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Der Crash (Staffel 1, Folge 1)

37m 40s

Der Crash (Staffel 1, Folge 1)

Die aktuelle BKA-Fahndungsliste zeigt ein Foto von Jan Masalleck, einem ehemaligen Wirecard-Vorstandsmitglied, das weltweit gesucht wird. Der Podcast „Wirecard – 1,9 Milliarden Lügen“ von Laura Terberg (SZ) rekonstruiert den größten deutschen Wirtschaftsskandal. Wirecard, ein DAX-Konzern für digitales Bezahlen, galt lange als Erfolgsunternehmen, bis im Juni 2020 bekannt wurde, dass 1,9 Milliarden Euro aus der Bilanz fehlen. Die Wirtschaftsprüfer EY konnten die angeblichen Treuhandkonten auf den Philippinen nicht nachweisen und stuften die Belege als gefälscht ein. Zwei Tage vor der geplanten Bilanzpressekonferenz am 18. Juni informierte EY den Aufsichtsrat. Masalleck, verantwortlich für das Asien-Geschäft, versuchte vergeblich, über den angeblichen Treuhänder Mark Tolentino neue Belege zu beschaffen. Ein chaotischer E-Mail-Verkehr endete ohne Erfolg. Der Aufsichtsrat veröffentlichte eine Ad-hoc-Meldung, die Aktie stürzte ab. CEO Markus Braun gab ein YouTube-Statement ab, in dem er Wirecard als Betrugsopfer darstellte, trat aber kurz darauf zurück. Masalleck wurde freigestellt. Der Skandal wirft Fragen nach Behördenversagen, dem Verlust von Kleinanlegergeldern und der Rolle Masallecks auf, der als möglicher größter Wirtschaftskrimineller gilt. Der Podcast beleuchtet die Hintergründe und die dramatischen Tage vor dem Zusammenbruch.

