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Die Schattenindustrie hinter viralen Memes

29m 46s

Die Schattenindustrie hinter viralen Memes

Diese Podcast-Folge beschäftigt sich mit der Schattenindustrie hinter viralen Memes und Trends. Ausgehend von vermeintlich organischen Hypes wie Justin Bieber beim Coachella, der Serie Euphoria oder Drake, wird aufgedeckt, dass viele dieser Trends möglicherweise inszeniert sind. Marketingagenturen wie Chaotic Good Projects verwenden sogenannte „Trend Simulation" und „Clipping", um Inhalte künstlich zu verbreiten. Dafür werden auf Plattformen wie Discord bezahlte User angeworben, die vorgefertigte Clips posten, die wie echte Fan-Inhalte wirken, ohne als Werbung gekennzeichnet zu sein. Zusätzlich gibt es „Narrative Campaigns", die darauf abzielen, Kommentarspalten zu kontrollieren und die öffentliche Meinung zu beeinflussen, wie im Fall Blake Lively nachgewiesen wurde. Insider schätzen, dass ein Großteil des Social-Media-Feeds aus bezahlten Inhalten besteht. Diese Methoden werden nicht nur für Popkultur, sondern auch für politische Zwecke genutzt, etwa durch die russische „Doppelgänger"-Kampagne, die gefälschte Artikel deutscher Medien verbreitete. Trotz des erheblichen Aufwands zeigen Studien, dass solche Kampagnen nur begrenzt Meinungen verändern können. Die Folge endet mit der Frage, wie viel Vertrauen wir in soziale Medien noch haben können, wenn Authentizität und Manipulation kaum noch unterscheidbar sind.

