Desinformation - Wie sie unseren Umgang mit Wissen ruiniert
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Der Vortrag von Rumi Jaster, Philosophin an der Humboldt-Universität zu Berlin, analysiert die Desinformationskrise jenseits des engen Fokus auf Fake News. Sie definiert Fake News als falsche oder irreführende Berichte, die von Personen verbreitet werden, die sich nicht um die Wahrheit bemühen – entweder aus Täuschungsabsicht oder aus Gleichgültigkeit. Beispiele wie die irreführende Berichterstattung über einen Kriminalitätsanstieg oder die Breitbart-Meldung über einen Kirchenbrand zeigen, dass Fake News nicht immer falsch sein müssen, aber hochgradig irreführend sein können. Jaster argumentiert jedoch, dass die eigentliche Gefahr der Desinformation tiefer liegt: Sie untergräbt nicht nur einzelne Überzeugungen, sondern die gesamte „epistemische Infrastruktur“ – also die Bedingungen, unter denen wir verlässliches Wissen erwerben, Quellen vertrauen und informierte Entscheidungen treffen können. Während Fake News eine Irrtumskrise verursachen, die zu gefährlichem Handeln führen kann (wie bei Pizzagate oder den Vorfällen in Indien), ist die Desinformationskrise insgesamt eine Metakrise, die andere Krisen wie Kriegsgefahr oder Klimakatastrophe verschärft. Jaster plädiert daher für einen breiteren Blick, der nicht nur auf falsche Inhalte, sondern auf die strukturellen Angriffe auf unsere Urteilsfähigkeit achtet.
* Musik * Deutschlandfunk. Super, ihr seid im Hörseil. Dem Wissenschaftspodcast von Deutschlandfunk Nova, für den wir immer auf der Suche sind, nach neuen relevanten Forträgen aus allen Bereichen der Forschung. Ich bin Katja Weber und ich habe einen Fortsack für euch gefunden, der ein ganz zeitgenössisches Problem bearbeitet. Es geht um. Erfundene Schlagzeilen, manipulierte Bilder, falschmeldungen. Kurz Fake News und das Weitefeld der Desinformation. Wobei Rumia Star unsere Rednerin heute meint, wenn wir uns zu sehr auf das Thema Fake News konzentrieren, dann entgeht uns was anderes, etwas, das viel größer und viel wichtiger ist. Während Fake News zweifelosen Teil des Problems sind, erzählen Sie uns nicht die ganze Geschichte darüber, was an Desinformation eigentlich wirklich problematisch ist. Ja, das die Philosophin meint, bei Desinformationen geht es nicht nur um falsche, also nicht wahrheitsgemäßel Infos. Sie sagt, gezielte Desinformationen, die macht die Möglichkeit, überhaupt zu wissen zu gelangen und daraus abgeleitet, zu Überzeugungen zu kommen, kaputt. Desinformation greift nicht nur einzeln Überzeugungen an. Sie greift auch die Bedingungen an, unter denen wir verlässliche Überzeugungen allererst bilden können. Okay, hätten wir das also geklärt, Zack, wir können ausschalten. Wenn der nicht Rumia Star so eine ausgezeichnete Rednerin wäre, die uns die unterschiedlichen Kategorien von Fake News und Bullshit sauber auseinanderklamüsan definieren und in ihrer Wirkung erklären kann, sie sortiert, sie gewichtet und sie ordnet diese unterschiedlichen Arten von falschen Informationen und leuchtet dabei das große Ganze aus, also das dahinter. Und zwar auf gut verständlicher, auf umgangssprachliche Art und Weise. Sie nutzt zwar eine Präsie beim Vortrag, aber wir können hier auch rein auditiv ganz gut folgen. Nur zwei kleine Vokabelhilfen oder vielleicht Infos vorne weg. Sie wird uns gleich von Fake News rund um Anthony Bourdain erzählen. Ich kannte den nicht, musste den nachschauen. Anthony Bourdain, das war ein ziemlich populärer US-amerikanischer Koch und auch Fernseh-Dokumenterist. Es ist aber gar nicht so wichtig, um Jastersausführung zu verstehen. Und weil der Original-Titel ihres Vortrags das gar nicht so gebräuchliche Wörtchen epistemisch enthält, das bedeutet, sagt der Duden, Wissenschafts- oder Erkenntnis-Theoretisch. Es geht ihr darum, unser System von Wissen von Wissenserwerb zu verstehen und das, was Fake News und Desinformationen damit machen. Rumi Jaster forscht und lernt an der Humboldt-Universität zu Berlin. Am Institut für Philosophie ist sie zuständig für den Arbeitsbereich, Philosophie und Öffentlichkeit. Auch interessant, sie ist co-gründerin und leiterin des Forum für Streitkultur. Ihren Vortrag mit dem Titel Fake News und darüber hinaus, wie Desinformation unsere epistemische Infrastruktur angreift, hat sie am 19. Juni, 2026, gehalten, an der Europa-Universit-Rina in Frankfurt an der Oda. Die Virus-Rina hatte diesem großen Thema Fake News ein ganzes, mehr-tägiges Festival gewidmet und ihr hört jetzt Rumi Jaster's Festival-Beitrag. Ich möchte mit einer Diagnose starten, die ihnen allen wahrscheinlich gut vertraut ist und zwar, dass wir uns in einer Desinformationskrise befinden. Es gibt ja nicht so viele Probleme, die derzeit so intensiv diskutiert werden. Wie dieses Desinformation gilt als naja Gefahr für die demokratische Öffentlichkeit, für wissenschaftliche Autorität, für die Fähigkeit von Bürgerinnen und Bürgern, informierte Entscheidungen zu treffen. Also, Desinformation wird zur Beeinschlussung von Wahlen eingesetzt, zur Diskreditierung politischer Gegner innen und zur hybriden Kriegsführung. Schließlich wird Desinformation mit politischen Polarisierungsprozessen ebenso in Verbindung gebracht, wie mit dem schwindenen Vertrauen in öffentliche Institutionen. Der Soziologe Oliver Kahldevall diagnostiziert die Desinformationskrise, deshalb, wie ich denke, völlig richtig, als Metakrise, also als Krise, die andere Krisen noch weiter verschärft. Also Kriegsgefahr, Klimakatastrophe, Angriffe auf die Demokratie, all diese Krisen werden durch diese grassierende Desinformation noch zusätzlich angeheizt. Und wenn man jetzt an Desinformation denkt, dann denkt man natürlich fast unweigerlich an Fake News. Deswegen heißt dieses Festival wahrscheinlich auch Fake News Festival. Fake News sind sozusagen das Post-Dat-Child der Desinformationskrise. Also ihr bekanntestes Gesicht, die Aushängeschild sozusagen, im negativen Sinne. Also erfundene Schlagzeilen, manipulierte Bilder, Falschmeldungen, all diesen Dingen gilt tatsächlich ein Großteil der öffentlichen und auch der medialen Aufmerksamkeit. Und ich habe in diesem Vortrag zwei Vorhaben, nämlich zum einen möchte ich etwas genauer analysieren, was Fake News eigentlich sind. Und zum anderen aber möchte ich dafür argumentieren, dass eine Verengung des Blicks auf Fake News, den Blick auf