Transcription

5062 Words, 32645 Characters

German
Ich habe hier vor mir die aktuelle Fahndungsliste vom BKA. Da sieht man verschiedene Fotos drauf. Die meisten sind von Männern. Bei einigen steht unbekannt unter dem Foto und die Qualität ist ziemlich schlecht. Aber wenn man so ein bisschen weiter runter scrollt, dann gibt es da ein Bild des sofort raussticht. Auf dem Foto sieht man einen Mann im Anzug. Er sieht gepflegt aus, so ein Typberater mit Krawatte und kurz geschorrenen Hahn. Er lächelt ein ganz kleines bisschen und er ist alles andere als unbekannt. Wenn ihr in den letzten paar Monaten mal am Flughafen oder am Bahnhof wart, dann habt ihr das Foto von diesem Mann vielleicht sogar schon selbst gesehen. Denn er wird weltweit gesucht. Es ist Jan Masalleck, früheres Vorstandsmitglied des Deutschen Dax-Konzerns Wirecard. Ein Vertreter der neuen Welt der Finanzen. Stiegkompetenhaft aus. Der Finanztienstleister Wirecard sitzt in Aschein bei München. Dort läuft es zurzeit ziemlich gut. Insgesamt heute ein kräftiges Purse wieder bei der Aktie von über 9 Prozent. Weil sich Wirecard mit seinen freihandelbaren Aktien zum Börsen schwergewicht gemausert hat, ist das Unternehmen nun im Dax. Und mittlerweile so stark und hat dann solchen Wert, dass es der Marktwert größer ist als der Deutschen Bank. Wirecard, das war jahrelang eine Tech-Hoffnung ein Musterunternehmen, spezialisiert auf digitales Bezahlen und das braucht bald jeder. Klar. Und Jan Masalleck, der war einer der wichtigsten Männer im Konzern. Beliebt, charmant, klug, so beschreiben ihn auch ehemalige Kollegen. Man konnte ihn alles zeigende Anzeige, eine Website, irgendwas und er konnte sofort sehen, da ist der Fehler. Das hatte ich schon total faszinierende Fähigkeit. Sie sagen in so einem ganz großen, ganzen, sofort, das Detail zu sehen, dass schwach ist. Und trotzdem, es gibt eben dieses Fahndungsfoto. Masalleck wird weltweit gesucht. Wegen Unglähheiten in der Bilanz musste der Dax-Konzern Wirecard die Vorlage seines Jahresabschlussberichts für das vergangenen Jahr verschieben, bereits zum zweiten Mal. Der Finanzdienstleister Wirecard kommt nicht aus den Schlagzeilen. Für mindestens 1,9 Milliarden Euro auf treuhandkonten Wirecard gibt es keine ausreichenden Prüfungsnachweise. Das bleibt es ein betrugsfall, der seines Gleichens sucht. Im Juni 2020 kommt raus, dass 1,9 Milliarden Euro aus der Wirecardbilanz einfach nicht existieren. Es ist ein echter Skandal. Und das Bundeskriminalamt, das glaubt, dass Masalleck maßgeblich damit zu tun hat. Wenn alle Vorwürfe gegen ihn stimmen, dann wäre er einer der größten Wirtschaftskriminellen überhaupt. Und vielleicht, sagt mein Kollege Jörg Schmidt, ist er sogar noch viel mehr. Was man weiß, ist, dass Jan Masalleck auch aus den Gesprächen, die er geführt hat, ein unheimliches Interesse an Geheimdienstthemen hat. Erfolgskonzernen betug Geheimdienste. Wie das alles zusammenpasst, das will ich in diesem Podcast herausfinden. Es geht um viel, um das Ansehen deutscher Dachsunternehmen, um unzählige Kleinanliegene, die ihre Ersparnisse verloren haben, vielleicht auch um Behördenversagen und ein der größten Wirtschaftskandale in Deutschland. Ich bin Laura Terberg, journalistin und Podcasterin bei der Süddeutschen Zeitung. Und ihr hört Wirecard, 1,9 Milliarden Lügen. Ein Spotify-Original recherchiert und produziert von der Süddeutschen Zeitung. Folge 1, der Crash. Ich habe ja gerade schon gesagt, dass ich in diesem Podcast nach Antworten auf die Frage suche, wie der Wirecard Skandal passieren konnte und welche Rolle Jan Masalleck spielt. Es stimmt aber nicht ganz. Der Wirecard fasziniert ja natürlich nicht nur mich. Und ehrlich gesagt gibt es bei der SZ noch einige Personen, die viel bessere Einblicke in das Unternehmen bieten können. Und zwar meine Kolleginnen aus dem investigativen Ressort und aus dem Wirtschafts-Ressort. Die recherchieren alle seit Monaten zum Wirecard. Und obwohl die meisten von ihnen schon einige andere Wirtschaftskandale aufgedeckt haben, sind der Fall und auch die Figur Jan Masalleck für sie dann doch ganz besonders. Es ist faszinierend. Es ist eigentlich eine Figur der Zeitgeschichte, die man so wahrscheinlich noch nie erlebt hat und die man auch so kein zweites Mal erleben wird in Deutschland. Der Kollege Jan Wimbrut und ich an einer Geschichte zu Geldfasche über Wirecard recherchiert, die sehr aggressiv beantwortet worden ist von Wirecard damals. Also wir hatten dann sofort auch zu tun mit Medienanwälten. Und da habe ich dann auch das erfahren, was sich von vielen Kollegen immer gehört hatte, nämlich wie aggressiv Wirecard auch gegen Journalisten vorgeht. Ich glaube, das Besondere ist, dass das A so lange funktionieren konnte und auch auf politischer Ebene, dass das so weiter Kreise zieht. Ich glaube, das hatten wir so in Deutschland noch nie. Wir haben am Anfang angefangen und dachte, vielleicht ist da irgendwie was dubios und mit jedem Tag seit der Wirecard insolvenz vor allen Dingen kommen halt neue und frückte Dinge raus. Diese Stimmen werden wir in diesem Podcast noch öfter hören, aber anfangen möchte ich mit einer Kollegin, die für die SZ in Berlin arbeitet. Ich würde gerne noch mehr zu anderen Sachen kommen, aber Montag dominiert es schon sehr stark, muss ich leider sagen, das heißt leider. Das ist Lena Kampf und seit vergangenem Jahr arbeitet sie eben fast nur noch an diesem einen Thema. Es laufen startanweitschaftlicher Mittlungen, es läuft der Untersuchungsausschuss in Berlin. Einfach jede Woche neue Erkenntnisse bei Rom, die wir natürlich verwerten wollen und uns anschauen wollen und eigene