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Die Gattungen: #2 Das Konzert – Rampensau der Klassik

from Klassik für Klugscheisser

35m 48s

Die Gattungen: #2 Das Konzert – Rampensau der Klassik

Der Podcast „Klassik für Klugscheiße“ erklärt die Entstehung und Entwicklung der musikalischen Gattung „Konzert“. Der Begriff „Konzert“ leitet sich vom Lateinischen „conzertare“ ab, was „streiten“ oder „wettbewerbsfähig sein“ bedeutet – ein Hinweis darauf, dass Konzerte historisch als wettbewerbsorientierte Aufführung konzipiert waren. Im Barock wurde die Gattung vor allem durch Komponisten wie Arkangelokorelli geprägt, der mit seinen Konzertogrossi die ersten stilvollen Werke dieser Art schuf. In der Klassik entwickelte sich das Konzert zu einem komplexen Wechselspiel zwischen Solist und Orchester, wobei die Rolle des Solisten immer noch zentral bleibt, aber die des Orchesters stärker wird. Besonders beeindruckend ist Beethovens Live-Aufführung seines vierten Klavierkonzerts im Jahr 1808, bei der er nach zwei Sinfonien selbst am Klavier spielte – ein Zeugnis für künstlerische Intensität und persönliche Beteiligung. Die Cadenz, ein Moment der Improvisation, wird als künstlerischer Höhepunkt beschrieben, bei dem der Solist freie Spielräume hat, während das Orchester innehat. Im Romantikzeitraum gewann das Solo-Konzert mehr Freiheit und Offenheit. Der Podcast schließt mit einem persönlichen Empfehlungsschwerpunkt auf Bellini Bartóks Violinkonzert und einem Hinweis auf die kommende Folge, in der das Orchester als Hauptakteur im Mittelpunkt steht. So wird nicht nur die Form, sondern auch die künstlerische Dynamik und die Beziehung zwischen Solist und Orchester beleuchtet.

