Depression in der Beziehung: Was Paare wissen müssen #139
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Depression ist eine ernsthafte psychische Erkrankung, die sich in Beziehungen durch sozialen Rückzug, emotionale Distanz und eine spiraleartige Verstärkung von Druck und Schuldgefühlen auswirkt. Ein Fallbeispiel zeigt, wie eine Partnerin mit depressiven Symptomen wie Antriebslosigkeit, Erschöpfung und Anhedonie reagiert, während der Partner sich überfordert und unsicher fühlt. Wichtige Aspekte sind Verständnis statt Ratschläge, strukturelle Unterstützung durch Alltagsroutinen und gemeinsame Aktivitäten sowie die Aufrechterhaltung von emotionaler Sicherheit. Der depressive Partner benötigt Zuhörung und Ermutigung, der andere Partner muss jedoch auch Grenzen und Selbstfürsorge respektieren, um nicht auszubrennen. Es ist entscheidend, dass beide Parteien gemeinsam lernen, die Situation als Herausforderung zu sehen, anstatt in unfreiwillige Rollen zu geraten. Beide sollten sich informieren, um das Krankheitsbild besser zu verstehen, und gemeinsam klare Grenzen und Unterstützungssysteme entwickeln. Vor allem ist es wichtig, Symptome nicht persönlich zu deuten – Rückzug bedeutet nicht Abweisung, Erschöpfung keine Faulheit. Der erste Schritt ist eine professionelle Diagnose bei Psychologen oder Ärzten, um die Situation ernsthaft zu behandeln und eine gemeinsame, ausgewogene Beziehungsperspektive zu gewährleisten.
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Parapsychologie-Podcast-Folge.
Jede fünfte bis sechste Person erkrankt in Deutschland im Laufe ihres Lebens mindestens einmal an einer Depression.
Und wenn man selber nicht erkrankt, dann kennen dann doch die meisten Menschen in ihrem Umfeld, in der Familie, Bekanntenkreis oder eben in der romantischen Beziehung jemanden, der mit dem Thema Depression zu kämpfen hat.
Heute wollen wir uns ganz genau anschauen, was man speziell als Paar da machen kann, wo eine Person vielleicht mit Depressionen kämpft, die andere Person nicht, wie man sich gegenseitig unterstützen und das ganze Thema überhaupt angehen kann.
Allerdings bedeutet das natürlich nicht, dass man die Tipps, die wir hier besprechen.
Nur auf romantische Beziehungen anwenden kann.
Das heißt, wenn du einen Familienmitglied hast, jemanden, der dir sehr nahe steht, dann kann diese Podcast-Folge heute natürlich genauso relevant auch für dich sein.
Denn Depressionen sind ja nicht nur etwas, was die Personen, die akut davon betroffen ist, beschäftigen, sondern was natürlich auch einen Einfluss auf das Umfeld hat.
Dass man gerne helfen möchte, dass man vielleicht nicht weiß, was man tun kann.
Dass man vielleicht auch manchmal die falschen Dinge tut und erst mal zusammenwachsen muss, zusammenzuwachsen.
Um einen gemeinsamen Weg mit der Erkrankung zu finden.
Schauen wir uns doch dafür gerade ein Fallbeispiel an, um herauszufinden, wie sich so etwas typischerweise in einer Beziehung zeigen kann, was auch Anzeichen sind von depressiven Symptomatiken und was das für ein Paar bedeuten kann.
Fallbeispiel
Seit einigen Monaten jetzt schon bemerkt Luca bei seiner Freundin Miriam einige Veränderungen.
Früher war sie sehr lebendig, hatte Freude an ihren Hobbys und liebte es, stundenlang mit ihren Freundinnen unterwegs zu sein.
Doch jetzt liegt sie häufig stundenlang auf dem Sofa, ist gereizt oder schweigt.
Luca weiß nicht genau, wie er sie erreichen soll, denn wenn er fragt, was los ist, sagt sie eigentlich nur, ich weiß es selber nicht, bitte lass mich doch einfach.
Verständlicherweise macht er sich Sorgen, aber er weiß auch nicht genau, was er jetzt tun kann.
Er hat keinen wirklichen Begriff davon, was bei seiner Freundin passiert und deckt sich.
Naja, jeder hat ja mal eine schlechte Phase.