Transcription

4248 Words, 27734 Characters

German
Wenn ihr im Frühjahr 2026 eure For You-Page aufgemacht habt, dann habt ihr vielleicht diesen Clip hier gesehen. Ein Clip von dem Live-Comeback des Jahres. Justin Bieber als Headliner beim Coachella Festival. Ganz TikTok ist ausgerastet. Die Fans nennen das erste Festival-Wochenende "Biebercella". Der Clip hat inzwischen über 5 Millionen Views und über 450.000 Likes. Ihr swipet weiter. Ein Video über die dritte Staffel der Serie "Euphoria". Die Leute diskutieren darüber wie kaum über was anderes. Sie kritisieren das sexistische Frauenbild oder regen sich über das Ende auf. "Ich hoffe, dass Sam Levinson nie wieder eine Serie macht, weil was war dieses Euphoria-Finale?" Nach "Euphoria" seht ihr den Rapper Drake in eurem Feed. Alle feiern gerade seine neue Musik. "Drake hat monatelang 'Iceman' angekündigt und wir bekommen einfach zwei zusätzliche Alben." Ihr denkt jetzt vielleicht: Kein Wunder, das sind Weltstars und riesige Marken. Klar gehen die viral. Aber was, wenn das alles kein Zufall war? Wenn diese Hypes um Justin Bieber, um Euphoria oder Drake inszeniert sind? Was, wenn ein großer Teil von eurem Feed einfach fake wäre? In dieser Folge blicken wir auf die Schattenindustrie hinter viralen Memes und Trends. Wir schleusen uns in versteckte Chatgruppen ein und decken eine Art Meme-Mafia auf. Und wir sprechen über etwas, das viel größer ist als das: Mächtige globale Player, die genau dieses System benutzen, um Meinungen zu manipulieren. Am Ende bleibt über allem eine riesige Frage: Wem und warum? Oder was können wir überhaupt noch glauben? Die Chancen, dass etwas von 0 auf 5000 sofort viral geht, die sind relativ gering, wenn man mit 0 anfängt. Es ist ein Kampf um die Herzen und Köpfe der Menschen. Unfassbar. Ein Simplizissimus-Podcast. Wo alle Trends überhaupt bei dir ankommen, gibt es den ersten Werbepartner dieser Folge. Du sitzt in der Bahn oder chillst im Park, scrollst durch TikTok und plötzlich spricht die ganze Welt von. Woher kommt das? Wer ist das? Du schaust dir über Stunden jeden Clip dazu an und absorbierst die Lore. Das geht nur mit stabilem Internet und ausreichend Datenvolumen. Richtig viel davon für wenig Geld bekommst du bei Sim on Mobile. Im Hot Deal Summer gibt es gerade 70 Gigabyte ab nur 9,99 Euro im Monat. Und ab nur 2 Euro mehr, gibt es sogar unschlagbare 100 Gigabyte. Du hast mit Sim on Mobile immer Top-D-Netzqualität, 5G und eine All-Net-Flat. Außerdem kannst du zum Beispiel bequem mit PayPal bezahlen und monatlich kündigen. Mit unserem Code UNFASSBAR5 bekommst du ein Jahr lang nochmal 5 Gigabyte pro Monat obendrauf geschenkt. Gib dafür den Code UNFASSBAR5 ein. In der Sim on App oder unter simon.link slash unfassbar. Klick einfach auf den Link in den Shownotes, wechsel zu Sim on Mobile und mach dir nie wieder Sorgen um zu wenig Datenvolumen. Große Teile unserer Recherche beruhen auf dem Artikel "The Feed is Fake" vom Vulture Magazine. Den Link dazu findet ihr in den Shownotes. Social Media ist ein dunkler, aber auch ein wunderbarer Ort. Kennt ihr, wie man mit einem Rasierer eine Dose Würstchen aufmacht? Mama, ich liebe dich! Auf Instagram, TikTok und Co. finden wir neue Hobbies. Stellt euch mal vor, ihr habt so einen richtig coolen Strickpulli im Kopf und wisst nicht, wo es den gibt und macht ihn euch dann einfach selber. Checken, was gerade in der Welt passiert. Friedrich Merz schenkt Donald Trump ein Deutschland-Trikot. Und tauschen uns mit anderen aus. Was für eine krasse Folge "Unfassbar" wieder. Oder? Wir liken, teilen, kommentieren. Manchmal haben wir dadurch vielleicht das Gefühl, die nächsten Hypes mitzubestimmen. Okay, wir ranken jetzt wie Sau. Aber das Gefühl täuscht. Es gibt ein ziemlich krasses Interview vom Billboard Magazine. We are going to discuss all things virality. Es ist eine Live-Aufzeichnung vom Podcast "On the Record". Neben der Moderatorin sitzen zwei unauffällige Männer. Beide mit Basecap. Aussehen her so Mitte 30. Die Männer sind Andrew Spellman und Jesse Corrin. Spellman und Corrin sind die Gründer einer Marketingagentur, Chaotic Good Projects. Die Agentur arbeitet mit großen Künstlern wie Sarah Larsen und Justin Bieber. Die Podcast-Folge hat nur etwas über 26.000 Aufrufe auf YouTube. Aber das, was die beiden erzählen, stellt unsere Sicht auf Social Media komplett auf den Kopf. We are kind of studying the Internet and TikTok and seeing what's working organically. And then trying to recreate it at scale inorganically. Spellman erzählt, wie seine Agentur Trends auf Social Media bis ins kleinste Detail analysiert. Und dann versucht, selbst Trends zu kreieren. We use the term Trend Simulation. Trend Simulation. Also Trends, die eigentlich keine sind? Chaotic Good Projects macht vor allem Werbung