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Die Personal-Trainer-Falle, kluges Onboarding & Game Management

44m 0s

Die Personal-Trainer-Falle, kluges Onboarding & Game Management

Braucht unser Kinder- und Jugendtraining mehr isolierte Technikübungen? Wenn auf der anderen Platzhälfte der Personal Coach seine Spieler durch den Hütchenwald jagt, kann man als Vereinstrainer schnell verunsichert werden. Josch und Sako erklären, warum dieser Technik-Hype oft blendet und die Social-Media-Ästhetik wenig mit echtem Lernen zu tun hat. Außerdem pitchen wir eine simple Idee, die das Onboarding in jedem Dorfverein sofort verbessern würde: Das 63-Euro Starter-Set für neue Trainer. Die Themen dieser Folge im Überblick: Die Personal-Trainer-Falle: Warum isoliertes Trick-Training von außen super aussieht, aber Wahrnehmung und Entscheidungsfindung komplett auf der Strecke bl...

Transcription

7224 Words, 44230 Characters

Speaker 1Spieltrieb, der Kinder- und Jugendfußball-Podcast von Advanced Football.
Speaker 2Schön, dass du da bist. Servus, Josch. Wir starten direkt rein. Wir haben zwei Themen mitgebracht. Sehr interessant und vielleicht auch an der einen oder anderen Stelle etwas nicht divers. Was wollte ich denn sagen? Ein bisschen... Kontrovers? Kontrovers, ja, danke. Es ist 9.35 Uhr. Ich hätte auch noch eine Frage, Josch. Ah, du hast auch noch eine Frage? Okay, dann haben wir drei Sachen. Nein, nein, nein, ich habe jetzt eine Frage. Ach, du hast jetzt eine Frage, ja.
Speaker 3Hast du nämlich deine Frage an mich vorbereitet?
Speaker 2Ich habe keine Frage mit vorbereitet an dich, sondern ich habe eine Idee für Vereine mitgebracht, die ich gerne in die Welt posaunen möchte.
Speaker 3Okay, dann habe ich nämlich auch einen kleinen Tipp für Trainer, nicht für Vereine, sondern für einzelne Coaches.
Speaker 2Okay, aber wir starten erstmal thematisch mit den Schwerpunkten. Und zwar gehen wir rein. Hallo, ich sehe in den letzten Jahren vermehrt Personal... Also Personal... Personal Trainer auf unserem Fußballplatz und gerade sind es bestimmt fünf. Ich organisiere mein Training nach Spielform, wie ihr sie auch vorgebt, aber die Personal Trainer geben meist intensiv auf Technik ein. Manchmal gehen sie eine halbe bis ganze Stunde einen einzelnen Trick im Detail durch und nutzen sie auch zum Beispiel im Eins-gegen-Eins. Wie steht ihr dazu, wenn ihr eigentlich Techniktraining komplett rausnehmt aus eurem Übungskatalog? Ich habe schon das Gefühl, dass den Kindern das was bringt, aber es könnte auch... Es könnte auch daran liegen, dass sich nur wirklich gute Spieler für sowas anmelden. Letztens vor den Ferien war es sehr heiß und als die Köpfe geglüht haben, habe ich auch mal einen Trick durchgenommen, den ich mir abgeschaut habe. Ich hatte auch das Gefühl, dass es den Kindern gefallen hat und es waren auch nur 15 bis 20 Minuten. Würde mich freuen, wenn ihr hier nochmal im Podcast drauf eingeht, wann und wo kann Techniktraining relevant sein. Spannende Frage. Ich möchte jetzt nicht auf wann und wo kann Techniktraining relevant sein, auf die Frage eingehen, sondern ich würde gerne eher diesen Individual-Trainer-Trainings-Aspekt beleuchten. Den finde ich tatsächlich nämlich ein bisschen interessanter. Wer mehr zum Thema Techniktraining, wie wir das denken, erfahren möchte, kann gerne mal bei der Videoplattform Plus bei uns nachschauen. Da hat der Sakko nämlich über eine Stunde, glaube ich, eine Fortbildung dazu gemacht. Wie, wo, was, warum. Aber lass uns mal zum Thema Personal Training kommen oder Einzeltraining, Individualtraining, meistens dann ja auch irgendwie separat bezahlt, mit irgendwelchen interessanten Persönlichkeiten. Was ist denn so dein erster Eindruck, wenn du diese Nachricht liest, Sakko?
Speaker 3Ich würde da gerne jetzt mit dir noch einmal den Rahmen klären. Also reden wir von 1 zu 1 Betreuung, ein Coach, ein Spieler, eine Spielerin oder ist es so Kleingruppen-Themen da auch mit drin, also drei, vier Spieler auf einmal?
Speaker 2Ich glaube, alles, was man so sieht bei diesen kommerziellen, geführten Personal-Kleingruppen-Trainings. Also mal ist es ein Einzeltraining, mal sind es drei- oder Vierergruppen.
