Die Fotografische Sammlung der Berlinischen Galerie. Im Gespräch mit Katia Reich
28m 39s
In der zehnten Folge des Podcasts „Kunst in Berlin“ spricht die Moderatorin mit Katja Reich, der neuen Leiterin der fotografischen Sammlung der Berlinischen Galerie. Reich, eine erfahrene Kunsthistorikerin, erläutert ihre Motivation, in einem Museum zu arbeiten, und hebt den besonderen Wert der Sammlung mit rund 73.000 Werken vom späten 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart hervor. Sie verteidigt die eigenständige Abteilung für Fotografie, da es sich um ein komplexes Medium mit spezifischen konservatorischen und inhaltlichen Anforderungen handelt. Die Sammlung legt einen Fokus auf künstlerische Fotografie, Berlin-bezogene Werke und besitzt durch die Vorarbeit ihres Vorgängers Ulrich Domröse einen bedeutenden Bestand an ostdeutscher Fotografie. Reich stellt ihre Arbeitsweise vor, die assoziatives Entdecken im Depot mit konzeptioneller Forschung verbindet, und präsentiert aktuelle Projekte: eine Neupräsentation der Sammlung mit Frauenporträts der 1920er Jahre, die Teilnahme am internationalen Fotofestival in Arles mit dem Berliner Künstler Ange Steinbach und die Vorbereitung einer großen Ausstellung zu Sibylle Bergemann. Sie betont die Bedeutung internationaler Sichtbarkeit und einer lebendigen Vernetzung mit der Berliner Fotoszene.
[Musik] Kunst in Berlin. Der Podcast der Berlinischen Galerie, Museum für moderne Kunst. [Musik] Liebe Freunde und Freundin der Kunst und der Berlinischen Galerie, herzlich willkommen zur 10. Folge unseres Podcasts Kunst in Berlin, ein kleines Jubiläum. In der heutigen Folge widmen wir uns dem Thema Fotografie. Dazu spreche ich mit Katja Reich, die zu meiner großen Freude seit November, letzten Jahres die Leitung der photographischen Sammlung in der Berlinischen Galerie übernommen hat. Katja, du hast ja unterschiedliche Bereiche kennengelernt in deiner Kunsthistoriker in den Laufbahnen, Kunsthandel, große internationale Ausstellung, den internationalen Monat der Fotografie, also sehr hochtourige Bereiche. Was hat dich dann ausgerechnet, am Museum gereizt? Warum nicht mehr Kunsthandel? Warum nicht mehr London, Paris, New York? In der Abfolge. Warum jetzt das stationäre Sammeln und Arbeiten mit einem Bestand und das Organisieren von Wechselaustellung in einem Museum? Ja, du hast es gesagt. Ich bin Kunsthistorikerin, ich bin in Meiland auch gewesen im Rahmen meines Studiums und habe dann große Projekte realisiert in Berlin auch, im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie und in Winedig. Und deine Frage zählt jetzt darauf, warum Museum, warum Berlin. Und hier ist es natürlich das Besondere, dass wir diese sehr reiche photographische Sammlung in der Berlinischen Galerie haben, die ja von dem Ende des 19. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit reicht mit 73.000 Werken mit knapp 1000 Künstlerinnen und Fotografinnen. Und ja, ganz persönlich, nach einer Reise ist es gut für mich jetzt wieder in die Tiefe auch der Kunstgeschichte einzusteigen und durchaus mit dem Ziel, auch diese Entdeckung, die ich mache, international zu präsentieren und die Sammlung zu vernetzen. Wenn man sich mal so Kunsthistorikerinnen laufbaren anschaut, dann merkt man, es gibt eigentlich immer nur zwei Wege. Entweder du bleibst an der Uni oder du gehst ans Museum. Wenn man im Kunsthandel ist und dann wieder wechseln möchte, beispielsweise in die Lehre, beispielsweise ins Museum, erscheint