Recherchen anstellen. Also um wirklich so ein komplexes Skandal zu durchdrinken, braucht es schon sehr viel Aufmerksamkeit. Lena hat Erfahrung mit investigativen Recherchen. Sie ist es gewohnt, sich in komplizierte Fälle reinzuarbeiten und ganz viele verschiedene Infos zu ordnen. Und ich möchte hier mit ihr beginnen, weil Lena mich gut zurücknehmen kann, an den Anfang vom Ende. Also an den Punkt, an dem das Wirecard-Kartenhaus anfängt zu wackeln, sozusagen. Ich wollte verstehen, wie so wir überhaupt von diesem Wirecard-Kandal wissen. Also der Juni 2020 war so entscheidend, weil da im Grunde, ja, als ich alles zuspitzt, was sich die letzten Monate angedeutet hat. Da kommt es quasi zu, zum großen Finale würde ich's nennen. Und zwar läuft alles darauf hinaus, dass die Bilanzpressekonferenz stattfinden soll am 18.6. Ich kann an dieser Stelle hier zugeben. Ich hatte bis zu diesen Tagen vergangenes Jahr und das wird wohl vielen von euch so gehen. Noch überhaupt nicht viel von Wirecard gehört. Obwohl die Firma ja in Ascheim sitzt. Im Osten von München gar nicht so weit weg von unserem Redaktionsvogh aus. Ich wusste, dass das ein FinTech-Unternehmen ist, also dass die irgendwas digitales Mitfinanzen machen und dass sie im Dach sind. Aber das war's auch schon. Auch diese Pressekonferenz hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Obwohl sie für so ein Unternehmen und seine Investoren dann doch sehr wichtig ist. Es ist schon so, dass da natürlich einfach klar wird, wie viel Gewinn die Firma gemacht hat und einfach die Zahlen offen geliegt werden. Und das wird ja oft letztes Jahr da natürlich nicht. Der Franzis Online statt. Aber da lassen sich dann, wenn es ein erfolgreiches Jahr war, natürlich die Manager auch noch mal feiern. Dafür, was sie da so alles erwirtschaftet haben. Und deswegen ist es ein total wichtiger Termin. Normalerweise, also in den letzten Jahren, ist diese Bilanzpressekonferenz auch für Wirecard ein guter Termin. Die Firma ist ja ständig gewachsen, denn sie haben sich auf Online-Bezahlsysteme spezialisiert. Das kann man sich zum Beispiel so vorstellen. Wenn ich online eine Jeans kaufe, dann öffnet sich an Fenster mit verschiedenen Zahlungsoptionen. Kreditkarte, sofort Überweisungen und so weiter. Und dieses Fenster, das ist die Stelle an der Wirecard ins Spiel kommt. Es ist die Schnittstelle zwischen mir, der Kundin und dem Anbieter, der mir eben die Jeans verkaufen will. Diese Schnittstelle, die kümmern sich um die Zahlung und kriegt dafür einen kleinen Betrag. Damit so ein Unternehmen, damit auch wirklich guten Umsatz macht, muss es aber sehr, sehr viele solcher Zahlungen abwickeln. Bei Wirecard scheint es auch über viele Jahre geklappt zu haben. Zwischenzeitlich ist es Unternehmen sogar mehr wert als die Deutsche Bank. Und überhaupt ist Wirecard im deutschen Aktienindex, im DAX, besonders gerne gesehen. Wenn das Kern geschafft, das sieht nach einer Zukunftssechnologie aus. Sie hatten ja auch Anfang des Jahres gesagt, dass Corona anders als viele anderen Wirtschaftsprung, sie nicht so sehr trifft, weil sie ja vor allem im Online-Handel sind. Und sich ja vieles aufgrund der Kontaktverbote dann auch auf Online verlegte, sodass sie weiter ein boomendes Geschäft versprachen. Also man hätte jetzt durchaus erwarten können, dass diese Bilanz-Pressekonferenz also ein füllminantes Event ist für Wirecard, bei dem sie eben präsentieren, wie super es ihn geht und dass die weiter Gewinde machen und dass sie von der Corona-Krise eigentlich nur profitieren. Genau. Dieser Zeitpunkt, wir sind jetzt wenige Tage vor der großen Bilanz-Pressekonferenz, der ist wichtig. Am 16. Juni werden die Einwaltaten dafür Angela List innen verschickt. Soll wegen Corona verziehen. sondern kein Termin vor Ort geben, sondern ein Digitalen. Genau an dem Punkt beginnt das große Finale, wie Lena vorhin gesagt hat. Das große Finale von dem sich dann herausstellen wird, dass es eigentlich erst der Anfang dieser unglaublichen Geschichte ist. Alle warten auf dem 18.6. Sind der Hoffnungsfrohr, dass es ein fuhlminantes Event wird. Am 16.6. melden sich die Wirtschaftsprüfer von Y beim Aufsichtsrat und sagen, es gibt ein Problem. EY. Das ist eine der großen vier Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in Deutschland. EY prüft zu diesem Zeitpunkt schon seit mehr als zehn Jahren jährlich die Bilanzen von Wirecard. Sie schauen, ob alles passt und geben dem Unternehmen dann ein sogenanntes Test Tat. Eine Bestätigung, das alles okay ist. Aber in diesem Jahr ist gar nichts okay. EY sagt, wir können 1,9 Milliarden Euro in der Bilanz nicht nachweisen. Wir können es dafür keine Belege beziehungsweise. Die Belege, die es gibt, sind wahrscheinlich gefälscht. 1,9 Milliarden Euro, das ist ungefähr ein Viertel des jährlichen Umsatzes. Wirecard sagt, dass Geldliege auf Treuhand konnten auf den Philippinen. Aber EY sagt, sie hätten jetzt danach recht bekommen, dass die Belege, die sie da hätten, die bei den Banken um die Star geht, ihnen mitgeteilt, dass diese Belege spürisch sein, also gefälscht. Angeblich gefälschte Belege, kurz vor der großen Bilanzpressekonferenz. Das ist natürlich schlecht. Und deshalb werden jetzt auch einige Menschen sehr nervös. Und wenn ihr euch gerade wundert, das stand damals natürlich alles nicht in den Medien, das passiert erst mal hinter den Kulissen. Heute können wir diese Vorgänge aber sehr gut nachvollziehen. Dann Kleiner und der Arbeit ihrer Kolleginnen. Wir konnten die letzten Tage von Wirecard anhand von E-Mails und Dokumenten rekonstruieren aus dem Aufsichtsrat und aus dem Vorstand. Aus denen halt diese dramatik, also dieses zuspitzen, dieses große Finale, das Krischendo, was sich am Ende da abspielt, eben gut rekonstruieren lässt. Dieses große Finale, das beginnt eben mit der Nachricht der Wirtschaftsprüfer. 