Beziehung in der Krise? Tipps zum richtigen Umgang mit Höhen und Tiefen
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Beziehungen sind inhärent von Höhen und Tiefen geprägt, die durch äußere Ereignisse wie berufliche oder familiäre Schwierigkeiten entstehen. Diese Tiefs sind nicht als negatives Merkmal zu sehen, sondern als notwendige Phase, die Wachstum und Resilienz fördert. Der entscheidende Faktor für eine stabile Beziehung ist ein starker „Wir-Gefühl“ und ein kontinuierlicher, aktiver Austausch, bei dem beide Partner sich gegenseitig verstehen und verbinden. Konflikte entstehen oft durch ungenügende Kommunikation oder durch kleine, übersehenene Dinge im Alltag, die sich schnell eskalieren können. Eine wirksame Lösung liegt nicht in der Vermeidung von Streit, sondern in einer strukturierten, bewussten Arbeit an der Kommunikation – mit klaren Zielen, konkreten Meilensteinen und regelmäßigen gemeinsamen Terminen. Paare lernen, durch Reflektion und gemeinsame Entscheidungen ihre Beziehung zu stärken. Ein wichtiges Element ist die Fähigkeit, Emotionen zu erkennen, zu benennen und verantwortlich zu tragen. Ohne diese Fähigkeiten kann eine Beziehung in Distanz und Enttäuschung geraten. Die Zusammenarbeit mit einem neutralen Dritten oder Coach kann entscheidend sein, um einen klaren Rahmen zu schaffen und die Kommunikation zu stabilisieren. Letztendlich wird die Beziehung nicht durch das Fehlen von Konflikten, sondern durch die Fähigkeit, sie bewusst, ressourcenorientiert und gemeinsam zu durchstehen, gestärkt.
Würdest du sagen, dass es bei uns in der Ehe, in der Beziehung Höhen und Tiefen gab?
Ich würde sagen, es gibt keine Ehe, die nicht Höhen und Tiefen hat und unsere natürlich genauso.
Die Frage ist, wie tief sind die tief und wie hoch sind die hochs und wie kommt man aus den Tiefs wieder raus?
Kommt man aus den Tiefs mit einem Wir-Gefühl raus und arbeitet gemeinsam dran, dass man sich da rausarbeitet zusammen und wodurch entstehen die Tiefs?
Das ist auch im Coaching immer spannend und ist natürlich bei uns dann genauso, dass man häufig schaut, was ist mal gut, guckt dann zurück und dann werden so Dinge genannt, die vom Außen auf einen Zug haben.
Wenn man sagt, das war eine doofe Phase, da ging es uns nicht gut, weil da ist irgendetwas im Außen passiert.
Wenn man dann sagt, was ist zum Beispiel blöde Phase mit dem Arbeitgeber, total doof gelaufen alles und total viel Stress bei der Arbeit, Stress mit dem Vorgesetzten, mit dem Arbeitgeber.
Mit Kunden, wo man sagt, Mensch, da habe ich ein halbes Jahr richtig viel Stress bei der Arbeit gehabt, habe mich ganz unwohl gefühlt und dann habe ich den Job gewechselt.
Das war aber eine ganz blöde Phase für uns und da habe ich auch ganz viel Stress mit nach Hause gebracht und so weiter.
Und das ist dann ja so, von außen kommt das auf einen hinzu und das ist etwas, was ja auch einen Tief ausmachen kann.
Und ich würde sagen, die Tiefs, die wir hatten, die sind eher vom Außen gekommen, wo man sagte, da haben wir eine Phase, wo wir jetzt gemeinsam durch so einen Tief durchmüssen.
Wo wir sagen, okay, da müssen wir jetzt gemeinsam was verarbeiten, was durchstehen, was überstehen.
Und dann ist immer die Frage, wie passiert das? Passiert das im Wir-Gefühl oder im Ich-Du und man fängt an, sich Dinge vorzuwerfen, weil man an seine Ressourcengrenzen kommt und so weiter.
Und das führt ja dazu, dass man auch als Paar resilienter wird, also eine Paar-Resilienz für äußere Umstände bekommt, dass man die gemeinsam gut bewältigt bekommt.
Da hatte ich gerade auf unserer Weihnachtsfeier mit unserer Coachin Anne drüber gesprochen.
Weil sie mich gefragt hat, wie das ist bei uns, wie wir unsere Konflikte lösen, ob wir viele Konflikte haben.
Und da so ein bisschen auch so die Frage mitkam, habt ihr überhaupt Konflikte?
Wo ich sage, ja klar, wir haben auch Konflikte und dass ich eigentlich da auch sagte, dass das Besondere an unserer Beziehung ist, dass wir einfach auch schon vieles zusammen durchgemacht haben.
Also viele Sachen, die von außen kamen, Herausforderungen, familiäre Herausforderungen.
Und Krankheiten, die einfach uns in relativ kurzer Zeit einmal das Leben sehr stark durchgerüttelt haben, auf den Kopf gestellt haben und wir als Paar schon oftmals da standen und gesagt haben, okay, das war jetzt der Plan.
