Die Podcast-Folge behandelt die Selbstbestimmungstheorie der Motivation von Edward Deci und Richard Ryan, die im Jahr 2000 in einem einflussreichen Artikel veröffentlicht wurde. Die Theorie widerlegt die einfache Gegenüberstellung von intrinsischer und extrinsischer Motivation, wie sie oft in populären Videos oder Ratgebern dargestellt wird. Stattdessen zeigt sie, dass Motivation auf einem Kontinuum von fremdbestimmter externer Regulation bis hin zu intrinsischer Motivation verläuft. Entscheidend für die Qualität der Motivation ist die Erfüllung von drei psychologischen Grundbedürfnissen: Autonomie (freiwilliges Handeln mit Sinn), Kompetenz (effektive Einwirkung auf die Umwelt) und soziale Eingebundenheit (Verbindung zu anderen). Wenn diese Bedürfnisse erfüllt sind, kann intrinsische Motivation entstehen oder extrinsische Motivation in integrierte, selbstbestimmte Formen überführt werden. Für Lehrerinnen und Lehrer bedeutet dies, dass sie nicht auf oberflächliche Motivierungstricks wie Belohnungen oder Druck setzen sollten, sondern auf Bedingungen, die Autonomie, Kompetenz und soziale Eingebundenheit fördern. Beispiele dafür sind selbstbestimmtes Arbeiten, informierendes Feedback ohne Bewertungen und die Berücksichtigung der Schülerperspektive. Das eingangs erwähnte Hundevideo, das angeblich intrinsische versus extrinsische Motivation zeigt, ist tatsächlich ein Beispiel für den angeborenen Jagdtrieb und einen Aufmerksamkeitswechsel – nicht für unterschiedliche Motivationsarten. Die Selbstbestimmungstheorie bietet somit eine empirisch fundierte Grundlage für pädagogisches Handeln.
Psychologie fürs Klassenzimmer Forschung zur Schule und Unterricht, die jede Lererin und jeder Lererkennen sollte. Ein Podcast mit Benedikt Wismärski. Ich begrüße Sie zur dritten Folge von Psychologie fürs Klassenzimmer und freue mich, dass Sie wieder zuhören. In den sozialen Medien speziell in Lehrkräfte blasen, kursiert immer wieder ein Video mit der Beschreibung Intrinsische versus Ex-Trennsische Motivation. In dem Video sieht man ein Hunde rennen und zunächst verfolgen die Hunde eine Hasenattrappe, wie sie bei solchen rennen, als Verfolgungsobjekt verwendet wird. Plötzlich kreut es ein echter Hasid rennbahn und alle Hunde in einen Schlagartik ihre Richtung, um diesem statt der Attrappe zu folgen. Impliziert wird durch die Beschreibung, dass man hier zunächst extremische Motivation beim Verfolgung der Attrappe und dann Intrinsische Motivation beim Verfolgung des echten Hasen beobachten könne. Der Bezug zur Schule wird dann wie voll konstruiert, die künstlich erzeugte vermeintliche extremische Motivation wird der natürlichen und stärker wirgenden vermeintlichen intrinsischen Motivation gegenübergestellt. Das Problem ist, wer dieses Video für Veranschaulichungen für den Unterschied zwischen Intrinsischer und Ex-Trennsischer Motivation hält, hat die beiden Konstrukte sehr grundlegend nicht verstanden. Worum geht es in dieser Folge? In dieser Folge geht es um ein Theorie-Paper der beiden Motivationspsychologen Edward D.C. und Richard Ryan mit dem Titel "The What and Why of Gold pursuits, und also im Monat, in dem er die Termination des Selfs, die Termination auf Behaviour. Auf Deutsch, das Was und Warum der Zielverfolgung, menschliche Bedürfnisse und die Selbstbestimmung von Verhalten. Erschienen ist der Titel im Jahr 2000 in der Fachzeitschrift Psychological Inquery. In diesem Artikel fassen D.C. und Ryan ihre sogenannte Selbstbestimmungstheorie der Motivation zusammen, dieses seit Beginn der 1980er Jahre auf der Basis Umfangreicher empirischer Forschung vorgelegt und im Laufe der Zeit immer