Transcription

3770 Words, 23011 Characters

German
ARD Sounds Du müsstest es noch ein bisschen nach oben, Oli noch ein bisschen. Halze ein bisschen länger. Hallo und herzlich willkommen zu "Klassik für Klugscheiße", der Goldgrube unter den Klassikpodcast. Wir sind bereit, ihr seid hoffentlich bereit, wir sind bereit für eine neue Runde-Klassik für Klugscheiße, die zweite Spezialfolge zu musikalischen Gartungen. Ich bin Ulrich Hermann knapp der erste aus dem Geschlecht der Knappen, nicht der Ritterknappen, sondern der Bergknappen. Der Bergknappen, die in Bergwerk arbeiten, steigt ein in meinen Förderkorb, ich zeige euch meine Silbermine Glück auf. Ich will deine Silbermine überhaupt nicht sehen, kannst du meine Goldmine sehen. Gott, ich bin laurenziosreicher, der Name "laurenzios" sagt sowieso schon alles, ich brauche so, ich schnöte im Rallerei nicht, aus dem Geschlecht der Knappen. Niemand muss von meinem großen Platinum wissen, von deinem auch nicht. Kann ich zeig dir, wenn großes Latinum ist. Hab auch noch einen Krieg, um daheim, wenn sie man braucht. Das leider heute, ihr habt das vielleicht schon gemerkt, ist leider heute fehl am Platz. Wir sprechen ja in diesen Monaten im Sommer und im Übergang zum Herbst hier bei "Klassik für Klugscheiße" über Gattungen der klassischen Musik. Und für unsere heutige Gattung braucht es einfach eine, ich sag mal, gesunde Selbstbewusstsein, ein großes Latinum. Wir reden über die absolute Egonummer für alle Musikerinnen und Musiker. Das Konzert. * Musik * * Musik * Ach ja, das war das zweite Klavierkonzert von Sergei Rachmaninoff. Der zweite Satz daraus, diese Meloditi kennen viele, zum Beispiel auch aus diesem Song. * Musik * * Musik * * Musik * Es ist mir nicht aufgefallen. Ja auch nicht. Es ist gar nicht heftig, da tekst ich. Und so was läuft dabei da eins? Puhi, sag mal, auf Deutsch steht das Lack in. Wo ist das vorfahren? Es ist ein Schweinkram. Die tiefer mit dem Text befasst aber mit dem Titeln schon all by myself. Das Motto des Konzerts, besonders des Solo-Konzertes, könnte man denken, dem ist aber gar nicht so ein Konzert. Es ist nämlich immer ein Wechselspiel von einer Solistin oder mehreren Solisten und einer größeren Gruppe. Also eigentlich ist ein Konzert kein Alleingang, sondern schon Teamwork, aber eine oder einer ist halt die Hauptperson. Übrigens nicht zu verwechseln mit dem Konzert, also der Veranstaltungkonzert. Darüber haben wir ja schon mal gesprochen, in unserer Folge 135 ausführlich, wenn ihr die Folge nachhören wollt, macht das gerne, schaut einfach zu Adi-Sounds und da gibt's alle Folgen von Klassik für Klugscheiße. Obwohl ihr durchaus auch ein Konzert bei einem Konzert gespielt werden kann? Natürlich. Oder bei einem Konzert, wie ich gerne dazu sage, zu seinem Pflegekonzert. Warum? Weil sie auch nicht. Das hat sich mal irgendwann so eingebürgert. Echt total viele Leute, die ich kenne, sagen, ich hab heute Abend Konzert. Ich weiß auch nicht, ob ich noch nie gehört. Also dann weiß es jetzt jedenfalls, man kann schon mal durch einander kommen, wenn Konzert und Konzert irgendwie zwei verschiedene Dinge sein können. Aber dafür sind ihr wieder die Klugscheiße. Lauri, es ist wieder Zeit, die Relevanz unseres großen Latinums auf den Prüfstand zu stellen. Du hast es ja selber schon Großkotze hier verkündet. Dann sag mal, Konzert kommt vom Lateinischen Konzertare. Das wiederum bedeutet? Irgendwie macht es mir erst Spaß, denn altkriegische Wissen abzufragen. Ja, natürlich. Erlich keine Ahnung, was Konzertare heißt. Die versuchen, mal abzuleiten, zu deduzieren, wie wir Lateine auch sagen. Konz ist halt irgendwas mit zusammen. Ja, also vielleicht zusammen spielen. Könnte man jetzt meinen, im italienischen bedeutet es sogar abstimmen, verabreden, aber im Lateinischen ist es ein bisschen anders. Da kommt das Wort her. Es bedeutet im Lateinischen Wett-Eifern streiten und sogar kämpfen. Bis hier widersprüchentlich. Wir verabreden uns quasi zum Wett-Eifern, wenn man zum Konzert treffen wollen. Klingt ein bisschen wie ein Pausenhof, erste Pause an der Tischteutesplatte. Oder hinter