Die Zeit vergeht und so liegt es an Luca, den Alltag zu strukturieren, Einkäufe, Termine, Gespräche mit der Familie zu organisieren.
Gleichzeitig zieht er sich aber auch emotional immer mehr zurück, denn er hat das Gefühl, es nie irgendwie richtig zu machen und fühlt sich zunehmend machtlos überfordert mit der Situation.
Abends sitzt er dann allein am Esstisch, während Miriam sich schon früh in das gemeinsame Schlafzimmer zurückgezogen hat.
Dann fragt er sich, ob sie ihn überhaupt noch. liebt, ob es vielleicht an ihm liegt, ob das eigentlich alles nur etwas ist, was darauf hindeutet, dass sie diese Beziehung gar nicht mehr will.
Wenn er sie dann doch mal darauf anspricht und sagt, hey, mach doch heute mal XY oder du warst so lange nicht mehr beim Sport, geh doch mal dahin,
merkt er nur, dass seine Partnerin sich noch weiter zurückzieht, gar nichts mehr sagt und die Stimmung sehr schlecht wird.
Miriam fühlt sich in dem Moment nämlich unter Druck gesetzt, hat das Gefühl, selber schuldig zu sein und als auch noch ihrem Partner irgendwie. beweisen zu müssen, dass doch alles in Ordnung ist.
Aber dieser Druck sorgt dafür, dass sie nur noch gelähmter ist und es noch schwerer für sie ist, etwas anderes zu machen.
Miriam spürt natürlich, dass sich etwas verändert hat und sie findet es sehr schwer, da rauszukommen.
Je mehr sie grübelt, je mehr sie sich auch unter Druck setzt, sich jetzt einen Ruck zu geben und einfach zu machen, desto schlimmer wird es eigentlich.
Miriam fühlt sich immer leerer als sein.
So die ganzen Farben aus ihrem. leben gesogen worden, das, was früher sehr hell oder sehr dunkel war, ist jetzt irgendwie nur noch so ein gleichförmiges Grau des Alltags.
Sie schläft immer schlechter und je schlechter sie schläft, desto gereizter reagiert sie auch auf ihren Partner,
desto weniger Kraft hat sie, die alltäglichen Dinge zu machen, die sie früher komplett mühelos gemacht hat.
Wir können hier einige typische Anzeichen von einer depressiven Episode oder auch von einer Depression sehen.
Zum Beispiel Antriebslosigkeit.
Und Erschöpfung.
Dass man viel Zeit auf dem Sofa verbringt, ohne Energie, für die Dinge, die man früher so gerne getan hat.
Da kommt dann eben auch dieser Aspekt der Leere und Interessenlosigkeit mit rein.
Das Phänomen nennt man manchmal auch Anhedonie, also Verlust von den Dingen, die früher Freude gemacht haben.
Dass diese Sachen heute jetzt nichts mehr in uns auslösen.
Schlafstörungen, Erschöpfung, Selbstzweifel, sozialer Rückzug.
Auch das können alles. Wichtig ist natürlich an dieser Stelle, dass wenn du das Gefühl hast, das ist bei mir, bei meinem Partner, meiner Partnerin, meinen Liebsten,
könnte das sein, aber wir haben noch keine Diagnose, dann geh auf jeden Fall erstmal zu einer psychologischen Psychotherapeutin
oder vielleicht auch als erste Anlaufstelle zu deinem Hausarzt, deiner Hausärztin und schau, ob du da eine offizielle Diagnose bekommen kannst.
Denn dieser erste Schritt, wirklich zu wissen, was da bei einem los ist,
ist natürlich auch ärztliche und psychologische Hilfe in Anspruch nehmen zu können,
die Kassenleistungen in Anspruch nehmen zu können.
Das ist natürlich ein wahnsinnig wichtiger Punkt.
Wenn ihr an diesem Punkt gerade ein paar Probleme habt, also an dem Punkt,
ja, da ist eine Veränderung sichtbar und es könnte vielleicht eine depressive Episode oder eine Depression sein,
aber es ist sehr unklar, wann jetzt dieser nächste Schritt mit der Diagnose kommt, wie das überhaupt zu machen ist,
dafür hatte ich schon mal eine andere Podcast-Folge aufgenommen,
die packe ich dir hier in die Podcast-Beschreibung rein.
