Go back

Black & Wiliam (1998) | Formatives Assessment

18m 2s

Black & Wiliam (1998) | Formatives Assessment

Die Podcastfolge stellt das formative Assessment als zentrales Steuerungsinstrument im Unterricht vor, basierend auf dem wegweisenden Review von Black & William (1998). Im Gegensatz zur summativen Bewertung (Noten) liefert formatives Assessment kontinuierliche Rückmeldungen während des Lernprozesses, um Lehr- und Lernaktivitäten anzupassen. Die Forschung belegt signifikante Lerneffekte, insbesondere wenn lernzielorientiert (Mastery Goals) gearbeitet und aufgabenbezogenes Feedback gegeben wird. Kritisch ist, dass personenbezogenes Feedback (z.B. Lob) oft kontraproduktiv wirkt. In der Praxis wird formatives Assessment jedoch häufig durch Notendruck, konkurrenzorientierte Praktiken und ein mangelndes Verständnis seitens der Lehrkräfte behindert. Erfolgreiche Umsetzung erfordert transparente Lernziele, Einbeziehung der Lernenden, Zusammenarbeit im Kollegium und eine grundlegende Unterrichtsveränderung – hin zu einem „Responsive Teaching“, das flexibel auf Schülerbedürfnisse eingeht. Initiativen wie das „Embedding Formative Assessment Project“ zeigen, dass dies zu einer deutlichen Verschiebung vom Lehren zum Lernen führen kann.

