In dieser Folge des Blackbox-Psychrime-Podcasts wird das Thema Pädophilie gründlich und sensibel behandelt. Es wird klar gemacht, dass pädophilie eine psychische Störung ist, die sich durch eine dauerhafte sexuelle Neigung zu Kindern auszeichnet, nicht aber automatisch zu Straftaten führt. Wichtiger als das Monsterbild wird betont, dass viele Missbrauchsfälle von nicht pädophilen Erwachsenen begangen werden – oft durch Vertrauensbeziehungen oder gefährliche Lockungen. Der Bericht von Ralf, einem Mann mit pädophilen Neigungen, zeigt, wie schwer es ist, mit diesen Gefühlen umzugehen und wie Angst und Schuld zu leiden sind. Er zeigt auch, dass viele betroffene Menschen Hilfe suchen, um ihre Verhaltensmuster zu kontrollieren. Es wird aufgezeigt, dass Kinderpornografie kein neutraler Konsum ist, sondern eine Schadensquelle, die Täter weiterhin motiviert. Die Wissenschaft vermutet vielfältige Ursachen, darunter neurobiologische Faktoren, frühe Missbrauchserfahrungen und Bindungsstörungen. Präventionsprogramme wie „kein Täter werden“ ermöglichen es, sich anonym zu beraten und therapiert zu werden. Die Folge betont, dass pädophile Neigungen nicht als "Monster" verurteilt werden sollten, sondern als komplexe psychische Hintergründe, die mit Respekt und Hilfe gehandelt werden müssen. Es wird darauf hingewiesen, dass Eltern frühzeitig über Sexualität und Warnzeichen wie plötzliche Hygieneveränderungen oder Schamverhalten mit Kindern sprechen sollten. Der Podcast schließt mit einem direkten Appell an die Öffentlichkeit: Wenn jemand pädophile Neigungen vermutet, sollte er Hilfe suchen – und wenn er bereits betroffen ist, sollte er sich an „kein Täter werden“ wenden. So wird Prävention und menschliche Würde im Zentrum der Debatte gestellt.
Willkommen bei Blackbox dem Psychrime Podcast.
Euch erwartet ein Tuchschrime Podcast mit der Extra-Potion Psychologie.
Ich bin Maxi und ich bin Babsi.
Und bei uns geht es um wahre Kriminalfälle und die psychologischen Hintergründe davon.
Wir schauen uns an, warum psychisch krankestrafte da tun, was sie tun.
Und wir erklären euch die psychischen Erkrankungen, die dahinter stehen.
Einige unserer Fälle beinhalten ziemlich viel Gewalt, sowohl psychische, physische als auch mal sexuelle.
Manchmal sind sie sehr detailreich beschrieben und oft auch nichts für schwache Nerven.
Deswegen empfehle ich euch, auf eure Emotionen zu achten.
Und sollt es euch zu viel werden, schaltet ihr besser ab.
Wir haben euch gewarnt.
Ab und zu passiert es auch, dass wir beide Aufnahme lachen oder eine Bemerkung machen.
Das ist nie Respektlos gemeint.
Das liegt eher daran, dass wir sehr tief in der Materie drinstecken.
Und dass alles mit Humor ab und zu mal ein bisschen auflockern.
Also bitte nicht falsch verstehen.
Heute geht es um ein sehr sensibles, emotional sehr aufgeladenes Thema, die Pedophilie.
Dabei möchte ich direkt eine Warnung aussprechen, falls ihr Betroffen seid.
Wenn jemanden kennt, der betroffen ist oder das vermutet, haben wir euch entsprechende Telefonnummern für Hilfe in die Show Notes gepackt.
Und wir sagen, dass auch am Ende des Podcasts nochmal heute geht es um sexuellen Kindesmissbrauch.
Das heißt, wenn ihr euch dieses Thema nur schwer anhören könnt, dann sollte diese Folge vielleicht besser nicht hören.
Bei den meisten von euch gehen bei diesem Thema wahrscheinlich die Alarmglocken an.
Denkt dabei ein Kindesmissbrauch, Sexualmörder, Kinderpornografieringer.
Und das ist natürlich auch normal, weil dieses Thema vor allem in den Medien sehr aufgebaut wird, wenn es natürlich mal passiert.
Denn hier geht es um Kinder.
Das sind diejenigen in der Gesellschaft, die wir schützen möchten, die mit Sexualität auch noch überhaupt nichts am Hut haben sollten.
Und ja, es geht immer ums Kindeswohl ergehen und das möchten wir natürlich nicht beschädigt sehen.
Und es hat aber wichtig, dass wir nicht nur auf die furchtereignen furchtbaren Aspekte eingehen,
auf die pädophilen Monster, wie sie hörlich betitelt werden, sondern dass wir pädophilie auch betrachten als psychische Störung.
Als eine Störung, die furchtbares Anrichten kann natürlich, aber unsere Meinung nach nicht per se verurteilt werden sollte.
Also die Störung pädophilie an sich sollte nicht verurteilt werden.
Kindes muss braucht jeglicher Art natürlich schon, aber die Krankheit selber nicht.
Und da möchten wir heute ein bisschen genauer drauf eingehen.
Genau, da ist nämlich ein großer Unterschied.
Was genau ist pädophilie denn jetzt aber eigentlich?
Der Begriff "Pädophilie" bezeichnet die Neigung, sich sexuell zu Kindern hingezogen zu fühlen, die noch nicht die Pubertät erreicht haben.
Von psychischen Störungen sprechen die Experten erst dann, wenn die Betroffenen dauerhaft den Drang nach sexuellen Beziehungen zu Mädchen oder Jungen unter zwölf Jahren verspüren,
oder eben zu Mädchen und Jungen bei denen die Geschlechtsmerkmale noch nicht ausgereift sind.
Das muss nicht immer vor dem zwölfen Lebensjahr sein, aber so um den Dreh rum.
Der Betroffene muss dabei selbst über 16 Jahre alt sein und mindestens fünf Jahre älter als das Kind.
Nehmen wir zum Beispiel mal an, dass er jetzt ein 16-Jähriger ist, der auf ein elfjähriges Mädchen steht.
Muss der es noch nicht gleich pädophilie sein, denn er ist ja selbst noch im Jungealter.
Jungs sind ja eh nochmal vielleicht ein bisschen langsam an der Entwicklung, ist vielleicht im Kopf 14.
Und da kann es dann eben nicht direkt als pädophilie gelten.
Pädophilie fällt unter die Störung der Sexualpreferenz bzw. der Paraphelin.
Und ganz wichtig zu wissen, ist, dass die Diagnose auch dann gestellt werden kann,
wenn noch keine Straftaten passiert sind.
Denn pädophilie an sich ist überhaupt nicht trafbar.
Das wissen ganz viele nicht.
Nur das Ausleben der pädophilie ist trafbar.
Pädophilie an sich ist nämlich nur die sexuelle Neigung.
Das ist ebenso eine sexuelle Neigung, wie heterosexualität oder homosexualität.
Allerdings möchten eben diese Menschen eine Beziehung und in Time kontakte aber mit Kindern haben.
Was es dann natürlich zu einer Störung oder einer Krankheit macht,
weil das natürlich nicht ausleber ist bzw. die Auslebung davon und im Schaden bei anderen anrichtet.
Wenn die sexuelle Neigung dann natürlich nicht ausgelebt werden kann, erzeugt das beim Betroffenen ein Leitensdruck,
der dann eben auch bezeichnet für eine psychische Störung ist.
Wichtig dazu zu wissen ist aber nicht immer, wenn ein Kind sexuell missbraucht wird,
war das auch ein pädophiler.
Die meisten Kindes missbrausfälle werden tatsächlich von Männern begangen oder auch Frauen,
aber seltener Frauen, die nicht pädophil sind,
sich allerdings für Kinder als Opfer entscheiden,
weil erwachsene zu schwierig zu bekommen sind.
Oder die sind stärker, die können sich mehr wehren.
Eventuell hat der Täter nicht wirklich Erfolg bei Frauen
und Kinder sind dabei einfach das leichtere Opfer.
Leider hat das vielleicht auch was mit dem Unrechtsbewusstsein zu tun.
Also das Kinder vielleicht noch nicht 100% sicher sind, ob das was passiert, ob der wachsener das darf oder nicht.
Normalerweise was ich jetzt gelesen habe, wissen Kinder, dass das nicht okay ist.
Sie wären sich natürlich nicht per See oft, was wir auch in den Medien manchmal mitbekommen.
Weil der Täter meist eine Bezugsperson ist aus dem engeren Bekanntenkreis
und wie wir es schon in Folge 2 hatten, Bezugspersonen,
besonders wenn es Mama oder Papa wären,
wäre das wirklich in Frage gestellt, was die machen.
Schwierig, genau.
Ja und natürlich ist dann für den Täter auch einfacher,
so ein Kind zum sexuellen Kontakten zu bringen als eben eine wachsene Person.
Also sexueller Missbrough von Kindern ist nicht immer pedophil.