mir der Deutschland doch etwas dogmatisch. Hast du das auch so erfahren in deiner Arbeit für eine Galerie, dass du ja doch irgendwie eine anderen Status hattest als diejenige, die in der Lehre oder Museum arbeiten? Vielleicht ein Wort vorweg. Ich habe natürlich parallel zu meiner Tätigkeit in der Galerie auch immer schon von Anfang an parallel freiberuflich gearbeitet, angefangen 1999 in der Gesellschaft für bildende Kunst in der Arbeitsgruppe Fotografie. Ich habe dort Ausstellung zum Thema Fotografie kuratiert, habe geschrieben, aber als ich nachdem ich für den deutschen Parvignon der Bienale von Vinédik, wo ich für unter anderem verkandidiert auch Hörfer zuständig war, das Buch publiziert und während meiner letzten Jahre in der Galerie habe ich unter anderem im Letteverein Fotografie-Ausstellungskonzeption und Management unterrichtet. Ich habe immer viele Dinge parallel gemacht, also das ist eine eher auch non-lineare Biografie, wie du sagst. Und ja, es ist richtig. In den USA gibt es ein ganz andere Offenheit gegenüber Kunsthistoriker in die in Galerien arbeiten, denn es war selbstverständlich, dass ich als Direktorin der Lokgalerie auch im MIT Cambridge in der Ausstellung über Ulrich Wüß einen Videobeitrag als Kunsthistorikerin hatte. Also ich empfinde Deutschland hier sehr star, das stimmt. Ja. Deutschland ist ja auch noch in einem anderen Punkt, finde ich ein wenig star, als ich an der bellienischen Galerie begonnen habe, habe ich mich über die Strenke-Aufteilung der Abteilungen gewundert. Bildende Kunst mit Malerei und Skulptur, Grafik, Arbeiten auf Papier, Architektur, Sammlung, Künstlerin, Archive und Fotografie. Das war das erste Museum, an dem ich arbeite nun mit dieser Strenken-Aufteilung. Würdest du sagen, dass das insbesondere im Fall der Fotografie heute noch Sinn macht? Ja, ich bin durchaus der Meinung. Du musst das sagen. Auch oder will ich davon. Denn die Fotografie ist ja ein sehr komplexes Medium. Das heißt, ich hol jetzt kurz aus, damit wir die Fotografie, also die Fotografie wird häufig als motivisch verstanden. Und wenn wir sie aber in der Komplexität verstehen, in der sie erschaffen wurde und verwendet wird, müssen wir sie eben auch genau betrachten. Also, das heißt, wir haben einerseits natürlich andere restauratorische und konservatorische Ansprüche an dieses Medium und gleichzeitig haben wir natürlich auch in der Fotografie die Rückseiten der Bilder, die sehr wichtig sind. Und die manchmal mehr Arbeit für die Archivarbeit generieren als die Vorderseite. Das heißt, die Fotografie entsteht ja durch den Fotografen in der Wirklichkeit und übersetzt praktisch als visueller Zeuge einen kleinen Ausschnitt dieser Wirklichkeit. Aber dieser Ausschnitt ist praktisch ja schon von dem Fotografen vorbestimmt. Der ist interpretiert, er wird auch von dem Apparat interpretiert und damit endet ja die Arbeit nicht, sondern was auch immer dann entsteht, ob es ein Abzug ist oder ein Digitalisat diese Produkte gehen praktisch noch in zirkulieren. Das heißt, sie werden in verschiedenen Medien weiter verarbeitet. Und wenn wir jetzt eine Fotografie in das Museum bekommen, dann befragen wir sie. Also wer hat sie geschaffen? Wie ist sie entstanden? Und wo ist die verwendet worden? Vielleicht kommen wir gleich darauf noch im Rahmen der aktuellen Ausstellungen. Schau mich an, kann ich da nochmal etwas zu ausführen. Also Antwort auf deine Frage. Ja, wir brauchen diese Abteilung da dieses Medium eben sehr