Transcription

2122 Words, 15594 Characters

German
Psychologie fürs Klassenzimmer Forschung zur Schule und Unterricht, die jede Lehrerin und jeder Lehrer kennen sollte. Ein Podcast mit Benedikt Wismärski Herzlich willkommen zu Folge 6 von Psychologie fürs Klassenzimmer. Schön, dass sie wieder dabei sind. Stellen Sie sich einmal vor, Sie müssten ja Autorückwärts einparken. Sie dürfen dabei nur einmal einstagen, losfahren und dann nicht mehr nachsteuern und auch nicht mehr abgremsen, bis sie ihre endgültige Position erreicht haben. Für wie hoch halten Sie die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Auto danach wie gewünscht in der Parklück steht? Und für wie wahrscheinlich halten Sie einen nicht unerheblichen Blechschaden? Warum? Um alles in der Welt sollte man beim Rückwärts einparken, nicht mehr nachsteuern und einfach so lange fahren, bis man die Parkposition erreicht hat. Egal, ob man da bei den Schaden verursacht. Eine gute Frage. Wenn Ihnen das Beispiel absurd erscheint, dann möchte ich Ihnen eine andere Frage stellen. Warum laufen Lehrleernprozesse häufig genau so ab? Erst schlägt man eine Richtung ein. Steuert nicht mehr nach, ändert das Tempo nicht, wenn es nötig ist. Und am Ende trifft man, wer das Ziel erreicht hat. Warum geht es in dieser Folge? In dieser Folge geht es um die Steuerung von Lehrlenprozessen, die sich vom eben genannten Beispiel unterscheidet. Es geht um formatives Assessment. Und zu diesem Thema gibt es ein Review der beiden Erziehungswissenschaftler Paul Bleck und Dylan William. William mit einem L. Erst im Jahr 1998, das im jeder Hinsicht als Wegweisend bezeichnet werden kann. Bleck und William haben die überwiegend psychologische Forschung zu diesem Thema zusammengefasst und zentrale Erkenntnisse zur Wirksamkeit und Wirkungsweise herausgearbeitet. Der Artikel heißt Assessment and Classroom Learning und erschien in der Zeitschrift Assessment in Education. Einen Link zum Artikel finden Sie in der Folgenbeschreibung. Zunächst vielleicht kurz zu dem Begriff, um den es geht. Formatives Assessment wird von Bleck und William definiert, als alle von Lehrpersonen und Lernen und durchgeführten Aktivitäten, aus denen Informationen hervorgehen, die als Feedback zur Änderung der Lehr- und Lernaktivitäten verwendet werden können. Im Gegensatz zum Sumativen Assessment, bei dem ein Lernergebnis bewertet wird, üblicherweise in der Form von Noten, geht es beim Formativen Assessment, um Lern Prozessbegleiten der Rückmeldungen, also Informationen, die nicht am Ende des Lernprozesses als Bewertung, sondern kontinuierlich während des Lernprozesses als Unterstützung bei der Steuerung gegeben wird. Die also das Nachsteuern und die Anpassung des Tempos erlauben. Die Unterscheidung zwischen Formativen und Sumativen Assessment stammt ursprünglich von dem Philosophen Microsofts-Griven, der die Unterschiede der beiden Formen hinsichtlich ihrer Ziele, der immer mittelten Informationen, so wieder atemberweise, wie die Informationen verwendet werden betonte. Die Annahme, die Hinter der Wirkung Formativen Assessment steht, ist die, dass eine möglichst genaue Kenntnis des individuellen Lernstandes dazu beiträgt, Lerngelegenheiten auf den jeweiligen individuellen Bedarf, der oder des Lernenden optimal anzupassen. Ich habe mich übrigens entschieden, das Wort Assessment nicht zu übersetzen, da der im deutschen häufig gebrauchte Terminus der Formativen-Evolution aus meiner Sicht nicht zutreffend ist. Assessment bedeutet im Kontext dieser Folge die Einschätzung eines Lernstands oder einer Leistung und die Rückmeldung dieser Einschätzung an die betreffende Person. Warum sind diese Forschungsergebnisse für Lehrerinnen und Lehrer interessant? Assessment wird im aktuellen Schuhesystem meist mit Bewertung, Beurteilung, Benotung und selektionen Verbindung gebracht. Wie es sich und William geht, ist darum, wie Assessment völlig anders eingesetzt werden kann, nämlich mit dem Zielunterrichtsprozesse besser mit den Bedürfnissen der Lernenden abzugleichen. Die Autoren schreiben, zitat, wenn Lehrpersonen wissen, welche Fortschritte Schülerinnen