weiterentwickelt haben. Der Text ist frei zugänglich und einen Link finden Sie wie immer in der Folgenbeschreibung, falls Sie die Forschungsergebnisse nachlesen möchten. Warum sind diese Forschungsergebnisse für Lehrerinnen und Lehrer interessant? Zu verstehen, warum Schülerinnen und Schüler motiviert sind und auch die Frage, ob und wie man Schülerinnen und Schüler motivieren kann, spielen für Lehrerinnen und Lehrer sicher keine unwesendliche Rolle. In allerlei mehr oder weniger hilfreichen Radgebern können Sie natürlich die üblichen Küchenrezepte zur Motivierung finden, mit einem interessanten Einstieg beginnen, Schülerinnen und Schüler aktivieren, viel loben etc. etc. Oder auch ein bisschen Druck aufbauen, wenn gar nichts anderes hilft. Diesen Ratschlägen liegen bestimmte Annahmen über Motivation zugrunde, so zum Beispiel, je mehr Motivation desto besser, extrinsische Motivation ist schlecht, aber wenn gar nichts hilft, braucht man sie halt doch irgendwie. Der Artikel von dies und Ryan zeigt, dass diese Annahmen ungenau oder schlichtweg falsch sind. Und er zeigt auch, warum das vorher genannte Video nichts mit dem Gegensatz zwischen Intrinsischer und extrinsischer Motivation zu tun hat. Was wurde genau erforscht? Dissian Ryan untersuchten unter welchen Bedingungen Motivation entsteht und wie sich verschiedene Arten von Motivationen voneinander unterscheiden. Und auch, wie sie sich auf Prozesse wie etwa das Lernen auswirken. Aber bevor ich näher auf den Artikel eingehe, zunächst ein paar grundsätzliche Anmerkungen. Was ist überhaupt Motivation? In der Psychologie versteht man darunter alle psychischen Prozesse, die uns dazu bringen, sich einen bestimmten Ziel anzunehmen. Motivation bezieht sich auf Intentionales Verhalten, also Verhalten, dass einem bestimmten Zweck verfolgt. Das Gegenteil wäre die Ar Motivation, also ein Zustand, in dem es keine Handlungsabsicht gibt. Motivation ist immer ein inabsyfisches Phänomen. Dass was andere Personen tun, um jemanden zu einem bestimmten Verhalten zu bewegen, wird dagegen als Motivierung bezeichnet. Das Gegenteil der Motivierung wäre die D-Motivierung, also die äußere Einwirkung auf eine andere Person, die zu einer Reduzierung der Motivation bei dieser Person führt. Wenn man nun einen Blick in die Geschichte der Motivationsforschung wirft, so spielen von Anfang an zwei Arten der Motivation eine Rolle. Wenn mich die intrinzische Motivation, die durch innere Faktoren wie Interesse, Freude oder Sinn erleben entsteht, und die extrinzische Motivation, die durch äußere Faktoren wie Belohnung oder Bestrafung entsteht. Pioniere der Motivationsforschung wie John Atkinsen gingen noch davon aus, dass die zwei Motivationsformen intrinzisch und extrinzisch additiv wirken. Also, dass die Gesamtmotivation sich aus der Summe intrinzischer und extrinzischer Motivation ergibt. Etwas später stellte man aber fest, dass die so nicht stimmen kann. Eine Forschergruppe um Mark Lapper führte Versuche mit jungen Kindern durch, anhand derer sich zeigte das zuvor vorverhandene intrinzische Motivation, durch äußere Faktoren wie Belohnungen, Bestrafungen, Bewertungen, Zeitdruck oder Überwachung unter Graben, also korrumpiert wurde. Man spricht daher vom Korrumpierungseffekt der extrinzischen Motivation. Und hier liegt nun der Ausgangspunkt für die Forschung von Edward D.C. und Richard Ryan. Diese stellten schon in ihren Frühen untersuchungen fest, dass diese Korrumpierung nicht durchgängig auftritt, und kamen zu dem Schluss, dass das Zusammenwirkung von intrinzischer und extrinzischer Motivation kompliziert das sein muss. Also weder additiv noch gegeneinander wirken. Aus