Beziehungssorgen, Zweifel und Relationship Anxiety verstehen: so schaffst du Klarheit #138
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Beziehungszweifel sind ein weit verbreitetes und normaler Erfahrung, selbst in glücklichen Beziehungen. Sie können jedoch auf tiefere emotionale Muster zurückgehen, wie Verlustängste oder Bindungsängste, die aus früheren Erfahrungen stammen. Es ist entscheidend, zwischen inneren Muster und tatsächlichen Problemen in der Beziehung zu unterscheiden. Beispielsweise zeigt sich bei Laura eine Verlustängstigkeit, die zu ständigen Zweifeln an der Liebe führt, während Nico aus einer Angst vor Verlust der Freiheit zweifelt. Bei Mira dagegen entstehen Zweifel durch unerfüllte Bedürfnisse wie Verständnis und Nähe, die durch Abwehr und Missverständnisse verursacht werden. Diese Szenarien verdeutlichen, dass Zweifel nicht automatisch ein Trennungszeichen sind, sondern Hinweise darauf sind, dass etwas in der Beziehung oder im eigenen Inneren nicht gut funktioniert. Um Klarheit zu gewinnen, sollte man die Quelle der Zweifel reflektieren – ob sie aus einem eigenen Muster oder aus konkreten Beziehungssituationen kommen. Eine offene, empathische Kommunikation mit dem Partner ist entscheidend, um gemeinsam Lösungen zu finden und die Bedürfnisse der Beziehung zu erkennen. Dazu gehören auch Selbstreflexion, wie z. B. durch Workshops zum Umgang mit Angst oder durch einen Beziehungskurs, der klare Kommunikation und Veränderung fördert. Der Fokus liegt nicht auf der sofortigen Trennung, sondern auf dem Verständnis, was fehlt und wie man es gemeinsam aufbaut.
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Paar-Psychologie-Podcast-Folge.
Heute möchte ich gern mit dir über das Thema Beziehungssorgen, Zweifel und Relationship
Anxiety sprechen, um zu verstehen, warum man zweifelt, was dahinterstehen kann und wie
man dabei Klarheit schafft.
Ich werde dir anhand von drei unterschiedlichen Fallbeispielen einmal zeigen, was die Quelle
oder der Grund für verschiedene Zweifel sein können, sei es Verlustängste, Bindungsängste
oder eine Unerfülltheit.
Und dann werden wir schauen, wie man diese Dinge voneinander trennen kann, um zu verstehen,
ist das vielleicht ein Thema, wo ich bei mir selber anfangen kann, ist das etwas, wo es
sich wirklich lohnt, mit dem Partner oder der Partnerin darüber zu sprechen oder zeigen
will, dass du dich mit jemandem zusammen bist, den du liebst und dich trotzdem innerlich
melden kannst.
Ich werde dir anhand von drei unterschiedlichen Fallbeispielen einmal zeigen, wie man sich
manchmal unruhig fühlst oder du eine Beziehung hast, die eigentlich gut läuft, aber du
dir trotzdem immer wieder die Frage stellst, ob es das jetzt gewesen sein soll oder ob
du dich in der Beziehung verrannt hast und du schaust dir manchmal andere Menschen an,
die so ganz scheinbar mühelos ihren Partner, ihre Partnerin heiraten und wenn du daran
denkst, kommen eher so Fragezeichen hoch, dann ist diese Podcast-Folge heute für dich.
Das Wichtigste erstmal vorne ab.
Beziehungszweifel sind. Das ist relativ normal.
Viele Menschen zweifeln auch in sehr gesunden und glücklichen Beziehungen von Zeit zu Zeit
immer mal wieder.
Das ist nichts, was wir tabuisieren müssen oder was automatisch jedes Mal bedeutet, die
Beziehung ist kaputt.
Es bedeutet auch nicht, dass die andere Person nicht unser Seelenverwandter zum Beispiel
sein kann, weil wir zweifeln.
Wir können durchaus, wie gesagt, in einer sehr, sehr schönen, sehr gesunden und tollen
Beziehung sein und trotzdem immer mal wieder zweifeln.
Das kann dazu gehören.
Und es ist ganz normal beim menschlichen Erleben, dass wir unterschiedliche Emotionen fühlen
und nicht immer genau das Gleiche.
Also das erstmal schon mal vorne weg.
Das ist mir wichtig zu erwähnen.