Beziehungsweise sogar meistens nicht pedophil.
Und pedophil sind nicht immer straftet.
Genau.
Außer der pedophilie, beziehungsweise unter Form der pedophilie,
sind die Hebefilie, was die sexuelle Neigung zu Jugendlichen beschreibt zwischen 11 und 14 Jahren.
Die Infantofilie, das könnte jetzt ein bisschen Verstöre da sein,
das ist nämlich das sexuelle Interesse gerichtet auf klein Kinder unter drei Jahren.
Außerdem, wenn jemand nur auf Kinder beschränkt ist,
dann nennt man ihn übrigens Kernpädophil.
Es gibt auch Männer, die sowohl auf Frauen als auch auf Kinder stehen,
oder Frauen, die sowohl auf Männer als auch auf Kinder stehen.
Die sind dann aber nicht Kernpädophile.
Kernpädophilie ist wirklich nur die, die ausschließlich durch Kinder sexueller riegt werden.
Und um euch das Ganze jetzt noch ein bisschen mehr zu verdeutlichen,
wie eine pedophile Erkrankung aus Sicht eines betroffenen dargestellt wird,
wie sie sich vielleicht anfühlt, was die Menschen selber beschreiben.
Und ich spreche hier mit Absicht nicht von Teter, denn es sind keine Teter.
Um euch das ein bisschen zu verdeutlichen,
haben wir von der Organisation kein Teter werden,
einen Erfahrungsbericht von Ralf 38 Jahre alt.
Den haben wir übrigens anonymisiert, selbstverständlich.
Mit 15 oder 16 habe ich gemerkt,
dass ich mich jüngeren zugewandt fühle.
Ein eigenartiges Gefühl, weil man normalerweise eher die gleichaltrigen Interessante finden sollte.
Zu dem Zeitpunkt fand ich aber die 10 oder 12 jährigen Mädchen viel interessanter.
In dem Alter mit 15 ist das ja auch noch okay, aber ich fand das irgendwie komisch.
Dann habe ich es verdrängt.
Als es mit 18 oder 19 immer noch so war,
das jüngere für mich interessanter waren,
habe ich angefangen, mehr ernsthaft Gedanken zu machen.
Bis Mitte 20 hatte ich immer das Gefühl,
okay, ich krieg das schon irgendwie in den Griff.
Als ich 25 war in dem Dreh, habe ich gemerkt,
dass es doch irgendwie ein Problem ist.
Ich hätte nicht gedacht, dass es so schlimm ist, habe ich gedacht.
Das geht bestimmt wieder weg.
Aber im Endeffekt wurde der Gedanke immer schlimmer.
Dann fing es auch an, dass ich mir Material aus dem Internet besorgt habe,
weil es einen Ausgleich geben musste.
Ich wusste genau, dass ich mich nicht an Kinder wenden kann.
Das war mir immer klar.
Es ist allerdings schwer umzusetzen,
weil es immer ein Gefühl ist, was in mir drinsteckt.
Ganz normale Gefühle der Liebe oder Geborgenheit sich jemand zugewandt fühlen.
Und das ist immer ein Problem.
Der Auslöser, warum ich zu kein Täter werden gekommen bin,
ist ein Übergriff, den ich gegenüber einem Mädchen begangen habe
und zwar über das Internet.
Ich habe sie gebeten, mir Material zu schicken.
Und das war der Auslöser, wo ich gemerkt habe, jetzt ist Schluss.
Das geht so nicht weiter.
Diese Therapie war die letzte Möglichkeit, die ich noch gesehen habe.
Ich habe dann doch endlich eine Mail geschickt
und sogar in der gleichen Woche einen Termin bekommen,
bei dem ich mich erstmalig aussprechen konnte.
Das ist auch so eine Sache.
Wem soll man sich anvertrauen?
Das erste Mal darüber zu reden, das war nicht einfach.
Zumal ich nicht derjenige Binde groß über seine Gefühle spricht.
Das ist ganz schön schwer.
Aber es ist eben auch eine Erleichterung,
denn das habe ich über Jahre mit mir rumgetragen.
Und dann ist da einer, den nicht gleich sagt,
du bist der letzte Abschauende der Welt,
der sich auch mit der ganzen Thematik auskennt.
Das ist ja auch wichtig.
Und nach der Therapie sagt der Betroffener.
Vor einem Jahr habe ich es meinen Eltern erzählt.
Nachdem meine Freundin bescheid wusste, sollten sie das auch erfahren.
Zuerst war es ein Schock vor allem für meine Mutter.
Das Verhältnis war dann eine Weile anders, irgendwie gestört.
Sie habe das nicht richtig einschätzen können und nicht verstanden,
dass ich nicht gleich jedes Mädel anfassen muss,
wenn er der Verwandtschaft oder Bekanntschaft eine Jugendliche auftaucht.
Also, dass sie mich nicht von Mädchen fernhalten müssen.
Mittlerweile ist es wieder besser geworden.
Sie haben mir dann auch gesagt, dass ich weiterhin in ihr Sohn bin.
Ich finde irgendwie der Bericht zeigt es ganz gut,
dass es eben wirklich eine Störung ist und Leidensdruck auslässt bei den Männern.
Die das haben, also bei kein Täter werden, ist ein Präventionsnetzwerk,
was es ungefähr sechsmal in Deutschland gibt mittlerweile,
wohin sich eben dann betroffene Männer wenden können.
Ich glaube, das ist ausschließlich für Männer dieses Präventionsnetzwerk.
Und da können sie dann quasi hingehen und sich anonym behandeln lassen.
Ich glaube, das ist der wichtigste Punkt daran.
Es ist ein anonymes Netzwerk, das heißt, die Person, die das bei sich selber feststellt,
kann da hingehen und sich terapieren lassen,
sich erstmal diagnostizieren lassen, gucken, bin ich überhaupt pilofil oder schärzt sich das vielleicht auch falsch ein.
Und kann dann eben sich mit diesen Gedanken auseinandersetzen,
bevor sie eben zum Täter wird.
Genau, es ist halt wirklich eine Prävention, dass es eben nicht so weit kommt,
dass die Person auf Kinder übergriffig wird.
Genau, und wir haben das mitgebracht,
weil wir finden, dass es ganz gut aufzeigt, dass pilofile nicht unbedingt Täter sind
und dass pilofile selber häufig wissen, dass das, was sie tun, falsch ist.
Genau, und dass sie nicht, wie so oft angenommen Menschen sind,
die einfach nur Kindern schaden möchten, oder denen es egal ist, was mit den Kindern passiert.
Sondern, dass sie ihn nicht schaden möchten,
bzw. manche eventuell schon, wenn sie tätig werden, aber sicher nicht alle.
Was ich bei dem Bericht in den Vorgelesen hast noch sagen wollte, was mir noch eingefallen ist,
ist, dass der Ralf hier meint, ja, er wäre tätig geworden,
in dem er einen Mädchen kontaktiert hat und sie dazu gebracht hat, ihm Bilder zu schicken.
Und da ist mir das Thema Kinderpornografie eingefallen.
Und dazu möchte ich auch noch mal ganz schnell was sagen.
Ich habe nämlich in den Kliniken oft auch Sexualtäter kennengelernt,
die wegen Kinderpornografie festgenommen wurden.
Und der Meinung waren, dass Kinderpornografie ja gar kein Übergriff auf Kinder ist.
Und ich habe das tatsächlich auch schon ein paar mal von anderen Menschen gehört,
dass man mit Kinderpornografie ja nicht direkt Kinder misbraucht.
Aber das möchte ich noch mal sagen, falls ihr jemand seid, der im Distank,
oder sich denkt, ja, Kinderpornografie, da fasst man ja kein Kind an.
Es ist trotzdem irgendwo wurde da ein Kind angefasst oder zum Sex gezwungen.
Und das ist dann natürlich nicht weniger schlimm,
dann sowas zu unterstützen und zu konsumieren.
Besonders weil, in dem Moment, wo man sich das Grund hat,
leht man natürlich die Nachfrage in Anführungszeichen,
weil dann wieder spiegelt und die Hersteller dieses Material
als natürlich dazu ermunt hat, weiter damit zu machen,
anstatt das zu melden und dagegen etwas zu tun.
Genau.
Okay, jetzt, wo es dann gleich zu den Fällen geht,
erkläre ich noch mal ganz kurz die Kernsumptome unserer psychischen Störungen,
die wir heute behandeln.
Das ist ziemlich schnell jetzt eigentlich erledigt.
Es geht darum, sexuelle Neigungen zu Kindern zu verspüren,
sich sexuell zu Kindern unter zwölf Jahren hingezogen zu fühlen.
Bei Menschen mit pedophilie besteht außerdem noch ein Leidensdruck
und ja, ich denke mal, heute war es das sogar schon.
Heute machen wir es kurz.
Mit den Diagnosekriterien.
Okay, dann bist du dran.
Ja, ich fange heute an.
All right.
Montag der 18.8. 2014 gab es in der Nähe von Hannover.