Ab jetzt ist es aber anders.
Und wir das natürlich auch erstmal im Nachhinein immer verarbeiten mussten.
Dass das eine große Kraftanstrengung war, wenig Zeit zusammen, immer temporär zwar, aber das fand ich schon manchmal eine große Herausforderung.
Jetzt haben wir aber eine Sache reflektiert, die es uns besonders einfach macht in diesen Phasen und die sicherlich nochmal anders ist als bei vielen Paaren, die zuhören.
Und ich wüsste jetzt spontan auch gar nicht genau, was die Ursache ist oder wie man das für andere genauso herstellen könnte.
Nämlich, dass wir eine stimmige Entscheidung treffen für einen Weg und ungefähr zum gleichen Zeitpunkt in Unstimmigkeit geraten und beide das Gefühl haben, wir ändern uns.
Wir ändern unseren Weg.
Aber auch radikal manchmal, ne?
Manchmal auch radikal, aber dass wir beide eben zum gleichen Zeitpunkt in dieses Gefühl von, oh, der Weg wird unstimmig kommen und wir wollen einen neuen Weg machen und wir uns häufig letztendlich darüber austauschen, reflektieren und sagen, das ist ja mal wieder verrückt, dass wir zum gleichen Zeitpunkt die gleiche Idee haben und das gleiche Gefühl entwickelt haben.
Und ich glaube, das ist etwas, was, also ich weiß aktuell nicht, wie man das auf andere adaptieren soll.
Ich weiß auch nicht, warum wir das haben, ehrlich gesagt.
Also, was jetzt bei uns so der Auslöser ist, wir können ja mal ein Beispiel nennen.
Ich finde das irgendwie total abgefahren, wenn man das jetzt erzählt und kein Beispiel dazu nennt.
Also sowas wie, dass wir jahrelang das Gefühl hatten, okay, wir möchten gerne zum Beispiel in einer Wohnung wohnen bleiben mit Flexibilität und allem drum und dran, was das halt so mit sich bringt.
Und auch viele Vorteile einfach in dieser Wohnungssession gesehen haben, obwohl viele von uns aus dem Freundeskreis so auf dem Häusermarkt dann aktiv wurden und wir so ein bisschen die Letzten sind, die jetzt, sag ich mal, nicht da eingestiegen sind.
Und weil uns beiden so ein bisschen im letzten halben Jahr das Gefühl kam, das könnten wir uns irgendwie gut vorstellen.
Ja, da war auch so ein Wechsel dann in der Stimmigkeit, ne?
Ja, und da könnte man ja eigentlich denken, okay, der eine hängt jetzt noch an dem alten fest und sagt, ja, aber du hattest doch gesagt und wir hatten uns darauf committed, aber bei uns ist das dann irgendwie sehr gleichzeitig, ne?
Ich glaube, wenn ich das auf irgendetwas zurückführen würde aktuell, so spontan, wir gehen nochmal genauer in uns.
Vielleicht können wir was ändern.
Vielleicht können wir was entwickeln, was wir anderen mitgeben können daraus.
Aber ich glaube, es liegt am Wir-Gefühl und dem regen Austausch zwischen uns.
Wenn du längere Zeit im Ich-Du bleibst und nicht so aktiven Austausch hast, dann kann es sein, dass einer von beiden sich in eine Richtung entwickelt und auf einmal so diesen Wunsch nach einem Haus und dann vielleicht schon länger da mal am Gucken ist und vielleicht einfach mal so zwischendurch bei den einschlägigen Portalen guckt und sucht und sich schon Gedanken macht.
Und das schon formt und hat dann schon so seine Vorstellung, das soll so und so aussehen, so und so groß sein und kommt irgendwann dann vielleicht mal mit dieser ziemlich genauen Vorstellung und hat schon recherchiert auf den anderen zu und dann fühlt er sich nicht mitgenommen und nicht abgeholt, weil der noch eben in der Wohnung in Gedanken ist und kommt dann auf einmal, bekommt auf einmal so etwas Fertiges präsentiert, was sich schon so durchdacht und wie eine Entscheidung quasi anfühlt und wo derjenige dann das Gefühl hat, dass er sich nicht mitgenommen und nicht abgeholt.
Da bin ich jetzt nicht mitgenommen worden, das ist ein Ausschluss und das macht es dann vielleicht schwierig und das ist glaube ich, wenn ich das jetzt spontan auf etwas zurückführen sollte, würde ich sagen, es ist der ständige aktive Austausch schon im Brainstorming Zustand.
Ich glaube auch ganz viel unbewusst, also vielleicht geben wir uns auch unbewusst so Zwischentöne, sei es so bei, was weiß ich, irgendwelchen Nebenbeigesprächen im Auto, wo wir jetzt nicht gesagt haben, so wir reden jetzt aber mal über unsere Wohnsituation.
