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Das schlimmste VPN aller Zeiten

34m 18s

Das schlimmste VPN aller Zeiten

The text introduces VPNs and how they function as a mediator between a user's device and the internet, providing anonymity and security. It delves into the competitive landscape of social media platforms in the 2010s, focusing on Facebook's attempts to acquire Snapchat and its subsequent acquisition of UNAVO. UNAVO's VPN service, UNAVO Protect, was used by Facebook to spy on user activities and assess competitors. This data collection aided Facebook in making strategic decisions and developing successful features across its platforms. However, users eventually discovered Facebook's misuse of UNAVO Protect, leading to backlash and revelations of privacy breaches. The text highlights how Facebook leveraged user trust in privacy tools for its own gain, ultimately compromising user privacy and raising concerns about data misuse.

Transcription

4669 Words, 30923 Characters

Wenn du nicht gerade unter einem Stein lebst, dann weißt du wahrscheinlich, was ein VPN ist. Ein Virtual Private Network. Vielleicht hast du so ein Service ja schon mal benutzt oder Werbung dafür gesehen oder gehört. Vielleicht sogar bei uns. Aber um die Werbung und diese ganzen Anbieter soll es heute nicht gehen. Im Gegenteil. Solltest du wirklich noch nie von einem VPN gehört haben, hier die Basics etwas beeinfacht. Normalerweise verbindet sich dein Computer über das Internet direkt mit einer Website oder einem Dienst. Aller "Hey Amazon", zeig mal, was du gerade so im Angebot hast. Bei einem VPN ist jemand dazwischen geschaltet, eben der VPN-Anbieter. Wenn du dann mit einem Computer Amazon eingibst, dann redet der VPN-Anbieter für dich mit der Seite. Ich frage für ein Freund. Das hat zwei Vorteile. Aller "Hey Amazon", sieht eine IP-Adresse nicht, sondern nur die vom VPN-Server. Und zweitens sieht dein Internet-Anbieter nicht, dass du wieder deine Shoppingsucht rauslebst. Sondern nur, dass du mit dem VPN-Server verbunden bist. Ziemlich sicher und praktisch, oder? Aber was, wenn diese Verbindung doch nicht sicher ist? Wenn dieser VPN-Anbieter eigentlich zum Meterkonzern gehört, ohne, dass du es weißt. Und das Unternehmen, dich mit diesem VPN, die ganze Zeit, ausspioniert. Klingt wie ein Horror-Szenario. Ist aber wirklich so passiert, mitten in den 2010er Jahren. Damals hat der Kampf der Social Media giganten richtig Fahrt aufgenommen. In dieser Folge geht es darum, wie Mark Zuckerberg versucht hat, seine Konkurrenz auszuschalten. Darum, wie tausende Menschen ihm dabei geholfen haben, ohne es zu wissen und um Teenager, die für ein Einkaufsgutschein zu Facebooks Spion wurden. Ihr hört die fast vergessene Geschichte von Onaro, dem wahrscheinlich übesten VPN aller Zeiten. Ein total klasse Programm, ich hatte es euch schon mal gezeigt. "You were told to BPM would keep you safe online, but what if the tool you just downloaded for safety, was actually built to watch you?" Dann hat sich Facebook das gekreilt und man wusste nicht, was die wohin die Daten so fließen. "It's gotta be, to be true, right? It actually was, to be true." "Unfassbar, ein simples Asemos Podcast." Bevor es losgeht, stellen wir euch den ersten Sponsor dieser Folge vor. Vielleicht kennt ihr das. Ihr habt fürs neue Jahr dieser eine Idee, die ihr unbedingt mal angehen wollt. Aber immer wieder kommt was dazwischen. Sie dieses Mal wirklich durch, mit unserem Partner Shoppify. Shoppify begleitet dich vom allerersten Funken eine Idee, bis zu dem Moment, in dem dein Produkt zu den Kunden innen geliefert wird. Wir nutzen Shoppify selbst für unser Modellabel "Culture Culture". Beim eigenen Webshop gibt es viele Stellen, an denen es hätte scheitern können. Inventarmanagement, Logistik, Daten und und und. 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Das Internet wird damals von diesen 30-sekündigen Videos geflutet, alle im gleichen Stil. Erst sieht man eine Gruppe, die nichts tut. Nur eine Person tanzt auf der Stelle. Und dann, nach 15 Sekunden, dropped the beat. Alle Rasten aus, tanzen in bunten Klamotten oder gleich halbnackt. Egal ob im Gym, im Büro oder im Flugzeug. Ganz am Rande, damals, wusste fast niemand, dass dieser Trend eigenhändig vom legendären YouTuber Filthy Frank, aka Pink Guy, erfunden wurde. Heute kennt man ihn eher als erfolgreicher Musiker, unter dem Namen Joji. 2013 war Crazy. Eine Zeit, in der sich vieles etabliert, was die heutige