Ein kleiner Junge mit Blond und kurzen Haaren
fährt gegen 13 Uhr auf einem blauen Kinderfahrrad durch eine Grünanlage an einer Straße.
Es ist der fünfjährige Jaden.
Er lebt mit seiner Familie dort in der Nähe.
Normalerweise ist im Wohngebiet einiges los.
Noch heute nicht.
Denn das Vater ist nicht ganz so schön und es regnet zwischendurch immer wieder.
In einer Parkbucht in der Liebermannstrasse hält ein heller Geländewagen.
Jaden fährt an dem Auto vorbei.
Der Fahrrad spricht den kleinen Jungen an und verspricht dem Ligo-Bau steine, wenn er mitkommt.
Aber Jaden will nicht.
Er hat Angst und er versucht, mit dem Fahrrad wegzufahren, aber der Fahrer hält ihn fest und
zärt ihn in sein Auto.
Nur das kleine blaue Fahrrad des Jungen bleibt auf dem Gehweg zurück.
Kurze Zeit später alarmieren Jaden's Großeltern und seine verzweifelten Eltern die Polizei.
Jaden bleibt verschwunden.
Gegen 15 Uhr am selben Tag beobachtet eine 36-jährige Frau, wie ein heller Geländewagen
vor dem Schulgebäude der EGS-Fahrenheide Salkamp bei der Weimarer Allee anhält.
Ein Mann steigt aus, öffnet die hintere Wagen-Tür und hebt einen kleinen Jungen aus dem Auto.
Der Mann nimmt den Jungen an die Hand und bringt ihn zu einer nahe gelegenen Hauswand.
Dort lässt er ihn los, steigt in sein Auto und fährt davon.
Der Junge bleibt an der Hauswand stehen.
Er ist halb benommen und er weint.
Die Zeugin geht zu dem Jungen und kümmert sich um ihn.
Kurze Zeit später stellt sich heraus, bei dem kleinen Jungen handelt sich sich um den zwei
Stunden zuvor entführten Jaden.
Leider erinnert sich der Junge nur an einen Mann, der ihm eine Liederflüssigkeit zu trinken
gab.
Die Polizei beginnt sofort mit der Fahndung nach dem Mann.
Sie brachen lange, bis sie schließlich eine eindeutige Spur haben.
Sie gleichen bundesweit ähnliche Taten ab und finden einen Augsburg und München parallel
zu anderen Fällen.
Sie überprüfen die Handynummern, die zu den unterschiedlichen Tatzeitpunkten in der
Nähe eingelockt waren.
Eine Nummer ist immer dabei.
Es ist die Nummer des Mitte 40 jährigen Kinderarztes Harry S. aus Hannover.
Sie spüren den Mann auf, der zu dieser Zeit auf der Intensivstation der Kinder klinigte
der MHH Hannover arbeitet.
Dann die Erkenntnis.
Die DNA-Spuren des Mannes passen mit denen zusammen, die bei dem fünfjährigen Jaden
gefunden wurden.
Die Polizisten gleichen weitere Spuren ab und stellen fest, dass dies nicht die einzige
Tat ist, bei der die Spuren mit der DNA des Arztes zusammenpassen.
Am 14.10.2014 wird Harry S. festgenommen.
Zu diesem Zeitpunkt ahnen die Beamten noch nicht, was ihnen dieser Mann alles berechten
wird.
Als die Polizei Harry S. verhört, gibt dieser sofort alles zu.
Er beschreibt ihnen, was am 18.8.2014 knapp zwei Monate zuvor mit Jaden geschehen
ist.
Harry S. gibt zu, den Jungen von der Straße in sein Auto gezerrt zu haben.
Im Auto habe er dem Jungen in Narkosemittel zu trinken gegeben.
Als Jaden schließlich bewusstlos gewesen sei, habe er ihnen seine Wohnung in die
Liste gebracht und den bewusstlosen dort vergewaltigt.
Danach habe ich ihn gewaschen und geduscht und dann das Hilflose und beniebelte Kind
an der Schule in Fahrenheide abgesetzt.
Als die Ermittler Harry S. auf die anderen Spuren in Augsburg und München ansprechen,
liegt er in umfangreiches Geständnis ab.
Mehr als 20 Jungen hat der Kinderarzt zwischen 1998 und 2014 missbraucht.
Dabei hat er seine Taten währenddessen teilweise gefilmt und fotografiert.
Unter den Opfern war unter anderem der Sohn einer seiner Lebensgefährtenin.
Auf einer Reise zusammen mit ihr und dem Jungen hatte er zusammen mit dem Kind in eine
Motelzimmer geschlafen.
Nachts habe er das Kind dann mit einem Betäubungsmittel betäubt, ihn ausgezogen, gestreichelt
und den Analverkehr versucht.
Aufgehört habe er immer, sobald das Kind aufwachreaktionen zeigte.
Beruflich war es hauptsächlich in Bayern und Hannover unterwegs.
Seine Taten beginnt ja sowohl in Nürnberg als auch in München Augsburg und Hannover.
Einige seiner Opfer hatte es durch seine ehrenamtliche Position beim Roten Kreuz kennengelernt,
hatte dort Kinderfreizeiten organisiert und sich dann auf den Freizeiten an den Kindern vergangen.
Zu manchen der Eltern entwickelte er Freundschaften oder freundschaftliche Beziehungen.
Sie vertrauten dem Arzt und ließen auch ihre Kinder zu ihm.
Harry S. nutzte dieses Vertrauen aus.
In anderen Fällen sprach er die Kinder auf der Straße an, auf Spielplätzen oder ein
Haus eingängen, versprach ihnen Spielzeug, Süßigkeiten oder Geld, lockte sie in Garagen
oder in Naugebäude und missbrauchte die Kinder dort.
Danach flue er.
Auf zahlreichen Datenträgern konnte die Polizei mehr als 10.000 Video und Foto Dateien sichern,
teilweise von S selbst erstellt, teilweise heruntergeladen.
Zahlreiche Opfer erfueren erst durch die Anklage des Arztes und das Foto- und Videomaterial
von ihrem eigenen Missbrauch.
Durch die Betäubungsmittel konnten sie sich gar nicht mehr an die Tat erinnern.
S selbst beteuert vor Gericht immer wieder in beruflichem Kontext niemals tätig geworden
zu sein.
Seine Taten täten ihm leid und er sei selbst in eine Abwertung.
Spirale geraten, die er nicht stoppen konnte. Harry S. wächst als glückliches Kind mit hauptsächlich
weiblichen Bezugspersonen auf. Seine Mutter ist eine eher ängstliche Frau, die versucht,
ihrem Sohn von allen Unwekbarkeiten zu schützen. Seine Großmutter ist eine Resulute, selbstbewusste
Person, deren höchste Maxime es ist, niemals Hilfe anzunehmen. Er selbst, aber als Kind bereits
großer Angst gehabt, dass man ihn verstoßen könne, wenn er nicht den Anforderungen entsprach.