dem Schulhaus, sich gegenseitig vermöbeln. Der Komponist Michael Pretorius, der definiert den Begriff in seinem Syntagma-Musikum so und wir gehen jetzt 400 Jahre zurück ins Jahr 1619. Konzertare heißt nichts anderes als streiten, wer es unter ihnen zum besten machen könnte. Das schreibt Pretorius vor gut 400 Jahren, also runtergebrochen. Alles, was du kannst, kann ich viel besser. Alles, was du kannst, das kann ich viel besser. Ja, ich kann alles viel besser als du. Kannst du nicht. Kann ich doch. Kann ich doch. Kann ich doch. Überall wo du ab bist, bin ich eher fairen, da unten eher viel eher als du. Wenn ich doch. Wenn ich doch. Wenn ich doch. Wenn ich doch, doch ich bin's. Ich treffe jede Krehe in der höchsten Höhe. Ich kann es ungelogen, auch mit feilen Bogen. Also ich komme durch, mit Brot und Käse. Mit Gorn, ich singbar. Ja, hatten zu sagen. Also wenn du auch singen kannst, ich singe höher. Ich singe sicher viel Höhen, was als doch. Kann ich doch nicht. - Kann ich doch nicht. Kann ich doch. - Kann ich doch. Kann ich doch. - Kann ich doch. Doch ich guck. - Okay. Ah, was knallrode Gummibot. Weggemüde. - Ich liebe ihre Stimme, wirklich sehr toll. Und Uri's Robert Schmidt, der später als Robert Smith, dann eine Weltkarriere als Inge von der Kür gestattet. Nein, nur Spaß. - Nede war bei mir in der Klasse. Der Robert Schmidt. Der ist dann aber irgendwann weggegangen. Der hat uns verlassen, nach da ist ein Klasse. War aber ein guter Torwart. Der Robert Schmidt. Ach ja, alles was du kannst, das kann ich viel besser sehen. Wenke Möre und Robert Schmidt, schön. Ich kannte den gar nicht den Song, muss ich zugeben. Herrlich. Es gibt ja heute Stimmen, die sagen, dass der Begriff Konzert nicht von Konzertare kommt, so wie wir es grade herleiten wollten, sondern von Konzerreere. Das Gegenteil. - Das bedeutet nix anderes als zusammensetzen zusammen Fügen. Das Gegenteil würde ich jetzt nicht sagen, aber als was anderes. Dann haben wir jetzt die Wahl quasi zwischen Drama oder kein Drama. Drama wollen wir auf jeden Fall nicht deswegen, also dann du schon. Bevor wir jetzt an der Stelle viel zu tief eintauchen in das Konzert kommt hier ein kleiner, auf gut Deutsch disclaimer. Wir können leider nicht alles abdecken. Was zu dieser Gartung Konzert gefällt? Da würden wir lange hinzumindest bis morgen und ihr hätte wahrscheinlich längst abgeschaltet. Aber wir haben versucht, die Konzertkirchen für euch herauszupicken. Ein bisschen mit Cadenz sträuseln obendrauf. Schön. Die Gartung des Konzerts gibt es schon lange. Sie gibt aber vor allem im Barock richtig Gas, also wie weil die Handelbach, die alten Papnasen halten Barocker, die wir alle kennen. Aber wenn wir nochmal einen kleinen Schritt zurückmachen, in unsere letzte Folge zu den Sonaten, dann erinnern wir uns im besten Falle noch an die Triosonate. Archangelokorelli und so. Also zwei Instrumente, z.B. zwei Geigen, die von einem Basso-Continuho von einem Generalwas begleitet werden. Und die Triosonate ist jetzt quasi so eine Art Sauerteigstarte für die Gartung konzert. Sauerteigstarte oder Brandbischleuniger. Ja, es war irgendwo klar, dass die Sonate uns noch verfolgen wird. Alle Wege führen quasi zur Sonate, nur beim Konzerto. Da führen auch alle Wege nach Rom. Beziehungsweise die Wege führen raus aus Rom. Denn in Bela Italia, in diesem wundervollen Land, da entwickelt sich jetzt das Konzertogrosso. Konzertogrosso? Das ist übersetzt Italolatino Lauri Dubis dran. Italolatino Lavar Lauri bitte. Das könnte man auch ohne Latein hinkriegen mit dem Konzertogrosso, das bedeutet nämlich einfach das große Konzert. Ja, oder das krasse Konzertogrosso. Das große Konzertogrosso. Ein Stück, das meistens aus mehreren Sätzen besteht. Das ist für Orchester geschrieben, dem sogenannten Ripieno. Und diesem Orchester ist ein kleines Orchester angegliedert. Das nennt sich Konzertino, das kleine Orchester. Also es gibt Tutiparts und Soloparts, Leonard Bernstein. Der hat das in einer Rede so wundervoll formuliert. Er sagt, genau wie die Erde, die durch den Weltraum reist, während der kleiner Mond neben ihr her