dieser Überlegung entstand die Selbstbestimmungstheorie der Motivation. Bis heute wohl eine der am häufigsten zitierten psychologischen Theorien überhaupt. Obwohl ein Großteil der Theorie durch Labor-Experimente entwickelt wurde, wird sie auch durch eine Vielzahl angewandter Forschungsarbeiten aus Feldstudien gestützt. Was sind die Zentralen Ergebnisse? Die Selbstbestimmungstheorie beschreibt menschliche Motivationen sozialen Kontexten und sie unterscheidet verschiedene Formen von Motivationen, anhand von Autonomie und Kontrolle. Diesen Ryan zeigen, dass Motivation unterschiedliche Quantitative aber auch qualitative Ausprägungen aufweisen kann, je nachdem, zu welchem Grad bestimmte psychologische Grundbedürfnisse erfüllt sind. Inwieweit diese Grundbedürfnisse erfüllt sind, beeinflusst also nicht nur wie stark jemand motiviert ist, sondern bedingt auch unterschiedliche Arten von Motivationen. Die drei entscheidenden Grundbedürfnisse sind das Erleben von Autonomie, von Kompetenz und von sozialer Eingebundenheit. Autonomie bedeutet etwas freiwillig und ohne Gefühl, das kontrolliert werden zu tun und auch, dass man selbst einen Sinn in der jeweiligen Sache sieht. Kompetenz bedeutet, effektiv auf die Umwelt einwirken zu können und auf diese Weise gewünschte Resultate zu erzielen. Und soziale Eingebundenheit schließlich bezieht sich auf das Gefühl, sich mit anderen Personen verbunden zu fühlen und eine Bedeutung für diese zu haben. Die Selbstbestimmungstheorie besagt nun, dass intrensische Motivation nur dann entstehen kann, wenn diese drei Grundbedürfnisse erfüllt sind. Und gleichzeitig gibt sie die Vorstellung von extrensischer Motivation als Gegenpol zur Intrensischen auf. Sehr setzt diese Vorstellung durch ein Kontinum von vollkommen fremdbestimmter Regulation, über mehrere Formen integriert der extrensischer Motivation bis hin zur Intrensischen aus reinen, inneren Antrieb entständen Motivationen. Die entscheidende Frage ist die nach dem Warum der Motivation. Extrensische Motivation hat vier Ausprägungen, die externe Regulation, die Intrejektion, die Identifikation und die Integration. Eine externe Regulation, also die Stufe vollkommener fremdbestimmung bedeutet, dass Motivation aufgrund von Belohnung, Bestrafung oder Befolgung von Anweisungen entsteht. Beispiel, eine Schülerin oder ein Schüler erledigt Hausaufgaben, weil sie oder er von der Lehrperson sanktioniert wird, wenn diese nicht erledigt wurden. Bei der nächsten Stufe der Intrejektion erfolgt die Belohnung oder Bestrafung nicht mehr von außen, sondern sie wird selbst angewandt. Wenn Hausaufgaben nicht erledigt wurden, hat man beispielsweise ein schlechtes Gewissen, auch wenn keine Sanktonierung von außen erfolgt. Die nächste Stufe ist die Identifikation. Hier hat das Ziel der Handlung bereits eine persönliche Bedeutung, aber diese Bedeutung ist immer noch instrumentell. Das heißt, das ist. dass die Bedeutung nicht der jeweiligen Handlung selbst zugemessen wird, sondern dem Ergebnis, dass man durch diese Handlung erzielt. In unserem Hausaufgabenbeispiel werden diese erledigt, weil man besser werden möchte. Die letzte Stufe der extrezentischen Motivation ist die Integration, sozusagen die höchste Form der extrezentischen Motivation. Hier hat das Verhalten immer noch eine Instrumentelefunktion, aber das Ziel ist nun im Einklang mit den eigenen Werten. Hausaufgaben werden erledigt, weil dies für richtig und sinnvoll gehalten wird. Nur die imprensische Motivation hat keinen instrumentellen Charakter. Sie entsteht aus der Freude am Verhalten selbst und ist völlig unabhängig von Konsequenzen. Für unser Hausaufgabenbeispiel