und Schüler machen und an welchen Stellen sie Schwierigkeiten haben, können sie diese Informationen nutzen, um die richtigen didaktischen Entscheidungen zu treffen. Zitatende. Eine Errangensweise mit der dies gelingt dürfte wohl für Lehrpersonen von hoher Relevanz sein. Die von Bleck und William zusammengefassten Forschungsergebnisse bitten aber eben nicht nur eine didaktische Idee, sondern gesicherte Informationen darüber, wie wirksam diese tatsächlich ist, wie die Umsetzung im Erhebungszeitraum tatsächlich aussah, welche Faktoren eine Erfolger-Hee Umsetzung beeinträchtigen oder verhindern, und welche psychologischen und didaktischen Voraussetzungen und Auswirkungen Formatives Assessment hat. Es handelt sich bei dieser Untersuchung um ein qualitatives Review, also eine systematische Zusammenfassung der Studien, die zu einem Thema in einem bestimmten Zeitraum publiziert wurden. Im Gegensatz zur Meteranalyse werden keine quantitativen Daten verrechnet, sondern die wichtigsten Aussagen vorlegen, dass Studien systematisiert, miteinander verglichen und kritisch bewertet. Bleck und William schlossen in ihrem Review die Studien zum Formativen Assessment zwischen 1988 und 1998 ein. Aus zunächst 681 Publikationen, die sich überhaupt mit diesem Thema beschäftigen, wurden 250 Artikel ausgewählt, die relevante Informationen enthielten. Die Stichproben umfassten die Altersspanne von fünfjährigen Kindern bis zu Studierenden an Colleges. Was sind die Zentralen Ergebnisse? Zunächst werden die Befunde zur allgemeinen Wirksamkeit zusammengefasst. Die Studien, die in das Review eingingen, berichten Effektstärken für Formatives Assessment zwischen 0,4 und 0,7 Standardabweichungen im Vergleich zu Unterricht ohne Formatives Assessment. Im pädagogischen Kontext sind dies substanzielle Effekte, wenn man davon ausgeht, dass der durchschnittliche Lernzuwachs während eines Schuljahres bei etwa 0,4 Standardabweichungen liegt. Die Größe der Effekte in den verschiedenen Studien hängt stark von der angewendeten Bezugsnorm ab. Wobei sich eine höhere Wirkung von Formativen Assessment zeigte, dass unter der Annahme das alle Schülerinnen und Schüler die angestrebten Ziele erreichen können, durchgeführt wurde. Weniger effektiv war es dagegen dann, wenn ein Vergleich mit Mitschülerinnen und Mitschüler hergestellt wurde. Neben der allgemeinen Wirksamkeit wurde die tatsächlich beobachtete Praxis untersucht, also die Art und Weise, wie Formatives Assessment tatsächlich eingesetzt wird, beziehungsweise immer Hebungszeitraum eingesetzt wurde. Hierbei zeigten sich einige problematische Punkte. Gängegepraktigten des Assessments von Schülerinnen und Schülern begünstigen oberflächliche Informationsverarbeitung und das Auswende-Gleinen von Inhalten verbunden mit schnellem vergessen. Es fand zu dem kaum eine kritische Reflexion der Durchführung von Assessment-Praktiken unter Lehrpersonen statt, beispielsweise in Form gegenseitiger kollegialer Überprüfung. Die Funktion von Noten wurde überbetont und die Funktion der Optimierung von Lernprozessen vernachlässigt. Es gab die Tendenz, eher einen normativen, als einen Kriterienbasierten Ansatz zu verwenden, was zu konkurrenzdenken führte, statt Schülerinnen und Schüler zu persönlicher Verbesserungen zu motivieren. Gerade Lernende mit größeren Schwierigkeiten werden von solchen Praktiken demotiviert und verlieren Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Die Qualität formativen Assessments nahm immer dann ab, wenn Lehrpersonen Druck von außen verspürten. Zum Beispiel durch externes summatives Assessment und insgesamt lag ein wenig ausgeprägtes Verständnis von formativen Assessments vor, bei gleichzeitig vorherschender Dominanz von Prüfungen. Black and William sprechen hier in späteren Publikationen von einem Waschbeck-Effekt. Dies bedeutet, dass die Erwartung einer Prüfung durch die Lernenden, die Wirkung formativen Assessments und letztendlich den Lernprozess an sich beeinträchtigt. Im nächsten Teil des Reviews geht es um den Umgang von Schülerinnen und Schülern mit dem Feedback, das im Rahmen des formativen Assessments