Man nimmt das denn so unbewusst auf und stimmt sich denn irgendwie miteinander ein?
Ich habe ein Paar im Coaching, da ist es so, dass er das immer sieht wie eine Präsentation, dass er sagt, das ist so ein bisschen wie im Business, er überlegt sich etwas und er ist jemand, der das dann schon sehr adäquat durchdenkt und sehr vielfältig durchdenkt und dann quasi auf seine Frau zugeht und dann in so einen Verkaufsmodus hineinkommt.
Und er möchte für alle Fragen, die dem entgegenstehen könnten, schon gewattend sein.
Perfekte Vertriebler, mäßig.
Dass wir im Coaching gesagt haben, wir brauchen diesen Brainstorming-Zustand, dass man eine Idee in den Raum wirft, die aufgekommen ist und da schon den anderen mitnimmt und gemeinsam diese Vision entwickelt, dass das eine gemeinsame Vision in dem Fall bei uns vom Haus wird, dass wir gemeinsam die Vision entwickeln und nicht, dass einer etwas entwickelt und der andere kommt dann mit dazu quasi.
Dann wird es zu meinem Hausprojekt, dem du zustimmen kannst oder nicht.
Und wenn du nicht zustimmst, fühle ich mich doof und wenn du zustimmst, bleibt es aber irgendwie mein Projekt.
Also es ist dann irgendwann ab einem gewissen Punkt schwierig, das zu deinem Projekt noch mitzumachen, dass es unser Projekt wird.
Jetzt wäre etwas vom Weg abgekommen, aber das beschreibt vielleicht ganz gut, wie man weniger Hochs und Tiefs haben kann, weil man möchte ja am liebsten so Hochs haben und da so eine kleine Welle.
Und wie kommt man dahin, indem man halt sehr viel im Wir-Gefühl und in Stimmigkeit ist?
Das mal so vorweg gegriffen, bevor wir zur Lösung nachher kommen.
Wenn du an dieser Stelle angekommen bist, dann bist du im Lebensidealisten-Podcast.
Mein Name ist Florian.
Ich bin Ina.
Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein in eine glückliche und harmonische Beziehung.
In Verlauf einer Beziehung gibt es, wie du schon sagtest, immer Höhen und Tiefen.
Wie man die definiert, ist natürlich eine andere Sache.
Für jeden ist das anders, was ein Hoch, was ein Tief ist.
Und das ist aber vollkommen normal.
Da finde ich immer passt so dieses Bild von dem Leben.
Das Leben ist nicht so eine gerade Linie, sondern es ist eine Auf und Ab.
Und wir brauchen beides. Wir brauchen beide Seiten.
Wir brauchen das Positive.
Wir brauchen auch das Leid, damit wir beide Sachen auch ausleben können und auch das Gefühl dazu haben können.
Und wenn wir nur eine gerade Linie hätten, dann wären wir tot.
Das ist ja so die letzte Linie, die es denn gibt im Leben.
Ich sehe schon die Kommentare bei YouTube.
Wer braucht denn Leid im Leben?
Ich finde aus jedem Leid, da muss ich an unseren Ausbilder, an Mann Dieter denken,
der gesagt hat, auch mal aus jeder Krise nimmt man auch etwas mit.
Auch wenn man das in dem Moment nicht sehen kann, was einen stärkt.
Und sei es, man sieht es 15, 15 Jahre später.
und ich
finde, das stimmt wirklich. Wenn man ehrlich, wenn man
Sachen natürlich verarbeitet hat, ehrlich auf Situationen
zurückschaut und sagt, okay, das war
total beschissen, da hatte ich das echt schwer
im Leben. Aber
ein kleines Learning nehme ich daraus mit.
Naja, meistens ja sogar ein
großes Learning. Also die
richtig großen Veränderungen im Leben
entstehen ja dann, wenn ich in der Krise bin.
Wenn ich tief im Leid bin,
wenn irgendein Unfall passiert,
wenn irgendwer im familiären
oder Freundeskreis verstirbt oder
auch da einen großen Unfall hat oder irgendetwas.
Also immer, wenn irgendwas Dramatisches
passiert, wo um uns herum
oder wir selbst in ein Tief geraten,
das ist der Punkt, wo wir
ins tiefere Nachdenken kommen,
reflektieren, Dinge
überlegen, Learnings haben
und Dinge nochmal anpacken zu verändern.
Das passt immer ja
dieser Glückskekspruch so ein bisschen.
Dieses, wenn
es ruckelig wird im Leben,
dann schaltet das Leben einen
Gang runter und dann wird
es erstmal ein bisschen schwieriger, aber dann
geht es mit vollem Schub voraus.
Ja, das gilt natürlich, das
Yin-Yang-Prinzip. Wir brauchen letztendlich,
um Licht zu haben, Schatten.
Wir brauchen, um Freude zu erleben,
brauchen wir Leid.
Leider gehört immer, immer die
Kehrseite sind immer alles so zwei
Pole, die zusammengehören.