für Musiker. Ähnliche Firmen machen das für Serien, Filme, Songs, Podcasts und alles Mögliche. Sie erstellen dafür kurze Clips. Zum Beispiel eine besonders witzige Szene aus einem Podcast oder eine emotionale Szene aus einer Serie. Diese Firmen haben aber auch Videos in ihren Portfolios, die aussehen wie Reaction-Videos von Privatpersonen. Guys, look what I just got in the mail. Einfach Videos, die perfekt sind, um sie zu teilen und zu verbreiten. Diese Marketing-Strategie nennt sich Clipping. Wenn so ein Clip dann viral geht, dann sieht das aus, als hätten normale User ihn gepusht. Dabei folgt das Ganze einem klaren Drehbuch. Wir wollten verstehen, wie genau das funktioniert. Durch die Recherche von Vulture wissen wir, wo wir suchen müssen. Auf Discord. Wir erstellen uns einen Account. Unfassbar 26. Discord ist ja eigentlich eine Chat-Plattform. Aber wir suchen Communities mit dem Stichwort: Clipping. 37 Treffer. Der erste Server heißt so wie unser Suchbegriff: Clipping. Über 82.000 Leute sind da. Die meisten sind Mitglied. Ganz oben ist ein Kommentar angepinnt. "Nur noch ein paar Schritte und du wirst dafür bezahlt, Content zu posten." In der Seitenleiste sind verschiedene Themenkanäle verlinkt. Da gibt es zum Beispiel den Kanal "Aktive Kampagnen" mit verschiedenen Kategorien: Gaming, Sport, Glücksspiel, Podcasts und Musik. Unter "Musik" gibt es einen Post von Ende Juni. "Join Server: Iceman Clipping" Moment mal. Iceman? Ist das nicht der Name vom neuen Drake-Album? Schnell finden wir einen Link zu einem Google Doc mit den sogenannten Kampagnen-Details. Was da beschrieben wird, ist das Ziel dieser Kampagne. Dass User möglichst viele Clips rund um das neue Drake-Album posten, um es zu pushen. Es gibt Angaben wie: Die Zielgruppe ist englischsprachig. Außerdem sind da Links zu fertigen Videoschnipseln, die man posten soll. Videos, die aussehen, als hätten sie Fans erstellt. Da ist zum Beispiel dieser Schnipsel. Da steht eine Frau auf der Straße, filmt sich selbst und redet über den Drake-Summer. Dann noch die Anweisung: Wenn wir das Video posten wollen, darauf achten, dass die Caption zum Inhalt passt. Wie genau die Posts aussehen sollen, ist nicht vorgegeben. Hauptsache, man verbaut mindestens einen der Clips. Es gibt auch ganz klare Noten. In Großbuchstaben steht dort: Verschwendet nicht eure und unsere Zeit. Wenn man gegen eine der Richtlinien verstößt, wird man gesperrt. Eins der No-Gos ist besonders spannend: Keine Bots benutzen. Die User auf dem Drake-Server dürfen also nur Clips mit Accounts posten, die echt aussehen. Es soll so wirken, als ob echte Menschen Drake und seine Promo feiern und deshalb Videos dazu teilen. Auf dem Iceman-Server tauchen drei Namen immer wieder auf: Cat, Steven und Coco. Die drei sind als Admins registriert. Sie verlinken Content und rufen zum Posten auf. Cat schreibt zum Beispiel: Am Sonntag gibt es ein Janice-STFU-Drake-Event. Es sollte eine Menge gute Momente zum Clippen geben. Janice-STFU ist eine aktuelle Single von Drake. Ist direkt auf Platz 1 der Charts geschossen. Ein paar Tage danach postet Cat Videos vom Event. Wir sehen eine Frau beim Drake-Event, die gerade 2.500 US-Dollar gewinnt. Wir wechseln zu Instagram und geben "Drake-Janice-Party" ein. Mehrere Accounts haben Videos aus dem Discord-Server gepostet. Mit unterschiedlichen Captions. Hunderte Menschen scheinen sich es Drake-Fans auszugeben. Sie hypen das neue Album und alles drum rum. Obwohl einige vielleicht nur Kohle machen wollen. Beim Drake-Clipping soll man 30 US-Cents pro 1.000 Views bekommen. Bei einer Million Views also umgerechnet etwa 260 Euro. Um bezahlt zu werden, müssen sich die User über die Website clipping.net anmelden und ihre Social-Media-Accounts verknüpfen. Dadurch wird getrackt, wie viele Views die Posts der Clipper haben. So entscheidet sich, wie viel der Account mit dem Post verdient. Es gibt unzählige weitere Clipping-Kampagnen. Neben Drake. Wir finden auch einen Channel zu der Serie "Euphoria". Darin sollen wir Ausschnitte wie die, Achtung Spoiler, Hochzeitsszene von Nate und Cassie posten. Dafür soll es einen Dollar pro 1.000 Views geben. Es gibt Kampagnen von Supplement-Herstellern für Gamer oder Livestreams von Wrestler Logan Paul. All diese Kampagnen haben eine Sache gemeinsam. User werden dafür bezahlt, Snippets zu posten, die Künstler, Labels und Marken bewerben. Am besten so lange, bis ein Clip viral geht. Und zwar ohne Werbe-Kennzeichnung. Das ist eiskaltes Undercover-Marketing. Die Clips in den Kampagnen scheinen echt zu sein, also nicht KI-generiert. So sieht es zumindest für uns aus. Wir können aber nicht beweisen, dass die Managements von Drake oder Euphoria dahinter stecken. Wir haben beide dazu gefragt, aber keine Antwort bekommen. Auch von den Betreibern von