komplex ist. Nun hat die belinische Galerie fast von Anfang an eine fotograficie Sammlung eingrechnet. Das Haus ist ja 1975 gegründet worden und das war damals durchaus nicht selbstverständlich, dass man ein Museum, das eindeutig als Kunstmuseum gegründet wurde, gleich mit einer Abteilung für Fotografie versehen hat. Seit dieser Zeit ist einiges zusammengekommen. Über 70.000 Arbeiten befinden sich jetzt in der fotograficen Sammlung. Das ist eine stolze Anzahl. Wie näherst du dich dieser stolzen Zahl an? Wie kommst du in Kontakt mit der Sammlung und wie versuchst du sie kennenzulär? Hast du deine Strategie? Ich würde ganz kurz noch einmal ausholen einen Schritt zurück. Also Stichwort 1978, 79, die Gründung der fotografischen Sammlung der belinischen Galerie. Wir müssen uns ja auch oder sollten und vielleicht nochmal diese Zeit der 70er Jahre vor Augen rufen. Und in dieser Zeit hat ja die Fotografie in Deutschland das erste Mal Aufmerksamkeit bekommen auch als Kunstform. Also ein Blick zurück, sie war auf der Dokumenta 1972 das erste Mal und da anderem auch durch Klaus Honne dort ausgestellt mit konzeptuellen Positionen zum Beispiel Bernd und Hilah Becher, Etrochet und 1977 hat eben Klaus Honne zusammen mit Evelyn Weiß das erste Mal die Geschichte der Fotografie damals 140 Jahre Fotografie Geschichte dort ausgestellt also von Ajay bis Diane Abus. Ich denke mal muss ich dieses oder sollte sich dieses Klima der 70er Jahre auch nochmal vor Augen führen oder kicken und will am Schirm an die erste Fotogallerie in Deutschland gegründet die Fotografie war auf der Dokumenta und die ersten photographischen Sammlung in Westdeutschland wurden gegründet also Volkungmuseum essen belinische Galerie. Also das vielleicht ganz kurz zu dem Zusammenhang den ich immer wichtig finde dass es ja auch ja ein kollektives Interesse praktisch war aus den Museen heraus oder aus der Gesellschaft heraus oder von den Künstlern heraus. Und diese wunderbare Sammlung die Janos Friko und Unrich Domreuse aufgebaut haben ist heterogehen und gleichzeitig verfolgt sie einer Linie nämlich die künstlerische Fotografie sie verfolgt verschiedene strenger die potree fotografie die Stadt fotografie wobei wir diese ganzen Begriffe immer in einem größeren Zusammenhang auch lesen müssen also. Im Rahmen in der Reflexion zu Berlin und Berlin eben auch als geistiges Gefühl als gesellschaftliches Gefühl zu verstehen das vielleicht kurz vorweg. Janos Friko und Unrich Domreuse muss man sagen sind deine beiden Vorgänger Janos Friko der begründer der Sammlung und Unrich Domreuse der die Sammlung dann weitergeführt hat wir ein sehr lang sehr kontinuelichen Zeitraum und vielleicht können wir da jetzt auch schon auf dein erstes Projekt zu sprechen kommen. Denn wir arbeiten ja nicht nur an Wechselaustellungen sondern wir sorgen ja auch dafür das unsere Sammlungspräsentation sich immer wieder neu darstellt und es gibt so ein Raum in dem wir immer wieder versuchen so einen Schwerpunkt zu setzen. Das hast du auch gleich gemacht mit einer Ausstellung deren Titel du schon erwähnt hast wie bist du auf diesen diesen kleinen Bestand gestoßen. Das ist wunderbar dass du das fragst weil dann kann ich dir noch auf die Frage da wo antworten das ist nämlich einfacher das an einem Beispiel zu machen. Also es ist ja so das Ausstellung das Medium Ausstellung bedeutet ja ein Konzept in einen Raum zu übersetzen in diesem Falle in dem Raum von dem du sprichst geht es ja um die Sammlung zu sein.