Internetkultur ausmacht. Es ist die geburtsstunde Zalosermint. Gleichzeitig gibt es immer mehr soziale Netzwerke. X heißt damals noch Twitter. Instagram und Pinterest werden immer beliebter. Der größte Player ist aber nach wie vor Facebook. Die Plattform ist da gerade mal seit sieben Jahren für alle zugänglich. Damals besteht Facebook vor allem aus Profilen, mit einer Timeline. Menschen füllen sie wie Ertagebuch, mit Texten und Fotos. Wer will, kann private Nachrichten über ein Messenscher verschicken. Es gibt den Likebutton, aber noch keine Reactions. Die meisten nutzen Facebook im Browser. Und 2013 ist das Jahr, in dem Facebook die Marke von einer Milliarde Nutzer im Monat knackt. Mark Zuckerberg schreibt dazu in einem Post. Eine Milliarde Menschen, der Arbeit zu helfen, sich zu verbinden, ist unglaublich. Es erfüllt eine mit Demut. Und es ist das, worauf ich mit Abstand am meisten stolz bin in meinem Leben. Eine Milliarde Menschen. Jeder siebte weltweit nutzt Facebook. Eine Zahl, auf die man stolz sein kann. Zuckerberg will diese Nutzer um keinen Preis wieder verlieren. Deshalb räumt Facebook andere Techunternehmen immer wieder aus dem Weg. Weil sie zu gute Ideen haben, zu Konkurrenz werden könnten. Zum Beispiel im Frühjahr 2012. Facebook hat gerade Instagram geschluckt, für eine Milliarde Dollar, in Aktien und Cash. Instagram war der erst zwei Jahre alt und hatte 13 Software-Entwickler. Nutzer konnten Fotos hochladen und mit Filtern bearbeiten. Das kam gut an. Insta wurde schnell eine der am meisten heruntergeladen Apps im App Store. Ein besonderer Deal für Mark Zuckerberg. Dies ist ein wichtiger Meilenstein für Facebook. Zum ersten Mal übernehmen wir ein Produkt und ein Unternehmen mit so vielen Nutzen. Wir planen nicht, viele Übernahmen dieser Art durchzuführen, wenn überhaupt welche. Instagram war der erste richtig fette Kauf von Facebook. Vorher waren es eher kleinere Dienste, wie der Messenger Beluga oder Snapchat zu. Das war eine Anwendung, um mit veralteten Handys auf Seiten wie Facebook oder Twitter zu kommen. Für Facebook waren vor allem die Technologien dahinter interessant. Instagram dagegen war ein aufstrebender Konkurrent. Also war. Jetzt ist die Plattform Teil von Facebook. So heißt der Meta-Konzern 2012 noch. Wie sein damaliges Hauptprodukt. Es gibt aber einen weiteren jüngeren Gegner. Snapchat. Snapchat entsteht im Herbst 2011. Gegründet von den Stanford-Freunden Appens Beagle und Robert Murphy. Spiegel wird CEO Murphy Entwickler. Die beiden sind damals Anfang 20. In der App, die am Anfang noch "Piekebu" heißt, können User-Builder hochladen. Das Besondere daran, die Fotos verschwinden nach ein paar Sekunden und können nicht unbemerkt gescreen-Schottet werden. Auch deshalb kriegt Snapchat später den Ruf vor allem eine sexting App zu sein. Man kann News verschicken, ohne ständig Angst haben zu müssen, wo die Bilder landen könnten. Die Technik in das Snapchat ist an sich nicht kompliziert. Den Prototyp entwickelt das Team in wenigen Wochen. Die App ist ein Wenigeis einem Jahr fertig. Sie soll sicher und es kreht sein. Und Spaß machen. Bei Snapchat teile man nicht nur Bilder, sondern eine Stimmung, ein Moment. So erzählt es der CEO Evans Beagle jahre später. Die schnellste Möglichkeit, einen Moment zu teilen. Anders als auf Instagram sollen die Bilder nicht perfekt sein, sondern ruhig auch awkward und lustig. Authentisch. Snapchat will etwas liefern, was Social Media bisher nicht bietet. Vergänglichkeit. Im Vergleich zu Facebook ist Snapchat ein Swerk. Hat auch viel weniger monatliche User. Aber die zahlen wachsen rasant. Und im Gegensatz zu Facebook sind die Nutzer jung, oft unter 20 Jahre alt. Mark Zuckerberg macht also das, was schon früher funktioniert hat. Er lernt die Snapchatgründer zu einem Treffen ein. Hey Evan, ich bin ein großer Fan davon, was ihr mit Snapchat macht. Ich würde euch gerne mal treffen und mehr über eure Vision hören. Wenn ihr Lust habt, sagt gern Bescheid. Dann können wir nachmittags eine Runde spazieren gehen. Bei unserem Facebook-Hop-Quartier. Und der damals 22-riges Snapchat CEO Evans Beagle antwortet? Wir können uns treffen, wenn du zu uns kommst. Das erzählt er zumindest in einem Interview. Später stellt sich raus, Spiegel hat eigentlich ganz brav geantwortet. Er würde sich über einen Treffen freuen und meldet sich, wenn er in der Bay everywhere ist. Zuckerberg aber scheint keine Zeit verlieren zu wollen. Er wollte lieber gleich zu den Snapchat-Jungs kommen. Damals hat