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Deep Dive: Social Media

53m 49s

Deep Dive: Social Media

Soziale Medien sind eine tief verwurzelte Struktur der modernen Gesellschaft, die durch die Stärke von schwachen Verbindungen und die Fähigkeit zur schnellen Vernetzung von Menschen geprägt ist. Studien wie die von Mark Granovetter, Manuel Castells und Jan Kiezmann zeigen, dass die Kraft von sozialen Netzwerken nicht in engen Beziehungen, sondern in fließenden, weit verbreiteten Verbindungen liegt. Diese Funktionen sind durch technologische Innovationen wie die Timeline, die Werbung und die Viralität besonders stark gefördert worden. Allerdings konnten europäische Plattformen wie Ksing oder Twitter nicht aufwachsen, weil sie zu wenig Geld für Entwicklung investierten, durch eine zu strenge Regulierung und eine kulturelle Vorliebe für Stabilität beeinträchtigt wurden. Im Gegensatz dazu nutzen die USA eine risikofreundliche, wachstumsorientierte Kultur, die zu schnellerem Wachstum und höherer Agilität führt. Ein zentraler Faktor für den Erfolg ist die „Nutzungsfreude“ – eine überdauernde, lebendige Motivation, regelmäßig zu nutzen. Ohne diese wird selbst eine technisch solide Plattform nicht erfolgreich. Um zukünftige europäische soziale Netzwerke zu etablieren, müssen Politik und Wirtschaft neue Strategien verfolgen: Risikofreiere Regulierungsmodelle, stärkere Wachstumskapitalanbindung, strategische Förderung von Plattformen und einen Kulturwandel im Unternehmerdenken, der Scheitern als normale Phase akzeptiert. Ein echter Wandel erfordert auch, dass europäische Werte wie Datenschutz und Transparenz nicht als Hemmnisse, sondern als Motivation für bessere Design- und Funktionalität verstanden werden. Nur dann kann Europa wieder ein eigenes, erfolgreiches soziales Netzwerk entwickeln, das den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht wird und digitalen Souveränität verhilft.

