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Die letzten Tage der Weißen Rose

47m 48s

Die letzten Tage der Weißen Rose

Am 22. Februar 1943 wurden die Studenten Sophie Scholl, Hans Scholl und Christoph Probst, Mitglieder der Widerstandsgruppe Weiße Rose, im Gefängnis München-Stadelheim hingerichtet. Ihre Festnahme erfolgte nur Tage zuvor, am 18. Februar, nachdem der Hausmeister Jakob Schmidt sie beim Verteilen von regimekritischen Flugblättern an der Universität entdeckt und der Gestapo übergeben hatte. Die Flugblätter, die zum Sturz des Nationalsozialismus aufriefen, wurden als schwere Bedrohung wahrgenommen, insbesondere parallel zur Niederlage in Stalingrad. Im Vorfeld der Verhaftung hatte der nationalsozialistisch gesinnte Professor Richard Hader ein Gutachten zu den Flugblättern erstellt, in dem er zwar sprachliche Begabung, aber keine unmittelbare Gefahr durch eine breite Widerstandsbewegung sah. Die schnelle Verurteilung und Hinrichtung innerhalb weniger Tage nach der Festnahme unterstreicht die Willkür und Brutalität des NS-Unrechtsregimes. Der Bericht beleuchtet verschiedene Perspektiven – von den Opfern über einen wissenschaftlichen Mitläufer bis hin zu einem pflichtbewussten Denunzianten –, die das Funktionieren des totalitären Terrorapparats verdeutlichen.