fliegt. Völlig losgelöst. Von der Erde. Wir haben eine Gruppe an Leuten, die zusammen spielen. Die größere Orchestergruppe ist dabei, aber der kleineren Sologruppe untergeordnet. Denn die gibt den Ton an. Ein bekanter Konzertogrosso-Komponist ist Arkangelokorelli. Du hast ihn schon genannt. Den haben wir ja schon kennengelernt in der vergangenen Folge, als es um die Sonaten ging. Ja, nicht nur da haben wir ihn kennengelernt. Rentschen öfter eine Rolle gespielt bei Klassiker für Klubscheißer. Das war der mit der Kammer und mit der Kirchen-Sonate. Genau. Die Sonata da Kieser und die Sonata da Kamera. Der hat ein bisschen Form in die Sonate reingebracht. Und auch bei dem Konzertogrosso ist er vorn dabei. Seine zwölf Konzerti-Grossi sind wohl die ersten veröffentlichen Werke dieser Gartung. In der Form ernen sie zum Teil den Kirchen und den Kammer-Sonaten und klingen zum Beispiel so. [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] Und neben dem Konzertogrosso bewegt sich in Italien noch so einiges damals. [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] Sieg hier in Dürgeschrieben ist, es klingt alles wunderbar fröhlich und positiv, aber soviel habe ich mir die Serie auch erfahren, alle sind kurz davor zu sterben, für Geld. Ein krasser Kontrast, aber hier hört man ja ganz gut die verschiedenen Rollen. Das Orchester spielt die Einleitung, dann kommt die Trumpete und spielt das Thema normal und baut es aus. Und dann leitet das Orchester in den nächsten Solo Part. Also, die Trumpete ist ganz klar, dass da muss schon ziemlich geil sein für das Ego, wenn man da die Trumpete spielen darf. Apropos Ego. Ulrich. Das Highlight meiner Klassiker, jere war, ich durfte als Klarenetenschüler einmal ein Solo-Konzert spielen mit Okester. Oh, wow. Oder zumindest, es war nicht ein ganzes Konzert, es war eigentlich ein oder zwei Sätze daraus, bin mir nicht mehr ganz sicher. Ich bin mir auch nicht mehr ganz sicher, welches Stück das war. Ich weiß, ich war so 15 oder so. Aber es war schon Klarenette, oder? Ja, Klarenetze, da bin ich mir ganz sicher, ich war 15, das muss also auf jeden Fall so fünf Jahre her sein. Aber wenn ich mich nicht täusche, war das damals des Klarenetten Konzerten Nummer eins von "Plyel", "Zedur", und begleitet wurde ich vom Kuh Orchester bei "Diese". Wow. Das war ein wirklich tolles Orchester aus meiner Heimat und der Leitung von Herrn Alexander Maschert und seiner Frau, weil sie auch noch der Konzertmeisterin Sven Tadanneberg. Die wiederum, übrigens, die Eltern sind von meinem Kumpel Basti und der wiederum ist der Drama von "The White Spoilife". Das ist nur mal am Rande. Der ist ja fast so cool wie du, fast. Gut, aber jetzt zurück zu deiner Solo-Geschichte. Wie war das denn damals für dich so, als Solist auf der Bühne zu stehen hat, dass deine Ego-Extreme nach vollen gebracht war? Ja, ja, weiß ich nicht. Also, ich war mitten in der Pubertät natürlich. Ich war halt ein einiger Maßen okayer Klarenettschüler damals, aber weit auch von der Hochbegabung weg und so. Und das war halt einfach so eine Art Gudi für so ein paar Schüler, der Musikschule, die ganz okay waren. Und ich weiß eigentlich nur noch, dass ich Schweine mäßig aufgeregt war, also ich Schweine mäßig. Das war damals in der historischen Wandelhalle in Bad Wiese, die war voll besetzt. Alle Eltern waren da, auch so ein paar Leute aus der Presse und so ein paar so bisschen Lokalprominänzen. So, ich mit einem Anzug, mit Pflege und der Saal, weil sich auch noch der Weimeerdgeschoss unten so ein ganz prunkvoller Saal, Kronleuchter andecken. Gibt's leider alles gar nicht mehr es abgerissen worden? Jedenfalls draußen am Saal, der ging so direkt über in so ein parkähnlichen Garten. Und dazwischen so lauter Alte-Glaas-Türen mit Mundgeblasen in Fensterscheiben, kann man sich so vorstellen, mit diesen weißen Kreuzen immer so dazwischen und ich weiß noch sehr genau, wie meine Freunde, also mit denen ich mal abgehangen bin, so eine Klicke von fünf Leuten, die hing mit ihren Dreadlocks und Armi Parkes und so ganz hohen Dogmatens irgendwie so an den Scheiben. Oder so