Dort findest du auch noch ein paar weitere Informationen für erste Anlaufstellen und wie dann der weitere Prozess aussehen kann.
Nachdem Miriam ihre Diagnose bekommen hat, hatte sich schon etwas in ihrer Beziehung geklärt.
Das Ganze hatte jetzt nämlich einen Namen und war nicht mehr nur diese dunkle Wolke,
die irgendwie zwischen ihr und auch in der Beziehung zu spüren war.
Dies war natürlich eine gewisse Erleichterung für beide, aber bedeutete ja nicht,
dass die Dinge, die sie erlebten und die Schwierigkeiten, die sich auch in der Beziehung zeigten, einfach weg waren.
Was wir hier auch schon bei den beiden gesehen haben, ist,
dass die Depression von einer Person natürlich auch eine Veränderung oder eine Wirkung in der Beziehung mit sich führt.
Laut der Deutschen Depressionshilfe berichten 84% der Betroffenen einen sozialen Rückzug.
Und das heißt natürlich auch, dass in dem sozialen Umfeld vom Freundeskreis, aber eben auch der Partnerschaft,
dieser emotionale Abstand natürlich auch erlebt und gespürt werden kann von den anderen.
Wenn jemand sich zurückzieht, bleibt das meist nicht ohne Folge.
Das kann dazu führen, dass man sich weniger verbunden fühlt, dass man die andere Person nicht mehr so wirklich versteht,
weil man keinen Zugang mehr zu ihr hat, dass Missverständnisse mehr werden
und dass man prinzipiell einfach den Verlust der Nähe fühlt.
Das kann sich natürlich auch auf die Kommunikation auswirken,
dass die Gespräche vermieden werden oder viel oberflächlicher werden.
Und das natürlich auch wiederum diese Verbundenheit reduziert.
Was auch häufig beobachtet wird, was wir jetzt hier auch bei den beiden aus unserem Fallbeispiel sehen konnten,
ist ein Rollenungleichgewicht.
Das bedeutet, dass die Person ohne die Depression häufig mehr Verantwortung übernimmt,
versucht irgendwie etwas auszugleichen von dem, was liegen bleibt,
aber natürlich dadurch auch mittel- und langfristig überfordert sein kann.
Das Gemeine ist hier, dass dann häufig ein Teufelskreis entsteht.
Die Person. Die Person mit den depressiven Symptomatiken zieht sich ja dann häufig, wie gesagt, zurück, isoliert sich,
hat aber wie Miriam auch dann häufig auch Schuldgefühle,
merkt ja, dass es der anderen Person dadurch schlechter geht,
sagt sich also, ich bin jetzt schuld, dass auch meine Beziehung leidet.
Ja, und das Problem ist, je mehr Schuldgefühle, je mehr Druck,
desto stärker kann auch teilweise die Symptomatik werden.
Desto schwerer kann natürlich auch die Gefühlslage werden,
desto mehr die negativen. oder überforderten Gefühle.
Und hier schließt sich dann der Kreis, je mehr von den negativen Gefühlen,
desto stärker wird meistens auch die Lähmung,
desto mehr ziehe ich mich dann auch wieder zurück.
Und so kann das immer weiter sich aufbauen als Spirale.
Und wenn das das ist, was bei Miriam passiert,
dann haben wir ja bei Luca eine ähnliche Spirale,
einen ähnlichen Teufelskreis gesehen.
Dadurch, dass er sieht, meine Partnerin zieht sich zurück,
er macht sich mehr Sorgen, desto mehr Druck entsteht auch bei ihm,
desto mehr Druck übt er vielleicht auch auf seine Partnerin aus
oder desto schlechter erlebt er auch die Beziehung,
desto negativer wird wieder das Gefühl zwischen den beiden.
Was ich auch noch kurz erwähnen möchte,
bevor wir dann jetzt auch zu den Tipps kommen,
was man da jetzt wirklich machen kann,
ist noch wichtig zu wissen,
das ist ja an sich eine große Stresssituation,
eine schwierige Situation.
Und in solchen Momenten neigen wir dazu,
in einen Schutzmechanismus zu gehen.
Also etwas zu tun,
was uns vermeintlich hilft.
