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Breaking Bosch – warum Deutschlands Vorzeigeunternehmen in der Krise steckt

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Breaking Bosch – warum Deutschlands Vorzeigeunternehmen in der Krise steckt

Der Bosch-Konzern befindet sich in einer schweren Krise. Bis 2030 sollen über 22.000 Arbeitsplätze abgebaut werden, da das Unternehmen seine angestrebte Gewinnmarge von 7% bei weitem verfehlt und sogar Umsatzrückgänge verzeichnet. Die zentrale Problemzone ist der Mobilitätsbereich, der mehr als die Hälfte des Umsatzes generiert. Hier leidet Bosch unter der Transformation zur Elektromobilität, die weniger Teile benötigt, unter heftigem Preiskampf und unter der strategischen Entscheidung, nicht in die Batteriezellenfertigung einzusteigen. Auch Zukunftsfelder wie das autonome Fahren entwickeln sich langsamer als erhofft. Zusätzlich belasten hohe Kosten durch einen zentralisierten und hierarchischen Verwaltungsapparat das gesamte Unternehmen. Als Stiftungsunternehmen ist Boschs Handlungsspielraum begrenzt; Optionen wie Börsengänge von Tochtergesellschaften zur Kapitalbeschaffung sind kaum möglich. CEO Stefan Hartung sieht sich daher mit einem "perfekten Sturm" konfrontiert und muss das Unternehmen unter schwierigen Rahmenbedingungen restrukturieren und eine neue Wachstumsstrategie finden.