Speaker 3Ja, okay. Also ich finde, das muss man schon unterscheiden. Also ich kann ja keine Spielform machen, wenn ich nur ein Kind habe vor mir. Da kann ich ja kein 1 gegen 1 spielen lassen beispielsweise. Also ich habe überhaupt gar nicht die Möglichkeit, das zu tun. Deswegen muss ja mein Training auch ein bisschen anders aussehen, als wenn ich vier Kinder zur Verfügung hätte. Das finde ich nur wichtig zu erwähnen, weil wenn ich sage, hey, mach doch Spielform im Training, der sagt, aber ich habe nur ein Kind. Gut, dann müssen wir uns was Neues überlegen. Weil dann hast du fast keine andere Möglichkeit, wenn du nicht selber als Trainer mitspielen willst, als was Isoliertes zu tun, weil du einfach diesen Gegenspieler nicht hast. Das auf der einen Seite. Aber ich glaube, er beschreibt eben auch Kleingruppen-Training, vielleicht irgendwie auch gepaart mit diesen 1 zu 1. Und dann geht es da sehr viel um Technik. Ich glaube, man darf einen Fehler nicht machen, dass man die... Trainingseinheiten und die Inhalte und die Methodik so ein bisschen aus dem Kontext reißt und dann auf sich überträgt. Das ist genau der gleiche Fehler, wie wenn ich eh jung Trainer bei mir im Dorfverein bin und ich dann zur U11 von Bayern München fahre oder dem VfB Stuttgart, gucke mir dann da das U11-Training an und denke mir, hey, gut, dann mache ich das jetzt auch so. Und du bist dann irgendwie merkwürdig frustriert, dass es nicht funktioniert bei dir im Training, das, was die da gemacht haben. Oder dass du sagst, sie machen da 30 Minuten am Anfang mit einem Athletiktrainer Training. Das will ich jetzt halt auch machen, weil es scheinbar funktioniert und bringt es ja was, wenn es auch die Besten machen. Und da lassen wir halt ganz, ganz viele Sachen weg. Also, dass die Kinder dreimal Training die Woche haben, dass die am Wochenende ein- oder sogar doppelt belastet sind mit Spiel- und Wettkampftagen und dass die Kids natürlich mit ganz anderen Voraussetzungen in dieses Training kommen. Und dadurch sieht Training nun mal anders aus. Und in der Fußballschule... Kann es ja durchaus sein, dass die Zielgruppe, die sich dort anmeldet, genau das will. Also, ich möchte als Papa und ich möchte als Kind, ich möchte viele Tricks lernen. Und ich möchte irgendwie um diese Hütchen drumherum dribbeln. Das ist halt das Verständnis und das ist die Erwartungshaltung an diese kommerzielle Dienstleistung, die ich habe. Deswegen bitte biete mir das an. Und dann sieht Training auch so aus. Ich würde niemals daraus irgendeinen Rückschluss darüber ziehen, ob das sinnvolles Fußballtraining ist oder nicht. Für eine Mannschaft in einem Verein. Jetzt müsste ich hingehen und sagen, ich trainiere eine Mannschaft, eine E-Jugend, eine F-Jugend, eine D-Jugend. Und die muss ich so trainieren, wie es für diese Mannschaft in dieser Konstellation, in diesem Kontext das Beste ist. Und da sind wir ja ganz klar der Meinung, nicht diesen ganzen isolierten Kram, nicht eine Stunde Techniktraining anbieten. Aber... Ja, ich lasse dich mal. Nee, mach du ruhig deine Arbeit. Ach so, noch völlig. Ach so, ja. Dann, also, aber was man damit betrachten dürfte, ist, ich habe halt zweimal die Woche Training. Ich mache das sehr spielformorientiert und habe halt 90 bis 100 Prozent Spielform im Training, weil das das ist, warum das Durchschnittskind ins Training kommt. Und jetzt hast du diese paar Übermotivierten, also im positiven Sinne übermotiviert, die wollen halt mehr. Die melden sich für eine Fußballschule an. Dann ist es auch okay, wenn die im Rahmen dieser Fußballschule und dieser Einrichtung, eine Stunde Einheit, eher was Techniklastiges haben, weil sie spielen ja genug. Ich finde das nicht so schlimm, weil du mit mehr Zeit, die du dann zur Verfügung hast, natürlich auch mehr Nuancen von Training abbilden kannst. Und das für solche Kinder durchaus auch, das ist zumindest meine Erfahrung, sehr viel Spaß machen kann, weil die in der Lage sind, sich 45 Minuten lang zu konzentrieren und richtig Bock haben, so einen Trick zu lernen. Aber wenn ich das wieder nehme und übertrage, auf meinen Durchschnitt, dann funktioniert es halt nicht. Und diesen Fehler, den würde ich sagen, sollte man tunlichst vermeiden, weil sonst rennt man von einem Trend zum nächsten und die machen Athletiktraining, jetzt mache ich das und die machen das Techniktraining, jetzt mache ich halt Techniktraining ein halbes Jahr und irgendwie ist man von nichts so richtig überzeugt.
Speaker 2Okay, ja. Da waren jetzt viele Punkte dabei, die du, finde ich, so ein bisschen durchmischt hast. Ich würde eine Sache kurz vorweg schieben. Ich finde, dieses, es war extrem heiß, was er beschrieben hat und sie haben das auch mal gemacht, 15 bis 20 Minuten isoliertes Techniktraining, ist völlig in Ordnung. Das ist ja auch nicht, das schadet ja auch nicht. Es ist ja immer nur die Frage, wenn ich das halt jedes Training, jede Woche mache und 20 Minuten meines Trainings quasi abschneide und spielen, hinten anstellen, um irgendwie isolierten Hütchen anzutribbeln, dann wird es, glaube ich, problematisch. Das mal nur vorab. Aber das irgendwie als zum Luftholen und mal ein bisschen runterkommen und die Belastung ausführen, so ein bisschen zu steuern, finde ich das okay. So, jetzt aber nochmal zu diesem Einzel- beziehungsweise Individualtraining. Da sind so ein paar Sachen dabei, die ich dann auch generell beim vor allem kommerziellen Individualtraining oder Techniktraining kritisch sehe, die ich gerne mal noch mit dir besprechen möchte. Und zwar beschreibt er es auch in seiner Nachricht ganz gut, ist dieses, die lernen dann einen Trick und da muss man dann auch ehrlicherweise sagen, das Produkt selber im Sinne von Individualtraining und Einzeltraining funktioniert deshalb so gut und findet deshalb so viele Anhänger, weil, so wie du auch schon beschreibst, ich gehe mit meinem Kind dahin, das macht 45 Minuten, 60 Minuten lang nur eine Sache, nämlich zum Beispiel die Sedanrolle und kann die dann logischerweise nach 60 Minuten besser als vor diesen 60 Minuten, weil sie halt angeleitet 60 Minuten lang diese Sedanrolle gemacht haben. So. Und dann kommt bei den Eltern irgendwie so dieser Gedanke, naja, gestern konnte er es nicht, heute kann er es. Das Geld, das ich rein investiert habe, das hat sich irgendwie gelohnt. Problem ist aber, muss ich ehrlicherweise sagen, und das hast du vorhin auch schon angesprochen, wenn ich eben alleine oder wenn ich zu zweit bin, ist, dass es ja überhaupt nicht spielnah ist. Ja, es ist irgendwie eine ganz isolierte Art und Weise, wie ich jetzt eine Sedanrolle mache, an einem Hütchen und dann mache ich noch einen Torschuss danach. Das hilft mir aber nicht wirklich in dem, wie ich es im Spiel umsetzen muss. Und wenn wir quasi in dieser Kette bleiben, in dem, wie nennst du es immer, KEA-Modell? Nee, das sagen andere. Ich sage WEA. WEA, Wahrnehmung, Entscheidung, Ausführung. Dann ist es ja nochmal was ganz anderes. Und nur weil ich jetzt isoliert für 45 Minuten lang eine Zidane-Rolle an dem Hütchen mache, heißt das nicht, dass ich das unter Gegnerdruck an der Eckfahne kann, auf einem schlechten Platz sozusagen. Und das finde ich schon den ersten Trugschluss, den man nicht auf den Leim gehen darf bei diesem Techniktraining, dass das von außen gut aussieht. Dieses Produkt mit den Hütchen und sehr viel Struktur und auch das Ergebnis so ein bisschen nicht trügen darf im Sinne von, passt bloß auf, nur weil das jetzt 45 Minuten lang eine Sache isoliert gemacht hat, heißt das nicht, dass es das am Wochenende gleich umgesetzt bekommt.