Für viele kann das eben dieser Rückzug sein.
Es ist aber auch sehr häufig der Fall,
dass man zu den Reaktionen greift,
die für einen eh schon automatisch sind.
Was meine ich dazu?
Zum Beispiel, wer früher gelernt hat,
nicht zur Last fallen zu dürfen,
zieht sich vielleicht in einer Depression besonders stark zurück,
hat einen besonders starken Fluchtinstinkt
und das Gefühl, okay, dann darf ich einfach gar nichts mehr sagen,
ich darf gar nicht mehr von mir sprechen,
wenig zur Last zu fallen wie möglich.
Und das ist dann vielleicht auch ein altes Muster,
was hier in dieser sehr schwierigen Situation
wieder zum Vorschein kommt. Oder vielleicht ein anderes Muster. Wer eh dazu neigt, übermäßig
Verantwortung zu übernehmen, rutscht vielleicht auch hier schneller in die Helferrolle bis zur
Selbstaufgabe, wo man das Gefühl hat, okay, ich muss jetzt alles übernehmen für dich. Ich muss
jetzt alles liegen lassen und merkt aber am Ende, wie man dabei ausbrennt. Das nur noch mal hier als
kleiner Hinweis. Wie gesagt, die Muster, die vielleicht eh schon in uns verankert sind, können
auch in solchen Momenten noch mal stärker zum Vorschein treten. Okay, jetzt haben wir uns
angeguckt, wie sich eine Depression in der Beziehung zeigen kann, welche Dynamiken auch daraus entstehen
können. Jetzt ist natürlich die Frage, neben der therapeutischen Behandlung für den Partner, die
Partnerin mit der Depression, was kann man darüber hinaus in der Beziehung noch machen? Zunächst mal
ist es wichtig, dass man wirklich gemeinsam als Team mit der Situation gut umgeht. Und dafür kann
ein Konzept, das Diagnostik ist, auch in der Beziehung zeigen. Und das kann man auch in der Beziehung
machen. Und das kann man auch in der Beziehung zeigen. Und das kann man auch
ist von der anderen Person und die nicht depressive Person, die sehr viel Verantwortung übernimmt,
den Alltag organisiert und versucht, emotional stabil zu bleiben.
Dadurch entsteht aber häufig eben auch eine emotionale Unausgeglichenheit in der Beziehung,
dass man sich nicht mehr wie auf Augenhöhe fühlt.
Und natürlich ist es total verständlich, dass eine Person mehr Hilfe braucht als die
andere Person, aber am Ende des Tages sollte das nicht dazu führen, dass daraus so ganz
rigide Strukturen und Rollen werden, aus denen man nicht mehr ausbrechen kann.
Stattdessen ist es also wichtig, klar zu benennen, okay, es gibt jetzt diese Situation, das wird
jetzt wahrscheinlich auch eine schwierigere Zeit, aber das ist etwas, was uns beide angeht.
Wir sind beide als Partnerschaft darin involviert und wir können beide irgendwo aktiv werden,
um diese Belastung gemeinsam zu tragen.
Es macht aber einen riesengroßen Unterschied aus, ob wir uns zusammen überlegen, wer kann
was stemmen.
Mit welchen Sachen fühle ich mich wohl, wo brauche ich Hilfe, wo brauche ich Unterstützung
in beiden Positionen versus, wenn man eben in diese Rollen reinschlittert, in denen sich
eigentlich beide nicht gesehen und unwohl fühlen.
Kurz gesagt bedeutet das also, wir verändern die Haltung von eine Person hat ein Problem
zu wir haben eine Herausforderung, die wir gemeinsam bewältigen werden.
Wie kann das jetzt ganz konkret aussehen, wenn wir diese Haltung tatsächlich auch in
den Alltag übersetzen, zum Beispiel würde das bedeuten, dass man Stress und Anspannung
frühzeitig wahrnimmt und auch kommuniziert, also Verhaltensveränderungen, die man vielleicht
bei der depressiven Person sieht, nicht sofort zu bewerten, sondern als Signal zu verstehen
und vielleicht so zu kommunizieren wie Hey, mir ist aufgefallen, dass du dich heute zurückgezogen
hast.
Ich frage mich, ob es dir gerade innerlich wieder zu viel geworden ist.