Ohne das eine können wir das andere nicht
empfinden. Wenn man nur Freude empfindet,
dann stumpft die irgendwann ab
und dann gibt es irgendwann auch
keinen Effekt mehr. Den gibt es nur dadurch,
dass man auch das Leid empfindet,
dadurch wird Freude eben ja so wertvoll.
Das ist manchmal wie Urlaub.
Man freut sich so sehr
auf den Urlaub, vielleicht am Strand, wenn man das
gern mag und hat dann so die
große Vorfreude, aber wenn du am
Strand lebst, dann wird das irgendwann
Normalität und dann hast du
und dann hättest du diese Vorfreude nicht mehr
in einen Urlaubsort zu fliegen,
wo dann ein Strand ist, weil du sagen
wirst, das habe ich doch jeden Tag zu Hause.
Dann magst du vielleicht lieber wieder die Berge
und so wechselt das dann.
Von vielen Paaren ist es ja
immer
das Ziel auch zu sagen,
wir möchten nicht mehr in dies tief
reingehen, wir wollen keine Konflikte, wir möchten
gerne Harmonie, wir möchten
ein tiefes Gefühl von Nähe haben,
dass wir nie wieder uns verlieren
und das finde ich immer sehr spannend,
weil das hört sich natürlich sehr schön an,
das als Ziele zu haben und ich kann das auch
auf der einen Seite verstehen, dass man sagt, wir möchten
jetzt Harmonie haben, gerade wenn man aus
einer Krise oder
gerade wenn man in einer Krise drin ist
schon sehr lange, dann sehnt man sich
natürlich nach Harmonie und nach dem Gefühl von
Leichtigkeit.
Aber so ist nicht das Leben.
Also das Ziel zu haben, wir werden
nie wieder miteinander streiten oder ein
Tief haben, das ist nicht erfüllbar.
Ja, wir können nur
das Level verändern.
Ja, weil du bist nicht so wie ich, ich bin nicht so wie du.
Wir werden immer wieder in Situationen im Leben
aneinander geraten, dass wir unterschiedlicher Meinung
sind, eine unterschiedliche Wahrnehmung haben
und dann würden wir ja auch immer am Leid sein,
weil wir sagen würden, wann kommt denn der Moment, wo wir
nicht mehr streiten?
Ja, das ist ja auch nicht der Punkt, um den
es bei uns zum Beispiel im Coaching geht oder worum
es eben bei den Paaren gehen sollte, sondern
die Art und Weise, wie wir dann miteinander umgehen.
Das ist ja das Entscheidende, also dass man
anderer Meinung ist, andere
Erinnerungen hat, dass man andere
Fakten vorliegen hat
und glaubt, das ist die Wahrheit, das ist die Wahrheit.
Das sind ja alles Dinge, die passieren
immer wieder und das ist auch völlig
in Ordnung. Die Frage ist, wie gehen wir damit um?
Verletzt uns das? Streiten
wir? Geraten wir in Beschimpfungen
und schreien uns an?
Oder stellen wir erstmal
so ganz nüchtern fest, okay,
du hast eine andere Erinnerung als ich
und dann mal gucken, macht das bei einem von uns beiden
ein Gefühl? Welche Auswirkungen hat das?
Wie gehen wir damit um? Aber letztendlich. Das passiert häufig. Bei uns ja
vorhin zum Beispiel auch passiert. Da ging es
um heute Abend. Essen gehen? Ja?
Nein? Da hatten wir
eine komplett unterschiedliche Erinnerung,
wie wir darüber gesprochen haben,
was der eine mitgenommen hat, was der andere mitgenommen
hat. Das ist normal.
So ist das Leben. Man hat ja auch noch andere
Sachen, die man da
legen muss im Leben und hat nicht nur die Kommunikation
in der Partnerschaft und da hört man vielleicht auch
nur mal halb hin, weil man gerade irgendwas anderes
zu tun hatte. Ja, oder man hat dann
andere Erwartungen, weil wir haben ja eigentlich festgestellt
im Verlauf des Gesprächs, dass wir
dass du dich doch wieder daran erinnern konntest,
dass wir es besprochen haben, aber
da wir gestern überlegt haben,
das Essen vorzuziehen und
zum Entschluss gekommen sind, dass wir nicht essen
gehen, weil es unserem Sohn noch nicht so gut geht,
hast du impliziert, dass
wir heute das auch nicht machen werden? Ja.
Und ich nicht. Für mich stand das für heute wieder neu offen.
Und dadurch habe ich das heute wieder neu ins
Gespräch gebracht. Aber darüber
kannst du dich jetzt streiten
und kannst in einen Konflikt kommen,
gerade wenn entsprechende Vorerfahrungen irgendwie da
sind. Oder
eben reflektierst das. Wie kommen die
unterschiedlichen Erinnerungen zustande?
Was macht das mit uns? Und
ja, kannst dann einfach eine Lösung finden
und dann auf heute jetzt gucken und sagen, okay,
jetzt haben wir das unterschiedlich erinnert.