1,9 Milliarden Euro fehlen. Kleiner sagt, dass diese Nachricht bei Wirecard damals eingeschlagen hat wie eine Bombe. Und dann ist natürlich auch sehr schnell der Wirecard aufsichtsrat aktiv geworden. Der Aufsichtsrat, der muss in einem Unternehmen die Vorstände kontrollieren. Am Nachmittag kommt diese Mail von UI, der aufsichtsratsvorsitzende telefoniert mit denen und kurzzeit später am Abend beruft er seinen 5-Kripp-Wing-Aufsichtsrat ein und erzählt den, was los ist. Und es werden dann eben die Vorstände von Wirecard nach und nach dazu geschaltet. Darunter sind auch Markus Braun, der CEO und seine rechte Hand Jan Masalek. Und sowohl Markus Braun als auch Jan Masalek sprechen davon, dass das natürlich ein großes Missverständnis sei, dass sich das alles aufklären ließe und ja, sie bitten da noch mal um Zeit, um selber sozusagen noch mal aktiv zu werden und diese Belege eben zu besorgen. Braun und Masalek stehen also schnell im Fokus vom Aufsichtsrat. Heute kennt wahrscheinlich jeder, der oder die Nachrichten schaut, ihre Namen. Übrigens wird der Name von Masalek ganz unterschiedlich ausgesprochen. Das ist auch bei meinen Kollegen in den so. Lena sagt meistens Masalek, ich Masalek. Und wenn die Nachrichten verfolgt, dann habt ihr bestimmt auch Masalek gehört. Was da jetzt die richtige Variante von ist, das kann man nicht so wirklich sagen. Denn Masalek soll mal gegenüber Jean-List*innen gesagt haben, dass sie sich selbst aussuchen können, wie sie seinen Namen aussprechen. Aber was sind eigentlich die Jobs von Masalek und Braun, damals im Juni 2020? Markus Braun ist der Furschanzvorsitzende, der lebt und art mit Wirecard, so wird da beschrieben. Also so ein bisschen gibt sich immer als der Steve Jobs der Alpen, trägt so einen schwarzen Rollkragen-Poly, gibt sich so als Visionär. Und Jan Masalek ist quasi die Nummer zwei. Der ist für dieses Asien-Geschäft zuständig und hat ganz jungen bei Wirecard angefangen. Also letztes Jahr war der dann 40 und war dann, glaube ich, auch schon 20 Jahre im Unternehmen. Und wird so als ganz cooler Typ beschrieben, ganz immer freundlich, hat es Stil war immer so ganz entspannter Typ. Und der war für das Asien-Geschäft zuständig. Was heißt das denn? Also es hört sich erstmal sehr, sehr wichtig an Asien-Geschäft. Ja, war es auch, weil über das Asien-Geschäft liefend tatsächlich zumindest auf dem Papier die meisten Gewinne. Das lief über sogenannte Drittpartner-Firmen. Die Zahlung für Wirecard abwickelten in Ländern, in denen sie selbst keine Dizenzen hatten. Und diesen Partnerfirm wurden dann für diese, für diese Unternehmung, die sie gemacht haben, große Kredit zur Verfügung gestellt seitens Wirecard. Zumindest wurde das so eben intern verkauft. Markus Braun hat das mal als Kernstrategie seines Unternehmens beschrieben. Viele konkurrierende digitale Zahlungsabweckler, die hätten sich sehr früh Richtung USA orientiert. Aber Wirecard habe stattdessen erkannt, dass Asien der viel lokalte Wachstumsmarkt sei. Und auf den habe man sich dann auch bald konzentriert. Also über das Asien-Geschäft verbuchen sie unglaubliche Gewinne. Tozange auf den Papier erst mal ein Boom des Geschäfts. Das ist also im Prinzip Jan Masalik's Leistung oder zumindest wollen das alle noch glauben. Und im Uni 2020, zwei Tage vor der Bilanzpressekonferenz, steht jetzt auf einmal im Raum das 1,9 Milliarden Euro aus genau diesem Asien-Geschäft fehlen. Logisch, dass der Aussichtsrat von Masalik dringend Antworten will. Und genauso von Markus Braun, dem wichtigsten Mann im Unternehmen. Aussichtsratssatz, sie bein natürlich total unter Druck. Und die sagen, wie gesagt, es würde sich um Missverständnis handeln, dass sie ganz schnell aufklären können. Und der Aussichtsrat will sofort eine Ad hoc-Mitteilung rausgeben. Eine Ad hoc-Mitteilung ist sozusagen eine Presse-Mail oder eine Meldung-Mitteilung vor allen Dingen an die Anleger, wenn es Probleme in einem Unternehmen gibt, einfach so seine Transparense vorschrift. Und Braun und Masalik versuchen das zu verhindern. Oder sagen, es soll noch mitbite noch warten, weil sie versprechen, dieses Missverständnis zu klären und die Belege zu besorgen. Also erst mal wird Jan Masalik aktiv und kontaktiert seinen angeblichen Treuhändermarkt, der in Tolentino ist in Philippinischer Anwalt, der eben diese Treuhankonten halten soll, bei zwei Philippinischen Banken. Masalik teilt also Tolentino erst mal mit, egal, hier unsere Prüfer gehen davon aus, dass die Belege gefälscht sein, dass es eine sehr ungute Situation für uns, das können er sich sicherlich vorstellen und entschuldigt sich auch noch mal dafür, dass er ihn jetzt irgendwie kontaktieren muss und bittet darum, dass eben andere Belege zur Verfügung gestellt werden und dann erfolgt in den kommenden Tagen eben ein Mailwechsel, der, ja, also wenn man sich klar macht, angesichts der Summe um die es da geht, ist der Mailwechsel doch sehr unprofessionell. Tolentino antwortet dann auch, inschreibt, "Dia Mr. Jan, es würde ihn wundern und so weiter." Und er würde sich jetzt nochmal in Bewegung setzen und die Belege besorgen und wie gesagt, dann geht es immer wieder hin und her. "Dia Mr. Mark, ich versuche, dass du die Erinnerung des Erinnerungsanfonds für uns verwendet hast." Tolentino verspricht ja in einer Stunde, habt ihr was, dann kommt wieder nichts, dann fragt Masalik immer wieder nach. Und dann sagt er, ja, ich bin jetzt, ich habe jetzt schon den