würde dies bedeuten, dass eine Schülerin oder ein Schüler diese erledigt, weil sie oder eher Spaß an der Erledigung hat. In diesem Fall wohl eher ein seltenes Scenario. In der Selbstbestimmungstheorie sind intrinsische und extrezentische Motivation, also keine Gegensätze. Zunächst rein extrem motivierte Verhaltensweisen können durch die Prozesse der Integration in selbstbestimmte Handlungen überführt werden. Und die Höhe des Erlebens der drei Grundbedürfnisse autonomie, Kompetenz und soziale eingebundenheit ausgeprägt ist, umso wahrscheinlicher ist sowohl die Entstehung der intrensische Motivation als auch die Integration extrezentische Motivation. Ob Schülerinnen und Schüler sich vernetzt das Wissen aneignen, Verarbeitungsstrategien benutzen die zu tieferen Verständnis statt oberflächlichem Ausmindekleinen führen. Und letztendlich, ob sie schulisch erfolgreich sind, hängt nach Dysion Rhyme nicht in erster Linie von der Motivation stärker ab, sondern von der Qualität der Motivation. Was bedeuten die Ergebnisse für Schule und Unterricht? Die Selbstbestimmungstheorie impliziert für die gezielte Förderung von Motivation völlig andere Dinge, als ihnen in den vorher genannten Radgebern meist vorgeschlagen wird. Damit Schülerinnen und Schüler motiviert sind, sind nicht in erster Linie didaktische Oberflächen-Elemente wie der berühmte motivierende Unterrichtseinstieg entscheidend, sondern die Herstellung von Bedingungen, die Autonomie erleben, Kompetenz erleben und das erleben soziale eingebundenheit ermöglichen. Wenn sie Folge 2 gehört haben, merken sie sicher, wie eng diese Bedingungen mit tiefen Strukturen der Unterrichtsqualität zusammenhängen. Lehrpersonen können erheblich dazu beitragen, dass für Schülerinnen und Schüler die drei Grundbedürfnisse erfüllt werden. Das Gegenteil der Ermöglichung des Autonomie-Erlebens im Unterricht ist, Schülerinnen und Schüler kontinuierlich zu kontrollieren, sie unter Zeitdruck zu setzen und Formen der Belohnung und Bestrafung einzusetzen, um erwünschtes Verhalten auszulösen. Autonomie erleben zu ermöglichen, bedeutet dagegen, ihnen Möglichkeiten zu geben, Selbstentscheidungen zu treffen, ihre Ideen und Wünsche zu berücksichtigen, auf ihre Meinung zu hören und Inhalte zu behandeln, die Relevanz, Nützlichkeit und persönliche Bedeutsamkeit für sie besitzen. Auch die Möglichkeit für eigenständiges Arbeiten gehört zur Autonomieförderung. Zum Aspekt des Kompetenz-Erlebens effektives Lernen ist auf interinsische Motivation oder integrierte Selbstregulation angewiesen. Gleichzeitig ist Kompetenz-Erleben eine Grundbedingung für die Entstehung genau dieser Motivationsformen. Schülerinnen und Schüler lernen als erfolgreich, wenn sie intrinsisch oder integriert motiviert sind und sie sind auf diese Arten motiviert, wenn sie erfolgreich lernen. Und unter soziale Eingibundenheit fallen beispielsweise die Unterstützung durch Lehrpersonen oder PIES, während Konkurrenz, Mobbing und soziale Ausgrenzung einen negativen Einfluss auf dieses Erleben haben. Ein weiterer Faktor, der dem Erleben soziale Eingibundenheit entgegenstehen kann, ist das Konkurrenzprinzip. In manchen Radgebern können sie lesen, lobst sei wichtig für die Motivation. In anderen wird auf die motivierende Wirkung von externen Anreizen wie etwa Noten hingewiesen. Autonomiefördernd ist beides nicht. Autonomieförderndes Feedback ist informierend, aber nicht evolutiv. Wenn Schülerinnen und Schüler gelobt werden, erhalten sie wenig Informationen, wenn sie Noten erhalten, erleben sie wenig Autonomie. Und dies veranschaulicht schön, wie die Selbstbestimmungstheorie mit Patentrezepten oft nicht recht