Ist ja nicht schlimm. Trotzdem stehen wir vor der Frage,
gehen wir heute essen? Ja, nein.
Und entscheiden uns dann wieder für nein,
das geht ihm immer noch nicht so gut, also passt das wieder.
Wir verschieben es um eine Woche und haben
damit Stimmigkeit hergestellt. Ist für beide stimmig,
passt. Und das ist ja das
Ziel. Dieses Wir-Gefühl entsteht ja ganz
häufig eben aus dem, das ist für uns
beide stimmig. Wir haben gemeinsam
entschieden, dass wir das nicht machen.
Würden wir gemeinsam entscheiden,
dass wir heute essen gehen
und das geht schief.
Und er geht aus dem Restaurant raus mit
mega Mauchkrämpfen, muss gleich spucken,
dann würde keiner von uns dem
anderen sagen können, habe ich doch
gleich gesagt, dass das schief geht. Dann würden
wir sagen, wir als
Paar, als Eltern haben uns falsch
entschieden. Das hätten wir mit dem
Wissen jetzt, worauf das hinausläuft,
lieber nicht tun sollen. Wir hätten eine Woche warten
sollen. Und darum geht es ja immer, dieses
Wir-Gefühl zu erzeugen und diese
gemeinsame Stimmigkeit, gemeinsame
Verantwortung. Aber gerade ja diese
Kleinigkeiten im Alltag
führen bei vielen
Paaren, die bei uns im Coaching sind,
wenn sie darüber berichten, denn zu einem
Tiefpunkt. Also, dass
der Auslöser manchmal, sag ich mal,
banal ist, etwas im Alltag, ein
Missverständnis häufig oder
irgendetwas, was der eine anders macht,
als der andere gedacht hatte.
Und dass man dann in so einen eskalativen
Streit kommt oder es dann zu einem
runden Umschlag kommt und man sagt, okay,
das war jetzt nur, wir haben uns da irgendwie
missverstanden, der Auslöser zwar, aber das ist
nicht so wirklich die Ursache, warum wir jetzt in so eine Tiefe
gehen, manche dann zwei, drei Tage nicht
miteinander sprechen oder
es dazu kommt, dass man
da so eine Wut hochkommt und ich in
einem Verteidigungsmodus so stark gehen muss
zum Beispiel, ne? Also,
diese Tiefs,
von denen vielen dann berichten,
entstehen aus
meiner Erfahrung immer auch relativ spontan.
Also, dass die immer
wieder neu aktiviert werden, dass man zwar
schon so im Grundtief drin ist, dann kommen wir
wieder so ein bisschen hoch, aber dann passiert wieder
eine Sache oder so und dann geht es wieder richtig tief
relativ schnell. Also, ich habe auch einige
Paare im Coaching, die haben so ein ganz starkes
Auf und Ab. Die haben also quasi
eine gleichförmigere Wellenbewegung, die so ein
bisschen flacher verläuft, so eine ganz
krasse Steigung und dann flacht das
so ganz steil auch wieder ab
und die haben dann auch, wenn das so hoch geht,
schon Angst und Sorge davor,
dass in wenigen Tagen das auch wieder
drastisch runtergeht, weil das dann so die Erfahrung
ist. Die haben aber wirklich so eine
ganz tiefe
Verbundenheit, so ein ganz tolles Wir-Gefühl,
schon fast wie Schmetterlinge im Bauch
und dann kracht das aber wieder so runter
und das ist dann
für die Paare natürlich auch
sehr dramatisch, wenn das dieses sehr
deutliche Auf und Ab ist, ja.
Ich finde, ressourcenmäßig ist es auch sehr anstrengend,
wenn du innerlich
fährst du ja schon so ein bisschen nach angezogener Handbremse,
denkst, oh, da könnte jetzt da gleich
ein Tief kommen und diese Tiefs
sind ja auch so anstrengend. Also, viele berichten
ja auch, wenn sie so einem Beziehungstief
dann drin sind durch Konflikte,
dass sie es ja auch körperlich
wieder sehr stark merken, dass sie sagen, wenn
wir zwei, drei Tage nicht miteinander
sprechen, dann kann ich nichts essen,
dann mache ich innerlich schon wieder meinen Notfallplan,
schreibe To-Do-Listen, was ich tun sollte
im Falle einer Trennung,
habe das Gefühl, ich kann nachts gar nicht mehr
schlafen, weil ich musste irgendwie jetzt
nach einer Lösung suchen, also
das ist alles im Ausnahmezustand, ne?