Snapchat sein Sitz nicht im Silicon Valley, sondern in Los Angeles. Und ein richtiges Büro haben sie noch nicht. Spiegel sagt, das Headquarter von Snapchat ist damals im Wohnzimmer von seinem Vater. Als Zuckerberg im Dezember 2012 nach LA kommt, trifft er die Gründe aber nicht in diesem Wohnzimmer. Sondern in der Privatwohnung einer Facebook-Kollegen. Was genau dort passiert, weiß man nur aus Medien berichten. Und aus einem Interview mit Evans Beagle, auch wenn seine Aussagen nicht überprüfbar sind. Spiegel sagt, "Zackerberg sei damals nicht nur mit einer Menge Fragen nach LA gekommen, sondern auch mit einer Drohung." Spiegel macht Anführungsstriche, während er das sagt. Es wolle er zeigen, dass er Zuckerberg nicht ernst genommen hat. "Poke" ist ein von Facebook-Entwicklern schnell zusammengebastelter Snapchat-Klon. Und kurz nach dem Treffen in LA geht die App live. Aber sie floppt. Snapchat dagegen wächst munter weiter. In den Wochen nach Pokes veröffentlicht, wird Snapchat deutlich häufiger gesucht und erwähnt als "Poke". Der Klon vom Marktführer unterstreicht offenbar, Snapchat ist die App der Stunde. Dank "Poke" schafft Snapchat den finalen Image-Wandel. Von der "Sexding" zur "Fan App", die Leute wollen anscheinend das Original. Zuckerberg bleibt jetzt nur noch Plan B. Wenn er Snapchat schon nicht kopieren kann, dann soll es eben ihm gehört. Im Herbst 2013 will Zuckerberg Snapchat kaufen. Für 3 Milliarden Dollar. Also in etwa sagt Snapchat CEO Spiegel. Wie hoch die Summe genau war, ist Geheim. Aber sie war auf jeden Fall gewaltig für eine App, die gerade mal seit zwei Jahren existiert. Bei der nicht klar ist, ob sie jemals profitabel sein wird. Spiegel und sein Mitgründer lassen sich nicht darauf ein. Sie lehnen das Angebot des übermächtigen Gegners ab. In einem Interview sagt Spiegel später, er habe nicht den gleichen Fehler machen wollen wie Instagram. Zu früh und für zu wenig Geld verkaufen, wenn das Unternehmen eigentlich viel wertvoller sei. Und damit kommen wir wieder Ende 2013 an. Was wir Zuckerberg sonst so gut funktioniert hat, ist gescheitert. Der Konkurrent lässt sich nicht kaufen. Und Facebook's eigener Kopie kommt nicht gut an. Aber Zuckerberg will nicht einfach dabei zuschauen, wie Snapchat weiter wächst. Und beschließt, zu Herteren beschützen zu greifen. Er braucht eine Geheimwaffe. Und bald findet er auch eine. Ausgerechnet in der Form eines VPNs. Stark heruntergebrochen liegt Facebook's, beziehungsweise Metas macht in den Daten, die der Konzern über seine Nutzer sammelt. Dabei geht es nicht nur um den Namen, das Geburtsdatum und den Beziehungsstatus. Die Informationen kommen auch über die likes. Forscher aus Cambridge und Stanford untersuchen damals, wie gut computerbasierte Persönlichkeitsentschätzungen sind. Für die Studie schauen sie auch auf das Like verhalten von Facebook-Usern. Und sie kommen zu einer krassen Erkenntnis, die sich auch auf Facebook übertragen lässt. Verteilt 10 likes und Facebook kann sich besser einschätzen als den Arbeitskollege. 70 likes und es kennt dich besser als deine Freunde. 150 likes und es weiß mehr über dich als deine Eltern und Geschwister. 300 likes und Facebook kennt dich besser als dein Ehepartner. Facebook registriert jede Aktivität seiner User und erstellt aus diesen Daten Nutzerprofile. Für Werbezwecke sind die Profile goldwert. Früher wurde Werbung ziemlich ins Blaue gesendet. Ihr Erfolg war schwer messbar und sie richtete sich erst mal an alle. Denkt man an Fernsehwerbung und wie ihr relevant so viel davon für dich ist. Komm schon, wo wir doch einmal weichsten noch nicht weichsten. Wir haben uns völlig gefühlt. Überlegene Saukraft mit Eilkofilm. Aber mit Facebook-Staten können Werbepartner ihre Werbung den Menschen liefern, für die das Produkt relevant ist. Und diese Werbeanzeigen auch direkt auf Facebook-Schalten. Erst durch die User kann Facebook also Geschäfte machen. Jeder ihrer Klicks bringt Facebook erst mal Daten und später dann Geld durch die Werbeinung. Neue User bringen also neue Daten und höhere Umsätze. Wenn sich jetzt ein neues soziales Medium aufbaut, kann das für Facebook zum Problem werden. Denn die wertvollen Daten landen bei der Konkurrenz. Damit Facebook-Marktführer bleibt, muss es der Konkurrenz einen Schritt voraus sein. Und eine Firma aus Israel soll dabei helfen. UNAVO. Gegründet wurde UNAVO 2010. Damals fang Menschen gerade an, mit Smartphones oder Tablets ins Internet zu gehen. Die mobile Nutzung wächst rasant. UNAVO hat für diese Geräte eine App entwickelt, um mobile Daten zu sparen. Das Team hinter UNAVO beschäftigt sich aber auch damit, wie Menschen diese mobileen Geräte verwenden. Dafür haben sie Analysetools entwickelt. 