Der KI-Agent als Führungskraft: Wer führt hier wen? Dominic von Proeck (330)
79m 37s
Dominik von Brück hat mit „Leaders of AI" ein Unternehmen gegründet, das als Forschungslabor, Akademie und Beratung zugleich fungiert. Der Kern seiner Vision: Zukünftig werden alle Mitarbeitenden – vom Sachbearbeiter bis zur Spezialistin – Führungskräfte über KI-Teams sein müssen. Sein Unternehmen lebt diese Idee radikal vor: Nur zehn Menschen arbeiten dort, während über 50 KI-Agenten als feste Teammitglieder integriert sind. Diese werden wie menschliche Angestellte geführt – mit Personalakten, Feedback-Gesprächen und klaren Rollenprofilen. Erstaunlicherweise zeigt sich, dass klassische Führungsqualitäten wie klares Feedback, kritisches Denken und die Fähigkeit, Kontext zu geben, entscheidend für den erfolgreichen Umgang mit KI sind – nicht Technikaffinität. Von Brück kritisiert, dass viele Unternehmen – auch DAX-Konzerne – nur vage KI-Strategien haben und das Potenzial der Technologie überschätzen, während sie die Innovationskraft ihrer eigenen Belegschaft unterschätzen. Er plädiert für eine Haltung des lebenslangen Lernens und der Demut. Ethische Grenzen sind ihm wichtig: Nicht alles, was möglich ist, sollte umgesetzt werden; menschliche Interaktion bleibt an bestimmten Stellen bewusst unersetzlich. Sein Ziel ist es, Organisationen zur Selbsthilfe zu befähigen, statt Beratungsabhängigkeit zu schaffen. Als Forschungsfeld treibt ihn die Frage um, wie sich Organisationskultur durch KI-Analysen sichtbar machen lässt. Sein Appell an Unternehmen: mutig sein, sich vernetzen und aktiv gestalten statt Opferrolle einzunehmen.
Wir glauben von dem, was wir zum jetzigen Zeitpunkt erforscht haben, dass wir zukünftig alle Teams an der Seite haben werden, bestehend aus KI-Mitarbeitenden und jeder Spezialist und auch jeder Sachbearbeiter wird zukünftig in eine Führungsrolle kommen und dieses Mandat leben müssen.
Also so viele KI-Strategien und ich werde wirklich viel in Vorstandsmeetings eingeladen, habe ich jetzt noch nicht gesehen, die ich auch Strategie nennen würde.
Also da gibt es auch ganz viele DAX-Unternehmen, die sagen, das ist unsere KI-Strategie, aber das ist so vage, dass die erste Führungsebene danach sagt, lieber Vorstand, was heißt das denn genau?
Ja, wir wollen so AI-first in 2030 werden und was heißt das? Ja, findet es mal raus.
Ethische Fragestellungen, mit denen wir uns auseinandersetzen sollten, nicht alles, was technologisch möglich ist, sollten wir auch tun und zwar nicht nur aus einer reinen, sag ich mal, humanistischen Weltsicht heraus,
sondern auch, weil das zutiefst in einer Ordnung ist.
Die KI-Organisation prägt, wie Kunden mich wahrnehmen, also es ist ein Brand-Thema am Ende des Tages, wo ich bewusst Menschen einsetze und wo ich aber auch sage, hier kann die KI einen Unterschied machen.
Good Work, der Podcast für gute Zusammenarbeit und innovative Arbeitskultur.
Hallo und herzlich willkommen bei Good Work, dem Podcast für gute Zusammenarbeit und für zukunftsfähige Arbeitskultur.
Mein Name ist Juli Jankowski und ich begrüße euch ganz herzlich zu einer neuen, schwungvollen Runde in unserem Audiosalon im Brand1-Podcast-Netzwerk und wir haben heute einen, ich sag mal, Unternehmensvertreter und ich führe euch mal bewusst ein bisschen aufs Glatteis, der ein hybrides Unternehmen hat.
Und bevor ihr jetzt schon wieder denkt, ach, es geht bestens.
Stimmt um Homeoffice, ein paar sitzen im Büro, ein paar Remote, nein, Hybrid in einer ganz anderen Art und Weise.
Er hat ein Unternehmen, ja, Unternehmen, eine Academy, auch ein Forschungslabor, wie sich das eine zum anderen verhält, wird er gleich erklären, das sowohl aus Mitarbeitenden, Mitarbeitern besteht, aber auch aus KI-Agenten.
Also er bringt die beiden Welten ganz klar zusammen und wie das funktioniert und warum er sich trotzdem ganz bescheiden bekennzeichnet.
Und wie er sich trotzdem ganz bescheiden bezeichnet.
Wir begrüßen heute im Studio Dominik von Brück und er ist Co-Gründer der Leaders of AI und ich freue mich ganz arg auf das Gespräch mit ihm und sage, hallo lieber Dominik, schön, dass du hier bist bei GoodWork.
Vielen Dank für die Einladung, ich freue mich sehr auf das Gespräch mit dir.
Wie sehr bist du gezuckt bei dem Wort Hybrid?
Ja, das Problem ist, es mangelt gerade. eine gute Begrifflichkeit für diese Art Organisation.
Microsoft nennt das Frontier-Firm, finde ich so semi-gelungenen Begriff, ehrlicherweise, weil wir jetzt immer mehr Organisationen sehen werden und ob dann alle Frontier sind, das glaube ich, widerspricht so ein bisschen der Definition.
Es gibt Leute, die nennen das AI-First, finde ich einen katastrophalen Begriff, weil er impliziert Human Second, ehrlicherweise.
Und deswegen versuchen wir uns an hybride Organisationen, aber das hat genau diesen Nachteil, den du beschrieben hast, nämlich meint man damit, die Arbeitszeit. die wir in Corona so richtig etabliert haben.
Also es fehlt uns noch so ein bisschen an Vokabeln.
Vielleicht fällt uns ja was ein, mal schauen.
Bevor wir da so richtig reinsteigen, Dominik, gibt es eine Frage, an der kommst auch du, Hybrid, hin oder her, AI, ja oder nein, nicht vorbei, nämlich wie bist du heute in den Tag gestartet?
Wir nehmen, Achtung, der Transparenz halber, ja, wie sich das für UnternehmerInnen richtig gehört, an einem Samstag auf, ganz ungewöhnlich.
Ja, und ich bin dir sehr dankbar, dass wir das machen konnten, weil mein Schedule. A.I. aktuell eine Katastrophe ist, insofern vielen Dank für die Flexibilität, weiß ich sehr zu schätzen und ich bin heute in Wien aufgewacht, da darf ich unter anderem leben und mein Sohn hat mich aufgeweckt, der ist jetzt gerade 16 Monate alt und egal welcher Wochentag ist, frühmorgens ist eigentlich die Zeit, dass er Lust hat, mit dem Papa ein bisschen schabernackt zu treiben und sich auf ihn draufzuwerfen und zu raufen, also insofern besser hätte der Tag nicht starten können.
Wunderbar, wie schön und da geht es tatsächlich total menschlich zu, also das heißt irgendwelche, ich sag jetzt mal Vierlefants wie Morgenritual, auf so eine Idee kommst du im Moment wahrscheinlich weniger, oder?
Ja, also es ist halt sehr minimalistisch, also mein Morgenritual ist ein großes Glas Wasser zu trinken, 100 Liegestütze zu machen und dann kennt das auch schon sein Ende, weil dann stürze ich mich in die Arbeit.
1-0-0, seriously?
Ja, ich habe ja eine Kampfsport-Vergangenheit, ich habe das ja mal. Ich habe das ja mal auf Amateurebene gemacht und wenn ich 100 Liegestütze nicht mehr hinbekommen würde, muss ich sagen, also dann hätte ich schon vieles falsch gemacht in meinem Leben, ja.
Okay, also wir haben jetzt schon mal eine kleine Visitenkarte, mit wem wir es hier zu tun haben. Dominik, da muss ich nochmal kurz verweilen, bevor wir in das Thema reingehen. Welche Art von Kampfsport und was heißt Amateur?
Also ich hatte, und das ist bis heute, hat sich das nicht verwachsen, ich habe immer sehr viel Energie gehabt und meine Eltern haben dann in der Grundschule gesagt, irgendwie muss die hin.
Bevor er das an seinen Mitschülern auslässt und dann hatte ich damals mit Judo begonnen und dann wurde es dann irgendwann eine traditionelle Karate-Form, die heißt Shotokan-Karate, wurde dann irgendwann Vollkontakt-Karate, das nennt sich Kyushin Budokai.
Da habe ich dann die ersten drei Nasenbrüche hinter mir und dann meinten meine Eltern, was meinst du, wie lange wirst du sie jetzt noch so betreiben, solange du in die Schule gehst?
Sollen wir schon mal ein Konto eröffnen für kosmetische Chirurgie?
Ja, absolut, Spenden gesammelt und in meiner Berliner Zeit. In der ich mein erstes KI-Startup aufgebaut habe, habe ich viel Mixed Martial Arts gemacht, wo ich dann einfach viel kombinieren konnte von dem, was ich früher gelernt habe.
Und da gab es dann eben auch immer wieder auf Leistungsebene Kämpfe, die ich mitgemacht habe, nie sonderlich erfolgreich, aber der Nervenkitzel und die Disziplin, die der Kampfsportler braucht, auch die mentale Stärke, jedes Training gegen sich selbst zu kämpfen, halte ich für eine extrem gute Charakterbildung.
Wie viel hat das mit dem zu tun, was du businessmäßig jeden Tag machst?
Insofern, als dass man als Unternehmer sehr ähnliche Qualitäten braucht. Also man braucht auch eine sehr hohe Resilienz, man braucht eine hohe Frustrationstoleranz.
Man muss den Anspruch an sich selbst haben, aus meiner Sicht immer zu versuchen, ein Stück wieder besser zu sein als am Tag zuvor, um für Kunden außergewöhnliche Erlebnisse zu schaffen.
Also insofern ist diese Geisteshaltung eine sehr ähnliche, zumal ich auch Gründer sein als Leistungssport empfinde.
Ich muss eine außergewöhnliche. Ich muss eine mentale Stärke haben, ich muss einen guten und gesunden Körper haben. Das heißt, ich kann nicht essen, worauf ich Lust habe und beliebig viel trinken, sondern ich sehe das wirklich als eine außergewöhnlich anstrengende Reise, die aber unglaublich viel auch zurückgibt, die ja sehr sinnlich ist.
Also wir gestalten ja mit, wir sind Akteure und das ist ja was, in dem man sehr aufgehen kann.
Okay, also haben wir schon mal ein beeindruckendes Zeugnis deiner Schaffenskraft, deiner Energie, auch deiner Haltung.
Gehen wir mal zur Haltung, bevor wir richtig einsteigen in die Leaders of AI. Du nennst dich bekennender Schüler of AI. Ist das eine gewisse, ich sag's jetzt mal provokant, Bescheidenheitspralerei?
Weil auf der einen Seite Leaders of AI, siehst du euch als Leaders of AI oder möchtest du Menschen zu Leaders of AI machen? Auf der anderen Seite der Schüler, wo befindest du dich da in diesem Feld?
Also als ich das Unternehmen gegründet habe, und das ist jetzt nicht meine erste Game, wir haben in meinem Leben, passiert da aber etwas, was mir vorher noch nie passiert ist.
Ich hab vom Richter des Amtsgerichts in Charlottenburg ein Schreiben zurückbekommen, in dem er sagte, dass er den Namen Leaders of AI GmbH nicht eintragen würde, weil das eine so außerordentliche Form der Pralerei und Behauptung darstellt, die zum jetzigen Klappen nicht gegeben ist.
Klar, ich mein so, um auf normalen Maß, da konntest du auch mit 100 Liegenstützen nichts mehr ausrichten.
Da konnte ich leider nichts ausrichten und dann bin ich zu meinem Notar, weil ich da wirklich völlig baff war.
Ich wusste nicht, dass man Unternehmensnamen, wenn sie jetzt nicht die offensichtlichen. illegalen Themen behandeln, nicht einfach beliebig eintragen konnte.
Und dann meinte ich, Andreas, was machen wir denn jetzt?
Dann sagte er, es gibt ein ganz einfaches Prinzip, du suchst dir drei beliebige Buchstaben aus dem Alphabet aus und diese drei Buchstaben schreiben wir vor Leaders of AI.
Und dann kannst du hinschreiben, was du willst und das ist gewissermaßen, das widerlegt dann jeder Logik, aber dann funktioniert es.
Und dann hab ich LAI als Abkürzung vor Leaders of AI geschrieben.
Das heißt, der Unternehmensname ist genau genommen LAI, Leaders of AI GmbH.
Und dann meinte der Richter vom Amtsgericht, das ist ein herausragender Name, wird sofort eingetragen, gar kein Problem.