Transcription

7126 Words, 46997 Characters

German
Am 22. Februar 1943 im Gefängnis München-Stadlheim, es ist im Montag kurz vor 17 Uhr und auf dem Hof der Haft anstalt stehen nun drei junge Menschen. Alle drei sind Studierende der Universität in München, zwei Männer, eine junge Frau, gemeinsam rauchen sie in diesem Moment die letzte Zigarette ihres Lebens. Nicht weil sie etwa mit dem Rauchen aufhören möchten, sondern weil sie wissen, dass sie nur noch wenige Minuten zu leben haben. Denn Stadlheim ist in der Zeit und auch zuvor eine zentrale Hinrichtungstätte in München im Stadtteil Giesing. Nach der Niederschlag und Reterepublik übrigens wurden hier hunderte Aktivisten vor ihrer Verurteilung eingesperrt und teilweise ohne Urteil im Hof des Gefängnisses ermordet. Darunter auch so prominente Namen wie Gustav Landauer und Eugen Lewiné, zwei revolutionäre jüdische Abstammungen, die ein sozialistisches Kommunistisches System in Bayern einführen wollten. Man kann also durchaus sagen, die Studierenden von denen wir jetzt hier sprechen, die wissen, wo sie sich befinden. Sie wissen, dass sie nur noch wenige Minuten zu leben haben. Schafrichter im sogenannten Vollstreckungsbezirk 8 zu dem zum Beispiel neben München Stuttgart gehört, ist Johann Reichert. Ja und diesen Reichert, den merken wir uns schon mal, der hatte diesen Job als Hänker bereits vor der Machtübernahme der Nationalseitzulisten. Wollte dann diesen Beruf eigentlich schon hinschmeißen, es gab in der Weimarer-Publik einfach zu wenigen Hinrichtungen. Das ändert sich dann schlagartig 1933 mit der Machtübernahme der Nationalseitzulisten. Damit waren er und seine falsche Wertmaschine so gefragt wie nie. Er wird dann zum zentralen Hänker der Nationalseitzulisten nicht nur in München, sondern eigentlich im gesamten Süddeutschen Raum. In Stadelheim werden in der Zeit des Nationalseitzulismus also bis 1945 fast 1200 Todesurteil versteckt. Das sehen wir nochmal die Bedeutung in dieses Wortes. Ja absolut und drei davon eben an diesem spät Nachmittag des 22. Februar 1943, was ich auch so besonders finde. Die Verurteilten sind ja erst wenige Tage vorher verhaftet worden. Also zwischen Festnahmeprozess, Todesurteil und Vollstreckung dieses Todesurteils liegen also gerade vier Beziehungsweise drei Tage. Ja heute unvollstellbar damals im totalitären System noch möglich. Dieser Schafrichter reichert, der erinnert sich später auch und soll dann auch gesagt haben, dass er nie jemanden so tapfer hat sterben sehen wie diese junge Frau. Ja und ins Gedächtnis einbrennen werden sich auch die letzten Worte ihres Bruders es lebe die Freiheit. Sie werden dann in den Raum geführt, indem der Hänker bereits wartet, neben ihm steht die Geothine, die er schon extra in der Zeit davor schon umgebaut hatte, damit sie schneller, damit sie effizienter tötet und alle drei werden an diesem Tag dann hingerichtet. Ja die Geschichte dieser drei Studierenden möchten wir heute erzählen. Ich glaube man kann aber sagen wir gehen kein ganz gewöhnlichen Weg. Warum tun wir das nicht, weil wir versuchen die perspektiven verschiedener Menschen einzunehmen, die sich an ihrer Vorurteilung direkt oder indirekt beteiligt haben. Wir sind Niklas Fischer und Hannes Liebrand, zwei Historiker von der Ludwig-Maximilans Universität in München und ihr hört Tatort Geschichte. Den ersten Tatort habt ihr jetzt bereits kennengelernt, über weitere werden wir auch noch reden. Unsere Geschichte spielt in der Zeit des Nationalsozialismus und die Opfer von denen hier gesprochen wurde, sind alles mit Lieder der weißen Rose. An diesem 22. Februar sterben nämlich so viel Scholl, ihr Bruder Hans-Scholl und dessen Kommonitone Christoph Brobst. Wir wollen zeigen warum sie sterben mussten. Für ein Vergehen, dass wir uns heute natürlich eigentlich keines mehr ist, weder moralisch noch juristisch. Wir wollen zeigen, wie der Terror-Aparat der Nationalsozialisten funktioniert hat, wie so ganz viele unterschiedliche Redchen und Reda in einander gespielt haben und dieses Terrorgetriebe am Laufen hielten. Dafür mussten wir natürlich eine Auswahl treffen, die vielleicht nicht vollständig ist, aber die doch sehr gut zeigt, welche unterschiedlichen Bereiche das totalitären Systemen wirklich inbegriffen waren bei diesen Hinrichtungen von Widerstandskämpfen. Wir wollen auf die Perspektive auch unterschiedlicher Menschen eingehen. Wer davon Täter, wer davon Mittläufer war, davon könnt ihr euch dann vielleicht am Ende selbst in Urteilbilden. Gestartet in die Geschichte sind wir jetzt mit dem Fallbeil, das Henkers-Johann reichert. Wir sprechen aber auch über einen Hausmeister, über einen Polizisten und einen Richter. Ja, anfangen, wollen wir also unsere erste Perspektive, die wir eintauchen, ist die eines Wissenschaftlers von der Universität München. Denn genau genommen spielt seine Geschichte so in unserer chronologischen Abfolge jetzt als erstes. Die beginnt nämlich schon einen Tag vor der Verhaftung der Geschwister. Es ist Mittwoch der 17. Februar 1943 und wir sprechen von Prof. Dr. Richard Hader von der Universität München. Jetzt kann man sich natürlich fragen, was hat ein Wissenschaftler von der Uni mit den letzten Tagen von Sophie und Hans Scholl zu tun? Ja, Richard Hader wird von der Gestapo beauftragt, ein Gutachten über die Flugplätter der weißen Rose anzufärtigen. Es geht darum, Hinweise hinsichtlich der Urheberschaft zu finden. Und auf dem ersten Blick könnte man meinen, warum dieser Prof. Hader da geeignet wäre. Er war nämlich Philologe, sein Fachgebiet, war die klassische Altertumswissenschaft. Ja, also sicherlich keiner, dem er auf den ersten Blick irgendwie in Verbindung mit zum Kriminalfall bringen würde. Lass uns aber auch mal so ein bisschen versuchen, ein zu Norden, wo der somit Blick auf den Nationalsozialismus und die damit verbundene Ideologie steht. Man kann glaube ich durchaus sagen, erst in den Anfängen auf jeden Fall einer wie viele andere Wissenschaftler ja auch, der dem Regime positiv gegenüber steht. Es Mitglied in verschiedenen Parteieorganisationen, z.B. dem NS-Dutzendenbund, war zeitweise wohl auch in der SA. Parteie Mitglied. Ja und das waren natürlich auch aus Karrieregründen so. Also, viele sind in die Parteie ingedreten, um Profit zu schlagen, um Karriere einzuschlagen. So dass die Partei ja sogar auch mal ein Aufnahmestopp erlassen hat, weil zu viele in diese Partei eingedreten sind. Haar dasselbst tritt erst 1937 ein. Das ist doch relativ spät. Seine stärkste Verbindung zum Regime, das kann man glaube ich durchaus so sagen, ist seine Verbindung über das Institut für indogermanische Geistesgeschichte, das baut er in München mit auf. Wenn wir das jetzt sehr vereinfacht, versuchen irgendwie auf den Punkt zu bringen, wofür das steht, was das untersuchen soll, kann man sagen. Das ist dafür da, um die angebliche Überlegenheit der arischen Rasse auf wissenschaftliche Füße zu stellen. Also damals natürlich irgendwo ganz zentraler Punkt, dieses nationalsozialistischen Unrechtsträschemens. Ja, das kann man so ein bisschen unter diese Spinnerreien von Alfred Rosenberg im Chefideologen der NS der RP verorten. Der hat nämlich dieses Institut maßgeblich ins Leben gerufen. Im Grunde sollte eigentlich die historische Leistung oder die Kulturkraft, so hat man es auch damals genannt, der indogermanischen Rasse wissenschaftlich belegt werden. Egal, wie wird das zusammenfassen, ob er aus Überzeugung oder nicht sich an diesen pseudowissenschaftlichen Studien beteiligt, erstellt sich auf jeden Fall in den Dienst des Rassismus. Ja, du sagst das schon, er bedient sich eben auch pseudowissenschaftlichen Methoden. Wir müssen feststellen, die Gleichschaltung der Wissenschaft war ja zum Zeitpunkt der Verhaftung der Mitglieder der weißen Rose längst eingeleitet. Nein, eigentlich fast schon abgeschlossen. Zahlreiche unangepasste vor allen Dingen auch jüdische Professoren wurden zu diesen Zeitungen bereits entlassen, beziehungsweise eigentlich schon vom Hof gejagt. Es gilt