Big Tech - Wie Künstliche Intelligenz die Demokratie zerstört
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Der Vortrag von Prof. Sied Maheini untersucht den Zusammenhang zwischen digitalen Technologien wie künstlicher Intelligenz und der Krise der Demokratie. Er beginnt mit einer Diagnose: Laut dem Edelman Trust Barometer sinkt das Vertrauen in westliche Demokratien dramatisch, während autoritäre Staaten wie China oder Singapur höheres Vertrauen genießen. In Deutschland sind 70 % der Menschen frustriert über die Regierung, und 60 % der jungen Erwachsenen halten radikale Aktionen für legitim. Maheini schlägt einen Perspektivwechsel vor, der auf die antike Idee des Kreislaufs der Gesellschaftsformen zurückgreift. Demnach befinde sich die Demokratie im Übergang zur Ochlo-Kratie, der Herrschaft einer desinformierten Masse, die nur ihr Eigeninteresse verfolgt. Die digitale Transformation beschleunigt diesen Prozess: KI generiert zunehmend Inhalte, deren Echtheit nicht mehr überprüfbar ist, und soziale Medien erlauben es jedem, sich seine eigene Realität zusammenzubauen. Dies führt zur Partikularisierung der Gesellschaft, in der unterschiedliche Weltbilder unvereinbar nebeneinanderstehen. Zudem sei die zentralistische Struktur von KI problematisch für demokratische Prozesse. Maheini plädiert für ein tieferes Verständnis dieser Zusammenhänge, um Wege aus der Krise zu finden.
[Musik] Deutschlandfunk. Hi, willkommen im Hörsall. Nina Busbattels bin ich, ich freue mich, dass ihr heute zuhört. Wir sind eine Produktion von Deutschlandfunk Nova. Wir suchen hier für euch jede Woche zwei spannende Vorträge aus der Wissenschaft. Heute geht es darum, was digitale Technologien wie künstliche Intelligenz mit der Krise der Demokratie zu tun haben. Immer mehr Content, immer mehr Informationen mit der sie umgeben sind ist KI generierte Informationen, bei der man nicht mehr sagen kann, ob sie zum Beispiel ein Bild, eine reale Situation abbilden oder eine völlig fiktive. Das ist Siedmaheini, unser Redner heute im Hörsall. Er ist Professor für Angewandteetiger in der Hochschule Karlsruhe und Leiter des Zentrums für ethische Fragen im 21. Jahrhundert. Wenn Sie ein mehr an Informationen haben, indem Sie zu jeder noch so wahren oder abstrußen Vorstellung und Weltbild immer die passenden Informationen, die passenden Bestätigung finden, dann können Sie Ihre Realität sich ganz individuell zusammenbauen. Und das führt zur Partikolarisierung der Gesellschaft, die ja unleuten bei ist. Warum diese völlig unterschiedlichen Vorstellungen und Weltbilder besonders für Demokratienverthal sind, erklärt sie, hat Maheini in seinem Vortrag. Außerdem beschreibt er, warum auch die zentralistische Struktur von künstlicher Intelligenz für Demokratien problematisch ist. Sein Vortrag hat er am 29.10. 2025 im Rahmen der Ringvorlesung "Schöne neue Welt", welche Zukunft sie die digital-Euligarchie für uns vorgehalten. Ja, ich möchte ein paar Gedanken anbieten zum Stand der Demokratie im Digitalzeitalter und als Untertitel habe ich ein Zitat. Geweilt von Peter Tiel. Peter Tiel muss man wahrscheinlich nicht mehr vorstellen. Silicon Valley-Ekone gehört zu der berühmtberüchtigten Papergang, einer der ersten Gründer in Facebook als Venture Capital Investor steht dahinter vielen Start-ups im Silicon Valley und darüber hinaus. Und er ist gut vernetzt mit der amerikanischen Politik, insbesondere mit der Trumpadministration und mischt sich auch immer wieder ein in den politischen Diskurs. Und von ihm stammt dieser Satz ein no longer believ, that freedom and democracy are compatible. Und ich habe dieses Zitat als Untertitel gewählt, nicht, weil es mir heute jetzt speziell um Peter Tiel geht, sondern weil dieses Zitat und die Haltung, die dahinter zum Forscher kommt, durchaus exemplarisch ist für eine Haltung im Silicon Valley und im Big Tech und darüber hinaus, die davon ausgeht, dass die Demokratie eigentlich keine geeignete Gesellschaftsform ist, um die Gesellschaft in die Zukunft zu tragen. Und das Ganze verbindet sich ja auch Jenseits von Big Tech mit Demokratie kritischen bis Demokratie feindlichen Strömungen über die ganze Welt. Und darüber möchte ich gern ein bisschen nachdenken, weil es mir scheint, dass die öffentliche Debatte zu diesem Thema eigentlich sehr verkürzt stattfindet und das Problem in seiner ganzen Breite vielleicht noch nicht genügend ausleuchtet. Springen wir mal vom Silicon Valley nach Deutschland. Hier kann man so den Verlauf dieser Debatte ganz schön ablesen, wenn man sich mal die Studien und die Umfragen der Körberstiftung anschaut, die Körberstiftung hat 2021 begonnen, sich mit dem problematisch werden, der Demokratie aus einer Seite zu setzen. Und 2021 war das noch eine Frage. Das war zurzeit der Corona-Pandemie und da wurde die Frage gestellt, welche Gefahren bedrohen derzeit die Demokratie? Die Demokratie fühlte sich also noch sehr sicher, aber mit wissen Problem konfrontiert. 2023 klang das dann schon ein bisschen anders als Ergebnis der Auswertung der Umfrage. Dort wurde konstantiert, dass die Deutschen das Vertrauen in ihre Demokratie verlieren und 2025 war jegliches Fragezeichen weg. Es wurde als Gewissheit einfach nur noch konstantiert. Die Demokratie ist in der Krise. So, auch in diesem Thema ist das Silicon Valley in seiner, man könnte sagen, Innovationsfreudlichkeit immer schneller als Deutschland. Während also in 2024 noch darüber diskutiert wurde, ob es eigentlich eine Krise der Demokratie geht oder nicht, wurde bereits in den Silicon Valley-Letters die Frage diskutiert, ob es nicht an der Zeit wäre, dass die Amerikaner ihre Diktator-Fobie hinter sich lassen. Also ihr Resontymong, es ging über eine Diktatur als Gesellschaftsform. Und da waren natürlich verbunden auch die Frage, ob das nicht vielleicht sogar die bessere Gesellschaftsform für die Zukunft sei. Die Demokratie ist in einer Krise, das ist eine Gewissheit. Und das kann man auch daran ablehsen, dass 2005 ungefähr und 2005 ist ein wichtiges Statum. Also so ungefähr die Zeit um 2005, das ist die Zeit, in der die Dynamiken des Web-2-0 starten. Also Social Media-Plattformen, digitale Medien gehen an den Start. Das erste Smartphone erscheint 2007. Man kann also sagen, das ist so die Zeit, in dem das Digitalzeitalter beginnt. Und um 2005 kippt auch eine lange Welle der Demokratisierung. Also nach dem Ende des 2. Weltkriegs startete eine Welle der Demokratisierung und der immer mehr Länder die Demokratie als Gesellschaftsform angenommen haben. Und das Ganze hat da noch mal massiv an Fahrt aufgenommen in den 90er-Jahren. Das vergangenen Jahrhunderts nach dem Zerfall der Sowjetunion und nach der Abnahblung der Wascher-Pakt-Staten von der Sowjetunion. Und das hat in den 90er-Jahren Francis Fukuyama in einem sehr berühmten Buch der damaligen Zeit zur Teese vom Ende der Geschichte verleitet. Und die Teese besagte, dass nun nach dem Zerfall der Sowjetunion und der kommunistische sozialistischen Systeme nach und nach alle Staaten die liberal, also die nach dem westlichen Vorbild, liberal, demokratische Gesellschaftsform annehmen werden. Und die Geschichte sozusagen in einer Art Steadiestate übergehen werde. Das war die Erwartung, die damals in den 90er-Jahren geäußert wurde. Und tatsächlich nahm die Zahl der demokratischen Länder zu. Aber seit 2005 kippt diese Bewegung und seit letztem Jahr sind demokratische Länder wieder weltweit betrachtet in der Minderheit. So dass Politikwissenschaftler auch von einer demokratischen Rezession oder einer demokratischen Regression sprechen. Und darüber möchte ich mal Sie einladen, etwas tiefer nachzudenken. Und ich möchte das in folgenden Schritten tun. Zunächst mal möchte ich die Diagnose etwas gründlicher stellen. Was heißt es denn eigentlich, dass die Demokratie in der Krise ist? Wie lässt sich das vielleicht auch ein