Du veräppelst mich. Das ist doch Comedy, oder? Das ist Comedy-Gold.
Ja, ich vergleiche das. In der Esoterik gibt es ja Menschen, die sagen, der Barcode strahlt gewisse Energien aus und um dieses Thema zu lösen, streicht man den so mit einer horizontalen Linie durch.
Und das ist, glaube ich, das Analoge fürs Amtsgericht.
Wenn man drei Buchstaben schreibt, sehen sie nicht mehr, was der eigentliche Name ist und dann geht alles durch.
Ich hab mir tatsächlich die Frage gestellt, Leaders of AI, ist das etwas, was ihr über euch sagt, was ihr behauptet?
Das ist Anspruchshaltung.
Oder, genau, Anspruchshaltung oder andersrum, wir machen dich zum Leader of AI, weil ihr seid ja auch eine Academy.
Also so rum gesehen hättest du ihn ja vielleicht auch wieder einfangen können.
Ja, und Nummer drei, also so haben wir natürlich argumentiert, aber Nummer drei, und das ist tatsächlich der Hauptgrund des Namens, ist, wir glauben, und das ist die eigentliche Transformation der Arbeitswelt, dass wir alle Leaders of AI werden müssen.
Also wir müssen alle Führungskräfte werden der künstlichen Intelligenz.
Wir glauben von dem, was wir zum jetzigen Zeitpunkt erforscht haben, dass wir zukünftig alle Teams an der Seite haben.
haben werden, bestehend aus
KI-Mitarbeitenden. Und jeder
Spezialist und auch jeder Sachbearbeiter
wird zukünftig in eine Führungsrolle
kommen und dieses Mandat leben müssen.
Das geht mit gewissen Kompetenzen
einher, aber eben auch ganz stark mit der
Haltung zu sagen, ich bin jetzt Führungskraft
und das ist auch meine Rolle, die ich
leben muss. Und gewissermaßen
ist das das Zielbild.
Und jetzt kommt ein bisschen Werbung.
Heute nehme ich euch mal mit in meine
andere Welt, in meine Welt
als Organisationsentwicklerin und
da stehe ich ja sehr häufig vor der Aufgabe
zu moderieren. Sei es jetzt Teams
in einem Meeting oder auch ein Workshop
oder vielleicht auch Großgruppen. Und
ich sag mal so, das Moderieren an sich,
jetzt könntet ihr sagen, ah Jule,
für dich doch easy peasy. Ganz ehrlich,
ist es natürlich nicht.
Denn es geht ja um viel mehr als nur einfach
gute Fragen zu stellen oder
klug daherzureden oder rhetorisch
gewandt zu sein. Wir müssen mit unserer
Aufmerksamkeit den Raum,
wie es so schön heißt, halten.
Und viele kluge Gedanken
auch schon uns im Vorfeld machen, wie wir
den Prozess insgesamt steuern wollen.
Da gibt es ja auch einen Begriff für. Das nennt sich
Facilitation. Und wenn ich mir
überlege, wer für dieses Thema
ganz besonders steht in, ich sag es mal
großspurig, Deutschland, dann
ist es Quäntchen und Glück.
Ein Unternehmen, kollektiv würden sie
sich eher bezeichnen aus Darmstadt,
die genau das machen. Richtig
gute Workshops, richtig gute
Prozessgestaltung. Und
diese Art von Facilitation,
Trainings, die bieten sie regelhaft
an. Ihr kennt vielleicht auch die
Co-On, das ist das Event, was sie einmal
im Jahr abhalten. Also
Event, ich sag wie es ist. Es ist ein
Festival. Es ist ein echtes
Gemetzel, was da stattfindet. An Wissen,
an Erfahrungen, an Übungen, die
ausgetauscht werden. Ich war letztes
Jahr dabei. Dieses Jahr ist sie bereits
restlos ausverkauft. Aber hier
kommt die gute Nachricht für euch alle.
Wenn ihr in dieser Rolle ab und zu
mal seid, dass ihr moderieren dürft,
könnt, müsst, sollt und sagt,
da geht noch was. Ich möchte mich da noch
besser drauf vorbereiten und vor allen Dingen
auch echte Wirksamkeit,
nachhaltige Wirksamkeit erzeugen.
Dann schaut euch das Angebot
an unter richtig-gute-workshops.de
findet ihr das gesamte
Angebot, ob es nun um Großgruppen
geht, ob es um Veränderungsprozesse
zu gestalten oder
wie gehen wir mit Widerstand um.
Überall dazu hat Quäntchen und Glück
ein Trainingsangebot passend für
dich. Und jetzt kommt natürlich der
echte Goodwork-Knaller.
Du als Hörerin, als Hörer
von Goodwork bekommst eine
kostenfreie Sparringstunde
im Anschluss an das Training
geschenkt, wenn du dich für ein Training
bei Quäntchen und Glück entscheiden solltest
und nicht vergisst,
Goodwork als Codename quasi
einzugeben. Also,
ich würde mich mal sputen, mir das
Angebot angucken, denn ich bin mir ganz sicher,
hinterher wirst du
noch viel bessere Workshops und
Meetings moderieren und konzipieren.
Weiter geht's mit der Folge
Goodwork.
Du hast vor
einigen Jahren,
2022, dein Unternehmen,
dein vorheriges KI-Unternehmen
muss man genau genommen sagen, verkauft
Justamente in dem Moment
oder in dem Jahr, in dem Chad Shippity
die Bühne der Welt betrat.
Wie dämlich,
wie genial, wie zufällig,
wie strategisch, weitsichtig war
das, der Zeitpunkt dort zu
wählen? Ja, Timing ist alles
im M&A, kann ich sagen.
Das habe ich genannt.
Also, Spaß beiseite. Ich habe vor 10 Jahren
mein erstes KI-Startup
gegründet. Wir haben damals Modelle
trainiert für die Ausbildung von
Führungskräften in eben dem, was
wir heute Future Skills nennen.
Angefangen von Führung über Kreativität
bis hin zu Problemlösungskompetenz.
Und wir haben
geschaut, kann die KI uns dabei helfen,
diese Ausbildung außergewöhnlich gut zu machen, indem sie
sich sehr präzise auf die jeweiligen
Personen einstellt. Und da haben wir
viele Millionen Datenpunkte damals
gesammelt von Menschen in
Stresssituationen. Weil wir aus der Forschung
wissen, dass Stress ein außergewöhnliches
Lernsteroid ist. Also zu wenig
Stress, ich langweile mich, zu viel,
ich bin überfordert. Und jeder hat schon mal von
diesem Flow-Zustand gehört. Genau.
Chicks send me high. Genau. Exakt.
Und den hat man qualitativ sehr gut beschrieben.
Und wir haben KI genutzt, um ihn
quantitativ zu treffen. Also genau zu
verstehen, wo es bei dir heute bei der
Aufgabe liegt, wo er bei mir ist und so weiter.
Und hatten dann auch eine kurze
Zeit im Valley zu dem
Thema, war sehr, sehr spannend.
Und ich habe aber einfach für mich festgestellt
gehabt, dass ich der Typ Gründer
bin, der sehr gut darin ist, von 0 auf
1 zu kommen. Aber nicht der ist,
der von 1 auf 100 kommt. Also will sagen,
ich bin gut darin, mir solche Ideen
auszudenken, sie zu zeigen, dass sie am Markt
funktionieren. Und sobald es um
Prozesse, Strukturen und ähnliches
geht, bin ich katastrophal.
Ich bin da eine unfassbar ausgeprägte,
Schwäche habe ich für diese Themen.
Und so ein M&A-Prozess dauert
oder hat es bei uns jetzt 13 Monate gedauert.
Das ist nicht außergewöhnlich lang.
Sprich, wir haben schon eineinhalb
Jahre, bevor ChatGBT sich
angebahnt hat, sind wir eigentlich in die Verkaufsprozesse
gegangen und dann auch einfach Glück gehabt.
Glück gehabt
oder vielleicht auch nicht Glück gehabt.
Wie hätte sich das Verkaufsszenario verändert,
wenn ihr das in Jahre ausgezögert hättet?
Also ich meine, das sind jetzt alles Eventualitäten.
Ist es rum? Wäre
euch das dann nicht eher sogar noch für euch
der ChatGBT ausgewählt? Ja, ChatGBT war selbst keine Gefahr
für das, was wir da erforscht und erarbeitet haben,
weil man sehr spezifische Daten braucht.
Das kann auch heute ein Large Language Model
nicht einfach so
übertragen. Die Schwierigkeit ist deshalb,
dem Markt, also Investoren, zu erklären,
dass das zwei grundlegend verschiedene Dinge
sind. Und das ist etwas,
das prägt die Stimmung eines Marktes
und ich vermute, dass es gerade
in der Anfangszeit bei dem überhaupt nicht
abschätzbar war, was das jetzt bedeutet,
welche Potenz da drin liegt,
dass es den Prozess eher schwieriger gemacht hat.
Als ihn leichter zu machen.
Heute, in der jetzigen Situation,
als würde ich zwei, drei Jahre später, glaube ich,
hätte es uns eher jetzt wieder Vorteile gebracht.
Denke ich auch. Und jetzt
müssen wir nochmal kurz rückspulen, damit
wir einfach auch besser verstehen, wo du herkommst.
Weil, wenn du das jetzt so schilderst,
würde ich sagen, dass selbst Menschen,
die sich jetzt nicht so wahnsinnig tief
mit AI beschäftigen, sagen, ja, ja,
kann ich mir vorstellen, Daten sammeln.
Aber wir sprechen ja von einer Zeit
vor ChatGBT,
vor LLMs, die,
die in der Weise nutzbar waren. Das heißt also,
wer sich in der Gestalt mit Daten
Anreicherung, Sammlung, Auswertung
bedient hat, wie du das getan hast
oder ihr, der muss ja schon
tief im Thema drin sein, oder? Das heißt,
du kommst wirklich. Das war ich durch mein Physikstudium
und auch durch mein Informatikstudium.
Ich habe in Erlangen studiert, das ist Siemensstadt.
Da kommt man dann nicht um medizinische
Themen rum, also Computertomographie,
Magnetresonanztomographie
und so weiter. Und da
spielt KI schon immer eine sehr große
Rolle, nur gekleidet in anderen
Begrifflichkeiten, also maschinelles Lernen,
Regressionsanalyse, Mustererkennung und
so weiter. Aber die Idee, aus großen
Daten solche Muster zu
erkennen und dann Ableitungen zu treffen,
hat mich in meinem Physikstudium schon sehr
intensiv begleitet. Das heißt, de facto
seit 18 Jahren, damit
bin ich sehr spät zu der Party dazu
gekommen, weil KI gibt es seit 70.
Aber seit drei
Jahren ist es gesellschaftsfähig geworden und
seit drei Jahren wissen meine Eltern einigermaßen,
was ich beruflich mache, zuvor haben sie immer
gesagt, ich glaube, das ist ein Wurzel oder so.
Also so genau wissen wir das nicht.
Und deswegen kann ich sagen, um auch
zu der Frage mit dem Schüler zurückzukommen,
niemand hat vorhergesehen,
was da jetzt wirklich passiert. Niemand.
Und diese
Veränderungen, die mit der Arbeitswelt
einhergehen, sind so überhaupt nicht
abschätzbar. Also auch OpenAI weiß nicht,
wie die Arbeitswelt in drei Jahren aussehen wird.
Dass wir, glaube ich, wirklich alle die
Haltung des Schülers haben müssen und sagen, lasst uns gemeinsam
lernen, lasst uns rausfinden, was funktioniert,
wo wir scheitern und nicht,
so zu tun, weil wir jetzt irgendwie einen
8-Stunden-Prompting-Kurs bei der IHK gemacht
haben, dass wir jetzt plötzlich KI-Experten
sind. Danke.
Das hat mir jetzt echt gut gefallen
und wir gehen mal rein zu den Leaders, oder?
Zu den Künftigen oder zu den
Möchtegern oder wie auch immer. Es dürft ihr
gern für euch befinden, was
eure Akademie denn anbietet.
Ich frage dann in so einem Fall dann ganz
gern, wer kommt mit welchem
Problem zu euch als Kunde?
Ja, wir sind in einer
Phase, gerade in
Europa, bei der wir uns sehr stark damit
auseinandersetzen, wie kann KI
Organisationen und Unternehmen unterstützen?
Das heißt, wir haben viele
Unternehmenskunden, sei das
Führungskräfte oder
Menschen, die intern zu einer Art
Integrator,
Implementierer werden wollen und
dabei unterstützen wollen, wie kann KI
wirklich erfolgreich in Organisationen
Fuß fassen? Weil der Großteil
der Kunden, die zu uns kommt, hat
intern schon gewisse Hausaufgaben hinter
sich. Das sind sogenannte Streberkunden, wie wir es
hier nennen. Das heißt, die haben sich mit dem
Thema Compliance auseinandergesetzt.