Transcription

8094 Words, 54278 Characters

German
Tag, Kai und Schmetterlinge. Ein Podcast von Sascha Lobo in Zusammenarbeit mit schwarz-digits. Guten Tag und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Tag, Kai und Schmetterlinge. Dem Podcast von mir, Sascha Lobo in Zusammenarbeit mit schwarz-digits, dem Digitalarm der Schwarzgruppe. Das Thema heute ist ein Deep Dive, so ein bisschen Entanschluss zur letzten Woche, ein Deep Dive über soziale Medien und auch die Fragestellung, warum es eigentlich keine großen weltweit erzunehmenden sozialen Medien aus Europa und speziell aus Deutschland gibt. Dieser also gefühlte zweite Teil zur Zukunft sozialer Medien. Im letzten Woche, was Deep Facts angeht, konzentriert sich heute so ein bisschen auf den Paar der digitalen zur Versinität in Richtung sozialer Medien. Wie funktionieren Sie eigentlich? Warum sind Sie so wichtig? Warum können Sie so wirgmächtig sein? Und was machen wir mit der Situation, dass die großen weltweit wirksamen sozialen Medien aus den Vereinigten Staaten und aus China kommen, nämlich Instagram, YouTube, TikTok und so weiter und so fort? Wir wollen uns konzentrieren darauf, welche Funktionen soziale Medien haben können und wie sie Wirtschaft, Gesellschaft und Politik und natürlich auch Individuen verändern können, was sie ihnen bringen und was sie ihnen vielleicht auch nehmen. Eine wahnsinnig große Debatte, die seit vielen Jahren kontrovers geführt wird. Im Moment brandet ja auch wieder ein Social Media-Verbot für Jugendliche unter 16 auf. Im Spiegel hat René Pfister vor ein paar Tagen geschrieben. Man soll eine soziale Medien behandeln, wie Drogen und deswegen einfach verbieten. Natürlich ist das eine extreme Position. Ich glaube schon, dass wir uns darüber im Klaren sein müssen, was das eigentlich genau bedeutet. Das soziale Medien im Rahmen der digitalen Soberinität gar nichts mehr aus Deutschland und aus Europa kommen. Anfang wollen wir mit einer kurzen Episode schade, schade Schokolade, nämlich das, was nicht geklappt hat, entweder gar nicht geklappt hat oder nicht in der großen Ordnung geklappt hat, dass man hier von weltweiter Relevanz sprechen könnte. So allererst fällt einem da aus deutscher Perspektive wahrscheinlich Ksing ein, quasi das deutsche Linkt in. Das eine Zeitlang sehr viel versprechen und sehr erfolgreich war. Immerhin so groß, dass sogar Linkt in am Anfang des Wachstums immer wieder öffentlich von Ksing Sprach will sagen, da ist etwas passiert, was wahrgenommen wurde unter den größeren Konkurrenten aus den Vereinigten Staaten und das ist alles andere als selbstverständlich. Aber tatsächlich hat Ksing irgendwann nicht mehr geschafft, aufzuholen vor allem international. Ein paar Länder sind nach wie vor noch einigermaßen intensiv in der Nutzung. Ksing hat sich zwischendurch auch ein paar Mal rebrandet bzw. hat eine andere Richtung eingeschlagen, aber die Funktion des sozialen Netzwerks, wie sie heute Linkt in hat, die war eine Zeit lang ziemlich unentschieden zwischen Ksing und Linkt in als US-Kontapart. Was genau ist da passiert? Wenn man das auf einen Punkt herunterbrechen sollte, dann ist es etwas, was gerade in Start-up-Kontexten immer wieder beklagt wird in Deutschland und Europa. Nämlich, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt einfach nicht ausreichend viel investiert worden ist, warum auch immer, um mit dieser radikalen Entwicklung der radikalen technologischen Weiterentwicklung von immer neuen Features immer neuen technischen Hintergründen schrittheiten zu können. Das hängt damit zusammen, dass viele Menschen das vielleicht gar nicht wahrnehmen, aber dass unsere Gewohnheit, wie wir soziale Medien verwenden, sich ständig weiterentwickelt. Es mag da auch Ausnahmen geben, wenn man von der Generation 60+ auf Facebook ausgeht, auch da gibt es eine sehr sanfte Weiterentwicklung, aber will uns heute erfolgreiche soziale Netzwerke anschauen. Dann kennzeichnen die sich vor allem dadurch, dass sie sich ständig weiterentwickeln. Manchmal unmerklich, manchmal merklich, aber in jedem Fall braucht man dafür wahnsinnig viel Geld. Und genau das muss investiert werden, dass es bei Ksing über zu lange Zeit nicht passiert oder nicht auf eine Weise passiert, das ist schwer von außen zu beurteilen, die tatsächlich sinnvolle Weiterentwicklung hervorgebracht hat. Tatsächlich spielt auch eine Rolle, dass Ksing zu früh gewinnmachen musste einerseits und andererseits darf man nicht verschweigen, dass die Regulierung in die soziale Netzwerke in Europa laufen, von Anfang an ziemlich harb ausgelegt worden ist, gerade was Datenschutz angeht. Wenn man ein großer amerikanischer Konzern ist, der spielen ein paar Hundertanwälte in Brüssel für Lobbyarbeit abstellen kann, dann ist das vielleicht nicht ganz so entscheidend für einen Hamburger Unternehmen, dass natürlich auch immer eine Art Vorzeige Datenschutzplattform sein will und irgendwie auch muss, kann eine solche intensive Regulierung schwierig werden. Es recht dann, wenn man ja versucht, der Regulierung auch zu folgen und nicht wie viele andere Konzerne eben auch, speziell aus dem Silicon Valley, erst mal irgendwas macht und danach schaut, was genau es bringt oder was genau eigentlich gesetzlich dahinter hätte passieren sollen. Kurz gesagt, Ksing hat nicht gegriffen, weil zu wenig Geld investiert wurde, dass deswegen nicht ausreichend weiterentwickelt wurde und gleichzeitig der Regulierungshammer zugeschlagen hat. Aber es gibt ja auch andere Netzwerke, die es leider nicht so richtig geschafft haben. Gerade als Elon Musk anfing, Twitter, umzuwandeln in X und eine ganze Reihe von sehr, sehr problematischen Entwicklungen mit der Hinterstand, kam ein Netzwerk, ein dezentrales Netzwerk in Mode, namens Master Don, das wird von vielen Menschen bis heute intensiv benutzt, aber viele ist ein sehr relativer Begriff von sozialen Netzwerken ausgeht. Wir sprechen hier von sozialen Netzwerken, die in aller Regel über eine Milliarde monatliche Nutzer weltweit haben. Und das ist bei Master Don, noch lange nicht der Fall Master Don, ist ein dezentrales Netzwerk, das bedeutet aus der Perspektive, der digitalen Souveränität. Es ist eigentlich, wie es besser nicht sein könnte. Es ist nämlich, fast gar nicht zu kontrollieren im Sinne von, sagen wir mal, einer autoritären Regierung. Es gibt eine ganze Reihe von Ansatzpunkten, wie man trotzdem auf Master Don und Mitmaster Don versucht, zum Beispiel sowas wie eine sinnvolle Moderation hinzubekommen. Aber das ist ein Teil der Problematik. Master Don, als dezentrales, soziales Netzwerk, hat es aus meiner Sicht, aus vor allem zwei Gründen, die viel miteinander zu tun haben, nicht wirklich geschafft. Das eine ist, dass es noch immer zu kompliziert ist. Das mag aus einer Nürnzicht irgendwie bei einer Lachhaft wirken, aber tatsächlich ist Master Don zu benutzen, für jemanden, der bisher gar nicht in diesen Zwerren unterwegs war, sehr viel komplizierter, als ich irgendwo einen Account mit zwei Klicks per Handy auf irgendeiner App zu machen. Gleichzeitig ist die Vielzahl der verschiedenen Souveranbieter auch ein Hindernis. Durch die Dezentralität und die Offenheit ist Master Don zwar wirklich in Sachen Unabhängigkeit ziemlich weit vorne. Aber gleichzeitig bedeutet das, dass mit jedem neuen Server bestimmte Regeln eben neu geschrieben werden und bestimmte Ansätze, andere Leute zu erreichen oder auch nicht erreichen zu können, sind nach wie vor nicht so gelöst, dass normale Menschen das verstehen können. Diese kompliziertheit, diese Überkomplexität und dann die Vielschichtigkeit der Technologie. Wir hat aus meiner Sicht dazu geführt, dass auch Master Don sich bisher nicht durchsetzen konnte. Auch wenn es in vielversprechenden Ansatz ergeben kann, Dezentrale Netzwerke überhaupt erst mal ins Leben zu rufen und eigentlich Master Don, der Erfolg definitiv gewünscht ist. Nun ist es ja aber gar nicht so, dass ausschließlich europäische oder Dezentrale oder irgendwelche Nerdplattformen kein Erfolg hatten. Nein, wie schwierig es ist, ein soziales Netzwerk ins Laufen zu bekommen. Dafür können sehr, sehr viele Unternehmen viele verschiedene Lieder singen. Google hat es drei, vier, fünf Mal versucht soziale Netzwerke auf den Weg zu bringen, bevor sie so richtig realisiert haben, dass sie mit YouTube eigentlich eins der erfolgreichsten sozialen Netzwerke überhaupt betreiben. Auch wenn sie das lange Zeit nur als Abspielstation für irgendwelche Filme gesehen haben, so jedenfalls konnte man es daraus schließen, was für Features sie eingebaut oder eben auch nicht eingebaut haben bei Google. Aber da fällt einem sofort ein Google Plus, Google Circles, eine ganze Reihe von verschiedenen Social Media Plattformen hat Google mit ziemlich großem Druck versucht in den Markt zu bringen. Und wenn wir von großem Druck sprechen, dann hängt das natürlich auch damit zusammen, das Google mit dem Betriebssystem Android und dieser gigantischen Nutzerbasis zum Beispiel bei Gmail, jede Menge Ansatzpunkte hätte, um ein soziales Netzwerk in die Welt zu drücken. Das hat nicht geklappt, bei Google Plus fehlt er aus meiner Sicht irgendwann das Zwingende. Das ist was Mark Zuckerberg, als einer der