andere strukturellere und womöglich sogar gefährlichere Form von Desinformationen, verstellt. Anders gewendet könnte man sagen, Fake News sind zwar paradigmatische Fälle von Desinformationen, aber die Desinformationskrise kommt nicht allein und vielleicht nicht mal in allererster Linie durch Fake News zustande. Das Problem besteht nämlich nicht nur und vielleicht nicht mal in erster Linie darin, dass einzelne oder auch viele Menschen irgendwelche falschen Überzeugungen ausbilden, sondern ein weiteres und strukturelleres Problem von Desinformationen besteht darin, dass durch Desinformationen die Bedingungen unter Graben werden, unter denen wir überhaupt zuverlässig wissen, erwärmen können. Und wenn wir gegenwärtige Desinformationskrise in ihrer ganzen Erscheinungsform verstehen wollen, dürfen wir deshalb nicht nur auf einzelne falsche oder irreführende Inhalte schauen, sondern wir müssen auch auf die Bedingungen schauen, unter denen wir Informationen bewerten, Quellen vertrauen und uns überhaupt ein verlässliches Bild von der Wirklichkeit machen können. Das wird sozusagen meine Teese sein. Aber beginnen wir tatsächlich erst mal mit Fake News. Fake News kommen ja in ganz unterschiedlichem Gewand. Manche sind vergleichsweise harmlos, wie zum Beispiel diese Fake News darüber, dass diese Enten gelernt haben, bei Rot stehen zu bleiben und bei Grün zu gehen, das einfach ein generiertes Video. Manche sind skurril, wie zum Beispiel diese Fake News darüber, dass dieser Typ der Im Krematorium arbeitet, im Krematorium auf einer Liege eingeschlafen, ist und selbst krimiert wurde. Manche sind offensichtlich absurd, wie zum Beispiel diese Fake News hier, die angeblich zeigen soll, dass Michael Jackson noch lebt. Und manche zahlen in so gängige Verschwörungsnarative ein, wie zum Beispiel diese Fake News, die behaupten, dass sowohl Anthony Boydain als auch Abitvi vor ihrem Tod noch ein pedophilnering aufdecken wollten. Jetzt kann man sich ja fragen, okay, was macht genau eine Nachricht eigentlich zu Fake News? Und zunächst mal klar, müssen wir festhalten, Fake News sind ihrer Form nach News. Das sind öffentliche und medialvermittelte Inhalte, über typischerweise Jungs sehr Ereignisse und in die Medien, in denen Fake News verbreitet werden, sind natürlich heutzutage vielfältig, die umfassen ganz klassische Medien, wie zum Beispiel Zeitungen, aber natürlich auch Blogs, Chatgruppen, soziale Medien und so weiter. Okay, das Fake News News sind ihrer Form nach, bringt uns natürlich noch nicht so wahnsinnig viel weiter, denn News sind ja in der Regel keine Fake News. Also kann man jetzt weiter fragen, was zeichnet dann also Fake News aus? Und ein erster Gedanke könnte ja sein, Fake News sind einfach Falschmeldungen. Also falsche öffentlich-medialverbreitete Inhalte. Häufig wird das auch in eins gesetzt. Also Häufig ist die Rede von erst von Fake News und dann im weiteren Verlauf des Artikels oder so, liest man dann Falschmeldungen an der Stelle. Und wenn wir uns noch mal die Beispiele vor Augen führen, die ich jetzt eben im Inge zeigt habe, dann liegt das ja auch nah, das Warnier in der Tat alle samt falsche Meldungen, die wir uns da gerade angeschaut haben. Das Problem mit der Gleichsetzung von Fake News und Falschmeldungen ist aber, Fake News müssen nicht falsch sein. Und zur Veranschaltung stellen wir uns erst mal einen fiktiven Fall vor, stellen Sie sich vor, das habe ich KI generiert. Die KI hat mich das nicht generieren lassen ohne da so ein Fake News-Stempel drauf zu machen, was irgendwie mich zuversichtlich stimmt. Stellen Sie sich vor, ein Online-Medium würde melden, die Kriminalität in einem bestimmten Ort sei, seit dem Bau einer Flüchtlingsunterkunft um 80% gestiegen. Und nehmen wir mal an das Stimmt sogar, die ist auch gestiegen.
80 Prozent. Was die Zeitung aber mutwillig unterschlägt ist, dieser Kriminalitätsanstieg verdankt sich nicht etwa krimineller Handlungen der dort untergebrachten geflüchteten, sondern der Tatsache, dass seit dem Bau der Unterkunft fast monatlich rechtsradikale Anschläge auf diese Unterkunft verübt werden und die dort lebenden Menschen natürlich. Und in diesem Fall, so würde ich sagen, haben wir es ebenfalls mit Fake News zu tun, aber eben nicht mit einer Falschmeldung, denn es stimmt ja, die Kriminalität ist seit dem Bau der Unterkunft um 80 Prozent gestiegen. Jetzt kann man fragen, ja, okay, was ist denn dann das Problem? Und das Problem ist, dass diese Meldung hochgradig irreführend ist. Also eine irreführende Meldung, so wie ich das hier verstehe, ist eine, die zwar im Wort Sinn war, ist, die aber allerlei falsches kommuniziert. Und in diesem Fall ist das falsche, was da kommuniziert wird, ohne dass es gesagt wird, natürlich, dass die zugezwungen geflüchteten für die erhöhte Kriminalität in diesem Ort verantwortlich sind. Dieses Beispiel mit der Flüchtlingsunterkunft habe ich mir jetzt ausgedacht, aber Beispiele für im Wort Sinn waren, aber höchst irreführende Fake News finden, sich auch in der Realität und mein Lieblingsbeispiel ist immer noch eine Meldung des Online-Medioms Breitbart von 2017. Breitbart schreibt in diesem Artikel, dass ein Mob muslimischer, junger Männer, alleruakbar rufend in der Silvestanacht eine Kirche in Brand gesetzt habe mit Feuerwerkskörpern. Und es stimmt, dass da junge muslimische Männer auf dem Platz waren und alleruakbar gerufen haben, allerdings zur Begrüßung des neuen Jahres, es stimmt auch, dass es einen Brand gegeben hat, allerdings war dieser Brand versehentlich entstanden, weil eine Rakete versehentlich in das Fangenitz geraten ist, das angebracht war an einem Gerüst, das an der Kirche stand, weil die gerade saniert wurde. Und dieser Brand war klein und wurde sofort gelöscht. Auch wieder. Das, was da steht, ist nicht falsch, aber es ist hochgradig irreführend, weil natürlich durch diesen Hinweis darauf, dass die dabei alleruakbar gerufen haben, irgendwie islamistisches Motiv insinuiert wird, weil die Rede davon, dass die Kirche in Brand gesetzt wurde, insinuiert, dass die Kirche selbst gebrannt hat und nicht bloß irgendein kleines Fangenitz und so weiter. Also, auch hier sehen wir Fake News können nicht einfach falsch meldungen sein, weil sie eben nicht falsch sein müssen. Wir können aber sagen, es sind Berichte, die etwas falsches kommunizieren im Wort sind oder darüber hinaus, weil sie eben falsch