paar Zahlen, Daten und Fakten festmachen? Wie zementiert sich das? Und dann möchte ich gerne die Frage reformulieren und über die Reformulierung der Frage zu einem Perspektivwechsel kommen. Weil, wie ich eingangs erwähnt habe, ich glaube, dass die öffentliche Debatte über die Krise der Demokratie eigentlich das Problem in seiner ganzen Tiefe und Komplexität dem nicht wirklich gerecht wird. Und ich hoffe, dass über ein Perspektivwechsel sich noch mal der Horizont offnet um tiefer in das Problem hineinzuschauen. Und dann werde ich, dass wird der Hauptteil dieser Präsentation heute sein, nach Zusammenhängen ausschaut halten. Also was sind gründel, was sind Ursachen, was sind Zusammenhänge, auch zwischen digitalen Technologien und der Krise der Demokratie. Und was gibt es noch für Zusammenhänge darüber hinaus? Das Ganze führt uns zu einem Dilemma, in dem Demokratien meines Erachtens stehen, wenn sie versuchen, sich irgendwie zu stabilisieren und aus der Krise herauszukommen. Das ist nämlich gar nicht so einfach. Und ganz zum Schluss wird es in nur drei Schlagworten angerissen ein paar Ideen geben, um welche Begrifflichkeiten herum sich aus einem tieferen Verständnis heraus resultierende Gedanken überauswege hier öffnen könnten. Gut, also gehen wir es an und beginnen wir mit der Diagnose der Krise der Demokratie. Und dazu lohnt es sich mal, den Edelmann Schostbarometer anzuschauen. Der wird Jahr für Jahr durchgeführt, um den Zustand des Vertrauens von Menschen in Institutionen, wie zum Beispiel Regierungen, Medien, Unternehmen und NGOs zu messen. Das heißt, wie sehr vertrauen Menschen eigentlich unterschiedlichen Institutionen? Und Sie sehen hier die weltweite Betrachtung, also der Global 25, und Sie sehen hier verschiedene Institutionen, also Regierungen, Medien, Unternehmen und NGOs. Und es wird danach gefragt, für wie kompetent werden diese verschiedenen Institutionen eingestuft und für wie vertrauenswürdig bzw. wie ethisch werden diese verschiedenen Institutionen eingeschuft. Also damit ist gemeint, wie sehr glauben eigentlich die Menschen, dass diese verschiedene Institutionen zum Wohle der Menschen agieren. Und das Bild ist ziemlich verheirend. Sie sehen das Regierungen mit Abstand, mit Abstand am schlechtesten abschneiden. Regierungen werden als hoch inkompetent und hoch unvertrauenswürdig eingestuft und unethisch. Sie agieren also, der Einschätzung nach nicht zum Wohle der Menschen.
und ihn fehlt auch die nötige Kompetenzen dazu. An zweit schlechtesten schneiden Medien ab, als kompetentesten werden noch Unternehmen betrachtet und als ethischsten werden NGOs betrachtet. Das ist die weltweite Betrachtung, und jetzt ist es interessant, sich das Ganze mal anzuschauen, wie sieht das eigentlich für Deutschland aus? Für Deutschland verschiebt sich das Bild noch mal massiv, das heißt, in Deutschland werden keine dieser Institution als irgendwie kompetent eingestuft. Am Kompetent ist noch hier wieder die Unternehmen, aber auch die bewegen sich an der Nullin je lang. Und Regierungen werden noch mal als deutlich schlechter und in kompetenter eingestuft, als das Ganze auch weltweit gesehen wird. Also hier sieht man einen massiven Vertrauensverlust in Regierungen. So, was heißt jetzt eigentlich Vertrauensverlust? Nun, eine Frage, die hierbei gestellt wird, ist die Folgende. Es wird der Satz gesagt, dass zum Beispiel in Bezug auf Regierungen, Regierungen, absichtlich Menschen in die irreführend, in denen sie Dinge sagen, von denen sie wissen, dass sie eigentlich falsch sind, oder in denen sie Dinge massiv verzerren. Das ist die Aussage, also Regierungen, sagen absichtlich Dinge vor denen sie wissen, dass sie falsch sind, um Menschen in die irrezuführen, oder sie verzerren sie massiv, um die Menschen in die Zwischenung. Halten Sie diese Aussage für richtig oder für falsch. Und 70 Prozent aller, das ist jetzt wieder eine globale Betrachtung. Befragten sind der Meinung, dass diese Aussage richtig ist. Und das Gleiche bezieht sich auch auf Journalisten und Medien und Unternehmen. Und wir sehen hier ein massiven Sprung von 2021 auf 2025, von 11 Punkten, weswegen der Edelmann Schoss-Berumette auch von einem Decline of authority spricht, also praktisch der freie Fall des Vertrauens in Autoritäten. Sie können sich ja mal selbst fragen, wie Sie eigentlich das beantwortet hätten. Gehen wir weiter, schauen wir etwas tiefer rein, wozu führt das? Nun, das führt zu Frust oder die Übersetzung. Hier ins Deutsche ist das schöne alte Wort "Groll". 23 von 26 Ländern der Global 26, in 23 von 26 Ländern, verspürt eine Mehrheit der Menschen, einen Moderaten bis starken, "Groll" Frust-Wut-Zorn gegenüber den Regierungen, weil Sie empfinden, dass Sie ihr Leben eigentlich erschweren und nicht verbessern. Auch hier, wie interessant, Deutschland zu sehen, empfinden 70 Prozent der Menschen einen entsprechenden Frust-Groll oder Zorn. Und Deutschland ist das Land, in dem der Anteil derer, die ein hohes Maß an Zorn verspüren, am größtendest von allen Ländern dieser Global 26. Und dieses Frustpotenzial hat natürlich auch ein Potenzial sich zu entladen. Global betrachtet sind 40 Prozent der Meinung, das radikale Aktion wie Cyber-Aktivität, also Cyber-Eingriff, Online-Eingriffet, Desinformation, Gewalt und Sachbeschädigung, akzeptable Mittel sind, um einen Wandel herbeizuführen. In Deutschland sind 60 Prozent der 18 bis 34 Jährigen, 60 Prozent der Meinung, dass das angemessens. Also, dass die Anwendung von Gewalt ein nötiges, vielleicht auch das letzte mögliche Mittel, nachdem alles andere nicht funktioniert hat, ist, um ein Wandel herbeizuführen. Also hier ist ein gewaltiges Frustpotenzial, das sich auf die Regierungsinstitution richtet. So, jetzt heißt das ja nach nicht zwingend, dass das ein Ausdruck für die Krise der Demokratie ist, weil viele dieser Werte, die ich hier genannt habe, waren ja globaler Werte. Und global betrachtet gibt es ja Demokratie, und es gibt andere, es gibt Autokratie und andere Gesellschaftsformen. Also müssen wir einmal etwas detaillierte hineinschauen, und dann wird's, wie ich denke, besonders interessant, wenn wir uns das Ganze mal auf einzelne Länder ebener betrachten. Dann stellen wir fest, dass die Länder, die besonders schlecht abschneiden, also in denen das Vertrauen in die Regierung, besonders katastrophal tief ist, praktisch alles westliche, liberale, demokratische Gesellschaften sind. Und dass die Länder, die am besten abschneiden, genau die Länder sind, auf die man in einer traditionell, Eurozentristisch, kolonialistischen Überheblichkeit herabschaut und sagt, das sind doch eigentlich die Länder, die es falsch machen. Also Länder wie China, wie Indien, wie Saudi-Arabien, wie Singapur, in denen alle eher autokratische Strukturen vorherrschen. Diese Länder schleiden deutlich besser, genießen ein deutlich höheres Vertrauen ihrer Bürger in die Regierung. Und jetzt gibt es mehrere Möglichkeiten, wie sie da drauf schauen können, die eine ist, wieder eine, ich würde sagen, typisch Eurozentristische Perspektive. Sie können sagen, die Bürger dort, die haben es nicht richtig kapiert. Die sollten doch besser verstehen, dass die falsche Gesellschaftsform ist und die sollten auch bitte unsere Gesellschaftsform besser finden. Die andere Möglichkeit drauf zu schauen ist, vielleicht etwas Beschaltener und sich zu fragen, warum finden sich eigentlich liberale westliche Gesellschaftsform alle hier am unteren endete Spektrums? Was gibt es hier in Entwicklung, die das erklären können? Und im Übrigen, es ist völlig egal, welche Regierung gerade herrscht und ob es ein Regierungswechsel gibt oder nicht. Der ein Regierungswechsel, wie wir in Deutschland hatten, führt nicht dazu, dass irgendwie das Vertrauen steigt. Das einzige oder ein von zwei Ländern, besonders interessant, das Land, in dem ein Regierungswechsel