erhalten. An wesentlicher Punkt ist hier die Unterscheidung, worauf sich dieses Feedback richtet. Es gibt zwei Möglichkeiten. Igo in Warwing Feedback und Task in Warwing Feedback. Also Feedback, dass sich auf die Person bezieht, etwa du bist schlau, du bist fleißig und Task in Warwing Feedback, dass sich auf die Bearbeitung der Aufgabe bezieht. Du kommst mit dem Thema X bereits sehr gut zurecht. Bei Thema Y machst du aber immer noch den Fehler Z. Task in Warwing Feedback führt dazu das lernende Hilfe erbieten, wenn sie die benötigen und das Verzichten auf Hilfe dadurch erklären, dass sie ein Problem selbst lösen möchten. Im Gegensatz dazu führt Ego-Involving Feedback dazu, das Lernen des seltener Hilfe erbieten und den Verzicht dadurch begründen, ihre eigene Unfähigkeit verschleiern zu wollen. Ego-Involving Feedback wirkt sich negativ auf die Motivation und Leistung aus. Interessant ist vor allem, dass auch Lob-Negative Effekte haben kann. Vor allem dann, wenn es sich nicht in Verbindung mit objektiven Feedback zur Aufgabe der Verfügung verbinden lässt. Im letzten Teil des Reviews, auf den ich eingehen möchte, geht es um konkrete Strategien des formativen Assessments. Hier wird anhand zahlreicher Einzelstudien gezeigt, dass diese Form des Assessments besonders dann erfolgreich ist, wenn Schülerinnen und Schüler Feedback erhalten, aus dem sie entnehmen können, in welchem Verhältnis ihr persönlicher aktueller Lernstand zu einem definierten Kriterium steht. Im Gegensatz zu solchen Rückmeldungen, die ihre Leistung mit der Leistung anderer vergleichen. In der Psychologie spricht man hier von Mastery Go's im Gegensatz zu Performance Go's. Effektives Formatives Assessment orientiert sich an Mastery Go's. Hilfreihe Fragen, mit denen Lernstände ermittelt werden können, fokussieren auf Verständnis statt Abruf. Und sie beziehen das Vorwissen der Lernenden mit ein. Wie gesagt, das Review von Black and William fastet den Forschungsstand eines gesamten Jahrzehens zusammen. Daher gäbe es noch weitere interessante Punkte, aber ich hoffe, dass ich die wesentlichen Punkte wiedergeben konnte. Was bedeuten die Ergebnisse für Schule und Unterricht? Die Bedeutung der Ergebnisse kann man am besten an der konkreten praktischen Umsetzung sehen. Aufbauen auf Black and William's Review wurde in Großbritannien ein Implementationskonzept mit dem Titel "Embedding Formative Assessment Project" eingeführt. Bei dem Lehrpersonen eine spezielle Schulung ebenfalls basierend auf den Erkenntnissen des Reviews erhielten. Was durch die Implementierung nach relativ kurzer Zeit zu beobachten war, nennen die Projekt verantwortlichen einen Schiff von Teaching to Learning. Eine Verschiebung der Aufmerksamkeit vom Lern zum Lernen. Teilnehmernde Lehrkräfte wurden gefragt, was sie nach Einführung systematischen Formativen Assessments weniger taten als zuvor. Und die Ergebnisse waren? 19,4 Prozent gaben Lehrkraft gelenkte Stunden an. 41,7 Prozent exzisive Lehrervorträge. 66,7 Prozent, das Beantworten von Fragen der Schülerinnen und Schüler für diese. 47,2 Prozent, das Treffen der Annahme, die Lernenden hätten die Inhalte bereits verstanden. Und auch sehr interessant. 33,3 Prozent, das Vergeben von Noten. Formativen Assessments ist keine Methode und betrifft nicht die Oberflächenstrukturen von Unterricht, sondern es handelt sich um eine recht grundsätzliche Herangehensweise im Bezug auf Lernen und Lernen. Formativen Assessments kann man nicht mal in einer Unterrichtsstunde einsetzen und dann wieder nicht, sondern es verändert eben Unterricht grundsätzlich, wenn dieser vorher nicht dem Prinzip folgte. Für Lehrerinnen und Lehrer bedeutet dies, dass die Umsetzung weitreichende Veränderungen erfordert. Feedback wird zum zentralen Steuerungsinstrument. Schülerinnen und Schüler erhalten Ständig Feedback zu im Lernprozess und Lehrpersonen erhalten Ständig Feedback zu ihrem Unterricht. Dinge wie Stoffverteilungspläne oder halbjahres Planungen ergeben für diese Art des Unterrichts wenig Sinn. Prüfungen verlieren an Bedeutung. Gibt es zu dem Thema noch mehr Forschung? Die psychologischen Ursprünger