An den Punkten ist es natürlich besonders schön, wenn man da als Paar einen Plan für
entwickelt hat, also wenn in dem Moment vielleicht die depressive Person sagen können, ja, heute
ist besonders schwer und ich möchte ganz gern XY machen und dann beide wissen, was
zu tun ist, wie man sich irgendwo verletzt oder schuldig fühlen muss, weil man halt
im Vorfeld schon mal darüber gesprochen hat.
Ganz wichtig ist ebenfalls, sich nicht gegenseitig unter Druck zu setzen und offen über die
Gefühle und Grenzen zu sprechen, auch wenn das natürlich nicht immer leicht ist und
wahrscheinlich auch nicht immer so 100 Prozent perfekt funktioniert.
Aber wenn man versucht zu üben, so etwas zu sagen wie Hey, ich möchte eigentlich für
dich da sein, ich weiß aber gerade auch nicht genau, was helfen würde und das verunsichert
mich gerade.
Statt vielleicht in diese Helferrolle reinzuspringen und dann der depressiven Person zu sagen Okay,
du musst jetzt XY machen, weil man selber eigentlich mit dem Gefühl der Ohnmacht nicht
wirklich gut umgehen konnte.
Auf den Haushalt und den gemeinsamen Alltag bezogen ist es ebenfalls wichtig, Verantwortung
zu teilen und wirklich zu schauen, wo kann wer was übernehmen, dass es nicht Null und
100 Prozent irgendwann wird, sondern zu gucken Okay, was traut man sich zu, was soll übernommen
werden von der Person, der es gerade besser geht, was ist aber vielleicht auch eine ganz
wichtige Aufgabe, die für die Person mit der Depression auf jeden Fall bestehen bleiben
muss, weil das vielleicht auch Struktur und so einen gewissen Ablauf in den Alltag bringt,
der sehr, sehr wichtig ist.
Also all das zusammen.
Das sind jetzt ja auch schon sehr konkrete Tipps.
Beim diadischen Coping geht es jetzt erst mal darum, zu verändern, dass es irgendwie
eine Person gibt, die Hilfe braucht, eine Person gibt, die Hilfe spendet, sondern dass
eben auch gerade die depressive Person nicht auf die Rolle des Belasteten reduziert wird,
sondern dass man eben das stattdessen als gemeinsame Problematik ansieht, die zusammen
gelöst werden kann, gucken wir uns doch jetzt noch mal im Speziellen an, was jeweils der
depressive Part und auch der nicht depressive Part häufig besonders braucht in diesen Situationen.
Fangen wir an mit der Person, die die Depression erlebt und unter dem Leidensdruck steht.
Ganz wichtig ist hier zuallererst Verständnis statt Ratschläge, weil viele Betroffene berichten
davon wie Sätze wie "Komm, gib dir doch jetzt mal irgendwie einen Ruck" oder "Mach doch
einfach mal nur xy, dann geht es doch schon viel, viel besser", die Situation, in der
sie sich befinden, häufig wie bagatellisieren, dass sie sich häufig nicht ernst genommen
fühlen und dass sich das eben noch mehr auf den sozialen Rückzug auswirken kann.
Statt also vorschnell von außen zu sagen: "Hier ist ein ganz schneller Rat für deine
sehr, sehr komplexe Situation", ist es wichtig, dass man zuhört, ohne vielleicht gleich Lösungen
anbieten zu müssen, sondern manchmal hilft auch ein einfaches: "Das klingt gerade sehr
schwer, ich bin für dich da."
Der zweite wichtige Punkt ist:
Struktur und sanfte Aktivierung.
Hier ganz wichtig, dass man eben nicht sagt: "Du machst jetzt das", aber auch, dass man
von außen vielleicht eine gewisse Struktur anbieten kann, so etwas wie Spaziergänge,
Alltagsroutinen, gemeinsames Kochen.
Die Alltagsstruktur wird ja häufig komplett aufgebrochen durch das Erleben von der Depression
und es kann aber manchmal wirklich sehr, sehr hilfreich sein zu wissen: "Es gibt bestimmte
Abläufe und an denen kann ich mich orientieren."
Und hier sollte man als Paar sein.