Speaker 3Ja, aber wie gesagt, das war mein Punkt. Man muss das im Kontext sehen. Und nur weil... Und nur weil es eine schlechte Methodik ist, finde ich, hat es nicht gleich keine Daseinsberechtigung. Also wir haben bei uns auf der Plattform auch sowas wie Levelschießen. Also wo Kinder ausscheiden, wenn sie in der ersten Level ausscheiden und dann zehn Minuten einfach nur zugucken. Wir spielen es trotzdem, weil das die Kinder sind, die als erstes sagen, können wir nochmal. Challenge Game ist eins unserer Lieblings- so Aftershow-Party-Spiele. Die Kinder lieben es, obwohl im Zweifelsfall sie einfach nur zweimal schießen dürfen und dann zehn Minuten warten, bis sie wieder dran sind. Das ist ja methodisch nicht gut. Und trotzdem spielen wir es. Also weil es andere Komponenten beinhaltet und das ist eben dieses Wettkampf und dieses... Also auch genau dieser Faktor, wenn ich jetzt ausscheide, bin ich raus und ich muss warten, bis ich wieder dran bin. Das ist ja auch was, was Kinder lieben. Und dann kommt kein Kind und sagt, Entschuldigung, ich komme jetzt hier gerade nicht auf meine Wiederholungszahl, könntest du bitte nochmal ein zweites Feld aufbauen? Sondern genau das macht das Spiel aus und diesen Charakter. Und deswegen würde ich dem diese Art des Trainings nicht das Recht absprechen, so existieren zu dürfen, nur weil es methodisch nicht gut ist. Und da sind wir uns ja einig, dass es das nicht ist. Und an der Stelle vielleicht auch nochmal die vier Stufen des Techniktrainings. Da war ich mit Marian beim Kinderfußballkongress des VfL Wolfsburg und dort stellen wir diese Stufen vor, nämlich mit diesem isolierten und mit diesem... Also zwischen isoliert und integriert, den Ansatz noch diese Zwischenebene zu haben. Also ein gehandicapter Gegner, eine, wo du einen Vorteil hast. Diese Ebene haben wir auch noch eingezogen und das ist ein schöner Vortrag, den können wir vielleicht noch mit verlinken, um das Modell, das du jetzt aufgemacht hast, auch mit Wea nochmal aufzugreifen.
Speaker 2Ja, okay. Ich glaube, wir reden so ein bisschen aneinander vorbei, weil mein Punkt ist, dass er ja quasi darüber spricht, er hat parallel sein Fußballtraining und sieht auf der anderen Platzhälfte mehr oder weniger dieses Einzeltraining, und ich kann mir schon vorstellen, dass das in gewisser Art und Weise einen Druck erzeugt. Hey, warum mache ich das jetzt nicht auch? Also da funktioniert es, da läuft es, die Kinder kommen dann quasi aus diesen 45 Minuten raus und können einen Trick und ich spiele halt und es ist alles ein bisschen chaotischer und weniger strukturiert. Und ich glaube, also so wie es anhört, da rührt auch so ein bisschen seine Frage.
Speaker 3Ja, aber genau das habe ich doch gesagt. Also genau das habe ich doch auch schon beschrieben mit man muss es im Kontext sehen und darf den Fehler nicht machen. Dass man wie eine U11-NRZ-Mannschaft trainieren will oder wie eine Drei-Spieler-Gruppe in einer Fußballschule trainiert. Also beides darfst du nicht machen. Ja. Das eben zu sagen, okay, was passt zu meiner Mannschaft und was muss ich diesen Kindern bieten, die im Schnitt, also im Durchschnitt da sind. Und das ist ja die große Herausforderung, weswegen ich immer sage, als E2-Trainer auf dem Dorm, hast du einen viel schwierigeren Job als U11-Trainer in einem NLZ.
Speaker 1Dem widerspreche ich nicht.
Speaker 2Also ja. Ich dachte, die Verbindung ist weg.
Speaker 3Nein, nein, nein. Okay.
Speaker 2Ja, gut. Ich möchte aber trotzdem gerne noch mal auf seine Trainingsalltag beziehungsweise Relativität eingehen, weil es gibt ja einen weiteren Aspekt, der mir da schon auch immer wieder auffällt. Ich habe gerade gesagt, dieses Produkt des Einzeltrainings, des Kommerziellens ist ein gutes, weil du irgendwie von außen dastehst.
Speaker 3Da wollte ich auch darauf eingehen, weil ich das einen sehr guten Punkt finde von dir, weil das war ja auch so ein bisschen der Gedanke bei uns, zum Beispiel bei den Key-Event-Karten, also bei den Schlüsselmoment-Karten. Wir sind ja als Kinder- und Jugendtrainer immer auf der Suche nach einer Form von Feedback zu Interessenten, nach einer Form von Entwicklung. Also woran erkenne ich jetzt, dass meine Kinder besser geworden sind durch das, was ich ihnen angeboten habe? Und je unmittelbarer, je kurzfristiger dieses Feedback auftritt, desto beruhigter bin ich als Erwachsener. Deswegen, glaube ich, haben wir ja noch so viel isoliertes Techniktraining. Weil du, wenn du 15 Minuten Passviereck machst oder ein Slalom-Dribbling, sieht es nach 15 Minuten tendenziell besser aus als nach den ersten 60 Sekunden. Das ist flüssiger, ein Kontakt, bam, bam, bam, so. Und dieses optische Feedback, das sieht jetzt besser aus, das gibt mir das fehlerhafte Feedback von, oh, die sind jetzt besser geworden. Und ich glaube, deswegen hält sich das so hartnäckig. Und wir stellen ja Coaches auch immer die Frage, ey, wenn du jetzt deine Spieler 15 Minuten durch so ein Slalom-Dribbling laufen lässt und die nach der Übung fragst, was habt ihr hier gelernt? Dann werden die Kinder sagen, ja, Dribbling. Okay, wenn du jetzt 15 Minuten durch so ein Slalom-Dribbling laufst, wenn du jetzt 15 Minuten 3 gegen 3 spielen lässt und die Kinder danach fragst, was habt ihr jetzt gelernt? Dann werden die darauf keine Antwort haben. Oder 5 verschiedene. Und genau das ist das Problem, weil auf einmal haben wir das Gefühl, ah, okay, da haben sie Dribbling gelernt, gut. Und beim Spielen haben sie irgendwie nicht so richtig irgendwas gelernt als Schwerpunkt, deswegen haben sie sich da jetzt wahrscheinlich auch nicht entwickelt. Und ich glaube, deswegen trennen wir das immer noch so in, wir üben Sachen, indem wir besser werden und dann spielen wir zu Belohnung. Und dann kommt auch dadurch dieses Muss, was ja auch in der Trainingsphilosophie Deutschland drin ist, mit diesem Üben, Spielen, Üben. Als ob dieser Übungsblock irgendeine zentrale Rolle einnehmen würde im Sinne von, da machen wir so den Ein-Prozent-Punkt uns besser und danach spielen wir einfach nur wieder. Und ich finde, das ist eine Abwertung in dieser Trainingsmethodik, die nicht notwendig ist. Das brauchen wir nicht. Wir müssen auf der Ebene, über die wir sprechen, nämlich 98 Prozent des deutschen Fußballs, brauchen wir diese isolierten Übungsblöcke nicht zwangsläufig.