des Formativen Assessments liegen in der Lehr- und Lernstrategie des Mastery Learning, die auf den amerikanischen Psychologen Benjamin Blum zurückgeht. Beim Mastery Learning wird regelmäßig überprüft, welchen Kenntestand zum jeweiligen Lerngegenstand jede Schülerinnen und jeder Schüler gerade hat. Nur wenn ein genau definierter Kenntestand erreicht wurde, wird mit neuen Lernzielen fortgefahren. Ist dies nicht der Fall, erhält die Schülerinnen und der Schüler zusätzlich Unterstützung und Möglichkeiten zur Wiederholung und zusätzlichen Übung. Erst wenn Lernende das jeweilige Beherrschen, also die Mastery nachweisen, geht es mit dem nächsten Lernschritt weiter. Zum Aspekt der Wirkung von Feedback veröffentlichten John Hatti und Helen Timperley im Jahr 2007 ihren wehgewassenden Artikel "The Power of Feedback", die Macht von Feedback. Und sie definierten in diesem Dreifragen die formatives Feedback beantworten sollte. Was ist das Ziel? Das bezeichnen Sie als Feed-Up? Wo stehe ich gerade? Das ist das Feedback und was ist der nächste Schritt um das Ziel zu erreichen? Das wäre das Feed-Vorworte. Im Jahr 2018 untersucht eine niederländische Forscherinnen und Forschergruppe um Kim Schildkamp, die Voraussetzungen für gelingen des formatives Assessment näher. Einige ausgewählte Punkte daraus entscheidend ist, dass Lernziele und Erfolgsgetärien für Schülerinnen und Schüler transparent gemacht werden. Anmerkung von mir? Statt Zeit, damit zu Verschwändenschülerinnen und Schüler am Stunden anfangen, sinnlos, das Stundenthema erraten zu lassen, gehört es zum formativen Assessment, innen die Ziele der Stunde mitzuteilen und zu erläutern, woran sie erkennen können, ob sie diese erreicht haben. Darüber hinaus betrunend Schildkamp-Kolleginnen und Kollegen die Wichtigkeit, Lernende in den Entwicklung ihrer eigenen Lernziele mit einzubeziehen. Eine weitere wichtige Erfolgsbedingung ist die Kollaborationswischen Lehrpersonen in Form von Diskussionen darüber, wie Unterricht angepasst werden kann, um Schülerinnen und Schüler bei der Erreichung ihrer Lernziele zu unterstützen. Und nicht zuletzt zeigt diese Studie, wie wichtig es ist, dass Lehrinnen und Lehrer die Kontrolle über ihr Vorgehen erleben. Dieses Erleben kann besonders durch summatives Assessment zum Beispiel in Form externer standardisierter Prüfungen beeinträchtigt werden. Der Unwilliam ärgerte sich übrigens im Nachhinein, dass Paul Black und er den Begriff Formatives Assessment verwendet hatten. Er sagte, in einem Interview eine bessere Bezeichnung wäre "Responsive Teaching" gewesen, also Unterricht mit der Bereitschaft auf Schülerinnen und Schüler einzugehen. Auch dies zeigt, dass Formatives Assessment nicht eine Methode ist, die man gelegentlich einmal im Unterricht einsetzen kann, sondern vielmehr ein verändertes Verständnis von Unterricht an sich. Sozusagen unterricht wie Einparken mit Nachsteuern. Der Standardtext zu diesem Thema ist bis heute das vorgestellte Review und für mich handelt es sich auf jeden Fall im einen Text, den jede Lehrerin und jeder Lehrer kennen sollte. Vielen Dank für die Interesse an diesem Podcast. Fanden Sie die Forschungsergebnisse hilfreich? Haben Sie Fragen, Anmerkungen oder Einwände? Dann diskutieren Sie mit auf Twitter unter dem Hashtag, pfk, unterstrich, Podcast. Bis zum nächsten Mal bei Psychologie fürs Klassenzimmer.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Formatives Assessment zielt darauf ab, durch kontinuierliche Rückmeldungen den Lernprozess zu steuern, im Gegensatz zur summativen Bewertung am Ende.
  2. Die Forschung von Black & William zeigt substanzielle Lerneffekte (0,4–0,7 Standardabweichungen), besonders wenn lernzielorientiert (Mastery Goals) und nicht vergleichend gearbeitet wird.
  3. Erfolg hängt von der Feedback-Art ab
  4. In der Praxis wird formatives Assessment oft durch Notendruck, oberflächliche Prüfungspraktiken und mangelndes Lehrerverständnis behindert.
  5. Effektive Umsetzung erfordert transparente Lernziele, Schülerbeteiligung, Lehrerkollaboration und eine grundsätzliche Unterrichtsveränderung hin zu „Responsive Teaching“.