an der Universität schon seit 1933 das sogenannte Führerprinzip. Also auch hier sollte Hitler die oberste Befehltsgewalt haben. Er kleines Heidfekt, wo man das auch sieht, was das bedeutet. Bei dieser feierlichen Übergabe des Führerprinzips, da gab es dann auch im Lichthof, wo ja dann bezeichnenderweise auch 10 Jahre später die Geschwistercheu verhaftet worden sind, gab es dann ebenso eine Festivität im negativen Sinne. Und die Studierenden, die da gefeiert haben, sind dann von dort zum Königsplatz aufgebrochen, ganz bekannt, Bücherverbrennung, also und Deutsche Bücher wurden verbrannt. Und das ging eben bei diesen Fest-Aggbursch brüglich los. Was wir also glaube ich zusammenfassend auf alle Fälle hier auch noch mal betonen können, Uni, damals auf jeden Fall braunen, das gilt sicherlich auch für ganz verschiedene Wissenschaftler und sicherlich auch für unseren Wissenschaftler-Hader. Ja und das sitzt dann eben an diesen Mittwoch, den 17. Februar, wir haben jetzt noch fünf Tage bis zur Hinrichtung, um das nochmal zeitlich zu verorten, an seinem Gutachten. Hintergrund in der jüngeren Vergangenheit hat die weiße Rose ihre Tätigkeit wieder aufgenommen, genau in der Zeit davor. Wieder aufgenommen deshalb, weil die ersten vier Flugblätter der Widerstandskrubbe schon eigentlich im Sommer 1942 im Umlauf waren. Im Anschluss hatten wir dann längere Zeit nichts mehr von der weißen Rose gehört und dann kommt es eben im Jahr 43 kurz vor der Verhaftung wieder alles auf. Hintergrund für diese gewisse Pause ist, glaube ich, relativ leicht zu erklären und zwar sind die ersten Köpfe der weißen Rose an die Ostfront geschickt worden. Also sie waren gar nicht in Deutschland konnten logischerweise dann auch keine Flugblätter schreiben und ihre Erfahrungen, die sie da an der Ostfront dann auch sammeln, sind natürlich dann auch ganz prägend für das Verfassen der Flugblätter, die dann folgen. Ja und in dieser Zeit stoßen zu weißen Rose, also zu den. Erst Mitgliedern um Hans Scholl, Alexander Schmorelle und Willi Graf, dann auch Sophie Scholl und Christoph Brobst. Und auch ein Professor der Studierenden selbst, Professor Kurt Hubert. Sein Fachgebiet war die Psychologie und die Philosophie. Alle der genannten Mitglieder entstammen übrigens, dem Bildungsbürgertum würde man sagen, die dem Nationalsozialismus zumindest distanziert gegenüberstanden. Nicht bei allen, weil der Weg in den Widerstandswingen vorgezeichnet Hans Scholl, bis er auch eine gewisse Zeit in der Hitlerjugend aktiv will. Willi Graf zum Beispiel dann doch noch mal eine andere Figur. Tiefreligös lehnt den Nationalsozialismus eigentlich von Anfang an ab. Ja, es findet ein gewisser Wandel statt in der Bewertung des Nationalsozialismus. Ich glaube, das kann man ganz klar feststellen. Die Gegner schafft entwickelt sich aber doch stetig. Diese Flugblätter, also das Fünfte und das Sechste, liegen nun bei dem Gutachter, Professor Hade auf dem Tisch. Was ist ja mitgebracht, schauen wir uns einfach mal rein, was er dazu lesen bekommt. Ja, das machen wir es einfach chronologisch. Fangen wir mit dem Flugblatt Nummer 5 an. Das wird ab dem 25. Januar 1943 mit der Post verschickt. In Süddeutschland und in Teilen von Österreich ist dann in München auch in unglaublich viele Briefkästen über 1000 Warns, glaube ich, insgesamt gesteckt worden. Und wenn ich da so reinkoge, was mir so als erstes auffällt und was ich sehr spannend finde, ist, wie die Sprache der Nationalsozialisten umdrehen. Also ich habe hier zum Beispiel mal rausgesucht. Man spricht da vom Nationalsozialistischen untermännchen tun dreht es. Also einfach um, was die Nationalsozialisten ja gern immer anderen unterstellt haben, um sich höher zu stellen. Dann auch ganz interessant. Man spricht zitat von einem neuen Befreiungskrieg, der da anbricht. Ja, es hat auf jeden Fall eine Abhellfunktion. Also man möchte das Volk aufritten. Und Professor Hader ließ das und sieht die Präsenz dieser Flugblätter. Ja, und lassen Sie doch jetzt einfach mal direkt eine Textpassage, dieses Flugblattes vorlesen. Ich zitiere, glaubt nicht, dass Deutschlands Heil mit dem Sikt des Nationalsozialismus auf Gedei und Verderben verbunden sei. Ein Verbrecher tun kann keinen deutschen Sieg erringen. Drend euch rechtzeitig von allem, was mit dem Nationalsozialismus zusammenhängt. Nachher wird ein schreckliches, aber gerechtes Gericht kommen, über die so sich feig und unentschlossen verborgenhielten. Solche Aussagen müssen wir auch immer im Kontext der Zeit betrachten. Für die Nationalsozialisten erhöht es sich die Präsenz der Aussagen, deshalb auch, weil relativ parallel die Schlacht bei Stalingrad tobte in der 100.000 deutsche Wärmachtsoldaten eingekästelt gewesen sind. Und dann hat man das noch stärker als Werkraftsersetzung, als Deutschstos aus der Heimatfront bewertet, von Studierenden, die eigentlich privilegiert sein, weil sie am Mitführersknappenanführungszeichen hier Studieren dürfen, München. Ich meine mich zu erinnern, dass, glaub ich, sogar im Rundfunk, damals diese Niederlage eingestanden werden musste, weil so offensichtlich war. Na, so gut, dass du das noch mal gesagt hast, wird, glaub ich, unglaublich deutlich. Und das sieht man dann ja auch in der späteren Anklage, vor was da die Nationalsozialisten eigentlich Angst haben. Schauen wir uns auch das nächste Flugblatt an, das unterscheidet sich ja zumindest in der Ansprache noch mal so leicht, denn es richtet sich direkt an die Studierenden. Dieses Flugblatt ist ganz frisch, ist erst am 15. Februar in den Umlauf gebracht worden. Und auch das ist von der Sprache relativ angrisslustig, finde ich. In dem Flugblatt heißt es zum Beispiel, ich zitiere es mal, der Tag der Abrechnung ist gekommen, der Tag der Abrechnung der deutschen Jugend mit der Verabschreuungswürdigsten Tyrannis, die unser Volk je erduldet hat. Und das war natürlich ein Frontalangriff gegen das gesamtes System und gegen Hitlerpersönlich auch. Ja, und diese sprachliche Entschlossenheit, die wir da hier raushören, geht dann auch in die Beurteilung von Professor Harder ein, der ist ein erstes Gutachten auf Basis, der Flugblätter 5 und 6 noch am gleichen Tag abschließt. Und darin heißt das Beispielsweise, "Zusammen fassend stellt sich der Verfasser als ein begabte intellektueller da." Erinnert mich so ein bisschen an Pro-Filing, was er zu kommt, nur dass er nicht das Profil eines Serienmörders erstellt, sondern eben vom Menschen die Flugblätter verteilt haben. Und ich zitiere noch mal aus dem weiteren Verlauf des Gutachtens. Trotz einem gewissen Schwung der Sprache und der Entschlossenheit des politischen Wollens sind seine geistigen Erzeugnisse, aber letzten Endes schreibtisch Produkte. Wenn sie auch nicht den Ton eines verbitterten Einsamen haben, hinter ihnen, als wohl eine gewisse Klicke steht, so sind sie doch nicht der Ausfluss einer machtpolitisch aktiven Gruppe. Dazu ist ihre Sprache zu abstrakt. Sie will und kann in breiten Kreisen der Soldaten oder Arbeiter keinen Widerhalt finden. Ja, so kann man als Fazit sagen, sprachliche Entschlossenheit, ja, so ein gewisses sprachliches Talent, ja, Gefahr aus Sicht von Hader, aber eigentlich keine. Was wir auch sagen können, ist die Autorenschaft schätzt, der durchaus zutreffend ein, aber das engt ja jetzt nicht zwingend. Den Kreis der möglichen Autorinnen und Autoren ein, das kann ja im Grunde jede relativ gut sprachlich geabte Studierende sein. Am 18. Februar sollten wir der Vollständigkeit halber auch noch sagen. Schreibt Hader dann noch ein weiteres Gutachten, das bezieht sich auf die älteren Flugblätter. Und noch bevor seine Einschätzung dann vielleicht auch die Gestapo, die Ermittlungen weiter voranbringen könnte, der große Zufallstreffer. So viel und Hans werden bei der Verteilung der Flugblätter an der Universität Inflagrantie erwischt. Wir schreiben den Donnerstag den 18. Februar jetzt, den Vormittag. Unsere nächste Perspektive, die wir hier einnehmen möchten, ist die des Hausmeisters Jakob Schmidt, der