oder irreführend sind. Das ist schon mal der erste Teil einer Charakterisierung von Fake News. Das genügt aber noch nicht als Definition, denn natürlich kann auch einer redlich arbeitenden sorgfältig recherchierenden Journalistin ein Faktenfehler unterlaufen. Das kann auch ganz schuldlos geschehen. Vielleicht hat eine allem anscheinend nach verlässlichen Quelle dieser Journalistin gut gefälschte Dokumente zugespielt. Oder vielleicht hat ein Experte, den sie befragt, hat sich geirrt. Ein Bericht, der dann entsteht, der so einen Faktenfehler enthält, ist klarerweise kein Fall von Fake News, sondern eben einfach ein journalistischer Irtum. Trotzdem handelt es sich aber natürlich um einen Bericht, der etwas falsches kommuniziert und in diesem Fall sogar, weil er im Wort sind, dann vielleicht sogar falsches. Das heißt, wir können Fake News auch nicht einfach als falsche oder irreführende Berichte charakterisieren, sondern um falsche oder irreführende Berichte, die Fake News sind. Von solchen journalistischen Irtfümern abgrenzen zu können, müssen wir uns auch noch über die Haltung der Verbreiterin Gedanken machen. Also darüber, was den Fall der sorgfältig recherchierenden, aber in die irregehenden Journalistin unterscheidet vom Fake News Fall, also von dem Fall eines Fake News Produzenten. Und ein naheliegender Gedanke ist ja, dass Fake News dann eben falsche oder irreführende Berichte sind, deren Verbreiterinnen eine Täuschungsabsicht haben. Also deren Verbreiterinnen, die Öffentlichkeit täuschen wollen. Auch wieder, wenn man sich so die Beispiele anschaut, dann passt das ganz gut, denken Sie nochmal an den Breitbartfall, wer sich solche Mühe gibt, einen Bericht zu gestalten handwerklich, der hat wahrscheinlich etwas damit vor und Breitbart ist eben einfach ein Medium mit einer bestimmten ideologisch-politischen Ausrichtung und in diese Zahl dieser Bericht ein. Also da könnte man sagen, gut, die hatten dann wahrscheinlich eine Täuschungsabsicht. Das würde Fake News jetzt sehr in die Nähe von klassischen Lügen rücken. Es gibt aber andere Fälle von Fake News, in denen die Verbreiter der Berichte eben gerade keine Täuschungsabsicht verfolgen. Und da ist so ein Beispiel, dass das sehr schön zeigt, der Fall eines marzidonischen Dorfes, in dem Jugendliche während des ersten Trump-Wahlkums auf den Richter gekommen sind, Medienberichte auf irgendwelchen Blogs zu verschalten mit Google Earth. Und die haben sich überlegt, was klickt eigentlich besonders gut? Welche Arten von Beiträgen sorgen dafür, dass möglichst viele Leute da draufklicken und haben festgestellt, pro Trump und möglichst gehessig, gegen Trump's gegnergerichtete Berichte erfüllen diesen Zweck ganz besonders gut. Und wir wissen, dass das so war, weil diese Jugendlichen diversen Medien darüber auch Interviews gegeben haben, was sie da tun. Und die haben gesagt, das ist uns völlig egal, ob das stimmt oder nicht. Wir haben auch keine eigene ideologische oder politische Agenda. Wir wollen auch niemanden täuschen. Das ist uns egal, ob die Leute das hinterher glauben, was wir da posten. Uns kommt's nur darauf an, dass die da draufklicken. Die haben dann so was gesagt, wie wenn die Leute Wasser wollen, geben wir den Wasser, wenn sie Wein wollen, die in Wein. Und was man da sieht, ist, dass diese Jugendlichen eben keine Täuschungsabsicht verfolgen mit ihren Beiträgen. Die wissen ja manchmal nicht mal selber, ob das überhaupt stimmt, was sie da posten oder reposten. Sondern ihnen ist das einfach schlichtweg gleichgültig, ob das, was sie schreiben oder posten, stimmt oder nicht. Und das heißt Fake News gehen sehr wohl mit einer problematischen Haltung zur Wahrheit einher. Aber diese problematische Haltung muss eben nicht in einer Täuschungsabsicht bestehen. Sie kann auch in einer völligen Gleichgültigkeit gegenüber der Wahrheit bestehen. Okay, und wenn wir das haben, dann sind wir jetzt endlich im Stande Fake News zu definieren, jedenfalls würde ich das behaupten. Wir wissen schon, Fake News sind falsche oder irreführende Berichte, also Berichte, die etwas falsches kommunizieren. Und hinzu kommt noch ihre Verbreiter in einen bemühen sich nicht darum, etwas wahres zu sagen. Das heißt, sie verfolgen entweder eine Täuschungsabsicht oder ihnen ist die Wahrheit der Inhalte, die sie verbreiten, schlichtweg gleichgültig. Das heißt, damit ein Bericht Fake News ist, muss zweierlei zusammenkommen. Einer setzen Mangel an Wahrheit, Fake News kommunizieren falsches und ein Mangel an Wahrhaftigkeit. Also die VerbreiterInnen von Fake News bemühen sich auch gar nicht um die Wahrheit. Und diese zweite Bedingung, die ist es dann auch, die uns erlaubt Fake News von journalistischen Irrtümern abzugrenzen. Denn das ist ja gerade nicht der Fall bei einer sorgfältig recherchierenden, aber trotzdem einem Irrtum aufsitzenden Journalisten. Die hat ja gerade nicht diese problematische Haltung zur Wahrheit, sondern trotz einer, sagen wir mal, idealen Haltung zur Wahrheit, kann ihr dennoch ein Fehler unterlaufen, so wie uns allen übrigens. Okay, so, wir wissen jetzt, was Fake News sind. Also jedenfalls behaupte ich, dass Sie das jetzt wissen, dass jetzt natürlich voraus, dass es stimmt, was ich Ihnen bis jetzt erzählt habe, aber das behaupt ich einfach mal. Und jetzt, wo wir das wissen, haben wir eine Folie, vor der ich weiter argumentieren kann, denn wie angekündigt, möchte ich als nächstes zeigen, dass Fake News nur einen ganz kleinen Ausschnitt derjenigen Phänomene bilden, die uns im Zusammenhang mit Desinformation beschäftigen sollten. Ich habe ja schon zu Beginn gesagt, dass ich die Verengung auf Fake News problematisch finde, weil Sie den Blick eben auf die Vielfalt von wirklich sehr unterschiedlichen Desinformationen, Desinformationen Phänomene verstellt, mit denen wir es tatsächlich zu tun haben. Und das würde ich jetzt gerne im restlichen Vortrag näher ausführen. Fake News, das haben wir ja gesehen, kommunizieren falsches und werden von Personen verbreitet, die sich nicht um die Wahrheit bemühen. Und wenn man jetzt auf dieses Phänomene scharf stellt, dann erscheint die Desinformationen-Krise als, also in allererster Linie als eine Irrtums-Krise. Also Menschen werden durch Fake News darüber in die Irre geführt, wie sich die Dinge wirklich verhalten und bilden falsche Überzeugungen über die Wirklichkeit aus. Das ist dann die Diagnose.