Clipping.net wollten wir wissen, wer hinter den Aufträgen steckt und woher der Content kommt. Auch sie haben nicht reagiert. Wir wissen auch nicht, welche Accounts Drake-Clips posten, weil sie ihn und seine Musik feiern. Und welche Accounts? Wir wissen nicht, welche Accounts beauftragte Clipper sind. Und genau das ist das Problem. Wenn jemand Reactions, Tanzvideos oder einfach nur ein Gefühl zu einem Song postet, dann bekommt man den Eindruck, das hier ist ein echter Mensch, der mir zeigt, was er feiert. Und dass es echte Menschen sind, die diesen Content nach oben pushen. Aber können wir viralen Trends überhaupt vertrauen, wenn so viele User für ihre Postings bezahlt werden? Unser Vertrauen ins Internet ist sowieso schon angeknackst. Spätestens seit es an jeder Ecke KI-generierte Inhalte gibt. Immerhin lesen wir in den Kommentaren ehrliche Meinungen. Oder? "Ich liebe Drake." "Ich heiße jetzt Janis." "Postet mehr." "Bitte." Stellt euch vor, ihr seht ein Video auf TikTok. Jemand freut sich gerade total über das neue Drake-Album. Ihr freut euch mit der Person und wollt gerade schon ein Like geben. Und dann lest ihr den Top-Kommentar. Sagen wir, er hat 500 Likes. Und sagen wir, darin schreibt jemand: "Drakes Musik ist so schlecht, seine Fans sind echt traurig." "Seine Fans sind gekauft." Würdet ihr das Video immer noch so feiern? Im Billboard-Interview sagt Jesse Corrin von Chaotic Goods, der Agentur vom Anfang, etwas, das klingt straight wie aus einer Verschwörungstheorie. Ein Großteil seiner Arbeit sei, den Diskurs zu kontrollieren. Er behauptet, die meisten User würden einfach die Meinung des Top-Kommentars übernehmen. Deshalb wolle seine Agentur den ersten Kommentar unter einem Beitrag bestimmen. "Es ist wirklich wichtig für uns, dass wir sicher sind, dass wir den Top-Kommentar bestimmen können." Jesse Corrin sagt hier ganz offen, dass seine Firma "eure Meinung zu einem Thema bestimmen und kontrollieren will". "Narrative Campaigns" nennt man das. Gegenüber dem Vulture Magazine und Wired rudert die Firma später zurück. Sie sprechen von "hypothetischen Beispielen". Narrative Campaigns seien eigentlich nur Beratungen zu digitalen PR-Strategien. Die Agentur entfernt daraufhin die Nachricht, dass sie die Nachricht nicht bestimmen. Die Agentur entfernt daraufhin die Namen aller Kunden von ihrer Website. Das sei zum Schutz der Künstler. Ihre Aussagen rund um ihre Strategien seien missinterpretiert worden. Auch wir haben bei Chaotic Good Projects nachgefragt und sie mit ihren Aussagen im Billboard-Interview und ihren Reaktionen danach konfrontiert. Leider haben wir innerhalb unserer Frist keine Antwort bekommen. Wir können also nicht offiziell beweisen, ob und hinter welchen Narrative-Campaigns sie stecken. Es gibt aber ein bekanntes Beispiel, bei dem nachgewiesen ist, dass Narrative-Campaigns geplant wurden. This morning actress Blake Lively making disturbing allegations against Justin Baldoni. Es geht um die Schauspieler Justin Baldoni und Blake Lively. Lively accusing Baldoni of sexual harassment and coordinating a smear campaign to ruin her reputation. 2024 beginnt der Rechtsstreit zwischen den beiden. Lively wirft Baldoni unter anderem Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung am Set vom Film It Ends With Us vor. Im Verfahren kommt dann raus, dass Baldoni eine PR-Firma beauftragt hat. Die hat angeboten, seine Kollegin auf Social Media schlecht zu machen und ihn selbst als Opfer darzustellen. Blake ist so eine Narzisstin. Blake Lively hat das Leben dieses Mannes wirklich zerstört. Anonyme User fluten damals die Kommentarspalten. Sie teilen auch Artikel mit alten Interviews von Blake Lively, in denen sie besonders unsympathisch wirkt. Narrative-Campaigns soll es laut dem Vulture-Magazin ständig geben. Auch Stars wie Bad Bunny und Taylor Swift sollen schon Opfer davon geworden sein. Während unserer Recherche haben wir uns immer wieder gefragt, gibt es überhaupt noch Content, der natürlich viral geht? Einfach nur, weil der Inhalt so gut ist? Manche Insider sagen, nein. Einer davon ist Joe Lim. Er war Gründer und Chef der Marketing- und Clipping-Agentur Floodify. Laut ihm habe er sich in den letzten Jahren verständigt, dass er nicht mehr so gut ist. Er hat sich in den letzten Jahren verständigt, dass er nicht mehr so gut ist. Mit ihm habe allein Floodify 65.000 Fake-Social-Media-Accounts betrieben und damit jeden Tag 50.000 Videos gepostet. Joe Lim behauptet, dass 90% unseres Feeds fake sind. Also, dass 90% eigentlich aus versteckter Werbung und gekauften Clippings bestehe. Ein anderer Insider arbeitet bei einer Firma, die Social-Media-Daten analysiert, um Trends vorherzusagen. Und er sagt, kaum ein Social-Media-Trend gehe heute noch auf natürliche Weise viral. Mutmaßlich im Auftrag des