2013 übernimmt Facebook dann UNAVO. Also im selben Jahr, in dem Max Sackerberg eine Absage von Snapchat kassiert. Ein Facebook-Sprecher kommentiert die Kaufentscheidung damals so. UNAVO wird eine aufregende Ergänzung für Facebook sein. Wir gehen davon aus, dass die Datenkomprimierungstechnologie von UNAVO eine zentrale Rolle bei unserer Missionen spielen wird, mehr Menschen mit dem Internet zu verbinden. Und, dass ihre Analysetools uns dabei helfen werden, bessere und effizientere mobile Produkte anzubieten. UNAVO sagt, "Wie gewohnt verpflichten wir uns zum Schutz der Privatsphäre der Nutzer unserer Anwendung. Und diese Verpflichtung wird sich auch nicht ändern." Und dann hat man erstmal nicht so viel von UNAVO. Bis 2016 ein neuer VPN-Dienst aufblockt. UNAVO Protect. VPNs, also Virtual Private Networks, gibt es zu dieser Zeit längst. Sie werden Teils von Leuten benutzt, die Serien aus dem Ausland streamen oder illegale Inhaltet outloaden. Und von allen anderen, die eine Art vertrauenswürdigen Mittelsmann brauchen, der ihre IP-Adressen verschleiert. Ein Use-Case zum Beispiel, Menschen, die öffentliche Netzwerken nutzen. Anfang der 2010er Jahre sind mobile Daten noch teuer. Öffentliche Wählernetze werden immer verbreiteter, aber sie sind auch eine Einladung für Datendiebe. Denn Daten, die man über ein öffentliches Wählern versendet, können abgefangen werden. Man nennt das Wi-Fi-Snoping. Sind diese Daten nicht verschlüsselt, können Angreifers leicht auswerten und kommen so zum Beispiel an Login-Daten oder andere sensible Informationen. VPNs können gegen dieses Problem helfen. Die verschlüsselt eine Daten auf dem Weg zu ihrem Server. Genau da dockt Facebook an. Das neue Unabo-Protect bietet ein übliches VPN, das die Privatswere der User schützen soll, kostenlos. Dafür werden alle Daten, die bei einer Interaktion mit einer Website oder App entstehen, über Unabo-Server verschlüsselt und komprimiert. Aber die App kann noch mehr. Sie gibt Bescheid, wenn eine App zu viele mobile Daten verschleudert. Und durch die Komprimierung verbraucht man weniger davon. Damals hat eine deutsche Smart von Nutzerin durchschnittlich 850 Megabyte im Monat. Da ist je nach Qualität nicht mal eine halbe Stunde YouTube drin. Die Datenkomprimierung ist eines der Topverkaufsargumente für die App. Im Appstore wird Unabo-Protect damals beworben mit dem Satz. Get the nice from your phone! Facebook will sein neues VPN an möglichst viele Leute bringen. In der App-Version von Facebook gibt es deshalb jetzt einen Button, auf dem "Protect" also schützen steht. Wer draufklickt, landet direkt im Appstore, um Unabo-Protect herunterzuladen. Es gibt Werbung, die Unabo-Protect als das Mittel für Sicherheit preist. Und auch Tech-Reviewer auf YouTube empfehlen Unabo-Protect. Übrigens nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland. Ein total klasse Programm. Ich hatte es euch schon mal gezeigt, wenn ich möchte heute hier nochmal an der Stelle erwähnen. Denn genau dieses Programm zaubert bei mir dieses VPN-Zeichen oben in die Statusbahn. Die App kommt gut an. Bis Anfang 2018 wird sie 33 Millionen mal installiert. Leute vertrauen auf Unabo-Protect. Den Mittelsmann, der diskret und verschlüsselt, deine Daten verschickt und komprimiert. Aber was, wenn der Mittelsmann, deine Privatsphäre zwar von äußeren Angriffen schützt, aber selber alle deine Daten aufzeichnet? Im Sommer 2017 veröffentlicht das Wall Street Journal eine Recherche, die es in sich hat. Facebook soll seine Nutzer ausspioniert haben, mit Hilfe von Unabo. Aber nicht nur die Nutzer, sondern auch seine Konkurrenten. Wenn ein User von Unabo-Protect, eine App oder Website öffnet, leitet Unabo den Datenverkehr an die Server von Facebook weiter. Und die Aktion wird in einer Datenbank protokolliert. Die Produktteams von Facebook können die Daten analysieren, um detaillierte Informationen darüber zu erhalten, welche Apps die Nutzer verwenden. Wie häufig, wie lange und ob in einem bestimmten Land mehr Frauen als Männer eine App nutzen. Facebook sieht nicht nur, was User auf den eigenen Seiten machen. Mit Unabo-Protect kann das Unternehmen auch sehen, was in anderen Apps passiert. Wie lange sich die Nutzer dort auffalten und was sie dort tun. Für Facebook ist es ziemlich nützlich. Die Daten helfen dem Konzern bei der Entscheidung, welche Apps sie kopieren oder kaufen wollen, welche Flopsie vermeiden müssen und welche Features eingeführt werden sollten. Die Strategie funktioniert wahnsinnig gut. 2014 übernimmt Facebook den Messenger WhatsApp. Nachdem es durch Unabo verstanden hat, dass über WhatsApp doppelt so viele Nachrichten versendet werden wie über den Facebook Messenger. 