die nahe liegt. Also diese Leute sehen dann diese Meldung, dass Anthony Bourdain vor seinem Tod einen pedophilen Ring aufdecken wollte und dann glauben sie anschließend fälschlicherweise genau das. Und das ist natürlich ein riesiges Problem, wenn das so ist, dass Leute falsche Überzeugungen ausbilden, denn falsche Überzeugungen können ja zweifels ohne sehr großen Schaden anrichten. In Indien zum Beispiel haben sich über WhatsApp und andere soziale Medien eine Zeit lang immer wieder Fake News verbreitet in denen behauptet wurde, unbekannte Fremde würden in Dörfern Kinder entführen oder Organe stehlen. Und viele Menschen hielten diese Berichte für wahr. Und in mehreren Fällen haben sich daraufhin gewalttätige Menschenmengen gebildet in diesen Dörfern, die völlig unschuldige durchreisende Personen angegriffen haben und teilweise zu Tode geprügelt haben, weil sie die eben fälschlicherweise für Kindesentführer und Organhändler hielten. Jetzt ist das in Indien, aber auch in westlichen Demokratien können Fake News gravierende Folgen haben. Und besonders bekanntes Beispiel sind Berichte über die sogenannte Pizzagate Verschwörung. Das ist ihnen wahrscheinlich bekannt im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2016. Verbreitete sich in Foren und in den sozialen Medien die Behauptung führende Politiker der demokratischen Partei würden aus dem Keller dieser Pizzeria hier in Washington einen Kinder-Sex-Ring betreiben. Und obwohl es keinerlei Belege dafür gab und diese Pizzeria nicht mal über einen Keller verfückte, hielten zahlreiche Menschen diese Geschichte eben für wahr. Was dazu führte, dass am Ende einen bewaffnete Mann in dieses Restaurant gefahren ist, um diese angeblichen Kinder zu befreien und da Schüsse abgegeben hat. Fällig unbenommen, Fake News können nicht nur dazu führen, dass Menschen sich iren, sie können auch dazu führen, dass Menschen mitunter auf sehr gefährliche Weise handeln. Das sollte uns aber nicht über die wichtige Erkenntnis entweckt täuschen, dass die Desinformationskrise eben nicht nur eine Irtumskrise ist. Sie ist nicht mal nur eine Überzeugungskrise, sondern vielmehr ist das eine Krise der verlässlichen Urteilsbildung, so will ich jedenfalls argumentieren, denn die Desinformationskrise betrifft tatsächlich die Bedingungen, unter denen wir uns überhaupt ein verlässliches Bild von der Wirklichkeit machen können. Anders gesagt, besteht das Problem nicht nur darin, dass Menschen einzelne falsche Überzeugungen ausbilden, sondern das Problem besteht zunehmend darin, dass die Verfahren, die Institutionen und die Praktiken beschädigt werden, die uns überhaupt dabei helfen, zu wahren Überzeugungen zu kommen. Das heißt, wer verstehen will, wie die Desinformation funktioniert, darf nicht nur auf einzelne Inhalte schauen, sondern muss auch, und das will ich heute mit Ihnen vor allem, auf die Informationsumgebungen, auf die Vertrauensstrukturen und auf die Kommunikationspraktiken schauen, in denen diese Inhalte zirkulieren. Und ich werde das anhand drei ja schlarklichter, verdeutlichen, anhand drei ja Desinformationsfinomene, anhand derer sich besonders gut einige dieser strukturellen Gefahren illustrieren lassen. Beginnen wir mit einem Phänomen, dass sich unter einer Lösung subzumieren lässt, die der ehemalige Trumpberatastiefbannen einst ausgegeben hat. Diese Lösung lautet flat the zone with shit. Und diese Lösung bezeichnet jetzt weniger in einzelnes Desinformationsfinomene als eine strategische Kommunikationsmaxim. Die Idee dahinter ist aber ganz einfach, wer genügend Behauptungen, Gerüchte, Spekulationen, Halbverhalten, Nebenchaubplätze und so weiter in Umlauf bringt, der erschwertes Anderen den Überblick zu behalten und sich in dieser Vielzahl teilweise widersprüchlicher Informationen zu orientieren. Also Journalistinnen können nicht mehr alles überprüfen, Bürgerinnen können nicht mehr alles einordnen. Die Aufmerksamkeit wird ständig auf neue Themen gelenkt, bevor alte Fragen geklärt werden konnten. Und dieses Strategie nimmt unterschiedliche Formen an, die jetzt in der Wissenschaft unterschieden werden und und eigens behandelt. Bei der epistemischen Überflutung, also beim Fludding, werden schlichtweg mehr Inhalte verbreitet, als die Rezipientinnen verarbeiten können. Beim Vorgäng werden vor allem konkurrierende Darstellungen produziert und bei der strategischen Skepsis werden systematisch Zweifel, das betrifft jetzt vor allem die Wissenschaft an seriöser Forschung erhoben. Und das Ergebnis davon ist natürlich nicht unbedingt, dass Menschen etwas falsches glauben, sich in irgendeiner sachfragene falsche Meinung bilden, sondern das Ergebnis ist vielmehr Überlastung und dass Menschen, womöglich gar nicht mehr zu irgendwelchen Überzeugungen finden und auch gar nicht mehr ansetzen, zu Überzeugungen kommen zu wollen, weil sie den Informationsraum versmutz, also polutet empfinden. Das heißt, man könnte sagen, diese Strategie flatte so und zielt nicht auf ihr tun, sondern auf des Orientierung in der Urteilsbildung. Es ist wichtig, sich klar zu machen, dass die einzelnen Inhalte, die da verbreitet werden, nicht mal alles am Falsch sein müssen. Manche können wahr sein, manche falsch, manchmal werden eben auch Gegenteilige und damit widersprüchliche Behauptungen in den Diskurs eingesperrt. Entscheiden ist da nur die Masse, wenn ständig neue Behauptungen produziert werden, wird zunehmend schwieriger, wichtiges von unwichtigen Gut belegt, das von, sagen wir mal, reiner Spekulation und verlässliches von eben nicht verlässlichem zu unterscheiden. Und warum das so ist, dass wir das als Problem sehen sollten, hat der Wirtschaftswissenschaftler Hörbe Zahmen bereits 71 ganz gut auf den Punkt gebracht und zwar unter dem Begriff der Aufmerksamkeitsökonomie. In einer Welt, die ganz reich an Informationen ist, sagt Simon entstehen, zwangsläufig knappheiten an etwas anderem, nämlich an Aufmerksamkeit oder wie er das formuliert, was Information verbraucht, liegt auf der Hand, sie verbraucht die Aufmerksamkeit ihres Empfängers. Das heißt, wenn Informationen, wenn mehr Informationen da ist als Aufmerksamkeitsresourcen um diese Informationen zu verarbeiten, dann können wir eben nicht mehr all die Meldungen lesen, Quellenprüfen, Argumente nachvollziehen und so weiter oder Behauptungen gegeneinander abwägen, was nötig wäre, um zu einer Urteilsbildung zu kommen. Das heißt, wer die öffentliche Kommunikation mit immer neuen Informationen bespielt und flutet, konkurriert gar nicht in erster Linie um Wahrheit, sondern eben um Aufmerksamkeit. Das heißt, das Information, die sich dieser Flat-The-Sown-Strategie bedient, funktioniert gar nicht dadurch, dass