zu einer großen Veränderung, also einer Verbesserung des Vertrauens geführt hat, ist Argentinien, darauf werden wir später noch zu sprechen kommen, ein Land, in dem Ravier Millet an die Macht gekommen ist, der eigentlich einem demokratischen Land eine autokratische Richtung gegeben hat. Das ist das Land, das sich hier verbessern konnte. Gut, so viel zu Diagnose, der Krise der Demokratie, an der man glaube ich kein Fragezeichen mehr, der hinter machen könnte. Ich möchte Sie jetzt einladen, aber mal drüber nachzudenken, ob wir über eine Reformulierung der Frage vielleicht noch mal eine neue Perspektive bekommen auf das Problem. Und die Art und Weise, wie ich die Frage reformulieren möchte, ist die Folgende. Ist die Demokratie in der Krise oder ist sie einfach nur am Ende? Investlich, liberalen Ländern, hat sich irgendwie so die Idee breit gemacht, dass man mit der Demokratie den heiligen Grail der Gesellschaftsform gefunden hat, der nun gekommen ist, um in alle Ewigkeit zu bleiben. Und alle anderen Länder werden irgendwann auch nach und nach verstehen, dass das natürlich die einzigrichtige Gesellschaftsform ist. Und so breitet sich das dann in alle Gesellschaften aus. Und das war ja die Idee von Francis Fukuyama's Ende der Geschichte. Und das gehört auch zur Wahrheit. Liberale westliche Demokratien haben nicht selten versucht, mit gewaltsamen Interaktionen, Demokratien in andere Länder reinzubringen und haben dort viele verheirende Spuren hinterlassen. Die Idee, dass sich Gesellschaftsformen sozusagen in einem Fortschrittsprozess befinden auf einen Kulminationspunkt zu laufen, der die Demokratie ist. Und dort für ewig fortbestehen würden, ist historisch betrachtet eine äußerst optimistische Idee. Formulieren wir es mal so. Und das ist meines Erachtens hochinteressant zur Öffnung des Horizontes, mal in die Antike-Gesellschafts-Theorie hineinzuschauen, in die antikepolitische Philosophie, wie die sich das eigentlich vorgestellt haben. Und deren Idee war nicht die einer kontinuierlichen Entwicklung auf einen Kulminationspunkt hin, sondern die waren der Auffassung, dass sich Gesellschaftsformen in einen Kreislauf befinden. Und in diesem Kreislauf gibt es drei sogenannte gute Gesellschaftsformen. Das sind gute stabile Gesellschaftsformen, in denen der Fokus auf das Gemeinwohl dominiert. Und es gibt drei schlechte, dysfunktionale Gesellschaftsformen, in denen der Fokus auf das Eigeninteresse dominiert. Und das spannende an dieser Idee ist, dass die Meinung vertreten wurde, dass das Kippen einer guten Gesellschaftsform in die schlechte, schon in der guten Gesellschaftsform strukturell angelegt ist. Es ist sozusagen in die Logik der Gesellschaftsform eingeschrieben, dass sie irgendwann kippt und pervertiert, hier.
und in ihre negative, dysfunctionale Form hinübergleitet. Und die eigentliche Aufgabe besteht darin, die guten und stabilen Gesellschaftsformen solange wir möglich stabil zu halten und diese Phasen des Übergangs so kurz und in anfungsstrichen Blut haben wir möglich zu gestalten. Und diese Idee ist zum ersten Mal richtig ausformuliert worden bei Polybios, aber sie findet sich auch bei Sitzero, bei Platon, bei Aristoteles. Es ist eigentlich immer ein ähnlicher Gedanke. Und in diesem Kreislauf der Gesellschaftsform wiederholen sich die Dinge natürlich nicht immer wieder identisch und auf die gleiche Art und Weise, aber gewisse Prozesse kehren immer wieder. So, jetzt greifen wir diesen Gedanken mal auf. Was heißt das denn für die Demokratie? Nun, in diesem Modell ist die Demokratie eine der drei guten stabilen, funktionalen Gesellschaftsformen, die aber irgendwann in ihre dysfunctionale, pervertierte Form kippt. Und das ist die Ochlo-Kratie. Was ist die Demokratie? Die Herrschaft des Demos. Die Herrschaft der informierten Menge, die aufgrund ihrer Informiertheit, aufgrund ihrer Staatsbürgerlichen Bildung, zu guten Entscheidungen für das Gemeinwohl kommt. Was ist die Ochlo-Kratie? Die Ochlo-Kratie ist die Herrschaft des Ochloss. Der Ochloss ist die desinformierte Masse, die aufgrund ihrer Desinformiertheit aufgrund gewissermaßen ihrer mangelenden Staatsbürgerlichen Bildung und auf ihrer reinen Fokussierung auf das persönliche, individuelle Eigeninteresse zu schlechten Entscheidungen für die Mehrheit, für die Gesellschaft kommt. Und ich glaube, das ist ein sehr interessanter Perspektivwechsel, der hilft mal ganz anders auf die Dynamiken und Prozesse unserer Zeit zu schauen. Ich kann das hier nicht in aller Tiefe ausführen, aber ich glaube, dass sich sehr gute Gründe dafür anführen lassen, dass wir eigentlich genau an diesem Punkt sind, an dem die Demokratie in eine Ochlo-Kratie übergeht. Und wenn sie mal mit offenen Augen und Ohren durch die realer und digitale Weltstreifen, dann finden sie, glaube ich, sehr viele Indizien für die Ochlo-Kratisierung. Und das führt mich nun zu der Suche nach den Zusammenhängen, nach den Ursachen für die Krise der Demokratie oder, wie wir jetzt vielleicht auch neu formulieren können, für die Ochlo-Kratisierung der Demokratie. Und ich möchte das in zwei Schritten tun. Im ersten Schritt frage ich nach den konkreten Zusammenhängen zwischen der digitalen Transformation und digitalen Technologien und dem, was uns Big Tech alles beschert und der Ochlo-Kratisierung bzw. der Krise der Demokratie. Und im zweiten Schritt werde ich dann nach übergreifenden noch grundlegenderen Zusammenhängen zwischen den Prozessen der moderne und der Krise der Demokratie ausschalten. Gut, also, erster Schritt, was hat die digitale Transformation mit der Krise der Demokratie zu tun? Nun, dass sie, was miteinander zu tun haben, das wird von immer mehr Leuten, immer mehr Publikationen postuliert. Kürzlich ist zum Beispiel eine Studie entstanden, die in 72 Ländern, nach dem Zusammenhang zwischen dem Stand der KI-Entwicklung und dem Demokratisierungstand gevorstert. Ergebnis, je höher der Entwicklungsgrad von künstlicher Intelligenz umso geringer die demokratische Gesundheit einer Gesellschaft. Das darf man jetzt auch nicht überbewerten. Das Paper sagt auch nichts dazu, warum das ist. Es stellt lediglich fest an handstatistische Analysen, dass hier eine Korrelation, eine signifikante Korrelation vorlegt. Und das wirft natürlich die Frage auf, nun, wie könnte die aussehen? Was könnten denn Gründe dafür sein, dass ein höhere Durchsetzungsgrad von digitalen Technologien und KI zu einem Abbau von demokratischer Gesundheit führt? Ich möchte hier vier Dinge kurz anreißen. Mir ist es wichtig, viele Zusammenhänge herzustellen. Deshalb werde ich leider die einzelnen Zusammenhänge nicht sehr ausführlich vertiefen können. Erstens möchte ich darauf hinweisen, dass in der Technologie von künstlicher Intelligenz selbst etwas angelegt ist, dass zumindest Konflikt geladen ist mit demokratischen Ideen. Und das ist in der zentralistischen Struktur von künstlicher Intelligenz angelegt. Zweitens haben wir natürlich das ganze Thema Deepfakes, Desinformationen und eine potenzielle Infokalypse, die damit in Zusammenhang stehen. Aus der Infokalypse heraus folgt eine massive Polarisierung der Gesellschaft und fährt uns, haben wir eine Psychokrise, die hier ebenfalls mit digitalen Technologien zu tun hat und die viel mit der Krise der Demokratie zu tun hat. Wie viel Punkte würde ich jetzt gerne kurz ausführen? Beginnen wir mit der zentralistischen Struktur von künstlicher Intelligenz. Und hier ist es wichtig zu verstehen, dass hinter der Oberfläche der vermeintlichen Dezentralisierung, die mit digitalen Medien und mit künstlicher Intelligenz verbunden werden und wie sie auch uns oft präsentiert werden, eine massiv zentralistische Struktur legt. Und die ist unvermeidlich, weil sie in der Technologie selbst angelegt wird. Das Rennen und die beste künstliche Intelligenz, Vladimir Putin hat mal gesagt, die Nation oder die