Speaker 2Ja, das ist ein Aspekt. Ein weiterer Aspekt ist, dass dem, ich führe nochmal aus, das ist ja ein gut aussehendes Produkt auch, weil ich eben viele Hütchen habe und irgendwie viel Struktur drin, dass es auch eine gewisse Ästhetik hat. Und das vor allem auch eine Ästhetik hat, die, wenn ich jetzt daheim auf der Couch sitze und irgendwo mir meine Instagram-Reels angucke, meine TikToks angucke, die da sehr, sehr gut funktionieren. Also jeder hat es schon mal gesehen, irgendwo, wo ich meine Instagram-Reels angucke, irgendwelche Übungen, wo, weiß ich nicht, Coach Mesut oder wie sie nicht alle heißen, ihre Einzelspieler anschreien, die durch Hütchenwälder dribbeln oder durch Stangentore dribbeln, den Ball irgendwo hinpassen und dann zeigt der Einzeltrainer hin, wo er als nächstes hinsprinten muss. Das sieht natürlich hochkantformatig, sieht das sehr, sehr gut aus und ich denke mir, oh krass, das hat so eine gewisse Professionalität und ich sehe auch ab und zu mal Cristiano Ronaldo wieder das auch machen im Training. Das ist aber der Hintergrund ein ganz anderer. Bei Cristiano Ronaldo oder in den Profi, wenn der das macht in seinem Reha-Training oder in irgendeiner anderen Trainingsform, dann ist das eine Form der Belastungssteuerung, weil der halt irgendwie auf seine intensive Sprintmeter kommen muss in der Woche, damit er seinen Leistungsstand hält. Das hat ja aber nichts, auch gar nichts damit zu tun, was ich quasi meinen Kindern vermitteln muss oder vermitteln sollte. Und das ist so ein bisschen dieser nächste Punkt, den ich da eben machen wollte, diese Social-Media-Ästhetik, die da irgendwie besteht in diesen Einzeltrainings, die darf man nicht überhöhen im Sinne von das sieht gut aus und irgendwie machen die das auch gut, wenn ich das mir auf dem Handy angucke. Deshalb mache ich es jetzt auch mit meinem Einzeltraining nebendran. Und da fühle ich mich, das ist das, was du jetzt vorhin ausgeführt hast, da fühle ich mich als Trainer, der natürlich nebendran mit 16 wilden Kids trainiert und plötzlich Chaosball spielt oder irgendeine Chaos-Eins-gegen-Eins-Form. Ich denke mir natürlich, also ästhetisch ist hier gar nichts. Die einen fallen hin, die anderen stolpern, die anderen faulen sich. Da ist es wild, da ist es laut. Ja, natürlich sieht das von außen gesehen dann irgendwie besser aus, wenn ich darüber gucke und der Einzelspieler konzentriert da sein Programm abspult. Also diese Gefahr darf man, glaube ich, nicht in diese Gefahr darf man nicht laufen. Cool. Wir hoffen, die Frage wurde beantwortet halbwegs. Ich habe ja gesagt, ich habe eine kurze Idee für alle Vereine dabei und zwar wir hatten vor ein paar Wochen schon mal über sogenannte Trainer-Starter-Sets gesprochen, witzweise. Und damit meine ich nicht unser Produkt des Trainer-Starter-Set, wo ich quasi als F-Jugend-Trainer, als E-Jugend-Trainer mir quasi Fortbildung von uns angucken kann und dann weiß, okay, auf was muss ich denn wirklich achten, sondern meine Idee wäre es, warum gibt es eigentlich nicht verpflichtend für Vereine physische Trainer-Starter-Sets für ihre Trainer? Ja, ich hatte jetzt in letzter Zeit wieder sehr, sehr viel Zeit, aber ich glaube, dass es viele Trainer-Mappen Und dann frage ich auch immer, und wie sieht euer Onboarding aus? Wahrscheinlich so, ihr steckt den mit Schlüssel zu, sagt, hier ist der Ballsack, hier machst du das Flutlicht aus, viel Spaß mit deinen 16 Jungs und Mädels. Das ist in 99% aller Vereine das vermeintliche Onboarding von Jugendfußballtrainern. Und ich dachte mir, eine Sache, die man zumindest Gutes tun kann, seinen ehrenamtlichen Fußballtrainern, wäre es doch tatsächlich so ein Willkommenspaket, ein physisches Willkommenspaket für Trainer. Und ich habe mir überlegt, was müsste da reinkommen? Da müsste in meinen Augen rein eine Stoppuhr, einen Block, Hütchen, Markierscheiben und Leibchen. Das war's. Und ich habe mir auch noch die Mühe gemacht, ich habe die Sachen mal recherchiert und gegoogelt. Wenn wir die Stoppuhr nehmen, nämlich deine geliebte Casio F. 91, glaube ich, oder 19. Die kosten 19,90 Euro. So ein Block, so ein Trainer-Fußball-Block kostet 1,50 Euro. Die Hütchen, 25 Stück in fünf verschiedenen Farben, kosten 9,90 Euro. Die Markierscheiben, also diese Platten-Dinger, um irgendwie Zonen zum Beispiel oder Startpositionen zu markieren, kosten 7,90 Euro. Und der teuerste Block sind die Leibchen, 12 Stück, 2 Euro. Bis zu am Ende, für jedes physische Trainer-Starter-Set. Bei 63,20 Euro. Und ich bin der Meinung, das sollte jeder Verein für seinen Trainer investieren. Und ich habe da jetzt ja noch gar nicht die Bälle mit eingerechnet. Hätte ich das gemacht, hätte es wieder geheißen, ja, oh, wie schweineteuer das ist. So. Heißt, ein physisches Willkommenspaket, Trainer-Starter-Set, für jeden Trainer für 63 Euro, sollte in meinen Augen verpflichtend sein.