Ja, die Paare haben meistens
einen eskalativen Streit,
da entlädt sich ganz viel Wut,
dann fühlt
sich dieses Entladen erstmal ganz gut an,
wenn das dann durch ist, also nicht in dem Moment,
aber danach fühlt sich das dann so
entladen an, dann kommen
beide in so ein Wohlverhalten,
weil sie dann realisieren, oh Mann,
das war jetzt echt heftig
und dann wird es auf einmal gut
und dann kommt so eine gute Phase, die ganz
starkes Deckeln
voraussetzt, also in der Phase wird ganz stark
gedeckelt und die Gefühle
unterdrückt, da wird so Harmonie
erzwungen und dadurch fühlt sich das total
gut an und dann
geht es wieder runter, weil der nächste
Streit entsteht und dann entsteht aber erstmal
eine schlechte Phase, weil dieser nächste
Streit, der ist jetzt nicht so eskalativ, sondern
dann kommen aber die ganzen Sachen erstmal raus
dann gibt es eine Streitphase
und dann kommt nochmal ein so ein Streit
wieder, wo sich alles entlädt und dann gibt es wieder hoch
und das ist so dieses, warum diese
Aufs und Abs dann da so stark entstehen,
die so hoch sind, tief so deutlich sind.
Das ist natürlich auch gerade für Paare mit Kindern
schwierig, weil du kannst ja,
wenn du Kinder hast, gar nicht so stark
auch dieses tief
ausleben, zulassen,
weil du musst ja weiter funktionieren, du fährst
dann vielleicht deine Kommunikation
so runter ins
minimale, organisatorische,
aber die Stimmung zu Hause ist ja trotzdem mies
und Kinder merken das.
Die haben ja feine Athen, die gucken dann immer
die Eltern dann an und denken so, okay,
was ist da los?
Versuchen dann besonders lustig zu sein,
das ist ja auch mal gerne so was,
dass die dann so anfangs Quatsch machen und Mama
und Papa zum Lachen zu bringen oder
was auch häufig ist, dass die ja auch
die Wut dann übernehmen,
also diese schlechte Stimmung und das
denn on top die Kinder auch noch
eskalativ unterwegs sind und
wütend sind und sagen, ich räume
nicht mal einen Teller weg, du hast mir gar nichts zu sagen, ich habe doch keinen Bock.
drauf, ich mach gar nichts mehr. Und man denkt
so, oh nö, was ist denn jetzt
los? Warum sind die denn auch noch so?
Weil, ne, Spiegelneuronen,
dann
sagen die natürlich auch, es ist anstrengend mit euch,
ihr seid anstrengend, ich spüre auch diese Anstrengung,
ich spiegel das zurück.
Und dann ist das meistens
eine Konfliktspirale mit einem
Abwärtstrend, sodass das
Ganze immer drastischer
wird. Also es gibt
Zeit nachher die Streits, die werden eskalativer,
die Auslöser werden immer
kleiner, weil letztendlich
nachher kleinste Trigger reichen,
die alten Gefühle auszulösen
und so geht es natürlich dann auch
in immer mehr Hochs und
Tiefs. Also wenn wir uns das Bild
von so einer Konfliktspirale anschauen,
wie wir sie immer zeichnen, dann sieht man
eben, wie es am Anfang so kleine Zacken sind,
die erstmal noch viel Abstand haben
und irgendwann wird die
Linie immer drastischer, dann geht es
immer höher und immer
enger aneinander und das ist eben dieses
Auf und Ab, weil dann gibt es einen Streit,
dann ist es wieder gut, Streit, wieder gut,
bis es dann irgendwann an den Punkt
kommen kann, wo es nie wieder gut ist,
wo man die ganze Zeit in diesen Tief
eigentlich verweilt.
Ja, wo wir keine Hochs
und Tiefs haben, ist die Konstanz in
unseren Podcast-Folgen.
Jede Woche kommt eine neue Folge raus.
Wenn du fleißig
bei uns reinhörst und die eine oder andere
Folge dir oder auch euch
als Paar schon weitergeholfen haben,
dann hinterlass doch sehr gerne
eine Bewertung bei Apple Podcasts,
oder bei Spotify und
bei YouTube freuen wir uns natürlich sehr,
wenn du unserem Kanal folgst oder
auch einen Kommentar hinterlässt.
Es gibt ja Lösungsansätze,
die viele Paare versuchen,
wenn sie in so einen Tief geraten,
gerade aus einem schönen Hoch heraus,
die versucht werden, die aber nicht
wirklich helfen und über die wollen wir jetzt mal
genauer sprechen.
Ja, schön ist Versöhnung zu probieren,
ohne etwas zu verändern,
dass man aufeinander zugeht,
aber die Situation nicht
reflektiert, also die Gefühle
nicht löst, die Situation
nicht reflektiert und daraus auch dann
keine Veränderung im Verhalten
erfolgt. Also so eine
oberflächliche Harmonie,
die erstmal erfolgt, wo man
dann aber merkt, dass es nicht
nachhaltig ist. Ja, ich hatte das
im WhatsApp-Support vorhin, eine Situation,
wo ein Streit war und
dann
einer von beiden sagte, Mensch, ich bin jetzt
auf den anderen zugegangen nach dem Streit
und wollte ihn umarmen.
Und der andere dann sagte, das geht
nicht. Und das
dann ganz unverständlich war, weil
er sagt, Mensch, das ist doch sogar deine Sprache der Liebe,
wenn ich dir damit signalisieren will,
dass ich dich liebe, aber
in dem Moment, wo Wut da ist, geht das nicht.