Institution, die als erstes die beste künstliche Intelligenz hat, wird Herrscher über die Welt sein. Das ist natürlich sehr mazialisch formuliert, aber es ist glaube ich nicht wirklich falsch. Deswegen auch alle großen Player in diesem Rennen massiv involviert sind. Und dieses Rennen wird maßgeblich darüber entschieden, wer am meisten und die besten Trainingsdaten hat. Eine künstliche Intelligenz ist nur so gut wie ihre Daten und je mehr Daten einfach gesagt, umso besser die künstliche Intelligenz. Also folgt daraus ganz logisch, dass es zu einer massiven Machtkonzentration in den Händen von ganz wenigen Akteuren kommt, die in der Lage sind, diese gigantischen Datenmengen auf sich zu vereinen. Wenn Sie das Partikularisieren wollten, ganz viele verschiedene Hände, dann hätten die weniger Daten, sehr beschlechterer KI, und das läuft dieser Logik zugegen. Also Sie wollen eine gute KI machen, also müssen Sie massiv Daten sammeln, konzentrieren. Sie haben eine zentralistische Struktur, Sie haben wenige Akteure, Open AI, Google und wie Sie alle heißen, die ganzen Namen des Bitech, in denen sich massiv macht konzentriert. Und das bedeutet nicht zwangsläufig den Untergang der Demokratie, aber das unterläuft natürlich erst mal per See die Idee demokratischer Teilhabe, die ja eigentlich auf Demokratisierung von Macht, also Dezentralisierung von Macht ausgerichtet ist. Und dieser zentralistische Sog, der in der Technologie selbst angeläust ist, steht damit in einem Konflikt. Rainer Müller hat das mal sehr prägnert auf dem Punkt gebracht, er sagt, dass sich diese Technologie ideal für autokratische oder fascistische Zwecke eignen. Und das ist jetzt gleich ins ganz große Fachgegriffen, aber die Aussage dahinter ist ja eigentlich nur das demokratische Strukturen, eigentlich nicht ideal dafür geeignet sind und das eben zentralistische, autokratische Strukturen da eigentlich natürlich heran anlocken können. Und diese Beobachtung ist glaube ich nicht ganz falsch. Es gibt aber noch eine zweite Sache mit der diese zentralistische Struktur in Konflikt mit demokratischen Gedanken kommt. Wenn also das Rennen um die beste KI ein Rennen um die meisten und besten Daten ist, dann bedeutet es zwangsläufig, dass wir alle als gesellschaftliche Akteure zu Datenlieferanten gemacht werden. Man kann meines Erachtens so formulieren, während in einer fort digitalen kapitalistischen Gesellschaft es unsere Bürgerpflicht war zu konsumieren, um dadurch die Wirtschaft am Laufen und am Wachstum zu halten, ist es unsere Bürgerpflicht in Anführungsstrichen, in einer digitalen Gesellschaft, unsere Daten bereitzustellen und zur Verfügung zu stellen, um damit dieses Thema besser zu machen. Und wir sehen, Pflicht ist hier natürlich nicht in ein Sinne einer Rechsprechung zu sehen. Aber es ist unverkennbar, wie wir immer mehr in Prozesse, in Abläufe, in Strukturen hinein, und sie hineinbewegen, in denen unsere Daten als Währung eingegeben werden. Dafür gibt es gute Gründe, denken Sie an die Elektronenspracentnarkte und was man alles tolles machen kann. Aber all das sind Mittel und Wege, in denen aus Bürgern Datenlieferanten gemacht werden. In denen aber Bürger zu Datenlieferanten,
werden entsteht ein Konfliktpotenzial zur demokratischen Idee. Denn es besteht eine unauflösliche Dialektik zwischen Daten liefern und Kontrolle und Manipulation. In dem Maße, in dem Bürger ihre Daten bereitstellen, werden sie zwangsläufig, auch leichter kontrollierbarer, überwachtbarer und manipulierbarer. Das lässt sich nicht vermeiden. Man kann versuchen, dagegen zu arbeiten, wie es zum Beispiel die DSV-Oordnung versucht und andere und der Digital Service act. Aber man muss aktiv dagegen arbeiten, weil die eigentliche Logik der eigentliche Sog der Technologie genau dazu führt. Und auch hier führt das Ganze also zumindest zu einem gewissen Konfliktpotenzial zwischen demokratischen Gedanken und Entwicklungen, die in der Technologie angelegt sind. Kommen wir zum zweiten Thema der Infokalypse oder ein anderes Wort, das im Diskurs darüber verwendet wird, ist die Infodemie? Was ist das? Ich würde die Infokalypse folgendermaßen definieren. Sie entsteht durch das Zusammenkommen von zwei beziehungsweise drei Entwicklungen. Die erste Entwicklung ist ein zu viel an Informationen. Das haben wir schon längst. Stetzungen zufolge produzieren wir alle zwei Tage so viele Daten, wie die gesamte Menschheit seit Anbeginn der Zivilisation bis zum Jahr 2000 produziert hat. Alle zwei Tage kommen so viele Daten neu dazu. Wer soll das verstehen? Wer soll damit irgendetwas anfangen? Wer soll daraus sinngenerieren? Und diese Flut an Informationen, diese Information overload, führt dazu, dass das Versprechen von Informationen kippt. Das Versprechen von Informationen war ja eigentlich das, dass es uns hilft, mehr Klarheit zu bekommen. Aber wenn die Anzahl an Informationen so gigantisch wird, dann tragen Informationen nicht mehr zu mehr Klarheit, sondern im Gegenteil zu weniger Klarheit bei. Und das führt letztendlich dazu, dass dieses zu viele an Informationen dazu führt, dass wir eigentlich gar nicht mehr sagen können, welche Informationen ist jetzt wichtig und welche nicht? Das ist nichts Neues. Das haben wir schon lange. Wenn dazu aber eine zweite Entwicklung kommt und die kommt jetzt durch generative künstliche Intelligenzen zu, nämlich die Abnablung der Information von der Realität, dann wird nicht mehr nur noch fraglich, welche Informationen ist eigentlich wichtig und welche nicht, sondern es kommt noch hinzu, welche ist überhaupt richtig und welche nicht. Eine Schätzung aus dem Jahr 2022 hat vorhergesehen, dass im Jahr 2025 also jetzt 90% des Internetkontents, also das neuen zukommene Internetkontents KI generiert sein wird. Also synthetischer Content sein wird. Es ist nicht ganz nicht wirklich wichtig, ob die Zahl genauso stimmt, sondern ob das noch ein bisschen länger dauert oder nicht, aber der Trend ist ganz klar. Immer mehr Content, immer mehr Informationen mit der sie umgeben sind, ist synthetisch generierte Informationen. Synthetisch generierte Bilder, Videos, Texte, Musik und so weiter und so fort. Also KI generierte Informationen, bei der man nicht mehr sagen kann, ob sie zum Beispiel ein Bild, eine reale Situation abbilden oder eine völlig fiktive. Und wenn sich in dieses mehr an Informationen, in dieses mehr an synthetisch generierte Informationen, wenn diese Informationen nun mit Fake News, Deepfakes, Desinformation durchsetzt werden, dann wird dadurch das gesamte Informationsökosystem geferdet und beginnt zu kippen. Und das ist, was mit Infokalypse gemeint ist, dass wir ein mehr an Informationen haben, in denen wir nicht mehr sagen können, welche Informationen ist wichtig und welche ist nicht, welche ist richtig und welche ist nicht. Und in der der ganze Fake, der so gut ist, dass wir nicht mehr als Fake erkennen können, dazu führt, dass jede Informationen potenziell unglaubwürdig ist. Deepfakes und Fake News und so weiter machen Gefakes zu etwas realem, aber das ist gar nicht das Entscheidende. In dem sie Gefakes zu etwas realem machen, machen sie auch das reale zu potenziellen Fake. Auch das wahre ist nicht mehr als wahres Erkennbar, sondern ist potenziell Fake. Und dadurch wird, wie es der Philosoph Harry Frankvater formuliert hat, das führt dazu, dass richtig und falsch keine relevanten Kategorien mehr sind. Und das wiederum wird dazu, dass so würdig es formulieren, Realität zu einer Frage der Perspektive wird. Wenn sie ein mehr an Informationen haben, indem sie zu jeder noch so wahren oder abstruisen Vorstellung und Weltbild immer die passenden Informationen, die passenden Bestätigung finden, dann können sie ihre Realität sich ganz individuell zusammenbauen. Und das führt zur Partikularisierung der Gesellschaft, die ja unleuten beißt, in der sich in verschiedenen