Wenn dir jemand sagt, ja, dann kann es ja nicht das Richtige sein, weil du hier und
dort mal Fragezeichen hast oder Dinge für dich schwierig sind, lass dich davon nicht
irgendwie umstimmen oder verunsichern.
Schau trotzdem genau hin natürlich, aber das bedeutet nicht, dass eine Beziehung direkt
automatisch schlechter wird.
Was zweifeln jedoch auf jeden Fall sind, ist, dass sie ein Warnsignal sein können für uns.
Ein Zeichen davon, dass etwas hochkommt in uns, vielleicht ungelöste Ängste aus früheren
Erfahrungen oder aktuelle Überforderung oder ein Ungleichgewicht in der Partnerschaft.
Sie zeigen auf etwas hin, das in uns passiert und müssen deshalb auch ernst genommen werden.
Okay, jetzt wo wir das erstmal grundlegend geklärt haben, gehen wir doch mal rein ins
Thema.
Und zwar Beziehungen.
Beziehungszweifel oder wie man im Englischen auch sagt, Relationship Anxiety, also Beziehungsängste,
beschreiben ja diesen Zustand, wenn man immer wieder unsicher ist und sich fragt, ist die
Person jetzt die Richtige für mich?
War das jetzt gerade ein Zeichen, dass er nicht zu mir passt?
Was, wenn ich mich trenne und es dann bereue oder mich nicht trenne und es dann bereue?
Liebe ich diese Person wirklich?
Das heißt, da kommen diese Unsicherheiten, Fragen.
Das heißt, diese Unsicherheiten, Fragen und Beziehungsängste, diese Unsicherheiten, die
wir in dieser Beziehung haben, die wir in dieser Beziehung haben, die wir in unserer Beziehung
haben, die wir in dieser Beziehung haben, die wir in unserer Beziehung haben, die wir in unserer
Beziehung haben, die wir in unserer Beziehung haben, die wir in unserer Beziehung haben.
Im deutschen Raum würde man, wie gesagt, eher über Zweifel sprechen oder dann ganz konkret,
wenn es um die Hintergründe geht, um Beziehungsängste, Verlustängste, Bindungsängste etc.
Das gucken wir uns nachher nochmal an.
Was man aber auf jeden Fall festhalten kann bei dieser Relationship Anxiety, bei den Beziehungsfragen,
Sorgen und Zweifeln, wenn man ständig die eigenen Gefühle analysiert, wenn man den Partner,
die Partnerin immer wieder kritisch beobachtet, wenn man Angst hat, einen Fehler zu machen
oder sich zurückzieht, obwohl man sich eigentlich Nähe wünscht.
All das ist natürlich ein enormer Leidensdruck, das kann eine Beziehung belasten und es belastet
aber auf jeden Fall das Individuum.
Das Problem ist hier, die meisten Menschen verschleppen diese Zweifel irgendwie, brüten
über ihn, denken immer wieder darüber nach und haben dann irgendwie so ein Gefühl, wie
dass so eine dunkle Wolke irgendwann über der ganzen Beziehung schwebt und sind sich
irgendwie immer wieder über die Beziehung schwebt.
Und dann sind sie immer unsicher, wie doll muss ich jetzt darauf hören, sind sich unsicher,
ist das jetzt gerade meine Intuition oder ist das etwas, was ich eigentlich wegignorieren
sollte.
Damit du da für dich Klarheit schaffen kannst, möchte ich dir jetzt drei unterschiedliche
Beispiele von Beziehungszweifeln zeigen und einmal darstellen, was dahinterstehen kann
und warum diese Zweifel überhaupt entstanden sind.
Ich gebe dir dann zu jedem dieser verschiedenen Beispiele auch noch Tipps.
Was du dann mit den Zweifeln machen oder eben nicht machen solltest, damit du einen Plan
hast für die weitere Zukunft.
Hör jetzt also gerne aufmerksam zu, um einmal herauszufinden, kann ich mich vielleicht hier
an diesen Beispielen so ein bisschen zuordnen, sehe ich mich da irgendwie wieder, um dann
auch einen Plan zu machen.
Starten wir mit dem ersten Fallbeispiel.
Laura, 34, ist seit einem Jahr mit ihrem Freund Tom zusammen.
Tom ist fürsorglich, liebevoll, verlässlich.
Eigentlich alles, was sie sich immer gewünscht hat.
Und trotzdem spürt sie häufig eine Unruhe, sobald Tom etwas macht oder nicht sofort zurückschreibt,
was für sie schwierig ist zu verstehen.