2015 geht Facebook live an den Start. Nach dem Facebook dank Unabo herausgefunden hat, das Live-Videos auf anderen Plattformen gut laufen. Und 2016 führt Instagram Stories ein, bei Snapchat mit dem gleichen Feature extrem erfolgreich war. Auch das konnte Facebook unter anderem durch Unabo früh feststellen. Zimlich gute Entscheidungen für Facebook, mützlich im Kampf gegen andere Social-Media-Plattformen. Möglich gemacht haben das User, die er eigentlich nur ihre Privatsphäre schützen wollten. Doch die werden irgendwann missthausch. Auf Reddit wird vor Unabo gewarnt. Achtung, bloß nicht Facebooks Vampire VPN herunterladen. Im März 2018 werdet ein Journalist den Code der App aus. Er will wissen, auf welche Daten Facebook zugreifen kann. Und er findet heraus, selbst wenn der Bildschirm ausgeschaltet ist, liefert die App Daten an Facebook Server. Und noch erschreckender, es werden offenbar sogar dann Daten über die WLAN-Nutzung geliefert, wenn das VPN ausgeschaltet ist. Und dann tauchen er auch noch E-Mails auf, die einen Verdacht nahe legen. Wo möglich ging es bei Unabo von Anfang an um Snapchat? Die Mails sind von Zuckerberg und anderen Facebook-Mitarbeitenden. Sie werden es beweise für ein mögliches Griechzverfahren angeführt. Am 9. Juni 2016, z.B. schreibt Max Zuckerberg seinen Facebook-Führungskräften, Betreff, Snapchat Analytics. Immer wenn jemand eine Frage zu Snapchat stellt, laute die Antwort in der Regel, dass wir keine Analyse-Daten haben, weil ihr Datenverkehr verschlüsselt ist. So schnell, wie sie wachsen, müssen wir einen neuen Weg finden, um zuverlässiger Analyse-Daten zu bekommen. Vielleicht müssen wir Panels durchführen oder eine spezielle Software entwickeln. Findet heraus, wie wir das hinbekommen. Wenige Minuten später soll die damalige Kogeschäftsführerin von Facebook diese Mail weitergeleitet haben. Und zwar an das Team von Unabo. So steht es in Dokumenten, die als mögliche Beweise für eine Sammelklage öffentlich werden. Das Team von Unabo soll es sich etwas überlegen, out of the box denken. Und das tun sie dann auch. Dabei hätte das Unternehmen nach der Übernahme noch versprochen? Wie gewohnt verpflichten wir uns zum Schutz der Privatsphäre der Nutzer unserer Anwendung? Und diese Verpflichtung wird sich auch nicht ändern. Laut diesen Dokumenten soll das Team von Unabo gerade mal acht Tage später ihren Chefs das Projekt Ghostbusters präsentiert haben. Geisterjäger, wegen Snapchat-Iken. Die Idee dahinter sei, über einen Mittelsman an nützliche Analyse-Daten zu kommen. Möglicherweise ist daraus das Unabo-Projekt VPN überhaupt erst entstanden. Wenn man dieser Beweisführung folgt, dann war Unabo-Projekt seit Tag 1 ein geplanter Angriff auf Snapchat. Das würde bedeuten, dass Facebook seine User unter dem Deckmantel der Sicherheit jahrelang benutzt hätte, als Art Wirtschaftsspionen im Kampf gegen einen ihrer größten Konkurrenten. Facebook sagt, die Nutzungsbedingungen seien eindeutig. Welche Daten die App sammelt und wofür werde beim Download der App angezeigt. Auch das Facebook mit den gesammelten Daten, seine Apps und Services verbessern wolle. Aber diese Argumente scheinen Appl nicht auszureichen. Im Sommer 2018 veröffentlicht der Konzern Neurichtlinien für den App Store. Mit der letzten Aktualisierung unserer Richtlinien haben wir ausdrücklich klargestellt, dass Apps keine Informationen zur Analyse oder Werbezwecken darüber sammeln dürfen, welche anderen Apps auf dem Gerät eines Nutzers installiert sind. Und dass sie deutlich machen müssen, welche Nutzerdaten gesammelt und wie diese verwendet werden. Unavow Protect hält diesen Richtlinien offenbar nicht stand. Drei Monate später ist Facebook's Geheimwaffe aus dem App Store verschwunden. Vielleicht fragt ihr euch jetzt, warum ihr noch nie von diesem Skandal gehört habt. Das könnte an einem anderen Datenskandal von Facebook aus dieser Zeit liegen, der die Unavow-Geschichte überschattet hat. Das Cambridge Analytica, eine Firma, die Facebook-Daten zu politischen Zwecken besbraucht haben sollen. Als Konsequenz hat Facebook nach eigenen Angaben interne Untersuchungen durchgeführt. Dafür