Transcription

2729 Words, 17587 Characters

German
* Musik * Von den 418.000 Mitarbeitern müssen mehr als 22.000 gehen. Also da brennt die Hütte, um es sein Lob zu sagen. * Musik * Herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer. Wir sind bei Manager Magazin Podcast das Thema. Mein Name ist dieser Welthülsen. Der Boschkonzern gehört zum Herzen der deutschen Industrie. Weil die Produktpalette so groß ist wie in kaum einem zweiten deutschen Unternehmen. Von der Waschmaschine bis zum Akubore oder zur Software für Autonomis fahren, Bosch produziert, was die Welt gebrauchen kann. Doch der Traditionskonzern aus Gerling bei Stuttgart 1886 gegründet und damit 140 Jahre alt steckt tief in der Krise. Bis 2030 sollen rund 22.000 Arbeitsplätze wegfallen. Für das Unternehmen, das bisher im Rufstand nicht nur innovativer, sondern vor allem auch sozialer zu sein, ist das ein tiefer Schock. Was hinter dem Niedergang in der deutschen Industrieinstitution steht und was CEO Stefan Hartung dagegen unternehmen will, darüber spreche ich jetzt mit meiner Kollegin Margaret Hucko, die sich bei Bosch bestens auskennt, auch gerade eine Titelgeschichte im Manager Magazin über das Bosch Drama geschrieben hat. Sie ist hier bei mir im Studium, ich freue mich, dass da ist. Herzlich willkommen, liebe Margaret. Hallo, Isar. Ja, Bosch hat ja bis vor kurzem selber noch daran festgehalten, dass man 2025 zumindest ein kleines Wachstum hinbekommt. Seit vergangenen Woche ist klar, die Lage ist noch viel schlechter, als man gedacht hat. Ohne Zuckäufe ist der Bosch umsatz sogar geschrumpft. Was genau ist da gerade los? Der Also Hartung hat in einer Intern-Mail eingeräumt, wie mies das Jahr 2025 für Bosch gelaufen ist. Normalerweise hat sich Hartung eine 7% Gewinnmarge zum Ziel gesetzt. Aber im vergangenen Jahr, so stand es in der Mail, hat man weniger als 2% geschafft und ist damit noch mal deutlich schlechter als im Jahr zuvor. Also das ist schon ein kleines Drama, kleines bis groß, je nachdem, ob man Optimist oder Pessimist ist. Und jetzt palt man die Zielrendite frühestens 20/27 an. Hartung ist ja eigentlich ein Dauer-Optimist, muss man sagen, welche Auswirkung hat denn die Lage jetzt konkret auf das Unternehmen? Also in erster Linie bedeutet die wirtschaftlich schlechte Lage bei Bosch Jobabbau von den 418.000 Mitarbeitern müssen mehr als 22.000 gehen. Also da brennt die Hütte, um es da lobt zu sagen, es gibt Demonstrationen an etlichen Standorten vor der Zentrale, also es ist ordentlich aufbohr im Unternehmen. Und bauen ja auch andere Konzerne gerade tausende Arbeitsplätze ab. Für Bosch ist das aber ein besonders harte und auch ein ungewöhnlicher Schritt. Warum? Ja Bosch, du hast es eben schon angesprochen, ist ein besonderes Unternehmen, es ist ein Stiftungsunternehmen und musste bisher nie harte brutaler Kapitalmarkt logik folgen, sondern konnte langfristiger denken. Und die Mitarbeiter, die im Konzern in der Vergangenheit gehen mussten, folgten einem Drehscheibenprinzip, das heißt, wenn sie an einer Stelle nicht gebraucht wurden, konnten sie an anderer Stelle eingesetzt werden. Und jetzt führt aber diese Drehscheibe leider oft nach draußen. Das heißt aber doch auch, wenn man sich für einen solchen Schritt bei Bosch entscheidet, dann muss es wirklich ernst sein. Wo fallen denn diese Arbeitsplätze weg? Also Bosch ist noch sehr stark abhängig vom Automobilgeschäft und deshalb fällt auch der größte Teil im Automobilbereich weg. Und das erschreckende ist, dass es vor allem auch zukunftsbereiche trifft, wie in der Immobilität. Aber es gibt auch Werkschließungen in anderen Bereichen, zum Beispiel bei den Haushaltsgeräten oder auch bei den Power-Tools. Dann lass uns doch einmal auf die Ursachen-Suche gehen. Bosch hat ja extrem unterschiedliche Geschäftsbereiche, haben wir schon angeschnitten. Liegt den Problem in diesen betroffenen Sparten, denn die gleiche Ursache zugrunde oder hat da im Grunde jeder ein anderes ein eigenes Päckchen zu tragen im Moment. Also beides, manche Probleme sind Konzerne weit vorhanden, nämlich komplexe Strukturen, immer noch eine starke Zentralisierung und sehr, sehr viele Hierarchie stufen, die doch die Dynamik im Unternehmen extrem leben. Und du hast es eben schon erwähnt, Bosch ist irgendwie auch überall unterwegs, ein bisschen. Also man leigt auch sich zu verzetteln. Die Zentralisierung und dieser große Verwaltungsapparat führen zu hohen