besten Social Media Brains der Welt. So waren sie nicht gut, so waren sie nicht auf den Bekommen hatten, nämlich zu spüren, was wollen die Leute und was wollen sie vielleicht nicht oder sogar nicht mehr? Das hat Google Plus gar nicht hinbekommen. Das Zwingende, die Relevanz fielte und so wurde Google Plus irgendwann eingestellt, weil die Leute es aus den Augen verloren haben, wo stäblich nütend waren, plötzlich von jetzt auf hier nicht mehr genutzt haben. Ein Forza-Gebarspiel des Nicht-Klappens war aber ebenfalls ein amerikanisches Social Network. Es war eines der ersten großen Social Audio Networks. Der Rede ist hier von Klapphaus. Klapphaus war gerade zu Beginn der Pandemie, Präzise Anfang 2021, ein regelrechtes Strohfeuer in Deutschland an. aber auch in den Vereinigten Staaten. Man konnte live Checkträume mit der Sprache, also mit der Stimme gestalten, bis zu 5.000 Leute konnten dazu hören und ein paar Dutzend konnten dabei auch reden und die Moderatoren, die diesen Raum eröffnet haben, die waren diejenigen, die bestimmen konnten, wer redet, wer darf nicht reden. Ich selbst habe Clubhouse intensiv genutzt und hatte in sehr sehr kurzer Zeit vergleichsweise viele Follower, aber an Clubhouse ließ sich damals sehr gut nachvollziehen, warum und wie Social Networks auch scheitern können. Denn Clubhouse hatte nicht nur den Vorteil, der dann irgendwann zum Nachteil wurde, dass mitten in irgendeinem Lockdown die Leute vor dem Handy saßen, nicht so richtig wussten, was sie machen sollten. Nein, Clubhouse hat vor allem auch gezeigt, dass das Publikum dort draußen inzwischen vergleichsweise anspruchsvoll ist und bestimmte Features einfach erwartet. Clubhouse hat massiv versagt bei der sogenannten Discoverability, will sagen, die Entdeckbarkeit, kann ich einen für mich interessanten Inhalt in diesem Fall so eine Art Chatraum, ein Voice Chat, kann ich den auch finden? Oder ist das so schwierig, dass ich klickere und klickere und klickere und nichts interessantes finden kann? Am Anfang wurde das dadurch gelöst, dass, wenn man Leuten gefolgt ist, man eine Notifikation auf das Handy bekommen hat, wenn ein Raum eröffnet worden ist. Das bedeutet, plötzlich gibt das Handy, man klickt drauf und ist mitten in einem tollen Gespräch mit vielen hundert oder sogar tausend anderen Leuten, die dem zu hören. Aber irgendwann haben die Leute die Notifikations ausgeschaltet, weil sie zu vielen Leuten gefolgt sind und es ständig gepiebt hat und alle ständig irgendwelche Räume eraufnet haben. Und plötzlich ist klar geworden, dieser kleine Fakt, dass die Leute keine Notifikations mehr bekommen, nicht alarmiert werden, wenn jetzt irgendwie ein Posting, also ein Chatraum, aufgemacht wird, hat dazu gereicht, um Klapphaus sterben zu lassen, weil man ansonsten überhaupt nicht mehr gefunden hat, wo irgendwas interessantes besprochen worden ist. Diese Gedanken über das Scheitern, über das Versagen von sozialen Netzwerken, muss uns daran erinnern, dass es ziemlich aufwendig und ziemlich kompliziert ist, ein soziales Medium zum Erfolg zu bringen. Umso krasser, dass es einige in einer Größenordnung geschafft haben und sogar mehrfach geschafft haben wie Maxsackeburg, die man kaum für möglich gehalten hätte. Facebook ist tatsächlich immer noch das größte soziale Medium der Welt, mit deutlich über drei Milliarden monthly active Viewsern, also monatlich aktiven Nutzen und Nutzen. Aber der Hintergrund ist hier ebenso entscheidend. Schauen wir uns einfach mal genauer an, was soziale Medien eigentlich sind und welche Erkenntnisse dahinter stehen. Das erste große soziale Netzwerk, was man so bezeichnen konnte und was eine gewisse Relevanz weltweit entfaltet hat, wäre ja ziemlich genau 29 Jahre alt geworden. Es hieß 6 degrees und wurde 1997 ins Netz gestellt. Der Name ist eine Anspielung auf 6 degrees of separation. Eine These, die seit den 1920ern immer wieder holt worden ist, also lange vor der Digitalisierung und diese These besagte, dass jeder Mensch auf der Welt mit jedem anderen Menschen auf der Welt durch nur sechs Knotenpunkte verbunden sein muss. Will sagen, ein Freund von einem Freund, von einer Freundin, von einer Freundin, von einem Freund, von einem Freund ist eigentlich jeder auf dieser Welt. Jedenfalls wenn man Freund etwas weiter auslegt und hier beginnt eine der wichtigsten Erkenntnisse über soziale Netzwerke und zwar schon lange bevor digitale soziale Netzwerke überhaupt erfunden worden sind. Wie genau soziale Netzwerke funktionieren, was sie mit sich bringen und auf welche Weise man sich in wissenschaftlich nähern kann, versuche ich in drei großen Studien aufzuzeigen. Es sind drei der bekanntesten Studien rund um soziale Netzwerke und auch soziale Medien, die das Verständnis davon, was eigentlich dahinter steht, mit geprägt haben und die sogar in vielen Fällen eine Rückwirkung auf die Art und Weise hatten, wie soziale Netzwerke weiterentwickelt worden sind. Denn das ist nicht immer nur allein datenseitig oder mit AB-Test passiert, sondern eben auch ganz konkret wissenschaftlich. Die erste große Studie ist inzwischen über 50 Jahre alt und stammt von 1973. Mark Granowetter hat sie gemacht in amerikanischer Sozialoge und er hat einen wissenschaftlichen Aufsatz verfasst mit dem Titel "The Strength of weak ties", also die Kraft der schwachen Verbindung. Das hört sich erstmal einen wenig kontraintrietief an, Kraft, schwache Verbindung, aber tatsächlich ist dieses Papier mit über 80.000 Zitierungen eins der meist zitierenden sozialwissenschaftlichen Papiere überhaupt und war auch das mit Abstand meist zitierte im Bereich von Netzwerktheorien. Die wesentliche Feststellung von Granowetter ist, der Wert eines Netzwerks liegt viel weniger in den starken Verbindungen, sondern in den schwachen Verbindungen. Den "weak ties". Es sind nicht die engsten Freunde oder gar die Verwandten, die einem einen neuen Job besorgen, das war das Beispiel, was Granowetter gewählt hat, sondern eben der Bruder von dem frühere Nachbarn, mit dem man noch Lose in Kontakt ist. Diese "weak ties", diese schwachen Verbindungen sind diejenigen, die Netzwerke wertvoll machen. Und soziale Medien haben "weak ties" gewissermaßen skalierbar gemacht. Die Essenz der Kraft von sozialen Medien liegt genau in diesen "weak ties", und zwar nicht nur was irgendwelche Jobs angeht, sondern eben auch was die Vernetzung der Menschen untereinander angeht und deren mehr wird. Die zweite große Erkenntnis stammt von Manuel Castells. Wer spanische Sozologe Manuel Castells schreibt, wahnsinnig hälsig dich schon 196, den ersten Band einer Trilogie wie "In Formation Age", der Titel "Aufstieg der Netzwerkgesellschaft". Die zentralen Thesen kurz zusammengefasst, sind hier zum Beispiel, dass die Gesellschaft anfängt, durch die Digitalisierung sich in Netzwerken zu organisieren. Dass hier Rachien weniger wichtig werden und dass deswegen Macht dort entsteht, wo Knotenpunkte und Verbindungen wie Links kontrolliert werden. Die Macht liegt in den Verbindungen. Das ist die Essenz der Netzwerkgesellschaft. Gleichzeitig sagt man, Castells, dass Kommunikation zur zentralen Machtrissoße wird. Er hat das schon 196 angelegt und dann weiterentwickelt in seinem Werk von 2009 "Communication Power". Macht entsteht durch die Fähigkeit, Bedeutung zu erzeugen und zu verbreiten. Wir wissen spätestens seit Donald Trump, dass diese Kommunikationsmacht auch eine sehr dunkle Seite haben kann. Das bedeutet politische kulturelle und wirtschaftliche Macht verschieben sich in Richtung Plattform. Wer Plattform und deren Algorithmen kontrolliert, der kann Teile der Gesellschaft ihrer Kommunikation und der Bedeutung der Dinge für die Gesellschaft mit kontrollieren. Genau das erleben wir jetzt und ich frichte, wir werden es noch intensiver erleben. Wenn klar wird, wie stark Donald Trump oder eine republikanische Regierung zum Beispiel TikTok kontrollieren wird, TikTok, das in den Vereinigten Staaten wichtigste soziale Netzwerk, weil es von fast der Hälfte der erwachsenen Amerikaner regelmäßig genutzt wird, TikTok hat inzwischen im Vorstand eine direkt von der amerikanischen Regierung entsendete Person. Auch hier wird wieder klar, wie schwierig es für Europa und für Deutschland ist, dass in Sachen digitale Souveränität so viel nicht geklappt hat in sozialen Netzwerken in Deutschland und Europa und dass wir deswegen in diesem Bereich einiger Maßen abgehängt sind. Die dritte Studie ist ein wenig neuer, aber auch nicht so neuer von 2011 nämlich von Jan Kiezmann von der University of Victoria. Sie heißt Social Media Get Serious Understanding the Functional Building Box of Social Media. Sie hat weit über 10.000 Zitierungen und gilt bis heute als eine der wichtigsten Grundlagen, um Funktionen, sozialer Medien richtig einschätzen und auch vergleichen zu können. Kiezmann sagt nämlich, dass soziale Medien keine einzelnen Plattformen sind, sondern Bündewon Funktionen, er hat das Hannecamp Modell aufgebaut. Das hat 7 Bausteine aus denen jedes soziale Medium zusammengebaut ist, allerdings in verschiedenen Missionsverhältnissen. Diese 7 Bausteine sind Identität, wer bin ich hier? Konversationen, wie wird kommuniziert? Sharing, was wird geteilt? Präsenz, wer ist gerade da? Relationships, wer ist mit wem verbunden? Reputation, wer gilt als relevant oder vertrauenswürdig? Und Gruppen, wie entstehen Gemeinschaften? Mit diesen 7 Grundfunktionen in ganz spezifischen Missionsverhältnissen in den einzelnen sozialen Netzwerken konnte Kiezmann nicht nur Nutzerverhalten ziemlich gut erklären, sondern auch eine gewisse Vorhersackbarkeit erreichen von gesellschaftlichen Effekten von sozialen Medien. Schauen wir mal auf die technologische Seite. Was macht da ein soziales Netzwerk aus? Denn das ist für Identität irgendwie benutzt wird, oder dass da die Week-Ties am Werk sind. Das kann man sich entweder denken oder wenn nicht, dann ist das auch ein theoretischer Hintergrund der zur wichtiges Vier-Ausgestaltung. Aber was heißt das ganz vorne? Wenn man sich den allerersten großen Durchbruch von sozialen Medien anschaut, das ist für viele Menschen Facebook gewesen. 