Universität München. Und damit sind wir auch im zweiten Tatort eigentlich unsere Geschichte, wobei wir diesen Tatort, diesen Begriff Tatort ja relativieren müssen, für die Nationalser zu listen, was ganz klar ein Tatort für uns heute nicht mehr. Wir haben da Flugblätter verteilt. Ja, aber der Inhalt der Flugblätter und das Verteilen war es sicht, das Unrechtsregimes kriminell verboten haben. Dieser Hausmeister, früher auch Hörsaldina oder Pedell, der seit 1926 an der Uni, der aus Linien treu, vielleicht auch ein bisschen Pflicht besessen, Mitglied der SA, Mitglied der NSDAP. Und der läuft jetzt nun durch diesen Lichthof. Beschreiben wir mal kurz diesen Lichthof. Das ist ein sehr pompöser Bau, wir sehen Mosaikfelder, eine hohe Säulenhalle, offene Treppen, über die man eben in verschiedenen Etagen zu den Hörs Sellen gelangt. Es ist etwa 11 Uhr, wenn wir jetzt zurück in unsere Geschichte gehen, gleich werden die verschiedenen Vorlesungen zu Ende gehen und sich die Studierenden durch die Etagen drängeln. Noch aber ist es ruhig, Jakobschmit, unser Hausmeister dreht seine Runde, da flattern ihm von oben, Flugblätter entgegen. Erhebt dann eines auf, wirft einen kurzen Blick drauf und erkennt sofort den hochprisanten Inhalt. Aufruf zum Widerstand gegen das Nationalsozialistische Regime. Er rennt hoch in den zweiten Stock und entdeckt dort so viel und handscholl mit einem leeren Koffer. Überall auf den Fluren, den Brüstungen, Fensterbenken vor den Hörseelen liegen Flugblätter. An dieser Jakobschmit, der packt die beiden nun an den Armen, um zertzi ohne Widerstand das Büro des Sündikrusteunier, also die Person, die für die Rechtsangelegenheiten zuständig war, man denkt sich immer, "Mmentensch, warum sind sie denn nicht weggerannt? Warum haben sie sich vielleicht auch nicht gewährt?" In dem Falle. Die Gestapo wird gerufen. Bis dahin werden alle Türen der Universität verriegelt. Keiner da freien, keiner da frau. Er und Handscholl, der hatte noch einen Zettel bei sich, den hatte er in der Innentasche seines Jackets bei sich getragen, den versucht er zu zerreißen. Auch das bemerkt unser Pflichtbewusster Hausmeister-Schmit. Hebt diese Schnitzel auf zur Beweißicherung, was Schmit nicht wissen kann. Und das macht die Geschichte, finde ich so besonders tragisch. Die waren ja mit dem Verteilen schon fertig. Ich hatte ein paar Flugblätter übrig, hatten es schon zum Hinterausgang geschafft. Dann aber gesagt, kommen wir versuchen, alle zu verteilen, denn wir wollen ja möglichst viele Menschen erreichen. Gehen dann zurück, laufen in den zweiten Stock, schubzen Flugblätter von der Brüstung. Und die Flattern dann eben unserem Hausmeister entgegen, ganz besonders tragisch, wie ich finde, sonst hätte man sie möglicherweise nie erwischt. Ja, und wenn man sich das vorstellen, das sind echt nur ein paar Meter bis zur Amalienstraße und wegen die Freiheit, wenn wir jetzt ein bisschen partätisch ausdrücken möchte, die Gestapo trifft dann auch sehr schnell ein. Hintergrund ist der, die Gestapozentrale liegt im Wittelsbacher-Palle, und ist nur ein Katzensprung entfernt. Und hier hat auch der Leiter einer Sonderkommission sein, worum, welches eben die Herkunft dieser Flugblätter bereits zuvor schon auflehren sollte. Mitten in seine Ermittlungstätigkeit, wier sich dann auch später erinnert, vielleicht ließte auch gerade das frische Gutachten vom Professor Hade, erhält er dann den Anruf, dass zwei Studierende an der Uni verhaftet worden sind. Und dann macht das sich augenblicklich auf den Weg und trifft kurze Zeit später in der Uni ein. Also schauen wir uns den Leiter der Sonderkommission auch noch mal etwas genauer an. Sein Name ist Robert Moore, offiziell ist der Kriminal-Obersikretär bei der Gestapo Leidstelle München. Keiner wird in den nächsten Stunden und Tagen mehr Zeit mit so viel Schäufer bringen, als Robert Moore, der erstejenige, der sich verhören wird. Wer ist dieser Robert Moore? Machen wir vielleicht mal etwas ausführliche Erster, noch etwas Mittelbara an der Verurteilung der weißen Rose-Beteiligt. Ist eigentlich gelernte Schneider. wird dann nach dem ersten Weltkrieg Polizist gibt von ihm auch eine Aufnahme von seiner Mitglieder, Kartei in der NSDAP, wenn wir uns die mal anschauen, ich habe die hier vor mir liegen, sehr schmales Gesicht, Spitzenas, man kannte Wangenknochen ausgeprägte Grünen. zwischen den Augen und am Kind, leichte Segelorgen, er kenn ich auch kurze dunkle Haare, Seiten abrasiert. Heute würde man sagen, an der Katt, ein bisschen unscheinbares Aussehen auch in der Zeit. Er war beamter zunächst in der bayerischen Fals. Diesen der Weimarer Publik von Franzosen besetzt. Auch er selbst wird in dieser Zeit oftmals befristet, zumindest ausgewiesen. Vielleicht formt es gewisse Hinsicht seinen Hass auf Franzosen. Wir wissen es nicht, was wir aber doch wissen, dass er antikommunistisch ist, wie viele andere Nationalsozialisten der Zeit auch. Er hat immer wieder als Polizist mit Kommunisten zu tun, muss Versammlungen auflösen, teilweise auch mit Gewalt. Er wird dann nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten Direkt Parteimitglied der NSDAP, wird im Mai 1933 Polizeiliter im pfälsischen Frankenthal, schwieriges Wort für einen Westfalen, wie mich, und wechselt 1938 zur Gestapo nach München, was ich so ein ganz wesentlichen Punkt finde, in seiner Witter ist, er leidet an Magen geschwüren und er bricht dann 1942 sogar mit einer Blutung zusammen, braucht dringend eine Transfusion und es kommt dann innerhalb der SS zu einer Art Aufruf und es meldet sich tatsächlich ein Freiwilliger. Warum erzähle ich das überhaupt alles hier, weil das möglicherweise auch noch mal so seine Verbindung gestärkt hat zum System, seine Verbundenheit, Kameratschaft ist natürlich jetzt alles sehr verkürzt, aber ich glaube wir erkennen doch, dass hier einer relativ linientreu gewesen ist. Ja und deswegen wird er zum Chef ermittle, im Fall weiße große Bereitzeit dem Sommer 1942 werden, und es gab ja schon die erste vier Flugblätter, die bereits zuvor verfasst wurden, man tappt aber vollkommen im Dunkeln in der Zeit. Man weiß wieder, woher die potentiellen Verfasser genau kommen, noch wer es überhaupt sind, sind das Einzelperson, ist es eine Gruppe, sind es Männer, sind es Frauen. In einem internen Schreiben der Gestapo wird zum Beispiel auch spekuliert, dass die gar nicht aus München kommen. Der Grund bei der Verteilaktion lag der Münchner Hauptbahnhof im Zentrum und dann stellt es sich die Frage vielleicht kommen, die überhaupt nicht aus München sind, die mit dem Zug angereisten haben, das dann rund um dem Hauptbahnhof verteilt. Es gibt also keine heiße Spur und dann der Zufalztreffer, die Verhaftung der Geschwister-Scholl an der Universität München. Robert Mordor hast es gesagt, fährt dann selbst zum Tatort, wir müssen uns diesen Tatort auch das hast du gesagt, in Anführungszeichen denken. Man führt ihn dann direkt in das Forzimmer des Rektorats und tatsächlich sieht er dann eben so ein Stapel von Flugblättern, wirft dann kurz einen Blick rein und erkennt sofort die Verwandtschaft zu den Flugblättern, die sich bei ihm auf den Schreibtisch befunden haben, also die dann auch unser Wissenschaftler Haar da begutachtet hatte. Und was tut man jetzt, klar erlässt die Geschwister abführen, zum Bittelsbacher-Palle, also zur Gestapozentrale, er wird sich in seinen später nach dem Krieg verfasst in Erinnerungen daran erinnern, dass die beiden ja relativ ruhig bei der Festnahme wirten. Ja und dieses Bittelsbacher-Palleam, das ist unser nächste Ort, den wir heute besprechen möchten, direkt im München, direkt innen statt von Münchner. Entlang der Brianna Straße gelegen, das war die ehemalige Fürsten Straße der Wittelsbacher, eine ganz pompöse bedeutende Straße in München. Dieses Paläva eigentlich, der Altersruhe ist jetzt von Ludwig dem ersten, hier wurde dann aber später die Münchner Rätere-Publik ausgerufen und jetzt der Sitz der Gestapo. Wir sehen also in order mit komplett wechselhafter