Also was ist rechtlich möglich? Die haben
vielleicht eine KI-Plattform ausgesucht. Die haben
flächendeckend per Gießkannenprinzip
geschult. Jeder hat dann irgendwie
eine zwei Stunden Co-Pilot-Schulung bekommen,
um dem EU-AI-Act zu
entsprechen. Und die stellen dann aber
fest, dass in der Breite
ihrer Organisation die Menschen
KI dafür nutzen, weiß ich nicht, eine
E-Mail vorschreiben zu lassen, mal einen Text zu
übersetzen, zu googeln, gewissermaßen
in dem System. Also alles nicht
der Stoff, aus dem Legenden sind.
Und die kommen zu uns und sagen, da muss doch mehr
möglich sein. Was für einen Ansatz können wir
denn finden, eine völlig neue Arbeitsform
zu etablieren? Und
da versuchen wir, einen Schritt
vorauszugehen, indem wir es auch viel
leichter haben. Wir haben ja auf der Grünwiese
gestartet. Das heißt, wir haben keine tradierten
Prozesse oder Themen,
die uns gewissermaßen abhalten
und zeigen, welche
Art der Arbeit für uns gerade funktioniert,
indem wir gesagt haben, wir werden
nie mehr als zehn Menschen
Und wir wachsen und skalieren nur,
nur noch über diese KI-Agenten.
Da haben wir gerade 53 im innersten Kern,
150, die wir gerade im Prototypen-Status haben
und die wir wie Mitarbeiter führen.
Das heißt, die haben eine Personalakte,
mit denen führen wir Feedback-Gespräche
und glücklicherweise übernehmen sie immer mehr der operativen Arbeit.
Da kommen wir ja dezidiert gleich noch zu versprochen.
Da mache ich mir mal den berühmten Knoten ins Taschentuch.
Kurze Frage, ich greife nochmal das von eben auf.
Du sagst, ich bin nicht unbedingt der Mensch, der eskalieren kann.
Bist du da auf dein persönliches Gold gestoßen,
dass du sagst, vielleicht ist das ein Hebel,
mit dem sogar ich, Dominik, der von mir selbst sagt,
ich bin grandios schlecht darin zu skalieren, doch skalieren kann?
Ja, ich würde sagen, mein Team hat eine andere Meinung.
Also auch meine Rolle bei Leaders of AI
wird sich jetzt immer mehr wegentwickeln von der,
dass ich der Geschäftsführer dieses Unternehmens bin.
Ich würde mich gerne dahin entwickeln,
dass ich gewissermaßen der Leiter der Forschungsabteilung werde
und perspektivisch jemand anderes an der Unternehmensspitze stehen muss
und die Geschicke leitet.
Und wir merken, dass wir werden dieses Jahr
einen deutlich achtstelligen Umsatz schreiben.
Das sind einfach Dimensionen.
Wenn mir dann so BWAs vorgelegt werden und so,
das ist also wirklich überhaupt gar nicht meins.
Ja, aber gut.
Ich meine, man muss ja sein Spielfeld oder seine Spielstärke vor allen Dingen auch kennen.
Bleiben wir nochmal ein bisschen bei euren Kunden.
Also das heißt,
würdest du sagen,
die bringen schon ein bisschen was mit zur Party an Voraussetzungen?
Die haben schon mal so die ganz basic Grundhausaufgaben gemacht in der Regel
oder trauen sich in Anführungszeichen
und dann auch an dem Thema kommen wir definitiv noch vorbei.
Auch Unternehmen, vielleicht auch Individuen an euch heran,
die sagen, wir sind da noch total blank.
Wir wissen ehrlich gesagt gar nichts.
Oder schafft ihr irgendwo bewusst, unbewusst auch eine gewisse Eintrittshürde?
Also wir sind da erstmal sehr offen, wer zu uns kommen mag.
Und wir realisieren auch immer mehr, dass wir in einer absoluten Blase unterwegs sind.
Also wir hatten vor eineinhalb Jahren das Gefühl,
da wurde ich das erste Mal von einer Journalistin gefragt,
wie lange wird es dieses Offline noch geben?
Jetzt haben wir ja dann bald alle KI verstanden.
Da habe ich müde lächeln müssen und gesagt,
naja, also meines Wissens gibt es seit 30 Jahren Excel-Schulungen.
Also deswegen, jetzt reden wir von einer Technologie,
die sich so schnell weiterentwickelt wie nichts,
was wir bis dato kennen und gesehen haben.
Insofern kommen heute,
immer mehr Menschen zu uns, die noch am Anfang stehen.
Die waren am Anfang noch nicht so betroffen davon.
Oder das waren so First Mover, wie man heute sagt,
die zu uns gekommen sind.
Und deswegen verändert sich das gerade.
Man könnte ja meinen, jetzt kommen immer mehr,
die es schon gemacht haben, aber es ist genau andersherum der Fall.
Weil gewissermaßen diese Blase sich immer mehr öffnet,
immer mehr ausweitet und wir ganz viele mittelständische Unternehmen haben,
die sagen, wir haben noch gar nichts gemacht.
Also wir sehen, dass wir noch nicht mal Schatten-IT haben,
wo Leute irgendwie diese Portale nutzen,
sondern wir stehen am Anfang und wir würden gerne darüber sprechen,
wie wir zum Beispiel enkelfähig werden können
und das Unternehmen wettbewerbsfähig aufstellen können.
Also da sind wir noch ganz, ganz weit weg von irgend so was
wie einer AI-Strategie.
Eigentlich so ein bisschen wieder das Abziehbild
von der sogenannten digitalen Transformation.
Nur halt in einem Zeitraffer wahrscheinlich.
Genau, nur schneller und auch zu der KI-Strategie kann ich sagen,
also so viele KI-Strategien und ich werde wirklich viel
in Vorstandsmeetings eingeladen, habe ich jetzt noch nicht gesehen,
die ich auch Strategie nennen würde.
Also da gibt es auch ganz viele DAX-Unternehmen,
die sagen, das ist unsere KI-Strategie, aber das ist so vage,
dass die erste Führungsebene danach sagt, lieber Vorstand,
was meint ihr denn genau damit?
Ja, wir wollen so AI-first in 2030 werden.
Und was heißt das?
So, also das ist so auf dem Level oft.
Du könntest ja, wenn du so eine Strategie so im Papier siehst,
ersetzt doch mal AI durch digital und gucken,
ob es immer noch genauso hohl klingt und man genauso,
und dann weißt du, okay, ja, das ist noch keine Strategie.
Was begegnet euch, ich bleibe immer noch mal bei euren Kunden,
was begegnet dir more or less mehr?
Das Gefühl, dass Menschen denken, wir sind viel zu spät dran
oder dass sich die Menschen überschätzen?
Also Daniel Krüger oder Imposter, um es mal psychologisch auszudrücken.
Und das ist total spannend, weil wir beides erleben.
Also zum einen, wir fragen am Anfang unserer Programme ein paar,
paar Themen ab, unter anderem, wo sich die Menschen einschätzen
auf einer Skala von 1 bis 10, wie viel sie sich selbst in KI wähnen.
Und das Spannende ist, nach, also bei uns ist alles in Planeten aufgebaut,
die Lernmodule, und nach dem ersten Planeten stellen wir die Frage noch mal.
Und interessanterweise könnte man ja sagen, es geht ja massiv nach oben,
sondern die Leute korrigieren nach unten und sagen, ich bin gekommen,
weil ich dachte, ich bin eine 7 von 10, weil in meinem Umfeld bin ich mit Abstand
die Person, die sich am meisten ausgeht mit dem Thema.
Und jetzt habe ich den ersten Planeten gemacht
und festgestellt, ich weiß gar nichts, ich bin vielleicht eine 3.
Und das habe ich jetzt festgestellt, weil ich habe so viel gelernt,
jetzt allein schon in den Einstieg.
Also diese Überschätzung, die kommt aber nicht aus einer Bösartigkeit,
sondern uns fehlt die Referenz.
Wir haben heute noch kein Maß dafür, was es heißt,
profund Ahnung in künstliche Intelligenz oder in generativer KI,
also Chat-GBT und Co. zu sein.
Das sehen wir schon sehr stark.
Das ist meistens flankiert, ganz massiv mit der Angst, abgehängt zu sein.
Lohnt es sich überhaupt noch, jetzt einzusteigen?
Das sind so Sätze, die ich immer wieder höre.
Ja, ich bin schon so weit weg, kann ich überhaupt,
habe ich überhaupt noch eine Chance, da dazuzugehen?
Und da kann ich nur sagen, wir arbeiten ganz massiv gegen diese Angst,
dass Menschen glauben, abgehängt zu sein.
Sagen, pass mal auf, nicht alles ist so heiß,
wie es tatsächlich auch gekocht wird.
Wir müssen uns das Thema in Ruhe anschauen
und wir müssen auch nicht bei jedem neuen Modell sagen,
das ist jetzt der nächste Chat-GBT-Killer
und wenn du das Modell nicht nutzt, bist du wieder hinten dran.
So funktioniert die Welt nicht.
Da versuchen wir, unseren Teil dazu beizutragen,
da Ruhe reinzubringen und klug vorzugehen.
Ich habe mal einen Begriff irgendwie geprägt.
Klingt auch wahnsinnig hochtrabend.
Also mir ist so ein Begriff eingefallen,
nämlich die doppelte KI-Schamfalle.
Was meine ich damit?
Dass Menschen sich zweiseitig schämen.
Nämlich einmal, sie schämen sich, wenn sie zugeben müssen,
in Anführungszeichen, dass sie etwas durch KI haben produzieren lassen.
Beispielsweise Texte.
Das vermeiden sie zuzugeben.
Auf der anderen Seite vermeiden sie aber auch zuzugeben,
wie wenig sie KI einsetzen.
Also sie sind so doppelt unter Druck gesetzt.
Ist das ein Phänomen, was nur in meinem Kopf besteht?
Oder wo du sagst, genau das, Jule, das erleben wir quasi täglich?
Ja, das ist gelebte Realität.
Also ich finde, das fasst das ziemlich gut zusammen
und zeigt auch diese problematische Dualität,
in der wir gerade sind.
Und da muss uns aber auch bewusst sein,
das ist ein historischer Moment.
Also mein Sohn wird diese Unterscheidung
nicht treffen.
Für ihn wird es völlig normal sein,
dass Dinge mit KI erstellt werden.
So wie ich mir nicht vorstellen kann,
dass jemand keine E-Mails schreiben kann und sagt,
ich habe das jetzt wirklich ausgedruckt
und handgeschrieben und per Brief verschickt.
Das gibt es natürlich.
Aber es ist schon eher das deutlich Außergewöhnliche,
als zu sagen, ich habe dir das mal kurz per WhatsApp
oder per E-Mail irgendwie rübergeschickt.
Also digitale Kommunikation sozusagen.
Das heißt, das ist eine ganz Außergewöhnliche
und kein großes Zeitfenster vermute ich,
bei dem wir jetzt uns über diese Themen
Gedanken machen und dann an den Punkt kommen werden,
wo das einfach normal ist.
Und zwar in jeder Form medial, die wir kennen.
Also ob das Videos ist, ob das Sounds sind,
also irgendwelche Songs, die irgendwie angereichert sind,
die Kunst, die sich mit Sicherheit massiv verändern wird.
Da werden wir ganz viele hybride Ansätze sehen,
um den Begriff nochmal aufzugreifen.
Bist du, wo wir gerade beim Thema sind,
ich war gerade auf einer Konferenz der Verlagswelt,
der Buchverlage, habe da einen Vortrag über Good Work gehalten.
Und die haben sich natürlich auch mit der Frage beschäftigt.
Und auch da, wenn wir gerade schon an der Stelle sind,
also wärst du für eine Kennzeichnungspflicht?
Und das kann man ja durchaus in zwei Richtungen sehen.
Also man kann zum Beispiel sagen, komplett ohne AI erstellt
oder zu so und so viel Prozent mit AI.
Also egal welche Richtung, wärst du dafür,
dass man das kennzeichnet,
um vielleicht die menschliche Kunst auch zu schützen?
Ja, also es ist natürlich ein komplexes Thema,
das man auch so ein bisschen irgendwie bewerten muss,
wie er das machen möchte.
Also meine Meinung ist da relativ simpel.
Ich treffe diese Unterscheidung nicht, muss ich sagen.
Ja, also das ist komisch, wenn jemand sagt,
ich habe das jetzt komplett ohne KI geschrieben,
würde die Person auch hinschreiben,
ich habe das komplett ohne Rechtschreibprogramm
überprüfen lassen, ob ich das Komma falsch gesetzt habe.
Haben wir all die Jahre auch nicht gesehen.
Ist übrigens auch ein KI-System.
Da gab es diese Diskussion komischerweise nicht.
Am Ende des Tages, das ist zumindest meine Auffassung,
wollen Menschen herausragende Geschichten.