Speaker 3Was hältst du davon? Ich würde sogar noch weitergehen und sagen, Zugang zur Videoplattform Plus muss auch verpflichtend sein. Definitiv. Also dann hast du nicht nur das Material, sondern du brauchst jetzt noch die Unterstützung als ganz junger oder frischer Coach, wie du das jetzt so anordnest, dass da irgendwie Training draus entsteht. Und das ist aber, glaube ich, klar. Da bist du bei uns einfach sehr gut fündig. Ich sehe es jetzt auch im Rahmen der Videoplattform Plus mit den Vereinen, dass die das genau für diesen Rahmen nutzen. Und wir hatten es ja auch jetzt bei einem Trainer-Wappen-Projekt, du hast es mir ja nochmal geschickt, das war für uns ja nochmal so ein nächster Schritt eigentlich, was wir mit dem Verein da im Münchner Westen gemacht haben, dass ja die Verknüpfung hinten bei diesen fertigen Trainingseinheiten direkt schon in dieser Mappe drin ist. Wir haben mit denen so ein Konzept aufgesetzt und dann eben das auf Trainermappen für die einzelnen Jahrgänge runtergebrochen. Und jetzt bekommt der E-Jugend-Trainer da seine Mappe, da sind die Vereinsleitlinien und sowas drin, aber auch die Links zur Plattform für die fertigen Trainingseinheiten. Was natürlich bombastisch ist, weil wir mittlerweile, was haben wir denn da jetzt an Trainingsanheiten? 40 Stück pro Juni, mehr, über 50, über 60 fertige Trainingsanheiten für F-Jugend, für E-Jugend und für D-Jugend. Das reicht ja ein ganzes Trainerleben. Und das haben wir da mit verknüpft im Konzept und das ist jetzt halt cool, weil du drückst dem das in die Hand zusammen mit deinem 64-Euro-physischen Paket und der kann jetzt eine Saison lang herausragendes Training machen, ohne dass du dir den jetzt noch groß überreden, reden musst, drei Wochen Urlaub zu nehmen, um zu irgendeiner Lizenz zu fahren oder an 26 Trainersitzungen vereinsintern teilzunehmen, sondern der hat alles parat und bevor er quasi auf schlechte Ideen kommt, in Anführungszeichen, und du wieder diesen Wildwuchs hast, gibst du ihm ab Tag 1 genau das Richtige mit. Deswegen finde ich, dein physisches Produkt, gekoppelt mit einem quasi inhaltlichen, dann bist du fertig und das musst du genau einmal als Verein irgendwie festlegen, wie wir das machen und als Verein, du hast wahrscheinlich noch die Bruttopreise genannt, die auch nicht jeder Verein zahlt, dann ist es nochmal günstiger und wenn du die als Massenware bestellst, dann halt mal 5 oder mal 10, dann ist es nochmal günstiger, kommst du wahrscheinlich bei 40 Euro pro Coach raus. Und du hast ja nicht jede Saison 20 neue Trainer, also je nachdem, wie groß dein Verein ist, aber du hast wahrscheinlich so 4, 5, 6, 7 max neue Coaches, die jedes Jahr anfangen. Und dann sichtest du das Material, was noch da ist, sagst du, guck mal, Hütchen haben wir sogar genug, brauchen wir gar nicht komplett neue und hier, lieber neuer Trainer, ist alles fertig für dich. Und das ist halt auch eine Wertschätzung Ehrenamt gegenüber. Aber sonst ist, wie du sagst, irgendeiner hat das mal so beschrieben, ich weiß nicht, ob das im Kundentermin war, hat gemeint, bei uns läuft es so, guck mal, das sind Bälle, das sind Hütchen, das da hinten sind Kinder, viel Spaß.
Speaker 2Das ist auch die Erfahrung, die ich mache jede Woche. Ja, mit den Vereinen. Na cool. Kleiner Hinweis, gerne mal Rückmeldung, ob ihr das vielleicht sogar schon macht, an Podcasts, Advanced Moon Football, dann haben wir da ein Best Practice Beispiel. So, wir haben noch eine zweite Frage, beziehungsweise ein zweites Thema, und zwar, das bezieht sich auf eine ältere Folge, die sieben größten Fehler von Fußballtrainern. Einfach mal weiter runter gucken, da haben wir eine ganze Folge dazu gemacht, zu genau diesem Thema, was du quasi an Fehlern vermeiden solltest, oder was man auch macht. Was man häufig an Fehlern macht. Und die Frage, beziehungsweise die Rückmeldung dazu war folgende. Hi, die Punkte sieben und acht haben mein Interesse geweckt. In Punkt sieben heißt es, das Training nicht zu sehr am Spiel zu orientieren. In Punkt acht heißt es, dass die Spielanforderungen im Training abgebildet werden sollen. Einmal ging es um Teamgrößen und einmal um ein Spielerverhalten. Eine Episode, falls noch nicht vorhanden, die erklärt, was man aus dem Wettkampfspiel im Training, je nach Alter, Erfahrungsstand, der Kinder abbilden sollte und was nicht, wäre hilfreich. Viele liebe Grüße. Sacko, kannst du dich an diese Folge noch erinnern?
Speaker 3An die Folge kann ich mich erinnern. An die genauen Punkte könnte ich mich jetzt nicht erinnern, aber ich sehe uns schon wieder. Also ich verstehe, was gemeint ist, glaube ich, aus dem Kontext der Frage.
Speaker 2Ja, ich würde gerne mit Punkt sieben starten. Also in Punkt sieben heißt es, das Training nicht zu sehr am Spiel orientieren. Was meinen wir damit? Naja, also vor allem, es klingt tatsächlich am Anfang ein bisschen widerständig. Widersprüchlich, weil wir immer sagen, man soll sehr spielnah trainieren, aber zeitgleich soll man es irgendwie nicht am Spiel oder am Spielformat orientieren. Das lässt sich aber tatsächlich ganz gut trennen, denn wir meinen tatsächlich das reine Format des Wochenendes. Also nur weil mein Kreisverband jetzt ein Sieben gegen Sieben spielt, ein Fünf gegen Fünf oder ein Neun gegen Neun, was auch immer, heißt es nicht, dass das auch quasi das Zielbild sein sollte für dein Training am Wochenende. Unter der Woche. Bedeutet, nur weil wir jetzt am Wochenende Neun gegen Neun spielen, heißt es nicht, dass jedes deiner Abschlussspiele Neun gegen Neun sein sollte, weil, und das ist auch nur einer von vielen weiteren Gründen, vielleicht kannst du da noch ein paar weitere ausführen, Sakko, ist halt dieses Thema auch Aktionsdichte und Trainingseffizienz, das wir immer heranbringen. Wenn ich alle meine Formen irgendwie nur im Neun gegen Neun denke, nur weil ich am Wochenende Neun gegen Neun spiele, dann ist ja völlig klar, dass ich als einzelner Spieler viel, viel weniger Ballkontakte habe, wie wenn ich ein Eins gegen Eins mache, wenn ich ein Zwei gegen Eins mache. Wenn ich ein Zwei gegen Zwei habe. Und schon allein aus diesem Grund solltest du einfach darauf achten, dass, egal was du am Wochenende spielst, versuch das mal so ein bisschen runterzubrechen unter der Woche für deine Mannschaft, dass die auf viele Aktionen kommen, viele Entscheidungen treffen müssen, um sich da einfach weiterentwickeln zu können.