Kosten auch deutlich höher als bei vergleichbaren Konkurrenten. Und diese Kosten werden auf die verschiedenen Einheiten verteilt und umgelegt und belasten dort auch die Ergebnisse. Es gibt ein schönes Zitat aus der letzten Geschichte, das würde ich gerne mal aufgreifen. Da hat jemand gesagt, wenn man bei Bosch nicht regelmäßig freischneidet, wuchert es unkontrolliert und das trifft es eigentlich ziemlich gut. Dann lass uns doch vielleicht einmal in die einzelnen Bereiche gehen. Du hast es schon gesagt, der größte Bereich, 55 Milliarden Umsatz und damit mehr, als die Hälfte der Erlöse steuert der Mobilitätsbereich. Bei ist damit auch zugleich die größte Problemzone. Nun ist Bosch ja bei Leiben nicht der einzige Autozulieferer der gerade kämpfen muss. Also wir haben es in den letzten Wochen und Monaten immer wieder gehört. ZF konnt die überall fallen, die Jobs raus, weil diese Transformation gerade zur Elektrowelt eben sich unglaublich schwierig erweist. Wo liegt das spezielle Problem von Bosch in diesem Bereich? Insgesamt war Bosch immer stärker als die anderen Player und vielleicht hat man sich deshalb auch den einen oder anderen Luxus gerade im Verwaltungsbereich geleistet, also an Oberhätt. Und jetzt ist der Fall natürlich, wenn man von ganz oben kommt, besonders tief. Es gibt eine interessante Zahl, an der sich das Drama ganz gut veranschaulichen lässt. Noch 2016 lieferte Bosch für die europäischen Autoherstelle im Schnitt über 200 Teile für den Antrieb strang. 10 Jahre später sind es etwa 105 nur noch, also etwa die Hälfte. Und liegt es denn daran, dass für die E-Autos einfach grundsätzlich weniger Teile gebraucht werden? Oder daran, dass Bosch einfach Marktanteile an die Konkurrenz verloren hat? Also es liegt wieder an mehrere Sachen. Also du hast es schon angesprochen, der Elektroantrieb ist weit aus weniger komplex als ein Verbrennungsmotor. grob ist das Verhältnis etwa 10 zu 1 in der Entwicklung. Das heißt, auf 10 E-Dieselentwickler kommt nur ein Entwickler im E-Bereich. Und dann muss man natürlich schauen, was genau Bosch für den E-Antrieb strang liefert. Das ist mal ein Komodeti. Und da ist Bosch als zulieferer extrem preiskämpfen ausgesetzt. Und dann gibt es womöglich noch ein strategisches Problem. Man hat es nämlich versäumt, in die Fertigung von Batteriezellen einzusteigen. Das ist das eigentliche Herz der Immobilität. Und würde man ja denken, das war vielleicht auch ganz klugter nicht einzusteigen. Wir haben ja alle das Northwold-Drama verfolgt und daraus konnte man aber doch den Schluss ziehen. Batteriezellen in Europa herzustellen, das geht eigentlich gar nicht zu wertbewerbsfähigen. Preisen, das ist nicht möglich, also vielleicht doch gar nicht mal so unklug da, die Finger von zu lassen, oder? Final mag ich das gar nicht bewerten, aber fakt ist das 40 Prozent der Wertschöpfung eines Autos nun mal an der Batterie hängen. Und wenn man da nicht mitspielt, ist man halt bei einem Großteil des Geschäfts einfach draußen. Bosch war ja bei den Batteriezellen unterwegs und hat Versuche gestartet. Ist dann aber 2018 zu dem Schluss gekommen, dass man nicht durchziehen will und hat den Bereich komplett aufgegeben. In einem anderen Bereich war man doch eigentlich ganz gut positioniert. Jedenfalls erscheint mir das so, autonum es fahren, nämlich. Da ist Bosch schon lange vorne dabei gewesen, bei einigen Technologien, die ist dafür Brauch fürs Autonummer fahren, also Systemes, Software für die Abstandsregelung, Parkassystems, Spur halten, all diese Technologien. Warum kommt man auch da jetzt nicht stärker voran? Das ist tatsächlich auch ein Marktproblem, also das Autonummer fahrenstockt insgesamt. Und das ist natürlich für Bosch ungünstig, weil man hat bereits Investitionen getätigt, aber die Technik wird nicht abgerufen. Mercedes hat gerade die Option auf Level 3 fahren gestoppt, also das heißt, das Fahrzeug übernimmt komplett die Kontrolle bis 1995 kamen, weil zu wenig Nachfrage vorhanden war. Und dann hat sich Bosch womöglich auch noch mit Careyat beim autonum fahren, den Falschen Kooperationspartner ausgesucht. Careyat dazu muss man wissen, es ist die Softwareeinheit von Volkswagen im Konzern dort ja auch eine Dauerbaustelle. Genau, richtig. Und zusammen wollten beide Inkooperation, das automatisierte Fahren auf Level 3 und darüber hinaus entwickeln. Final würde ich das Ganze noch nicht beerdigen, aber die Kooperation läuft, was