Dann schießen ihr Gedanken in den Kopf wie, vielleicht liebt er mich gar nicht wirklich
oder was ist, wenn er jemanden Besseren findet.
Dann macht sie sich Sorgen und kann auch schon mal in so eine Situation reinkommen, wo sie
ihren Partner dann in einem viel dunkleren Licht irgendwie sieht.
Alles ist so ein bisschen.
Schwarz eingefärbt und sie erwischt sich dann dabei, dass sie mehr auf Distanz geht,
eigentlich, um diese Sorgen loszuwerden, um sich irgendwie zu schützen.
Aber das verletzt natürlich ihren Partner noch mehr.
Und dann ist tatsächlich schlechte Stimmung zu Hause.
Was man jetzt hier bei Laura erkennen kann, ist, dass die Nähe, die sie zu Tom hat, die sie ja auch
eigentlich so unbedingt haben will, die ja auch so wahnsinnig wichtig ist, trotzdem immer wieder so ein Alarmsystem in ihr
zum Aufruhr bringt und dafür sorgt, dass sie am Zweifeln ist, dass sie sich Sorgen macht, dass sie diese Ängste spürt und auf der Hut ist in der Beziehung.
Wenn du diesen Podcast schon häufiger gehört hast, dann weißt du auch, dass wir hier immer wieder über Verlustängste sprechen.
Und genau das könnte hier bei Laura auch der Fall sein.
Verlustängste als inneres Muster, wie wir auf Nähe und dann eben auch den Verlust von Nähe reagieren, entsteht oft, aber nicht immer in der Kindheit.
Wenn emotionale Nähe nicht funktioniert, dann ist es auch nicht so, dass sie sich Sorgen macht, dass sie sich Sorgen macht, dass sie diese Ängste spürt und auf der Hut ist in der Beziehung.
Wenn die Bezugsperson mal da war und Liebe geschenkt hat und dann auch wieder weg war oder wenn wir zum Beispiel erlebt haben, dass ein Elternteil einfach aus der Familie ausgestiegen ist.
Verlustängste können sich aber auch später noch im Erwachsenenalter aufbauen, indem man zum Beispiel eine sehr schlimme Trennung durchlebt oder betrogen wurde.
Auch das kann dazu führen, dass diese innere Alarmbereitschaft jederzeit könnte etwas passieren.
Nähe ist auch irgendwo gefährdet.
Und ich muss gucken, dass vielleicht nichts Schlimmes passiert, immer wieder hochkommt.
Das heißt, Laura zweifelt jetzt daran, ist Tom der Richtige für mich, liebt Tom mich eigentlich?
Nicht, weil sie wirklich von Tom diese Zeichen bekommen hat, dass er sie nicht lieben könnte, aber weil ihr Alarmsystem da hypersensibel drauf reagiert, aufgrund von ihrem eigenen inneren Muster.
Das heißt, wenn du von dir weißt, ich reagiere sowieso ein bisschen ängstlicher.
In Beziehungen.
Ich erwarte eh fast immer das Schlimmste, dass man mich vielleicht eh nicht lieben kann oder dass eine Beziehung eh irgendwann auseinanderbrechen wird, wenn ich mal so in mich reinhorche.
Dann gehe ich eigentlich davon aus, dass es passieren wird.
Dann kann natürlich diese Grundeinstellung dazu führen, dass man immer wieder zweifelt, obwohl eine Beziehung eigentlich sehr gesund und glücklich ist.
Wenn du dich hier wieder findest, dann kann ich dir auf jeden Fall meinen Verlustangst-Workshop mal ans Herz legen.
Da kannst du schauen, ob du dich wirklich da drin wieder findest.
Und da sind direkt auch schon ganz, ganz viele Tipps und psychologisch wertvolle Ideen mit drin, sowie Selbstwerttechniken, die dir helfen, mehr Sicherheit aufzubauen.
Der kostet nichts, dauert 20 Minuten, ist wie gesagt ein Video von mir, wo wir zusammen diese Tipps durchgehen.
Schau doch gerne mal in die Podcast-Beschreibung, da findest du alles Weitere zu diesem Workshop.
Was ich dir hier jetzt aber auch schon direkt nochmal mitgeben kann, ist Folgendes.
Prüfe, wie gesagt, erstmal für dich kann es sein, dass ich prinzipiell zu Verlustängsten neige und deshalb auch häufiger Dinge als problematisch oder gefährlich einstufe.
Und ich merke, dass ich da einfach sensibler drauf reagiere.