reingekuckt. Und ich war super irritiert für diese ganze Szenerie, ich irgendwie halt so total aufgemotzt mit Fliege und so und hab da kleine Nette gespielt und ich hab mich irgendwie auch geschämt. Ich hatte aber eigentlich schon auch Bock zu spielen, weil ich viel geübt hab. Also wiegenfalls, das ist mir schon alles noch sehr präsent. Wir haben jetzt auch mittlerweile den Absprung aus den Barock übrigens geschafft und sind in der Klassik angekommen. Mir wäre Klassik für Glückscheiße, ob man wieder was interessiert ist, aber anzutrustern. Die Wallehare werden nicht nur kürzer, auch die Rollenverteilung im Konzert ändert sich so langsam. Solo und Orchester spielen jetzt nicht mehr nur nebeneinander, sondern sie spielen es ja wirklich miteinander. Also der Solistenpart ist immer noch wichtig, aber für die Ausbreitung der Themen und auch für die Durchführung hat das Orchester halt auch einen ganz, ganz wichtigen Teil. Also spielt eigentlich die selbe, wichtige Rolle, wie das so ist. Als Vertreter dieser Epoche natürlich Mozart und Beethoven, die großen der Klassik. Ganz großen und die Komponisten oder Komponistinnen wie Clara Schumann später, die spielen ihre Solo-Konzerte oft einfach selber. Zum Beispiel Beethoven und sein viertes Klavierkonzert. Das hat er am 22. Dezember 188 Uhr aufgeführt, aber nicht als Einzelstück, sondern zusammen mit anderen neuen Beethovenwerken. Darunter die Fünfte und die Sechste-Sinfonie. Ganzesinfonien und dann am Ende, also nach vier Stunden, setzt er sich noch mal höchst persönlich ans Klavier und spielt sein viertes Klavierkonzert. [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] Ich muss es nochmal betonen. Also wir sind ja gedanklich im Jahr 1808. Da ist nix mit Heizungen. Es ist Dezember 2 Tage vor Heiligabend und dann hockt da der Olle Beethoven und spielt einfach mal nach zwei Sinfonien noch ein Konzert. Ja, da ist das Weihnachts-Oritorium schon zähm mal aufgeführt worden. Plätzchen sind schon gebacken. Die Kinderbeckchen sind schon rot oder wartungsvoll. Genau. Also es ist unglaublich kalt, weil noch kein Klimawandel, wahrscheinlich Schneids aus Übeste und du wirst für vier Stunden mit neun Stücken zugeballert, ich weiß nicht, ob das so toll war. Das wäre heute fast gar nicht mehr möglich und sich da einfach zu verzupfen geht wahrscheinlich auch nicht, weil es merkt der Beethoven und dann gibt es ja ja. Also ich stelle mir gerade vor, wie Beethoven da an seinem Klavier sitzt. Und was das eigentlich, wenn du dir mal vorstellst, du hättest einmal die Chance gehabt, Beethoven live spielen zu sehen. Aus unserer Sicht heute und damals sitzen die Leute wahrscheinlich auf ihren harten Stühlen, es ist saukal, sie haben Hunger, sie müssen aufs Klo und sie denken sich nur, wann können wir endlich gehen. Aber das ist so, dass die Leute, als sie dich, als Solo-Klarineter, die haben sich auch gedacht, wann können wir endlich gehen. Ja, und dieses Gefühl von ich habe kein Bock mehr. Ich friehe mir den Arsch, aber man hört der Typ der oben endlich auf. Das müssen die damals gehabt haben und wir denken uns heute einmal, das will ich dafür geben, um einmal Beethoven live zu sehen. Ja, und für Beethoven ist es dann auch sein letzter öffentlicher Auftritt als Pianist. So, und jetzt ist ja auch wieder da meine Damen und Herren, ihr habt sie vermisst, ich weiß, die sonaten Hauptsatzform, sie schleicht sich hinein in Solo-Konzert, auch hier wieder in den ersten Satz. Also die Exposition mit zwei gegensätzlichen Themen, ihr kennt das aus der Folge davor, dann die Durchführung, dann das Ende. Aber, kam da und die Leute, das ist nicht ganz so wild und so streng, es gibt jetzt keine 10-Gebote der Solo-Konzerte. Aller 1. Gebote irgendwie sollst nicht die sonaten Hauptsatzform brechen, du musst dich daran halten. 