Man sollte sich überlegen: Welche Sachen, wo braucht die Person vielleicht mit der Depression
wirklich auch die Hilfe, um zu sagen: "Das müssen wir auf jeden Fall machen, dazu kann
ich dich von außen auch so ein bisschen animieren, weil es wichtig ist, um eben diese Struktur
und den Halt zu geben."
Und was wird dann aber wiederum auch als Druck oder als zu schneller Ratschlag erlebt?
Und der dritte große Punkt ist die emotionale Sicherheit.
Also ein Umfeld, in dem wir uns geborgen fühlen, sicher fühlen, in dem wir sein können, wer
wir sind.
Und zwar auch mit dieser großen Belastung.
Denn Menschen mit der Depression wissen meistens sehr, sehr genau, dass es eben auch einen Einfluss
auf andere hat, fühlen sich häufig eh schon sehr schlecht, sind vielleicht auch von Selbstzweifeln
geplagt.
Das heißt, es bedeutet am meisten sehr, sehr viel, wenn die andere Person zeigt, dass man
trotzdem geliebt wird, gerade deswegen natürlich auch an der Seite steht und dass man einfach
man selbst sein kann.
Das bedeutet konkret, darauf zu achten, wie man der anderen Person umgeht.
So ein Gegenübertritt, darauf zu achten, dass auch eben die negativen Gefühle, auch wenn
es mal einen Tag schwieriger ist oder auch mal eine Woche schwieriger ist, dass man das
einfach sein lassen darf, dass man es auch vielleicht als solches benennt und sagt: "Okay,
die Woche ist schwieriger und das ist okay, das ist menschlich.
Veränderung läuft nicht linear ab."
Und diese Haltung als Partner, Partnerin auf der anderen Seite immer wieder zu finden,
ist hier, glaube ich, ganz, ganz wichtig.
Doch nicht nur die Person mit der Depression.
Die Bezugsperson mit der Depression braucht Dinge und Unterstützung.
Auch der Partner, die Partnerin oder das Umfeld braucht bestimmte Sachen, um mit dieser herausfordernden
Situation umzugehen.
Denn nochmal, wir betrachten das Ganze als etwas, was gemeinsam angegangen wird, als
eine gemeinsame Herausforderung und das heißt, auch alle Teile, die sich darin befinden,
alle Menschen, die sich darin befinden, brauchen bestimmte Dinge und müssen auf sich selber
achten.
Bezugsperson ohne die Depression.
Bezugsperson ohne die Depressionen brauchen vor allem eine gewisse Psychohygiene und auch
Grenzen.
Denn der Wunsch zu helfen ist häufig sehr, sehr groß und bei manchen Leuten kann es
eben auch bis zur Selbstaufgabe laufen.
Das heißt, dass man dann selber die eigenen Hobbys, die eigenen Freundschaften und Bedürfnisse
verlachlässigt, weil man ja für die andere Person da sein möchte.
Doch das Problem ist, dass das langfristig nicht funktioniert, weil man dann ausbrennt,
sich überfordert fühlt.
Das heißt, um eine gesunde Abgrenzung zu haben, braucht man eine gewisse Psychohygiene und
auch Grenzen.
Und das ist ein ganz wichtiger Punkt, weil man dann auch nicht mehr so viel Zeit hat,
um sich selbst zu verändern.
Und das ist dann auch ein ganz wichtiger Punkt, weil man dann auch nicht mehr so viel Zeit
hat, um sich selbst zu verändern.
Und das ist dann auch ein ganz wichtiger Punkt, weil man dann auch nicht mehr so viel Zeit
geht, die gelähmt sind und die nicht mehr weiter wissen. Und das ist dann nochmal eine ganz andere
Eskalationsstufe, die wir definitiv verhindern sollten. Ein ganz wichtiger zweiter Punkt ist, dass man als
Person ohne die Depression häufig irgendwo eine Wissenslücke hat, weil man es selber nicht erlebt oder
weil man es nicht so wirklich nachvollziehen kann oder weil man auch einfach nicht genügend Informationen
über die Erkrankung hat.
Das bedeutet, hier ist es einmal wichtig, sich prinzipiell zu informieren.
Und es kann natürlich auch wichtig sein, dass der Partner, die Partnerin mit der Depression
auch erzählen darf, wie sich das genau anfühlt, beschreiben kann, damit eben diese Lücke
weiter geschlossen wird.