Speaker 3Ja, ich glaube, man muss zwei Sachen nämlich unterscheiden. Das eine ist also die Art des Trainings oder des Wettkampfs und das andere ist das Format. Also das eine beschreibt die Charakteristik und die Methodik in meinen Augen. Also genau das, was du sagst. Wenn ich auf das Spiel am Wochenende gucke und ich habe jetzt eine F-Jugend, da muss ich mich doch als Erwachsener, der das Ganze reflektieren kann, fragen, wie viel von dem, was in diesem Spiel passiert, kann der Achtjährige, der Siebenjährige bewusst wahrnehmen. Und da wird mir sehr schnell klar werden, ja, vermutlich nicht die Bewegung von zwei Mitspielern und drei Gegenspielern gleichzeitig. Dazu noch die Positionierung von sich selbst und diesen Spielern auf dem Feld und dann auch noch die beiden Tore auf der Gegnerseite und die beiden Tore auf der Rückseite. Das alles bewusst wahrzunehmen, ist sehr, sehr, sehr, sehr, sehr schwierig. Und jetzt zu erwarten, dass er quasi bewusst Lösungen für diese Situation findet, ebenfalls sehr schwierig. Und gehen wir jetzt höher, quasi bei einer E-Jugend, vielleicht noch ein Sieben gegen Sieben spielt, ist es genau das Gleiche. Da ist jetzt dein Offensiven vorne drin, der bekommt den Ball und spielt dem Eins gegen Eins gegen den Verteidiger oder hat noch Mitspieler, der dabei ist, die spielen Zwei gegen Eins. Der nimmt in diesem Moment ja nicht wahr, wo sein Verteidiger steht oder der Torwart, wo der jetzt steht. Heißt, die Spieler nehmen bedingt auch durch ihr Alter immer nur einen gewissen Teil des Spielfeldes wahr. Und nur diesen relevanten Teil des Spielfeldes macht in meinen Augen Sinn, dass wir diesen, wenn wir trainieren wollen, also Verhalten optimieren, mit Hinblick auf die Optimierung des Spielergebnisses, was ja immer der Gedanke ist, auch bei einer E-Jugend, also sie spielen ja auch gegeneinander, weil sie gewinnen wollen, sonst würden die aufhören zu spielen nach zehn Sekunden und sagen, okay, lass was anderes machen. Und das ist für mich jetzt die Grundannahme. Und wenn wir jetzt über das sprechen, was wir im Training abbilden, bedeutet es auch eben, okay, wenn ich weiß, dass ein Kind im Sieben gegen Sieben ganz, ganz viel gar nicht wahrnimmt und ich jetzt aber im Training Sieben gegen Sieben trainieren will und stelle alle 14 Spieler auf den Platz, dann weiß ich, dass immer nur ein Bruchteil dieser Spieler in einem Moment, gerade relevante Lerninhalte bekommt. Weil das andere einfach nicht wahrgenommen wird oder zu komplex ist. Und jetzt haben wir ein suboptimales Trainingsetting. Wenn ich der Meinung bin, das funktioniert so, dann okay, viel Spaß bei der M7 gegen 7 oder 9 gegen 9 Training, aber dich wird immer jemand überholen, der genau über das, nämlich eine hohe Aktionsdichte kommt und viele Lernchancen. Heißt, wir lernen, und auch als Erwachsene ja noch, über eine hohe Wiederholungszahl. Das bleibt ja so bestehen. Heißt, wenn ich möchte, dass mein Kind in der Lage ist, ein 1 gegen 1 oder eine einfache Überzahlsituation oder in einem Umschaltmoment nicht stehen zu bleiben, sondern zurückzulaufen, wenn ich das trainieren möchte, weil das im Spiel relevant ist, weil es für uns hilft, die Gewinnwahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass wenn mein Stürmer nicht vorne stehen bleibt, dann muss ich das in ein Format packen, wo das Kind häufig in die Situation kommt, dass es zurücklaufen darf und dann aber auch dabei lernt, dass es nützlich ist, das zu tun. Das ist ja für uns beim Thema auf dieser Trainingspyramide die Stufe der Intensität ist ja immer, der Vorteil muss so groß sein für das Kind und so klar erkennbar, dass es ihn auch gerne nutzt. Du hast jetzt unterschiedliche Spielertypen, manche nutzen kleine Vorteile schon gerne und bei anderen, wir nennen sie immer so das Schlitzohr, das sich vielleicht nicht so gerne bewegt, nicht so viel bewegt, sondern, dass man eh immer lieber vorne stehen bleibt, weil es dann halt schnell den Ball wieder bekommt in dem Konter, das ist so Kategorie Joscha, also warum denn noch die Meter mitmachen und mitverteidigen und so wie bei dir erwartet man das von Messi jetzt auch nicht unbedingt, Güter Nagelsmann hat das ja faul, hat das ja faules Umschalten, aber jetzt habe ich dieses Verhalten und jetzt in einem 7 gegen 7 tritt es halt 3 oder 4 oder 5 Mal auf, wenn ich jetzt aber eine Spielform bastle, in einem 2 gegen 2 mit einer Anschlussaktion, wo er das immer machen muss, dann kommt er innerhalb von 15 Minuten 20 Mal in diese Situation und dadurch, dass wir über Wiederholungen lernen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Spieler das gewünschte Verhalten, was zuträglich ist für ein besseres Spielergebnis, häufiger zeigen muss und weil der Vorteil groß genug ist, nämlich im 2 gegen 2, erkennt er sofort, oh, wenn ich stehen bleibe, dann bekommt mein Mitspieler jedes Mal ein Gegentor. Wenn ich jetzt aber ein paar Meter mitlaufe noch, dann bekommen wir fast gar keine Gegentore mehr. Heißt, der Vorteil ist groß genug, dass er Interesse hat, diese 10 Meter noch zurückzurennen und genau da würde ich ansetzen. Heißt, nicht das Format ist das Ausschlaggebende, sondern nur die Teile des Formats, die für deine Altersstufe und das Leistungsniveau deiner Kids relevant wahrnehmbar sind und das sind eben nur ganz, ganz kleine Ausschnitte und diese Ausschnitte so im Training abzubilden, dass sie häufig vorkommen und dann kann ich den Kids helfen, dass sie da reden, gute Lösungen treffen, die ihnen helfen werden, am Wettkampf, egal in welchem Format, 3 gegen 3 bis 11 gegen 11, auch zu guten Lösungen zu kommen.