2. Gebote, du sollst nicht begehren, deines nächsten Talent, Instrument oder alles, was da nix ist. 3. Gebote sollst keine anderen Sätze haben, neben mir. Das ist schön. Nächstes alles ein bisschen lockerer. Meistens ist das Solo-Konzert 3 oder 4. Der 2. Satz ist dann in einer verwandten Tonat und der 3. ist meistens ein Rondo. Das können wir irgendwie alles schon aus der Sonatenform und hat auch ein bisschen Ähnlichkeit mit der Sinfonie. Die entwickelt sich ja parallel als Gattung und über die sprechen wir in der nächsten Folge. Jawohl, das ist ein kleiner Hinweis, ein 2-Wochen kommt die nächste Folge raus dann eben zur Sinfonie. Aber und jetzt halt durch alle Festen, es gibt jetzt was, was wir in der Sonate nicht haben. Es nennt sich Cadenz. Bei der Cadenz hält das Orchester tatsächlich mal kurz die Klappe und der Solist oder die Solistien dürfen richtig auftrennen, Show-Oftiffen zeigen, was sie drauf haben. Die Cadenz ist meistens im ersten oder im letzten Satz und sie wird durch das Orchester und hier sind wir dann doch wieder bei der Form mit einem Quart 6-Accord eingeleitet in der Regel. Ah ha! Quart! Lange Pause. 6-Accord, was für ein Ungetüme. Ja, was ist das? Wenn es dir weiter hilft, das ist die zweite Umkehrung eines 3-Klangs mit Quart 6, der über den Baston. Ja, klar, danke. Jetzt weiß jeder was. Lassen Sie das so stehen, das auch ein bisschen Wurschatz. Also, weiter, werkt euch einfach Quart 6-Accord, Wurscht. Also, die Cadenz, aka, jetzt zeige ich euch mal so richtig, was ich so drauf habe, weil ich bin das da hier nicht vergessen, bitte. Die Solistinnen und Solisten können da tatsächlich einfach tun, was sie wollen. Da steht in den Noten einfach nur eine Fermate, also eine Wartezeichen, ein Wartezeichen von unbestimmter Länge, das halt irgendwie Pause für alle. Und hier seht dann mal, wie lang diese Pause dauert, bis ich halt fertig bin. Das Orchester weiß nur, jetzt sind wir auf der Wartebank. Wir können uns zurücklehnen, wir können genießen, wenn es den Gutes nach eine Rauchen ist, bis wir das Kran würde ich nicht tun, weil wie gesagt, es geht sich vielleicht doch nicht aus. Es geht sie nicht aus. Es geht sich nicht aus. Also, es ist so list, der würde ich ja, glaube ich, schon ein paar Spiechen spielen. Ich würde wieder heimstellen und vielleicht alle mal in die Entchen spielen, oder Katze Klo, oder vielleicht auch Wacker-Wacker von Shakira oder irgendein anderen Großartig. Headfit, hey, baby. Headfit, hey, baby, alles theoretisch machen dürfen. Die Hauptsache ist, dass du dann irgendwann dem Orchester zeigst, hey, aufwachen, jetzt bin ich fertig, seit ihr wieder dran. Und dann kann es wieder zusammen weitergehen. Und spätestens dann denkt sich das Publikum auch, wow, was ist das denn für ein Genie? Der ist ja viel besser als der Komponist. Ja, übrigens eine Effekt, der nicht unbedingt gewünscht war. Okay, das haben natürlich dann auch schnell einige Papenheimer bemerkt, wie zum Beispiel Beethoven. Und der denkt sich dann, es ist keine wohl auch nicht sein. Ich bin hier das Genie. Also Schluss mit fermatisch, Schluss mit Improvisation und die Kadenz wird auf. Da ist also nicht irgendwie machen, was du willst, sondern Spiel, was ich dir da aufgeschrieben hab. Verdammte Axt. Verdammte Axt. Kommt die Axt dann auch vor als Instrument? Damals noch nicht heute schon? Ah ja, alles klar. Da ist das Komponisten Ego dann auch einfach zu groß. In der Romantik da entwickelt sich die Gartung des Solo-Konzerts dann noch mal ein bisschen weiter. Konzerte entstehen ohne feste Satzbindung. Manchmal sind die Konzerte einsetzig, manchmal viersetzig. Es ist alles ein bisschen lockerer, mehr Spielraum, mehr Offenheit, mehr Freiheit. Ja und jetzt, wo du Freiheit sagst, Uli Schiebich mal kurz eine kleine Werbung ein. Das Wort Freiheit wird ja im Moment nicht gerade selten benutzt und ja, vielleicht auch mal nicht mal ein bisschen missbraucht. Bei Freiheit Deluxe mit Jagoda Marinage ist die Freiheit Ernsthaftprogramm inhaltlich und in der Form, weil Jagoda Marinage eine bekannte Schriftstelle darin führt wirklich richtig freie Gespräche mit besonderen Menschen und schlüsselt dabei so ganz nebenbei sehr, sehr komplexe Debatten auf. An jedem zweiten Freiheitsfreitag erscheint eine neue Folge von diesen Podcasts. Es lohnt sich auch im Podcast Feed ein bisschen weiter mal nach hinten zu scrollen, z.B. zu den Folgen mit Michelle