2004 gegründet und etwa bis 2008 oder 2009 eine absolute weltweite Erfolgsgeschichte Schritt für Schritt. Die meisten kennen wahrscheinlich den Film "The Social Network". Wenn man sich aber anschaut, wie genau denn durchbruch kam auch bei vielen anderen sozialen Medien. Was die Basis davon ist. Dann war das zweierlei an technologischen Funktionen. Zum einen das Profil, die eigene Seite. Das war übrigens auch schon bei Myspace so, eine Art Vorgänger sehr auf Musik bezogen von Facebook und eine Zeit lang so groß, dass man tatsächlich hätte denken können. Das sei das erste große Netzwerk geworden. Es ist dann allerdings auf eine Weise zersplittert, während Facebook immer größer und größer wurde. Die zeigte, das war eher ein Übriger. Übergangsphänomen. Aber tatsächlich ist das Profil eben auch nur eine Komponente von den zwei sehr entscheidenden Komponenten, um ein soziales Netzwerk zum Durchbruch zu bringen. Die zweite ist die Erfindung der Timeline. Die Erfindung der Timeline hat soziale Medien überhaupt erst dazu gemacht, was wir heute kennen. Denn dadurch entsteht die sogenannte Stickiness. Das war damals in den Nuller Jahren ein ganz großes Wort und ist nichts anderes, als dass man versucht hat, die Menschen so oft wie möglich auf die eigene Seite zu bringen. Die Kleberigkeit der Seite sozusagen. Und mit der Erfindung der Timeline hat man den Menschen einen Grund gegeben, nicht ein oder zweimal am Tag auf eine Seite zu gehen, sondern praktisch unablässig. Die Timeline ist nie zu Ende, sie ist immer aktuell, es kommt immer neue Dinge, die dort angeboten werden. Und gleichzeitig ist mit der algorithmischen Sortierung der Timeline auch sehr viel von den Erfolgsriterien verbunden. Denn der Algorithmus, der sprichwirkliche Algorithmus, der Interesse der Menschen versucht zu messen. Der wurde irgendwann so gut, dass die Menschen ihre Timeline auch wirklich gar nicht mehr verpassen wollten und sich immer wieder auf die Seite locken ließen. Natürlich ist der große Erfolg der Timeline auch verbunden mit dem Mobile Internet. Ab 2007 und 2008 ist das Smartphone in der heutigen Denkweise in Form des iPhones relativ weit und flächendeckend verfügbar gewesen. Dadurch ist die App-Economie groß geworden und tatsächlich sind soziale Medien fast alle soziale Medien inzwischen Apps. Übrigens nicht so Freude von Mark Zuckerberg, der insbesondere bei Apple auf den iPhones und gar nicht alles tun darf, was er gerne würde, weil Apple Chef Tim Cook sehr skeptisch sein soll, gegenüber bestimmten Social-Media ansetzen. Aber das Mobile Internet in Verbindung mit der Timeline und dem Algorithmus hat zu sozialen Medien geführt, wie wir sie heute kennen, wo einem immer wieder neues eingespielt wird, was einen mit einer gewissen Chance dann auch tatsächlich interessiert. Imfalls eng mit der algorithmischen Sortierung verbunden ist der nächste große Technologiekomplex der sozialen Medien. Das ist Werbung. Werbung zur Refinanzierung sozialer Medien hat eine Größenordnung erreicht, gerade was Social angeht, die man gar nicht mehr unterschätzen kann. Wenn man sich den weltweiten Werbemarkt heute anschaut, dann ist er im Prinzip erst mal zwei geteilt, nämlich zwischen Google und Meta. Dazu gibt es noch einige andere, aber das sind die beiden D-Ungefährd, die Hälfte des gesamten weltweiten Werbemarktes für sich verbuchen können. Natürlich hat das sehr viel mit sozialen Medien zu tun, einerseits auf Seiten Google, YouTube und andereseits bei Meta ungefähr quer durch das gesamte Portfolio. Werbung in sozialen Medien hat fast von Anfang an immer den Beigeschmack der Manipulation gehabt. Irgendwie geilt es als Gefahr. Es war gleichzeitig ein Phantom oder sogar ein Geschenk, wo man endlich Zielgruppen erreichen konnte, die vorher beim besten Rellen nicht zu erreichen waren. Und das in vielen Fällen auch noch einigermaßen unentgeltlich, wenn man keine Anzeigen schalten wollte, sondern entsprechende Inhalte. Tatsächlich sind alle drei Aspekte, nämlich die Gefahr, die soziale Medien per Manipulation darstellen, das Phantom, nämlich wirkt das wirklich so gut, wie man glaubt und auch das Geschenk ziemlich gleichmäßig verteilt. Wir haben nach wie vor eine Manipulationsgefahr und die wird nicht kleiner, sondern größer durch künstliche Intelligenz. Das ist insofern eng mit Werbung verknüpft, als dass wir in den letzten Jahren verschiedene Werbiscandale gesehen haben, wo Werbung Grenzen überschritten hat. Und gleichzeitig ist diese Gefahr in vielen Fällen auch eine etwas zu plakativ besprochene, denn natürlich darin auch eine Chance. Aus sich der Werbetreibenden sind soziale Medien eben manchmal die einzigen Plattformen, wo man eine bestimmte Zielgruppe überhaupt noch erreichen kann. Und das eben nicht nur mit Gekauften anzeigen, sondern auch mit eigenen Inhalten. Das ist der nächste Punkt, der Technologiekomplexe in sozialen Medien. Es geht dabei um Skalierbarkeit und Viralität. Dadurch ist eine völlig neue Gesellschaft und sogar eigentlich Zivilisationsmechanik groß geworden. Soziale Medien haben mit sich gebracht, dass sich inzwischen nur mit einem Smartphone bewaffnet, praktisch oder ganz ohne Budget mit der richtigen Idee, mit etwas Glück und etwas Sachverstand ein Millionen Publikum erreichen kann. Und das ist eben nicht nur ein ökonomischer Neuerweg, sondern auch ein gesellschaftlicher. Er plötzlich jede und jede die Chance hat, viele Menschen zu erreichen. Hier muss man gar nicht bis zur Monetarisierung reden, hier muss man eher davon sprechen, dass so große Plattformen eine neue Öffentlichkeit herstellen können, die es vorher schlicht nicht gab. Der nächste große Technologiekomplex hängt damit und mittelbar zusammen. Zur Viralität gehört nämlich auch die Geschwindigkeit der Reaktion, die wiederum eine ganze Reihe von Voraussetzungen hat. Zum Beispiel die erwähnte Stickiness und Timeline. Und hier ist die Geschwindigkeit sozialer Medien durch dieses Stickiness, weil so viele Menschen ständig online sind und deswegen inhaltes so schnell weitergegeben werden können, ohne Beispiel in der Technologiegeschichte. Imfalls direkt damit zusammen hängt die radikale Feedbackschleife. Heute lässt sich schneller und besser herausfinden, was ein Publikum möchte oder eben nicht möchte, als je zuvor. Die große Geschwindigkeit in Zusammenhang mit dieser intensiven Feedbackschleife hat auch aus meiner Sicht zu einer gesellschaftlichen Weiterentwicklung geführt. Ein junger Mensch heute vielleicht 15, 16, 17, 20 Jahre alt hat im Schnitt schon ein paar Hundert Stunden in eine Kamera gesprochen und irgendwelchen Leuten irgendwas erzählt und dafür sehr umgehen, sofort Feedback bekommen. Das ständige unmittelbare Feedback hat natürlich eine Vielzahl von negativen Seiten. Schützsoms zum Beispiel, also Empörungstöme, die sehr zährend sein können, Online-Mobbing und so weiter und so fort. Es hat aber auch etwas Gutes. Nämlich das junge Menschen heute eine Selbstverständlichkeit haben in ihrem Gespür, wie man mit einem Publikum umgeht. Aus dem Stand können junge Menschen heute in eine Kamera reinsprechen, wie es vor 20, vor 30 Jahren allenfalls geschulte Moderatorinnen irgendwie hinbekommen haben. Eine ganze sehr mediengewandte Generation, zwei Generationen sind aufgewachsen und ich glaube, das merkt man auch an der Art und Weise, wie zum Beispiel Aktivismus heute funktioniert, darüber, dass Menschen in die Kamera sprechen und sich mitteilen und andere aktivieren. Auch das ist eine Funktion sozialer Medien und schließlich als abschließender großer und wichtiger Technologie komplex sozialer Medien. Sie sind schlicht und einfach die Ausgangsbasis für sehr, sehr viele Daten, die wichtig sind für künstliche Intelligenz. Verhaltensdaten, soziale Daten, Kommunikationsdaten, Daten über Person, wir können durch Daten in sozialen Medien, in der künstlichen Intelligenz so viele und so vielfältige Dinge lernen, dass hier ein besonders großer Nachteil für diejenigen entsteht, die eben nicht auf Daten von sozialen Netzwerken zugreifen können. Kommen wir zu aus meiner Sicht immer noch unterschätzten Wirk macht der sozialen Medien. Tatsächlich hatten wir ja schon mal ein Deep Dive über TikTok und haben uns da im Detail angeschaut, wie und wo und was TikTok eigentlich ist und was es bewirken kann, gerade weil es so groß und relevant ist und irgendwie in den Machtkampf zwischen China und Donald Trump geraten ist. Aber gerade mit dem Fokus digitale Civilität können wir uns die wichtigsten amerikanischen sozialen Medien noch mal näher anschauen. Instagram, YouTube, Facebook und X beziehungsweise Twitter. Über Instagram haben wir schon in den letzten Wochen gesprochen, inclusive der Entwicklung, was die Zukunft gerade mit Deep Facts angeht. Aber wenn man sich Instagram näher anschaut, dann muss man mehrere Punkte erkennen. Wersepunkt ist es das Netzwerk der Millenials? 