und nach versucht, diese einzelnen vier Schritte umzusetzen, ich denke, dann werdet ihr ganz viel Veränderung in eurer Streitkultur sehen können.
Ich wünsche dir damit auf jeden Fall sehr viel Erfolg.
Wenn du dazu Fragen hast oder Feedback zu dieser Strategie, dann schreib mir gerne auf Instagram, da können wir uns darüber austauschen oder schau, wie gesagt, ganz gerne einmal rein in mein Buch Getriggert.
Um noch mehr hilfreiche Tipps und Strategien an die Hand zu bekommen.
Dann hören wir uns nächsten Freitag wieder zu einer neuen Paarpsychologie-Podcast-Folge.
Ich wünsche noch einen wunderschönen Tag.
Bis zum nächsten Mal.
Podcast Summary
Key Points:
Der Streitstopp ist eine bewusste Strategie, um eskalierende Gespräche zu unterbrechen und emotionale Verletzungen zu vermeiden.
Er dient nicht als Rückzug oder Aufgeben, sondern als Chance, Emotionen abzukühlen und einen klaren Fokus für eine produktive Fortsetzung zu schaffen.
Der Streitstopp sollte früh eingelegt werden, sobald sich Wut, Missverständnisse oder Verletzungen bemerkbar machen.
Beide Partner erhalten die Möglichkeit, die Perspektive des anderen zu verstehen und so eine respektvolle, lösungsorientierte Kommunikation zu fördern.
Es ist wichtig, nur ein oder zwei Themen pro Gespräch zu behandeln, um die begrenzte Aufmerksamkeitskapazität der Partner nicht zu überbinden.
Nach der Pause sollte gemeinsam nach einer konkreten Lösung gesucht werden, um das Gespräch lösungsorientiert und nachhaltig zu führen.
Der Streitstopp hilft, die Streitkultur langfristig zu verbessern, indem er die Qualität und Wirkung von Gesprächen erhöht.
Das Buch „Getriggert“ bietet praktische Werkzeuge zur Verbesserung der Kommunikation und der Verarbeitung von emotionalen Auslösern.
Summary:
Der Streitstopp ist eine entscheidende Strategie aus der Paartherapie, um eskalierende, verletzende Gespräche zu unterbrechen und eine lösungsorientierte Kommunikation zu ermöglichen. Im Gegensatz zu der Vorstellung, dass man ein Gespräch bis zum Ende durchziehen muss, wird betont, dass das Fehlen von Fokus und die Überlastung der emotionalen Kapazität oft zu weiteren Konflikten führen. Stattdessen soll ein bewusster Streitstopp eingelegt werden, sobald sich Wut, Missverständnisse oder Verletzungen zeigen, um Raum für Ruhe, Reflexion und Verständnis zu schaffen.
Beide Partner haben die Möglichkeit, die Perspektive des anderen zu übernehmen und so eine respektvolle Kommunikation zu fördern. Es ist entscheidend, nur ein oder zwei Themen pro Gespräch zu behandeln, um die begrenzte Aufmerksamkeit und Energie der Partner nicht zu überfordern. Nach der Pause sollte gemeinsam nach einer konkreten Lösung gesucht werden, um das Ziel zu erreichen, Probleme zu lösen und die Beziehung zu stärken.
Der Streitstopp verbessert langfristig die Streitkultur, da er die Qualität der Gespräche erhöht und eine nachhaltige Verbesserung der Beziehung ermöglicht. Das Buch „Getriggert“ wird als praktisches Werkzeug empfohlen, das klare Strukturen und Tipps zur Verbesserung der Kommunikation und zur Verarbeitung von emotionalen Auslösern bietet.
FAQs
Der Streitstopp ist eine Strategie aus der Paartherapie, bei der ein Gespräch bewusst unterbrochen wird, um Emotionen abzukühlen und Raum für Reflexion zu schaffen. Er verhindert, dass Gespräche eskalieren und emotionale Verletzungen verursachen.
Man sollte einen Streitstopp einleiten, wenn man sich verletzt, missverstanden oder genervt fühlt, wenn der Kreislauf sich wiederholt oder wenn die Spannung hoch ist und man nicht mehr offen kommunizieren kann.
Nein, ein Streitstopp ist kein Aufgeben, sondern eine bewusste Pause, die es ermöglicht, sich zu beruhigen, die Emotionen zu verarbeiten und den Fokus auf eine konstruktive Lösung neu auszurichten.
Der Streitstopp schafft Raum für Empathie, das Verstehen der Perspektive des Partners und ein respektvolles Miteinander. Dadurch wird die Kommunikation klarer und die Wut oder Verletzungen werden reduziert.
Weil die emotionalen und kognitiven Ressourcen begrenzt sind. Wenn zu viele Themen gleichzeitig behandelt werden, verlieren beide Partner Fokus, führen zu Verheddern und können das Ergebnis negativ beeinflussen.
Nach einer Pause sollte man gemeinsam klären, was das eigentliche Ziel ist, die Perspektive des anderen übernehmen und gemeinsam überlegen, wie eine konkrete Lösung aussehen könnte.
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