Geschichte und nach der Aufnahme in die Gestapozentrale, da gab es auch ein Gefängnis, übrigens ein Gestapo- Gefängnis im Hinterhof, werden die beiden direkt verhört. In Räumen nebeneinander, nur durch eine Tür getrennt. Moor übernimmt jetzt die Befragung von Sophie Scholl und was interessant ist, sie macht aus ihren Überzeugungen vom Beginn an überhaupt keinen Hähl, spricht zum Beispiel in ihre einleitenden Erklärung ausfühlig über die Zitat, weltanschauliche Entfremdungen gegenüber der NSDAP. Und als Hauptgrund, gemäßvernehmungsprotokoll, nennt sie die Abneigung gegen den Nationalsozialismus. Und das ist hier ich noch mal ganz kurz. Sie sagt nämlich, dass die geistige Freiheit des Menschen in einer weiße eingeschränkt sei, die meinen inneren Wesen widerspricht. Zusammenfassend möchte ich die Erklärung abgeben, dass ich für meine Person mit dem Nationalsozialismus nichts zu tun haben will. Mutig aber kein Geständnis, denn sie gibt ja nicht zu, dass sie die Flugplätze an der Uni verteilt hat. Sie sagt nämlich aus, sie hätte die eher zufällig gesehen und dann hätte sie diesen Flugplättern einfach einen Stoß gegeben und die wären dann eben da in den Lichthof hineingeflattert oder heruntergeflattert und sie gibt durchaus zu, dass sei eine Dummheit gewesen, die sie tatsächlich bereue, aber eben nicht mehr rückgängig machen könne. Aber da man auch der leere Koffer, so ein Indiz in diesem ganzen Fall zumindest für den Chef Ermittler Moor, aber auch darauf hat so wie eine Antwort. Sie sagt nämlich, sie möchte eigentlich zu ihren Eltern noch Ulm reißen, um saubere Wäsche mitzubringen. Sie streitet dann auch ab größere Mengen vom Briefmarken kauft zu haben. Hier geht es vor allen Dingen auch darin, ob sie und ihr Bruder möglicherweise der Absender dieser früheren Flugplätter gewesen sein könnte und das streite zu eben ab. Ich finde das tatsächlich sehr geschickt, wie sie argumentiert, auch am Ende dieser ersten Vernehmung. Chef Ermittler Moor weist sie nämlich nachdrücklich darauf hin, dass Hans Sol und Sophie Sol dringend Tatverdechtig sind, weil man sie ja vor Ort erwischt hat. Und es gibt eben eine Reihe von Indizen und Tatsachen, die gegen die beiden sprechen würden. Sie soll also unbedingt die Wahrheit sagen, sie wird richtig aufgefordert dazu. Auf diesen Appell von Moor antwortet sie sehr pointiert. Wir lesen das vielleicht einfach auch kurz mal vor, das sind natürlich jetzt die Gestapo Protokolle, muss man dazu sagen, sie antwortet Zitat. Trotz ernster Vorhaltungen und Ermanungen muss ich nach wie vor bestreiten, sowohl an der Herstellung als auch mit der Verbreitung der infrage stehenden Flugplätter, auch nur das geringste zu tun zu haben. Ich sehe selber ein, dass eine Reihe von Verdachtsmomenten gegen meinen Bruder und mich sprechen und dass dann, wenn die richtigen Täter nicht gefunden werden sollten, der Verdacht unter Umständen an uns beiden Haften bleiben wird. Sie wissen natürlich, was auf dem Spiel steht. Wie ein totalitäres System, wie das dritte Reich gegen Widerstandskämpfer vorgeht und deswegen ist diese ruhige und serazonale Art doch bemerkenswert aus unserer heutigen Sichtweise. Und wir erkennen daraus natürlich auch, dass sie sich sehr, sehr wahrscheinlich mit ihrem Bruder Hans abgesprochen hat, dass man also auf diese Vernehmungen auch ein Stück weit vorbereitet ist. Ja, unbedingt und diese Strategie geht am Anfang auch auf. Moor erinnert sich dann später wie glaubwürdig Sophie Scholl, ihm gegenüber argumentiert hat. Mehr noch glaubt er sogar, dass beide, also so viel und Hans an diesem Tag noch entlassen werden würden. Was wir aber heute wissen, diese Vahre sind dann die Grundlage für die späte Anklage und auch für das Todesurteil. Das heißt irgendwann kippt dann die Stimmung. Ja, sie kippt, weil während die beiden verhört werden parallel laufen der Hausdurchsuchungen stattfinden bei den beiden in der Wohnung und hier werden eben in die Zien gefunden, die die beiden schwer belasten. Fassen wir diese in die Zien vielleicht kurz zusammen. Es sind 100 Briefmarken, die dort gefunden werden. Also deutlich mehr als die handelsübliche Menge und man findet Briefe, die mit der gleichen Handschrift geschrieben sind, wie der Zettel den Hanscholl bei der Festnahme zerrissen hat. Warum ist dieser Zettel so belastend, weil das ein handschriftlicher nicht veröffentlichter Flugplattenwurf ist? Bis dahin hatte Hanscholl immer behauptet, dass er genau diesen Zettel den er zerrissen hat, am Morgen in seinem Briefkasten gefunden hat und den dann einfach mitgenommen hat. Und das kann er natürlich jetzt nicht mehr aufrechterhalten. Ja, von diesen Flugplattenwürfen konnte man nachweisen, dass die Handschrift eben nicht von Hanscholl stammt, sondern von Christoph Brobst. Und damit hatte man eigentlich ihn als Urheber dieser Flugplattenwürfe enttarnt, nicht aber Hanscholl. Und was macht jetzt Hanscholl? Er gesteht nun umfänglich um belastet sich damit selbst, auch weil er sicherlich versucht, die Schuld auf sich zu nehmen. Das passiert alles mitten in der Nacht und damit wendet sich das Blatt ganz glatt umgunsten der Mitglieder. Nachdem dann Hanscholl gesteht, gesteht auch seine Schwester so viel. Ja und die sagt dann zu den Motiven der weißen Rose dann auch ausführlich aus. Es war unsere Überzeugung, dass der Krieg für Deutschland verloren ist und dass jedes Menschenleben, das für diesen verlorenen Krieg obfert wird, umsonst ist. Ich zitiere weiter, ich war mir ohne weiteres im Klaren darüber, dass unser Vorgehen darauf abgestellt war, die heutige Staatsform zu beseitigen und dieses Ziel durch geeignete Propaganda in breiten Schichten der Bevölkerung zu erreichen. Ganz ähnlich dann auch das Geständnis von Hanscholl. Auch fällig bei beiden ist auf jeden Fall auch der versucht, die Schuld komplett auf sich alleine zu nehmen. Also sich so als Kopf der Widerstandskruppe zu inszenieren. Angeblich haben man auch den Großteil der Aktionen alleine ausgeführt, ein Helfer wird benannt, Alexander Schmorell, der Name fällt aber wohl nur, weil man der Meinung war, der Alexander Schmorell hat sich sowieso schon absetzen können, sei sowieso schon auf der Flucht den könnten, die gar nicht verhaften. Die beiden versuchen darüber hinaus auch die Beteiligung aller weiteren möglichen Verdächtigen zu kaschieren. Also das absolut im Dunkeln zu lassen. Ja und dann geht's eigentlich schlag auf Schlag Christoph Probst, den man mit dieser Handschrift überführen konnte, wird dann ein Innsbruck festgenommen. Hier befindet sich seine Studentenkomponente. Studenten waren ja auch reservisten der Wärmacht und deshalb in solchen Komponien auch organisiert. Am Samstag, den 20. Februar 1943, wird er ebenfalls dann im Wittelsbacher Paläfer hört, also der Gestapozentrale. Er gibt zu diese handschriftlichen Notizen angefertigt zu haben, und damit stehen die drei Hauptangeklagten fest. Ja, und dann nur einen Tag später, also am 21. Februar, also Sonntag, steht dann auch schon die Anklage schrift. Und da heißt es unter anderem Vorbereitung zum Hochfarat, Werkraftsersetzung, Beeinflussung der Massen, Feindbegünstigung und und und und auf all das steht die Todesstrafe. Ja und wenn wir jetzt nochmal die Perspektive des Chef-Ermittlers Robert Moore einnehmen, er wird später behaupten, er habe so viel Scholl vor allen Dingen in den Verhören das Leben retten wollen. Hab er immer wieder versucht, ihr in den Mund zu legen, dass ihr Bruder hauptfantwortlich sei. Sie ist so als die unschuldige Frau zu inszenieren. Wie siehst du das nicht, lass? Ja, zunächst glaube ich muss man angucken, was das für eine Quelle ist, um die es sich hier handelt. Denn Moore hat seine Erinnerungen, das ist ganz wesentlich auf Bitten des Fahrtas, der Scholz nach dem Krieg verfasst. Das heißt, das ist für die Bewertung für uns heute natürlich ganz zentral. Man könnte also auch etwas Salopp sagen, was soll er auch andere sagen. Wenn ich mir die Protokolle heute anschau, dann erkenne ich diese goldene Brücke, von der er in den