Über sich selbst sagte er im Gericht, ich war angepasst und brav, und wo ich nicht angepasst
und brav war, habe ich gelogen oder geschwiegen. Mit 13 entdeckt er seine Homosexualität, ein Thema,
dass er verschweigt. Aus Angst vorhin sind Lein oder Problemen, verschweigt er diese sexuelle
Neigung, ein Mitschüler aus der Jungen Schule, die es besucht, nimmt sich das Leben, nachdem er wegen
seiner offen gelebten Homosexualität gehenselt und angefeindet worden war. Für es ist das ein eindeutiges
Bahnzeichen, es nicht zuzugeben. Mit etwa 17 stellt er fest, dass er kleine Kinder, insbesondere
Jungen anders sieht. Er empfindet sie als Erregend. Zwei Jahre später sieht er im Fernsehen eine Dokumentation
über Pädophilie, der beginnt seiner Straftaten. Es besorgt sich direkt danach, Kinderponographisches
Material im Internet und beginnt seinen Hang aktiv auszuleben, indem er jetzt diesen Bildern
masturbiert. Homosexualer Erfahrung macht er nie. Er schiebt sie weg und verläugnet seine
sexuelle Neigung, bis er sie irgendwann nicht mehr wahrnimmt. Sein Interesse an Kindern bezeichnet
er vor Gericht als ein Parallelweg, etwas, das ich nur entwickelt habe, weil er seine eigene
Homosexualität verneint. An einen Besuch in einem Bordell bei einer Frau, mit der es zum Sex gekommen sei,
erinnert er sich noch 20 Jahre später vor Gericht mit Eke. Schließlich ruft er es bei der
Organisation kein Täter werden an. Er spricht über seine Neigungen, seine Fantasien, seine Sexualität,
aber mehr als diesen einen Anruf, unternehmt er nicht. Zu groß ist seine Angst, seine Stellung,
seine Sympathien und seinen Beruf zu verlieren. Den ersten Missbrauch beginnt er als er 2012
vom Deutschen Herzzentrum in München arbeitet. Er lockt einen vier Jährigen in eine Tiefgarage in
der Dachauerstrasse und vergewaltigt den Jung. Es wird im März 2016 wegen schwerem Sexuellen
Missbrauch von Kindern, Vergewaltigung, Freiheitsberaubung und Beschaffung Kinderponographischer
Schriften, seine Freiheitsstrafe von 13 Jahren und sechs Monaten mit anschließender Sicherungsverwärung
und Lebenslangen Berufsverbot verurteilt. Er geht in Revision. Seine Verteidiger versuchen
das Gericht von vermindeter Schuldfähigkeit nach Paragraph 21 durch mangelnde Steuerungsfähigkeit
zu überzeugen, dass sie scheitern. Es selbst hatte beteuert, im beruflichen Kontext nie ein
Kind missbrauch zu haben. Dort konnte er sich offensichtlich kontrollieren und seinen Verhalten
steuern. 2019 wird er dann erneut zu zwölf Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe mit anschließender
Sicherungsverwärung verurteilt, er geht erneut in Revision. Das Berufsverbot empfindet
er als unangemessen. Am 23.12.2019 bestätigt das Bundesgerichtshof das Urteil. Zwölf Jahre
und neun Monate Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherungsverwärung. Nur das Berufsverbot
für es heben sie auf. Als Kinderarzt darf er noch nie wieder arbeiten. Krass, du startest
direkt hart. Aber er hat jetzt Berufsverbot? Als Kinderarzt, aber nur. Also er darf nicht
mehr als Kinderarzt arbeiten. Genau als Kinderarzt darf er nicht praktizieren. Aber als
Arzt schon richtig die Anwälter haben damit argumentiert, dass er danach ja in der Gerontologie
arbeiten könnte und das sei ja kein Problem. Ja und was ist wenn in der Gerontologie die
Enkel den Opa oder die Oma besuchen? Darüber hat niemand geredet. Ich fand das Berufsverbot
eigentlich ganz angemessen, muss ich sagen. Ich muss gestehen, dass ich die ganze Strafe
sehr angemessen fand. Ja. Ist eine Verteidigung damals gesagt, dass sie eigentlich davon ausgegangen
sind, dass er acht Jahre Freiheitsstrafe bekommen würde und dass sie eine Sicherungsverwärung
zu hart finden. Aber man hat bei ihm halt gesehen, dass er erst angefangen hat mit Kinderponographischen
Material über Jahre. Und er dann übergegangen ist dazu Kinder an Hausecken oder so anzufassen,
sie zu filmen, sie aufzunehmen. Und dann ist es immer schlimmer und immer schlimmer geworden.
Bisher dann tatsächlich ja den fünfjährigen Jaden aus Hannover entführt hat und ihn betreibt
hat und das war quasi die Eskalation und ja auch die Tat, mit der am Ende dann entführt
worden ist. Also da bildet sich so ein richtiger Anstieg von Brotalität und auch ein Anstieg
von Kontrollverlust ab. Ja, die Hemmsfälle sinkt halt. Genau. Konsumiert der Kinderponographie,
dann reicht ihm das irgendwann nicht mehr und dann möcht es ausleben. Und war er jetzt,
war jetzt homosexuell oder pädophil? Das ist etwas, das vor Gericht nicht so richtig abschließend
geklärt werden konnte. Er selber hat gesagt, dass er festgestellt hat, dass er homosexuell
ist mit so zwölf, dreizehn oder elf irgendwie sowas in der Richtung, dass er jungs interessanter
findet als Mädchen. Und dass er das aber so zur Seite geschoben hat, dass dann eben nur die
pädophilie kam und dass die pädophilie quasi so seinen Ausweg daraus war, dass er die homosexualität
nicht ausleben konnte. Und vor Gericht konnte er eben nicht so eindeutig sagen, welche sexuelle
Neigung er jetzt hat. Was ich sehr bezeichnet fand, war, dass der Richter ihm gefragt hat. Also
homosexualität fanden sie nicht in Ordnung, aber Kinder an zufassend schon oder wie halt echt. Also
das war, war, fand ich sehr bezeichnend, weil er vor Gericht viel geweint hat, er hat sich viel
entschuldigt, er hat oft gesagt, er würde, wenn er in die Psychiatrie kommt, alles daran setzen,
dass das nie wieder passiert und dass er diese Erkrankung selbst in den Griff bekommt. Aber der
Richter hat halt die Argumentation von, ich konnte nicht homosexuell sein, also bin ich pädophil
geworden, einfach überhaupt nicht eingesehen, was ich auch total nachvollziehbar finde, weil ich
denke, dass dieser Argumentation einfach vor und hinten hingt. Es hat sich halt, mich hat sich
am Anfang halt so angehörd, als ob er, also ob das so eine Richtung Ersatztheta geht,
weil es da ist, also ich meine, ich bin homosexuell, aber ich traue mich nicht mit Männern, also sind
Kindern leichter. Aber man weiß es natürlich nicht, also ich meine da ist jetzt ja keine
Idee, nur sie da, aber weiß ja nicht, ob da vielleicht eine zu finden wäre, aber ich fand es dann auch irgendwie
schwach dann damit zu kommen. Das dachte ich auch. Ich habe auch in die Richtung gedacht von Angst
davor das auszuleben, weil ich sehr bezeichnend fand, dass er die meisten seiner Opfer tatsächlich
nakutisiert hat auf irgendeine Art und Weise und dass er vor Gericht beispielsweise erzählt hat,
dass er immer aufgehört hat, wenn er das Gefühl hatte, dass das Kind gleich aufwacht. Und da kann man
natürlich vermuten, dass er entweder einfach unglaubliche Angst hatte vor der Gegenwehr oder auch
vor der Scham, weil in dem Moment, wo du damit konfrontiert wirst, dass sich jemand fährt, musst du
dich auch damit auseinandersetzen, dass du etwas tust, dass der andere nicht will. Ja. Und auf der
anderen Seite natürlich auch, dass sich die Kinder dann eben nicht wehren können und er im Grunde einfach
tun kann, was auch immer er in diesem Moment dann tut, ohne irgendeine Art von Gegenwehr. Genau.
Und man könnte über Dominanz nachdenken oder auch über Vermeidung von Gegenwehr. Ich würde er
Vermeidung von Gegenwehr annehmen, wenn ich mir das jetzt so anhöre. Ich finde, es zeigt ja auch
Steuerungsfähigkeit, dass er aufgehört hat, wenn die Kinder aufgewacht sind. Absolut. Ich meine,
wenn du wirklich komplett Steuerungsunfähig bist, dann hörst du ja dann nicht auf. Das fand ich
auch total abstrus. Vor allen Dingen, er hat dann, nachdem das Gericht gesagt hat, ja, wir verurteilen
nicht nach § 21 Freundchen, weil du konntest dich auf der Arbeit kontrollieren, hat er hinterhergeschoben,
dass er auf der Arbeit auch regelmäßig Kinderponographisches Material konsumiert hat und das mag ja auch so
gewesen sein. Ja, aber trotzdem, was ich genug kontrolliert, um da kein Kind anzugehen. Richtig,
und selbst wenn das stimmt, spricht das halt absolut für seine Fähigkeit sich zu steuern und von
daher fand ich die Einschätzung von keine mangeln, keine verminderte Schuldfähigkeit auf jeden Fall,
richtig. Ja, auf jeden Fall, mich gewundert, wenn es einige geben hätte, auf jeden Fall.
Was ich total krass auch fand, ist die Tatsache, dass er Kinderarzt ist. Und ich dachte,
ich sag im Anfang, dass er im Krankenhaus dann umgeht und die Kinder da und sich an den Kindern dort
vergeht. Das hätte ich ehrlich gesagt auch gedacht, aber er selber hat gesagt, dass er das
Kinderarzt geworden ist, weil er sich da sofort wohl gefühlt hat. Und er hat behauptet, er hätte
in dieser Zeit nie auch nur den Anflug von sexuellem Interesse gehabt. Also in dem Moment, wo er
im Kinderkrankenhaus war, hätte er überhaupt keine Sex oder Neigung mehr gehabt.
und hätte diesen ganzen Hangen gar nicht mehr verspürt.
Da habe ich sich einfach nur wohl gefühlt umgeben von all diesen Kindern.
Aber dann sagt der hat aber auch Kinderpornografie konsumiert auf der Arbeit.
Genau. - Hä?
Also, ja, ich glaube, wie man es sonst auch nicht da war, der halt nur halt los ist.
Das macht überhaupt keinen Sinn. - Überhaupt nicht.
Was ich aber noch bei dem Fall ganz gut finde, ist,
dass er gut anschaulich macht,
dass die Täter oft aus dem bekannten Umfeld kommen.
Ich meine, der so in seiner Lebensgefährte,
dann hat er sich bei den Eltern der Kinder so ein bisschen beliebt gemacht,
dass er eine Vertrauensperson war, auch für die Kinder, eine Bezugsperson.
Genau. Und dann ist es so eskaliert.