man hört, eher C. Und bis Level 3 dann tatsächlich in Serienfahrzeuge kommt, wird es definitiv länger dauern als von Bosch und Volkswagen angekündigt. Insider sagen eher 20/28 als 20/26. Der zweitgrößte Bereich von Bosch, das sind ja die Haushaltsgeräte, also Waschmaschinen, Spülmaschinen, Mixer, das was die meisten von uns im Haushalt kennen. Das Geschäft ist deutlich kleiner als der Automobilbereich, aber immerhin doch 20 Milliarden Euro groß. Nun werden da auch Werke geschlossen, ich hab gelesen bei euch im Text Waschmaschinen-Fabrik in Nauen, eine für Herde und Dunstabzugshauben im badeischen Bretten. Mich jetzt ehrlicherweise erstaunt, dass man solche Geräte überhaupt noch in Deutschland herstellt. Ja, genau, das ist natürlich auch Teil des Problems, also die Kosten sind in Deutschland in der Produktion natürlich deutlich höher als in Teilen des Auslands. Und leider ist davon auszugehen, dass der Druck noch weiter steigen wird. Man muss nur auf die Media-Markt-Zertun-Übernahme durch GD-Complikken. Es ist davon auszugehen, dass noch weitere chinesische Geräte den deutschen Markt dann fluten werden. GD-Compchinesisches Unternehmen. - Genau, richtig. Und dann auch hier wieder ein Marktproblem, also Stefan Hartung hat tatsächlich mit dem perfekten Sturm zu kämpfen. Dadurch, dass weniger gebaut wird, gibt es natürlich auch weniger Bedar für neue Küchen und damit natürlich auf weniger Bedar für Ausstattung. Ein großes Erfolgsprojekt oder Produkt hatte man ja aber ja im Sortiment, nämlich den Thermomix-Konkurrenten-Kucket. Reis, der ist dann in dem Bereich nicht raus, also wir erinnern uns ja auch noch an den Werbespruch-Kucket-Like-Borscht. Das habt man ja im Fernsehen viel gesehen auch. Warum hat es der nicht rausgerissen? Also, ich habe weder einen Kucket noch ein Thermomix zu Hause, aber die Stiftung war ein Test, es ist zu dem Schluss gekommen. Der Kucket ist tatsächlich ein gutes Produkt, hat sogar den Test sie geholt und was Borsch auch ganz geschickt genutzt hat mit frechen Werbesprüchen, Richtung Vorwerk. Danke fürs Vorwerk, jetzt kommt der Testzieger, aber man muss sagen so gut, wie das Produkt ist, es findet weniger Anklang als der Konkurrent und damit es wirtschaftlich ein Vereinverlust bringen. Und stellt sich ja nach all den Problemen, die wir hier seht, zählen die Frage, wie Borscht da herauskommen will. Jetzt baut man erstmal Jobs ab, aber das Allein löst ja kein Problem. Was will Hatung denn machen? Ihr habt ja auch für eure Recherche mit ihm gesprochen, was hat er vor? Also ihm schwebt natürlich weiteres Wachstum in allen möglichen Bereichen vor mehr Unabhängigkeit vom Automobilbereich, aber seine Möglichkeiten sind natürlich begrenzt. Also als Stiftungskonzern hat er einfach weniger finanzielle Möglichkeiten, sich frei zu schwimmen, er kann nicht einfach Teile des Konzerns, also wir akzieren an der Börse platzieren, das funktioniert nicht um Geld einzusammeln, und ja, das macht für ihn auf jeden Fall die Fizile. Also das, was den Konzern so sozial macht auf der einen Seite, macht immer auf der anderen Seite eben das Leben ein bisschen schwerer, warum ist die Satzung da wirklich so eindeutig und so streng, was den Verkauf von Aktien angeht? Da geht es natürlich um das Waren des Erbes des Gründers, Robert Bosch und in der Satzung steht eben, dass die Robert Bosch Stiftung die Vermögenswerte verwaltet und das ist nun mal hauptsächlich die Geschäftsanteile der GmbH, das halb sich Hatung auch selbst eher als Vermögensverwalter sieht. Und die Stiftung hält 94% der Anteil am Unternehmen, die Stimmrechte wiederum liegen in der Industrie-Treuhand und die Veräusserung von Geschäftsanteilen ist nur mit Zustimmung der Stiftung wiederum möglich. Und hat aber Stefan Hatung ja im Interview mit dem Manager-Magazin im Mai 2024 gesagt, Bosch müsse sich für den Kapitalmarkt öffnen. Das hat im Intering, glaube ich, auch einen Haufen Ärger eingebracht, aber er weiß ja genau, was die Satzung theoretisch ermöglicht und was nicht, was hat er im Sinn, als er das gesagt hat. Ja, leider kann ich nicht in den Kopf von Hatung gucken, aber er kommt ja ursprünglich mal von einer Unternehmensberatung und ich glaube, hat sehr aufmerksam verfolgt, was Konkurrenten gemacht haben. Beispiel Siemens, Beispiel Conti und die, da ist es ja so gewesen, Siemens hat mit Energy und jetzt helfen hier es, Teile des Unternehmens abgespalten und diese Sparten als eigene