Erinnerungen spricht, die erkenne ich nicht. Fakt ist, das können wir auf jeden Fall zusammenfass. Was nährt ihr ihr Leben nicht gerettet? Dieses Tempo, das die Nationalsozialisten da einschlagen. Der Prozess beginnt dann bereits am Montag, also am 22. Februar 1943 im Justiz-Palast von München. Vormal wird der Prozess vor dem eigentlichen Berlin ansässigen Volksgerichtshof durchgeführt. Das war die höchste juristische Instanz für politische Strafsachen und den Richter in diesem weiser Roseprozess, den kennt man, weil er auch gleichzeitig Präsident des Volksgerichtshofes war und auch später noch weitere bedeutende Prozesse geleitet hat. Roland Freisler wird extra aus Berlin eingeflogen und leitet eben nun diesen Prozess. Auch da vielleicht so ein paar Fakten zur Person. Freisler ist schon Mitte der 1920er in die NSDAP eingetreten. Hat in der Weimarer Republik verschiedene NSDAP-Parteifunktoneure als Juristvertret. Saß dann sogar für die Partei kurz im preußischen Landtag. Wir können aber glaube ich auf alle Fälle sagen, dass seine Karriere so richtig an Fahrt aufnimmt als dann 1933 eben die Nationalsozialisten, die Macht übernehmen. Er wird dann und das ist der Höhepunkt in seiner Karriere. Der Vorsitzende des Volksgerichtshofes, das ist gesagt, er wird Präsident dieses Hofes freisler. Wenn wir uns den auch charakterlich versuchen, so ein Stück weit zu nähern, das sehen wir dann ja auch in den überlieferten Dokumenten. Ist auch jeden Fall ein Fanartiker. Er ist einer der die angeklagten ohne jeden Respekt anschreit. Der unglaublich aggressiv auftritt, ihm geht es um die Demütigung der angeklagten. Er ist das absolutes Sinnbild des scrupelosen NS-Richters. Ich denke bei ihm auch immer an dem Prozess gegen die angeblichen Hintermänner beim Staufenberg-Attentat. Auch da war er eben der Vorsitzende-Richte. Da war ein Generalfeldmaschall angeklagt. Der hält sich während des Prozesses mit der Hand die Hose hoch. Und zwar deshalb, weil man in Hosendreger und Gürtel weggenommen hat und er auch in der Haft sich dich abgemagert war. Also Demütigung, die ganze Zeit von formaligen Eliten, in dem Fallen des Feldmaschheis, der brüllt ihn an, der beleidigt ihn aufs Übeste, der lässt ihn überhaupt nicht zu Wort kommen. Mit einem Rechtsstaat hat es überhaupt nichts mehr zu tun gehabt. Aber vielleicht macht euch mal selbst ein Eindruck. Es gibt ein Tondokument aus jenem Prozess, angeklagt war jetzt hier ein gewisser Ulrich Wilhelm Graf Schwerin von Schwanenfeld. Ja und dieser Roland Freisler, der sollen nun für 2600 Todesurteile in der Zeit des Nationalsozialismus verantwortlich gewesen sein. Er war im Übrigen auch eines der Mitglieder der sogenannten Wanzekonferenz. Dort hat man die sogenannte Endlösung der Judenfrage, also die systematische Vernichtung der jüdinnen und Juden vor allen Dingen in Osteuropa logistisch und organisatorisch vorbereitet. Wir können sagen, wie üblich für die Zeit von 1933 bis 1945, also für eine Zeit, in der das Unrecht für die Rechtsordnung verantwortlich war, die angeklagt nicht die Möglichkeit, sich selbst einen Anwalt zu nehmen. Das gilt auch für Sophie und Hans Scholl. Das gilt auch für Christoph Probst. Allm Dreihen wird ein Pflichtverteidiger bestellt. Die Geschwister bekommen sogar den selben. Sein Name ist August Klein. Und dieser Besuch zu viel Scholl dann vor dem Prozess in ihrer Zelle und fragt sie, ob sie noch irgendwelche Wünsche habe, von der Entwicklung einer gemeinsamen Verteidigungstrategie kann aber eigentlich keine Rede sein. Und das ist wieder auch typisch in Esmuster. Man wart den Schein eines Rechtsstaates, das da gerade die Instanzen auch genannt, es wird einen Prozess geben, es wird einen Pflichtverteidiger geben, aber ins Geheim hebelt man diesen Rechtsstaat aus oder hat ihn längst ausgehebelt. Und so ist der Anwalt also auch ein Redchen im Getriebe kein wirkliches Bemühner, erkennbar seine Mandanten angemessen zu vertreten. Ja und Sophie weiß das natürlich auch, denn sie erkundigt sich bei ihrem Anwalt nur danach, ob ihr Bruder wohl einen Anrecht auf Erschließung habe und wie man sie auch mutmaßlich hinrichten lässt, ob man sie aufhängt oder eben sie künft. Eine gewisse Resignation setzt wohl bei den dann auch ein. Das müssen wir uns ja bewusst machen, was war am Ende das Vergehen, die haben Flugblätter verteilt. Ich finde das können wir uns aus unserer heutigen Perspektive überhaupt nicht vorstellen. Ja definitiv. Und diese Karikatur des Rechtsstaates geht dann eigentlich weiter. Der Prozess findet ohne die Augen der Öffentlichkeit statt. Der Verhandlungstermin wird nicht bekannt gegeben. Ja man kann auf jeden Fall von einem Schauprozess sprechen und trotzdem sitzen ja auf den Bänken des Gerichtsales Zuschauer. Die sind eben gezielt ausgesucht worden, waren eben Mitglieder verschiedener in S-Organisationen, Braune Statisten wenn du so willst. Und sehr interessant ist hier auch, obwohl die Bewusst-Regime-Treu ausgesucht worden sind, ist die Stimmung alles andere als ausgelassen, denn es gibt auch hier ja eine Quelle, einen Gerichtsreferender, der sich später erinnern wird auch das Lesig kurz vor, weil das die Stimmung relativ gut einfängt, Zitat, man sah überall angespannte Gesichter. Ich glaub, de festzustellen, dass die meisten Bleich vor Angst waren, vor jener Angst, die sich vom Richterstuhl ausbreitete. Robert Morwett als Zeuge bestellt, seine Aussage wird aber nicht benötigt. Weil das Urteil längst feststeht. Auch der Oberreisanwalt, also der Staatsanwalt, ist eher ein Statist in diesem ganzen Prozedere. Die Hauptrolle spielt ganz klar, das grobloserechter Freisler. Da gibt es überhaupt keinen Zweifel. Der bereits von der erwähnte Gerichtsreferender schreibt über Freisler, den ich zitiere, tobend, schreient, bis zum Stimmüberschlag brüllend immer wieder explosiv aufspringend. Und im völligen Kontrast dazu, die angeklagten, die trotz dieser unverschämten Fragen, dieses Anklage Maratons sehr ruhig klar und gefasst auftreten. Und dann ergeht um 12 Uhr 45 bereits das Urteil. Die angeklagten werden in allen Anklagepunkten für schuldig gesprochen. Auch ein Gnadengesuch von einem Vater Robert Scholl wird abgeschmettet. Anders kann man das nicht sagen. Es war zuvor auch den Eltern untersagt worden, im Gerichtzahl für ihre Kindersprechen zu dürfen. Was man ihn aber gnädigerweise noch erlaubt ist, dass man die beiden Kinder im Gefängnis in Stadlheim besuchen darf. Sie wissen aber wohl nicht, dass die Hinrichtung der beiden am gleichen Tag vollkommen in die Hände. Er vollzogen werden würde. Christoph Probst wird seine Familie nicht mehr sehen. Er lässt sich in den letzten Stunden seines Lebens noch taufen. Und damit sind wir dann wieder zurück beim Ausgangspunkt unserer Geschichte 17 Uhr, die drei rauchen ihre letzte gemeinsame Zigarette. Neben der Geothine steht Johann Reichert das letzte Redchen in unserer heutigen Geschichte. Pünktlich um 17 Uhr fällt dann schließlich das Fallball. Und damit sterben so viel Scholl 21 Jahre alt, Hans Scholl 24 Jahre alt und Christoph Probst 23 Jahre alt. Sie werden auch nicht die einigen Opfer im Widerstandskreis der weißen Rose bleiben. Kurt Hubert, der Professor der Universität und Alexander Schmorell, werden am 13. Juli 1943 enthauptet. Willy Graf, am 12. Oktober 1943. Zu diesem Zeitpunkt waren der 22-jährige Hans Leipelt und die 25-jährige Marie Luise Jan längst von der Widerstandskruppe der weißen Rose inspiriert. Sie fertigen mehrere Abschriften, insbesondere der sechsten Flugplatzes an und versahen es mit dem Zusatz und ihr Geist lebt trotzdem weiter. Sie verteilen es auch in Hamburg, sammeln auch Geld für die Witwe des Professors Hubert und auch die beiden können sich nicht der Kontrolle des totalitären Systems entziehen. Sie werden denonziert und schließlich verhaftet. Der jüdisch-stämige Hans Leipelt hat von Anfang an keine Chance, er nimmt dann auch alles auf sich und wird am 29. 