sie einzelne Überzeugungen manipuliert, das ist mein Hauptpunkt, sondern sie funktioniert dadurch, dass sie unsere Aufmerksamkeit bindet, zerstreut und überlastet und damit unsere Fähigkeit untergräbt, Informationen sinnvoll einzuordnen und zu bewerten. Und damit zeigt sich jetzt auch ein wichtiger Unterschied zu Fake News, über die wir ja zuvor gesprochen haben. Das Problem besteht hier nicht primär darin, dass Menschen falsche Überzeugungen erwerben, das Problem besteht darin, dass die Bedingungen verschlechtert werden, unter denen sie sich überhaupt ein gut begründetes Urteil bilden können. Okay, das war mein schlaglicht Nummer 1. Jetzt schlaglicht Nummer 2. Das zweite Phänomen, auf das ich zu sprechen kommen möchte, ist eine Kommunikationsstrategie, die dazu beiträgt, die Aufrichtigkeitsnorm im öffentlichen Diskurs zu beschädigen. Das klingt kompliziert, aber ich werde in gleich Schritt für Schritt auseinandersetzen, was ich damit meine. Als wir über Fake News nachgedacht haben, da habe ich zwei Haltungunterschieden, mit denen Fake News verbreitet werden, mit einer Teuschungsabsicht oder aber und das war dieser Punkt, den ich anhand dieses marzidonischen Dorfes und diesen Teenager verdeutlicht habe, mit einer völligen Gleichgültigkeit gegenüber der Wahrheit. Im letzten Fall, also wenn eine Sprecherin eine Behauptung aufstellt, ohne sich überhaupt um die Wahrheit des Gesagtes zu scheren, spricht man in der Philosophie von Achtung Bullshit. Ziemlich viel schützt in diesem Vortrag, tut mir leid. Bullshit zeichnet sich dadurch aus, dass der Sprecherin einer Aussage vollkommen egal ist, ob das, was sie sagt, stimmt oder nicht. Das können wir uns jetzt an einem konkreten Beispiel anschauen. 2018 hat US-Präsident Trump einem Reporter von einem Gespräch erzählt, dass zwischen Trump und dem kanadischen Premier Trudeau stattgefunden hatte. Und es ging in diesem Gespräch um die Frage, ob Kanada gegenüber den USA ein Handelsdefizität hätte. Und Trump sagt dann zu Justin, also Justin ist der Reporter folgendes. Trudeau came to see me, he's a good guy Justin. He said no, no, we have no trade deficit with you, we have none. Also Trump berichtet das Trudeau gesagt hat, wir haben kein Handelsdefizität.
Jetzt kommt Trump. "I said wrong Justin." Also der spricht jetzt hier nicht Justin an. "I said wrong, you do." Und jetzt sagt er zu dem Justin, also zu dem Reporter. "I didn't even know. I had no idea. I just said you're wrong." Trump sagt, ich hab gesagt, "Fight Justin." "I said wrong Justin, you do." "You have very very very deficit." "I knew it was not right." "I said wrong." "Okay, what happened here?" "Offenbar hat Trump ja nicht gelogen, um zu lügen, muss ein Sprecher seine eigene Aussage mindestens selbst für falsch halten." "Das ist einfach eine notwendige Bedingung dafür, dass jemand lügt." "Jemand, der seine eigene Aussage nicht für falsch hält, lügt nicht." "Aber das ist hier natürlich nicht der Fall." Trump sagt ja ganz deutlich, er hatte keine Ahnung, ob es ein Handelsdefizit gibt oder nicht. Das heißt, was wir hier sehen, ist keine Lüge, sondern eben Glasklarefall von Bullshit. Also oder worüber Trump hier berichtet, ist ein Glasklarefall von Bullshit. Trump hat einfach behauptet, dass es kein Handelsdefizit gäbe, obwohl er überhaupt keine Ahnung hat, ob das stimmt. Es ist ihm einfach vollkommen egal, ob seine Aussage war, so der Fall. Alles, worum es ihm geht, ist hier mit diesem Blöff davon zu kommen. Und das ist eben genau das Charakteristikum von Bullshit. Jetzt wissen wir, was Bullshit ist. Gehen wir einen Schritt weiter. Normalerweise ist Bullshit selbst verschleiern, wie ich das nennen möchte. Das heißt, dem Sprecher ist zwar egal, ob das, was er sagt, stimmt oder nicht. Das Charakterisiert ja Bullshit. Aber gleichzeitig versucht er diese Gleichgültigkeit, seinem Gesprächspartner gegenüber zu verschleiern, also nicht dem Reporter gegenüber, sondern in dem ursprünglichen Gespräch, Trudodogen. Damit, und das ist ja hier offensichtlich, damit dieser Blöff überhaupt funktionieren kann, muss Trump den Anschein erwecken. Also Trudodogen über den Anschein erwecken. Er sei bestens informiert über die Frage nach Handelsdefiziten und spreche hier aus seiner Expertise als Präsident. Das heißt, er muss die Tatsache verschleiern, dass es ihm eigentlich völlig egal ist, ob ein Handelsdefizit besteht oder nicht. Es gibt aber auch, und damit sind wir bei dem Phänomen, dass ich Ihnen jetzt eigentlich vor Augen führen möchte, der Bullshit, der nicht selbst verschleient ist. Das heißt Bullshit, der sich dadurch auszeichnet, dass die Sprecherin ihre Gleichgültigkeit gegenüber der Wahrheit offen und für alle sichtbar zur Schausstellt. Also es ist Bullshit, weil der Person, das völlig Gleichgültig ist, ob es stimmt oder nicht, was sie sagt, das macht es zu Bullshit. Aber gleichzeitig will die Person gerade nicht darüber täuschen, dass es ihr Gleichgültig ist, sondern sie will, zu Schausstellen, dass es ihr Gleichgültig ist. In diesem Fall können wir von demonstrativen Bullshit sprechen. Das heißt, in so einem Fall macht die Sprecherin der Aussage, es ist ihr egal, ob das, was sie sagt, stimmt oder nicht. Und das ihr das egal ist, stellt sie offen zu Schau. Das ist das Phänomen, um das es mir im Kern hier geht. Hier ist noch ein weiteres Trump-Ball-Spiel, diesmal für demonstrativen Bullshit. Trump II, in einer der Präsidentschaftsdebatten mit Kamala Harris, sagt Trump über Immigranten in Springfield, "They're eating the dogs, the people that came in. They're eating the cats. They're eating the pets of the people that live there. This is what's happening in our country and it's a shame." Also, what's so important here is that the Immigranten in Springfield, "They're cutting and running the people that live there." And this seems to me very exciting, for the Phänomen, which I would like to mention here, namely for demonstrativen Bullshit. Trump is completely egal, ob es stimmt, was he said, oder nicht. Das macht das hier zu Bullshit. Aber gleichzeitig ist ihm auch völlig egal, dass diese Gleichgültigkeit für einen Großteil des Publikums völlig offensichtlich sein dürfte. Er stellt seine Gleichgültigkeit gegenüber der Wahrheit zumindest für ein Teil des Publikums, also zum Beispiel für Kamala Harris und für die Presseberichterstatter und für andere politische Führungsfiguren, sehr offen zu Schau. Und warum macht er das? Und hier wird es jetzt interessant. Demonstrativer Bullshit kann eine ganze Reihe von Funktionen in der politischen Kommunikation erfüllen, die autoritärer Politik in die Hände spielen. Offensichtlichste Funktion macht Demonstration. In