Unternehmen an die Börse gebracht, um dann wieder frisches Kapital einzusammeln. Und auch bei Conti hat es sozusagen eine Spezialisierung gegeben durch Aufteilung, also Conti ist heute nur noch das klassische Reifengeschäft. Ich glaube, Hatung wäre nicht abgeneigt, dem zu folgen, aber, wie gesagt, aufgrund des Stiftungskonstrucks sind ihm da die Hände gebunden, dennoch ist natürlich auch Bosch am Kapitalmarkt unterwegs, etwa durch die Platzierung von Anleihen. Er ist hier inzwischen auch deutlich vorsichtiger, redet nicht mehr von Börsengang, glaube ich, sondern tatsächlich eher von Anleihen und Ähnlichem, also hat seine Lektion der gelernt, welche Optionen hat er denn jetzt? Also es gab in der Vergangenheit immer Verkäufe von Bosch in Teilbereichen, also erst kürzlich wurde die Gebäude-Technik, also ein Großteil der Gebäude-Technik-Antriton an eine private equity-firma verkauft, dadurch kommt Geld rein, er kann Anleihen platzieren, also es ist nicht so, dass er da keine Möglichkeiten hat. Aber er eben nicht vergleichbar mit dem einer Aktiengesellschaft. Und der ja vielleicht auch bräuchte, um richtig große Investitionen zu tätigen, diese Erlöse nicht, wie gefährlich kann die Krise noch werden für Bosch? Nein, da fehlt mir die Fähigkeiten, die Glaskugel zu schauen. Also Fakt ist, man muss ja nur gucken, was Bosch selbst sagt, sie sagen, sie brauchen 7% Marge, um vernünftig investieren zu können, das erreichen sie gerade nicht. Das heißt, im Umkehrschluss, also man braucht im Prinzip wieder frisches Geld, was eben nicht aus dem eigenen Unternehmen kommt, das kann natürlich keine Dauerlösung sein, also perspektive brauchen sie diese 7%, also es heißt, das muss weiter restrukturiert werden und es braucht dann natürlich am Ende auch eine Wachstumstrategie nach vorne. Ist Stefan Hartung denn dafür der richtige Mann? Es ist ja eher vom Auftritt her, ein kumpelhafter Typ, fast ein bisschen gemütlich. Aber er hat seine Karriere im Heiferspecken mit Kinsebegonen. Ja, momentan scheint Hartung alternativ los. Also erst auf jeden Fall Konsensfähiger als Christian Fischer, sein Fieze, der auch gerne den Job von Hartung gehabt hätte. Was man aus dem Unternehmen hört, ist, dass die letzte Vertragsverlängerung von Hartung auch kein Selbstgänger gewesen ist, die Arbeitnehmer wollten ein Zeichen setzen, ein kleinen Schuss vor dem Buch geben. Das ist auch passiert, insofern war die Verlängerung nicht einstimmig. Sitz er ganz fest auf seinem Stuhl. Da würde ich jetzt keine Wette drauf abschließen. Im Aufsichtsrat sitzt ja mit Christoph Bosch auch ein abkömmlinger Familie, welcher Rolle spielt denn der? Ist der eher bremsend unterwegs oder im Gegenteil recht forscht, weil er das Erbe sichern will und auch muss? Leider bin ich aber den Aufsichtsratssitzung nicht dabei, das werden wir natürlich am liebsten. Ja, maget er. Aber was man so hört, ist, dass die Vertreter der Familie im Aufsichtsrat eher zurückhaltend auftreten. Es gab aber zuletzt einen kleineren Fall, wo man sagen kann, dass die Familie zumindest klare Position bezogen hat und da ging es um das verstärkte Einsteigen-Instrüstungsgeschäft, das war auch eine Überlegung für Bosch. Und da hat man sich aus ethischen Gründen zumindest von Familienseite klar positioniert und hat gesagt, man kann sich vorstellen, Instrüstungsgeschäft in so weit zu investieren. Wenn es eine so genannte Dual use hat, also Technik, die sowohl im Zivilen als auch im Militär schon eingesetzt werden kann, aber ein klare Smein gab es Bosch wird kein Rüstungsunternehmen. Also doch da eine klare Ansage, ja und wir gucken natürlich hin, wie sie es weiter entwickelt, was Stefan Hartung in den nächsten Monaten unternehmen wird und hoffen, dass die Krise dann auch in den Christen kompieren. Danke, dass du heute bei uns warst und uns einblick in deine Schärrschen gegeben hast, liebe Margaret. Ja, tschüss. Wenn Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, früher erfahren wollen, was im Herzen der deutschen Industrie so los ist, dann empfehle ich Ihnen natürlich ein Abo des Manager-Makazins, ob gedruckt oder digital. Alle Informationen dazu finden Sie in der App, auf der Website und natürlich hier in den Show-Nutz. Ich bedanke mich bei Margaret, dass ihr heute hier warst, bei Ihnen fürs Zuhören und bei Sven Bergmann und Felix Klein, die diese Ausgabe für Sie produziert haben. Bis zum nächsten Mal, Ihre Isabel Hüsen. [Musik]