2010 gegründet und damit die Essenz der 10er Jahre mit Showing Off mit einer bestimmten St.dick, mit einer Konsum und Luxusorientierung am Anfang quasi die Nachfolge der Hochglanz-Magazine. Instagram ist nach wie vor hochrelevant, aber das liegt eher an der schon angesprochenen besonderen Fähigkeit von Max Hackerberg. Genau zu erspüren, wie muss ein Netzwerk weiterentwickelt werden, damit es nicht nur erfolgreich ist, sondern vor allem erfolgreich bleibt. Bei Instagram hat Max Hackerberg gezeigt, dass ihn das nicht mehr versteht, sondern auch gnadenlos bereit ist, Funktionen von anderen, sagen wir es vor an ihm, zu übernehmen. Am Anfang zum Beispiel hat Instagram die Filter von Snapchat fast eins zu eins kopiert. Die Stories, die wir heute von Instagram kennen, sind ebenfalls, erfasst eine eins zu eins Kopie von dem, was Snapchat auf den Markt gebracht hat. Später hat Max Hackerberg sich bei Instagram weniger Dinge von Snapchat abgeschaut und dafür intensiver TikTok nachgemacht. Eigentlich ist Instagram heute zwei verschiedene Netzwerke, eins, das ungefähr dem alten Instagram gleich mit einem Feed, wo irgendwelche Postings drin sind und dann immer mal eine Story und dann das zweite Netzwerk, in das man hineingelangt, wenn man auf einen Real klickt, dann nämlich ist man in einer Art TikTok-Clone drin. Und man kommt erst raus, wenn man auf einen ziemlich kleinen Fall oben links drauf klickt und zurück in den eigenen Instagram feed kommt. Wenn man in den Reels ist, ist man fast identisch unterwegs, was die Mechanik angeht und auch was das Vorschlagswesen, die Empfehlungen an geht, wie das, was bei TikTok von Anfang an zum Erfolg geworden ist, nämlich, dass man eine Reihe von Videos vorge there zu bekommen und dann interagieren muss. Es gibt bei TikTok ebenso wie bei Instagram in so schnell eine Art Reaktionspflicht. Es gibt bei Instagram ähnlich wie bei TikTok gar keine Möglichkeit, nichts auf ein Video zu reagieren. In dem Moment, wo ich ein Video gut finde und es laufen lasse, merkt das natürlich der Algorithmus. In dem Moment, wo ich den Video nicht so gut finde und weiter swipe, merkt auch das der Algorithmus. Das war einer der genialsten Schachtzüge von TikTok, ganz einfach, die Nicht-Reaktion auch auswertbar zu machen, weil Nicht-Reaktion bedeutet, dass man ein Video gut findet, man swiptes eben nicht. Weiter und wenn man es weiter swipt, hat der Algorithmus auch gelernt, nämlich dieses Video war offenbar nicht so interessant und das hat Instagram 1 zu 1 übernommen. Instagram hat sehr erfolgreich TikTok einfach obendrauf auf seinen eigenen Feed draufgesattelt und es inzwischen zwei Netzwerke. Schauen wir weiter zu YouTube, dem unterschätztens Social Network von Google. YouTube hat mehrere verschiedene Verschiebungen hinter sich, das sollte man gar nicht glauben, aber da Google im Bereich Social nicht besonders film ist, vorsichtig gesagt und auch kein Social Genie irgendwo vergraben hat, das immer genau wusste, in welche Richtung man YouTube weiterentwickeln musste, waren relativ viele Sackgassen mit dabei. Dafür hat Google schon 2006 YouTube für 1,65 Milliarden Dollar gekauft, damals wurde über diesen Preis gestahnt aus heutiger Sicht, ist das bei einer Marga jedenfalls, was die Größenordnung von zukäufen angeht. Aber YouTube muss man sagen, hat als Soziales Medium die größte Wirk macht auf mehrere Generationen von allen sozialen Netzwerken, jedenfalls aus meiner Sicht, denn es hat das Prinzipfernsehen bei vielen verschiedenen Altersgruppen nahezu abgelöst. YouTube ist gewissermaßen der stärkste Generationengeschäft, was soziale Netzwerke angeht. Der Berufswunsch YouTuber ist bis heute in vielen Ländern der Welt eine der wichtigsten Brüfe überhaupt. Das hat kein anderes soziales Netzwerk bisher geschafft. Eventuell könnte TikTok noch in diese Liga aufsteigen, sie sind jedenfalls gerade dabei, sich in diese Größenordnung vorzuarbeiten und gleichzeitig kann perspektivisch gesehen auch das Livestreamen, zum Beispiel über Twitch eine ähnliche Rolle einnehmen. Livestreamen übrigens eine der aussichtsreichsten Punkte dafür, wie in Zukunft soziale Medien verwendet werden. Hier ist Twitch zwar relativ früh, nicht nur von Amazon gekauft worden, sondern hat eine Art Standard festgelegt, auch bis hin zur Interaktion etwa mit einem Chat. Aber gleichzeitig hat YouTube immer wieder versucht, sich auch in diese Richtung weiter zu entwickeln und es mit mittelgroßen Erfolg hier und dort auch geschafft. YouTube galt in den 10er Jahren als einer Radikalisierungsmaschine. Zum Beispiel hat es nachweislich eine ziemlich unrümliche Rolle und leider aus Sicht des Terrors auch erfolgreiche Rolle bei der Rekrutierung etwa für den islamischen Staat gespielt. Gleichzeitig ist vor allem im Westen auch eine Vielzahl von Verschwörungstheorien durch YouTube intensiv verbreitet worden etwa die Flat Earth-Serie, nachdem die Erde nur eine Scheibe sei oder auch die kreuzgefährliche Verschwörungsekte QAnon, die mit dazu beigetragen hat, dass Donald Trump zum Präsident gewählt wurde. Diese beiden Verschwörungstheorien sind neben sehr vielen anderen intensiv durch YouTube verbreitet worden. Durch die Vielfalt der verschiedenen Funktionen erkennt man übrigens bei YouTube auch, dass etwas mal nicht so gut klappen kann im Hause, denn auch YouTube als Selbstredent versucht TikTok zu kopieren mit den YouTube-Shorts und ist dabei deutlich weniger erfolgreich als Instagram gewesen. Würdet ihr einem Koch vertrauen, der seine eigene Suppe nicht anruhert? Will kaum. Hinter dieser einfachen Frage steckt eine eiserne Strategie, das Kastema Zero Prinzip. Die Regel lautet, verkaufe nichts, was du nicht selbst nutzen würdest und zwar nicht in einem sterilen Labor, sondern in der Raun-Rialität. Genau danach handeln wir bei Schwarz-Ditchits. Bevor eines unserer digitalen Produkte an den Markt geht, muss es den kritischen Kunden überzeugen. Die anderen Unternehmen der Schwarzgruppe. Und wir reden hier nicht von einem kleinen Testlauf, wir reden von einem Ökosystem mit über eine halben Millionen Mitarbeitern und über 14.000 Milliarden weltweit. Hier werden täglich logistische Meisterleistungen vollbracht. Systemausfälle oder fehlende Daten sind keine Option. Es gibt wohl keinen anspruchsvolleren Herte-Test als die eigene Infrastruktur. Deshalb ist es ein echtes Qualitätsversprechend, wenn die größte Handelsgruppe Europas auf die Soberene Clouds Decket setzt, um die volle Kontrolle über unsere Daten zu behalten. Oder wenn die Sicherheitslösung Exams Cyber die eigene IT rund um die Uhr überwacht, um Schwachstellen zu finden, bevor sie zum Problem werden. Der Digital-Souverene Arbeitsplatz ist bei Schwarz-Sitz längst kein Konzept mehr, sondern gelebter Alltag. Die Botschaft an Wirtschaft, Verwaltung und Politik ist klar. Wenn eine der größten Handelsgruppen Europas diesen Lösungen ihrer Existenz an vertraut, dann funktioniert digitale Soberinität wirklich. Sie ist machbar. Jeden Tag. Einen Überblick über das Portfolio und was digitale Soberinität konkret bedeutet, findet ihr auf schwarz-sitzschiz.de. Kommt jetzt um bisher erfolgreichsten sozialen Netzwerk aller Zeiten, mit wie gesagt über drei Milliarden aktiven Nutze in Facebook, hierzulande häufig als das Netzwerk der Boomer verschrien. Und tatsächlich ist, was das Alter angeht, Facebook deutlich älter als die meisten großen anderen sozialen Netzwerke. Aber es ist und bleibt der Ausgangspunkt von Mark Zuckerbergs Imperium und das hier eine sozialen Netzwerk, dass Social Media zum Durchbruch verholfen hat. Es ist gleichzeitig aber auch eine Art Mahnmal, was passiert, wenn man zu viele Funktionen versucht, in eine Plattform zu integrieren und sie deswegen zu schwerfällig wird, dann gehen die jungen Menschen weg, weil sie eine ständige Weiterentwicklung erwarten. Und es bleiben diejenigen zurück, die eine Weiterentwicklung vielleicht gar nicht so gerne sehen. Facebook hat gleichzeitig Werbungssausche gemacht und es gibt eine ganze Reihe von Anzeichen, dass das regelrecht erzwungen wurde, inklusive vieler merkwürdiger Definitionen und stillen Unslichkeiten. So kann man das tatsächlich sagen, in der Anfangszeit von sozialen Medien und speziell von Werbung in sozialen Medien, konnte man natürlich von Seiten Facebook die Nachricht gut gebrauchen, dass eine Werbung wahnsinnig gut funktioniert. Was soll man also angeblich getan haben, das besagen jedenfalls, Gerüchte, man hat Kampagnen überausgeliefert, will sagen nicht tausend mal die Anzeige ausgeliefert, sondern 5.000 mal, und dem entsprechend deutlich bessere Ergebnisse erzielen können. Ob