zusammenpassen mag. Eine letzte Emplikation für Schule und Unterricht ist die, dass extrinsische Motivation auf keinen Fall per See schlecht ist. Sie hat nur dann einen korrompierenden Effekt auf die intrinsische Motivation, wenn sie dauerhaft auf externer Regulation beruht. Durch die Erfüllung der drei Grundbedürfnisse ist es aber eben auch möglich, zunächst rein fremdregulierte Motivation in günstiger Reformen zu überführen, die sich zunehmend der intrinsischen Motivation annähern. Gibt es zu dem Thema noch mehr Forschung? Die Sien-Rein haben bereits im Jahr 1993 einen Artikel "Sugar of Deutsch" zu den pedagogischen Emplikationen der Selbstbestimmungstheorie veröffentlicht. Dies enthält eine Vielzahl von empirischen Befunden zur Autonomieförderung und zur Ausbärkung verschiedener Formen der Motivation auf Lernprozesse. Von Theresa Amarbili stammt eine Studie zum Zusammenhang zwischen Kontrollbedingungen in drinsischer Motivation und Kreativität. Auch hier zeigt sich, dass Arbeiten im Durchschnitt weniger kreativ ausfallen, wenn sie unter kontrollierenden Bedingungen entstehen. Schließlich wurde zum ewigen Mütterst des motivierten Unterrichtseinstiegs im Jahr 2022, eine Studie von Corwin Senko, Andrew Perry und Melissa Griser publiziert. In der gezeigt wird, dass die Art von Interesse, die durch interessante Einstige erzeugt wird, nicht nur schwache Effekte auf die Motivation erzeugt, sondern Lernprozesse sogar beeinträchtigt. Am Ende bleibt nur die Frage, was ist nun in dem Video mit dem Hundrennen zu sehen? Was sie hier beobachten können, ist der Jagtrieb von Hunden. Eine Angeborene und zu tiefst intrensische Form der Motivation. Ein Instinkt. Die Hundejagen nicht, weil sie in irgendeiner Form verstärkt oder bestraft werden, sondern einfach, weil sie einen inneren Antrieb dazu haben. Externsische Motivation spielt her also gar keine Rolle. Und das Missverständnis kann eigentlich nur entstehen, wenn man extrinsische Motivation mit Motivierung von außen verwechselt. Der Richtungswechsel der Hunde ist übrigens in irste Lehre in Aufmerksamkeitsfinomen, möglicherweise auch ein Gruppenfinomen. Nicht nur sieht man in dem Video keine Gegenüberstellung von den Trennsischern, extrinsische Motivation, sondern nach der Selbstbestimmungstheorie von Dissian Ryan sind dies nicht einmal wirklich gegensitze. Die beiden Forscher haben maßgeblich dazu beigetragen, Motivation besser zu verstehen und eine Vielzahl von empirischen Befunden geliefert, anhand derer man sehr genau verhersagen kann und der welchen auch schulischen Bedingungen Motivation entsteht und der welchen eher nicht. Für mich eine empirisch fundierte Theorie, die jede Lehrerin und jeder Lehrer kennen sollte. Vielen Dank, für die Interesse an diesem Podcast. Fanden Sie die Forschungsergebnisse hilfreich? Haben Sie Fragen, Anmerkungen oder Einwände? Dann diskutieren Sie mit auf Twitter unter dem Hashtag, pfk, unterstrich, podcast. Bis zum nächsten Mal bei Psychologie fürs Klassenzimmer.
Podcast Summary
Key Points:
Die Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan unterscheidet Motivation nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ, basierend auf Autonomie, Kompetenz und sozialer Eingebundenheit.
Intrinsische und extrinsische Motivation sind keine Gegensätze; extrinsische Motivation kann durch Integration in selbstbestimmte Handlungen überführt werden, wenn die drei Grundbedürfnisse erfüllt sind.
Das Hundevideo veranschaulicht fälschlicherweise den Unterschied zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation; tatsächlich zeigt es nur den Jagdtrieb (intrinsisch) und einen Aufmerksamkeitswechsel.