Das ist ja gar nicht schlimm, das muss man gar nicht irgendwie negativ bewerten oder sich selbst deswegen abwerten.
Das erleben ganz, ganz, ganz viele Menschen so.
Und es ist auch normaler Teil der menschlichen Entwicklung, dass man auch mal hier und dort Ängste entwickelt.
entwickelt und dann damit umgehen muss.
Ich habe übrigens auch noch mal
eine Podcast-Folge dazu gemacht, ob man
prinzipiell ein ängstlicher Bindungstyp
ist, die natürlich auch sehr
zu Verlustängsten neigen. Auch das
kann ich dir ganz gerne nochmal in die Podcast-Beschreibung
verlinken. Diesen Test kannst
du natürlich auch gerne machen, um herauszufinden,
ob das dein Thema ist.
Gut, aber was ist jetzt, wenn du merkst, es kann
durchaus sein, dass ich der Ängstliche auf diese
Dinge reagiere, dass ich die Sachen
dann durch diese Verlustangstbrille
sehe und dann anfange
zu zweifeln. Und ich merke
diese Angst an den Zweifeln, dass ich mir
viele Gedanken mache, dass ich nicht so genau
weiß, das einzuordnen. Was
soll ich jetzt tun? Mein sehr
praktischer Tipp jetzt hier gerade
ist es, dass du für dich einmal
einordnest, es kann durchaus sein,
dass ich da sensibler drauf
reagiere. Das heißt,
dass von den 100%
Stärke, wie ich das jetzt
hier gerade erlebe, vielleicht
gerade eher nur so 50%
tatsächlich anwesend sind.
Dass man das für sich so ein bisschen anders
einordnen kann, auch wenn man die Angst gerade
spürt. Und dass man sich dann
fragt, weshalb zweifle ich
jetzt gerade? Zweifle ich prinzipiell
daran, geliebt zu werden,
dass Beziehung hält? Dann passt
das ja eigentlich sehr gut in das
Verlustangstmuster, dann kann das aus dem
entspringen. Oder zweifle
ich hier, weil gerade wirklich Dinge
passiert sind, die nicht okay waren,
wo Bedürfnisse nicht erfüllt
wurden, wo über meine Grenzen gegangen
wurde. Und das wiederum ist
natürlich etwas, was unbedingt dann in
der Beziehung besprochen werden muss.
Ich würde dir raten, diese
Aufgabe schriftlich zu machen. Das ist dann
häufig viel einfacher herauszufinden.
Reagiere ich aus meinem Muster
heraus? Kommen die Zweifel aus meinem Muster
heraus? Oder aus der aktuellen
Situation? Wenn jetzt zum
Beispiel Tom tatsächlich
etwas Negatives macht,
tatsächlich Laura
ignoriert und sie sich deshalb
dann schlecht fühlt und merkt, sie fängt
an zu zweifeln, weil er immer
wieder sie ignoriert oder vielleicht
auch straft mit Liebesentzug,
dann ist es ja ganz sicher nicht etwas,
wo sie sagen sollte, okay, das
ist mein Thema, das ist meine Verlustangst,
sondern das ist dann etwas, wo man
zurück in die Beziehung gehen muss und sagen muss,
hey, das ist so nicht in Ordnung
und ich möchte gern Beziehung
anders leben, beziehungsweise ich habe ein
anderes Bedürfnis, das hier nicht erfüllt
wird.
Okay, machen wir jetzt mal weiter
mit Beispiel
Nummer 2.
Nico ist seit kurzem in
einer Beziehung mit Jana.
Es gibt eigentlich keine großen Probleme,
die beiden sind sehr leicht
in diese Beziehung reingekommen,
sind ein gutes Team, doch
jetzt seit einiger Zeit spricht
Jana von der Zukunft. Sie möchte
gern zusammen in eine gemeinsame
Wohnung ziehen, sie spricht auch hier und da
mal von Kindern und Nico
merkt jetzt, dass er da mehr
kalte Füße bekommt. Er
denkt immer häufiger über frühere Beziehungen,
über verpasste Chancen,
darüber nach, wie es wäre, Single
zu sein und fragt sich,
ob er sich zu früh festgelegt hat,
ob Jana wirklich die Richtige ist,
ob die Beziehung wirklich das Richtige
für ihn ist.