Kreml. Wir können kaum noch unterscheiden, was von echten Menschen kommt und was nicht. Was von echten Menschen gemocht wird und was nicht. Die Content-Formen auf unseren Bildschirmen verschwimmen radikal. So sehr, dass wir nicht einmal mehr unterscheiden können, was Unterhaltung, was Information oder was Werbung ist. Und genau das ist gefährlich. Sprechen wir über Werbung. Die gibt's auch hier bei Unfassbar. Ohne Werbung würde es diesen Podcast nicht geben. Aber wir sind transparent mit euch. Das ist uns wichtig. Damit virale Trends überhaupt bei dir ankommen, gibt es den ersten Werbepartner dieser Folge. Aber oft ist Werbung nicht so eindeutig. Stellt euch vor, ihr scrollt durch euren Feed und seht diesen Clip. Eine Szene aus Euphoria. Der Clip wurde von einem Account gepostet, der The Walking Dead heißt. Mit ganz vielen Giften. E-s und D-s. In der Clip-Beschreibung steht's, Hello Rue, you owe me money, wird für immer meine Lieblingszeile in Staffel 3 sein. Der Account hat die Protagonistin Rue aus Euphoria als Profilbild. Er oder sie könnte ein echter Fan sein. Aber klar ist das nicht, sagt auch Jan Klaas-Vanträg. Vanträg ist Professor für Digitale Transformation und Medien in Hamburg. Das große Problem ist, dass ich nicht unterscheiden kann, mit welcher Form von Information operiere ich da. Was wird mir da gerade präsentiert? Ist das eine Werbung? Ist das redaktionell aufbereitet? Ist das irgendein politischer Kommentar? Ist das ganz einfach nur Unterhaltung? Nur weil ihr den Clip nicht direkt als Werbung erkannt habt, macht ihr euch natürlich nicht gleich ein HBO-Abo. Das könnte sich aber ändern, wenn immer mehr Leute aus eurer Bubble solche Szenen teilen. In der Psychologie gibt es das Konzept des Social Proof. Wenn viele Menschen etwas mögen oder nicht mögen, dann vertrauen wir darauf, dass sie Recht haben. Wenn also viele schauen. Wenn du scheinbar private Accounts, Content zum selben Thema posten, dann trickst das nicht nur den Algorithmus aus, sondern auch uns. Ich meine, wenn so viele über Euphoria sprechen, dann muss die Serie ja was können. Oder? Durch Clipping-Kampagnen und Narrative-Campaigns wird der Social Proof am laufenden Band gefaked. Wir vertrauen den Usern, weil wir denken, sie würden ihre echte Leidenschaft mit uns teilen. Auch wenn sie in Wahrheit bezahlt wurden. Wir benutzen das Wort Trend-Simulation. Es ist heute super schwer, mit einem Post organisch viral zu gehen. Egal, wie groß deine Aktion ist. Jeder, der heute super viral gehen will, müsse Öl ins Feuer gießen, sagt der Insider Joe Lim. Andere Insider behaupten, ohne Hilfe gäbe es heute keine Chance mehr, auf TikTok und anderen Plattformen zu trenden. Jan-Klaas van Treek sieht das nicht ganz so streng. Es können immer noch rein organisch Trends entstehen, wenn die zufälligerweise so gut gemacht sind, dass die gerade einen Zeitgeist treffen. Aber es helfe, wenn man. Wenn man eine gewisse Bekanntheit habe. Die Chancen, dass etwas von 0 auf 5.000 sofort viral geht, die sind relativ gering, wenn man mit 0 anfängt. Wenn ich schon mit 1.000 anfange, mit irgendeiner bekannten Influencerin, mit irgendeinem bekannten Musiker, dann ist natürlich der Startpunkt sehr viel besser. Bei unserer Recherche haben wir hauptsächlich Clipping-Kampagnen für große Marken und Artists gesehen. Aber was ist, wenn ich doch bei 0 anfangen muss? Gerade für kleinere, aufstrebende Künstler und Marken kann Clipping die einzig bezahlbare Option sein. Öl ins Feuer zu gießen. Denn mit ein paar Tausend Euro lassen sich Millionen von Menschen erreichen. Und manipulieren. Viel billiger als traditionelle Werbung. Auch deshalb sagen Insider, boomen Clipping- und Narrative-Campaigns so. Wenn popkulturelle Hypes teilweise gefakt werden, dann ist das vielleicht nicht so dramatisch. Aber das kann schnell kippen. Der Superbowl 2026. Der Superbowl 2026. Das Sport-Event in den USA. Fast 130 Millionen Menschen auf der ganzen Welt verfolgen das NFL-Spiel. Die New England Patriots und die Seattle Seahawks leisten sich ein erbittertes Duell. Und dann kommt die Halbzeit. Bad Bunny tritt auf. Der Latin-Musiker reißt in der Halbzeitshow das Stadion ab. Es ist eine riesige Latino-Party. Die Show ist komplett auf Spanisch. Fast 15 Minuten lang singt er über seine puertorikanische Herkunft. Und feiert die lateinamerikanische Kultur. Die Message ist klar. Amerika, das ist mehr als Trumps. USA mit seiner harten Abschiebepolitik und mit seinen Eistruppen. Die Menge im Stadion tobt. Aber auf Social Media tobt etwas anderes. Zwei Seiten streiten sich um den Auftritt. Es gibt zwei Lager. Für die MAGA-Bewegung ist Bad Bunny das Hassobjekt. Trumps MAGA gegen Bad Bunny, wie der Super Bowl zum politischen Kulturkampf wird. Gleichzeitig gibt es von der progressiven Seite riesigen Support für den Künstler. Das Krasse ist aber nicht die Spaltung an sich. Eine Analysefirma hat sich alle Accounts angesehen, die etwas zum Auftritt gepostet haben. Und da kam raus, nicht mal vier Prozent der Accounts sind für ein Viertel aller Posts verantwortlich. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass beide Seiten von den gleichen Leuten gepusht wurden. Wenn das stimmt, dann war die kontroverse Debatte in großen Teilen inszeniert. Für die NFL und Bad Bunny war die Aktion trotzdem ein riesiger Erfolg. Eine Woche lang haben die Medien über kaum etwas anderes diskutiert. Bad Bunny, Hassobjekt der Trump-Fans. Bad Bunny beim Super Bowl. Warum sein Auftritt polarisiert. Und hier kommen wir zum nächsten Problem. Selbst wir Journalisten sehen Debatten oder Trends auf Social Media. Wir suchen dort nach Themen, um dann darüber zu berichten. Was schützt uns davor, bezahlte Kampagnen für echte Hypes zu halten? Und wenn große Medien etwas aufgreifen, dann wirkt es automatisch wichtiger und glaubwürdig. Das wissen auch die, die solche Kampagnen starten und versuchen, Trends zu erzeugen. Und das sind nicht nur Popstars und große Marken. Auch die Regierungen dieser Welt kennen das System von gekauften Posts. Und sie benutzen es für ihre eigenen politischen Zwecke. Unser zweiter Werbepartner hat Viralität wahrscheinlich so sehr durchgespielt wie kaum ein anderer. YSL No Plug hat sogar schon für sie gerappt. Genau deswegen ist Holy auch der Go-To-Softdrink dieses Podcasts. Alle Sorten sind ohne Zuckerzusatz und viele Geschmäcker sind einfach mal was anderes. Jetzt im Sommer kommen zum Beispiel die Watermelon oder Erdbeer-Hibiskus-Eis-Teas richtig gut auf Eis. Probier's gerne mal aus. Geh dafür auf den Link in den Shownotes und bestell deine Lieblingssorte mit Mix & Match. Da gibt's einzelne Sorten, Mixpacks oder Vorratsdosen. Je mehr du so bestellst, desto mehr Rabatt bekommst du. Mit unserem Code UNFASSBAR kriegst du zusätzliche Sorten von uns. Und das ist das, was wir hier auf YouTube machen. Wir haben natürlich 10% Rabatt auf deine gesamte Bestellung. Nochmal, Code UNFASSBAR. Nur der deutsche Wurstkönig und Teilzeit-Ministerpräsident muss Holy leider heimlich trinken. Denn alle Sorten sind vegan. Ich selber habe auch mal versucht, veganer zu sein. Wie lange? Ein paar Stunden. Schau gerne mal bei Holy vorbei. Der Link ist in den Shownotes. Wir springen zwei Jahre zurück. Es ist Wahlkampf für die Europawahl 2024. Anfang April tauchen auf Ex-Wahlkampf und Wahlkampf für die Europawahl 2024. Anfang April tauchen auf Ex-Wahlkampf und Wahlkampf von zwei Spiegelartikeln auf. Lindner raubt Rentner auf Geheiß der USA aus. Grüne haben Deutschland eingeschläfert. Über 1000 Accounts posten Links zu den Artikeln. Darin geht es um einen angeblichen Zusammenhang zwischen der wirtschaftlichen Lage in Deutschland und der Unterstützung der Ukraine. Beide Artikel behaupten, die Bundesregierung sei abhängig von den USA. Wenn man auf die Links klickt, sehen die Storys erstmal echt aus. Aber wenn man genauer hinschaut, dann fällt einem etwas auf. Die Artikel wurden auf spiegel.ltd gepostet. Es sind Fakes. Das bestätigt kurz nach der Veröffentlichung auch der Spiegel. Schnell ist klar, wer dahinter steckt. Denn solche Fake-Artikel tauchen schon seit dem Ukraine-Krieg immer wieder auf. Die gefälschten Spiegelartikel gehören zur sogenannten Doppelgänger-Kampagne. Schon im Herbst 2022 deckten Journalisten, IT-Experten und Aktivisten die Kampagne in großen Teilen auf. Hinter den Angriffen stecken zwei russische IT- und PR-Firmen. Unter anderem das FBI fängt an, die digitalen Spuren der Kampagne zu analysieren. So finden sie heraus, dass eine der Agenturen mit großer Wahrscheinlichkeit direkt vom Kreml beauftragt ist, der russischen Regierung. Deutsche Medien sind das Hauptangriffsziel der Kampagne. Unter anderem der Spiegel, Bild, T-Online und YouTube. Die Kampagne ist eine der größten Kampagnen der Europawahl und die Süddeutsche Zeitung. Aber auch internationale Medien wie der Guardian oder Reuters werden kopiert. Mit den gefälschten Storys wollen die Hintermänner wohl die Europawahl 2024 beeinflussen. Desinformationskampagnen und Fake News, um Wahlen zu beeinflussen. Das klingt erst mal nicht neu. Aber das hier ist anders. Die Doppelgänger-Kampagne ist ganz nah dran an Bad Bunny. Oder Blake Lively. Das Ganze funktioniert so. Hauptplattform der Kampagne ist X. Die Hintermänner erstellen dort Profile, die nach echten deutschen Personen aussehen, um damit ihre Fake-Inhalte zu verbreiten. Sie benutzen nicht nur klassische deutsche Vor- und Nachnamen, in ihre Bios schreiben sie auch gezielt kleine und mitteldeutsche. Mittelgroße deutsche Städte. Die einen posten die Inhalte, zum Beispiel die Links zu den gefakten