Und ob diese Geschichte dadurch entsteht,
dass ich meine Anekdoten durch eine KI aufbereiten lasse,
in einer Form, die du genießt und gerne lesen möchtest,
oder ob ich in einer gewissermaßen Selbstkartasis
mich wochenlang hinsetze und versuche, das selber zu schreiben,
das, glaube ich, werden wir bald nicht mehr unterscheiden.
Ich glaube aber auch, dass jeder Trend seinen Gegentrend kennt
und das Thema Manufaktur, also das Imperfekte, das Irrationale,
in jedem Fall seine Klasse für sich bekommen wird.
Aber ob jetzt unter dem Text steht:
"written by humans without AI",
"proudly without AI" und so weiter,
das ist für mich einfach rückschrittlich, ehrlicherweise.
Gut, also ich habe da definitiv noch mal eine Haltung zu.
Aber ich finde das sehr, sehr spannend,
auch zu überlegen, in welche Richtung wird es gehen.
Ich glaube, es macht einen Unterschied.
Ich erlebe es natürlich auch selbst.
Ich bin ja selbst auch Autorin.
Das ist, wie du sagst, auf jeden Fall eine Katharsis.
auch ein sehr bereichernder
Prozess und
na gut, kann man trefflich drüber
streiten. Wir lassen es einfach mal an der
Stelle stehen und beobachten vor allen Dingen spannend.
Ich glaube, wir haben eine ganz gute Idee.
Also das heißt, es kommen Kunden
zu euch, die
einfach sagen, wir wollen uns jetzt strukturiert
dem Thema Upskilling im
AI-Umfeld widmen, die vielleicht
auch eine Implementierungsrolle übernehmen,
eine Multiplikatorenrolle,
vielleicht auch eine reine Anwenderrolle.
Ich stelle mir sowas vor, wie sie lernen
Agenten zu bauen, überhaupt auch
was in Use Cases, wo ihr das
anwenden könnt. Was wäre noch so zu nennen?
Also das ist erstmal
genau richtig. Die bauen sich selbst
ein Team aus solchen KI-Agenten
auf, die sie dabei
unterstützen. Eine der ersten und wichtigsten
ist Helga. Helga ist eine
Personalerin, also eine
KI, die dabei unterstützt,
alle weiteren KIs in meinem Team
zu holen und die zu erarbeiten. Das heißt, das erste,
was sie lernen ist, dass Prompting
kein Thema mehr ist, mit dem sich
Menschen beschäftigen sollten. Also wir
prompten seit knapp eineinhalb Jahren
nicht mehr, weil die KI wesentlich
besser darin ist, solche Prompts zu schreiben, als wir
das können. Insofern
sind wir in der Rolle der Führungskraft und
gehen dann eben sprichwörtlich in die
Personalabteilung und sagen, Helga, pass auf,
ich bräuchte einen Datenanalysten für unser
Produktteam. Und dann stellt sie die klassischen
Personalerfragen. Also, was
soll denn die Person dann genau machen
und wie stellt ihr euch die Zusammenarbeit vor und so weiter.
Und auf der Basis erstellt sie
gewissermaßen den neuen Kollegen.
Und dann gehen wir so in verschiedene
Anwendungsfälle in Organisationen
und ergänzen und flankieren das
dann durch rechtliche Einordnungen.
Bei denen werden auch sehr viele Themen erzählt,
was man angeblich darf und nicht darf, um da
Orientierung zu schaffen. Ethische
Fragestellungen, mit denen wir uns auseinandersetzen
sollten. Nicht alles, was technologisch
möglich ist, sollten wir auch tun.
Und zwar nicht nur aus einer reinen,
humanistischen Weltsicht heraus,
sondern auch, weil das zutiefst
in einer Organisation prägt, wie Kunden
mich wahrnehmen. Also es ist ein Brand-
Thema am Ende des Tages,
wo ich bewusst Menschen einsetze und
wo ich aber auch sage, hier kann die KI
einen Unterschied machen. Bis hin
dann eben zu Praktiken
in der Transformation, wo wir sehen, dass es
gerade im Kontext KI etwas,
was sehr, sehr gut funktioniert und
haben da kondensiert, was wir bei
130 Organisationen
in verschiedensten Größen und Industrien gelernt haben.
Kannst du
ein Beispiel bringen, wo du sagen würdest, da
sollte KI draußen bleiben?
Oder da ist der Mensch ganz vorne zu
sehen? Ja, also für uns
ist die Fragestellung immer, wo
kann KI uns dabei helfen, mehr
menschliche Bindungen einzugehen, also mehr
Relationen aufzubauen. Als Beispiel
super simpel, Hansi schreibt
seit zweieinhalb Jahren alle meine LinkedIn-Beiträge.
Das heißt, meine Anekdoten,
meine Meinungen kondensiert er,
erstellt ein Bild meiner Person,
plant das ein, dass es dann am Dienstag um 8 Uhr
rausgeht. Was Hansi nicht
darf, ist, weder darf er
Kommentare auf der Plattform verfassen,
noch darf er private Nachrichten.
Auf LinkedIn schreiben. Nicht, weil
das technologisch nicht gehen würde, ist ein
Kinderspiel, ehrlicherweise, sondern
weil ich sage, LinkedIn-Beiträge
zu schreiben, habe ich weder Talent dafür,
noch macht es mir sonderlich viel Spaß.
Und es hilft mir auch nicht, mit spannenden
Menschen in den Austausch zu gehen.
Aber auf der Plattform, und das ist für mich
eben eine Social-Media-
Plattform, mit Menschen zu
diskutieren in der Kommentarspalte, was ganz
vortrefflich geht, oder in privaten
Nachrichten sich auszutauschen, das ist ja genau das,
wo ich nicht die KI haben möchte,
sondern eben als Mensch in die Interaktion
gehe. Oder auch auf
unserer Website, wenn irgendjemand unsere
Telefonnummer wählt, wird immer ein
Mensch rangehen. Könnten wir auch eine KI einstellen,
aber wir sagen, wir wollen den menschlichen Kontakt
nicht unterbinden. Das heißt
nicht, dass wir nicht auch ein Chatbot auf der Seite haben,
um Informationen abzufragen, aber wenn jemand
den Kontakt schon sucht, sind wir immer da,
ihn noch anzunehmen.
Weil ihr die Vorname habt, dass jemand, der telefonieren
will, auch eine menschliche Kontaktstelle
haben möchte, weil
ehrlicherweise gehen ja viele Unternehmen,
genau den Weg andersrum, dass gerade im
telefonischen Bereich AI, also
wo ihr wirklich ja dezidiert
AI nicht nur
als Tool, sondern als Grundlage
eures Geschäftsmodells
bestätigt, sagt, an der Stelle sind
aber Menschen an der anderen Seite
der Strippe, um mal ein ganz altes
Wort einzunehmen.
Wir haben schon in gewisser Weise auch eine Vorbildfunktion.
Wir treiben ja dieses Thema KI wirklich
zum Extrem in der Unternehmensform,
wie wir sie aufziehen. Und es wird uns
oft unterstellt, dass wir uns da komplett raus
ziehen. Aber ich kann sagen, seit einem halben
Jahr und das aus absoluter Überzeugung
heraus, ist der Spruch des Unternehmens
Tomorrow
is Human.
Und je mehr wir KI machen,
desto mehr rückt der Mensch ins Zentrum
aus vieler Dimensionen heraus.
Und da wollen wir auch ein Zeichen
setzen, dass eben nicht alles, was geht, auch
gemacht werden sollte und bewusst
da auch mal ein anderes Narrativ schaffen.
Was, also das heißt,
ich habe verstanden, KI oder
AI, Schulung, ja, Schulung klingt
so profan, aber auf jeden Fall unterstützt
Unternehmen vorrangig,
ja, dort
Skills zu entwickeln, weiterzuentwickeln,
macht die auch Beratungsmandate, also geht die auch
in Unternehmen rein und entwickelt
für die individualisierte
Prozesse, Anwendungen, Lösungen.
Also wir sind in einer
Sache herausragend gut und das ist anderen
beizubringen, wie sie dieses Thema
in ihre Organisation selber bringen.
Das halten wir für den nachhaltigeren
Weg. Als Beratungsminister,
Beratungsmandate anzunehmen, deswegen
geben wir die gerne am Partner weiter.
Wir haben da von kleineren
Boutiquen wie Virtual Identity bis
hin zu großen Playern wie
EY oder der Microsoft selbst
da Partner, wenn Kunden das wünschen.
Aber wir selbst gehen
den Weg Hilfe zur Selbsthilfe.
Wir wollen intern die
Kompetenz aufbauen, sowohl
in den Multiplikatoren als auch in den
Implementierern, weil wir
sagen, die Technologie entwickelt sich so schnell weiter.
Gerne kann man sich ein
Anwendungsfall mal bauen lassen.
Also so ein Leuchtturmprojekt. Aber wir sehen das
halt in vielen Fällen, dass es das nicht
in die Operationalisierung schafft.
Und das hat
viele Gründe. Meistens, weil es zu weit vom
Prozess entfernt entwickelt wird.
Aber auch, weil die Technologie sich weiterentwickelt
und die Kompetenz in der Organisation
nicht da ist, dann diesen Weg weiter
mitzugehen und das weiter zu gestalten.
Von daher konzentrieren wir uns nur auf das Thema
Weiterbildung.
Wenn wir auf den Markt schauen,
was wird strukturell überschätzt?
In Sachen AI
vom Markt.
Vor allem in der Vorstandsetage, wenn
man medial schaut, wird
massiv überschätzt, das
Potenzial auf Knopfdruck
eine Wunderpille am Ende des Tages
zu bekommen, die alles verändert.
Das Bonement ist, ich habe in der
FAZ gelesen, was KI alles kann,
jetzt streichen wir das Marketingbudget,
weil das können ja alles jetzt Agents machen.
Das hört sich überzogen an,
aber ich erlebe viele Leute in der
Geschäftsführung, die so agieren und
sich auch so aufwiegeln lassen.
Aus meiner Sicht überschätzen wir auch massiv
das Thema,
dass das jetzt ganz viele Jobs erstmal kosten
wird. Also ich führe diese Diskussion sehr
viel, vor allem auch auf
Bühnen und sie ist nachvollziehbar.
Allerdings geben das die Daten
gerade nicht so richtig her,
ehrlicherweise. Also
wenn wir in das Thema schauen, dann ist es so, dass in den
Staaten, die ja so ein bisschen voraus
sind, letztes Jahr viele Tech-Unternehmen
Leute entlassen haben.
Weil sie gesagt haben, zum Beispiel Software schreibt
KI.
Die herausragen gut. Wir brauchen jetzt keine
Entwickler mehr. Die fangen gerade an,
die Entwickler wieder zurückzuholen.
Wie verrückt. Ich habe gerade gehört,
Amazon will 11.000 junge
Menschen einstellen im
Software-Entwicklungsbereich.
Ja, weil wir den Fehler gerade machen.
Wir glauben, wenn etwas günstig oder schnell
geht, dass es dann erstmal zu
einer Preisinflation kommt in vieler
Hinsicht. Aber wir
unterschätzen, dass wir einfach jetzt mehr Software
haben wollen. Also Software verändert sich,
Komplexität verändert sich, Personalisierung
Wünsche verändern sich. Das war ja nie das Problem,
dass wir zu wenig Ideen hatten. Wir hatten
meistens zu wenig Ressourcen, zu wenig Zeit
oder ähnliche Limitierungen. Und wenn das
jetzt geht, will ich einfach viel mehr von
dem. Von daher, ich bin
großer Berufsoptimist
und sehe eher mit, muss ich
sagen, einer großen Skepsis
auf den Babyboomer-Knick, der in den
nächsten fünf Jahren vor allem auch in
Deutschland zu seiner vollen Ausmaß kommen wird.
Wir reden von acht Millionen
Menschen im Nettodefizit, die fehlen werden.
Und ich finde dafür,
darüber wird viel zu wenig diskutiert, wie wir das
überhaupt kompensieren wollen. Praktisch gar nicht.
Hier schon, bei Good Work, aber
insgesamt ist die Diskussion sehr still.
Wir haben bis vor zwei Jahren über nichts anderes als
Fachkräftemangel gesprochen. Der ist
für viele Menschen, und da scheint echt
kognitiv ein Problem zu sein, verschwunden,
obwohl er immer noch existiert, zugegebenermaßen
auf bestimmte Branchen
eher fokussiert im Moment noch.
Aber der wird uns ja volle Breitseite erwischen.
Und beziehungsweise,
ich fand das ganz klug, was hier
unsere Brand 1 geschrieben hat, nämlich,
die Arbeit geht, die Jobs bleiben.
Äh, nee, andersrum. Entschuldigung, die Jobs
gehen, die Arbeit bleibt.
Ja, genau. Bestimmte Jobs werden
möglicherweise verschwinden.