Ich finde, das zeigt auch einfach so krass, diese Eskalationstufe,
weil als das nicht mehr gereicht hat,
hat er dann angefangen, einfach fremde Kinder der Straße anzusprechen,
was ja auch rein ratzichional betrachtet viel Risikoreicher ist,
als das bei schlafenden Kindern aus dem Umfeld
dabei nakutisierten, in dem Fall Kindern aus dem Umfeld zu machen,
wo du sowieso da bist.
Aber wenn du so ein gruseliger Mann bist, der auf Spielplätzen rumläuft,
und Kindern Süßigkeiten anbietet, wo alle Eltern sagen,
wenn ein Mann die Süßigkeiten anbietet, dann rennen und schreihe.
Ich kann mir auch daran erinnern, wenn du dann wärstig täglich gesagt hast.
Wirklich? Meine Eltern auch, was hier auch super wichtig ist und richtig.
Dann finde ich, sieht man da auch einfach,
wir immer mehr bereit waren, höheres Risiko einzugehen,
um selben Treben nachzukommen. Voll.
Ja, gruseliger Mann, der Kinder mit Süßigkeiten oder Ähnlichem lockt,
das ist mein Fall jetzt, okay.
Ich bin gespannt, es ist ein gutes Dich, was zu übergehen.
Du bist der Meister der Überleitung.
Ja, ich finde auch, also das kann ich einfach.
Mein Fall ist ein bisschen älter, bis ich um sie sehr viel älter.
Erst aus dem Jahr 1935.
Ich hab denen einen von meinen Büchern entdeckt
und dachte mir, der passt perfekt in die heutige Folge.
Er trägt den Namen "Uncle TikTok".
Oh Gott.
Es ist das Jahr 1935.
Es ist dunkel auf diesem schmalen Waldweg.
Nur ein einziger Wanderer ist weit und breit zu sehen.
Er trägt einen schwarzen Mantel,
einen breitkrämpigen Hut und einen Rucksack auf dem Rücken.
Das einzige, was zu hören ist,
ist das Ticken zahlreicher Uhren,
dass es sein Rucksack trinkt.
Onkel TikTok, wie ihn die Kinder in der Gegenden nennen,
ist oft auf Wanderschaft.
Immer wieder klopft er an die Türen der Einwohner,
repariert deren Uhren oder verkauft ihn neue.
Den Kindern steckt der Bombungs zu.
Manche bekommen von ihm sogar alte Uhren geschenkt.
Als Gegenleistung verlangt er lediglich einen kleinen Lohn
und ein warmes Essen, ab und zu auch einen Schlafplatz.
Am liebsten jedoch verbringt Onkel TikTok seine Nächte im Wald,
schlafen und unter den Sternen.
Heute Abend aber ist er auf dem Weg zu einem Jahrmarkt.
Er liebt Jahrmärkte, es ist laut, es ist bunt.
Jeder geht seinen eigenen Vergnügung nach,
niemand achtet auf die Person neben sich.
Und das Beste, Jahrmärkte sind ein echter Kindermagnet.
Onkel TikTok sucht nämlich etwas bestimmtes.
Besser gesagt, jemand bestimmten.
Ein Jung, vorzugsweise 10 bis 11 Jahre alt,
am besten in Matrosenkleidung.
Doch der Jahrmarkt ist heute nicht sehr voll.
Es scheint, als würde er erfolgreich weiterziehen müssen.
Er will schon fast aufgeben, als sein Wunsch doch noch erfüllt wird.
An einer Ponny-Reitbahn entdeckte ein kleinen, blonden Jung.
Er trägt eine blaue Hose, eine blaue Bluse
und hat eine Matrosenmütze auf dem Kopf.
Genau das, wo nachher suchte.
Er fängt den Jung direkt am Ausgang der Reitbahn ab.
fragt, ob er gerne Tiere möge.
Ja, antwortet der Matrosen-Junge.
Aber meine Eltern erlauben mir kein Haustier.
Onkel TikTok nickt.
Das verstehe er, sagt er.
Tiere machen viel Dreck, außer Kaninchen.
Ob der kleinen Junge ein Kaninchen haben wolle,
er kenne da ein Kaninchenbau im Wald.
Möchtest du mit mir zusammen eins fangen, fragt er?
Oh Gott.
Der Junge nickt und sofort brechen die beiden auf.
Onkel TikTok führt den Jung weg vom Jahrmarkt,
weg von den Augen der anderen Erwachsenen.
Es ist ein langer Weg bis zum Wald.
Als sie endlich angekommen sind, breitet Onkel TikTok eine Decke auf dem Boden aus.
Der kleine Matrosen ist müde.
Also schlägt Onkel TikTok im Vor, zuerst eine Runde zu schlafen.
Danach können man immer noch die Kaninchen fangen.
Er legt den Kopf des Kindes auf seine Prust und wiegt ihn in den Schlaf.
Sobald das Kind nicht mehr bei Bewusstsein ist,
berührt Onkel TikTok ihn am ganzen Körper,
seine Prust, die Arme, Beine, der Genitalbereich.
Missbraucht sein Kleinkörper für den Zweck seiner sexuellen Befriedigung.
Als diese erreicht ist, packt er alles ein.
Uren, Rucksack, die Decke, auf der Erne das Kind gelegen haben.
Dann geht er, das Kind, das er gerade noch missbraucht hat,
lässt er auf dem Waldboden liegen.
Es ist November, die Luft ist klären kalt.
Bald wird er erste Schnee erwartet.
Die Leiche des kleinen Jungen wird einige Tage später entdeckt.
Und reizig damit in eine Reihe weiterer Junge Opfer ein.
Der 10-Jährige Ernst, der 10-Jährige Alfred,
den neuen Jährige Hans, der 5-Jährige Arthur und der 6-Jährige Etka und noch einige mehr.
Alle Jungen wurden in Wäldern gefunden, umgeben von Kiefern-Schonungen,
gut getan gegen Dicke von außen.
Jeder von ihnen trug ein Matrosen-Outfit
und jeder der Jungen seh aus, als wäre er friedlich im Schlaf gegangen.
Die Polizei nimmt die Ermittlungen auf.
12 Kinderleichen wurden bereits entdeckt.
Weitere Opfer müssen um jeden Preis verhindert werden.
Alle bekannten Details werden publik gemacht.
In der Hoffnung, dass jemand etwas gesehen hat, das weiterhelfen könnte.
Nach einiger Zeit erhalten sie den Hinweis,
dass ein älterer Mann gesichtet wurde, der mit zwei Jungen in den Wald gehen wollte.
Der Mann habe von den Kindern abgelassen, als er bemerkt worden war.
Und so sei kein weiterer Gedanke, an diesen Vorfall verschwendet worden, bis jetzt.
Bald ist klar, bei dem gesichteten Mann handelt es sich um Adolf Seefeld,
bei den Kindern in der Umgebung bekannt als Onkel Tiktok, ein wandander Ohrenmacher.
Die Bewohner kennen ihn als freundlichen alten Mann,
der immer freundlich zu den Kindern und für ein Schwerzieren zu haben ist.
Ein lustiger, gern gesehener Besucher.
Während eines Kunden besuchst, wird er von der Polizei festgenommen.
Seefeld bestreitet, je einen der Jungen getötet zu haben.
So etwas wird er nie tun, sagt er, er wäre immer gut und freundlich zu den Jungen gewesen.
Und tatsächlich gestaltet sich die Suche nach der Todesursache der Jungen sehr schwer.
Es existieren keine Würgemale, keine Hinweise auf Gewaltanwendung.
Als seien sie friedlich entschlafen.
Schnell entstehen zahlreiche Theorien zum Tat hergang.
Seefeld soll die Jungen mit Zürn Kali vergiftet haben.
Er soll sie mit Hypnose gefügig gemacht und sie dann im hypnotischen Schlaf
in der Kälte erfrieren lassen haben.
Aufgrund dieser Hypothese mit dem hypnotischen Schlaf
wird Seefeld bald auch als der Sandmann bekannt, der die Kinder im Schlaf sterben ließ.
Seefeld gibt im weiteren Verhör lediglich zu die Jungen unter veralten Versprechungen
in den Wald gelockt und missbraucht zu haben.
Mit den Jahren hatte Seefeld sich hier eine Routine zurechtgelegt.
Diese Kinder waren nämlich nicht seine ersten Opfer.
Springen wir zurück ins Jahr 1870.
Adolf Seefeld wird in Norddeutschland geboren.
Der Vater ist Alkoholiker, die Mutter verknügt sich regelmäßig mit anderen Männern.
Adolf wird vernachlässigt, erhält keinerlei Liebe oder Zuneigung von Seiten seiner Eltern.
Als er zwölf Jahre alt ist, wird er von zwei älteren Männern sexuell missbraucht.
Mit 20 Jahren heiratet Adolf, die erhält aber nicht länger.
Dann sitzt er seine erste Gefängnisstrafe ab, mit 25 Jahren, weil er ein achtjährigen Jungen missbraucht hat.