Hier schon mal ein, zwei wichtige Punkte, die da helfen können.
Nummer eins, Depression ist jetzt keine vorübergehende schlechte Laune, sondern eine ernsthafte
psychische Erkrankung, die sich körperlich, emotional, kognitiv auswirkt.
Wenn man das selber noch nicht erlebt hat und keinen Bezug dazu hat, ist es manchmal
schwer, das nachzuempfinden.
Das ist auch verständlich, aber dann ist es eben wichtig, mal auf Foren zu schauen,
sich im Internet zu informieren, mitzugehen, auch mal bei Psychotherapiebehandlungen.
Das ist manchmal durchaus möglich und prinzipiell ein Verständnis davon zu gewinnen, was da
eigentlich passiert.
Denn die Depression hat auch neurobiologische Gründe.
So etwas wie die Veränderung im Serotonin- oder Dopaminhaushalt.
Und das bedeutet, dass das etwas ist, wo man eben nicht mal schnell sagen kann,
ach ja, ist jetzt eine schlechte Stimmung, das geht schon wieder weg, sondern es ist
etwas, was viel längerfristig arbeiten kann.
Was auch schwer zu verstehen ist häufig, diese Veränderung von, naja, früher ging
es doch noch, warum geht es jetzt nicht mehr?
Warum brauchen diese Dinge, die früher leicht waren, jetzt so wahnsinnig viel Kraft?
Zusammen mit etwas wie der Depression.
Oder dieser emotionalen Taubheit oder diese Anhedonie ist das Gefühl, dass nichts mehr
einfach wirklich Freude bringt, nichts mehr zu empfinden, auch sehr schwer zu verstehen,
wenn man das selber noch nie erlebt hat.
Da muss es dann eine gewisse Bereitschaft geben, Verständnis dafür aufzubringen, wirklich
zu versuchen, sich hineinzufühlen und wenn man es nicht schafft, dann trotzdem das, was
gesagt wird von der anderen Person oder worüber man sich dann informiert hat, ernst zu nehmen.
Und der dritte wichtige Punkt.
Der dritte wichtige Punkt ist, dass wenn man die Symptome bei der Person mit der Depression
erkennt, dass man sie auch richtig einordnet und nicht sofort auf sich persönlich bezieht.
Dass Rückzug nicht bedeutet, ich will dich loswerden.
Dass Reizbarkeit nicht bedeutet, dass man schuld ist.
Dass die Gefühlslehre der anderen Person nicht bedeutet, ich liebe dich nicht mehr.
Und dass die Erschöpfung nicht bedeutet, dass die Person faul geworden ist.
Fassen wir also nochmal zusammen.
Als erstes.
Erster wichtiger Punkt ist natürlich, dass wenn man Veränderung erkennt, dass man auch
die ernst nimmt und versucht zu verstehen, was passiert da eigentlich gerade.
Gerade wenn das über mehrere Wochen oder sogar Monate hinweg stabil bleibt.
Dann ist es sehr wichtig, mit einer Psychotherapeutin, einem Psychotherapeuten, einer professionellen
Person darüber zu sprechen und sich gegebenenfalls eine Diagnose einzuholen.
Währenddessen oder danach sollte man sich als Paar zusammensetzen und wieder auf die
Frage stellen, wie wir zusammen an dieses Thema rangehen, an diese neue Situation rangehen,
damit wir eben nicht in unfreiwillige Rollen reingedrängt werden, sondern dass wir zusammen
da ein gutes Gefühl mit haben, soweit das natürlich möglich ist.
Dass wir uns zusammen einen Plan machen für schwierige Situationen oder, wenn auch das
gerade nicht möglich ist, zumindest besprechen, was jetzt gerade guttun würde und was jeder
aktuell stemmen kann.
Außerdem ist es wichtig, dass wir uns zusammen ein gutes Gefühl mit haben, soweit das natürlich
nicht möglich ist, sondern dass wir uns zusammen ein gutes Gefühl mit haben, soweit das natürlich
Podcast Summary
Key Points:
Depression ist eine ernsthafte psychische Erkrankung, nicht nur eine vorübergehende schlechte Laune, die sich körperlich, emotional und kognitiv auswirkt.