Präsentation, das heißt die Geschichte der bildenden Kunst in Berlin von 1880 bis 1980. Das heißt, wir folgen auch einen zeitlichen Parkour in diesem Rundgang und ich habe mich mit diesem Raum beschäftigt. Dort war ja kurz vorher unser Thomas Friedrichstipendium mit Robert Petscher und dem neuen Seen zu sehen. Es gibt in weitere Abfolge einen Raum zur Malerei, der heißt Gesichter der Großstadt. Ich habe also mich angefangen zwischen diesen Polen zu bewegen, Raum, Gesicht, 20er Jahre. Und dann folgte der Blick in die Sammlung zu deiner Frage. Ich habe gerade in den ersten Wochen sehr viel Zeit im Depro verbracht. Ich habe aber bewusst auch associativ oder spontan Schubladen aufgezogen. Ich habe vielleicht auch, weil ich zwei männliche Vorgänge hatte, vor allen Dingen mir Fotografinnen angesehen. Ich habe mir die Bestände von Lotte Jacobi von Lucia Mojuli angesehen. Und da komme ich jetzt genau zu dieser Idee. Also Ideen entstehen natürlich durch Sicht. Ich habe ein sehr besonderes Portriff von Lucia Mojuli entdeckt und bin dann aber, habe mich weiter mit Fragestellung zur Portriff fotografie der 20er Jahre beschäftigt und bin im Gespräch mit meinen Mitarbeiterinnen. Denn ich leite ja die fotografische Sammlung, die aus weiteren drei Mitarbeiterinnen besteht auf ein sehr spannendes Konvolut von Portriff fotografien, von Frauenportress gestoßen, die ein deutscher Kunsthistoriker Lotte Brieger für ein Buch kompilliert hat. Man hat ja dieses Buch denn publiziert. Ja, Lotte Brieger war ein deutscher Kunsthistoriker, der ein wichtiges Buch publiziert hat, das Frauengesicht der Gegenwart 1930 und zwar hat er natürlich auch das steht wieder in einem größeren Zusammenhang mit dem Bild der neuen Frau. Wir sind in den 20er Jahren, es ist ein gesellschaftlicher Aufbruch zu verzeichnen und er hat sich ganz bewusst Portriff von Frauen, von Ärztinnen, von Naturwissenschaftlerinnen, von Schauspielerin, ausgesucht um seine Teese zu untermauern, dass sich jetzt das charakteristische männliche Gesicht mit dem typischen beiblichen Gesicht durchmischt und hat dort eben Kami Stone angesprochen, Friederies, Steffi Brande, Carrie and Eany Hess, also alles fotografinnen, die Fotodatelges besaßen in Frankfurt, die Hessschwester in Berlin, die Kami Stone und Friederies, Steffi Brande und hat sozusagen im Dialog mit diesen Fotostudios seine Arbeiten ausgewählt für dieses Buch. Man kann ja in den 20er Jahren durchaus von einem Boom sprechen, von Fotostudio-Grundungen durch Frauen, durch Fotografinnen. Kannst vielleicht noch was historisches dazu sagen, wie kam es eigentlich zu dieser Welle? Warum gab es plötzlich so viele Fotografinnen? Ja, es war einerseits auch die Frauenbewegung war ja begründet. Es gab auch das Wahlrecht für Frauen. Es gab ein stärkeres Selbstbewusstsein, ein emancipativen Geist, einerseits überhaupt der Frauen, der erste Weltkrieg lag gerade zurück, viele Soldatinnen vor allen Dingen Männer in dem Falle waren ja auch im Krieg geblieben oder als Kriegsfasierte zurückkehnt. Also es gab eine große Chance für die Frau auch berufstätig zu sein und wir hatten natürlich auch schon Fotografie Schulen, also die fotografische Lehranstalt des Letteverein wurde 1890 gegründet, sowie auch weitere Kunstgewerbeschulen und auch Johannes Yohannes Yippen seine Fotokunstschule eingerichtet hat in Berlin. Also das heißt, wir hatten sehr viele Ausbildungsmöglichkeiten und es gab eine größere liberalisierung für die Frau sich selbstständig zu machen. Es gibt eine Quelle, die ich recherchiert hatte, dass wir 1927-238 Fotostudios in Deutschland hatten. Das schon sehr beachtlich. In den 20er-Jahren kann man sagen, ist ja unsere Sammlung sowieso sehr gut aufgestellt. Da haben wir auch ein gewissen Hof, denke ich und werden ja auch solch wieg angefragt, um Leigaben, gebeten, welche anderen Bereiche der Sammlung würdest du den sagen, sind für dich von besonders großer Wichtigkeit. Grundsätzlich finde ich alles spannend und ich denke nämlich, dass man sich auch historischen