Nico spürt, dass er immer mehr die Augen
aufhält, danach, ob jemand
vielleicht irgendwie noch besser zu ihm passt,
noch mehr Hobbys mit ihm teilt,
obwohl er eigentlich nichts an Jana
auszusetzen hat, aber
dieser Gedanke, was könnte da draußen noch
so sein, da merkt er, das
fühlt sich irgendwie gut an und wenn er über
die Beziehung nachdenkt, fühlt sich das
Ganze eher eingeengt
an, als würde er da keine Luft mehr
bekommen. Das heißt,
auch Nico kennt diese Gedanken
zu zweifeln,
nicht zu wissen, ist die Beziehung das
Richtige für mich, will ich das Ganze
noch? Doch hier bei Nico
könnte es auch ein Muster sein, dass
er in ihm abläuft
und zwar ein bindungsängstliches
Muster.
Vermeidende oder bindungsängstliche Menschen
haben häufig unbewusst
verinnerlicht, dass wenn man sich zu sehr
einlässt auf eine Beziehung, wenn man
all in geht und wirklich
rein investiert in die Beziehung, dass
man dann seine Freiheit, seine
Selbstbestimmung verliert und am Ende
dann doch einfach nur verletzt wird.
Also sabotieren sie häufig
nahe Beziehungen, auch wenn sie sie wollen
und gehen immer wieder raus, haben
häufig nur sehr kurzfristige Beziehungen
oder sind nicht wirklich emotional
zugänglich in denen, weil sie das
Gefühl haben, das wird mir sonst alles zu viel.
Die Zweifel
dienen da also der Möglichkeit,
immer nochmal so eine Hintertür offen
zu halten, immer nochmal so einen Ausweg
zu sehen und zu wissen, okay,
wenn mir das alles zu viel wird, dann kann ich
ja immer noch raus, weil das Ganze hier ist
ja nicht perfekt und wenn es nicht perfekt ist,
dann muss ich hier ja auch nicht bleiben.
Manchmal kommt da auch noch
so ein gewisser Leistungsgedanke mit
rein, dass man sich denkt, naja,
aber da draußen gibt es ja so viele Menschen,
gerade natürlich über Dating-Apps hat
man häufig ein ganz, ganz
hohes Volumen an Menschen, die man jeden Tag
sehen kann, dass man vielleicht
auch mal das Gefühl bekommt, naja, warum
sollte ich mich jetzt hier schon drauf einlassen,
wenn um der nächsten Ecke
die nächste tolle Person sein könnte,
die vielleicht noch besser
auf mich eingeht, noch besser
zu mir passt.
Gerade wenn man so versucht, prinzipiell
alle Bereiche seines Lebens
maximal zu optimieren und das
auch ins Dating oder in den Beziehungsbereich
mit rüber nimmt und so einen
gleichen Leistungs- und Erwartungsanspruch
auch da hat, kann es schnell mal
sein, dass das eben auch zu diesen zwei
Fällen führen kann und dazu
sorgt, dass man sich nicht so wirklich einlässt,
sondern eben immer mit angezogener
Handbremse in seinen Beziehungen
fährt. Auch hier
ist also wieder die Frage,
entstehen die Zweifel aus
einem Muster in mir, wo ich
merke, oh, auch da, Nähe
macht mir auf eine gewisse Art und Weise Angst,
ich habe Angst, meinen Freiraum zu
verlieren oder ist wirklich
was in der Beziehung, in der Dynamik
zwischen dir und mir das Problem?
Nico
könnte sich also zum Beispiel die Frage
stellen, würde ich dieselben
Zweifel an meiner Beziehung haben,
wenn ich wüsste, dass ich jederzeit
frei bin, wenn ich es brauche?
Wenn ich meine
Freiheit und Selbstbestimmung
behalten könnte in der Beziehung,
würden dann auch meine Zweifel
weniger werden?
Auch zum Thema Bindungsangst
kann ich dir gerne eine Folge nochmal
in der Podcast-Beschreibung hinterlassen,
damit du da weiterhören kannst, wenn
du möchtest. Mein
konkreter Tipp hier wäre,
dass wenn du merkst, oh, ich habe wirklich
Angst, meine Freiräume zu
verlieren oder ich habe Sorge,
dass ich mich zu sehr auf etwas einlasse
und dann verletzt werde und diese Zweifel
sind eigentlich meine Schutzstrategie,
um schnell wieder aus der Beziehung
rauszukommen, wenn ich
mich zu eingeengt fühle,
dann kommuniziere das mit
deinem Partner, deiner Partnerin,
dass die andere Person Bescheid weiß,
dass du vielleicht ein höheres Autonomiebedürfnis
hast, dass du hin und wieder mehr
Me-Time brauchst
und dass, wenn du anfängst zu zweifeln,
dass diese wichtigen Bedürfnisse
dahinter stehen, aber ihr das in der
Beziehung ganz offen und transparent
ansprechen könnt.