Also ich kann mich schwer
einfach wieder versöhnen, durch so eine
Geste wie eine Umarmung, wenn
Wut da ist. Das kann gehen, wenn
Traurigkeit entstanden ist,
dann mag man ganz gerne zusammen
traurig sein, aber Wut
unterbindet das normalerweise und dann
geht das nicht. Dann muss erst die Wut gelöst werden,
bevor man dann überhaupt wieder
in dieses Gefühl kommen mag, den anderen
zu berühren.
Ein weiterer Punkt ist auch,
dass man den Wunsch
nach Veränderung hat,
aber keinen konkreten Plan.
Also dieses, wir müssen das jetzt
mal anders machen, wir brauchen eine andere Streitkultur,
so kann das nicht weitergehen.
Ja, kann man sonst auch sehen, wenn man abends mal
DZDF und Co. einschaltet
und Politik-Sendungen sich anguckt.
So Politik-Talks laufen genauso,
so ab. Alle haben einen Wunsch nach
Veränderung, aber keiner hat konkrete
Maßnahmen und weiß, wie es funktioniert.
Das ist traurig, ja.
Genau, aber es ist ja so,
es ist immer sehr oberflächlich allgemein
dann gehalten und wo der anderen auch zustimmt
und sagt, ja, das stimmt, das müssen wir wirklich
mal angehen, das Thema.
Habe ich im Radio zur
Silvesterzeit gehört und zwar
hat eine Psychologin einen Kommentar
dazu hinterlassen, warum Neujahrsvorsätze
nicht funktionieren und
ein Punkt war, dass diese zu
oberflächlich beschrieben
werden. Dass man einfach nur
sowas ganz Oberflächliches nennt, wie
auch nächstes Jahr soll
gesünder sein. Ich würde schon nächstes Jahr
gerne auf Gesundheit achten.
Und das ist so unspezifisch,
überhaupt nicht messbar und da ist null Plan
drin, sodass das alles über nichts
bedeuten könnte und
dem können wir nicht folgen.
Das heißt, auch hier brauchen wir für die Veränderung
einen ganz konkreten Plan
mit Meilensteinen, wo man sagt,
das sind die Schritte, die verschiedenen Stufen,
was sind konkret die Ziele, finde ich
auch, damit man auch den Prozess
überprüfen kann. Deswegen starte
ich auch mal sehr gerne dann am Anfang mit, was
sind konkret wirklich die Ziele ganz
praktisch. Das kann ja auch
unterschiedlich sein, deswegen mache ich das mit jedem auch mal gerne
einzeln, damit man am Ende auch überprüfen kann und
sagen kann, hat sich dieser Punkt für dich
verändert? Wenn ja, ist ja schön,
wenn nicht oder wenn nur zur Hälfte bisher,
dass man da nochmal nachschaut.
Ja, wenn man
immer das Gleiche tut, kann man kein anderes Ergebnis
erwarten. Und ich brauche auch
häufig bei so etwas einfach einen
roten Faden. Also
ich brauche irgendwie so etwas, woran ich mich
langhangeln kann, damit ich das Gefühl
habe, ich mache mich wirklich auf
dem Weg und das ist nicht so eine Sache, die
so als Hintergrundprogramm läuft. Wenn
andere Sachen sich dann vorschieben,
gerät das als erstes
in Vergessenheit. Ja, und ich finde eben die
Meilensteine, diese Stufen auch ganz wichtig,
denn ansonsten fühlt man sich ja nur
glücklich, wenn man das Ziel erreicht hat.
Aber das ist ja nur ein ganz
kurzer Moment.
Dann ist das Ziel erreicht und dem folgt
normalerweise ein neues Ziel.
Dem folgt ja ein neues Projekt meistens.
Das heißt, man genießt ja
diese Zielerreichung meistens
nur sehr kurz, während
der Weg dann sich eher
schwierig anfühlt. Aber wenn man auf dem Weg
viele kleine Meilensteine definiert,
dann kann man ganz oft kleine Erfolge feiern,
wo man immer wieder in so ein gutes
Gefühl kommt, dass man wieder einen Schritt
geschafft hat. Aber diese Meilensteine,
die muss man eben sichtbar machen.
Ein
weiterer Lösungsansatz ist auch
gerne das bewusste Vermeiden
von schwierigen Gesprächen.
Also
dieses, ich möchte mit dir nicht mehr drüber
reden, ist jetzt auch gut. Wir haben
da doch jetzt auch schon genug drüber gesprochen.
Wir müssen es jetzt auch nicht zerreden.
Wir tun jetzt
einfach so, ab heute, mit dem
Blick in die Zukunft, wird es anders und gut.
Sagte mal
jemand im Coaching seiner
Partnerin, das ist alles eine Mindset-Sache.
Wenn du dich heute entscheidest,
es anders zu machen,
dann wird das gut.