das tatsächlich bewahr oder sich bloß hier ein Gerücht allzu hartnäckig hält, kann ich an dieser Stelle nicht sagen, was ich sagen kann, ist das Facebook oft und oft Regulierungen und auch den Anstand übertritten hat. Zum Beispiel hat Facebook lange mit Schattenprofilen gearbeitet, dafür haben wir sogar Nachweise. Schattenprofile sind Profile von Menschen, die sich einfach noch nicht angemeldet haben, bei Facebook. Und da gab es mehrere Skandale und mehrere auch technologische Liebes und Nachweise, dass das so geschehen ist. Wie ist das geschehen? Als Smartphone-Apps aufkommen, insbesondere auf dem iPhone. Da gab es einen ganz beliebten Knopf, da hat man draufgedrückt und konnte einfach sehen, wer von den eigenen Kontakten ist eigentlich schon in diesem sozialen Netzwerk. Und um das überhaupt anbilden zu kommen, musste man natürlich sein ganzes Telefonbuch hochladen in dieses sozialen Netzwerk. Es ist heute ohne weiteres gar nicht mehr so leicht möglich durch die DSGV. Aber damals haben das die Leute und speziell auch Facebook einfach so getan. Dann hat Facebook nichts anderes gemacht, als für jeden Kontakt in diesem Adressbuch zumindest die theoretische Möglichkeit zu berechnen, ob hier eine Person dahinter steht oder nicht. Und wenn sich das angesammelt hat, hat man einen Schatten Netzwerk gehabt, von hochgeladenen Adressbüchern, von Leuten, das gar nicht wussten. Denn die meisten von uns stehen in vielen Dutzenden oder sogar hunderten verschiedenen Smartphones in den Telefonbüchern drin, mit dem Namen, mit der Telefonnummer, mit verschiedenen Mailadressen und so weiter und so vor. Und darauf aufbauen, wurden Schattenprofile von Menschen hergestellt. Ich habe das mal vor rund 10 Jahren überprüft und mich bei Facebook neu angemeldet, neu registriert mit einer Mailadresse, die Facebook bis dahin nicht kannte. Gleich im zweiten Schritt wurden mir 10 Leute vorgeschlagen, die ich erkennen könnte, obwohl ich noch nichts hochgeladen hatte. Von diesen 10 konnte ich tatsächlich neu und die 10. Person war mein echtes Profil, ich selber also. Soviel zum Thema Schattenprofile und Facebook wie ist soziale Medien mit sehr großer Hutzbe, mit Kaltschneutigkeit und mit auch einer gewissen Schruppelosigkeit groß gemacht hat. Wenn ich anders letzte Netzwerk in dieser Aufzählung denke, wird mir manchmal ein bisschen wehmütig ums Herz. Die Rede ist hier von Twitter bzw. inzwischen X. Und ich muss sagen, dass aus meiner Sicht X ein Absturz darstellt und das nicht allein wählen Elon Musk, sondern eigentlich schon vorher. Twitter hat es damals nie geschafft, sich sinnvoll weiterzuentwickeln. Die Grundstrukturen des Netzwerks waren von Anfang an fast die gleichen. Und diese mangelhafte Weiterentwicklung wurde wegen der Genialität von Twitter häufig überdeckt und vielfach anders wahrgenommen. Faktisch hat sich seit der Gründung von Twitter 2006 fast nichts geändert bis es 2022 an Elon Musk verkauft wurde. Dabei gab es jede Menge Versuche. Twitter hat immer wieder andere Netzwerker aufgekauft. Twitter hat zum Beispiel auch das Livestreaming großgemacht, mit einer kleinen Gekaufen-App namens Paris Coup. Aber die vielen Weiterentwicklungsversuche vom Fernsehen in Richtung Sport, über Community-Elemente haben alle nicht gegriffen. Und so wurde Twitter nach und nach immer weniger relevant für die große Masse der Menschen. Faktisch war es allerdings über lange Zeit und zum Teil ist es das noch eine Art Nervensysteme des Internet und. sogar der gesamten Welt. Dort sind nachrichtlich fast alle relevanten Informationsknotenpunkte miteinander verbunden. Twitter war und ex ist noch die Einlösung des sofortversprechens der Unmittelbarkeit. Bis ungefähr 2020 passierte in der westlichen Welt eigentlich nichts größeres im Internet, das nicht auch ein Echo auf Twitter hatte. Das ist durch die Pandemie und den damit ein hergehenden dramatischen Aufstieg unter anderem von TikTok etwas anders geworden. Aber tatsächlich hat Twitter auch an vielen anderen Punkten nie so ganz den Durchbruch geschafft. Trotz einer dreistelligen Millionenzahl von Menschen, die regelrecht süchtig geworden waren. Geld verdienen zum Beispiel, was ja für ein Silicon Valley-Unternehmen gerade zu Pflicht ist, Geld verdienen, das konnte Twitter nie besonders gut. Zuer ausreichend gut, aber nicht so gut wie zum Beispiel Investoren, es verlangt hätten. Twitter geid lange wieder als des Berlin der sozialen Medien. Irgendwie sexy und raue, muss man auch mal ausprobiert haben. Manche bleiben dafür immer hängen, aber Geld verdienen ist halt schwer. Und eine gewisse Ernsthaftigkeit fehlt. Auch und dann kommt noch dazu, dass sehr viele Leute, die man dort trifft, irgendwie ziemlich weit neben der Spur sind. Twitter, das Berlin unter den sozialen Netzwerken. Natürlich gibt es eine Vielzahl von weiteren anderen sozialen Medien. Ganz vorne zum Beispiel linkt in oder auch die verschiedenen Messenger, die aus sozialen Medien beschrieben werden. WhatsApp etwa oder Telegram, das ist besonders während der Pandemie eine neue große Rolle zu geschrieben bekommen hat. Aber diese Themen wollen wir in anderen Sendungen besprechen. Etwa in einer eigenen Sendung über Messenger. Denn zum Abschluss möchte ich dieser merkwürdigen Hassliebe auf den Grundgehen zwischen Europa und Deutschland und sozialen Medien. Denn einerseits gibt es unendlich viele begeisterte Nutzerinnen und Nutzer. Und andererseits sind hier soziale Netzwerke so hart in der Debatte und so hart in der Regulierung rangenommen worden, dass man sich eben nicht wundern muss, wenn keine großen sozialen Medien aus Europa kommen. Was und warum haben wir hier mit sozialen Medien in Europa und in Deutschland das irgendwie nicht ganz kompatibel mit sozialen Medien ist? Zumindest mit der Erstellung, zumindest mit der gesellschaftlichen Rezeption. Da hinterverwirkt sich leider auch ein brandaktueller Punkt, was digitale Soberinität angeht. Es wird inzwischen häufig berichtet, dass man eine Grenze mit den Vereinigten Staaten, wenn man einreisen möchte, seine Social Media Accounts angeben muss. Und dann wird überprüft, was dort steht. Und man kann sich ziemlich gut vorstellen, dass viele Menschen, was veröffentlicht haben, was zum Beispiel einem Donald Trump nicht besonders gut gefallen würde und dass das schon nachweislich eine Grenze zur Abweisung geführt hat, dass es einer von unendlich vielen Punkten, die darauf hinweisen, wie dringend wir eigentlich digitale Soberinität auch in sozialen Medien brauchen. Ganz zu schweigen davon, dass natürlich in den Vereinigten Staaten unter Donald Trump soziale Medien auch dafür benutzt wird, um Menschen auszuforschen, Menschen mit missliebigen politischen Haltung. Das geht ja nicht nur für Leute, die einreisen wollen, sondern auch für Leute, die dort leben. Ich möchte die Diskussion deshalb aufteilen in verschiedene Thesen, warum in den Vereinigten Staaten Social Media über lange Zeit eine Art El Dorado war und warum das in Europa gerade nicht so war. Die erste These dazu ist, dass Europa digitale Plattformen primär als Risiko denkt und die Vereinigten Staaten primär als Wachstumsmaschine. Dementsprechend fangen wir hier in Europa zuerst anzuregulieren und in den Vereinigten Staaten wird zuerst skaliert. Diese herangehensweise an die gesamte digitale Welt ist eine, die häufig bemängelt wird und sie war nirgendwo schädlicher als im Bereich soziale Medien, untereinander deswegen und das ist dann wieder vielleicht ein sehr differenzier zu betrachten der Punkt, weil soziale Medien ganz am Anfang in vielfältigster Weise sich überhaupt nicht an Regulierung gehalten haben. Zwischen Datenschutz und Wettbewerb bis hin zum Verbraucherschutz ist nachweislich in vielen sozialen Medien allen voran Facebook eine Vielzahl von Dingen geschehen, die man eben nicht gut heißen kann und die erst später wieder eingefangen worden sind. Und das ist eben viel eher ein amerikanischer Stil erst mal was zu machen und dann zu schauen, was das eigentlich ergibt, ob jemand dagegen klagt, ob man damit durchkommt oder ob man irgendwie irgendwas irgendwann später ändert und es dann einfach okay ist. Das heißt aber auch, dass Social Media Plattformen aus Europa von Anfang an einen Nachteil haben. Sie müssen und wollen sich nach der Regulierung richten, das heißt, sie müssen Kompleien von Anfang an mit Brücksichtigen noch lange bevor sie Netzwerk Effekte ausspielen können. Und dieser Nachteil hat gereicht, damit bis heute kein soziales Medium von der Rang aus Europa kommt. Bezweitet diese warum soziale Netzwerke in Europa nicht so groß werden könnten, war, weil die Grunderkultur hier vergleichsweise Risikoa wärs ist. Europäische Start-ups optimieren viel eher aus Stabilität und Profitabilität, die US-Plattform viel stärker auf Dominanz. Der Wunsch zu zerstören, den kann man in den Vereinigten Staaten sehr offensiv und laut äußern, in Europa wird der eher belechelt oder abgewertet. In der Folge ist zum Beispiel 10 ziemlich früh profitabel geworden, aber nie global relevant, weil sie zu wenig investiert haben. Dieser Punkt hat allerdings, da muss man die Gründe etwas entschutzen nehmen, häufig mit der dritten These zu tun, warum soziale