Vorsitzenderbank kontaktiert, er hat versprochen, da kommt was, dann kommt wieder nichts. Jan Masalik leitet diese E-Mail immer weiter, an seine Vorschandskollegen und braun, leitet das oder gibt diese Antworten, dann immer auch an den Aussichtsrat weiter. Also auch braun, in diesen vielen Telefonkonferenzen, die es dann in den Folgern Tagen gibt, sagt braun, immer wieder auch quasi direkt das, was der Tolentino geschrieben hat, also in wenigen Minuten in wenigen Stunden kommt es und im Grunde jede Frist wird gerissen. Also, es gehen ganz viele Mails hin und her. Masalik und Braun wirken bemüht, das alles ganz schnell aufzuklären und Masalik sagt immer, gleich kommt der Beleg, gleich kommt der Beleg. Ganz viele Leute werden auf diesen E-Mails in CC gesetzt und so hält man auch weiterhin an dieser Bilanzpressekonferenz fest, die er zweiter gespeiter, am 18. Juni stattfinden soll. und dann wird es einfach nie konkreter werden. Selbst am 18. Morgen gibt es noch einen Mailswechsel zwischen Jan Masalik und Mark Tolentino. Auch da verspricht der Tolentino noch mal, ob er ihm noch mal 30 Minuten bis eine Stunde geben können und dann wurde es auf jeden Fall kommen. Die Ermerk, die Hour, hast du schon vor ein while. Können Sie das auf die Stattung updateen? Die Mr. Jan, sie wird eine Konformation in den nächsten 10 Minuten senden. Also spätestens da beim 18. Morgen ist dann klar, da kommt wohl nichts mehr. Es gibt eine letzte Mails von Tolentino, der noch mal schreibt, gibt mir noch 30 Minuten bis eine Stunde, dann kommt es. Aber die ist dann längst verstrichen und der Aufsichtsrat gibt dann die Adopt-Meldung raus. Das heißt auch, dass die Bilanzpressekonferenz dann quasi abgesagt ist. Also die Adopt lautet zu dem Zeitpunkt, dass die UI noch keine ausreichenden Prüfungsweise erlangt, über diese Summe. Diese Adopt ist der Anfang vom Ende. Das nächste Mal, dass die Öffentlichkeit danach direkt von Wirecard hört, das ist erst am Abend. Der Vorstand findet sich in einem Video an die Öffentlichkeit auf dem YouTube-Kanal des Unternehmens. Der CEO Markus Braun liest in dem Video ein Statement vor. Wir sind von unserem Abschlussprüfer, UI, in Deutschland, darüber informiert worden. Das Entbestätigungsvermerk für den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2019 aufgrund unberechtig der Bankbestätigungen weitere Prüfungshandlungen erfordert. Man sieht, dass sich Braun Mühe gibt, bei diesem Vortrag keine Fehler zu machen. Es ist derzeit unklar. Warum die beiden Banken den Wirtschaftsprüfer gegenüber erklärt haben, dass die Bestätigungen gefälscht sind. Was Braun verkündet, ist heute bekannt, aber damals ist es ein echter Schock. Und Braun sagt dann noch einen Satz, der heute sehr oft zitiert wird. Es kann derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass die Wirecard AG in einem Betrugsfall erheblichen Ausmaßes zum Geschädigten geworden ist. Vielen Dank. Er spricht hier von einem Betrugsfall und dass die Wirecard AG das Opfer sei. Er versucht also Vertrauen für Wirecard zurückzugewinnen. Aber trotzdem stürzt die Aktie in den nächsten Tagen massiv ab. Ein Tag später am 19. Juni wird Braun quasi zum Rücktritt gezwungen. Und auch gern Masalleck wird freigestellt. Für Wirecard und für die Anleger*innen ist das nicht weniger als eine Katastrophe. Auch für die Mitarbeiter*innen von Wirecard. Wie zum Beispiel Stefan Götz, den hören wir später in dieser Serie noch ausführlicher. Man hat sich wirklich einen Jedenstrohr haben geklammert und hat gehofft, dass da noch irgendwie trotzdem die Kurve gekratzt wird, dass sich die Gelder irgendwo finden lassen, dass alle sich Luft auflöst. Ja, es war natürlich auch aus eigener Reste, man wollte nicht seine Arbeit verlieren. Mit drei Kindern zu Hause, etc. zu Corona-Zeiten war das auch nicht so angenehme Erfahrung. Insofern hat man relativ lange gehofft. Schon wenig später besteht die Zentralbank der Philippin hochoffiziell das, was alle zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon befürchten. Die 1,9 Milliarden Euro, die gibt es nicht. Am 25. Juni verschickt Wirecard die letzte Adok-Mitteilung aus Ascheim. Der Vorstand der Wirecard AG hat heute entschieden für die Wirecard AG beim zuständigen Amtsgericht München einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung zu stellen. Es wird geprüft, ob auch Insolvenzanträge für Tochtergesellschaften der Wirecardgruppe gestellt werden müssen. Es sind nüchterne Worte, mit denen die turbulenten letzten Tage von Wirecard enten. Die Tage an den viele Menschen, so wie ich zum ersten Mal so richtig von diesem Unternehmen gehört haben. Während andere dabei zusehen mussten, wie ihr Spartes verloren geht, das sie in Wirecard angelegt hatten. Und wie der andere ihre Jobs verloren haben. Damals ist Schritt für Schritt, Tag für Tag immer deutlicher geworden, dass da etwas passiert ist, was es in der Geschichte der Bundesrepublik so noch nicht gegeben hat. Der deutsche Musterkonzern, den so viele Menschen gefeiert haben, dem die Zukunft gehören sollte. Der war nicht viel mehr als ein Kartenhaus. Und für die beiden Männer, die im Zentrum des Geschehens stehen, die gerade noch in vielen E-Mails und Nachrichten beruhigt haben und volle Aufklärung versprochen haben, für die geht es deswegen erst richtig los. Brauen und Masalleck müssen beide ihre Posten räumen. Es wird ein Insolvenzverwalterein gesetzt und noch jemand anderes kann jetzt handeln. Und zwar die Staatsanwaltschaft München. Die hatte da schon eine ganze Weile sehr genau auf Wirecard geschaut, hatte aber noch wenig in der Hand. Sie ermittelt zunächst wegen Marktmanipulation. Das