Positionen neu nähern kann. Also Eurecht Domröse hat das schon gehört, in dem er ja die Glasnegative, die aus dem Nachlass von Einricht Zille anders aus gekommen sind, Neufergrösser hat und zwar hat er Manfred Paul und Michael Schmidt dafür eingeladen. Ich denke, man kann sehr auch historische Position zeitgenössisch aufbereiten. Das finde ich spannend und natürlich sind wir in Berlin. Also da kommen wir vielleicht zu deinem Stichwort zu meiner Biografie natürlich auch in einer durch, also durch den europäischen Monat der Fotografie, den ich 2012 ausgerichtet habe, war ja sehr evident, dass wir eine große Dichte an Fotoschulen, Projekträumen, die sich mit Fotografie beschäftigen, Institutionen, Museen haben. Genau, das heißt, wir haben also eine sehr lebendige Fotoszene in Berlin und da greif ich natürlich auch an oder ein oder beziehungsweise steige ich ein, denn ich bin jetzt eben auch schon damit beschäftigt, Adeliebesuche vorzunehmen und die verschiedenen Fotografinnen und Künstlerinnen kennenzulernen. Nun ist die Berliner Galerie ja eine Westberliner Gründung und auch die Bestände, die wir so gesammelt haben in allen Bereichen, waren ursprünglich ausschließlich Westberliner Westdeutsche Bestände. Die Herausforderung nach der Wiedervereinigung war diese Bestände eben auch umwerke aus dem Osten der Stadt und aus dem Osten Deutschlands zu ergänzen. Wie müssen wir uns das bei der Fotografie vorstellen? Ulrich Dommuröse, dein unmittelbarer Vorgänger hat ja als Kurator in der DDR in Ostberlin gearbeitet und der hat in Anfangs solchen einiges mitgebracht. Wie müssen wir uns die Bestände Ostdeutscher Fotografie in der Berlinischen Galerie vorstellen und zeichnet uns das vielleicht sogar aus, dass wir das so viel haben? Ja, ich denke, es zeichnet uns aus und es ist ein großer Schatz, der eben auch weiter Deutschland, weit und international gehoben werden sollte. Wie du sagst, wir haben das große Glück, dass Ulrich Dommuröse, der Jörg Konsistöker, ist an der Humboldt-Universität studiert, hat bereits Anfang der 80er Jahre für den Verband der bildenden Künstler eine Fotografiesammlung einrichten durfte. Er hatte damals 50 Mark pro Abzug und ist eben zu denen nach seiner Meinung zu dieser Zeit wichtigen Protagonistinnen der Fotoszene der DDR gegangen und hat arbeiten erworben und dieser Fotografien sind eben nach der Wiedervereinigung in den Bestand der Berlinischen Galerie gelangt und er hat natürlich auch weiter nach der Wiedervereinigung diese Ziele verfolgt. Zum Beispiel auch der Teilnachlass von Christian Borchard ist durch den Frühen Tod von Christian Borchard in die Berlinische Galerie um die Jahre 2000, also nach 2000 gelangt, dass wir jetzt einen Schatz von ca. 7000 Fotografien haben und das ist ein großes Privileg, aber natürlich auch eine Aufgabe und auch eine Verpflichtung für die Berlinische Galerie diesem Erbe gerecht zu werden. Ich glaube, das schaffen wir ganz gut, wir haben ja einmal eine Überblicksausstellung unter den Titel geschlossene Gesellschaft organisierter konnte man so einen Einblick wagen in die ostdeutsche Fotografie Szene. Wie wird das fortsetzen, da kommen wir gleich noch mal drauf. Ich möchte jetzt vielleicht noch auf einen anderen Aspekt eingehen, nämlich auf den Aspekt der Internationalität, den du mit in die Berlinische Galerie bringst, durch die Tätigkeit, die du vorher ausgeübt hast und wie gewundert es, dass wir dieses Jahr gleich indirekt aber doch immerhin bei den Rohrkontrodeller Fotografie in Alvertreten sind. Das ist ein Festival, ein Fotografie-Festivell, was seit 1969 in Al in Süd-Frangreich stattfindet und obwohl Al im Sommer immer super heiß ist und total schwer zu erreichen ist, hat sich das zu einem regelreichen Hotspot der Fotografie Szene entwickelt und wie können wir dieses Jahr teilhaben? Was trägt die Berlinische Galerie? Was trägt du dazu bei zu den Rohrkontrodeller Fotografie im Jahr 2021? Wir sind sehr stolz drauf. Ja, stichwort "Foto-Festivell, Internationalität". Das habe ich