haben sie sich wohl tausende Facebook-Apps von externen Entwicklern angeschaut. Also solche, die man direkt über Facebook nutzen kann. Persönlichkeits-Tests, Spiele, sowas halt. Am Ende hat Facebook insgesamt 400 von diesen Apps von der Plattform genommen. In einem Statement begründet das Facebook so. Man habe bedenken wegen bestimmter App-Entwickler und wie die mit den von ihnen gesammelten Daten umgehen. Es scheint, als gäbe es ein neues Bewusstsein bei dem Konzern, was Datenschutz angeht. Das müsste dann ja eigentlich das Ende der Unavow-Story sein, oder? Die Wahrheit ist, sie wird immer verrückter. Bevor wir euch erzählen, wie alles ausging, kommen wir zum zweiten Sponsor dieser Folge. Eigentlich sollte man denken, dass ein Datenskandal schon einer zu viel ist. Vielleicht sollte man sich drüben im Silicon Valley ein paar gute Vorsätze fürs neue Jahr nehmen. Weniger Überwachung zum Beispiel. Wir nehmen uns auch was vor für 2026. Ein bisschen weniger Zucker essen, weniger junk food, ihr kennst. Und mit den Snacks von Koro ist es wirklich leicht, genau diese Vorsätze einzuhalten. Auf Koro.com könnt ihr selbst auschecken, was für tolle Sachen es gibt. Jedes erdenkliche Nussmus für ein ausgewogenes, aber trotzdem dekadentes Frühstück. Oder die Krispie-Protein-Regeln mit Vanilla Cookie-Dohrgeschmack. Und von den Bio-Natbatter-Cups wollen wir gar nicht erst anfangen. Da können wir uns einfach nicht für die beste Geschmacksrichtung entscheiden. Außerdem gibt es den Großteil des Sortiments in Großverpackungen. Das Spartverpackungsmüll, Geld und den unnötigen Gang in den Supermarkt. Mit dem Code unfassbar spart ihr 5% auf euren gesamten Einkauf bei Koro. Den Link zum Koro-Onlineshop sowie den Code findet ihr wie immer in den Show-Nodes. Also schlagt zu und startet mit den Besten Snacks von Koro, genussvoll ins neue Jahr. Die Geschichte von Unavo Protect ist hier noch nicht zu Ende. Die App gibt es auch nach Facebooks Untersuchung noch. Zumindest für Android-User. In der Beschreibung steht jetzt ein Hinweis. Im Rahmen der Bereitstellung dieser Funktion kann Unavo ihren mobilen Datenverkehr erfassen. Um den Betrieb des Unavo-Dienstes zu unterstützen und Facebook-Produkte zu verbessern. Apple-User kann Unavo Protect nicht mehr herunterladen. Eine andere App aber schon. Facebook Research. Gibt es eigentlich schon seit 2016, wird jetzt aber erst so richtig hochgefahren. Zum Beispiel durch Werbung auf Instagram oder Snapchat. Facebook will offenbar nicht auf die kostbaren Daten der jungen Smartphone-Affien-Nutzer verzichten. Facebook Research gibt es nicht im normalen App Store, sondern bei Enterprise. Auch ein Store von Apple, aber der funktioniert eher wie eine Art Internet. Hier gibt es Firmen-Internen-Apps von Microsoft, SAP oder ja, Facebook. Lett man Facebook Research runter, kommt ein Pop-Up mit einem Button. Trust steht da. Vertrauen. Solche Fenster kennt ihr vielleicht von Downloads auf dem laptop. Meistens klickt man dann auf Vertrauen und hofft, dass man sich nicht irgendeinen Virus runterlärt. Nutzern der App bietet Facebook eine Belohnung an. Einen Online-Shopping-Gutschein im Wert von bis zu 20 Dollar im Monat. Jedenfalls, wenn man zwischen 13 und 35 Jahre alt ist und man in den USA oder in den lebt. Und für jeden Freund, den man anwirbt, gibt es noch mal 20 Dollar drauf. Facebook scheint Leute zu rekrutieren, damit diese Nutzungsdaten für den Konzern generieren. Die App gibt Facebook offenbar kompletten Zugriff auf alles, was man am Handy macht. Welche Apps man nutzt, klar? Aber auch private Nachrichten, Fotos und Videos. E-Mails und sogar aktuelle Standortinformationen. Außerdem lässt Facebook die Teilnehmer NDAs unterzeichnen, also Verschwiegenheitserklärungen. 2019 kommt das Ganze trotzdem an die Öffentlichkeit, durch das Newsportal TechCrunch. Facebook sieht darin erst mal kein Problem. Trotz früherer Berichte gab es daran nichts Geheimnisvolles. Es wurde buchstäblich die Facebook Research App genannt. Es war kein Spionieren. Da alle Personen, die sich für die Teilnahme angemeldet hatten, einen klaren on-boarding-Prozess durchliefen, um ihre Erlaubnis zu erhalten und für die Teilnahme bezahlt wurden. Facebook sagt auch, die Research App sei kein Ersatz für UNAVO Protect gewesen. Dabei gibt es Überschneidungen. Laut TechCrunch hat Facebook Research nutzerdaten an einen Server geschickt, der UNAVO zugeordnet wird. Der öffentliche Druck ist hoch. Anfang Februar 2019 hört Facebook dann auf, nach