Für den Unterricht sind nicht oberflächliche Motivierungstricks entscheidend, sondern die Schaffung von Bedingungen, die Autonomie, Kompetenz und soziale Eingebundenheit fördern.
Extrinsische Motivation ist nicht per se schlecht; sie wirkt nur korrumpierend, wenn sie dauerhaft auf externer Regulation beruht.
Summary:
Die Podcast-Folge behandelt die Selbstbestimmungstheorie der Motivation von Edward Deci und Richard Ryan, die im Jahr 2000 in einem einflussreichen Artikel veröffentlicht wurde. Die Theorie widerlegt die einfache Gegenüberstellung von intrinsischer und extrinsischer Motivation, wie sie oft in populären Videos oder Ratgebern dargestellt wird. Stattdessen zeigt sie, dass Motivation auf einem Kontinuum von fremdbestimmter externer Regulation bis hin zu intrinsischer Motivation verläuft.
Entscheidend für die Qualität der Motivation ist die Erfüllung von drei psychologischen Grundbedürfnissen: Autonomie (freiwilliges Handeln mit Sinn), Kompetenz (effektive Einwirkung auf die Umwelt) und soziale Eingebundenheit (Verbindung zu anderen). Wenn diese Bedürfnisse erfüllt sind, kann intrinsische Motivation entstehen oder extrinsische Motivation in integrierte, selbstbestimmte Formen überführt werden. Für Lehrerinnen und Lehrer bedeutet dies, dass sie nicht auf oberflächliche Motivierungstricks wie Belohnungen oder Druck setzen sollten, sondern auf Bedingungen, die Autonomie, Kompetenz und soziale Eingebundenheit fördern.
Beispiele dafür sind selbstbestimmtes Arbeiten, informierendes Feedback ohne Bewertungen und die Berücksichtigung der Schülerperspektive. Das eingangs erwähnte Hundevideo, das angeblich intrinsische versus extrinsische Motivation zeigt, ist tatsächlich ein Beispiel für den angeborenen Jagdtrieb und einen Aufmerksamkeitswechsel – nicht für unterschiedliche Motivationsarten. Die Selbstbestimmungstheorie bietet somit eine empirisch fundierte Grundlage für pädagogisches Handeln.
FAQs
Die Selbstbestimmungstheorie sieht intrinsische und extrinsische Motivation nicht als Gegensätze, sondern als ein Kontinuum. Intrinsische Motivation entsteht aus Freude an der Tätigkeit selbst, während extrinsische Motivation in vier Formen von fremdbestimmt bis integriert auftritt.
Die drei Grundbedürfnisse sind Autonomie (Freiwilligkeit und Sinn), Kompetenz (effektives Einwirken auf die Umwelt) und soziale Eingebundenheit (Verbundenheit mit anderen). Ihre Erfüllung fördert intrinsische Motivation und die Integration extrinsischer Motivation.
Externe Regulation basiert auf Belohnung oder Bestrafung, Introjektion auf selbstauferlegten Sanktionen wie schlechtem Gewissen, Identifikation auf persönlicher Bedeutung des Ziels, und Integration auf Übereinstimmung mit eigenen Werten, wobei nur intrinsische Motivation nicht instrumentell ist.
Der Korrumpierungseffekt beschreibt, dass äußere Faktoren wie Belohnungen oder Zeitdruck vorhandene intrinsische Motivation untergraben können. Dies tritt jedoch nicht durchgängig auf, sondern hängt von der Erfüllung der Grundbedürfnisse ab.
Lehrkräfte fördern Autonomie, indem sie Schüler Selbstentscheidungen treffen lassen, ihre Ideen berücksichtigen, auf ihre Meinung hören und Inhalte mit persönlicher Relevanz behandeln. Kontrolle, Zeitdruck und Belohnungen wirken dagegen autonomiehemmend.
Das Video zeigt den Jagdtrieb von Hunden, eine angeborene intrinsische Motivation, nicht den Gegensatz von intrinsischer und extrinsischer Motivation. Das Missverständnis entsteht durch Verwechslung von extrinsischer Motivation mit äußerer Motivierung.
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