Schauen wir uns jetzt aber nochmal den Vergleich
an. Wir hatten jetzt ja zwei Beziehungen,
die eigentlich gut liefen,
wo man gemerkt hat, okay,
die Zweifel gehen auf Ängste in mir
zurück. Das ist ja aber nicht die
einzige Situation. Es kann durchaus
natürlich auch anders ablaufen
und es gibt tatsächlich
innerhalb der Beziehung
guten Grund für die Zweifel.
Und woran man das erkennt,
das schauen wir uns jetzt im dritten Beispiel an.
Mira ist seit
sechs Jahren mit ihrem Partner
verheiratet. Sie haben zwei Kinder,
wohnen da im Haus
und regeln den Alltag zusammen.
Ihr Mann kümmert sich, ist
ein guter Vater, aber
sie fühlt sich häufig allein und
Gespräche über ihre Sorgen enden
häufig in Missverständnissen oder
Streit. Körperliche Nähe ist
deshalb sehr selten geworden.
Am Anfang hat sie
versucht, dieses negative Gefühl
in sich zu ignorieren, hat sich
gesagt, na ist doch eigentlich alles
okay, aber immer mehr
merkt sie, dass sie nicht gehört wird,
dass sie das Gefühl hat, ich kann nicht
auf meinen Partner zugehen, wenn es
mir schlecht geht. Ich habe nicht das Gefühl,
dass er wirklich weiß, wie es
in mir aussieht und dass er
mein bester Freund ist.
Mira möchte sich gern
verändern, möchte gerne über Zukunftspläne
mit ihrem Partner sprechen.
Er blockt sie aber immer wieder ab
und jetzt fängt sie da auch an zu zweifeln
und fragt sich, soll es das
jetzt irgendwie gewesen sein? Ist das
jetzt mein Leben, wo ich
halt darauf verzichten muss, von meinem Partner
verstanden zu werden, wo ich darauf verzichten
muss, dass wir Dinge zusammen
besprechen können?
Wir sehen jetzt hier ja bei Mira,
da ist ein ganz wichtiges Bedürfnis,
das nicht erfüllt wird, das Bedürfnis
von Verständnis, das
Bedürfnis, danach zusammen
als Team zu arbeiten und
sich wirklich auch als solches zu
fühlen, das Bedürfnis
überhaupt miteinander offen sprechen zu können.
Und das heißt, ihre Zweifel
werden nicht durch eine Angst
per se ausgelöst, sondern weil
zentrale Bedürfnisse über eine längere
Zeit immer wieder übergangen wurden.
Das könnte zum Beispiel
in einem anderen Szenario auch so etwas
sein, wie die Unterstützung fehlt
immer wieder oder man fühlt
sich nicht auf Augenhöhe
oder man hat das Gefühl, ich kann
mit diesem Thema nicht auf dich
zukommen und das ist einfach ein
Tabuthema jetzt geworden in unserer
Beziehung. Wenn Mira jetzt
auf ihren Mann zugeht und ihr sagt,
hey, ich fühle mich damit nicht gut,
wir brauchen da eine andere Lösung
für oder hier wird ein
Bedürfnis von mir immer wieder
nicht erfüllt, lass doch mal
schauen, wie wir das ändern können.
Und er blockt das jetzt zum Beispiel
ab und sagt, nein, ist mir egal,
reagiert da unempathisch,
reagiert da ohne irgendwie auf sie
zu reagieren.
Dann ist das definitiv
ein guter Grund, um an der
Beziehung zu zweifeln.
Weil dann ist das ja eine Beziehung, wo es ein unerfülltes Bedürfnis gibt, was vollkommen normal ist und eigentlich häufig passiert.
Aber der springende Punkt ist, habe ich jetzt hier einen Partner, eine Partnerin, die mit mir zusammen daran arbeiten möchte,
die in der Lage ist, zu verstehen, worum es mir geht und dann auch Veränderung anstoßen will.
Wenn man das mit Nein beantwortet, dann ist ja nur die Alternative, in einer Beziehung zu sein,
wo man gar keine Chance hat, dieses Bedürfnis irgendwie erfüllt zu bekommen,
weil die andere Person, die man im Zweifelsfall dafür ja irgendwo braucht, nicht mitzieht.