1.1945 ebenfalls in München-Stadlheim hingerichtet. Da geht der 2. Weltkrieg noch 3 Monate Marie Luise Jan. Überleb diesen 2. Weltkrieg, sie ist noch in der Zeit des Nationalsozialismus zu zudem. 12 Jahre Zuchthaus verurteilt worden. Das wird dann natürlich nicht fortgesetzt nach 1945, sich studiert dann, Medizin und stirbt in einem hohen Alter in Bad Tölz. Deswegen ist unsere heutige Geschichte auch eine Geschichte über die Justiz im Nationalsozialismus und damit auch eine Unrechtsgeschichte. Eine Geschichte über den Mut von wenigen, das Weg schauen von vielen und die unerbittliche Rache des gesamten Systems. Aus diesen Erfahrung hat unser heutiger Rechtsstaat ja auch gelernt, hat das Grundgesetz seine Lehren gezogen. Die Würde des Menschen ist unantassbar, dass es ja auch ein Artikel, der uns vor staatlicher Willkür schützen soll. Das ist ein Abwehrrecht und deswegen ist es auch in unserer Erinnerungskultur so wichtig an, die weiße große Zuge denken und zu erinnern. Und auch an der Ludwig-Maximilian-Universität in München gibt es verschiedene Erinnerungsformen. Denk-Mehler, die an dem Widerstand erinnern. Zum Beispiel sind die Flugblätter als Bodenblatte vor dem Haupteingang der Universität eingelassen. Ja zentrale Straßen und Plätze rund um die Universität sind nach dem Mitgliedern der weißen große Beland. Ganz wichtig ist in der Geschwister-Schollplatz, da ist auch der Haupteingang zur Universität und der Professor Hubert Platz. Dazu gibt es direkt im Lichthof der LM-Unmünchen, die Denkstätte der weißen große, die von der weißen Rose-Stiftung betrieben wird. Wir haben also ein vielfältiges Gedenken, ein institutionalisiertes Gedenken und das ist ganz wichtig, wenn man sich die Geschichte der weißen Rose auch anschaut. Der Lichthof ist also heute ein Ort, der an den Widerstand erinnert, weil es Widerstand gab, an diesem 18. Februar 1943. Aber der Mut und die Weißung der weißen Rose war eben in dieser Zeit damals eine Ausnahme. München war eben kein Zentrum des Widerstands, die Universität München kein Ort der kollektiven Gegenwehr. Es gibt eine Episode, die das relativ gut verdeutlicht. So viel Scholl hat ja nach ihrer Verhaftung noch die Hoffnung geäußert. Die Hinrichtung der Gruppe könnte zum Fanar für eine Revolte unter den Studierenden werden. Eigentlich kommt es genau zum Gegenteil. Ich weiß worauf du anspielst. Am Tag ihrer Ermordung gab es eine Versammlung im Audimax und hier wird eben nicht der Aufstand gegen das NS-Reschim gefeiert, sondern es handelt sich um eine Dankesfeier für die Zerschlagung des studentischen Widerstands. Der große Saal platzt aus allen Netten. Hausmeister Jakob Schmidt ist anwesend, der für seine Heldentat und Anführungszeichen natürlich übrigens mit 3000 Reichsmarkt belohnt wird und auch vom Arbeiter zum Angestellten befördert wird. Wir sehen auch hier ein weiteres Wesensmärkmal totalitäre Staaten, die Inszenierung, die Propaganda. Und auch von diesem Auftritt Jakob Schmidt im Audimax gibt es eine Überlieferung, eine anwesende Studentin erinnert sich. Auch das möchte ich kurz vorlesen. Die Kundgebung im Auditorium Maximum gehört zu den schauerlichsten Erinnerungen, die mir aus jenen Tagen geblieben sind. Hunderte von Studenten, Jolten und Trampelten, dem denunzianten und Pedell der Uni Beifall und dieser Namen entstehend und mit ausgestrecktem Arm entgegen. Wir sehen also, der Großteil der Menschen, auch unter den Studierenden war damals ein kleines oder größeres Redchen im Getriebe des Nationalsozialistischen Unrechtsregimes. Man könnte auch etwas puentiert sagen. Opa und Oma rein statistisch gesehen waren, eher keine Widerstandskämpfer. Viele fragen sich jetzt, was aus den unterschiedlichen verantwortlichen Wurde wangen wir an mit unserem ersten und letzten Redchen eigentlich, dem Henke Johann Reich hat. Der blieb seinem Beruf verbunden, zumindest vorerst, aber nach 1945 tötet er, jetzt ein bisschen salopp gesagt, im Auftrag der US-Militärregierung seine früheren Arbeitgeber, nämlich verurteilt in der Nationalsozialisten. Über 100 Solidarn tatsächlich noch hingerichtet haben, diesmal aber mit dem Galgen. Er war auch der letzte Schafrichter Beihens, der in seiner gesamten Berufslaufbahn wohl 3.165 Menschen hingerichtet haben sollen. Es gibt mehrere Bücher, Hörbücher und auch satirische Stücke über ihn, wodurch sich auch ein bisschen dieser Begriff Galgen Humor erklären lässt. 1972 stirbt er dann verarmt und vereinsamt in der Nähe von München. Grichert Haader, der wissenschaftliche Gutachter, wird nach 1945 zunächst als Mittläufer eingestuft. Das heißt, er darf nicht mehr lehren, aber weiter publizieren. Dieses Lehrverbot wird dann irgendwann aufgehoben und er geht 1952 nach Münster an die Uni und bleibt da bis zu seinem Tod 1957. Anders, der Hausmeister Jakob Schmidt, der als Hauptbelastet eingestuft wird und zu 5 Jahren Arbeitslager aufbeurteilt wird. Er verliert zudem auch den Anspruch auf öffentliche Bezüge. Er geht dagegen immer wieder in Revision. Er besteht aber auch darauf, dass es verboten gewesen war, diese Flugblätter zu verteilen. Er sagt, er hat nur seinen Dienst getan. Wir haben heute gesehen, was passieren kann, wenn man so Pflichtbesessen agiert, er stirbt dann 1964. Chef Ermittler Robert Moore, dessen Zeit läuft in der Gestapo Leitstelle, dann aus, nach der Zerschlagung der Weißen Rose, er wird dann Gestapo Chef im älsessischen Mühl hausen. 1947 dann wird er wegen seiner Polizeitätigkeit in der NS-Zeit kurz von den Franzosen interniert und er wird dann später angestellter in der Beta-Verwaltung in Bad Dürkheim stirbt relativ spät 1977. Bleibt noch der fanatische NS-Richte Roland Freisler? Der überlebte in zweiten Weltkrieg nicht. Er bleibt bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges zwar Präsident des Volksgerichtshofes und stirbt dann am 3. Februar 1945. Bis zuletzt verkörpete er eigentlich die Perversion der Justiz-Elite. In einer Verhandlungspause trifft ihn dann ein Bombenspilter bei einem schweren Fliegeangriff auf Berlin. Überlebt und damit sind wir beim Ende der heutigen Episode "Hat die Erinnerung an die Weiße große" zu dieser Erinnerung wollten wir mit unserer heutigen Folge einen Beitrag leisten. Gebt uns gern auch für diese Folge Feedback-Antatortgeschichte etwa ja ein 2.de. In der kommenden Folge dann sprechen wir über die spektakuläre Ermordung von einem der bekanntesten Journalisten in Frankreich im Jahr 1914. Das Prisante an diesem Mord umgebracht wurde er von keiner geringeren als der Frau des damaligen französischen Finanzministeres. Hört rein, es wird wirklich unglaublich Tatortgeschichte ist ein Podcast von Bayern 2 in Zusammenarbeit mit der Geokronfole Mar Academy. Wenn euch dieser Podcast gefallen hat, dann gefällt euch vielleicht auch alles Geschichte. Im History Podcast von Radiowissen schlagen wir den Bogen vom gestern ins Häuse. Und untersuchen die historische DNA unserer Gesellschaft. In den USA ist Harriet Tubman eine Legende. Das Klaven von Geburt an. Gründerin einer geheimen Befreiungsorganisation und Fluchthilferin fürs Klaven. Ich hatte die Grenze überschritten. Ich war frei. Alles Geschichte findet ihr unter Bayern 2.de/podcast und überall dort, wo es Podcast gibt.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Drei Mitglieder der Weißen Rose – Sophie Scholl, Hans Scholl und Christoph Probst – wurden am 2
  2. Februar 1943 im Gefängnis München-Stadelheim hingerichtet.
  3. Der Prozess von ihrer Festnahme am 1
  4. Februar bis zur Hinrichtung dauerte nur wenige Tage und zeigt die Brutalität des nationalsozialistischen Justizapparats.
  5. Ein Gutachten des regimefreundlichen Philologie-Professors Richard Hader sollte die Urheberschaft der Flugblätter klären, konnte die Gruppe aber nicht eindeutig identifizieren.
  6. Der Hausmeister Jakob Schmidt entdeckte die Geschwister Scholl beim Verteilen der Flugblätter an der Universität und lieferte sie der Gestapo aus.
  7. Die Flugblätter riefen zum Widerstand auf und stellten einen Frontalangriff auf das NS-Regime dar, besonders vor dem Hintergrund der Niederlage von Stalingrad.