Im Gefängnis benimmt er sich seltsam, spielt mit seinem Code kommuniziert mit dem Pflegepersonal
nur auf trifflichem Weg, sodass er in eine Psychiatrie verlegt wird.
Nach seiner ersten Entlassung folgen neue Sexualdeliktern Kindern.
Seefeld landet bis 1930, also fünf Jahre, bevor diese Geschichte startet, immer wieder im Suchtaus.
Im Februar 1936 wird Adolf Seefeld aufgrund seiner Taten zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Bis heute ist es nicht sicher, wie viele Jungen er tatsächlich auf dem gewissen hat.
Die geschätzte Anzahl an Morden liegt zwischen zwölf und 30 Jungen, die durch Adolf Seefeld zu Tode gekommen sind.
Auch die Todesursache wurde bis heute nicht endgültig geklärt.
Das war mein Fall.
Das ist wahrscheinlich der Inbegriff des Großen Liegenmannes.
Ich dachte mir, als ich das zum ersten Mal klesen hab, der Sandmann, der Sandmann.
Das ist so abartig, Gott, das ist abartig.
Ich hab die Geschichte in den Buch gefunden und da stand auch der Sandmann.
Und bis ich grafte, warum der der Sandmann genannt wird, fand ich, also ich fand das auch schon hart.
Das ist richtig gruselig, es macht die ganze Geschichte noch gruseliger, obwohl ich Uncle Tiktok schon saugrußlich fand.
*schreit*
Was war diese merkwürdige Geschichte mit den Matrosen-Outfits?
Keine Ahnung, also darüber, wie gesagt, der Fall ist ja leider so alt, dass man nicht viel darüber hat,
nur eben, nämlich mal an Akten von ganz früher, von der Polizeiarbeit und von der Psychiatrien,
der war, aber irgendwie hatte er da was mit den Matrosen, Jungen, wie so ein Fetisch, ja, hin Fetisch.
Die mussten immer zwischen zehn und elf Jahre alt sein, die mussten immer einen Matrosen-Outfit anhaben.
Aber es waren viele von denen doch auch jünger, oder?
Meintest du nicht irgendwie einer von denen, sei fünf oder so?
Ja, stimmt.
Er hat preferiert nach zehn bis elf Jahren gesucht, aber tatsächlich waren auch welche Jünger.
Ich glaube, dass Matrosen-Outfit war dabei das Wichtigste.
Und was gab es für? Also das ist ja ein Kali angesprochen und Hypnozel.
Aber aus heutiger Sicht gibt es da irgendwelche Ideen, wie er das gemacht hat.
Das ist irgendwie so ein komisches Ding, in dem Buch, was ich darüber habe,
wird tatsächlich das mit diesem hypnotischen Schlaf ein bisschen ausführliche erklärt.
Ich muss sagen, ich finde es nicht so haltbar mit hypnotischen Schlaf, keine Ahnung.
Ich kenne mich jetzt aber auch nicht so super mit Hypnozel aus, muss ich sagen.
Ich wollte auch sagen, also Hypnozel.
Ich hätte er an Betäubungsmittel gedacht oder an Gift oder so was.
Ja.
Hat ich jetzt auch eher, aber irgendwie kam das nicht.
Hhm. Betäubungsmittel würde ja schon Sinn machen, ich meine, wenn die Jungs ohne Bewusstsein
und dann würde sie liegen lassen, sie würden ja trotzdem erfrieren.
Irgendwie war das das mit dem hypnotischen Schlaf drin, dass sie dann eben trotz ähnlich Zustand waren,
was sie auch mit Betäubungsmittel wären.
Und dann, also klar ist natürlich, dass er gegangen ist und sie hat sterben lassen
und sie nicht mehr zubewusst sein gekommen sind und auch nicht weggehen konnten,
weil diese Jungenlagen komplett angezogen hat, ihn die Kleidung wiedergerichtet.
So ähnlich wie auch dein Fall, der hat sie ja noch gewaschen und angezogen.
Ja, und meiner hat sie dann auch wieder schön angezogen,
hat die Kleidung gerichtet und ist dann gegangen und hat sie in so einer friedlichen, schlafenden Position gelassen.
Ich finde, das deutet immer so krass auf ein schlechtes Gewissenheim.
Das ist den nicht angucken kannst.
Dass du einfach als Täter, also das finde ich deutet immer so ein bisschen darauf,
dass der Täter nicht in der Lage ist, sich selbst mit seinen Taten und dem, was er getan hat, zu konfrontieren.
Ja, er hat ja auch immer gesagt, dann am Ende bei den Verhörn, er hat kein der Jungen oben gebracht.
Und ich meine, für sein Gewissen stimmt das wahrscheinlich,
weil als er gegangen ist, jedes Mal waren die Jungs ja noch am Leben, haben halt nur geschlafen.
Und ich kann mir vorstellen, dass diese Methode, die Jungen erfrieren zu lassen,
so ein bisschen für sein reines Gewissen war.
So er hat sie ja nicht umgebracht, er war ja nett und freundlich und gut, ob Missbrauchst nett und freundlich ist.
Aber er hat ihn in Bambons gegeben und er hat sie nicht umgebracht.
Ja, es ist ja gegangen.
Ja, es ist einfach in der Decke.
Aber das ist schon gut, man kann sich die Welt natürlich auch malen, wie sie ihm gefällt.
Ja, das hat er auf jeden Fall gemacht, würde ich sagen.
Aber das, er kennt man, also das, aber das habe ich schon so oft jetzt bei "Kennis Missbrauchstäter"
und also gesehen, dass die bagatellisieren total stark und was auch ganz oft kommt ist,
das Kind wollte es ja auch aus.
Das wollte ich auch sicherlich gewährt.
Ja.
Das Kind wollte es auch.
Das Kind ist immer wieder zu mir gekommen und hat sich auf meinen Schuss gesetzt.
Ja, Kinder setzen sich auf den Schuss von Erwachsenen.
Das ist keine sexuelle Handlung, denn Kinder wissen nicht, was sexuelle Handlungen sind.
Genau.
Ja, das ist, aber das kommt so oft wieder und das ist auch,
habe ich auch gelesen, bei keinem Theta werden so ein großes Ding mit bearbeiten,
dass eben es nicht bagatellisiert wird und dass die Theta sehen, was sie den Kindern damit anschauen.
Unbedingt.
Ja, ich glaube, das ist der größte Teil.
Aber was ich auch nicht verstanden habe ist, war ja so bekannt, dass sich die Kinder einfach auf seine Brust legen
und sich in den Schlafigen lassen.
Aber ich finde, es klingt irgendwie eher so, wenn du hast dir gesagt, der kleine Matrose ist irgendwie müde oder so was.
Und ich finde, für mich klingt das irgendwie eher so,
wie er hat ihnen auf dem Weg noch irgendetwas gegeben, dass sie müde macht.
Und dann kommt er da an und sie sind müde und dann legt er sich mit ihnen hin und. Oh Gott, okay.
Ja, vielleicht.
Und ich mein Erwart den jungen Bekanntes, so ein Dauerwanderer gewesen.
Er ist immer wieder als Fein Norddeutschland in Schwerin.
Und er ist immer wieder, hat wieder immer wieder die Runden getreten.
Ist zu den Familien in die Wohnung, hat manchmal ja. Wie gesagt, auch dort geschlafen.
Und die Kinder kannten ihn dann natürlich.
Und er hat sich wohl ihn auch vorgestellt als der Onkel-Tick-Tag.
Er ist der netter, bringt Uhren, er bringt Bombongs.
Und ich meine, Kinder fassen Vertrauen schnell zu Leuten, die oft um sie herum sind.
Und ja, es war auch. Ich meine, der erste Weltkrieg war ja 19/19 vorbei.
Und ich meine, es ist ja immer noch, fällt immer noch unter die Nachkriegstzeit so ein bisschen.
Und die Leute waren eher, nehme ich an damit beschäftigt,
sich um ihr Leben zu kümmern und um ihr Leben wieder aufzubauen.
Und dann starte jetzt, sich Song zu machen, um mögliche Onkel-Tick-Tags,
die hier rumlaufen, ihre Kinder missbrauchen.
Von daher war vielleicht auch so die Awareness dafür nicht da.
Ja, das kann gut sein.
Ja, krass.
Ja, okay.
Das war mein Fall.
Ein bisschen älter und ein bisschen krass als der letzte, den ich gebracht hab.
Ja, aber das ist doch eigentlich ganz gut,
weil dann hatten wir zufällig wieder einen älteren und einen sehr jungen Fall.
Ja, wir missen.
Genau.
Ich finde, wir machen das ganz gut mit den Kindern.
Ich finde, das läuft ganz gut.
Die Wissenschaft bezeichnet, kommen wir zurück zum theoretischen Teil.
Pedophili, übrigens, auch als problematische Deviants.
Und übrigens gibt es ein indisches Volk, bei denen es erlaubt ist,
das erwachsene zu sechsjährigen Kindern, sexuelle Beziehungen fliegen.