ja mitgebracht und diese Vernetzung ist natürlich auch ein, oder "Internationalität" ein Teil meiner Expertise und wir wurden eingeladen und im Rahmen eines Nachwuchspreises und einer dazugewürigen Ausstellungen zu bewerben. Mit ca. 12 bis 16 anderen Institutionen werden wir jetzt einen junge zeitkönisischen Positionen ausstellen und die Berlinische Galerie hat hier sich für Anjai Steinbach entschieden, einen 1983 gebohrenen Künstler, der in Berlin lebt, der ein sehr interessantes Fotografisches Werk bisher erarbeitet, ja weiter geschaffen hat, und nämlich. Im Moment geht es, hat er sich auf das Thema Portray spezialisierte, arbeitet jetzt aber an anderen Werkgruppen stillleben. Auch weiter und mich hat die Serie der Apparat sehr interessiert, weil er dort praktisch fotografiert eine Fotografin beim Fotografieren. Das heißt, sein Medium ist die Fotografie in diesem Falle, aber er reflektiert eben den Prozess des Fotografierens die fotografische Praxis. Ich hatte es ja wehnt, dass die Fotografie ein komplexes Medium ist. Das heißt, er gibt uns die Möglichkeit, bei dieser Serie auch einblick zu erhalten. Das heißt, wie fotografiert ein Fotograf benutzt sein Körper dafür? Es ist ein Dialog zwischen seinem Körper, dem Raum, der Gesellschaft und seinem Fotopara. Das heißt, wir sehen diese Fotografien beim Fotografieren, zum Beispiel bei einer Pressekonferenz, bei einer Demonstration, bei einer Gelände, in einem Gelände, anscheinend in Gefahr. Das heißt, wir bekommen durch seinen Blick auf die Fotografie, auch einen Blick hinter die Kulissen, ein Blick auf die Bildenstehung. Und das fand ich sehr interessant. Und ja, ich finde es wichtig, dass die Berlinische Galerie auch eine internationale Präsenz hat. Und wenn wir das mit zeitkönörsischer Kunst, wofür sich ja auch Berlin auszeichnet, tun können, dann ist es mir sehr willkommen. Du hast Ange Steinbach vorgeschlagen. Wie könnte es denn in Aar jetzt günstigendfalls für ihn verlaufen? Günstigstendfalls. Es ist, wie gesagt, ein Preis. Das heißt, es wird am Freitag den neunten Juli auch eine Jury durch diese Ausstellung gehen. Und wird dann einen Preis träger entscheiden. Und zudem gibt es auch einen Publikumspreis. Also, wenn es gut läuft, gewinnt Ange Steinbach einen dieser beiden Preise und würde damit in die Sammlung der Institution, die diesen Preis ausrichtet, Louis Röderer eingehen. Du wirst hinreisen. Es ist also eine exzellente Gelegenheit, da deine Goodby-Brations in Richtung Jury zu senden, würde ich mir wünschen. Und vielleicht hat es ja Wirkung. Aber das ist nicht das einzige Wohrendungarbeitetast. Wir haben gehört über deiner Sammlungspräsentation. Wir haben über die Vorbereitung dieses Beitrags für Aar gesprochen. Aber jetzt bist du ja noch einem großen, wirklich großen Projekt dran. Wir planen eine große Ausstellung zur ostdeutschen Fotografin Zibille Bergamann. Wie weit bist du denn schon? Ja, auch hier möchte ich gerne noch einmal den Kontext es gezieren. Du sagtest es, wir haben diesen großen Sammlungspwerpunkt. Es gab bereits einen Hanna Höchpreis für Helda Paares. Es gab eine Auszeichnung durch den Helga Höchpreis für Arno Fischer. Und es gab diese große Überblicksausstellung von Ulrich Domröse in Zusammenarbeit mit seinen Kolleginnen. Und jetzt widmen wir uns eben Zibille Bergamann. Und Zibille Bergamann gehört im Prinzip in die zweite Generation. Die Ausstandgeschlossengesellschaft hatte verschiedene Generationen skizziert. Und natürlich auch nach Bildauffassung praktisch, Schwerpunkte gesetzt. Also Zibille Bergamann ist 1941 gebohnt. Es ist 2010 verstorben. War die Partnerin und Lebensgefährdchen verheiratet. Und auch als fotografische Partnerin lange an der Seite von Arno Fischer. Sie ist der Mitbegründerung der Agentur Ostkreuz, die ja nach der Wiedervereinigung 1990 von sieben Fotografinnen gegründet wurde. Und hat eben auch nach 1990 an ihre fotografische Bildsprache an ihre Erfolg gekommen, es auch nennen an Knüpfen können. Nun, sagt der Name vielleicht nicht jedem