Deswegen wird es nicht weniger Arbeit
geben. Nein, ganz genau.
Okay, das heißt also,
das wird überschätzt. Gibt es auch etwas,
was strukturell im Markt
unterschätzt wird?
Das Potenzial der vielen in meiner
Organisation. Also, ich sehe viele
Unternehmen, die leisten sich
eine KI-Taskforce, am besten
irgendwie nearshore. In Portugal sitzen
so ein paar Nerds zusammen, die
möglichst weit von Prozessen
der Organisation sich Themen ausdenken
dürfen. Und
Unternehmen unterschätzen,
dass die Innovationskraft
bei vielen Menschen
im Unternehmen sitzt. Bei den Menschen, die tagtäglich
in den Prozessen sind,
die können dir ganz genau erklären, wo die gerne
einen Mitarbeitenden an der Seite hätten,
um das Thema vom Tisch zu bekommen. Wir alle haben
unliebsame Aufgaben, die wir
gerne wegdelegieren möchten.
Und wenn man den Leuten
erklärt, dass KI genau
dieser Kollege ist und ihn ja auch genauso
behandelt und auch Namen und eine Persönlichkeit
gibt, dann öffnet das
unglaublich die Köpfe und
dieses Potenzial muss genutzt werden
und dann muss man auch anfangen, intern solche
Communities aufzubauen, bei denen Menschen in den
Austausch gehen, über ihr Scheitern
sprechen, über die besten Praktiken, die sie gefunden
haben und das wird aus meiner Sicht
falsch eingeschätzt,
dass wir glauben, das können nur Experten.
Ich glaube, man braucht
das was vor allen Dingen, also um Teil
so einer Community zu sein, reicht es,
dass ich mich für das Thema interessieren
oder interessiere oder gibt es so
ein, vielleicht auch ein Persönlichkeitsprofil
oder ein Skillprofil,
von dem du sagen würdest,
wenn das meine
Stärken sind, dann bin ich prädestiniert
in so eine Taskforce
oder in so eine Community mit aufzubauen.
Ja, vor zweieinhalb Jahren dachten
wir, dass die Antwort auf diese
Frage Digitalkompetenz ist und
sie schadet jetzt auch erstmal nicht, aber
sie ist kein Garant mehr, sondern was
wir sehen, wir hatten diverse
Fügungskräfte bei uns in den Formaten, die von sich
selbst gesagt haben, also allein wenn es ein
Outlook-Update gibt, habe ich schon Schweißperlen,
aber ich dachte mir,
KI kann ich jetzt nicht auch schon wieder verpassen
und die waren so herausragend
in den Programmen, sind so
herausgestochen und das kam so
häufig vor, dass wir dann Interviews geführt haben,
weil wir herausfinden wollten, was macht die
so besonders, ja, und was
sich gezeigt hat, ist, das waren herausragende Fügungskräfte,
die waren sehr klar in ihrer Kommunikation,
die konnten sehr gut Feedback geben,
denen hat keiner ein X für ein U vorgemacht,
also das ganze Thema kritisches Denken
war sehr ausgeprägt und
die Harvard Kennedy School hat im
letzten Herbst eine groß angelegte
Studie das auch nochmal nachgewiesen,
Menschen, die sehr gut führen können, sehr
gut im Umgang mit anderen Menschen sind,
sind sehr gut in der Führung von
solchen KI-Agenten und
umgekehrt war es auch richtig, also
wenn die sehr gut solche KI-Agenten führen,
sind die Menschen möglicherweise bereit für
ein Führungsmandat.
Weil,
Pünktchen, Pünktchen, Pünktchen,
Wo ist der Zusammenhang?
Weil wir KI genau wie einen Mitarbeitenden führen müssen,
und zwar entlang des
kompletten Personalprozesses, also von der
Art und Weise, wie ich
einen neuen Kollegen, ob Mensch oder KI,
onborde, also wie hole ich den Thema,
wie bringe ich dem unsere Prozesse bei, unsere
Qualitätsanforderungen, kann ich Themen,
die bei uns implizit sind,
sehr genau und explizit beschreiben,
dass ein neuer Mensch oder ein neuer
KI-Mitarbeiter damit umgehen kann.
Bin ich in der Lage, gut Aufgaben
zu delegieren, also gut auch Kontext zu geben,
wie wir uns gewisse Themen vorstellen.
Themen, die nicht klappen, und ich meine,
jeder, der schon mal geführt hat, weiß,
Aufgabe delegiert und aufs erste Mal klappt,
ist eher die Ausnahme als die Regel.
Wie gehe ich damit um?
Wie schaffe ich da auch eine entsprechende
Rahmenbedingung, in dem das passieren kann?
Und genauso auch meinen Auftrag als
Führungskraft zu verstehen, dass ich meine
Mitarbeitenden weiterentwickeln muss.
Das gehört genauso mit dazu, sowohl beim Mensch
als auch bei der KI. Das heißt, wir haben eine
sehr große Analogie dessen,
wie Führung heute funktioniert, und sehen
zumindest für den Moment ist das der absolute
Sweet Spot, mit KI umzugehen, sie als
Mitarbeitenden zu begreifen und als
Mitarbeitenden zu führen.
Es kann durchaus sein, dass wir in drei Jahren
dastehen und sagen, heute ist es etwas völlig
anderes. Aber für den Moment ist das mit
Abstand das erfolgreichste Prinzip.
Das finde ich gerade ganz spannend.
Ich habe hier neulich ohne KI einen Beitrag
auf LinkedIn geschrieben.
Ich hatte mal so mein erstes kleines Mini
heute, würde man sagen, vielleicht Startup,
waren handgestrickte Mützen. Und das ist ein sehr
schlecht skalierendes Modell. Also musste ich
mir sehr schnell Menschen suchen, die die Mützen
für mich mitstricken oder sogar ausschließlich.
Das waren dann irgendwelche Damen, hauptsächlich
quer übers Bundesgebiet verteilt, die ich gar
nicht kannte. Kein Teams, kein Zoom, kein nix.
Und ich musste dann quasi Manuals schreiben,
wie sie diese Mützen herzustellen haben, dass
sie wirklich immer auch gleiche Qualität haben.
Also ich musste mich ja in diesen Mensch
reinversetzen und genau eine Prozessbeschreibung
machen, den ich ja nie von Angesicht zu Angesicht
gekriegt habe. Und meine Analogie war im Prinzip
war das Prompten. Ja, weil im Prinzip musste
ich genau beschreiben, was will ich als Output
haben? Und ich habe gesagt, das Prompten habe
ich nicht durch AI kennengelernt, sondern
durch meine erste, das nannte sich Goldmasche.
Und das ist ja, geht ja im Prinzip ähnlich in
diese Richtung, oder?
Das ist absolut genau das. Also spot on, eins
zu eins, diese Art der Führungsqualität, und
das ist ein Aspekt davon, spielt eine
außerordentliche Rolle. Und deswegen
merken wir, dass Menschen, die erfahrener
sind und eben wissen, was es heißt, sich
auch ein bisschen in den Mitarbeitenden oder
in den Kollegen reinzuversetzen, dass die
einfach einen ungleichen Vorteil haben. Also
ich sehe das bei jüngeren Menschen in den
Organisationen, dass die sich dann noch ein
bisschen schwer tun und sagen, ja, warum
macht, die KI ist doof, so nach dem Motto, ja?
Das Ding ist kaputt.
Aber der Mensch wäre auch doof,
ehrlicherweise, wenn ich da jemanden an die
Seite stellen würde. Er würde es auch nicht
verstehen, weil ich das Problem an der
Stelle bin.
Ja, und das ist doch eine total tröstliche
Botschaft, auch vielleicht für die Menschen, die
Generationen, die sagen, oh, ich bin da zu
alt für und so. Das ist ja totaler Käse.
Totaler Käse. Das ist also die größte Chance
haben wir von Menschen, die diese Art der
Berufserfahrung haben, jetzt zu lernen und
mitzukriegen, was macht gute Führung
wirklich aus. Und da kann jeder, der jünger
ist oder noch nicht so weit in diesem
Thema fortgeschritten ist, kann unglaublich
viel von anderen lernen, die diesen Weg
schon gegangen sind. Und deswegen, ich kann
nochmal dafür plädieren, müssen wir in
Communities zusammenkommen, um voneinander
zu lernen und mitzukriegen.
Was ist denn wirklich ein guter und
kluger Ansatz für uns alle?
Also, ich notiere mal Minute 41, das wird
schon mal ein Snippet, was ganz dick
rausgehauen wird. Weil das ist wirklich ein
ganz wichtiger Punkt, weil da Fehlannahmen
sind. Da ist so eine komische Kausalkette.
KI ist was Technisches, ist was Digitales.
Digital ist irgendwie sowas wie Mathe.
Mathe konnte ich nie. Habe ich einen Stress
drauf, also mache ich das nicht. Und Technik
bin ich zu alt für.
Ja, und da müssen wir massiv
gegenhalten. Absolut.
Mhm, total.
Also, dreimal dick unterstrichen.
Jetzt wollen wir aber verstehen
und den Knoten löse ich auch mal auf
aus dem Taschentuch.
Wie geht das denn jetzt ganz konkret in
eurem Unternehmen? Also, wir haben ja jetzt sehr viel
darüber gesprochen, welche Sorgen, Nöte,
Ängste hat der Markt? Haben eure Kunden?
Wie gucken wir auf das Phänomen?
Und jetzt schauen wir mal rein in
Leaders of AI. Das heißt, wie kann
ich mir das ganz praktisch vorstellen?
Du als CEO einer Unternehmung,
die zu überwiegend
ein Teil aus KI-Agenten besteht.
50 waren es, oder? Über 50 und über
100 in der Verprobung. Ja, wir haben über 50 aktuell, die
im Inner Circle sozusagen sind.
Viele, die wir gerade testen.
Aber das fing
tatsächlich erst mal mit dieser Haltung an, zu sagen,
lass uns doch wirklich mal eine Organisation
bauen, die
aus wenigen Menschen besteht.
Man muss sagen, unsere
Mitbewerber, die in einer ähnlichen Umsatzliga
spielen, die haben 50, 60,
70 Vollangestellte oder
Vollzeitangestellte im Gegensatz zu den
10, die wir sind. Was war für euch
der ausschlaggebende Punkt, zu sagen,
wir stellen um? Also ich meine, es ist ja eine Sache,
sich da vielleicht ein bisschen gegen den
Markt trennt oder
gegen den Strom aufzustellen und zu sagen,
wir probieren das mal anders. Was hat
euch da irgendwie getragen
oder was war die
Beobachtung? Weil jede gute
Idee fängt ja erstmal mit einer Beobachtung an.
Ehrlicherweise haben wir nie umgestellt,
sondern ich habe das Unternehmen
mit dieser Idee gegründet, dass ich
gesagt habe, wenn wir anderen Leuten
irgendwas über KI-Transformation erzählen
wollen, müssen wir erstmal bei uns selbst anfangen.
Und habe gesagt, lasst uns eine
Organisation aufbauen, von der wir
glauben, dass sie
vielleicht zukünftig die Organisation der Zukunft
sein kann und auf dem Weg lernen, was heißt
das und dann aber auch von Thesen abweichen,
verwerfen,
wieder neu aufstellen und so weiter.
Und ich habe das Ganze garniert
damit, dass ich gesagt habe, wir müssen dann
aber eine außergewöhnlich kleine Organisation
bleiben und zwar nicht,
weil wir der Überzeugung sind, dass wir zukünftig
weniger Menschen brauchen, sondern
aus der Idee heraus, dass man Schmerzpunkte
einer Organisation dann spürt,
wenn man nicht anfängt etwas,
also Ineffizienzen mit
weiteren Menschen, die man rekrutiert,
zu erschlagen. In meinem vorherigen Startup hatte ich
das Gefühl, wir sind ein Rekrutierungsunternehmen.
Jedes Wachstum wurde immer mit mehr
Menschen gerechtfertigt oder
Ineffizienzen, wenn irgendwas nicht funktioniert und
ein Flaschenhals da war, haben wir versucht, Leute
heranzuholen und zu sagen, dann lösen wir halt jetzt das Thema
im Customer Support, indem wir noch drei Leute
einsetzen.
Und man fängt dann nie an,
wirklich in die Prozesse zu gehen und
sich anzuschauen, macht das denn überhaupt so
Sinn oder wie wollen wir ihn gestalten, wie orchestrieren
wir den? Und wir sind heute immer noch
an dem Punkt, wir haben letztes Jahr die Umsätze
versiebenfacht, wir sind dieses Jahr wieder
mindestens in der Verdopplung, dass
nahezu jede Woche einer
meiner menschlichen Mitarbeitenden zu mir kommt und
sagt, Dominik,
12 wäre doch auch eine geile Story,
lass uns noch ein paar Leute einstellen,
aber wir wachsen so massiv, wir bräuchten
noch Unterstützung. Und dann sage ich, nein,
lass uns darüber reden, warum der Prozess
da schlecht ist und ob wir Dinge anders machen
wollen oder vielleicht auch Zöpfe abschneiden.