Und das zeigt so ein bisschen, dass die,
dass die Pedophili als solche und die Betrachtung von sexuellen Beziehungen zu Kindern
eine sehr stark gesellschaftlich geprägte Sache ist.
Wo man dich nicht sagen will, dass es okay ist, sondern nur,
dass es gesellschaftlich geprägt ist und gesellschaftlich zu Recht verpönt.
Es ist ja auch so, dass in ganz vielen Ländern noch Kinder auch Zeiten erlaubt sind.
Dass er so ein sechsjähriger Mann zwölf ihres Mädchen heiratet.
Ja, da müssen wir gar nicht, als du da bist.
Da brauchen wir es gar nicht, jetzt anzufangen.
Da ist ja sowieso alles vorbei.
Also, aber naja.
In der Online-Studie des Forschungsprojektes Mikado
wurden übrigens 9.000 Männer ab 18 Jahren zum Thema Pedophili und Kindesmissbrauch gefragt.
Und das hat ergeben, dass 4,4% der befragten Männer sexuelle Fantasien zu Kindern bis zwölf Jahren haben.
Das scheint also sehr viel verbreitet zu sein, als wir zugeben wollen.
Es gab noch eine zweite Studie, die ich gefunden habe.
Und zwar wurde die von März 2014 bis juni 2014 durchgeführt.
Und an der Studie haben insgesamt 104 Männer teilgenommen.
Die alle Pedophilenneigungen hatten.
Und von den befragten Männern waren 68% hauptsächlich an Kindern interessiert.
52% an Kindern und an Männern.
33% an Kindern und an Frauen.
Und 15% an Kindern und an Frauen und an Männern.
Und bei der Mehrzahl von pedophilen Männern, nämlich bei 83%, ist die Präferenz bei Jungs.
Das heißt 83% der befragten pedophilen Männer fanden Jungs sexuell erregender als Mädchen.
Und nur 14% fanden Mädchen eher interessant.
Und nur 3% fanden beide Geschlechter spannend.
Also es scheint eine bei pedophilen Männern eine stärker Präferenz für Jungs zu geben.
Als Ursache für die pedophili oder auch die Hebophili werden in der Sexualwissenschaft
übrigens ganz unterschiedliche Faktoren diskutiert.
Man spricht über Entwicklungsauffälligkeiten des Gehirns, also quasi um neuroanatomische Veränderungen.
Dann auch über Homonelle oder Neurotransmitterauffälligkeiten.
Sprich, chemische Veränderungen im Gehirn.
Was geht auch um Bindungs- oder Beziehungsstörungen in der frühen Kindheit
oder um eigene sexuelle Missbrauchserfahrung?
Das war ja in deinem Fall zum Beispiel ein Thema, wo du meintest, dass der Seefeld selber als Kind missbraucht worden ist.
Bisher ist es aber so, dass die Wissenschaft noch nicht so ganz aufklären kann, woher diese pedophilen Neigungen kommen
und in welchem Metiersicht das Ganze hauptsächlich abspielt.
Ich gehe mal davon aus, dass es wieder multi-modal und multi-faktorial bedingt ist.
Ist, wie immer, in der Psychologie.
Es braucht alles ein Wechselspiel aus Alltag und Umwelt.
Genau.
Und da wird derzeit natürlich noch geforscht.
Und es besteht viel Forschungsbedarf in dem Bereich, weil es da einfach noch kein klares Bild gibt.
Genau.
Jetzt fragen sich wahrscheinlich ein paar, wie es denn mit Therapie aussieht.
Ist Therapie überhaupt möglich bei solchen Menschen?
Da sagen sich die meisten, weil man doch häufig hört "öh", da kann man sowieso nichts machen.
Chemische Kastration einsperren für immer.
Oder für immer.
Ja.
Hör ich auf.
Und für Strafe.
Ja.
Und für Strafe kommt auch oft, ja.
Genau.
Nein.
In Deutschland sowieso nicht Freunde.
Die Täter können tatsächlich zu einem gewissen Grad terapiert werden.
Und natürlich sowieso auch die Männer und Frauen, die sich melden um Hilfe sind.
zu bekommen und noch nicht strafällig geworden sind.
Bei Keintheterwerden haben wir vorhin schon erwähnt, das ist das Präventionärzwerk,
was es ungefähr sechsmal in Deutschland gibt.
Die arbeiten viel mit Psychotherapie, dabei passiert es in Einzel- oder in Gruppensetzungen,
den Patienten, also ich nenne jetzt mal die betroffenen Patienten, weil in einem psychotherapeutischen
Setting sind sie automatisch ein Patient, werden Verhaltensstrategien an die Hand gegeben,
wie sie mit eventuell auf kommenden Impulsen umgehen können, wie sie sich aus riskanten Situationen
entziehen können, wie sie erkennen können, dass jetzt ihr Gefühlsleben kritisch wird und
dass sie sich jetzt die Besserhaus der Situation entziehen.
Natürlich wird immer auch empfohlen, sich von Kindergartenfern zu halten, sich generell
von Spielplätzen, von Orten, wo eben einfach viele Kinder sind, was auch oft angewendet
wird, ist die medikamentöse Kastration oder chemische Kastrationen.
Die Patienten bekommen Medikamente, die ihre Libido senken und es ist für viele Patienten
eine total Erleichterung, weil sie eben durch diesen Treb nicht mehr diesen Krasenzfang
haben, nach Kinderpornografie-Konsum, nach den Kontakt zu Kindern und ihnen einfach wieder
Raum gibt, um ihr Leben zu leben, ohne eben diese Belastung ständig an ihre Neigung
oder an ihren Triebdenken zu müssen.
Die Prognose ist eher ungünstig, da sich bei der Pedophilie nicht um eine psychische Störung
an sich handelt, sondern um eine sexuelle Neigung und sexuelle Neigung können nicht in Anführungszeichen
geheilt werden.
Die Patienten, wie gesagt, können nur lernen, mit ihren Neigung umzugehen, ihr Verhalten
zu kontrollieren und Medikamente eben zu nehmen.
Viele sind ihr Leben lang oder einfach noch viele Jahre an, kein Täter werden angebunden,
eben um das Risiko möglichst klein zu halten, dass sie rückfällig oder überhaupt erst
tätig werden.
Präventiv kann man als Eltern bei den Kindern auch ein bisschen was machen, um eben so was
zu verhindern.
Generell sollte man, wenn ihr jetzt Eltern eventuell seid und ein Kind habt oder vielleicht
den Kind erwartet oder irgendwann mal Kinder haben werdet, man darauf achten, dass man
offen mit den Thema Sexualität mit dem Kind umgeht.
Es sollte kein Scharnbehafte des Thema für das Kind sein, denn je Scharnbehafte dieses
Thema ist, dass so weniger würden Kind darüber reden und es so weniger werden sie eben ja
erzählen, dass sie missbraucht wurden, falls sie missbraucht werden.
Außerdem sollte man den Kind immer signalisieren, dass man immer ein offenes Orat, dass man sich
die Probleme gerne anhört, egal welche Art und außerdem gibt es noch einige Anzeichen,
die zeigen könnten, dass ein Kind sexuell missbraucht wird, worauf eventuell Eltern achten könnten.