Friedmann, mit Arun Dattiroi oder auch mit Schiechek. Also Freiheit Deluxe heißt dieser Podcast, den wir empfehlen mit Jagoda Marinage. Und jetzt wieder der Bogen zu uns, musikalisch Freiheit, heißt natürlich auch, die Gattung bleibt offen für Neues. Wir grenzen uns nicht ab, Uli zum Abschluss, noch vielleicht ein absoluter Konzert Geheimtipp. Also das ist schon vorbei, in diesem Kurs der Folge. Also Bella Bartock, Konzert für Violine, ganz klare Empfehlung. * Musik * * Musik * Finde ich gut, einfach mal so? - Ja, ich hab das gehört. Ich hab's auf Wikipedia Konzert eingegeben. Geschaff, was rauskommen. - Nein, ich hab's halt live gehört. Bei mir ist es echt so, wenn ich Sachen live gehört hab, dann nehme ich sie ganz anders wahr, dann spall ich die ganz anders ab. Wer hätte ich das jetzt einmal irgendwie im Auto gehört oder so, dann wär's wahrscheinlich durchgerauscht, aber wenn du im Konzert zahl hoxt, auch nicht weg kannst, einfach ganz anders dabei ist, dann packt sich einfach anders. Deswegen das mein Empfehlung, aber das ist ja völlig subjektiv. Wir sind mal froh, dass du nicht bei Andri Riyöwa. * Lachen * - Bei mir ist das Vergottkonzert für Mozart. * Musik * * Musik * * Musik * * Musik * * Musik * * Musik * * Musik * * Musik * * Musik * Ich weiß auch nicht, warum, aber irgendwie so schön gequagt wurde selten, finde ich. Um mit den drei Hörn in Beides, Bela Bartok in Mozart und was auch immer wir euch in die Playlist zu dieser Folge hineinpacken und damit hätten wir es geschafft. Das Konzert ist gemeistert und wir merken uns, in der jedem erfolgreichen Solisten oder jeder erfolgreichen Solisten steht ein starkes Orchester und Oli Knapp hat das große Latino. Und Gregum, und Gregum. Die Playlist zu dieser Folge findet übrigens bei Spotify, heißt dann immer genauso wie diese Folge und wer uns einen Vorschlag machen will für ein tolles Thema, der kann sich gerne melden. Die E-Mail-Adresse ist klugscheiße@brde, da gerne auch Kritik hin oder wenn ihr etwas auffallt und mir was falsches erzählt haben, dann dürfte er auch das dort sagen. Wenn euch was auffallt, wenn ihr was auffallen ist. In der nächsten Folge da steht aber endlich dann das Orchester komplett im Mittelpunkt. Wir sprechen über die Symphonie. Und die sonaten Hauptsatzform, mal wieder, natürlich muss sein. Als Zugabe im Konzert-Manier danken wir noch ein paar sehr lieben Kolleginnen und Kollegen. Erst mal der Autor in dieser Folge, das ist Leora Koch. Unsere Chefin vom Dienst heißt Christine Amme und die Produktkleitung hat Anne Hatchel. Ich bin Oli Knapp, macht es gut. Wahrlich, mir laugere ich jetzt ja was.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Der Begriff „Konzert“ stammt vom Lateinischen „conzertare“, was „streiten“ oder „wettbewerbsfähig sein“ bedeutet, und nicht von „Konzerreere“, was „zusammenfügen“ bedeutet.
  2. Ein Konzert ist kein Alleingang, sondern ein Wechselspiel zwischen einem Solisten und einem Orchester, wobei das Orchester die Rolle des „Teamwork“ übernimmt.
  3. Die Gattung des Konzerts entwickelte sich im Barock besonders stark, wobei Arkangelokorelli mit seinen zwölf Konzertogrossi die ersten bedeutenden Werke dieser Gattung schuf.
  4. In der Klassik nimmt das Orchester eine immer stärkere Rolle ein, während das Solo-Konzert durch Cadenz-Formeln und stilvolle Improvisationen den Solisten Raum für Ausdruck gibt.
  5. Beethovens viertes Klavierkonzert wurde im Jahr 1808 live im Rahmen eines umfangreichen Konzertprogramms mit seinen Sinfonien aufgeführt – ein Beispiel für den intensiven, persönlichen Austausch zwischen Solist und Publikum.
  6. Die Cadenz ist ein traditioneller Moment, bei dem das Orchester ausgesetzt wird und der Solist frei improvisieren kann, wobei es traditionell mit einem Quart-6-Akkord eingeleitet wird.
  7. Im Romantikzeitraum gewann das Solo-Konzert mehr Freiheit und Offenheit, mit weniger formellen Regeln und mehr künstlerischer Freiheit.
  8. Die Folge schließt mit einem persönlichen Empfehlungsschwerpunkt auf Bellini Bartók’s Violinkonzert und einem Hinweis auf die kommende Folge über die Symphonie ab.