dem Trump hier seine Gleichgültigkeit gegenüber der Wahrheit ganz offen zu Schau stellt, demonstriert er der Öffentlichkeit, dass er sich nicht durch die Normen gebunden sieht, die für andere Sprecher gelten. Und er demonstriert Kamala Harris, seinem direkten Gegenüber, dass er sich kommunikativa Moves bedienen kann, die ihr nicht offen stehen. Also macht Demonstration. Demonstrativer Bullshit kann aber noch eine andere Funktion, noch eine Reihe anderer Funktionen haben, aber ich greife jetzt eine raus. Trump demonstriert nämlich nicht nur, dass er sich nicht durch die Normen gebunden sieht, die für andere Sprecher in den Gelten, sondern, so möchte ich argumentieren, er beschädigt diese Normen auch. Und darin kann eben auch eine Funktion, demonstrativen Bullshit liegen. Demonstrativer Bullshit kann zur Errosion von Aufrichtigkeitsnormen beitragen, die für den öffentlichen Diskurs, im Allgemeinen, aber auch für den demokratischen Diskurs, im Besonderer, eine ganz zentrale Rolle spielen. Und um zu verstehen, wie das funktioniert, müssen wir einen Schritt zurück treten und uns kurz klar machen, was soziale Normen überhaupt sind. Und denn um die Gezia, die werden da ja beschädigt, jedenfalls wenn das stimmt, was ich hier erzähle. Soziale Normen sind keine Naturgesetze, sondern die Beruhen auf gegenseitigen Erwartungen. Ich halte mich an eine Norm, weil ich erwarte das andere das ebenfalls tun, weil ich weiß, dass andere von mir erwarten, dass ich mich an die Norm halte, und weil ich erwarte, dass eine Misachtung der Norm sanktioniert werden würde. Nehmen Sie mal eine ganz alltägliche Norm, zum Beispiel die Norm sich in einer Warteschlange hinten anzustellen. Die meisten von uns halten sich daran, weil wir erwarten, dass andere das ebenfalls tun, und weil wir wissen, dass andere das von uns erwarten und weil wir wissen, dass wir vielleicht sogar sanktioniert würden, wenn wir das anders machen würden, also uns einfach vordringeln würden. Aber, und das ist wichtig, also wenn man das einmal klar hat, dass Norm konstituiert sind durch gegenseitige Erwartungen. Dann sieht man auch, dass wenn Normverletzungen folgenlos bleiben und regelmäßig vorkommen, dann verändern sich diese Erwartungen. Die Erwartungen bleiben nicht konstant. Wenn sich immer mehr Menschen vordringeln und niemand etwas dagegen sagt, dann beginne ich irgendwann zu erwarten, dass andere sich ebenfalls vordringeln werden und ich beginne auch zu erwarten, dass niemand etwas dagegen unternehmen wird, wenn ich mich vordringle. Das heißt, diese Norm, die einmal in Kraft war, verliert ein Kraft, das heißt, sie erodiert. Und dieser Mechanismus kann auch im öffentlichen Diskurs auftreten. Im öffentlichen Diskurs gelten in der Regel Aufrichtigkeitsnormen. Also das heißt, normalerweise gehen wir davon aus, dass Menschen, die öffentlich Behauptungen aufstellen, sich um die Wahrheit bemühen. Und da gibt es so riesen Diskussionen, welche Normen das genau sind, wie die genau lauten, starke Kandidaten sind, behaupten etwas, wenn du es selber überhaupt glaubst, behaupten etwas, wenn du gerechtfertigt bist, behaupten, wenn du dir hinreichend sicher bist und so weiter. Also da will ich jetzt gar nicht ins Detail gehen. Es reicht, wenn wir uns klar machen, dass wir normalerweise davon ausgehen, dass Menschen, die öffentlich was behaupten, sich um die Wahrheit bemühen. Und demonstrativer Bullshit untergräbt natürlich genau diese Erwartung. Wenn ein Politiker immer wieder offenkundig haltlose Behauptungen aufstellt und dabei seine Gleichgültigkeit gegenüber der Wahrheit offenzuschau stellt, dann steht das in Analogie zu der Person, die sich verdrängelt. Eine Norm, in diesem Fall jetzt eine Aufrichtigkeitsnorm, wird für alle sichtbar gebrochen. Und wenn dieser Norm brägelmäßig auftritt und nicht ernsthaft sanktioniert wird, dann verändert das, die Erwartungen aller Beteiligten. Journalistinnen erwarten zum Beispiel immer weniger, dass dieser Politiker sich an Wahrheitsstandards gebunden fühlt. Politische Gegner erwarten das nicht mehr und mit unter erwarten das ja auch nicht mal mehr die eigenen Anhänger. Das heißt, wir haben dann in der Folge eine schleichende Erosion, einer zentralen Norm öffentlicher Kommunikation, nämlich der Norm, das öffnet.
öffentliche Behauptungen überhaupt war, als orientiert sein sollten. Und aus diesem Grund ist demonstrativer Bullshit mehr als eine bloße Provokation. Er beschädigt nicht nur einzelne Überzeugungen, sondern er beschädigt die Regeln des Spiels selbst, indem er die Aufrichtigkeitsnormen beschädigt, die unseren öffentlichen Diskurs strukturieren. Und das spielt dann autoritärer Politik in die Hände, denn demokratische Öffentlichkeit lebt natürlich davon, dass politische Auseinandersetzungen zumindest in gewissen Maße an Tatsachen rückgebunden sind. Wer Behauptungen aufstellt, muss damit Rechner nach Gründen gefragt zu werden, oder? Wer was falsches behauptet, der riskierten Verlust an Glaubwürdigkeit oder Kritik? Die Norm der Wahrhaftigkeit ist also nicht einfach eine irgendwie moralische, so ein Ornament oder so, des öffentlichen Diskurses, sondern sie gehört zu den Voraussetzungen dafür, dass öffentliche Meinungsbildung und demokratische Deliberation überhaupt funktionieren können. Und deswegen ist die Errosion dieser Norm für autoritäre Akteure natürlich wahnsinnig attraktiv, denn wer sich nicht mehr an Wahrheitsnormen gebunden fühlt, kann kommunizieren ohne durch Tatsachenbelege oder Konsistenzforderungen oder so etwas eingeschränkt zu werden. Also während politische Gegner, weiterhin gründelief an Einwände beantworten, auf Widersprüche reagieren müssen und so weiter, gewinnt derjenige einen strategischen Vorteil, der sich diesen Anforderungen entzieht. Für unseren Zusammenhang hier ist aber noch etwas anderes wichtig, und damit komme ich zurück zu der Klammer, um dieses Schlaglicht, dass ich hier werfen wollte. Demonstrativer Bullshit zeigt nämlich erneut, dass die Desinformationskrise nicht einfach als Krise einzelner falscher Überzeugung verstanden werden kann. Natürlich können Menschen durch demonstrativen Bullshit auch hin und wieder mal, nämlich wenn sie es nicht mitkriegen, zu falschen Überzeugungen gelangen. Aber das ist nicht der eigentliche Mechanismus, den wir jetzt gerade betrachtet haben. Beschädigt wird hier nämlich nicht in erster Linie das Ergebnis unserer Urteilsbildung, sondern eine ihrer Voraussetzungen. Also, beschädigt wird die soziale Norm das öffentliche Kommunikation überhaupt an Wahrheit orientiert werden sollte oder sein sollte. Und damit sind wir wieder bei der übergeordneten These, dieses Vortragsdessenformation greift nicht