Und bei diesen Zweifeln lohnt es sich, wie eigentlich bei allen Zweifeln natürlich,
wirklich klar zu werden mit dem, was ist es, was mir fehlt?
Ist das etwas, was ich mir selber geben kann? Brauche ich da irgendwie was aus der Beziehung von dir?
Und wenn wir dann darüber kommunizieren, wie ist das dann? Finden wir da eine gemeinsame Lösung?
Wenn du das Gefühl hast, oh ja, das könnten wir sein, dass es hier wirklich unerfüllte Bedürfnisse,
ungesagte Dinge in der Beziehung gibt und wir brauchen einen Plan, um da ranzugehen
und diese Probleme auch wirklich aus der Welt zu schaffen,
dann kann ich dir da meinen 6-Wochen-Beziehungskurs empfehlen.
Da bekommt ihr ganz genaue Anleitungen, wie ihr eure Bedürfnisse klar formuliert,
ohne Schuldzuweisung, Schritt für Schritt aus dem Problem rauskommt und auch noch,
wie ihr eure Bedürfnisse klar formuliert, ohne Schuldzuweisung, Schritt für Schritt aus dem Problem rauskommt und auch noch,
währenddessen wieder mehr Nähe aufbaut.
Das heißt, schaut doch da auch nochmal gerne in die Podcast-Beschreibung,
da findest du wie immer weitere Informationen zu dem Kurs.
Also, Zweifel sind nicht immer automatisch ein Trennungsgrund.
Sie können eine Reaktion auf eine alte Wunde sein, ein altes Muster, das aktiviert ist.
Sie können ein Zeichen für eine emotionale Überforderung sein, mit der man sich erstmal auseinandersetzen muss.
Oder ein Hinweis darauf, dass die Bedürfnisse in der Beziehung nicht erfüllt,
erfüllt werden und man schauen muss, ob es noch zusammenpasst.
Wenn du also die Zweifel, die Sorgen in dir spürst, versuche herauszufinden,
was wollen mir diese Zweifel sagen, warum sind sie da?
Und so ein bisschen Gefühl dafür zu bekommen, wie viel davon liegt in mir,
weil es wie gesagt vielleicht ein Muster ist von mir und wie viel davon liegt wirklich in der Beziehung.
Und das soll jetzt nicht bedeuten, dass es immer 0 und 100 ist, immer entweder nur dein Muster,
oder ein Problem in der Beziehung.
Diese zwei Dinge können sich natürlich auch bedingen.
Und es ist nicht immer ganz einfach, das so auseinanderzuhalten.
Aber vielleicht kannst du ja mit Hilfe von dieser Podcast-Folge da schon nochmal ein bisschen mehr Klarheit reinbringen
und so ein Gefühl für die generelle Richtung bekommen.
Nimm dir also wirklich Zeit, um zu reflektieren, aus welcher Quelle deine Zweifel kommen
und schau dann auch, dass du diese Dinge in Worte fasst, auch mit Verlustängsten, Bindungsängsten,
mit unerfüllten Bedürfnissen.
Es ist natürlich immer wichtig, zu der anderen Person zu gehen und zu sagen,
guck mal, so sieht es in mir aus, das habe ich über mich gelernt.
Oder an den Momenten fange ich an zu zweifeln und das ist wichtig, dass wir dann so und so damit umgehen.
Du musst nichts überstürzen, aber die Kommunikation und die Offenheit, die steht da immer an erster Stelle.
Was ich gerne machen kann in der Zukunft, ist eine Anschluss-Podcast-Folge zu dem Thema,
ob man gehen oder bleiben sollte, wo ich auch. Auch da nochmal ganz klar voneinander unterscheide, welche Beziehungen haben die Chance zu überdauern
und wo kann man sich rausarbeiten aus Problemen und bei welchen Beziehungen ist es vielleicht besser,
dass man sich trennt, wo die Zweifel wirklich auch angebracht sind und wo man hinterher merkt,
wir sind wirklich zu weit auseinander, ihr habt eine gesunde Beziehung, wahrscheinlich keine Chance mehr.
Wenn du dich dafür interessierst, dann stimme doch gerne bei Spotify in den Kommentaren,
ob das was wäre, was du ganz gern in der Zukunft als Anschluss-Folge hören wollen würdest.
Dann hoffe ich, dass du einiges mitnehmen konntest heute und wenn du magst,
hören wir uns dann nächsten Freitag wieder zu einer neuen Paarpsychologie-Podcast-Folge.