Summary:

Am 22. Februar 1943 wurden die Studenten Sophie Scholl, Hans Scholl und Christoph Probst, Mitglieder der Widerstandsgruppe Weiße Rose, im Gefängnis München-Stadelheim hingerichtet. Ihre Festnahme erfolgte nur Tage zuvor, am 18.

Februar, nachdem der Hausmeister Jakob Schmidt sie beim Verteilen von regimekritischen Flugblättern an der Universität entdeckt und der Gestapo übergeben hatte. Die Flugblätter, die zum Sturz des Nationalsozialismus aufriefen, wurden als schwere Bedrohung wahrgenommen, insbesondere parallel zur Niederlage in Stalingrad. Im Vorfeld der Verhaftung hatte der nationalsozialistisch gesinnte Professor Richard Hader ein Gutachten zu den Flugblättern erstellt, in dem er zwar sprachliche Begabung, aber keine unmittelbare Gefahr durch eine breite Widerstandsbewegung sah.

Die schnelle Verurteilung und Hinrichtung innerhalb weniger Tage nach der Festnahme unterstreicht die Willkür und Brutalität des NS-Unrechtsregimes. Der Bericht beleuchtet verschiedene Perspektiven – von den Opfern über einen wissenschaftlichen Mitläufer bis hin zu einem pflichtbewussten Denunzianten –, die das Funktionieren des totalitären Terrorapparats verdeutlichen.

FAQs

Es handelte sich um die Geschwister Sophie und Hans Scholl sowie Christoph Probst, alle Mitglieder der Widerstandsgruppe Weiße Rose.

Johann Reichhart war der zentrale Henker der Nationalsozialisten im süddeutschen Raum und vollstreckte unter anderem die Todesurteile gegen die Mitglieder der Weißen Rose.

Die Flugblätter riefen zum Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime auf, brandmarkten es als Verbrechertum und forderten die Bevölkerung zur Abkehr von der NS-Ideologie auf.

Sie wurden am 18. Februar 1943 vom Hausmeister Jakob Schmid an der Universität München beim Verteilen von Flugblättern ertappt und an die Gestapo übergeben.

Er wurde von der Gestapo beauftragt, ein Gutachten über die Flugblätter der Weißen Rose zu erstellen, um Hinweise auf die Urheberschaft zu finden.

Der Prozess war äußerst schnell: Zwischen Festnahme, Todesurteil und Hinrichtung lagen nur wenige Tage, was die Willkürjustiz des NS-Regimes verdeutlicht.

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