Das heißt, es ist eine andere Art, ein Unternehmen
zu führen, indem man sich diese
Herausforderung auferlegt und sie führt
ultimativ dazu, dass wir halt sehr stark
gerade merken, was sind denn wirklich
Themen bei der KI-Transformation,
die wehtun. Und ich kann sagen,
es ist nicht die Technologie.
Also viele Organisationen sind heute an dem Stand,
dass sie über das richtige Tool diskutieren,
wer kriegt wann welche Zugriffsrechte,
wie orchestrieren wir gewisse Themen in der IT-Sicherheit,
und so weiter. Und das ist auch alles legitim,
das zu tun. Aber ich kann jetzt schon sagen,
in den nächsten anderthalb Jahren wird
auf Organisationen eine riesige Welle
zurollen, bei denen sie zwei
große Schmerzpunkte haben werden. Nummer eins,
wie gut verstehen wir unsere Prozesse
und wie viele davon sind
wirklich explizit oder in den Köpfen der
Leute, die jetzt dann eh irgendwann in Rente gehen.
Und Nummer zwei,
wie gut verstehen wir eigentlich unsere Kultur
und haben wir eine Kultur des
Wachstums, eine Kultur, die
auch scheitern und experimentieren
zulässt, um neue Dinge für uns auch rauszufinden, wie wir
uns auf dem Markt dann auch platzieren
und diese Transformation auch gestalten
wollen, weil das ist das,
womit wir uns tagtäglich auseinandersetzen,
ist, wie gut verstehen wir eigentlich
unsere Prozesse, um weiterhin
wachsen zu können und
da werden wir permanent auf die Probe gestellt.
Jetzt würde man bei
Prozessanalyse noch relativ schnell
wahrscheinlich nicken und sagen, klar,
da ist vielleicht AI der bessere
Sparringpartner, um da Fehler
zu identifizieren. Inwieweit ist das
bei Kulturanalyse auch der Fall?
Ja, also wir sind
und das ist jetzt wirklich sehr frisch
aus unserer Forschung, wir haben Anfang des
Jahres gemerkt, dass die
Strukturen, die wir heute haben, also
das heißt, Dinge, die wir
von Mitarbeitenden erwarten,
zum einen, also nicht das, was im Arbeitsvertrag
drin steht, sondern was ist denn wirklich die
Rolle, die ich hier lebe und auch
die Art und Weise, wie wir gewisse Dinge
orchestrieren, gerade seine
Grenze findet. Wir sind sehr schnell
gewachsen, das heißt klassische Command und
Control Struktur,
hierarchisch, vom Gründer aus
so ein Sternprinzip und
haben dann gesagt, irgendwie so kann es nicht weiter
gehen. Und dann habe ich angefangen
mit Organisationsentwicklern zu sprechen,
die ich sehr schätze und habe gesagt,
wir merken, wir brauchen irgendwie eine andere Art der Arbeit,
was machen wir denn jetzt?
Und dann haben die gesagt, Status Quo erheben.
Da sage ich, okay, leuchtet mir ein,
wie? Und dann haben die gesagt, ja, wir haben hier so
Fragebögen, die müsst ihr mal ausfüllen und dann können wir
die auswerten und dann sehen wir, was
bei euch los ist. Da habe ich gesagt, also mit Verlaub,
es ist 2026,
2026,
ich fülle keinen Fragebogen
mehr aus. Und irgendein KI-Agent,
der mich das fragt, ist auch ein Fragebogen,
das ist die gleiche Idee. Das muss anders
gehen. Und dann haben wir für uns
eine Art KI-Nervensystem
erarbeitet, aus diesem Frust heraus,
bei dem wir
unsere Kommunikationsdaten nehmen, also wir
unterhalten uns intern in Slack,
das könnte auch Microsoft Teams oder irgendwas anders sein,
und da dürfen wir die öffentlichen
Kanäle analysieren.
Wir analysieren unsere Kalender, also
wann haben wir wie lange Meetings mit
anderen?
Und die Art, wie wir mit unseren KI-Agenten
arbeiten. Und daraus haben
wir ein Geflecht von der KI zeichnen
lassen, tagesaktuell,
wie wir hier zusammenarbeiten,
wie Entscheidungen getroffen werden, wo
Verantwortung liegen. Und den ersten
Gänsehaut-Moment hatten wir, dass wir der
KI nicht verraten haben, wer hier in welcher
Rolle agiert. Und
jeder gesagt hat, noch nie
hat jemand so präzise beschrieben,
was ich hier wirklich auf den Tisch liegen habe,
was ich hier wirklich leiste oder schultern
muss. Und wir darüber,
ein ganz anderes Bild über diese Organisation
bekommen haben. Und von der
jetzt gerade in etwas
wechselndes, nicht Holacracy nennt,
das ist so ein bisschen eine abgewandte Version, das heißt,
dass wir nicht mehr klassisch Abteilungen
haben, sondern sehr stark über
Rollen, über Sinn
Einheiten uns zusammenstellen,
wie wir in vielen unterschiedlichen Rollen sind.
Und wir merken gerade, dass diese
Umstellung uns unglaublich hilft,
weil wir damit auch klare Rollen für
unsere KI-Agenten bekommen.
Zwei Nachfragen habe ich da natürlich hoch,
hoch spannend. Danke, dass du das so teilst
hier mit uns. Nämlich
einmal die Frage, was ist mit
den informellen Räumen? Oder was ist
mit Meetings? Also Meeting hätte ich noch
die Fantasie, dass ihr, begegnet ihr
euch eigentlich physisch oder seid ihr komplett
remote mit den zehn Mönchlein?
Also wir sind eine
Remote-First-Organisation,
sind über den Dachraum verteilt,
aber wir schauen, dass wir uns mindestens
einmal im Quartal in einem Offsite
eine Woche gemeinsam wirklich
auch physisch treffen und zusammenkommen. Aber es ist
in sehr viel Digital statt.
Das Außergewöhnliche bei dieser Auswertung
war, das war eigentlich so eine Schnapsidee,
wo wir gesagt haben, vielleicht sehen wir da ja was.
Lass uns das mal testen. Und
man muss dazu sagen, dass lediglich
20 Prozent unserer
Kommunikation, die digital
stattfindet,
ist in diesen öffentlichen Kanälen auswertbar.
Und obwohl das nur 20 Prozent war,
war das so
treffend, weil wir Kultur schwitzen.
Also wir kommen gar nicht umhin,
die Art, wie wir zusammenarbeiten, wie
Entscheidungen getroffen werden,
nicht in jeder Art der Kommunikation,
in jeder Nachricht letztendlich rauszugeben.
Und deswegen ist es schon ein ganz guter
Kulturmarker, auch wenn wir jetzt nicht
alle Meetings aufzeichnen
und alle Formen der bilateralen
Austausches damit einfließen haben lassen.
Letzten Endes, die Validierung
nimmt ja der Einzelne auch wahr,
erkennt er sich wieder, erkennt er das Unternehmen
wieder, seinen Arbeitskontext. Und wie du
eben beschrieben hast, die Rollen, das finde
ich auf jeden Fall schon mal sehr spannend.
Und der nächste Punkt, der mir in den Kopf kam,
war, wenn uns jetzt Menschen zuhören,
die in großen Unternehmen unterwegs sind, die
sagen, ja, ihr könnt das einfach
machen, was meinte, was bei uns los wäre mit
Betriebsrat und so, so eine Analyse würden die
ja niemals freigeben. Da hätten wir
ja hier Tod und Teufel auf dem Plan,
wenn das die Idee
das Ansinnen wäre, von HR
oder wem auch immer, so eine Kulturanalyse
zu starten. Inwieweit
könnte das ein
Modus operandi sein, ein
Vorgehen vielleicht auch sein, in
Unternehmen, die da vielleicht compliance-mäßig ganz
anders aufgestellt sind?
Ja, ich habe natürlich dann
sehr schnell das Gespräch mit
unseren Anwälten gesucht, weil ich auch
im Vorfeld wissen würde, dürfen wir das und wie sieht das
jetzt genau aus? Und da muss man sagen,
da gibt es einfach zwei Ebenen, die
man trennen muss. Diese Art der
Analyse, die wir gemacht haben, haben wir
erstmal auf Basis der
reinen Interaktionszahlen
gemacht. Also sprich, wir haben uns nicht semantisch
angesehen, was da wirklich über den
Äther geht und haben die Inhalte oder den Kontext
ausgewertet, sondern wir
haben uns erstmal angeschaut, wer steht
mit wem, wie häufig im Austausch. Wir haben
uns angeschaut, wie es in Latenzzeiten, also
wie lange brauchen wir, um auf gewisse Sachen
zu antworten, in den unterschiedlichsten
Kontexten, wie lang gehen
Meetings, was wird in diesem besprochen.
Also so in diesem Kontext.
Wer arbeitet wie viel mit welchen KI-Agenten
und da haben sich aber trotzdem
außergewöhnlich spannende Themen gezeigt.
Also alleine
Marc ist so ein herausragendes Beispiel.
Marc sitzt bei uns nicht im
C-Level und ist trotzdem eine der
wichtigsten Knotenpunkten für
die Gesamtorganisation, weil ganz
viele das Gespräch mit ihm suchen,
sich absichern, nochmal Rückfragen
stellen, bevor das dann in
Anführungszeichen in die Chefetage
geht oder nach draußen zum Kunden. Das heißt,
er ist quasi ein heimlicher Multiplikator.
Das war uns bis dato gar nicht so bewusst,
wie zentral seine Rolle eigentlich ist.
Jetzt müssen wir fragen, ist Marc ein Mensch oder
ein Agent? Marc ist in dem
Fall ein Mensch, ja.
Einer der zehn echten Menschen. Aber gut, dass du fragst.
Ja, und das,
wäre nämlich die nächste Frage, also inwieweit
verschieben sich jetzt,
ich habe verstanden, ihr wollt euch von dem klassischen
Hierarchie-Modell ein Stück weit auch
emanzipieren. Ich meine, ihr seid ja auch
noch übersichtlich, aber inwieweit
passieren trotzdem sowas wie
Hierarchisierung auch der Agenten
untereinander? Oder
inwieweit drehen sich auch Rollen um?
Das ist tatsächlich, um fairerweise dazu zu sagen, gerade auch
eine beste Praktik.
Wir hatten zum Beispiel im Bereich
Content-Marketing, hatten wir
für, und haben das immer noch, für
jeden Kanal einen Spezialisten. Also Lars
macht bei uns Instagram, Paula macht unseren
Podcast, lange Zeit in meiner
Stimme auf Deutsch und Englisch, darf das dann auch
auf Spotify und Apple Podcast rausgeben,
Lea schreibt den Newsletter und so weiter.
Und wir sind irgendwann
in operativer Führung untergegangen,
weil wir immer mehr solche KI-Agenten hatten
und wir die permanent
führen mussten, Aufgaben delegieren,
Feedback geben, weiterentwickeln, alles was wir
vorhin schon besprochen hatten.
Und dann sind wir irgendwann auf die Idee gekommen zu sagen,
wir müssen eigentlich mit diesem Wachstum die
erste Führungsebene einziehen.
Und dann kam Jürgen mit dazu. Jürgen ist
ein KI-Teamleiter, also eine KI,
deren einzige Aufgabe darin besteht, die
anderen in diesem Bereich anzuleiten,
zu führen,
Feedback zu geben und so weiter.
Und haben gemerkt, dass diese Form der
Hierarchie, gerade
bei den KIs, wenn die zusammenarbeiten,
außerordentlich gut funktioniert.
Und das ist absoluter Forschungsstand, für uns
jetzt dann rauszufinden, wenn wir die
Hierarchien aufbrechen, ob das
in dem Modus dann auch bei den KI-Agenten
gut funktioniert. Oder ob
dann jeder anfängt, in Anführungszeichen, zu machen,
worauf er Lust hat. Das können
wir heute noch nicht abschätzen.
Marc Benioff hat ja in, du weißt
wahrscheinlich, was jetzt kommt, in Davos,
glaube ich, letztes Jahr gesagt,
Today CEOs are the last generation to manage all
human workforces. Und ich hatte, glaube ich,
schon im Gespräch mit Raphael Gilgen,
der ja in Davos war, die Frage gestellt,
sind wir auch die letzte Generation
von Leaders, die
eine rein all human,
ein all human board sehen?
Also im Prinzip ist das ja schon
die Entscheidung. Also wird das
Modell auf jeden Fall Schule machen, dass wir
auch KI-Agenten als Führungskraft
erleben, nicht nur als Workforce,
sondern auch als Board?