Summary:

Der Podcast „Klassik für Klugscheiße“ erklärt die Entstehung und Entwicklung der musikalischen Gattung „Konzert“. Der Begriff „Konzert“ leitet sich vom Lateinischen „conzertare“ ab, was „streiten“ oder „wettbewerbsfähig sein“ bedeutet – ein Hinweis darauf, dass Konzerte historisch als wettbewerbsorientierte Aufführung konzipiert waren. Im Barock wurde die Gattung vor allem durch Komponisten wie Arkangelokorelli geprägt, der mit seinen Konzertogrossi die ersten stilvollen Werke dieser Art schuf.

In der Klassik entwickelte sich das Konzert zu einem komplexen Wechselspiel zwischen Solist und Orchester, wobei die Rolle des Solisten immer noch zentral bleibt, aber die des Orchesters stärker wird. Besonders beeindruckend ist Beethovens Live-Aufführung seines vierten Klavierkonzerts im Jahr 1808, bei der er nach zwei Sinfonien selbst am Klavier spielte – ein Zeugnis für künstlerische Intensität und persönliche Beteiligung. Die Cadenz, ein Moment der Improvisation, wird als künstlerischer Höhepunkt beschrieben, bei dem der Solist freie Spielräume hat, während das Orchester innehat.

Im Romantikzeitraum gewann das Solo-Konzert mehr Freiheit und Offenheit. Der Podcast schließt mit einem persönlichen Empfehlungsschwerpunkt auf Bellini Bartóks Violinkonzert und einem Hinweis auf die kommende Folge, in der das Orchester als Hauptakteur im Mittelpunkt steht. So wird nicht nur die Form, sondern auch die künstlerische Dynamik und die Beziehung zwischen Solist und Orchester beleuchtet.

FAQs

Konzertare bedeutet im Lateinischen 'Wett-Eifern' oder 'streiten', also das Streben um die beste Leistung. Es beschreibt den Wettbewerb zwischen Solisten und Orchester.

Das Konzertogrosso ist ein großes Konzert für Orchester und Solist(in). Es entstand in Italien im Barock und wird oft mit der Form eines 'großen Streits' zwischen Solist und Orchester assoziiert.

Der Solist ist zwar die Hauptfigur, aber das Konzert ist kein Alleingang – es ist ein Wechselspiel zwischen Solist und Orchester, bei dem das Orchester die Themen ausbaut und fördert.

Eine Cadenz ist ein Abschnitt, in dem das Orchester kurz ausfällt und der Solist eine Improvisation oder eine Show-Performance zeigt, meist im ersten oder letzten Satz.

Weil das Orchester die Entwicklung der Musik fördert und die Themen ausbaut, während der Solist die Hauptrolle spielt – es ist ein gegenseitiges Zusammenspiel, nicht ein einzelner Kampf.

Arkangelokorelli war ein wichtiger Pionier mit den ersten veröffentlichten Konzertogrossi, während Mozart und Beethoven später die Form der Solo-Konzerte weiterentwickelten.

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