Echokrammern, in verschiedenen Babels Menschen gegenüber stehen, die völlig andere Weltbilder haben und für die der jeweils andere nicht mehr ein Mensch ist, der einfach nur eine andere Meinung hat, sondern ein vollkommener Trottel, der nicht weiß, was die Realität ist. Und nun schlagen wir wieder die Brücke zur Demokratie. Warum ist das für eine Demokratie so ein Problem? Nun, für Demokratie ist das ein ganz besonders großes Problem, weil Demokratie ja davon abhängig sind, in einem diskursiven Prozess einen tragfähigen Konsens zu schaffen. Eine Einigung, ein mehrheitliches Bild darauf, was wünschen es wert ist, ist er nicht. Und je mehr sich das particularisiert und je mehr ich dafür, die absolut glaubwürdige Bestätigung in meiner Bubble finde, umso unmöglicher wird das und der Demokratisierungsprozess wird immer schwerer und langsamer. Ich habe ihm ein paar Beispiele mitgebracht, nehmen wir Pizzagate. Sie erledern sich vielleicht. Pizzagate war von Q&N. Q&N ist keine Irmwerantbewegung, mindestens 20 Millionen Anhänger in die USA in die Welt gebracht, dass die demokratische Partei unter der Führung von Hillary Clinton einen Kinderschändering betreibt im Keller einer Pizzeria. Und das hat eine Glaubwürdigkeit in der Infokalypse, wo jeder die passenden Informationen findet, dass nicht nur zahlreiche Menschen auf die Straße gegangen sind. Es ist eine Person mit einer Maschinenbewerbe waffnet in die Pizzerian Washington reingegangen, um dort aufzuräumen, musste aber feststellen, dass die Pizzeria gar kein Keller hat. Aber das zeigt sehr eindrücklich, wie diese Dinge real werden. Nämen wir irgendein anderes Beispiel, man könnte die ganze anderthalb Stunden mit Beispielen hier für Füllen, draft auch dort ist eine bedeutende Kampagne gewesen, in der behauptet wurde, das ist so von der Maga und all dried Bewegung vermutlich, so genau, weiß man das ja nie, getrieben, in der behauptet wurde, dass die Demokraten alle jungen Frauen zu militärdienst einziehen werden. Hat eine wichtige Rolle bei den in den USA ja sehr knappen waren gespürt, oder mein Lieblings Beispiel die Flat-Earsers, auch das keine kleine Bewegung an Menschen, die der festen Überzeugung sind, dass die Erde eine Scheibe ist. Und die ihre passenden Informationen, Fakten und Bestätigungen dafür bekommen. Ich würde argumentieren, dass wir, nicht nur aber ganz stark, durch diese digitalen Medien, soziale Medien, die im Grunde genommen auch Lokratisierungsmaschinen sind, indem sie eine informierte Menge, in eine desinformierte Masse überführen. Dass wir über diesen Prozess an einem Punkt bereits angekommen sind, an dem Fakten nicht mehr dazu dienen, ein Weltbild aufzubauen, sondern Weltbilder aus Emotionen, Resontymoren und gefühlenspringende Weltbilder sind dazu da, sich die passenden Fakten auszuwählen, die mein jeweiliges Weltbild bestätigen und sei es, dass die Erde eine Scheibe ist. Und wenn das stimmt, dann müsste auch sofort klar werden, dass eine Reflex der immer wieder kommt, ja, wie man die Krise der Demokratie bewältigt muss, ja, die Politik muss besser kommunizieren, das funktioniert nicht.
Bessere Kommunikation ist immer wünschenswert, aber damit lässt sich das nicht wegbekommen. Das Problem ist viel, viel tiefer. Wenn Sie es nicht von mir nehmen wollen, nehmen Sie es von den meines Erachtens großartigsten Straßenphilosofen, die es zurzeit gibt. Die Elektro-Punk-Bahren-Dichkind sinkt in dem Song "Woodboy", wenn wir die Wahrheit wissen, wer braucht da noch harte Fakten? Das genau ist es. Und dann können Sie kommunizieren, wie Sie wollen. Das kommt nicht an. Gut, gehen wir weiter. Der Fettepunkt, die Psychokrise. Und hier begegnet uns wieder dieses Datum 2005/2007, als Sie irgendwie die Zeit zwischen 2005/20010, indem das Digitalzeitalter eigentlich so richtig mit den ganzen Web 2.0 Technologien, mit dem Aufkommen von Social Media und mit dem entstehende Smartphones so richtig losgeht. Und was Sie sehen und ich könnt Ihnen noch mehr solcher Bilder mitbringen, dass nach diesem Datum gewisse Entwicklungen, die mit der psychischen Gesundheit verbunden sind, massiv kippen. Wir haben es, ich habe hier zwei Dinge mitgebracht. Wir haben es mit einer Einsamkeitspandemie und einer Pandemie der Schöpfchen zu tun. Die Einsamkeitspandemie ist im Übrigen, auch die hängt natürlich nicht nur mit digitalen Technologien zusammen. Es ist aber sehr gut nachgewiesen, dass mit der Intensität der Nutzung von Social Media das Gefühl der Einsamkeit steigt. Also es ist auch an digitale Technologien gekoppelt. Sie sehen also hier, wie die Anzahl der Menschen, die sich als Einsam empfinden, massiv zunimmt seit Beginn des 21. Jahrhunderts. Und das im Übrigen nicht, wie man denken könnte, nicht nur bei den alten Menschen, sondern insbesondere bei den jungen Menschen. Und hier rechts sehen Sie die Pandemie oder die Epidemie der Schöpfchen. Und auch hier sehen Sie, dass hier nochmal eine Beschleunigung ungefähr seit 2007 stattfindet. Was ist die Epidemie der Schöpfchen? Nun, hier sehen Sie die Anzahl der Arbeitsausfalltage auf Grund psychischer Erkrankungen. Also die WHO sagt, dass psychische Erkrankungen, Burnout, Depression und andere psychische Erkrankungen die größte gesundheitliche Herausforderungen des 21. Jahrhunderts sind. Und diese Zahlen bestätigen das eindeutig. Jetzt können Sie die Fragen, ne, okay, aber gut, was hat das denn jetzt mit der Krise der Demokratie zu tun? Nun, wenn Sie sich mal anschauen, was Massenpsychologen wie Matthias Desmond in Fortführung der Arbeiten von Hannah Arrend und anderen herausgefunden haben, sie beschäftigt sich mit der Frage, wie entstehen totalitäre Systeme. Das war die Frage schon von Hannah Arrend und die wird hier weiter vertieft. Und die konzulärgebnis, dass vier Faktoren entscheidend sind für sogenanntes Large-Scale-Mersformation. Also dass sich große Mengen an Menschen auf eine oder wenige Ideen ausrichten und dieser Idee folgen, was sie ja eine Voraussetzung für totalitäre Systeme sind. Nun, es gibt vier Faktoren, vier psychologische Faktoren, die hier bei Neurelle spielen, erstens Einsamkeit, soziale Isolation und Mangel an sozialen Bindungen fördert die Entstehung von totalitären Systemen und von Large-Scale-Mersformation. Zweitens, das verbreitete Verhandenseien von freischwebenden Ängsten und psychischen Unbehagen, Klammer auf, psychische Krankheiten, Depressionen, Klammer zu. Drittens, freischwebende Frustration und Aggression, ich erinnere an die Statistik zu Beginn des Vortrags, dieser geballte aufgestaute Zorn, der in der Gesellschaft Verhandnis und fährt uns ein fehlender Sinn, ein fehlender Ausrichtung im Leben. Und ich würde argumentieren, hinter all diese vier Dinge können sie einen Haken setzen und das Ganze unterfütet natürlich noch mal die Teese, dass eine Krise der Demokratie besteht, beziehungsweise eine steigende Sympathie letztendlich auch oder Bereitschaft für alternative autoritäre Gesellschaftsformen. Gut, das waren mal die Verbindung, die ich zwischen digitaler Technologie und der Krise der Demokratie herstellen wollte oder der Ochlo-Kratisierung. Ich würde jetzt gern noch ein paar Meter Zusammenhänge herstellen und zwar würde ich jetzt gerne ein bisschen reinschauen in die Grundstruktur der moderne und wie auch diese möglicherweise dazu beitragen könnte, wie die Demokratie, ob sie es will oder nicht, in ihre Krise hinein geführt werden kann, was ja auch die Teese von dem Verfassungskreislauf war. Und hier stütze ich mich ganz wesentlich auf Arbeiten von Hartmut Rosa, der sehr überzeugend herausgearbeitet hat, dass Beschleunigung die Grundtendenz der moderne ist. Also dass das eigentlich das bestimmende Merkmal der moderne ist. Was heißt Beschleunigung? Nun, wir haben und auch hier begegnet uns wieder Technologie. Technologische Entwicklung führt natürlich zu einer Beschleunigung, neben