Speaker 2Ja, und damit beantwortest du eigentlich auch nochmal seine Nachfrage zu Punkt 8. Da heißt es ja, die Spielanforderungen im Training, nee, in Punkt 8 heißt es, dass die Spielanforderungen im Training abgebildet werden sollen. Einmal ging es um die Teamgrößen und einmal um das Spielerverhalten. Das ist ja genau das. Also da schlägst du quasi die Brücke mit genau diesen Punkten. Das ist auch damit gemeint. Und natürlich kannst du es anders machen und du wirst kurzfristig wahrscheinlich auch, wenn du in diesen anderen Formaten, es ist ja der Klassiker, den wir ganz oft bei den Turnieren auch sehen, du hast immer irgendeine Mannschaft, die sehr, sehr weit kommt, vermeintlich gut spielt oder sehr erwachsen spielt in diesen Altersbereichen, wo du denkst, boah krass, schau mal, die haben schon ein richtiges Positionsspiel in der E-Jugend und die spielen richtig schöne Passstaffetten und so. Das führt schon in gewisser Weise zu einem Erfolg, ja, aber halt auf sehr, sehr viel kurzfristiger Ebene, weil irgendwann, können halt alle Kits passen und irgendwann können halt alle Positionsspiel, dann bist du irgendwann wieder beim Punkt, du brauchst Spieler, die Entscheidungen treffen. Also wann gehe ich auch mal ins 1 gegen 1, um eine Situation zu lösen? Oder wie gewinne ich denn ein defensives 1 gegen 1? So, und da musst du halt immer wieder so diesen Spagat finden zwischen kleinen Zahlenverhältnissen für viele Aktionen, für spielnahe Aktionen und große Zahlenverhältnisse für das, was du am Wochenende für ein finales Format spielst. Sehr gut. Wie gesagt, Marco? Du hast noch was für mich.
Speaker 3Yes, bei dem Pfiff fällt mir jetzt aber nochmal ein, vielleicht haben wir ja auch eine Zuhörerin oder einen Zuhörer, weil ich hätte gern, dass wir so dazwischen so Bumper haben für die einzelnen Kategorien. Vielleicht kann man sich da orientieren auch an sowas wie dem Podcast Baywatch Berlin, die ja auch eine Kategorie Vorstellung haben. Das geht dann so 5, 6, 7 Sekunden. Das fände ich cool, weil wir haben manchmal Zuhörerfragen, wir haben irgendwie Themen von der Basis, wir haben vielleicht irgendwie bald wieder so Verbandsthemen. Also wenn da jemand dabei ist, der in sowas affin ist, dann würden wir uns über Zuschriften sehr freuen und gibt ein kleines Shoutout oder ein kleines Geschenk für den Coach und die Mannschaft. Ich habe noch einen Punkt, Josh, den ich mit dir, also den ich dir einmal präsentieren würde, weil ich mir selber nicht ganz sicher bin, ob da nicht irgendwo ein ganz großer Punkt ist, wo ein ganz großer Trugschluss gedanklicher Natur drin ist. Und zwar sieht das folgendermaßen aus. Ich bin über einen Instagram-Kanal gestolpert, englisch, von einem Trainer, ich weiß nicht mehr, wie er heißt, Coach for Coaches, glaube ich. Und der stellt da verschiedene Ideen vor für gar nicht nur Fußball, sondern alle Spielsportarten. Und was er jetzt da als Idee vorgebracht hat, war Folgendes. Und er hat gesagt, er hat das genannt, ich weiß gar nicht, ob es da ein deutsches Wort dafür gibt, Game Management Training. Gibt es da ein deutsches Wort dafür? Also im Sinne von so Tempo beeinflussen und mal bewusst Tempo rausnehmen und sowas. Als Spieler oder als Trainer? Als Spieler. Also, dass die Mannschaft lernt, das Game zu managen.
Speaker 2Spielerhythmisierung. Ja, sowas.
Speaker 3Ja, okay. Wenn das ein Wort ist, dann, dann ist das damit gemeint so. Und seine Aufgabe ist folgende. Er spielt dann einen Teil des Trainings und teilt zwei Mannschaften ein oder mehrere Felder, ist egal. Und jetzt ist die Aufgabe, dass du zwei Spiele in Folge gewinnst. Dann hast du diesen Teil des Trainings quasi gewonnen. Dann hast du das Turnier gewonnen oder den Wettkampf gewonnen, was auch immer. Du musst zwei Spiele in Folge gewinnen. Aber das zweite Spiel geht immer mit dem gespiegelten Ergebnis, des ersten Spiels los. Heißt, du hast im ersten Spiel mit deiner Mannschaft 4-0 gewonnen. Jetzt startest du im zweiten Spiel, also im Rückspiel, mit einem 0-4-Rückstand und musst den Mindest, also musst du das Spiel drehen, damit du das Turnier gewinnst, weil du dann zwei Spiele in Folge gewonnen hast. Grundsätzlicher Gedanke ist jetzt quasi, dass du dich fragst, okay, macht es jetzt Sinn, im ersten Spiel noch das 5-0 zu schießen? Oder nehmen wir lieber ein bisschen Tempo raus, verwalten das Ergebnis, damit wir im zweiten Spiel nicht mit so einem extremen Vorsprung starten? Geht das Spiel, wird es nach Zeit gestoppt, oder was ist da? Ja, ich glaube, ich habe mir überlegt, wie ich spielen würde. Ich würde wahrscheinlich x Minuten Spielzeit festlegen, an denen gestoppt wird und dann eine Gesamtzahl an maximal Y spielen. Also, okay, wir spielen 6 Minuten und wir spielen maximal 5 Spieler 6 Minuten. Also wir haben eine halbe Stunde Spielzeit, und wir haben eine halbe Stunde Spielblock eingeplant für im Training. Und innerhalb dieser 5 Spiele müsst ihr mindestens einmal 2 Spiele hintereinander gewinnen. Ja, okay.
Speaker 2Also, erster Gedanke, der mir als alter Fuchs kommt auf dem Fußballplatz, wenn ich weiß, das Spiel geht 5 Minuten und ich schieße ein Tor und führe, freue ich mich schon mal, dann würde ich noch auf ein zweites Tor gehen. Das würde ich auch noch schießen. Und dann würde ich aber tatsächlich in der letzten halben Minute würde ich noch ein Eigentor schießen, damit es halt 2-1 ausgeht.