könnt ihr euch in aller Kürze so vorstellen. Wenn ein Konzern wie Wirecard einnahmen und Umsätze vorteuscht, die es nie gab, dann sieht der Konzern für Anleger*innen an der Börse ja vielerfolgreicher aus als ein Wahrheit ist. Und damit steigt der Aktienpreis dann künstlich in die Höhe. Und jemand wie der CEO Markus Brauen, der bei Wirecard ja selbst 7% der Aktien gehalten hat, der macht dann auf dem Papier gute Gewinne. Und an solchen Marktmanipulationen im Verwaltarkart soll Markus Brauen direkt mitgewirkt haben. Das vermutet die Staatsanwaltschaft München. Und er lässt am 22. Juni 2020 einen Haftbefehl gegen ihn. Ja, bleiben wir kurz bei Markus Brauen. Also der gibt ja weiter vor, dass das alles ein Missverständnis ist, was er aufklären kann, was sich aufklären lässt. Sagt meine Kollegin Lena Kampff. Fälle ist Deutschland fährt nach Wien und als am 22.06. ist dann diese Haftbefehle gegen ihn und den Haftbefehl gegen ihn. Kehrt er nach München zurück, geht auf die Wache und lässt sich festnehmen. Immerhin. Brauen kooperiert also. Er kommt in Untersuchungsaft. Aber er betont immer wieder, was er auch in seiner ersten Anspracherschung gesagt hat. Dass er eben selbst ein geschädigter sei. Ganz anders macht es Jan Masalleck. Gegen ihn gibt es ab dem 22. Juni nämlich auch ein Haftbefehl aus dem selben Grund. Allerdings, das wisst ihr schon, ohne Erfolg. Wir gehen davon aus, dass er parallel dazu zu diesem Theater, was er da inszeniert hat, mit dem Treuhänder, mit den E-Mails und so weiter, dass da die Belege gleichkommen, durch aus seine Flucht geplant haben muss. All diese Mails, die wir vorhin eingespielt haben, waren also womöglich wirklich nur das, was ihr inzwischen vielleicht auch vermutet habt. Eine Hinhaltetaktik, ohne Substanz, ein Mittel um Zeit zu gewinnen. Und diese Zeit, die hat Masalleck offenbar gut genutzt. Zum Beispiel gibt es da einen Termin am 18. Juni, also dem Tag der geplatzten Bilanzpressekonferenz. Masalleck hat daraufhin zwei Leute angerufen, nämlich seine alte Sekretärinnen und vertraute Sabine E, und er hat Martin W. angerufen. Das ist mein Kollege Jörg Schmidt aus dem Investigativressor. Und der hat sich sehr genau mit den folgenden Ereignissen auseinandergesetzt. Mit beiden hat er sich abends zum Essen getroffen bei einem kleinen Italiener in der Münchner Innenstadt, in der Nähe vom Stachos. Er hat sich gegen 18.30 dort mit den verabredet, hat ihn erzählt, dass er gefeuert worden sei und dass er jetzt eigentlich auf die Philippinen wolle und dort das Geld suchen. Das ist eine Info, die später große Kreise zieht. Auch in einem SZ-Artikel wird wenig später berichtet, dass Masalleck auf den Philippinen vermutet wird. Der Philippinische Justizminister sagt damals auch aus, dass seine Einwanderungsbehörde prüft, ob Masalleck im Land sein könnte. Tatsächlich hat Masalleck aber mit Martin W. schon längst was ganz anderes geplant. In Wahrheit hat er offensichtlich Nachmittags schon Kontakt mit Martin W. gehabt, und er hat gesagt, er soll ihm für den nächsten Tag, also für den 19. einen Flug nach Minsk organisieren. Die Hauptschatter von Belarus. Martin W. hat daraufhin einen befreundeten Politiker, einen österreichischen Politiker, beauftragten, hat ihm gesagt, organisiert du bitte einen Flug irgendwo über deine Kontakte zu einer österreichischen kleinen Privatfluglinie, ein Flug nach Belarus, egal von wo. Ich schicke dir dann die Daten. Dann hat er tatsächlich dieser Politiker den Pass von Jan Masalleck bekommen. So hat es zumindest bei seiner Vernehmung bei der Staatsanwaltschaft in Wien ausgesagt. und hat mit diesen. Papieren ein Fluggebuch, war einem kleinen privaten Flugunternehmen, was zwei Piloten gehört. Und der Flug von Masalleck, der soll auf einem kleinen Flughafen starten und gefährd 30 Minuten von Wien entfernt. In Bad Fößlau. Der ist deshalb so spannend, weil er A klein ist und dort nicht zu viele Flieger sind und nicht zu viele Menschen sind, die das beobachten können. Und er hat den großen Vorteil, dass dort die Polizei nur auf Anruf hinkommen. Das heißt, Pässe oder so werden nur kontrolliert, wenn nach vorheriger Anmeldung. Also nicht per meint jemand, der da guckt und das alles im Augenschein hat, sondern es war, es einen, wenn man sozusagen fliehen will und sich ein Flughafen suchen würde, wo der möglichst unschauen und was unauffällig ist, von dort zu starten, dann war es sicherlich dieser Flughafen. Als Masalleck am 18. Juni bei diesem Italiener in München sitzt, weiß er also vermutlich schon von dieser Möglichkeit, Deutschland schnell verlassen zu können. Er weiß zumindest, dass Martin Weh ihm so einen Flug organisiert. Das heißt, während er diesen Aufsichtsrat immer aufs Neu vertrüstet hat, hat er eben nebenbei eine ganze Kette in Bewegung gesetzt, damit er möglichst schnell wegkommt. Am Abend streute dann auch noch falsche Informationen darüber, wohin er fliegt, um seine Spur zu verwischen. Später ist sogar ein Dokument im Umlauf, das nachweisen soll, wie Masalleck von den Philippinen weiter nach China gereist ist. Das Dokument ist aber gefälscht, denn tatsächlich hatte sich ja am 19. Juni auf den Weg nach Österreich gemacht. Eigentlich sollte er um 15.30 mit der Maschine starten, hat sich dann verspätet. Zwischen durchgab es dann Anrufe bei den Piloten, er würde zu spät kommen. Zum Schluss war es offensichtlich so, dass der Taxifahrer, die Einfahrt zum Flughafen nicht gefunden hat. Also dauerte es bis 19.15 Uhr, bis Masalleck tatsächlich am Flughafen ankam. Man musste sich dann auch beilen, weil 20 Uhr sozusagen die letzte Startmöglichkeit von diesem kleinen Flughafen aus war. Es