sie künstlichen Telegänzen, die bekommen jetzt schnelle Ergebnisse, die können schnell Output generieren, die Dinge beschleunigen sich. Denken Sie an die Entwicklung von Brief über E-Mail zu SMS und so weiter und so fort. Wir haben eine technische Beschleunigung. Diese technische Beschleunigung führt zu einer Beschleunigung des sozialen Wandels, weil wir nun in kürzerer Zeit mehr Dinge können, weil wir die Technologien dafür zur Verfügung haben, entwickelt sich die Wirtschaft schneller, die Prozesse gelaufen schneller, nicht nur die Wirtschaft, auch andere Systeme, Kommunikationswege, Transportwege, all diese Dinge werden schneller. Weil all diese Dinge schneller werden, wird auch das Lebenstempo auf der individuellen Ebene immer steigt, immer weiter und immer weiter. Ich denke, das spürt jeder von uns und jeder von ihnen am eigenen Leib. Weil sich aber bei uns wiederum die Forderung zur Beschleunigung immer weiter akumulieren, ja, jeder hat seine Tutulisse, die niemals fertig wird und die immer länger wird und wir müssen immer mehr machen. Daraus entsteht wieder der Ruf nach Technologie, die uns helfen soll, diese Beschleunigung zu bewältigen und so dreht sich die Beschleunigungsspirale immer weiter und immer weiter in der moderne. Das ist erst mal eine soziale Beobachtung, die mittlerweile sehr gut manifestiert ist. Springen wir wieder rüber und stellen die Verbindung zur Krise und zum möglichen Kippen der Demokratie her. Nun, was wir feststellen, ist nun vollendes. Demokratie als Gesellschaftsform ist unfassbar langsam. Weil sie in einem diskussiven Prozess durch Diskussionen ganz viele Akteure, die andere Meinung sind, einen Konsensherstellen muss. In wahlen Mehrheiten, die dann wieder agieren müssen. Demokratien sind langsam und in der Spätmoderne, also in unserer Zeit, werden sie immer langsam, weil ja denken sie an die Polarisierung, die Gesellschaft immer weiter polarisiert und es immer schwieriger wird, Mehrheiten unter eine gemeinsame Idee zu bringen. So und das führt dazu, dass die Demokratie als Gesellschaftsform sich viel langsamer beschleunigt oder entwickelt, wenn sie sich überhaupt beschleunigt und vielleicht zu überverlangsamt, während alle Subsysteme in dieser Gesellschaft sich immer schneller beschleunigen. Wirtschaft wächst immer weiter, beschleunigt sich immer mehr. Kommunikationsprozesse werden immer schneller. Transportprozesse, logistikprozesse werden immer schneller. Der Finanzmarkt, also wenn sie sich nun mal sehr spannend, nun mal in dem Beispiel auszuführen, was zu einer radikale Beschleunigung in hier von Statten geht, hier machen Mikrosikunden mittlerweile den Ausschlag über Trades und so weiter. Also all diese gesellschaftlichen Subsysteme beschleunigen sich immer weiter, während die Demokratie als Gesellschaftsform diese Beschleunigung nicht mitgehen kann. Und dadurch wird Demokratie zu einem Funktionshändnis. Demokratie wird strukturell dysfunctional, wenn sich alle Subsysteme immer weiter beschleunigen. Und das hat Konsequenzen. Ich möchte auf drei Konsequenzen eingehen, es entstehen erstens neue Leitbilder für die Politik. Ganz einfach formuliert war ja das traditionelle Leitbild der Politik ungefähr dieses hier, also das in einer demokratischen Gesellschaft ist die Idee, dass die Politik den Rahmen vorgibt, den Entwicklungsrahmen und die Entwicklungsrichtung vorgibt, innerhalb und nach denen die gesellschaftlichen Subsysteme zu operieren haben. Das ist ja die Idee. Wenn die Demokratie gibt es sozusagen die Regel vor und die Leitplanken und so weiter und da drinnen entfalten sich die Dinge. Und genau das überzeugt nicht mehr, wenn Demokratie des Funktionshändnis
und zu einem Funktionshändnis wird. Und dann entstehen neue Paradigmen, die Kettenselge. Die Kettenselge sind wir wieder in Argentinien, das einzige demokratische Land, in dem nach der Edelmann-Schost-Barometer ein Regierungswechsel zu einer Verbesserung des Vertrauens der Bürger in die Regierung geführt hat. Er ist mit der Kettensege angetreten, die dafür steht, wir müssen den Staat kurz und klein hauen. Alles absehgen, alles was staatliche Prozesse und Institutionen sind, muss zerstört werden, damit sich die Subsysteme frei entfalten können. Das wurde von Elon Musk aufgegriffen, der von Ravier Millay eine Kettensege geschenkt bekommt und die ganz stolz hochgehalten hat, als er dort, das Department of Government, erfischen sie übernommen hat, das Schätzungen zur Folge zur Freisetzung, schöne Öphemismus, also zur Entlassung von 280.000 Regierungsmitarbeitern in den USA geführt hat. Also die Idee ist, die Kettensege als Bild dafür, wir müssen den Staat in all seinen Institutionen abbauen und zerstören, weil er ein Funktionshändnis ist. Und das muss man nicht gut heißen, aber es ist gewissermaßen nicht irrational. Wenn man mal verstanden hat, welche Prozesse dahinter stehen, also würde ich argumentieren, dass die Beschleunigung der moderne zwangsläufig dazu führt, dass die Demokratie dysfunctional wird, dann ist das ein sehr mazialisches und immer noch ethisch fragt, die Öltig Bild, aber es ist nicht irrational. Und ja, in Deutschland hat ja auch der ehemalige Finanzminister Lindner auch die Kettensege gefordert, also mehr Millaywagen war das Schlagwort, das kommt hier in Deutschland nicht so gut an, aber in Deutschland ist Bürokratieabbau, ist die höfliche Variante der Kettensege. Der Staat ist ein Funktionshändnis, der Staat muss zurückgefangen werden. Damit will ich nicht sagen, dass das, was in Deutschland gerade passiert, leichtzusetzen ist, mit dem, was in Argentinien und USA passiert. Ich will ihn nur klar machen, dass die selbe sozusagen Dynamik und Gedankenlogik dem ganzen zugrunde liegt. So, jetzt muss man aber als nächstes die Frage stellen, wir haben jetzt die Kettensege angelegt, bildlich gesprochen und den Staat kurz und klein gehauen, die Demokratie abgebaut. Was soll denn eigentlich danach kommen? Und hier würde ich gerne mal die Ideologie des Big Tech, das ist ja so der Überbegriff, hier dieser Vortragsreie zum sprechen bringen, was ist deren Vorstellung dafür, was eine geeignete und bessere Regierungsform ist. Und das würde ich ihn gerne anhand drei bedeuten der Köpfe im Denken des Silicon Valley-Ediologie näherbringen. Wir fangen mit Peter Schumpeter an ein Ökonom, der sich nur mit Ökonomie beschäftigt hat. Der hat sich nicht mit der Frage beschäftigt, was eine gute Gesellschaftsform ist. Der hat sich die Frage gestellt, wie entwickeln sich Unternehmen weiter? Und die Ideologien des Silicon Valley, das Big Tech sind eigentlich sozusagen aus einer Unternehmenslogik, wird das hochextrapuliert auf den Staat. Und Peter Schumpeter spricht von schöpferischer Zerstörung, die nötig ist, um den Weg frei zu machen für Innovation und Entwicklung. Ein Grundgedanke, der im aktuellen Wirtschafts- und Weltpreis wieder honoriert wurde und der auf Unternehmesebene bezogen auch sicherlich richtig ist. Also Unternehmen müssen im Wettbewerb auch mal zerstört werden oder also untergehen oder sogar Selbstzerstörung betreiben, um den Weg für Innovation frei zu machen. Und das ist das Leidbild der Digital- und Start-up-Economie auf dem Big Tech und all diese Ideologien dann resultieren. Und die nehmen nun diesen Gedanken, genau diesen Gedanken und extrapolieren ihn hoch auf die Gesellschaft. Und sie sagen ja, genau das braucht es auch auf der Gesellschaftsebene. Zerstörung. Wir müssen erst mal die Gesellschaft zerstören, also das Gesellschaftssystem, Demokratie zerstören, um den Weg frei zu machen. Das sagt zum Beispiel Nick Land, also Nick Land, Curtis Jarvin, das sind beidest bedeutende Vordenker im Silicon Valley. Curtis Jarvin war Ehrengast von Trump bei der Amtseinführung und er ist die Hauptsutzung der Hauptzuflöhr von JD-Wans. Gut, also Nick Land spricht vom Akzelerationismus, das heißt er