neuen Testern für Facebook Research zu suchen. Auch UNAVO Protect verschwindet aus dem Google Play Store. Man könnte diesen Move als Einsicht von Facebook verstehen, dass man zu weit gegangen ist. Oder eben als Reaktion darauf, dass man erwischt wurde. Eines liegt die Story Abanaar. Das ein Konzern hier versucht, die Grenzen der Privatsphäre zumindest auszutessen. Vielleicht sogar zu verschieben. Wir haben Meta auch selbst angefragt und ihnen einen kleinen Fragenkatalog geschickt. Leider haben wir keine Antwort erhalten. Snapchat jedenfalls hat trotz der Facebook-Tobolenzen weitergemacht. CEO Evans Beagle hat sich vor ein paar Monaten in einem Interview dazu geäußert. Er scheint es sportlich zu nehmen. Auf die Frage nach Konsequenzen für Facebook sagt er, wir haben da nichts unternommen. Bei Facebook ist inzwischen ein Gigant, mit drei Milliarden monatlichen Nutzern weltweit. Bei jungen Menschen in Deutschland ist die Plattform eher irrelevant. Inzwischen scheint der Konzern das aber nicht mehr so schlimm zu finden. Denn zu Meta sagen, dass Facebook in den letzten Jahren geschehen wird. Und nicht so verdeckt wie damals bei "Poke" mit Spiegel. Facebook ist inzwischen ein Gigant, mit drei Milliarden monatlichen Nutzern weltweit. Denn zu Meta gehört ja auch Instagram, dessen durchschnittlicher Nutzer deutlich jünger ist. Auch Instagram ist ein Gigant, mit ebenfalls drei Milliarden aktiven Nutzern im Monat. Aber die Gen-C bewegt sich auch woanders. Snapchat hat rund 900 Millionen monatliche aktive Nutzern und wächst noch immer. Und dann ist er noch TikTok mit knapp zwei Milliarden aktiven monatlichen Nutzern. Und er Kampf um die Nutzern geht weiter. Von einander kopieren scheint mittlerweile ganz normal zu sein. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass Instagram sich von quadratischen Bildern verabschiedet hat und "rears" mit ordentlich Reichweite pushed. Doch auch etwas anderes scheint zur neuen Normalität zu gehören. Die privatesten Daten der User auszuwerten und zu nutzen. Das zeigt ein Blick in die Tech-Nachrichten, der letzten Monate. Und wie wenig Reaktion ist in großen Medien auf sie gar. Juni 2025 - Facebook nutzt Tracking-Technik, die auch Yandex nutzt, sozusagen das russische Google. August 2025 - Google's Free VPN überwacht deinen Screen. Oktober 2025 - Meter will alle Gespräche mit Chatorts auswerten. Es wirkt so, als wolle das Silicon Valley die Grenzen der Privats wäre immer weiter verschieben. Immer mehr Daten von uns werden zur Ressourcen. Und auch wenn die EU bisher stärker am Datenschutz festhält als der Rest der Welt, so richtig quer stellt Europa sich auch nicht. Im EU-Parlament wurde kürzlich darüber diskutiert, ob unsere Chats für Strafverfolgungsbehörden jederzeit zugänglich gemacht werden sollten. Die Polizei bereitet sich darauf vor, daten unschuldiger Personen, direkt in Palantir einzuspeisen. Und User von ChatGPT teilen privateste Details mit OpenAI. All diese Entwicklungen könnten eine Reihe von Skandalen sein. Aber sie sind eher Meldungen, die uns nicht mehr schocken. Vielleicht ist das der Grund, warum die Geschichte von UNAWU so in Vergessenheit geraten konnte. Dann kann unsere Sponsoren Shopify und Koro dafür, dass sie unabhängigen Journalismus unterstützen. Links zu den Angeboten findet ihr wie immer in den Show Notes. Wenn euch unsere Arbeit gefällt und mehr Menschen unfassbar hören sollten, teilt diese Folge mit euren Freunden und gibt dem Podcast 5 Sterne. Das heft uns wirklich enorm. Eine neue Folge von unfassbar erscheint im neuen Jahr. Dann geht es um einen der mysteriöses Morde aller Zeiten. Und fassbar ist eine Produktion von Simplizismus. Diese Folge wurde von Pierre Standerer recherchiert und geschrieben, mit Unterstützung von Max Stern, Jonas und Mir. Der Faktencheck kommt von Pascal Müller. Gesprochen habe ich, Janne Knelltler. Schnittmusik und Sounddesign, kommt von Charlie Koch und Benitub Flüger von Studio Summa. Unter Regie von Max Stern und Jonas. Fiem und Automusik sind von Marcel Becker neu, die sie ein, das von Mario Hund kann werden. Tschüss und bis im neuen Jahr.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Introduction to VPNs and how they work.
  2. Background on the rise of social media giants and competition in the 2010s.
  3. Facebook's acquisition of UNAVO and the development of UNAVO Protect.
  4. Facebook's misuse of UNAVO Protect to spy on users and competitors.
  5. Consequences of Facebook's data collection through UNAVO Protect.