gab keine Polizei dort, es gab keine Untersuchung, keine Passkontrolle. Die Polizei war irgendwie Nachmittags mal da und als der Marschalleg nicht da war, hat man gesagt, wir haben ja den Pass hier und wir wissen ja, wer fliegt. Masalleck hat an der Stelle übrigens Glück. Zu dem Zeitpunkt gibt es den Haftbefehl gegen ihn und Markus Brau noch nicht. Wahrscheinlich hat einfach niemand den Verdacht, dass sich ein Vorstand eines Dax-Konzerns einfach absetzen könnte. Das Masalleck weg ist, das fällt doch erst Tage später auf. Für die Polizei ist es ja in dem Moment wohl einfach nur ein reicher Österreicher, der mal eben irgendwo hindetet. Das hat man also einfach so durchgewunken und so konnte also Marschalleg völlig unbehelligt nur mit einer kleinen Eintrolli und einer Seesack versehen in diesen Flieger einsteigen. Der Flieger ist dann um pünktlich um 20 Uhr drei von diesem Flughafen abgehoben und es ist zwei Stunden später in Belarus gelandet. Die Piloten, die Säule in Barbe Zeit haben und ab da ab Minsk, verliert sich dann auch seine Spur. Wir wissen von da eigentlich nur, dass er von einem Bus abgeholt worden ist, das haben die beiden Piloten ausgesagt in ihrer Vernehmung und wo Marschalleg von da aus hingekommen ist oder hingefahren ist weiß man nicht. Er lässt wenig später aus dem Ausland über seinen Anwalt noch erklären, dass er wieder nach München kommt, um sich dort vernehmen zu lassen. Was natürlich nicht stattfindet und was, wo möglich nur ein weiterer Trick war, damit man glaubt, dass er kooperieren möchte. Aber warum ist er ausgerechnet nach Minskepflogen? Das macht ihm nachher in ein Durchschnitt aus Sinn, weil er dafür keinen Wieser gebrauchtete. Eine Vermutung von meinem Kollegen Jörg und auch von anderen ist, dass er jetzt in Russland ist. Denn die Grenze von Belarus nach Russland, die ist relativ durchlässig. Also das ist auch ein weiteres Entdiet, was daraufhin bedeutet, dass er sich inzwischen oder zumindest danach in Russland befand. Betrug in Milliardenhöhe. Können sie Hinweise zum Aufenthaltsort von Jan Marschalleg geben? Das sind die zwei Sätze auf dem Fahndungsplakat, die am größten geschrieben sind. In der englischen Version, "Can you provide any information on Jan Marschalleg's whereabouts?" Die Situation, die ist eben einzigartig. Ein Vorstandsmitglied auf der Flucht und weltweit gesucht und der Vorstandschef in Untersuchungshaft. In nur wenigen Tagen ist im Unit 2020 aus einem hochgehandelten Vorzeigekonzern ein unglaublicher Wirtschaftskrimi geworden, über den auch wir bei der Situertszeitung direkt sehr viel geschrieben haben. Wirecard, Fälschungen, Fälschungen und noch mehr Fälschungen. Wirecard vorstand auf der Flucht. Wirecard hat eine Sagenhafte Volksgeschichte erzählt und viele wollten sie glauben. Wirecard Substanz schmilzt vor allen Augen dahin. Die Substanz, die wir wirklich schnell weg. Was von Wirecard bleibt, das sind vor allem viele Fragen und allen voran natürlich die eine Frage. Wie konnte das alles passieren? Wie konnte den deutscher DAX-Konzern einfach mal 1,9 Milliarden Euro erfinden? Und dieser Frage, der gehen wir in dieser Serie nach. Als alle erstes machen wir bei den beiden Männern weiter, die in den letzten Tagen von Wirecard im Zentrum der Ereignisse waren. Bei Markus Braun und bei Jan Marschalleg. Was waren das für Typen? Wie war ihr Verhältnis zueinander? Und wusste Markus Braun am Ende vielleicht wirklich nichts von diesem riesigen Bilanzkandal in seinem eigenen Unternehmen? Darum geht es in der nächsten Folge. Der Marschalleg war für mich sehr souverän, cooler und also so was auch die anderen erzählt haben über ihn. Bei den Tau-Nohlen-Mitzings waren sehr souverän und sehr eloquent, sehr gestiften ist Englisch. Also hat auf mich einen sehr guten Adok. Ich habe gedacht, eigentlich müsste der der Chefshandel nicht der Nr. Markus Braun. Das war die erste Folge von Wirecard, 1,9 Milliarden Lügen. Eine Produktion von Spotify Studios in Zusammenarbeit mit der deutschen Zeitung. Autorinnen, Tami Hälderied, Winsent-Witos-Light-Geeb und Franziska von Malsen, Mitarbeiter Paulina Würminghausen, Produktion Karoline Lenk und Carlos Aski, Sounddesign Bonis Doughf, Executive Producer Winsent-Witos-Light-Geeb Franziska von Malsen und Daniel Nicolao. Leinproducer Saruhe Krause-Jensch. Es ist ein Producers-Katrinjarkob und Sylvia Müller und moderiert habe ich Laura Terberl. Vielen Dank an das ganze estetrische Erschärsche-Team zum Wirecard-Skandal in dieser Folge speziell Lena Kampf und Jörg Schmidt. Die zitierten Nachrichten-Auschnitte stammen von Wörsel vor 8, Tageschau, Enthefall und Spiegel.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Jan Masalleck, ehemaliges Wirecard-Vorstandsmitglied, wird weltweit vom BKA gesucht und steht im Zentrum des Skandals um 1,9 Milliarden Euro fehlende Bilanzgelder.
  2. Wirecard, ein DAX-Konzern für digitales Bezahlen, musste 2020 seinen Jahresabschluss verschieben, nachdem die Wirtschaftsprüfer EY die Treuhandkonten auf den Philippinen als nicht nachweisbar und Belege als gefälscht einstuften.
  3. Der Podcast von Laura Terberg (Süddeutsche Zeitung) untersucht die Rolle Masallecks, die Vorgeschichte des Skandals und die dramatischen Tage vor der Bilanzpressekonferenz am 1
  4. Juni 202
  5. Masalleck, zuständig für das Asien-Geschäft, versuchte über den angeblichen Treuhänder Mark Tolentino Belege zu beschaffen, was scheiterte; der Aufsichtsrat veröffentlichte eine Ad-hoc-Meldung.
  6. CEO Markus Braun gab ein Statement ab, in dem er Wirecard als mögliches Betrugsopfer darstellte, trat aber kurz darauf zurück; Masalleck wurde freigestellt.