Podcast Summary

Key Points:

  1. Bosch steht vor einer tiefen Krise mit geplantem Abbau von über 22.000 Arbeitsplätzen bis 2030 und verfehlt seine Gewinnziele deutlich.
  2. Die Probleme sind vielfältig
  3. Als Stiftungsunternehmen sind Boschs strategische und finanzielle Handlungsoptionen (z.B. Börsengänge von Teilen) stark eingeschränkt, was die Turnaround-Möglichkeiten limitiert.

Summary:

Der Bosch-Konzern befindet sich in einer schweren Krise. 000 Arbeitsplätze abgebaut werden, da das Unternehmen seine angestrebte Gewinnmarge von 7% bei weitem verfehlt und sogar Umsatzrückgänge verzeichnet. Die zentrale Problemzone ist der Mobilitätsbereich, der mehr als die Hälfte des Umsatzes generiert.

Hier leidet Bosch unter der Transformation zur Elektromobilität, die weniger Teile benötigt, unter heftigem Preiskampf und unter der strategischen Entscheidung, nicht in die Batteriezellenfertigung einzusteigen. Auch Zukunftsfelder wie das autonome Fahren entwickeln sich langsamer als erhofft. Zusätzlich belasten hohe Kosten durch einen zentralisierten und hierarchischen Verwaltungsapparat das gesamte Unternehmen.

Als Stiftungsunternehmen ist Boschs Handlungsspielraum begrenzt; Optionen wie Börsengänge von Tochtergesellschaften zur Kapitalbeschaffung sind kaum möglich. CEO Stefan Hartung sieht sich daher mit einem "perfekten Sturm" konfrontiert und muss das Unternehmen unter schwierigen Rahmenbedingungen restrukturieren und eine neue Wachstumsstrategie finden.

FAQs

Bosch plant den Jobabbau aufgrund einer wirtschaftlichen Krise, die durch geringe Gewinnmargen (unter 2% im Jahr 2025) und strukturelle Probleme wie hohe Kosten und komplexe Hierarchien verursacht wird.

Der größte Teil des Jobabbaus betrifft den Automobilbereich, da Bosch stark von diesem Geschäft abhängig ist. Aber auch Zukunftsbereiche wie die E-Mobilität sowie Haushaltsgeräte und Power-Tools sind betroffen.

Bosch leidet unter dem Rückgang benötigter Teile für E-Autos (weniger Komplexität), starkem Preiskampf bei Komponenten und dem verpassten Einstieg in die Batteriezellenfertigung, was 40% der Wertschöpfung ausmacht.

Der Markt für autonomes Fahren stockt insgesamt, mit geringer Nachfrage (z.B. bei Mercedes). Zudem könnte die Kooperation mit Car.Software (Volkswagen) nicht optimal verlaufen, was die Entwicklung verzögert.

Bosch kämpft mit komplexen Strukturen, starker Zentralisierung, vielen Hierarchiestufen und hohen Verwaltungskosten, die die Dynamik bremsen und zu Ineffizienzen führen.

Als Stiftungsunternehmen hat Bosch weniger finanzielle Flexibilität, da es Teile nicht einfach an der Börse platzieren kann, um Kapital zu beschaffen. Dies schränkt Wachstums- und Restrukturierungsoptionen ein.

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