Alles Gute, bis dahin!
Podcast Summary
Key Points:
Beziehungszweifel sind normal und können in gesunden Beziehungen auftreten, ohne dass die Beziehung gefährdet ist.
Zweifel können auf tiefere inneren Muster wie Verlustängste oder Bindungsängste zurückgehen, die aus früheren Erfahrungen stammen.
Es ist wichtig, zwischen eigenen Angstmuster und tatsächlichen Konflikten in der Beziehung zu unterscheiden.
Wenn ein Partner Distanz schafft oder Dinge ignoriert, ist das ein klarer Anlass, um die Beziehung zu hinterfragen.
Unerfüllte Bedürfnisse wie Verständnis oder Nähe sind ein wichtiger Grund für Zweifel und müssen offen kommuniziert werden.
Die Herausforderung besteht darin, zwischen einem eigenen inneren Muster und tatsächlichen Beziehungsschwächen zu erkennen.
Offene, wertschätzende Kommunikation hilft, die Wurzeln der Zweifel zu verstehen und gemeinsam Lösungen zu finden.
Beziehungsängste können nicht automatisch als Trennungsgrund dienen, sondern sind ein Hinweis auf Bedürfnisse oder Störungen, die adressiert werden müssen.
Summary:
Beziehungszweifel sind ein weit verbreitetes und normaler Erfahrung, selbst in glücklichen Beziehungen. Sie können jedoch auf tiefere emotionale Muster zurückgehen, wie Verlustängste oder Bindungsängste, die aus früheren Erfahrungen stammen. Es ist entscheidend, zwischen inneren Muster und tatsächlichen Problemen in der Beziehung zu unterscheiden.
Beispielsweise zeigt sich bei Laura eine Verlustängstigkeit, die zu ständigen Zweifeln an der Liebe führt, während Nico aus einer Angst vor Verlust der Freiheit zweifelt. Bei Mira dagegen entstehen Zweifel durch unerfüllte Bedürfnisse wie Verständnis und Nähe, die durch Abwehr und Missverständnisse verursacht werden. Diese Szenarien verdeutlichen, dass Zweifel nicht automatisch ein Trennungszeichen sind, sondern Hinweise darauf sind, dass etwas in der Beziehung oder im eigenen Inneren nicht gut funktioniert.
Um Klarheit zu gewinnen, sollte man die Quelle der Zweifel reflektieren – ob sie aus einem eigenen Muster oder aus konkreten Beziehungssituationen kommen. Eine offene, empathische Kommunikation mit dem Partner ist entscheidend, um gemeinsam Lösungen zu finden und die Bedürfnisse der Beziehung zu erkennen. Dazu gehören auch Selbstreflexion, wie z.
B. durch Workshops zum Umgang mit Angst oder durch einen Beziehungskurs, der klare Kommunikation und Veränderung fördert. Der Fokus liegt nicht auf der sofortigen Trennung, sondern auf dem Verständnis, was fehlt und wie man es gemeinsam aufbaut.
FAQs
Beziehungszweifel sind unsichere Gedanken oder Ängste, ob die Beziehung richtig ist oder ob man sich verlieren könnte. Sie sind sehr häufig, auch in gesunden Beziehungen, und bedeuten nicht automatisch, dass die Beziehung kaputt ist.
Ja, Verlustängste können dazu führen, dass man ständig die Gefahr des Verlusts von Nähe sieht, selbst in einer stabilen Beziehung. Dieses Muster entsteht oft in der Kindheit oder durch frühere Trennungen oder Betrug.
Bindungsängste zeigen sich darin, dass man Angst hat, zu sehr in eine Beziehung einzugehen, weil man befürchtet, seine Freiheit oder Selbstbestimmung zu verlieren. Dies führt dazu, dass man stets einen Ausweg sucht.
Ja, wenn z. B. das Gefühl, nicht verstanden zu werden oder miteinander zu sprechen, immer wieder übersehen wird, kann dies zu echten Zweifeln führen, weil grundlegende Bedürfnisse nicht erfüllt werden.
Man sollte schriftlich die Frage klären, ob die Zweifel aus einem inneren Muster wie Verlustängste oder Bindungsängste kommen oder ob sie auf konkrete, aktuelle Probleme in der Beziehung beruhen.
Ja, es ist entscheidend, offen über Zweifel zu kommunizieren, um Vertrauen zu schaffen, Distanz zu reduzieren und gemeinsam Lösungen zu finden, die beide akzeptieren können.
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