Summary:

The text introduces VPNs and how they function as a mediator between a user's device and the internet, providing anonymity and security. It delves into the competitive landscape of social media platforms in the 2010s, focusing on Facebook's attempts to acquire Snapchat and its subsequent acquisition of UNAVO. UNAVO's VPN service, UNAVO Protect, was used by Facebook to spy on user activities and assess competitors.

This data collection aided Facebook in making strategic decisions and developing successful features across its platforms. However, users eventually discovered Facebook's misuse of UNAVO Protect, leading to backlash and revelations of privacy breaches. The text highlights how Facebook leveraged user trust in privacy tools for its own gain, ultimately compromising user privacy and raising concerns about data misuse.

FAQs

Ein VPN steht für Virtual Private Network und fungiert als Mittelsmann zwischen deinem Computer und dem Internet, um deine Privatsphäre zu schützen.

Ein VPN versteckt deine eigene IP-Adresse und zeigt nur die vom VPN-Server, wodurch deine Internetaktivitäten anonymisiert werden.

Ein unsicherer VPN-Anbieter kann deine Daten aufzeichnen und möglicherweise für Spionagezwecke verwenden.

Die Datenkomprimierung hilft, den Datenverbrauch zu reduzieren und schützt vor Wi-Fi-Snoping in öffentlichen Netzwerken.

Facebook hat Nutzer und Konkurrenten mit Hilfe von Unavo Protect ausspioniert, um Informationen über deren App-Nutzung zu erhalten.

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