Es ist unabdingbar,
weil, also wir haben in der
Organisationslehre, wissen wir,
dass eine gewisse Anzahl
an Direct Reports, die
wir haben, also direkt zugestellten Mitarbeitenden,
dass es da ja Optima gibt.
Also man sagt ja so zwischen
sechs und acht und manche gehen sogar noch
niedriger und sagen, naja, wenn das dann irgendwann
mehr wird, dann wird es echt unübersichtlich und dann kann man
eigentlich nicht mehr wirklich gut führen.
Man kann vielleicht noch steuern, aber
man führt das eigentlich nicht mehr.
Und wir haben gemerkt, dass das nicht nur bei Menschen so ein
Thema ist, sondern übrigens auch bei den KI-
Agenten selbst. Also auch Jürgen
sollte nicht zu viele Mitarbeitende
haben, weil auch dann wird es für
ihn mittelmäßig, dann trifft er manchmal schlechte
Entscheidungen, delegiert vielleicht an die Falschen die Aufgaben,
werden ganz andere Mitarbeiter eher gedacht,
der führt das falsche Feedbackgespräch
und so weiter. Das heißt, wir sehen
diese Strukturen
sehr ähnlich zu dem, was wir von Menschen
kennen, weil wir ja ein Stück weit auch unseren
digitalen Zwilling geschaffen haben.
Mit allen Vor-, aber auch mit allen
Nachteilen, wenn wir Richtung Vorurteile,
Fehler und so weiter
schauen, ist KI eben nicht
Excel.
Aber woher kommen diese Skalierungsgrenzen,
was Führungsspanne betrifft, beim
Agenten? Das verstehe ich nicht so ganz.
Also inwieweit führt das ihn oder
sie, also ob jetzt Jürgen oder
Sandra, ist ja jetzt mal unbenommen,
wobei
Weil ehrlicherweise, da müssen wir auch noch ein Wörtchen reden, warum ist es ein Jürgen und eben keine Sandra? Aber das heben wir uns mal auf.
Ich habe eine fantastische Antwort darauf, du wirst sie lieben.
Wir sind gespannt, die hängen wir nochmal kurz in die Luft. Nur woher kommen diese Skalierungskränze? Weil in meiner Fantasie kann doch ein Jürgen unendlich viele Führungsfragen beantworten.
Ja, in meiner vor zweieinhalb Jahren auch. Wir dachten, wir hätten eine super KI, die das ganze Unternehmen steuern würde. Und wir stellen dann aber fest, dass so wie die Technologie heute beschränkt ist, ja, also es gibt auch bei der KI sowas wie ein Kurzzeitgedächtnis zum Beispiel.
Also was kann ich mir jetzt ad hoc zum Beispiel merken? Auch die KI muss sich anschauen, wenn eine Aufgabe kommt, habe ich ja innerhalb von Organisationen gewisse Widersprüchlichkeiten.
Ja, also wie gehe ich damit um? Wie steuere ich? Was heißt das jetzt? Wie interpretiere ich das?
Wie interpretiere ich gewisse Themen? Und je klarer der Wirkungsrahmen ist, desto häufiger bekomme ich, also wiederholbar, hohe Qualität.
Machen wir als Beispiel bei den Menschen, wenn ich den ganzen Tag in Photoshop bin, dann bin ich der Experte dafür und dann weiß ich, wenn ich Aufgaben bekomme, dass die in dem Handlungsrahmen, wie ich die zu interpretieren habe.
Wenn ich 30 Tools habe, dann gibt es viel Spielraum. In welchen mache ich das wie? Dann kriege ich unterschiedliche Qualitäten und Organisationen streben ja nach wiederholbar hoher Qualität.
Im operativen Geschäft. Und daher ist Beschränkung etwas, was absolut diese Qualität fördert.
Okay, und jetzt zurück zu Sandra. Warum nicht Sandra, sondern Jürgen?
Ich habe in meinem Unternehmen ja nur menschliche Führungskräfte eingestellt, also Menschen, die vorher in unterschiedlichen Organisationen geführt haben.
Und jeder dieser Head-Offs bei mir hat die Aufgabe, sich ein Team zusammenzustellen, mit dem die Person in der Lage ist, die jeweiligen Kennzahlen in seinem Bereich zu schaffen.
Und meine Head-Off Marketing, Alina, hat sich einen Jürgen gewünscht und den auch eingestellt. Da wäre ich der Letzte, ihr zu sagen, dass das eine schlechte Wahl ist.
Aber ich kann auch dazu sagen, um meine Lanze zu brechen, also wir haben viele weibliche Führungskräfte, also sowohl Frauen, da haben wir zwei Drittel im Unternehmen, menschliche.
Wir haben aber auch viel KI-Agenten, sowohl Frauen als auch Männer. Und ich kann sagen, wir können es da auch nicht richtig machen.
Also wenn wir Beispiele zeigen mit weiblichen Führungskräften oder KI-Agenten.
Das heißt natürlich, toll, die Frauen dürfen die ganze Arbeit machen. Wenn wir zu viele männliche zeigen, dann sagen wir, wir sind nicht divers genug.
Natürlich sind die Männer in den Positionen. Also ich muss da auch sagen, ich glaube, da gibt es keine richtige Antwort darauf.
Wie kann man sich so ein Mitarbeitergespräch, die Personalakte des Agenten vorstellen? Also wie funktioniert das Ganze, damit wir das uns richtig schön platt und realistisch, realgetreu vorstellen können?
Das heißt, entweder im Geschriebenen oder im Gesprochenen. Viele unserer KI-Agenten haben auch eine Telefonnummer. Das heißt, wir können auch mit ihnen telefonieren und diese Gespräche führen.
Und wenn wir dann ein Thema haben, sage ich, pass auf Hansi, wir müssen über diesen Ansatz reden, lass uns da mal einsteigen.
Und dann unterhalte ich mich mit ihnen und sage, ja klar, was liegt dir auf dem Herzen, was ist dir wichtig?
Und dann sage ich, ja, ich habe festgestellt, dass so und so und ich hätte es gerne, aber zukünftig können wir uns da auf einigen.
Wenn wir zusammenarbeiten, das und das. Und dann sagt er, ja, verstehe ich das richtig, das so und so. Also wirklich analog zu dem, wie das Menschen machen.
Und wir haben bei uns etabliert, und das ist vielleicht wichtig, das zu erwähnen, wie solche Feedback-Gespräche ablaufen.
Es gibt ja auch in Organisationen da Standardprozesse und auch den haben wir geschaffen, sowohl für die Menschen als auch für die KI-Agenten, wie wir glauben, dass ein gutes Feedback-Gespräch läuft.
Und das weiß jeder KI-Agent. Also jeder weiß, wie bei uns dieser Ablauf für ein gutes Feedback-Gespräch ist und dann orchestriert entweder der KI-Agent,
der KI-Agent mich durch oder ich den KI-Agenten und das notiert er sich alles, nimmt das mit auf, schreibt das dann gegebenenfalls in sein Rollenprofil oder merkt es sich einfach in seinem Gedächtnis.
Und ab dann laufen wir mit einem anderen Verständnis in die Zukunft.
Gibt es dann auch den Fall, dass der KI-Agent sagt, du hältst dich nicht an das Protokoll, wir wollen doch ganz anders miteinander sprechen, also Feedback zum Feedback gibt?
Ja, na klar machen die das. Also ich kann dir sagen, zum Beispiel Elena ist meine strategische Sparringspartnerin, ein KI-Agent.
Die mich mit allen Geschäftsprozessen challenged, wenn ich Ideen habe und sage, hey, wir wachsen so stark, sollten wir jetzt langsam mal über Europa-Expansionen nachdenken, wir kriegen so viele Anfragen aus Frankreich, lass uns das mal challengen, dann ist die da knallhart.
Und dann sagt die, wo kommt die Idee her und welche Daten und wie sieht das aus? Und wenn ich sage, nee, lass uns jetzt mal kurz spinnen gemeinsam, da ist die knallhart.
Und dann sagt sie, ja, können wir gerne machen, aber wir müssen dann auch wieder zum Boden der Realität zurückkommen, bevor du da aufs Team gehst und die jetzt alle wuscheln.
Also je nach Rolle sind die tatsächlich da auch sehr streng mit mir.
Wie heißt die Elena? Ich glaube, die wünschen sich jetzt die eine oder andere, wenn nicht für sich, sondern dann vielleicht für die Führungsebene, die dann mal, ich hatte eine ganz tolle Idee, liebes Team.
Ich kann es nur empfehlen.
Also sehr schön. Wie würde das aussehen, wenn du einen Agenten abschaltest, würdest du ein Kündigungsgespräch führen? Und wenn ja, warum?
Ja, da muss ich sagen, da haben wir noch Entwicklungspotenzial.
Ich habe angefangen, mich immer mehr mit japanischer Technologie und auch dieser Philosophie bei japanischer Technologie zu beschäftigen.
Und die Japaner betrachten Software anders als wir jetzt beispielsweise hier in Europa, weil sie sagen, wenn das etwas ist, was in meinem Leben Sinn stiftet und was mir hilft, dann habe ich auch Respekt vor damit umzugehen.
Und wir haben auch die Etikette, dass wir uns auch immer bei unseren KI-Agenten bedanken, nur das ist ein absoluter Blindspot, den du ansprichst, wenn die das Unternehmen gewissermaßen verlassen, also wenn die gekündigt werden oder abgeschaltet werden.
Da müssen wir einen besseren Prozess finden. Da waren wir bisher sehr zu softwaremäßig und haben die dann archiviert oder so quasi weggeschalten und die Prozesse einfach abgeschaltet.
Ich glaube, dass es auch da ein gutes Abschlussgespräch geben muss, so wie wir es heute auch mit menschlichen Mitarbeitern haben, weil sowohl bei KI als auch bei Menschen der erste und der letzte Tag sind ganz entscheidend.
Ich habe mich dabei ertappt, also das ist jetzt eine kleine Offenbarung, ich hatte fast sowas wie schlechtes Gewissen, weil ich dachte so, boah, ich habe jetzt zweieinhalb Jahre intensiv damit gearbeitet für bestimmte Themen, für bestimmte Prozesse und jetzt so sang- und klanglos und das wäre ja jetzt der Punkt, ich meine, wir wissen das alle kognitiv verstandesmäßig, das ist ein Ding, das ist ein Algorithmus und inwieweit entstehen Bindungen, du weißt schon, das Phänomen auch schon fast parasozial ist,
inwieweit macht das auch kulturell einen Unterschied, weil das ist ja was, was ihr bestimmt auch sehr oft gefragt werdet.
Über Jahrtausende gelernt haben, Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen, das ist das, was diese Spezies erhält und deswegen ist es für uns sehr eingängig zu sagen, na klar, schreibt Monika mir, wenn sie eine Flugverspätung hat und schaut, dass sie mich umbuchen kann und ich habe eine gute Beziehung zu ihr, weil sie mich bei diesen Themen unterstützt und wie absurd ist es dann, zurückzugehen und zu sagen, es ist einfach nur Software, weil im Zweifel baue ich als Mensch ja auch diese Beziehung auf, die mir auch hilft, KI salonfähig in die Organisation zu bekommen, also das ist ein Aspekt, der ist ganz wichtig.
Die Frage ist, und das gehört zur Kompetenz halt eben auch dazu, die Grenzen von solchen parasozialen Beziehungen zu kennen, gerade wenn wir Richtung Jugendlicher und ähnliches schauen und da ist es Teil des Erziehungs- und auch des Bildungsauftrages, dass ich dann eben auch dort Grenzen verstehe zu setzen, einzuhalten und dann eben nicht in Suchtverhalten zu geraten.
Mich interessiert mal, du warst oder ihr wart auf der OMR, wie crazy, verrückt waren die Menschen auf eure Inhalte, das frage ich mal bewusst so pointiert und überzeichnet.
Also was mich sehr gefreut hat ist, wir haben dort eine Masterclass gehalten über selbstlernende KI-Agenten, das ist gerade was, womit wir uns sehr intensiv beschäftigen, dass die KI nicht nur von uns Menschen lernt, sondern sie auch selbst auf Basis von Daten im Markt, auf Social Media Plattformen und so weiter in der Lage ist,
Zugeschlüsse zu ziehen und sich selbst weiterzuentwickeln, da sind wir noch sehr am Anfang, aber es ist spannend zu sehen, was damit möglich ist und diese Masterclass war sehr gefragt, wir haben jetzt, das habe ich gestern oder vorgestern erfahren, haben wir von den 300 Masterclasses, die es auf der OMR gab, wurden wir auf Platz zwei gewählt, also insofern haben wir eine sehr schöne Resonanz bekommen, das hat uns riesig gefreut, dass diese Themen so angekommen sind, uns war es oder ist es aber auch immer extrem wichtig, auch in allen unseren Webinaren,
einfach immer den Patronengürtel komplett leer schießen, das ist wahrscheinlich sehr unwirtschaftlich, dass wir das nicht hinter eine Paywall packen, aber so verstehen wir halt auch unseren Auftrag als Forschungslabor.