sagt, wir müssen die Beschleunigung mittels Technologie immer weiter treiben bis die Gesellschaft kollabiert. Wir müssen die Beschleunigung durch Technologie weiter axelerieren, mit dem Ziel, das Gesellschaftssystem zu springen und dann den Weg frei zu machen. Das kann man dann von Curtis Jarvin lernen zu einer CEO Monarchie. Und das Leitbild ist hier der Leviathan, also der allmächtige Herrscher, an dem alle Bürger sozusagen gänzliche Macht abgeben. Und der dann aus seiner Allmachtsposition heraus, schon das Richtige für die Bürger machen wird. Also das ist im Grunde genommen ein autoritärer, totalitärer, diktatorischer Gedanke als Leitbild für eine neue Gesellschaftsform. Und genau das meinte auch Peter Thiel in seinem Essay und in dem Zitat, was ich vorgestellt habe. Peter Thiel steht zum Beispiel auch hinter dem Seesdeding Institute eines von den vielen Start-up, die er unterstützt. Und die Start-up Nations bauen aktuell, also auf dem Meer, neue Nation bauen, die nach diesem Leitbild funktionieren. Also die Bürger geben alle Rechte an einer Betreibergesellschaft ab, die wie ein CEO Monarch alle Regeln gibt. Und das einzige Recht, das einzige Menschenrecht, das eigentlich noch übrig bleiben sollte, ist "The Right for Free Exit". Wenn sie nicht passt, dürfen sie gehen. Gut, ich muss mich etwas beilen. Kommen wir zu einer zweiten Konsequenz der Dynamisierung in der moderne. Das Gefühl ersetzt das Argument. Auch hier referiere ich wieder auf Hartmut Rosa und Zitiere. In der spätmodernen Politik bestimmt nicht mehr die Kraft des besseren Arguments über den zukünftigen politischen Kurs, sondern der Einfluss von Resontymons, Meer oder Minder irrationalen und oft flüchtigen Bauchgefühlen. So gestieben wir Taffern und Bildern. Bilder sind ohne Zweifel schneller als Worte oder gar Argumente. Immergebnis aber heißt dies, es sieht ganz danach aus als Obworte und erst recht Argumente. Vielleicht sogar das Medium Sinn angesichts der Geschwindigkeit der spätmodernen Welt zu langsam geworden sind. Also ähnlicher Gedanke, wie nicht mehr Argumente, Fakten und Daten dient dazu, ein Weltbild aufzubauen. Das Weltbild dient dazu, ihr jeweils empfundenes Weltbild dient dazu, sich die passenden Argumente rauszusuchen. Das, was ich als richtig fühle, ist das Richtiger. Und man kann es ja auch nicht richtig kritisieren, weil man so verwältigt wird mit Entscheidungen, die man machen muss, mit Tuduse und so weiter und so fort. Man kann da nicht mehr alles Argumentativ, deliberativ, das ist die Grundidee der Demokratie, deliberative Abwägung. Das können wir ja gar nicht mehr. Also das Gefühl ersetzt das Argument und die Dimension von Sinnbarheit verliert eigentlich ihre Bedeutung. Und dann kommen wir wieder zurück zu diesen Reflexen. Ja, wir müssen halt besser kommunizieren oder die Wissenschaft muss ich einbringen. Alles gut, aber es bringt nichts, wenn auf der andere Seite jemand sitzt, der ein anderes Gefühl hat, was wahr ist. Gut, der dritte Punkt, auch das wieder im Schnelldurchlauf, nun die Probleme, die wir haben, bestreitet ja niemand. Die Probleme gehen ja über die Krise der Demokratie hinaus. Wir haben eine ökologische Krise, wir haben eine digitale Transformation, die wir stemmen sind und so weiter und so weiter. Es gibt viele Probleme, wenn nun aber die Idee vorherrscht, dass die Demokratie uns hier gar nicht weiterhelfen kann, was kann uns dann weiterhelfen. Und hier kommt der Solizonismus oder der Technosolizonismus in Spiel, das ist eine weitere Kern-Ediologie im Silicon Valley, die im Wesentlichen besagt, die beste, die einzige Möglichkeit, Probleme zu lösen, ist durch Technologie. Die ideologische Grundaname hier ist, dass sich alle Probleme lösen lassen, durch Algorithmen und ausreichend Daten. Und da sind wir wieder bei einer weiteren Aktion, noch mehr Daten ran schaffen, bessere Algorithmen machen. Und wir sollten doch eigentlich die Steuerung der Gesellschaft, den Algorithmen überlassen. Und in diesem Denken wird dann jede Form der Verlangsamung von technischen Fortschritt. Also wenn Sie ein Fragezeichen erinnern, das heißt jetzt eine gute Idee, wird zu einer unmoralischen Handlung, weil die Verlangsamung von Technologie gleichgesetzt wird mit einer Verlangsamung der Verbesserung der Zustände. Also sich irgendwie gegen technischen Fortschritt zu stellen, ist unmoralisch. Und soll darüber gewissermaßen abgeräumt werden. Und wir sehen ja auch in
den USA natürlich eine massive D-Regulierung. Exemplarisch hier Mark Andreessen, weiteres Silicon Valley-Ikone hat den S.A.G.S.S.W.Y.A.I. will save the world. Also übergibt die Steuerung der Gesellschaft, der künstliche Intelligenz und dann werden die Dinge besser. Ich nähe mich dem Schluss an und der Frage, was wir denn tun können und habe erst mal eine schlechte Brutschaft, weil ich glaube, dass wenn man diese Zusammenhänge beginnt, besser zu verstehen, beginnt man auch ein Grund, die Lämmer zu erkennen, in dem die Demokratie steckt, bei jedem Versuch sich selbst aus dieser Krise zu befreien. Ich würde argumentieren, dass Demokratien, und das gilt jetzt jetzt besonders für Demokratien, in dem sich Demokratie zu stabilisieren versucht, baut sie sich selbst ab. Wie so, das möchte ich mal an einem Beispiel erläutern oder ein, zwei Beispielen, nehmen wir das Beispiel Romanien. In Romanien gab es eine demokratische Wahl. Da wurde ein Kandidat gewählt, der aber tendenziell antidemokratisch war. Rechtspopulist Russland, Freund und so weiter und so fort. Und der diese Wahl gewonnen, obwohl er noch kurz vorher eigentlich unterfärner liefen war. In Romanien hat es aber eine massive Desinformationskampagne, vor allem auf TikTok und anderen sozialen Medien gegeben, die dazu geführt haben, dass plötzlich dieser Kandidat die Mehrheit bekommen hat. Und nun versucht die Demokratie sich zu wehren und hat die Wahl annuliert. Und jetzt fragen Sie sich mal, mit welchem Recht kann eine Demokratie diese Wahl eigentlich annulieren? Das ist keine einfach zu beantwortende Frage. Ist nicht die Idee der Demokratie, dass jeder sich seine eigene Meinung machen kann. Und wenn ich mir mein Meinung auf TikTok-Bilde, dann mache ich das eben auf TikTok. Und wenn ich mir deshalb zu der Überzeugung komme, dass dieser Kandidat vielleicht gut wird, dann will ich den. Und jetzt kommt aber das Analog und das Verfassungsgericht oder das Präsidenten und sagt, nee, das akzeptieren wir aber nicht. Die Wahl wird annuliert. Weil wir mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind, dass eine Mehrheit der Bevölkerung getroffen hat. Und hier versucht Demokratie sich zu verteidigen. Und indem sie das versucht, wird sie tendenziell und demokratisch. Ich überspringen, dass Beispiel hier leppen. Ja, also ich kann es nicht ganz wie viel überspringen. Also in Frankreich ist das ja der Frau national, ist seit Jahren rückt immer weiter vor, gewinnt immer mehr Stimmen, hat mittlerweile die Mehrheit. Und wird immer weiter versucht, irgendwie eine Randzringer, aber es geht nicht. Es ist gleiche, was wir hier gerade mit der AfD sind. Und jetzt plötzlich wird leppen von der Wahl aus geschlossen, weil sie wegen Steuentationen, fünf Jahre nicht mehr weiter waren. Und zwar vor der Wahl, bei der mit, nach allem, was ich sagen lässt, mit Gewissheit, sie die Mehrheit bekommen wird. Ich maß mir nicht anzuburteilen, ob das jetzt politisch motiviert ist oder nicht. Ja, darum geht es mir gar nicht, ob das berechtigt oder nicht. Aber jetzt sagen wir mal, es war völlig, es hat alles seine Richtigkeit. Das kann natürlich sofort anti-demokratisch verteilen, nutzen um zu zeigen. Hey, verhaltete euch anti-demokratisch. Und genau das hat JD Wands getan. Er hat den Europäern vor die Nase gehalten. Er hat gesagt, dass die eigentliche Bedrohung der Demokratie in Europa kommt, kommt aus den Ländern selbst. Ihr verhaltet