Spiegelseiten. Die anderen Accounts, hauptsächlich Bots, verbreiten diese Posts weiter. Unter echten Tweets wie diesem hier. Die essen gerade Schweinenasen bei Hashtag Dschungelcamp. Klar, Schweinenasen-Essen hat so gar nichts mit der Europawahl oder der deutschen Regierung zu tun. Aber der Dschungelcamp-Hashtag trendet halt gerade. Deshalb gibt's unter dieser Art Posts dann Links zu den Fake-Artikeln der Doppelgänger-Kampagne. Auf einen Post, der Fake-News verbreitet, kommen oft über 3000 Reposts. Ihr denkt vielleicht: gefälschte Spiegelartikel, Posts von Random Accounts of X? Auf sowas fall ich nicht rein. Aber das Problem ist die Masse. Ende Januar 2024 identifiziert das Auswärtige Amt mehr als 50.000 Fake-Accounts of X. Sie haben zusammen über 1,8 Millionen deutschsprachige Posts veröffentlicht. Auch hier funktioniert es wie bei Musik oder Serien. Es gibt den "social proof". Es soll der Eindruck entstehen, die Mehrheit der Menschen glaube die pro-russischen Narrative. In die Doppelgänger-Kampagne sind verdammt viele Ressourcen geflossen. Allein die IP-Adressen zu betreiben soll 50.000 Euro im Monat gekostet haben. Und das über Jahre. Aber hatte die Kampagne auch einen Effekt? Jan-Klaas van Treek sagt, ganz ohne echte Menschen mit echten Meinungen geht es dann doch nicht. Selbst eine sehr gut gemachte Social-Media-Kampagne mit Propaganda, Fake-News, allem drum und dran, funktioniert natürlich nur, wenn da bereits ein Boden ist. Wenn das wirklich ansonsten so stumpf klappen würde, dass irgendjemand auf den Knopf drückt und alle glauben plötzlich irgendeinen Quark, dann hätte Wladimir Putin den Ukraine-Krieg schon längst gewonnen. Hat er aber nicht. Studien konnten bislang kaum nachweisen, dass Desinformation in sozialen Netzwerken, Meinungen oder Wahlentscheidungen stattfindet. Laut Experten war die Doppelgänger-Kampagne vor allem ein teurer Misserfolg. Aber heißt das jetzt, dass solche Kampagnen egal sind? Dass wir die Doppelgänger- und Drake-Kampagnen dieser Welt einfach hinnehmen und das Internet fluten lassen müssen? Ihr ahnt es? Nein. Denn es geht hier um mehr als Fake-Content auf X oder den Drake-Summer. Es geht ums Internet, den Ort, der mal als der demokratische Raum überhaupt galt und jetzt konstant angegriffen wird. Politische Akteure, Marketingagenturen und Clipper arbeiten durchgehend daran, das Netz zu kontrollieren. Bis wir keinen Bock mehr haben, uns zu informieren oder mit Nachrichten zu beschäftigen. Bis wir unserem Feed noch weniger vertrauen, als wir es dank AI-Slob und Bots ohnehin schon tun. Wir eröffnen nach dieser Recherche unsere For-You-Page. Wir sehen eine Gruppe Menschen, die um einen Typen im Hip-Hop-Outfit herumtanzen. Wir sehen Clips aus Serien. Und von Konzerten. Sind das alles authentische Videos von echten Accounts? Bei wie vielen Posts ist Geld geflossen? Ganz ehrlich? Wir wissen es selbst nicht mehr. Diese Folge gibt es nur dank SimOnMobile und Holy, unseren Sponsoren. Danke, dass ihr uns und damit unabhängigen Journalismus supportet. Links zu ihren Angeboten findet ihr wie immer in den Shownotes. Schreibt uns gerne einen Kommentar bei Spotify zu dieser Industrie hinter viralen Memes oder wie ihr Unfassbar findet. Lasst uns auch gerne eine Bewertung da und teilt die Folge mit euren Freunden. Wir freuen uns, wenn dieser Podcast noch mehr Leute erreicht. Unsere nächste Folge kommt in zwei Wochen. Dann geht es um Irans Hacker und warum sie so gefährlich sind. Unfassbar ist eine Produktion von Simplicissimus. Recherche und Skript kommt von Farah Lukasik mit Unterstützung von Ruben Kaczko und Dennis Kogel. Der Fakten-Check kommt von Marita Velos. Gesprochen habe ich, Jana. Die komplette Audio-Produktion kommt von Christoph Meyer von der Audio Farm Berlin unter Regie von Max Stern und Ruben Kaczko. Theme und Outromusik sind von Marcel Becker-Neu, DCI ist von Mario Hunkernreden. Cheers und bis in zwei Wochen.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Justin Bieber, Euphoria und Drake werden als Beispiele für möglicherweise inszenierte Hypes genannt.
  2. Marketingagenturen wie Chaotic Good Projects nutzen „Trend Simulation" und „Clipping", um virale Trends künstlich zu erzeugen.
  3. Auf Discord-Servern werden bezahlte User angeworben, um Clips ohne Werbekennzeichnung zu posten.
  4. „Narrative Campaigns" sollen Diskurse kontrollieren, z.B. durch manipulierte Top-Kommentare.
  5. Der Fall Blake Lively zeigt nachgewiesene PR-Kampagnen gegen eine Person.
  6. Insider behaupten, bis zu 90 % des Feeds könnten aus versteckter Werbung bestehen.
  7. Politische Desinformationskampagnen wie die russische „Doppelgänger"-Kampagne nutzen ähnliche Methoden, um Wahlen zu beeinflussen.
  8. Experten bezweifeln jedoch die Wirksamkeit solcher Kampagnen auf echte Meinungsbildung.