nur einzelne Überzeugungen an, sie greift auch die Bedingungen an, unter denen wir verlässliche Überzeugungen allererst bilden können. Im ersten Beispiel "Flatte Zone", war es unsere Aufmerksamkeit, die durch eine Flut von Informationen überlastet wurde und im zweiten Beispiel hier demonstrativen Bullshit sind es die Aufrichtigkeitsnormen des öffentlichen Diskurses, die unter Druckeraten. Das war schlaglich zwei, jetzt kommt schlaglich drei, das fordert ihr mit der Enkung nicht mehr ganz so stark, wie der demonstrative Bullshit. Also, wir haben den Peak der Herausforderung und der Desinsprost dieses Vortrags schon überwunden. Verschwörungstheorien. Das ist das dritte und letzte Phänomen auf das ich mit Ihnen schauen möchte. Und anhand dieses Phänomen, ich möchte illustrieren, dass Desinformation manchmal darauf abzielt, dass vielleicht wichtigste Fundament unserer Bissensgesellschaft zu destabilisieren, nämlich das Vertrauen, dass wir den Institutionen entgegenbringen, die in unserer Gesellschaft wissen bereitstellen. Wenn wir überwissen nachdenken, dann stellen wir uns ja irgendwie oft vor Menschen würden, die Welt irgendwie selbst beobachten, belege sammeln und dann auf der Grundlage dieser gesammelten Belege irgendwie zu ihren Überzeugungen gelangen. Aber dabei übersehen wir etwas ganz wichtiges, denn die allermeisten Dinge, die wir wissen, oder zu wissen glauben. Wissen wir ja nicht aus eigener Anschauung. Ich weiß zum Beispiel nicht aus eigener Erfahrung, dass es schwarze Löcher gibt. Ich habe auch nicht die Wirksamkeit von Impfstoffen überprüft. Ich habe auch die meisten historischen Ereignisse über die ich bescheid weiß, den zweiten Weltkrieg oder so, nicht selbst beobachtet. Woher weiß ich das dann? Na ja, unser Wissen beruht in sehr hohem Maße auf etwas, was man epistemische Arbeitszeilungen nennen könnte. Wir verlassen uns auf Wissenschaftlerinnen, Journalisten, Behörden, Gerichte, NGOs und viele andere Personen uns Institutionen, die Informationen für uns prüfen und bereitstellen. Eine moderne Gesellschaft, die wir sie haben, kann überhaupt nur funktionieren, wenn solche Vertrauensbeziehungen funktionieren. Also, das heißt, wenn die Mehrheit der Menschen den tatsächlich verlässlichen Quellen vertraut und den tatsächlich unverlässlichen Quellen mistraut, das ist eine Voraussetzung, dafür, dass diese arbeitsteilige Wissensarbeit funktionieren kann. Das heißt, dieses Vertrauen in die tatsächlich verlässlichen Quellen zu erodieren ist ein sehr attraktives Ziel für Desinformationskampagnen. Und auch hier geht es nicht darum, Menschen von einer bestimmten Behauptung zu überzeugen, sondern eben darum Vertrauen umzulenken. Also bestimmten Quellen soll nicht mehr geglaubt werden, anderen dagegen umso mehr. Und dieses Muster begegnet uns zum Beispiel bei vielen Verschwörungstheorien. Ich weiß manche sagen lieber Verschwörungsnarative oder Verschwörungmüten. Das können sie halten, wie sie wollen. Ich sage Verschwörungstheorien, ich sage das aus bestimmten Gründen, wenn ich hinterher auch erläutern, warum, wenn sie es nicht mögen, nehmen sie einfach, ersetzen sie es in ihrem Kopf einfach. Okay, was ist eine Verschwörungstheorie? Müssen wir jetzt nicht ganz in die Tiefe erarbeiten. Aber wichtig ist, dass wer einer Verschwörungstheorie anhängt, natürlich zum einen glaubt, dass die Welt in irgendeiner Hinsicht ganz anders ist als sie uns erscheint. Das ist zentral. Aber nicht nur, sondern wer einer Verschwörungstheorie anhängt, glaubt zugleich, dass die Institutionen, die uns eigentlich mit verlässlichen Informationen versorgen sollten, dieser Aufgabe nicht anständig nachkommen. Denn schließlich muss ja die Verschwörungstheoretikerin irgendeine Erklärung dafür anbieten, dass ihre Theorie, die Verschwörungstheorie, von der überwältigenden Zahl von Wissenschaftlern und Journalistinnen abgelehnt wird. Das ist ja Erklärungsbedürftig. Und wie kann so eine Erklärung aussehen? Die nächstliegende Erklärung wäre natürlich die Verschwörungstheorie falsch. Aber diese Erklärung kommt für die Verschwörungstheoretikerin ja nicht in Frage. Also muss eine andere Erklärung her. Und wie könnte diese Erklärung aussehen? Diese Erklärung läuft darauf hinaus, die Vertrauenswürdigkeit von Wissenschaft und Journalismus nehme ich jetzt einfach mehr exemplarisch raus, abzuwerten. Denn entweder gibt ja nur zwei Möglichkeiten. Entweder Wissenschaft und Journalismus stecken mit den Verschwörern unter einer Decke. Oder aber Wissenschaft und Journalismus ist Bevölkerung von sogenannten Schlafschafen. Also Leuten, die aufgrund irgendwelcher Kognitiver Verzerrungen, wishful thinking und selektiver motivierter Wahrnehmung, ihre Augen systematisch vor den Belegen für die Verschwörungstheorie verschließen. Das sind ja so die gängigen Erklärungen. Das heißt, um die grasierenden Fehlauffassungen in der Wissenschaft und im Journalismus zu erklären, also Fehlauffassungen aus Sicht der Verschwörungstheoretikerin, wird Wissenschaftlerinnen und Journalisten eben entweder eine Teuschungsaubsicht unterstellt, wenn sie eine Teil der Verschwörung sind oder aber massive In-Competenz, wenn Schlafschafe sind. Und der Effekt dieser beiden Erklärungsansätze ist aber genau der selbe, denn daraus folgt ja Wissenschaft und Journalismus sollte das Vertrauen entzogen werden. Also wer nicht wohlmeinend ist, dem sollte man nicht vertrauen, aber wer inkompetent ist, dem sollte man auch nicht vertrauen. Und an die Stelle dieser Institutionen treten denn alternative Quellen, die als die einzigen wirklich vertrauenswürdigen Informationslifferanten dargestellt werden. Das heißt, Verschwörungstheorien sind nicht nur Theorien über Verschwörungen, sondern auch Theorien darüber, wem man vertrauen darf und wem nicht. Und auch hier besteht das zentrale Problem, also nicht nur darin, dass einzelne Überzeugungen falsch sind, die von Verschwörungstheoretikerinnen verbreitet werden. Das ist auch so. Aber das Hauptproblem besteht eigentlich darin, dass die Strukturen, in diesem Fall jetzt die Vertrauensstrukturen beschädigt werden, die für den Erwerb von Wissen notwendig sind, also für deren Bestehend, auf deren Bestehend wir angewiesen sind, um überhaupt wissen zu erwerben. Das heißt, der Information dritt hier erneut nicht nur oder in Erster Linie als Fehlinformation über bestimmte Sachverhaltene ascheinungen, sondern als Beschädigung der Voraussetzung verlässlicher Urteilsbildung. Und ich möchte jetzt zum Schluss noch einmal zum Titel meines Vortrags zurückkommen mit der Infrastruktur unseres Wissens und noch einmal einmal ganz kurz die Hauptargumentationslinie nachzeichnen, die ich hier versucht habe Ihnen.