Netzwerke in Europa nicht so groß geworden sind. Denn in Europa ist das Risikokapital sehr viel weniger Risikobereit als in den Vereinigten Staaten. In vielen Fällen ist es zu wenig, zu spät, zu vorsichtig. Soziale Netzwerke aber brauchen massives Verabkapital und in Europa wird genau dieses sehr selten bereitgestellt. Wenn man sich die Finanzierungsrunden sozialer Medien anschaut, auch ganz am Anfang, die zum Beispiel bei Facebook schnell in den neuenstelligen Bereich hineingegangen sind, dann weiß man, das passiert in Europa fast nie. Eine wachstungsfinanzierungsrunde mit über 100 Millionen Euro seltenst davon gehört und gleichzeitig ist eben die Exit logik eine, die viel früher greift. Wenn also jemand erfolgreich in einem Bereich unterwegs ist, dann möchte man so schnell, wie möglich verkaufen und gar nicht erst die Chance aufkommen lassen, dass es halt irgendwann auch wieder Berg abgeht. An einem besonderen Beispiel kann man ganz gut erkennen, was das bedeutet. TikTok wurde über viele Jahre massiv querfinanziert, mit 100 von Millionen von Dollar. Bydance hat wo Anders Geld verdient und TikTok weiter aufgebaut, zum Teil passiert das bis heute. Die 4. These ist, dass der Markt in Europa zwar politisch vereint ist als EU, aber praktisch sehr fragmentiert, angefangen von der Sprache, von den Medienkulturen und von den rechtlichen Auslegungen. Deswegen sind Netzwerkeffekte hier viel langsamer, wobei in den Vereinigten Staaten ein großer vergleichsweise homogene Heimatmarkt vorhanden ist, mit einer Sprache und einem Volumen von über 300 Millionen Menschen. Die 5. These, warum soziale Medien aus Europa nicht so groß werden konnten, ist eine dakeere These, aber sie kann trotzdem richtig sein. Ein Europa ist in vielen Fällen ökonomisch viel weniger Skrupelos als die Vereinigten Staaten. Das hängt auch damit zusammen, dass Skrupelosigkeit für viele Menschen in den USA ökonomisch einen Wert darstellt, wohingegen Europa da einen sehr viel größeren sozialen Druck hat, das auch Unternehmerinnen und Unternehmer sich gefälligst wohl zu verhalten haben. Aber diese Skrupelosigkeit des Geschäfte machen es sowohl in China wie auch in den Vereinigten Staaten einen kulturellen Kontext herstellt, die hat durchaus dazu beigetragen, dass soziale Medien aus den Vereinigten Staaten am Anfang gefragt haben, was ist möglich, wie groß können wir werden, lösen wir überhaupt drücksicht nehmen und wenn ja auf was, was man in Europa immer darauf geachtet hat, auf Schutz, auf Verantwortung, auf gesellschaftliche Folgen. Ein Teil dieser Konsequenzen tragen wir heute, denn soziale Medien haben ohne Zweifel dazu beigetragen, die Gesellschaften weiter zu polarisieren. Aber das ist umso stärker ein Weckruf dafür, dass wir ja etwas tun könnten. Aber was? Die Konklusio baut genau darauf auf, denn sie weiß in eine Richtung, wo wir fragen, was brauchen wir denn, damit in Zukunft vielleicht mal soziale Medien wieder aus Deutschland, aus Europa kommen können. Was wären denn wirksame Gegenmaßnahmen im Sinne der digitalen Serverinität? Wir können wir denn provozieren, dass das übernächste TikTok dann doch aus Frankreich kommt, aus Polen oder aus Griechenland. Ein guter Teil der Gegenmaßnahmen ergibt sich ziemlich direkt aus den Gründen, warum soziale Medien bisher nicht aus Europa kommen. Und trotzdem lohnt es sich noch mal ganz präzise aufzuzählen, was wir in Deutschland und in Europa vor allem seitens der EU machen müssen, um in diesem Bereich wieder eine Chance zu haben. Der erste Punkt wäre die Regulierung nach hinten zu verschieben, dass man große Experimentierräume für Plattformen her stellt, dass man nicht von Anfang an nach dem Risiko fragt, sondern viel eher nach den Chancen. Der zweite Punkt wäre, dass man das europäische Kapital für Wachstum dramatisch ausbaut. Das kann zum Beispiel über öffentliche Fonds passieren über private Co-Investments, aber auch über explizite Förderung von späteren Runden. Es ist bis heute so, dass in Europa zum Beispiel aus rechtlichen Gründen aber auch aus bestimmten Gewohnheitsgründen gigantische Geldmengen, etwa von Pensionsfonds eher nicht in Risikokapital investiert werden und dass deswegen größten Ordnung an Risikokapital genau in diesen Bereichen fehlen. Sie könnten allerdings politisch auf den Weg gebracht werden, zum Beispiel durch massive Steueranreize. Der dritte Punkt wäre, dass man Plattformgründungen strategisch priorisiert, dass man soziale Medien, dass man soziale Infrastruktur im digitalen, als kritische Bereiche der Zürcherinität betrachtet, dass man in der Politik anfängt zu begreifen, soziale Medien sind ein Sieg. so relevanter Teil der Gesellschaft geworden, was es farlässig ist, kein großes soziales Medium aus Europa zu haben. Der Verteppunkt wäre ein Kulturwechsel im Unternehmer-Tum. Scheitern zu normalisieren, die große und endlich große Zahl der sozialen Netzwerke, die in den Vereinigten Staaten gescheitert sind, die während schon aus unternehmerischer Sicht in Europa speziell in Deutschland kaum möglich gewesen, dass jemand zwei, drei, viermal gründet und immer noch mal Geld bekommt, auch wenn vorher kein Exzept da war. Das ist ein wichtiger Punkt, weil es automatisch bedeutet, dass Unternehmen und Unternehmen höhere Risiken einigen. Und gleichzeitig muss dieser Kulturwechsel im Unternehmer-Tum sich auch viel stärker auf die Welt, weiter Expansionen beziehen. In Deutschland macht man sehr häufig Geschäftsmodelle für Deutschland und dann maximal noch für Europa durch die Vielsprachigkeit und der eben nicht ganz so homogen wie gedachte Markt, ist man damit häufig schon überfordert, aber global bei die vor Ort, diese Betrachtungsweise, die muss viel stärker in deutsche und europäische Unternehmen und unternehmerinnen Köpfe. Und schließlich als Fünfterpunkt ist das umzudrehen, nämlich, dass man europäische Werte weiter hochhält, durch das Design und die technologische Gestaltung und nicht durch Verzicht. Denn Datenschutz, Transparenz, Verbraucherschutz und allgemeine Fairness sind ja Werte, die wir in Europa hochhalten müssen. Nur sollte man sie eben unternehmerisch nicht als Bremse oder als Warnung verstehen, sondern als Anreiz dazu ist besser und noch besser zu machen. Wenn wir jetzt also gelernt haben, was Politik und was Unternehmen besser machen können und müssen, um soziale Netzwerke irgendwann wieder aus Deutschland und Europa kommen zu lassen. Dann ist eigentlich die letzte und naheligste Frage ans Publikum gerichtet. Was wäre denn bei euch ein Grund auf ein europäisches Netzwerk auszuweichen? Und ich spreche jetzt ganz spezifisch von den Leuten, die hier zuhören. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass sowas wie mehr Datenschutz oder mehr Kontrolle über XYZ sich zwar ganz gut anhören mag, dass das aber nicht ausreicht, um besonders viele Menschen auf eine Plattform zu ziehen. Aus meiner Sicht gibt es einen sehr zentralen Punkt, der beim Publikum erfüllt sein muss, damit ein soziales Netzwerk groß werden kann. Und das ist Nutzungsfreude. Für mich ist Nutzungsfreude der Punkt, der erreicht werden muss, damit mehr und mehr Menschen ein soziales Netzwerk benutzen. Und diese Nutzungsfreude darf halt nicht wie in einem Strohfeuer stichflammenartig hochschießen und dann sofort wieder verlöschen. Die Flamme der Nutzungsfreude muss immer am Knistern gehalten werden. Und wenn das irgendwann gelingt, dann glaube ich, kommen wieder zu dem Punkt, dass auch in Europa auch in Deutschland ein soziales Netzwerk gegründet werden kann, was Erfolg hat. Aber teilt uns gerne mit, was für euch erfüllt sein müsste, damit ihr auf ein soziales Netzwerk wechselt, was aus Europa kommt, was für euch die zentralen und entscheidenden Kriterien sind? Ich hoffe sehr, dass wir mit diesen Ansätzen und vielleicht auch ein bisschen Glück, ein soziales Medium, ein soziales Netzwerk aus Deutschland oder Europa aufbauen können, bevor wir schmerzlich begreifen, wie wichtig es gewesen wäre, digital zu überrehen, ein soziales Medium aus Europa, aus Deutschland und der demokratischer Kontrolle zu haben und nicht in der Sphere von autoritären Staaten oder sogar Diktaturen. Und mit diesem vielleicht etwas frommen Wunsch verabschiede ich mich. Vielen Dank für zuhören. Und ihr könnt gerne mit uns diskutieren auf den üblichen sozialen Netzwerken, die aus den Vereinigten Staaten oder aus China kommen, wie zum Beispiel auf LinkedIn, auf Instagram, auf TikTok oder auch auf YouTube. Danke für zuhören und bis zum nächsten Mal.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Soziale Medien sind durch ihre Fähigkeit, schwache Verbindungen ("weak ties") zu skalieren, von großer Bedeutung für die Vernetzung der Gesellschaft.
  2. Europäische Plattformen wie Ksing oder Twitter (X) konnten nicht gewachsen werden, weil dort zu wenig Investitionen in technologische Entwicklung und Wachstum stattfanden, und die Regulierung von Anfang an eine hohe Vorsicht verlangte.
  3. Die Entwicklung erfolgreicher sozialer Netzwerke erfordert massive finanzielle Unterstützung, innovative Funktionen und eine kulturelle Einstellung, die auf Risiko und schnelle Expansion setzt – ein Mangel, den Europa in den letzten Jahrzehnten gezeigt hat.