Speaker 3Ja, genau. Jetzt habe ich mich auch gefragt, ob das quasi ein sinnhaftes Verhalten wäre, weil jetzt startest du natürlich im zweiten Spiel mit einem Torrückstand und das ist wahrscheinlicher, dass du das wieder aufholst.
Speaker 1Aber, also dennoch bleibt bestehen,
Speaker 3du startest, du startest mit einem Torrückstand.
Speaker 1Ja.
Speaker 3Also diese Dynamik im Spiel kannst du halt nicht rausnehmen. Aber ich weiß nicht,
Speaker 2ob das so, also hat der einen ähnlichen Effekt, wie wenn du vor dem Spiel das Ding würfelst, das Ergebnis. Dann hast du ja auch unterschiedliche Rhythmen. Was ich witziger, was ich da als interessanter finde, glaube ich, ist, dass du,
Speaker 1also,
Speaker 2ich überlege gerade, ob da ein Logikfehler drin ist. Wenn ich Mannschaft A sage ich quasi ein Ergebnis, also ihr startet mit 2-1, ihr führt 2-1 und Mannschaft B sage ich ein anderes Ergebnis. Ihr führt 4-1 und die quasi, zwei verwaltende Mannschaften. Ja, ich überlege, wahrscheinlich müssen wir das mit Rückständen spielen, aber macht es Sinn, dass dann beide quasi zwei unterschiedliche Spielstände bespielen?
Speaker 3Das ist das Problem, das ich sehe, nämlich bei diesem Format, auch wenn das Ergebnis vor dem Spiel gewürfelt ist, was da eingefüllt wird, ähm, weil ... du dann von extern diesen Faktor draufschmeißt. Also die starten halt jetzt, weil der Würfel so gefallen ist. Und dann denkst du dir auch, Mann, wieso müssen wir jetzt mit Rückstand starten? Du hast es nicht mehr bei den Spielern in der Hand. Und deswegen finde ich dieses Format ein bisschen charmanter, weil du trotzdem das erste Spiel ganz normal bei 0-0 startest. Also, ich weiß nicht, ob es nicht wahrscheinlicher wäre, dass du bei 2-0 anfängst zu verwalten, langsam zu machen, anstatt quasi weiter Vollgas zu spielen und um dann in den letzten 20 Sekunden ein Eigentor zu schießen, ob du nicht einfach das Tempo ein bisschen rausnehmen würdest. Und beim zweiten Spiel muss diese Mannschaft aber richtig Gas geben. Also, die müssen zwei Tore schießen, weil ein Unentschieden reicht dir ja nicht. Bei einem Unentschieden startest du das nächste Spiel ja auch wieder bei einem Unentschieden. Das spiegelt der Ergebnis. Und dann musst du dann wieder zwei Spiele in Folge gewinnen. Du kommst also nicht voran. Heißt selbst, wenn du jetzt in deine Mannschaften einteilst, und das Ziel wäre schon, zwei ungefähr gleich starke Mannschaften einzuteilen, wie immer, hast du dann die Mannschaft, die vielleicht einen Tick besser ist, die mitten im Rückstand startet. Und jetzt auf der anderen Seite, und das finde ich, glaube ich, noch spannender, hast du eine Mannschaft, die lernt, ein Ergebnis zu verteidigen. So dieses, wir halten unseren Vorsprung. Also, was du sonst nie wirklich auch trainieren willst vielleicht, weil du sagst, okay, wir wollen nicht so, also wir wollen immer aktiv und nach vorne. Aber wie witzig das ist, wenn die Kinder sich auf einmal anfangen so abzusprechen und, weil dir bringt vielleicht dieser eine Superstar, der richtig viele Tore schießt, bringt dir gar nicht so viel, weil du sagst, ey, erstmal müssen wir gucken, dass die halt kein Tor machen, weil sonst, also, jetzt haben wir ein Problem, weil dann, wenn es unentschieden steht, ist das Spiel wieder offen. Sondern lass erstmal gucken, dass wir, und ich glaube, denen so ein bisschen das Heft des Handelns in die Hand zu geben und zu sagen, besprecht euch nach dem ersten Spiel, wie ihr jetzt quasi weitermachen wollt. Das könnte ich mir, äh, witzig, also, das mit dem Eigentor war aber auch ein Gedanke, der mir kam. Also, ob du nicht als Mannschaft, die eigentlich tendenziell besser ist, das Ergebnis immer möglichst knapp halten willst und sich dadurch ganz merkwürdige Verhaltensweisen ergeben, das kann ich nicht ganz ausschließen. Ja. Wie würdest du es bei einer Herrenmannschaft sehen? Also, im Erwachsenenbereich jetzt? Da erst recht. Die das spielen würden. Die machen das doch erst recht. Das Eigentor? Ja. Ja, aber überleg mal, welche Dynamik dieses Folgespiel hätte. Die müssen ja einen Zwei-Tore-Rückstand aufholen, sozusagen. Nee, ein Tore-Rückstand. Nee, dann ist es unentschieden. Dann gewinnen sie das Turnier ja trotzdem nicht. Sie müssen ja mindestens mit zwei Toren Vorsprung das zweite Spiel gewinnen.
Speaker 2Ja. Ich glaube, der Effekt ist relativ schnell verpufft. Also, da kannst du dir auch Dinger ziehen lassen und sagen, schau mal, jetzt steht es 3-1 für den Gegner, das müsst ihr
Speaker 3aufholen. Ja, aber das meine ich doch.
Speaker 2Ja, das habe ich schon verstanden, aber ich glaube, dieser Spieltrieb ist unabhängig davon, ob Erwachsener oder nicht Erwachsener, der ist relativ schnell
Speaker 1dahin. Okay. Würde mich freuen,
Speaker 3wenn das mal jemand ausprobiert, weil ich habe es selber noch nicht gemacht. Heißt, gerne mal rückmelden, wie die Kitze. Ich weiß auch, dass die Kitze nicht so gut ist. Also, es kann ein völliger Flop sein, weil genau das, dann stehen die irgendwann nur so gegenüber, weil die einen sagen, hey, ist eigentlich okay, wenn es 2-1 steht und die anderen auch und dann will keiner mehr spielen. Könnte passieren. Würde mich freuen, wenn wir da mal Zuschriften aus dem echten Leben bekommen.
Speaker 2Ich mich auch. Damit Sakko wünsche ich dir ein schönes Osterfest und bis dahin. Tschüss. Bis denn. Ciao. Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!

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