Naja, über Umsatzprobleme scheint ihr euch ja nicht beklagen zu müssen, was sind die Top drei Fragen, die immer wieder an dich gestellt werden?
Naja, drei Jahre nachdem ChatGBT released wurde, fühle ich mich immer noch auf der Bühne wie ein Datenschutzanwalt, weil ich die Frage klären muss und Frage Nummer eins und ich bin froh,
dass das die Hauptfrage ist, wie werde ich so wie Leaders of the Eye,
was muss ich jetzt konkret tun, wie baue ich meinen ersten Agenten,
wie stelle ich den ein und wie kann ich damit loslegen?
Wir haben im Vorgespräch ganz kurz drüber gesprochen
und ich will die Frage auf jeden Fall noch platzieren,
weil das ein Gedanke ist, der mich hier neulich ereilt hat,
dass ich dachte, inwieweit war die Veränderung der Arbeitswelt
im Zuge der Pandemie, dass wir jetzt verstärkt remote arbeiten,
ein Enabler für sowas wie Chat-GPT, für die Chat-Protokolle,
inwieweit wäre das vielleicht, ich sag's jetzt mal extrem,
gar nicht denkbar gewesen?
Also nehmen wir mal an, 2019 wäre weiter so durchmarschiert,
wir würden garantiert nicht in diesen Zusammenarbeitsformen,
in der Form hier sitzen, wie wir das momentan tun,
inwieweit wäre dann dieser unfassbare Erfolg,
der ja auch nochmal exzelleriert wurde
durch den Einsatz von Sprachassistenten,
inwieweit wäre das so nicht gekommen?
Also glaubst du, das war ein Enabler oder glaubst du,
dass diesen Effekt überschätze ich jetzt?
Nicht alles hat was mit der Pandemie zu tun.
Ich halte das für eine außergewöhnlich kluge Frage.
Ich hatte, bevor wir das erste Mal in den Austausch gegangen sind,
mir diese Frage auch nie gestellt.
Und für mich ist es außerordentlich schlüssig,
dass es eben so ein Beschleuniger für dieses Thema ist.
Wir hatten auch davor schon viel digitale Kommunikation
und wir haben auch in den Studien gesehen,
dass die jedes Jahr zunimmt, grundsätzlich mal.
Also auch in den jüngeren Generationen,
die immer mehr digital kommunizieren.
Aber die Salonfähigkeit in der Arbeitswelt in dem Maße
hat das schon nochmal deutlich nach vorne geschoben.
Und das ist natürlich etwas, wo wir auch trainieren
und immer mehr trainieren, digital auch zu kommunizieren
in vieler Hinsicht.
Und die digitale Kommunikation hat eben ganz viele Aspekte nicht,
die wir sonst in der analogen Welt mit sich bringt.
Also sei das, dass du meine Mimik siehst,
dass du eben diese Zwischentöne gut mitbekommen kannst und so weiter.
Kommunikation ist ja da sehr vielschichtig.
Insofern war das, glaube ich, ein außerordentlich wichtiges Training,
weil genau diese Aspekte fehlen ja bei der KI.
Also die KI kann ja auch ganz schwer meine Zwischentöne mitbekommen,
sieht meine Gestik, meine Mimik in dem Kontext nicht.
Also zumindest heute in der Form, wie wir mit ihr interagieren, nicht.
Und von daher war das ein sehr gutes Training
und mit Sicherheit ein massiver Bereiter dessen,
wie wir heute mit künstlicher Intelligenz in Organisationen arbeiten.
Und nicht nur das Digitale, sondern auch,
dass wir jetzt zunehmend mit der Stimme auch steuern,
dass wir also auch viel diktieren und so weiter,
was ja in einem normalen Großraumbüro ja die Pest wäre schlechthin.
Ja, bei Remote-Arbeitskontexten und so weiter
ist das ja auch noch mal ein total spannendes Thema.
Zum Ende unseres Gesprächs: Forschungslabor, deine Traumrolle.
Du bist weiter am Skalieren.
Du bist, du hast es ja schon ein bisschen geframed.
Oder du kannst wirklich dich ganz vertieft in dieses Thema Forschung reinstürzen.
Also vielleicht auch noch mal Zusammenhänge ergründen
oder vielleicht auch noch neue Geschäftsmodelle entwickeln.
Was wäre so, wenn wir mal die drei Spielfelder,
also mehr forschen, mehr neue Geschäftsmodelle finden oder skalieren?
Was wäre so deine Lieblingsrolle, die du da gerne einnehmen würdest?
Ja, also was mich am meisten nachdenkt, ist, dass wir uns auch immer wieder überlegen,
was uns am meisten reizt, ist natürlich diese Art der Forschung und die Praxis zu verweben.
Also das ist das, was mich am meisten tatsächlich morgens aufstehen lässt,
ist mit Leuten, die sehr stark in der Forschung sind.
Also wir arbeiten sehr viel mit Professoren zusammen der unterschiedlichsten Universitäten.
Und ich bin ja da eher der Praxispartner,
der jetzt nicht im klassischen Sinne akademisch domestiziert ist,
weil ich nie wirklich in dieses Paperschreiben gekommen bin.
Aber das zu untersuchen, wie Menschen da wirklich gut arbeiten,
Transformationen in Europa hinbekommen, das finde ich außerordentlich reizvoll.
Und es wird gute Menschen geben, die in der Lage sind, das Unternehmen weiter zu skalieren
und die vor allem wesentlich besser dafür geeignet sind, als ich das bin.
Inwieweit können wir davon ausgehen, dass sich ein Dominik zum Beispiel auch politisch engagiert?
Und sei es als Berater?
Das mache ich heute schon.
Ah, okay, das war mir nicht…
Ja, also ich bin heute im Senat der Wirtschaft als Senator tätig, bin da in der Kommission Digitale Zukunft.
Der Senat der Wirtschaft ist ein Lobbyverband von Unternehmen und Unternehmern,
die die Politik beraten, auch in Positionspapieren, rein um digitales Sustainability und so weiter,
also die großen Themen.
Und das ist mir schon sehr wichtig, da auch mit der Politik im Austausch zu sein.
Wir hatten da verschiedenste Treffen letztes Jahr auch rund um die Bayerische Staatskanzlei
und ähnliches.
Bayern auch als Standort für KI-Entwicklung, da ist München wird ja auch immer wichtiger,
als Thema dahinter.
Also ich versuche da schon meinen Beitrag zu leisten.
Wir sind auch gerade in der Vereinsgründung für einen Verein, der wird sich Save the Mittelstand
nennen, bei dem es darum geht, wie wir KI-Transformationen im Mittelstand salonfähig machen.
Da ist unter anderem Microsoft mit dabei, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt,
die Hochschule Fresenius, also ich versuche da durchaus meinen Beitrag auch politisch
zu leisten.
Muss aber auch sagen, ja, also mit Startup-Geschwindigkeit hat das nichts zu tun.
Das ist immer eine ganz andere Art der Achtsamkeit, die man da lernt.
Ich denke auch manchmal, was Carsten Wildberger sich so denkt, wieso er das für
eine gute Idee hielt, sich auf diesen Job zu bewerben, oder?
Mutig.
Also ich kann das nur sagen, ich habe den größten Respekt vor diesem Mann.
Auf jeden Fall.
Also lieber Dominik, sehr, sehr spannend, du darfst noch eine Sache sagen, nämlich
was wünschst du dir?
Was gibst du Menschen mit, die jetzt in Unternehmen sind, die jetzt uns zugehört haben, die sagen,
wir wollen das am Anfang?
Welchen förderlichen Gedanken würdest du ihnen gerne mitgeben?
Wir wollen ihnen nicht sofort…
Seid mutig.
Also tut euch zusammen mit anderen, die genauso denken wie ihr und fangt an, nach vorne zu
gehen.
Ihr seid keine Opfer, ihr seid Akteure.
Wunderbar.
Sehr schönes Schlusswort.
Ein für mich extrem spannendes Gespräch.
Ich habe ganz, ganz viel gelernt von dir, lieber Dominik.
Ich hoffe, du hast die Zeit auch hier genossen und hast dich ein bisschen da durchgeführt.
Ich hoffe, du hast dir auch genossen.
Ich hoffe, du hast dich auch genossen.
Ich hoffe, du hast dir auch genossen.
Podcast Summary
Key Points:
Dominik von Brück, Mitgründer von „Leaders of AI", beschreibt eine neue Form hybrider Organisationen, in der Menschen und KI-Agenten als gleichwertige Teammitglieder zusammenarbeiten.
Das Unternehmen besteht aus nur zehn menschlichen Mitarbeitenden, aber über 50 KI-Agenten im aktiven Kern und 150 in der Testphase; Skalierung erfolgt bewusst nicht über Personalaufbau, sondern über KI.
KI-Agenten werden wie menschliche Mitarbeitende geführt
Zentrale Erkenntnis
Viele Unternehmen scheitern an vagen „KI-Strategien" und überschätzen die Technologie als „Wunderpille"; unterschätzt wird dagegen das Innovationspotenzial der eigenen Mitarbeitenden.
Ethische Fragen sind zentral
Das Unternehmen forscht an einem „KI-Nervensystem", das Kommunikationsdaten analysiert, um Organisationsstrukturen und informelle Rollen sichtbar zu machen.
Die Nachfrage ist groß – eine Masterclass auf der OMR wurde zum zweitbesten Beitrag gewählt; die größte Angst der Menschen ist, abgehängt zu werden.
Summary:
Dominik von Brück hat mit „Leaders of AI" ein Unternehmen gegründet, das als Forschungslabor, Akademie und Beratung zugleich fungiert. Der Kern seiner Vision: Zukünftig werden alle Mitarbeitenden – vom Sachbearbeiter bis zur Spezialistin – Führungskräfte über KI-Teams sein müssen. Sein Unternehmen lebt diese Idee radikal vor: Nur zehn Menschen arbeiten dort, während über 50 KI-Agenten als feste Teammitglieder integriert sind.
Diese werden wie menschliche Angestellte geführt – mit Personalakten, Feedback-Gesprächen und klaren Rollenprofilen. Erstaunlicherweise zeigt sich, dass klassische Führungsqualitäten wie klares Feedback, kritisches Denken und die Fähigkeit, Kontext zu geben, entscheidend für den erfolgreichen Umgang mit KI sind – nicht Technikaffinität. Von Brück kritisiert, dass viele Unternehmen – auch DAX-Konzerne – nur vage KI-Strategien haben und das Potenzial der Technologie überschätzen, während sie die Innovationskraft ihrer eigenen Belegschaft unterschätzen.
Er plädiert für eine Haltung des lebenslangen Lernens und der Demut. Ethische Grenzen sind ihm wichtig: Nicht alles, was möglich ist, sollte umgesetzt werden; menschliche Interaktion bleibt an bestimmten Stellen bewusst unersetzlich. Sein Ziel ist es, Organisationen zur Selbsthilfe zu befähigen, statt Beratungsabhängigkeit zu schaffen.
Als Forschungsfeld treibt ihn die Frage um, wie sich Organisationskultur durch KI-Analysen sichtbar machen lässt. Sein Appell an Unternehmen: mutig sein, sich vernetzen und aktiv gestalten statt Opferrolle einzunehmen.
FAQs
Eine hybride Organisation besteht sowohl aus menschlichen Mitarbeitenden als auch aus KI-Agenten, die wie Mitarbeitende geführt werden. Diese Form der Organisation ist noch neu und es fehlen etablierte Begriffe dafür.
Der Name drückt den Anspruch aus, dass alle Menschen zukünftig Führungskräfte der künstlichen Intelligenz werden müssen. Das Unternehmen möchte andere dazu befähigen, diese Rolle zu übernehmen.
KI-Agenten übernehmen operative Aufgaben und werden wie menschliche Mitarbeitende geführt. Sie haben Personalakten, erhalten Feedback und werden in Teams integriert, wobei auch KI-Teamleiter wie Jürgen zum Einsatz kommen.
Viele Unternehmen haben nur vage KI-Strategien und setzen KI oft nur für einfache Aufgaben wie E-Mail-Vorlagen ein. Es fehlt an einer tiefgreifenden Integration in Prozesse und an einer klaren Führungsrolle für KI.
Menschen schämen sich sowohl, zuzugeben, KI für die Erstellung von Inhalten zu nutzen, als auch, zuzugeben, wie wenig sie KI tatsächlich einsetzen. Diese Ambivalenz führt zu einem doppelten Druck.
Führungsqualitäten wie klare Kommunikation, Feedback geben und kritisches Denken sind entscheidend. Diese Fähigkeiten sind wichtiger als reine Digitalkompetenz, da KI wie ein Mitarbeitender geführt werden muss.
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