Summary:

Soziale Medien sind eine tief verwurzelte Struktur der modernen Gesellschaft, die durch die Stärke von schwachen Verbindungen und die Fähigkeit zur schnellen Vernetzung von Menschen geprägt ist. Studien wie die von Mark Granovetter, Manuel Castells und Jan Kiezmann zeigen, dass die Kraft von sozialen Netzwerken nicht in engen Beziehungen, sondern in fließenden, weit verbreiteten Verbindungen liegt. Diese Funktionen sind durch technologische Innovationen wie die Timeline, die Werbung und die Viralität besonders stark gefördert worden.

Allerdings konnten europäische Plattformen wie Ksing oder Twitter nicht aufwachsen, weil sie zu wenig Geld für Entwicklung investierten, durch eine zu strenge Regulierung und eine kulturelle Vorliebe für Stabilität beeinträchtigt wurden. Im Gegensatz dazu nutzen die USA eine risikofreundliche, wachstumsorientierte Kultur, die zu schnellerem Wachstum und höherer Agilität führt. Ein zentraler Faktor für den Erfolg ist die „Nutzungsfreude“ – eine überdauernde, lebendige Motivation, regelmäßig zu nutzen.

Ohne diese wird selbst eine technisch solide Plattform nicht erfolgreich. Um zukünftige europäische soziale Netzwerke zu etablieren, müssen Politik und Wirtschaft neue Strategien verfolgen: Risikofreiere Regulierungsmodelle, stärkere Wachstumskapitalanbindung, strategische Förderung von Plattformen und einen Kulturwandel im Unternehmerdenken, der Scheitern als normale Phase akzeptiert. Ein echter Wandel erfordert auch, dass europäische Werte wie Datenschutz und Transparenz nicht als Hemmnisse, sondern als Motivation für bessere Design- und Funktionalität verstanden werden.

Nur dann kann Europa wieder ein eigenes, erfolgreiches soziales Netzwerk entwickeln, das den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht wird und digitalen Souveränität verhilft.

FAQs

Die Entwicklung von sozialen Medien in Europa wurde durch mangelnde Investitionen, strenge Regulierung, fehlende Risikokapital und eine konservative Unternehmerkultur behindert. Diese Faktoren haben es schwierig gemacht, innovative, skalierbare Plattformen aufzubauen.

Soziale Medien basieren auf Funktionen wie Identität, Konversation, Sharing und Gruppenbildung. Sie verbinden Menschen über große Entfernungen und ermöglichen eine schnelle, unmittelbare Kommunikation, was zu einer tiefgreifenden Veränderung von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik geführt hat.

Ksing hat nicht ausreichend investiert in technologische Weiterentwicklung und wurde von strengen europäischen Datenschutzvorschriften beeinträchtigt. Zudem musste es früh gewinnorientiert sein, was die langfristige Innovation behinderte.

Diese Plattformen fehlten an Nutzerfreude, Entdeckbarkeit und relevanten Funktionen. Clubhouse verlor an Nutzern, weil die Benachrichtigungen zu störend wurden, während Google Plus keine klare Nutzernutzen oder Wertschätzung fand.

Das Hannecamp-Modell beschreibt soziale Medien als Bündel von sieben grundlegenden Funktionen: Identität, Konversation, Sharing, Präsenz, Beziehungen, Reputation und Gruppen. Es ermöglicht eine klare Analyse und Bewertung von Plattformen.

Sie ermöglichen eine direkte Kommunikation mit dem Publikum und Kontrolle über die Verbreitung von Informationen. Dies führt zu einer wachsenden Macht von Plattformen, die wie eine neue Form von Macht und Machtpositionen fungieren.

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