euch und demokratisch, so JD Wands, weil ihr die immer größer werdende rechtsgerichtete und eher mit Demokratie in konfliktstehenden Strömungen eigentlich irgendwie versucht zu verdrängen und zu verbieten. Und wenn die Mehrheit der Menschen sich das doch wünschen, dann ist das doch demokratischer Gedanke. Und aus dem gleichen Gedanken heraus wird gerade argumentiert, dass Donald Trump eine Dreidampzeit bekommen soll. Ist völlig in Konflikt mit dem amerikanischen Gesetz, aber die Argumentation ist, naja, aber wenn die Mehrheit der Menschen es wollen, wie könnt ihr als Demokraten dagegen sein? Und genau diese Dialektik ist auch im Hintergrund dieser großen panischen Angst, ob man in Deutschland die AfD verbieten soll oder nicht, weil man genau weiß, man kann nur verlieren. Entweder verliert man, weil man die AfD verbieten will, aber scheitert, oder man verliert, weil man sie verbietet und weil man damit allen sympathisanten Recht gibt, seht doch, das sind die eigentlich büsen. Also in denen sie sich zu stabilisieren, versucht, baut sie sich eigentlich ab. Ich komme zum Schluss und jetzt wirklich zum Schluss und zu auswegen. Und natürlich habe ich ihn keine Auswegen, ich habe gar keine Zeit mehr dafür, aber ich hoffe, dass irgendwie die Analyse gezeigt hat, dass das Problem vielleicht doch etwas tiefer ist und das einfach auswege wie naja, die Politik muss jetzt besser kommunizieren und so, dass das eigentlich grundsätzlich an der Komplexität des Problems vorbeifährt. Ich würde argumentieren, wenn man wirklich an diesen dynamiken etwas ändern will, dann muss man wesentlich grundsätzlicher denken. Aber damit hat es auch so seine Probleme, aber kommen wir erst mal zu drei Schlagworten, die ich in die Debatte werfen möchte, die hier hilfreich sein können. Erstens die Beschleunigungsspirale muss irgendwie verändert werden. Das heißt, das Schlagwort hier ist die Postwachstumsgesellschaft. Beschleunigung bedeutet, dass sich Gesellschaften nur dynamisch stabilisieren können. Postwachstumsgesellschaft bedeutet nicht, dass keiner mehr Wachsen oder Innovativ sein darf oder irgendwie mehr Geld verdienen darf oder sonst was, aber die Idee dahinter ist eigentlich, die eine Gesellschaftsform zu finden, in der Institution auch Unternehmen sich stabilisieren können, auch dann, wenn sie nicht wachsen. Solange wir nicht irgendwie ein Weg dahin finden, wird sich die Dynamisierungsspirale nicht verändern lassen. Dann müssen wir Verantwortung übernehmen für die Technologien, die wir in die Welt setzen. Das ist ein Thema, mit dem ich viel in anderer Stelle viel Beschäftige, indem wir technologisch immer mehr können, sind wir auch für immer mehr verantwortlich. Das ruft nicht nach weniger Regulierung, sondern nach mehr Regulierung, aber, so würde ich sagen, nach vernunftgeleiteter Regulierung. Was bedeutet das? Das führt uns zum dritten Bild. Wir brauchen eine Idee, wo wir als Gesellschaft eigentlich hinwollen und die haben wir nicht mehr. Zu Beginn der moderne gab es noch eine Idee, eine Vorstellung, ein Zielpunkt, weswegen auch die Rede vom Fortschritt Sinn gemacht hat. Die hat Sinn gemacht, weil Entwicklung, technologische Entwicklung, uns näher zu diesem Punkt geführt haben. Aber da sind wir schon längst nicht mehr. Ich würde so weit gehen, zu sagen, dass die liberale Idee im Grunde genommen tot ist. Weil die liberale Idee uns an einem Punkt geführt hat, dass zwar jeder machen kann, was er oder sie will, dass aber keiner mehr eine Vorstellung hat, was man mit dieser Freiheit eigentlich sinnvoll ist, anstellen könnte. Wir brauchen eine Vorstellung, was gutes Leben eigentlich bedeutet, individuelle aber auch gesellschaftliche. Wie müsste dann den Rahmen geben, auch für die Regulierung von Technologie, die dann dazu dienen müsste, uns näher zu diesem Ziebelt zu führen? Ich bin mir sehr bewusst darüber, dass das noch sehr wahrge ist und ich könnte einen anderen Vortrag dazu führen, wie nahezu aussichtslos ist, das zu erreichen. Aber man muss ja irgendwo mal anfangen. Vielen Dank. Das war der Philosoph, Sie hat Maheini mit seinem Vortrag "Ein-O-Long-Gewel-Leave, that Freedom & Democracy are compatible", zum Stand der Demokratie im Digitalseiteiter. Sie hat Maheini hat seinen Vortrag am 29.10. 2025 im Rahmen der Ringvorlesung des Zentrums für ethische Fragen im 21. Jahrhundert gehalten. Und wenn ihr noch mehr Vorträge aus der Ringvorlesung hören wollt, dann schaut mal in die Schau-Nautz, da verlinke ich euch noch zwei Hörseilfolgen zum Thema. "The Airbus Battles", schön, dass ihr zugehört habt. Deutschland funk Nova. Hörseil. Jede Woche neu. In der Deutschland funk App.
Podcast Summary
Key Points:
Der Vortrag von Prof. Sied Maheini befasst sich mit der Krise der Demokratie im Digitalzeitalter, insbesondere durch KI und digitale Technologien.
Ein zentrales Zitat von Peter Thiel ("I no longer believe that freedom and democracy are compatible") verdeutlicht die demokratiekritische Haltung im Silicon Valley.
Die Diagnose der Krise zeigt sich im massiven Vertrauensverlust in westliche Demokratien (laut Edelman Trust Barometer), während autoritär geführte Länder wie China oder Saudi-Arabien höheres Vertrauen genießen.
In Deutschland empfinden 70 % der Menschen Frust gegenüber der Regierung, und 60 % der 18- bis 34-Jährigen halten radikale Aktionen für akzeptabel.
Maheini schlägt einen Perspektivwechsel vor
Die digitale Transformation treibt diese Entwicklung voran, da KI und soziale Medien die Partikularisierung der Gesellschaft fördern und eine individuelle Konstruktion von Realität ermöglichen.
Summary:
Der Vortrag von Prof. Sied Maheini untersucht den Zusammenhang zwischen digitalen Technologien wie künstlicher Intelligenz und der Krise der Demokratie. Er beginnt mit einer Diagnose: Laut dem Edelman Trust Barometer sinkt das Vertrauen in westliche Demokratien dramatisch, während autoritäre Staaten wie China oder Singapur höheres Vertrauen genießen.
In Deutschland sind 70 % der Menschen frustriert über die Regierung, und 60 % der jungen Erwachsenen halten radikale Aktionen für legitim. Maheini schlägt einen Perspektivwechsel vor, der auf die antike Idee des Kreislaufs der Gesellschaftsformen zurückgreift. Demnach befinde sich die Demokratie im Übergang zur Ochlo-Kratie, der Herrschaft einer desinformierten Masse, die nur ihr Eigeninteresse verfolgt.
Die digitale Transformation beschleunigt diesen Prozess: KI generiert zunehmend Inhalte, deren Echtheit nicht mehr überprüfbar ist, und soziale Medien erlauben es jedem, sich seine eigene Realität zusammenzubauen. Dies führt zur Partikularisierung der Gesellschaft, in der unterschiedliche Weltbilder unvereinbar nebeneinanderstehen. Zudem sei die zentralistische Struktur von KI problematisch für demokratische Prozesse.
Maheini plädiert für ein tieferes Verständnis dieser Zusammenhänge, um Wege aus der Krise zu finden.
FAQs
Die Hauptthese ist, dass digitale Technologien wie KI die Demokratie in eine Ochlo-Kratie verwandeln, also in eine Herrschaft der desinformierten Masse.
Dieser Satz zeigt eine Haltung im Silicon Valley, die Demokratie als ungeeignet für die Zukunft ansieht und mit demokratiekritischen Strömungen weltweit verbunden ist.
Laut Körber-Stiftung-Umfragen sank das Vertrauen von 2021 bis 2025 massiv, sodass die Demokratie heute als in der Krise betrachtet wird.
Regierungen werden als hoch inkompetent und unethisch eingestuft, und 70% der Befragten weltweit glauben, dass Regierungen absichtlich irreführen.
Ochlokratie ist die Herrschaft der desinformierten Masse, die aufgrund mangelnder Bildung und Eigeninteresse schlechte Entscheidungen für die Gesellschaft trifft.
Digitale Technologien fördern die Individualisierung von Informationen, was zur Partikularisierung der Gesellschaft und zur Ochlo-Kratisierung führt.
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