Summary:

Die aktuelle BKA-Fahndungsliste zeigt ein Foto von Jan Masalleck, einem ehemaligen Wirecard-Vorstandsmitglied, das weltweit gesucht wird. Der Podcast „Wirecard – 1,9 Milliarden Lügen“ von Laura Terberg (SZ) rekonstruiert den größten deutschen Wirtschaftsskandal. Wirecard, ein DAX-Konzern für digitales Bezahlen, galt lange als Erfolgsunternehmen, bis im Juni 2020 bekannt wurde, dass 1,9 Milliarden Euro aus der Bilanz fehlen.

Die Wirtschaftsprüfer EY konnten die angeblichen Treuhandkonten auf den Philippinen nicht nachweisen und stuften die Belege als gefälscht ein. Zwei Tage vor der geplanten Bilanzpressekonferenz am 18. Juni informierte EY den Aufsichtsrat.

Masalleck, verantwortlich für das Asien-Geschäft, versuchte vergeblich, über den angeblichen Treuhänder Mark Tolentino neue Belege zu beschaffen. Ein chaotischer E-Mail-Verkehr endete ohne Erfolg. Der Aufsichtsrat veröffentlichte eine Ad-hoc-Meldung, die Aktie stürzte ab.

CEO Markus Braun gab ein YouTube-Statement ab, in dem er Wirecard als Betrugsopfer darstellte, trat aber kurz darauf zurück. Masalleck wurde freigestellt. Der Skandal wirft Fragen nach Behördenversagen, dem Verlust von Kleinanlegergeldern und der Rolle Masallecks auf, der als möglicher größter Wirtschaftskrimineller gilt.

Der Podcast beleuchtet die Hintergründe und die dramatischen Tage vor dem Zusammenbruch.

FAQs

Jan Masalleck war Vorstandsmitglied des Dax-Konzerns Wirecard und wird vom BKA weltweit gesucht, weil er maßgeblich in den Bilanzskandal verwickelt sein soll, bei dem 1,9 Milliarden Euro aus der Bilanz fehlen.

Der Wirecard-Skandal ist ein Betrugsfall, bei dem 1,9 Milliarden Euro in der Bilanz des Finanzdienstleisters nicht existierten. Die Wirtschaftsprüfer von EY konnten keine ausreichenden Nachweise für Treuhandkonten finden, was zur Insolvenz und weltweiten Fahndung nach Jan Masalleck führte.

Jan Masalleck war die Nummer zwei im Unternehmen und für das Asien-Geschäft zuständig, über das angeblich die meisten Gewinne erzielt wurden. Er gilt als Schlüsselfigur im Skandal.

Der Skandal blieb lange unentdeckt, weil Wirecard aggressiv gegen Journalisten vorging und die Bilanzen über Jahre von EY geprüft wurden, ohne dass die Fälschungen auffielen. Erst kurz vor der Bilanzpressekonferenz im Juni 2020 meldete EY, dass 1,9 Milliarden Euro nicht nachweisbar seien.

Am 18. Juni 2020 sollte die Bilanzpressekonferenz stattfinden, wurde aber abgesagt, nachdem EY mitteilte, dass 1,9 Milliarden Euro fehlen und Belege gefälscht sein könnten. CEO Markus Braun gab ein Video-Statement ab, in dem er von einem Betrugsfall sprach.

Markus Braun war der CEO von Wirecard und wurde als Visionär beschrieben. Er versuchte, den Skandal zu vertuschen, indem er den Aufsichtsrat um Zeit bat, wurde aber kurz nach dem Bekanntwerden der fehlenden Milliarden zum Rücktritt gezwungen.

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