Summary:

Diese Podcast-Folge beschäftigt sich mit der Schattenindustrie hinter viralen Memes und Trends. Ausgehend von vermeintlich organischen Hypes wie Justin Bieber beim Coachella, der Serie Euphoria oder Drake, wird aufgedeckt, dass viele dieser Trends möglicherweise inszeniert sind. Marketingagenturen wie Chaotic Good Projects verwenden sogenannte „Trend Simulation" und „Clipping", um Inhalte künstlich zu verbreiten.

Dafür werden auf Plattformen wie Discord bezahlte User angeworben, die vorgefertigte Clips posten, die wie echte Fan-Inhalte wirken, ohne als Werbung gekennzeichnet zu sein. Zusätzlich gibt es „Narrative Campaigns", die darauf abzielen, Kommentarspalten zu kontrollieren und die öffentliche Meinung zu beeinflussen, wie im Fall Blake Lively nachgewiesen wurde. Insider schätzen, dass ein Großteil des Social-Media-Feeds aus bezahlten Inhalten besteht.

Diese Methoden werden nicht nur für Popkultur, sondern auch für politische Zwecke genutzt, etwa durch die russische „Doppelgänger"-Kampagne, die gefälschte Artikel deutscher Medien verbreitete. Trotz des erheblichen Aufwands zeigen Studien, dass solche Kampagnen nur begrenzt Meinungen verändern können. Die Folge endet mit der Frage, wie viel Vertrauen wir in soziale Medien noch haben können, wenn Authentizität und Manipulation kaum noch unterscheidbar sind.

FAQs

Trend-Simulation ist eine Marketingstrategie, bei der Agenturen organische Trends analysieren und diese künstlich nachahmen, um Inhalte viral zu machen. Dabei werden oft bezahlte Nutzer eingesetzt, um Clips zu posten, die wie echte Fan-Inhalte wirken.

Clipping ist eine Praxis, bei der Nutzer dafür bezahlt werden, kurze Videoausschnitte von Serien, Musik oder anderen Inhalten zu posten, um diese zu bewerben. Die Posts werden ohne Werbekennzeichnung veröffentlicht, sodass sie wie organische Beiträge von echten Fans aussehen.

Die Vergütung variiert je nach Kampagne. Zum Beispiel gab es beim Drake-Clipping 30 US-Cent pro 1.000 Views, bei der Serie Euphoria einen US-Dollar pro 1.000 Views. Die Zahlung erfolgt über Plattformen wie clipping.net nach der Verknüpfung der Social-Media-Konten.

Narrative-Campaigns sind Strategien, um die öffentliche Meinung zu einem Thema zu steuern, oft durch das Platzieren von Top-Kommentaren oder das Verbreiten bestimmter Narrative. Sie werden von Marketingagenturen oder politischen Akteuren eingesetzt, um den Diskurs zu kontrollieren.

Es ist schwierig, bezahlte Trends zu erkennen, da Clips oft wie echte Nutzerinhalte aussehen. Achten Sie auf fehlende Werbekennzeichnung, gehäufte Posts zum gleichen Thema von verschiedenen Accounts oder ungewöhnlich viele Kommentare, die eine bestimmte Meinung fördern.

Bots und Fake-Accounts werden genutzt, um Inhalte massenhaft zu verbreiten und den Eindruck von Popularität zu erzeugen. Bei der Doppelgänger-Kampagne wurden über 50.000 Fake-Accounts auf X identifiziert, die pro-russische Narrative verbreiteten.

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