Summary:

Die Podcastfolge stellt das formative Assessment als zentrales Steuerungsinstrument im Unterricht vor, basierend auf dem wegweisenden Review von Black & William (1998). Im Gegensatz zur summativen Bewertung (Noten) liefert formatives Assessment kontinuierliche Rückmeldungen während des Lernprozesses, um Lehr- und Lernaktivitäten anzupassen. Die Forschung belegt signifikante Lerneffekte, insbesondere wenn lernzielorientiert (Mastery Goals) gearbeitet und aufgabenbezogenes Feedback gegeben wird.

B. Lob) oft kontraproduktiv wirkt. In der Praxis wird formatives Assessment jedoch häufig durch Notendruck, konkurrenzorientierte Praktiken und ein mangelndes Verständnis seitens der Lehrkräfte behindert.

Erfolgreiche Umsetzung erfordert transparente Lernziele, Einbeziehung der Lernenden, Zusammenarbeit im Kollegium und eine grundlegende Unterrichtsveränderung – hin zu einem „Responsive Teaching“, das flexibel auf Schülerbedürfnisse eingeht. Initiativen wie das „Embedding Formative Assessment Project“ zeigen, dass dies zu einer deutlichen Verschiebung vom Lehren zum Lernen führen kann.

FAQs

Formatives Assessment umfasst Aktivitäten, die während des Lernprozesses Feedback liefern, um Lehr- und Lernaktivitäten anzupassen. Im Gegensatz dazu bewertet summatives Assessment Lernergebnisse, typischerweise durch Noten am Ende eines Lernabschnitts.

Studien berichten Effektstärken zwischen 0,4 und 0,7 Standardabweichungen im Vergleich zu Unterricht ohne formatives Assessment. Dies sind substanzielle Effekte, da der durchschnittliche Lernzuwachs pro Schuljahr etwa 0,4 Standardabweichungen beträgt.

Häufig dominieren oberflächliche Informationsverarbeitung, überbetonte Notenfunktion und normativen Ansätze, die zu Konkurrenzdenken führen. Zudem beeinträchtigt externer Druck, wie standardisierte Prüfungen, die Qualität des formativen Assessments.

Task-involving Feedback, das sich auf die Aufgabenerfüllung bezieht, fördert Hilfeersuchen und Motivation. Ego-involving Feedback, das die Person bewertet, wirkt sich negativ aus, selbst Lob kann schädlich sein, wenn es nicht mit sachlichem Feedback verbunden ist.

Erfolgreiches formatives Assessment orientiert sich an Mastery Goals, fokussiert auf Verständnis statt Abruf und bezieht Vorwissen ein. Feedback sollte den aktuellen Lernstand im Verhältnis zu definierten Kriterien aufzeigen, nicht im Vergleich zu anderen.

Es erfordert eine grundlegende Verschiebung vom Lehren zum Lernen, mit Feedback als zentralem Steuerungsinstrument. Stoffpläne und Prüfungen verlieren an Bedeutung, während kontinuierliche Anpassung und Kollaboration unter Lehrpersonen entscheidend werden.

Chat with AI

Loading...

Pro features

Go deeper with this episode

Unlock creator-grade tools that turn any transcript into show notes and subtitle files.