was. Aber ich würde dennoch behaupten wollen, dass viele der Fotos oder einige zumindest von siebille Bergamann schon zum kollektiven Gedächtnis gehören. Würdest du das auch so sehen? Erst frage und zweitens welche Sachen könnte man denn kennen? Oder wodurch ist sie eigentlich einem größeren Publikum überhaupt bekannt geworden? Ich denke, sie ist vor allem bekannt durch ihre Modefotograffien für die Zibille, die Zeitschrift für Mode und Kultur, die in der DDR ein wichtiges Bild-Medium oder distribuierendes Bild-Medium war. Und dort hat sie Ikonen, also ich würde inzwischen von Ikonen sprechen, Susi Rattenu, Katharina Talbach und die Künstlerinnengruppe Allerlei Rao, die sie ja für den Stern und dann später auch in der Zibille veröffentlicht hat, fotografiert hat. Und ich denke mal, das sind die bekanntesten Werke und natürlich die Serie "Denkmal", das "Denkmal", das war ein Auftrag des Kulturstaatsministeriums für, dass sie eben 11 Jahre den Bildhauer Ludwig Engelhard begleitet hat, ja, auf Usedom dieses "Denkmal" geschaffen hat, also zwischen 1975 und 1986. Das sind, denke ich, mal ihre berühmtesten Werkegruppen. Und manchmal steht ja, sozusagen, ja, ihre Bekannte durch die Modefotograffien steht ihr vielleicht auch in Sofern oder hat ihr bisher im Weg gestanden, dass sie eben als die Modefotografen rezipiert wurde. Und das ist eben eines dieser Ziele der Ausstellung auch zu zeigen, ja, sie hat Modefotograffiert mit einem sehr spezifisch künstlerischem Zugang, mit Poisee, mit Sindlichkeit, mit Widersprüchen, sie hat aber auch vor allen Dingen das Portray dort immer in ihren Protagonistinnen herausgezeichnet. Und die Ausstellung wird eben auch das Frühwerk zeigen. Und wir sind auch dabei in enger Zusammenarbeit mit den Nachfahren, das ist ja die Tochterfrieder von Wild und die Enkeltochter Lilifon Wild, das erste Mal schriftlicher Zeugnisse zu sichten. Und das ist ein sehr großer Funnuss, den wir das erstmals eben auch an die Öffentlichkeit bringen werden und aus dem auch unsere Autorinnen für das Katalogbuch sehr viel neue Quellenkenntnis ziehen können. Das heißt, du wirst auch Arbeiten zeigen, die noch nie öffentlich zu sehen waren. Oder ist das jetzt so sensationell formuliert? Ja, ja, ja, also es ist so, wir sind ja noch in der, also wir sind ja eigentlich am Ende der Konzeptionsphase. Wir haben ja uns die Sichtungen von negativen vorgenommen. Und da diese Prozesse wie Sichtungen des praktisch publizierten Sekundärmateriales und der Sichtung der negative parallel laufen, kann es sein. Also wir haben ja praktisch negativ Material und wir haben positiv Material, also Silbergelatina, Abzüge in dem Nachlass. Und wir haben Zeitschriften, Zeitungen in dem diese Belege abgebildet sind. Das heißt, in diesem Prozess werden wir sehen, was noch nie veröffentlicht wurde, oder ob es noch nie ausgestellt wurde. Also das wird noch eine Wraschung, die wir nächstes Jahr sehen können. Ja, auf die Überraschung freue ich mich schon total. Sie, Billi Bergmann ist eine ganz wichtige deutsche Fotografe in der Nachkriegszeit. Ich hoffe auch, dass wir ihre Bekantheit weiter durch die Ausstellung steigern können und dass auch der Katalog einen wertvollen Beitrag zur Fotograffivforschung wird leisten können. Ich hoffe, Ihnen den Zuhörer*innen geht es genauso, dass Sie neugierig geworden sind auf dieses Ausstellungsprojekt. Das Katja Reich gerade vorbereitet und ich bin natürlich auch total neugierig auf die weiteren Projekte, die wir gemeinsam hier an der Berlinischen Galerie realisieren werden. Sie können sich die Präsentation der Frauenportress noch bis zum zweiten August in der Berlinischen Galerie anschauen und ausgiebte ich an dieser Stelle ermutigen unsere reichhaltigen digitalen Programme auf der Webseite der Berlinischen Galerie mal auszuprobieren. Ich freue mich auf unser nächstes Gespräch und wenn Sie beim nächsten Podcast der Berlinischen Galerie wiederzuhören. Kunst in Berlin. Der Podcast der Berlinischen Galerie muss eh um für moderne Kunst.