zu unterbreiten. Ich habe dafür argumentiert, dass wir die Desinformationskrise missverstehen, wenn wir sie ausschließlich als Problem falscher Informationen oder falscher Überzeugungen begreifen. Diese Diagnose wird durch den Fokus auf Fake News sehr stark nahe gelegt, aber während Fake News zweifelosen Teil des Problems sind, erzählen Sie uns nicht die ganze Geschichte darüber, was an Desinformationen eigentlich wirklich problematisch ist. Und das habe ich versucht, anhand drei ja weiterer Desinformationen Phänomene zu verdeutlichen, nämlich Flading the Zone, Demonstrativen Bullshit und Verschwörungstheorien. Und diese Phänomene unterscheiden sich ja ganz erheblich voneinander, das dürfte ja deutlich geworden sein. Die Phänomene selbst sind extrem unterschiedlich. Also Desinformation kommt in extrem vielen Facetten daher und unterscheiden sich ja auch von Fake News ganz erheblich. Gemeinsam ist diesen drei Phänomene, die ich hier raus gegriffen habe, aber dass sie eben nicht in erster Linie auf einzelne Überzeugungen zielen, sondern die Bedingungen angreifen, unter denen wir überhaupt verlässliche Überzeugungen bilden können. Nö, nochmal zur Erinnerung, Flading the Zone überlastet unsere Aufmerksamkeit und erzeugt das Orientierung, Demonstrativa Bullshit untergräbt die Norm, dass öffentliche Kommunikation überhaupt an Wahrheit orientiert sein soll und Verschwörungstheorien beschädigen die Vertrauensbeziehungen auf die wir in einer arbeitsteiligen Wissensgesellschaft angewiesen sind. Und wenn man jetzt so auf Desinformation blickt, dann erscheint sie eben nicht mehr in erster Linie als Problem einzelner Inhalte, sondern und damit, wenn ich jetzt schließlich beim Titel meines Vortrags angekommen, die Desinformationen Krise erscheint uns als Angriff auf die Infrastruktur unseres Wissens. Das Problem ist ein ganz grundlegendes, sagt die Berliner Philosophin Rumi Jaster. Desinformation beschädigt auf grundsätzliche Art und Weise unsere Art, Wissen weiterzugeben zu erwerben und zu organisieren. Ihren Vortrag hat sie am 19. Juni 2026 gehalten an der Wirteriener im Rahmen des Fake News Festivals. Wenn ihr euch noch weiter reinhören und rein denken wollt in dieses Thema Beschädigung von Wissensstrukturen und weiter gedacht damit auch mit dem Thema Beschädigung der Demokratie, wir hatten einen ganz ausgezeichneten Vortrag hier im Hörsel zu den Konsequenzen der Plattform logiken für Demokratie und Öffentlichkeit. Gehalten hat den der Kölner Medienforscher Martin André. Meinungsfreiheit ist der gemeinsame Fethisch der Techkonzerne und der rechtspopulisten in gleicher Maßen. Das ganze Geschäftsmodell der Plattform basiert auf Traffic-Manipulation. Seitdem die Plattform diese Diskurse mitbeherrschen, ist die Demokratie weltweit auf dem Rückzug. Populismus als Waffe, wie Big Tech Demokratie und Öffentlichkeit kaputt macht. So heißt der Hörsel, den ich euch auf jeden Fall in die Show Notes packere. Auch darüber hinaus findet ihr in diesem Zusammenhang etliche gute Vorträge in unserem geräumigen Archiv. Schaut euch da gerne mal um. Ich bin Katja Weber und ich bedankt mich für eure Interesse bis bald.
Podcast Summary
Key Points:
Fake News sind nicht nur falsche, sondern auch irreführende Berichte, die etwas Falsches kommunizieren.
Entscheidend für die Definition von Fake News ist die Haltung der Verbreiter
Die Desinformationskrise ist nicht nur eine Krise falscher Überzeugungen, sondern greift die Bedingungen an, unter denen zuverlässiges Wissen und Urteilsbildung möglich sind.
Summary:
Der Vortrag von Rumi Jaster, Philosophin an der Humboldt-Universität zu Berlin, analysiert die Desinformationskrise jenseits des engen Fokus auf Fake News. Sie definiert Fake News als falsche oder irreführende Berichte, die von Personen verbreitet werden, die sich nicht um die Wahrheit bemühen – entweder aus Täuschungsabsicht oder aus Gleichgültigkeit. Beispiele wie die irreführende Berichterstattung über einen Kriminalitätsanstieg oder die Breitbart-Meldung über einen Kirchenbrand zeigen, dass Fake News nicht immer falsch sein müssen, aber hochgradig irreführend sein können.
Jaster argumentiert jedoch, dass die eigentliche Gefahr der Desinformation tiefer liegt: Sie untergräbt nicht nur einzelne Überzeugungen, sondern die gesamte „epistemische Infrastruktur“ – also die Bedingungen, unter denen wir verlässliches Wissen erwerben, Quellen vertrauen und informierte Entscheidungen treffen können. Während Fake News eine Irrtumskrise verursachen, die zu gefährlichem Handeln führen kann (wie bei Pizzagate oder den Vorfällen in Indien), ist die Desinformationskrise insgesamt eine Metakrise, die andere Krisen wie Kriegsgefahr oder Klimakatastrophe verschärft. Jaster plädiert daher für einen breiteren Blick, der nicht nur auf falsche Inhalte, sondern auf die strukturellen Angriffe auf unsere Urteilsfähigkeit achtet.
FAQs
Fake News sind falsche oder irreführende Berichte, die von Verbreitern stammen, die sich nicht um die Wahrheit bemühen – entweder mit Täuschungsabsicht oder aus völliger Gleichgültigkeit gegenüber der Wahrheit.
Weil Fake News im Wortlaut wahr sein können, aber durch Auslassungen oder irreführende Darstellung etwas Falsches kommunizieren, wie das Beispiel der Flüchtlingsunterkunft zeigt.
Bei Fake News fehlt die Wahrhaftigkeit der Verbreiter, während ein journalistischer Irrtum trotz redlicher Bemühung um Wahrheit entstehen kann.
Desinformation greift nicht nur einzelne Überzeugungen an, sondern untergräbt die Bedingungen, unter denen wir zuverlässig Wissen erlangen können – eine Krise der verlässlichen Urteilsbildung.
Ein Bericht von Breitbart über muslimische Männer, die in der Silvesternacht „Allahu Akbar“ riefen und eine Kirche in Brand setzten, war im Wortlaut wahr, aber hochgradig irreführend.
Manche Verbreiter, wie Jugendliche in Mazedonien, verfolgen keine ideologische Agenda, sondern wollen nur Klicks generieren – ihnen ist die Wahrheit gleichgültig.
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