Ja und zwar ist es manchmal nicht immer so, aber manchmal so das Täter beim Missbrauch handgreiflich
werden, das heißt worauf Eltern auf jeden Fall achten sollten, sind Himatome im Genital
Bereich, an den Inseiten der Oberschenkel, wunden an den Genitalien selber schmerzen oder wenn
Kinder ganz plötzlich da auf keinen Fall mehr angefasst werden wollen, oder irgendwelche
merkwürdigen Infektionen, Pilsinfektionen ähnliches und psychische oder psychosomatische
Symptome sind beispielsweise das Kinderplästlich wieder anfangen ins Bett zu machen, oder dass
sie merkwürdig stark oder merkwürdig wenig auf Hygiene achten, also sich plötzlich anfangen
ganz zwanghaft zu waschen, oder dass sie Home-Munsstörungen entwickeln, also beispielsweise
dass es eine ganz vorzeitige viel zu frühe Schambehahrung gibt, oder die Sexualität des
Kindes selbst gar nicht wirklich ausgereift wird in der Pubertät und Kinder da ganz sich im
Grunde ganz doll zurückhalten, finde es voll krass, dass sie Home-Munsstörung haben können,
dass sogar die Schambehahrung vorzeitig eintritt, wo es dich vorher nicht. Ja, das hat mich
ehrlich gesagt auch überrascht, aber das kann tatsächlich passieren, was psychologisch eben noch
bei Kindern auftreten kann, ist, dass sie das Vertrauen bezüglich Bezugspersonen verlieren,
oder dass sie sich ganz plötzlich extrem an jemanden klammern, dass sie merkwürdig
sexual verhalten an den Tag legen, sprich das Kinder, die vorher nie eine Form von Sexualität
hatten plötzlich anfangen, merkwürdig Dinge zu tun, sich beispielsweise öffentlich anfassen oder
öffentlich masturbieren, selbstverletzung, also es gibt unfassbar viele Symptome, die dafür sprechen
können, ich glaube Eltern merken, wenn Kinder sich plötzlich anders verhalten, darauf sollte man
auf jeden Fall achten, insbesondere auf diese körperlichen Symptome sollte man achten, weil gerade
wenn es sich um Kinder handelt, geht es schwer ohne körperliche Verletzung. Um nach mal auf den
anfangen dieser Folge zurückzukommen, indem wir gesagt haben, dass wir pedophilien nicht als Monster
betrachten wollen, was man natürlich auch präventiv machen kann und das tut eben beispielsweise
dieses Programm kein Täter werden ist, pedophilen die Möglichkeit zu geben, darüber zu sprechen,
bevor es passiert, pedophilie ist eine Form von Sexualität und diese Sexualität auszuleben,
ist eine Straftat, aber dafür diese Sexualität zu haben können, pedophile nichts, so wie Menschen
sich nicht entscheiden, homosexuell oder heterosexuell zu sein, entscheiden sich pedophile nicht,
dafür pedophil zu sein und deshalb ist es wichtig, dass wir damit so offenen,
Anführungszeichen, wie es geht, umgehen. Und das heißt nicht, dass wir pedophilen erlauben,
Kinder zu missbrauchen und das heißt nicht, dass wir ihnen erlauben, Kinder anzufassen oder
ähnliches zu tun, dass Kindern schadet, aber es geht darum, dass wir ein bisschen mehr im
Kopf haben sollten, dass auch pedophile Menschen sich nicht aussuchen, diese Form von Sexualerneigung zu
haben und dass wir ihnen zuhören sollten, denn die beste Form von Prävention ist es, wie beispielsweise
bei keinem Täter werden, offen damit umzugehen und den Menschen versuchen zu helfen, anstatt sie an
den Rand der Gesellschaft zu drängen. Genau und sie zu verurteilen, denn wenn sie unter
solcher Stigmatisierung leben, ist es klar, dass niemand damit gerne hausieren geht und jemand
gerne erzählt, was in ihm los ist, wenn er ganz genau weiß, dass er dafür ausgestoßen wird und
dann ist es nachvollziehbar, dass so was eben nicht an die Öffentlichkeit gebracht wird von
vielen Männern. Und dass dann keine Therapie stattfindet, weil wenn jemand nicht spricht,
können wir ihm nicht Therapieren und dann können wir ihm nicht helfen. Und dabei reden wir nicht
von den Menschen, die sich bereits an Kindern vergangen haben, sondern wir sprechen von denen,
die es noch nicht getan haben und die es nicht tun wollen. Genau, ich denke, das war unser Appell an euch
für heute und wir hoffen, dass wir ein bisschen mehr zu dem Thema pedophilei erklären konnten,
ein bisschen mehr aufzeigen konnten. Solltet ihr sexuell Missbrauch bei euren Kind oder einem
befreundet oder einem bekannten Kind vermuten, solltet ihr auf jeden Fall professionellen Hilfe
in Anspruch nehmen und Ratschläge einholen. Dabei könnt ihr zu Kinderärzen gehen, zu Psychotherapeuten,
Betreuern, speziellen Beratungsstellen. Außerdem gibt es zwei Telefonnummern, die man wählen kann,
wenn man eben so was vermutet, aber nicht weiß, wie man es damit umgehen soll. Das ist einmal
für Eltern oder Wachsene, die Nummer gegen Kummer, das ist die 0800 111 0 550 oder für Kinder und
Jugendliche, falls ihr Betroffene seid, Kinder und Jugendtelefon 11 600 11. Ich fand das noch
wichtig zu sagen, falls absolut fein jemand ist. Wenn uns jemand zuhört, der selber an sich
Pädophilienneigungen feststellt oder selbst von sich weiß, dass er Pädophil ist, dann meldet
euch bei keinem Täter werden und lasst euch helfen. Genau, da gibt es ein Kontaktformulauf der
Webseite. In diesem Sinne würde ich sagen, beenden wir diese Folge. Ja und dann sagen wir jetzt! Tschüss!
Podcast Summary
Key Points:
Pädophilie bezeichnet eine sexuelle Neigung zu Kindern unter 12 Jahren, aber nicht automatisch eine Straftat.
Die Diagnose gilt nur dann, wenn die Neigung dauerhaft ist und zu leidvollen, gefährlichen Auslebungen führt, nicht aber, wenn sie nur existiert.
Viele Fälle von sexuellem Missbrauch werden nicht von pädophilen Personen begangen – oft sind Täter erwachsene, die Kinder aus dem Umfeld oder durch Lockung auswählen.
Die meisten pädophilen Menschen vermeiden, Kinder anzufassen, und fühlen sich oft schuldig, wobei sie eine massive Angst vor der Folge ihrer Neigung haben.
Es gibt Präventionsprogramme wie „kein Täter werden“, bei denen sich Menschen anonym beraten und therapiert lassen können, um ihre Neigung zu kontrollieren.
Kinderpornografie ist nicht unbedingt harmlos – ihr Konsum fördert die Nachfrage und schadet der Opfer, weil die Täter weiterhin motiviert werden.
Die Wissenschaft hat keine klare Erklärung für die Ursachen der pädophilen Neigung, aber sie ist vielfach durch Entwicklung, Biologie und frühe Beziehungen beeinflusst.
Therapie ist möglich, um das Verhalten zu kontrollieren, jedoch kann die Neigung nicht vollständig ausgeradet werden – die Störung liegt in der Auslebung, nicht in der Neigung selbst.
Summary:
In dieser Folge des Blackbox-Psychrime-Podcasts wird das Thema Pädophilie gründlich und sensibel behandelt. Es wird klar gemacht, dass pädophilie eine psychische Störung ist, die sich durch eine dauerhafte sexuelle Neigung zu Kindern auszeichnet, nicht aber automatisch zu Straftaten führt. Wichtiger als das Monsterbild wird betont, dass viele Missbrauchsfälle von nicht pädophilen Erwachsenen begangen werden – oft durch Vertrauensbeziehungen oder gefährliche Lockungen.
Der Bericht von Ralf, einem Mann mit pädophilen Neigungen, zeigt, wie schwer es ist, mit diesen Gefühlen umzugehen und wie Angst und Schuld zu leiden sind. Er zeigt auch, dass viele betroffene Menschen Hilfe suchen, um ihre Verhaltensmuster zu kontrollieren. Es wird aufgezeigt, dass Kinderpornografie kein neutraler Konsum ist, sondern eine Schadensquelle, die Täter weiterhin motiviert.
Die Wissenschaft vermutet vielfältige Ursachen, darunter neurobiologische Faktoren, frühe Missbrauchserfahrungen und Bindungsstörungen. Präventionsprogramme wie „kein Täter werden“ ermöglichen es, sich anonym zu beraten und therapiert zu werden. Die Folge betont, dass pädophile Neigungen nicht als "Monster" verurteilt werden sollten, sondern als komplexe psychische Hintergründe, die mit Respekt und Hilfe gehandelt werden müssen.
Es wird darauf hingewiesen, dass Eltern frühzeitig über Sexualität und Warnzeichen wie plötzliche Hygieneveränderungen oder Schamverhalten mit Kindern sprechen sollten. Der Podcast schließt mit einem direkten Appell an die Öffentlichkeit: Wenn jemand pädophile Neigungen vermutet, sollte er Hilfe suchen – und wenn er bereits betroffen ist, sollte er sich an „kein Täter werden“ wenden. So wird Prävention und menschliche Würde im Zentrum der Debatte gestellt.
FAQs
Pädophilie bezeichnet die sexuelle Neigung zu Kindern, die noch nicht die Pubertät erreicht haben. Dies ist eine psychische Störung, wenn die Neigung dauerhaft besteht und zu sexuellen Beziehungen mit Kindern führt.
Nein, Pädophilie an sich ist keine Straftat. Nur das Ausleben dieser Neigung – wie z. B. sexuellen Kontakte mit Kindern – ist strafbar. Die Neigung allein ist keine Straftat.
Kinder sind oft hilflos, können sich wehren und haben noch kein vollständiges Verständnis von sexuellen Handlungen. Täter nutzen diese Schwächen, um sich leichter in die Situation zu manövrieren.
Ja, viele Fälle von sexuellem Missbrauch werden nicht von pädophilen Personen begangen. Die Täter nutzen oft erwachsene Personen, weil sie stärker oder weniger verletzbar sind, oder sie wählen Kinder, weil sie leichter zu beeinflussen sind.
Ja, es gibt anonyme Präventionsnetzwerke in Deutschland, bei denen betroffene Personen therapiert werden können. Dort können sie ihre Gedanken erkunden, lernen, sich zu steuern und die Gefahren erkennen.
Eltern sollten offen über Sex und Vertrauen mit ihren Kindern sprechen. Auffällige Symptome wie Wunden, Vermeidung von Berührungen oder plötzliche Hygieneprobleme sollten aufmerksam beobachtet werden.
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