In Beziehungen führt eine Depression zu sozialem Rückzug, emotionaler Distanz, Missverständnissen und einem Teufelskreis aus Druck und Schuldgefühlen.
Eine wichtige Rolle spielt das Verständnis statt Ratschläge
Strukturelle Unterstützung wie Alltagsroutinen oder gemeinsame Aktivitäten hilft, das Gefühl der Auseinandersetzung und des Verlusts von Freude zu stärken.
Die Beziehung muss verantwortungsvoll strukturiert werden, um Rollenungleichgewichte zu vermeiden und gegenseitige Belastung zu reduzieren.
Der nicht depressive Partner braucht Grenzen, Psychohygiene und Selbstfürsorge, um nicht in die Selbstaufgabe zu geraten.
Beide Partner profitieren von gemeinsamer Informationsaufnahme und Erklärung des Krankheitsverlaufs, um ein gegenseitiges Verständnis zu entwickeln.
Es ist entscheidend, Symptome nicht persönlich zu interpretieren – Rückzug bedeutet nicht Abweisung, Erschöpfung nicht Faulheit.
Summary:
Depression ist eine ernsthafte psychische Erkrankung, die sich in Beziehungen durch sozialen Rückzug, emotionale Distanz und eine spiraleartige Verstärkung von Druck und Schuldgefühlen auswirkt. Ein Fallbeispiel zeigt, wie eine Partnerin mit depressiven Symptomen wie Antriebslosigkeit, Erschöpfung und Anhedonie reagiert, während der Partner sich überfordert und unsicher fühlt. Wichtige Aspekte sind Verständnis statt Ratschläge, strukturelle Unterstützung durch Alltagsroutinen und gemeinsame Aktivitäten sowie die Aufrechterhaltung von emotionaler Sicherheit.
Der depressive Partner benötigt Zuhörung und Ermutigung, der andere Partner muss jedoch auch Grenzen und Selbstfürsorge respektieren, um nicht auszubrennen. Es ist entscheidend, dass beide Parteien gemeinsam lernen, die Situation als Herausforderung zu sehen, anstatt in unfreiwillige Rollen zu geraten. Beide sollten sich informieren, um das Krankheitsbild besser zu verstehen, und gemeinsam klare Grenzen und Unterstützungssysteme entwickeln.
Vor allem ist es wichtig, Symptome nicht persönlich zu deuten – Rückzug bedeutet nicht Abweisung, Erschöpfung keine Faulheit. Der erste Schritt ist eine professionelle Diagnose bei Psychologen oder Ärzten, um die Situation ernsthaft zu behandeln und eine gemeinsame, ausgewogene Beziehungsperspektive zu gewährleisten.
FAQs
Zu den typischen Anzeichen gehören Antriebslosigkeit, Erschöpfung, sozialer Rückzug, Schläfrigkeit, Interessenlosigkeit und Selbstzweifel. Auch eine plötzliche Abnahme der Freude an früheren Hobbys oder Aktivitäten ist ein Hinweis auf eine depressive Veränderung.
Eine Diagnose hilft, die Situation ernst zu nehmen und die richtige ärztliche oder psychologische Hilfe zu erhalten. Ohne Diagnose kann es zu falschen Annahmen kommen, und Kassenleistungen können nicht in Anspruch genommen werden.
Der Partner sollte Verständnis zeigen statt Ratschläge zu geben, z. B. mit: „Das klingt schwer, ich bin für dich da“. Es ist wichtig, Struktur zu schaffen, wie z. B. gemeinsame Routinen oder Spaziergänge, und emotionale Sicherheit zu gewährleisten.
Die Person ohne Depression nimmt oft zu viel Verantwortung über und fühlt sich überfordert. Dies kann zu einem Teufelskreis führen, bei dem Druck und Schuldgefühle sich verstärken und die Beziehung schädigen.
Es ist wichtig, Grenzen zu setzen, nicht zu viel zu tun und offen über Gefühle und Bedürfnisse zu sprechen. Statt zu fordern, dass die andere etwas tut, kann man sagen: „Ich weiß nicht genau, was helfen würde, aber ich bin da.“
Der Partner braucht Psychohygiene, Grenzen und eine eigene Stütze. Wenn er zu sehr hilft, kann er ausbrennen. Information und Erklärung helfen, das Verständnis für die Depression zu fördern.
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