Podcast Summary
Key Points:
Katja Reich leitet seit November 2020 die fotografische Sammlung der Berlinischen Galerie, die über 73.000 Werke umfasst.
Die Sammlung konzentriert sich auf künstlerische Fotografie von 1880 bis heute und hat einen besonderen Schwerpunkt auf Berlin sowie ostdeutsche Fotografie.
Reich betont die Komplexität des Mediums Fotografie, die eine eigene Abteilung im Museum rechtfertigt, und setzt auf internationale Vernetzung sowie zeitgenössische Präsentation historischer Bestände.
Aktuelle Projekte umfassen eine Sammlungspräsentation zu Frauenporträts der 1920er Jahre, die Teilnahme am Festival „Rencontres d'Arles“ mit dem Künstler Ange Steinbach und eine geplante große Ausstellung zur ostdeutschen Fotografin Sibylle Bergemann.
Summary:
In der zehnten Folge des Podcasts „Kunst in Berlin“ spricht die Moderatorin mit Katja Reich, der neuen Leiterin der fotografischen Sammlung der Berlinischen Galerie. 000 Werken vom späten 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart hervor.
Sie verteidigt die eigenständige Abteilung für Fotografie, da es sich um ein komplexes Medium mit spezifischen konservatorischen und inhaltlichen Anforderungen handelt. Die Sammlung legt einen Fokus auf künstlerische Fotografie, Berlin-bezogene Werke und besitzt durch die Vorarbeit ihres Vorgängers Ulrich Domröse einen bedeutenden Bestand an ostdeutscher Fotografie. Reich stellt ihre Arbeitsweise vor, die assoziatives Entdecken im Depot mit konzeptioneller Forschung verbindet, und präsentiert aktuelle Projekte: eine Neupräsentation der Sammlung mit Frauenporträts der 1920er Jahre, die Teilnahme am internationalen Fotofestival in Arles mit dem Berliner Künstler Ange Steinbach und die Vorbereitung einer großen Ausstellung zu Sibylle Bergemann.
Sie betont die Bedeutung internationaler Sichtbarkeit und einer lebendigen Vernetzung mit der Berliner Fotoszene.
FAQs
Nach internationalen Projekten schätzt sie die Vertiefung in die Kunstgeschichte und die Möglichkeit, die reiche fotografische Sammlung der Berlinischen Galerie mit 73.000 Werken zu entdecken und international zu präsentieren.
Fotografie ist ein komplexes Medium mit speziellen konservatorischen Anforderungen und historischen Kontexten, die eine eigenständige Betrachtung und Expertise erfordern, um ihre künstlerische und dokumentarische Dimension zu erfassen.
Sie verbringt viel Zeit im Depot, arbeitet assoziativ und legt einen Fokus auf Fotografinnen, um neue Perspektiven zu entdecken und Schwerpunkte für Ausstellungen zu setzen.
Durch Frauenbewegung, Wahlrecht und berufliche Chancen nach dem Ersten Weltkrieg, sowie Ausbildungsmöglichkeiten wie die Lette-Verein-Fotoschule, konnten sich viele Fotografinnen selbstständig machen und Studios eröffnen.
Sie sind ein wertvoller Schatz, der durch den Kurator Ulrich Domröse aufgebaut wurde und etwa 7.000 Werke umfasst, was die Sammlung einzigartig macht und eine Verpflichtung zur Pflege dieses Erbes darstellt.
Durch Teilnahme an Festivals wie den Rencontres d'Arles, wo zeitgenössische Positionen wie die des Künstlers Ange Steinbach präsentiert werden, um internationale Vernetzung und Sichtbarkeit zu fördern.
Chat with AI
Loading...
Pro features
Go deeper with this episode
Unlock creator-grade tools that turn any transcript into show notes and subtitle files.