Sagt sie, ja, aber
das geht nicht, weil ich weiß nicht, wie ich es anders
machen soll. Wenn das so einfach wäre,
dann hätte ich das doch schon früher machen können.
Ja, du brauchst doch schon viel
Willenskraft, selbst wenn du es weißt.
Und brauchst natürlich
dann auch sehr viel innere
Stabilität für dich selbst, damit du
so einfach etwas verändern
kannst. Aber wie du schon sagst, wir brauchen natürlich
auch da wieder, wenn ich sage,
ich möchte es anders machen und diese Entscheidung
treffen,
brauche ich etwas ganz
klares, definiertes, wo ich
sage, das ist die Regel oder
das ist meine Verhaltensänderung.
Genauso soll die aussehen, so
greifbar wie nur möglich. Wenn man ein visueller Mensch
ist, dann sehr bildhaft
dargestellt.
Wie ändere ich das ganz genau? Wie sieht
das aus? Eine Vermeidung ist ja nie
der Weg. Also
Vermeidung von einem Problem
ist ja nur ein Wegschieben.
Also ein Vermeiden halt. Vermeidung von einem Problem
ist ein Vermeiden.
Ich finde das immer schwierig, wenn jemand sagt,
ja, wenn wir darüber nicht mehr sprechen,
dann ist es doch gut.
Der Konflikt
entsteht meistens nicht durchs Sprechen.
Das Thema entsteht in uns, wenn das
Gefühl entsteht. Und das kann ich
nicht so einfach vermeiden. Das kann ich,
wenn es aufgekommen ist, verdrängen.
Aber je mehr Gefühle ich verdränge, desto
schwieriger wird es irgendwann. Meine Zündschnur wird
kürzer und es platzt irgendwann aus
mir heraus. Also
ich werde durch Vermeidung des Gesprächs
ja nicht die Basis
stärken, sondern werde nur
eine oberflächliche Harmonie erzeugen,
die in der Tiefe aber nicht da ist.
Vor allem im Umkehrschluss, wenn wir jetzt
ein starkes Fundament haben, dann kann
ich auch schwierige Gespräche führen.
Und ich möchte ja auch
eine Partnerschaft haben, oder viele
möchten jedenfalls eine Partnerschaft haben,
wo auch schwierige Gespräche möglich sind.
Also weg von
diesem oberflächlichen
wir tun so,
als ob alles in Ordnung wäre, wirklich ja hin
zu dieser, wir möchten Nähe und Tiefe haben
und dafür brauche ich dann ein starkes Fundament.
Ja, und da kommen wir gleich
zu einem Lösungsansatz, den ich mal vorziehe.
Das entfällt einem ja später.
Um über die großen
tiefgründigen Dinge
wertschätzend miteinander zu sprechen,
oder um die großen Konflikte
zu lösen, große
Kompromisse, die unser ganzes Leben
beeinflussen, zu schließen, brauche
ich Training, in dem ich
die Kleinigkeiten angehe.
Und das ist etwas,
was viele nicht so richtig verstehen,
und wo viele sich schwer mit tun,
wenn sie immer wieder sagen, ja, das ist doch
eine Kleinigkeit, das lohnt sich nicht, das auszusprechen.
Das ist ja übertrieben,
da muss ich den anderen nicht mehr belästigen, doch.
Diese kleinen Dinge,
die geben uns immer wieder Zuversicht,
ah, okay, ich kann ein Thema
ansprechen, wir kriegen es gelöst.
Immer wieder, mit Kleinigkeiten.
Und ich trainiere immer, wie es ist,
über mein Gefühl zu sprechen, wie es ist,
mit dir eine Lösung zu finden,
einen stimmigen Kompromiss zu schließen,
um dann bei den großen Dingen,
dafür startklar zu sein.
Das wäre ja so, als wenn ein Sportler
zum Wettkampf geht und sagt,
vorher trainieren brauche ich nicht, weil das sind ja
quasi die kleinen Sachen, das macht ja
keinen Sinn, entweder komme ich hier gleich zum großen
Wettkampf, oder ich mache gar nicht mit.
Und das ist letztendlich im Kommunizieren
genauso. Warum sollen wir
bei einem echt krassen
Thema eine Lösung finden können,
oder einen Kompromiss schließen können,
wenn wir das bei kleinen Themen nicht üben vorher?
Ich glaube, das liegt vielleicht, da sind wir jetzt
so ein bisschen, vielleicht im philosophischen
Keine Ahnung. An diesem Suchen.
immer diesen einen großen Hebel.
Ja. Also wir suchen
die eine große Sache. Was kann ich denn
jetzt tun, um diese Sache zu verändern?
Wir wollen nicht von anderen
zehn Kleinigkeiten hören. Ich möchte von dir
den einen nachhaltigen Hebel.
Und das habe ich auch häufig im Coaching
gerade von Menschen, die eher rational geprägt
sind, dass sie sagen, ja, aber was ist jetzt der Game
Changer? Ich brauche jetzt die eine
Sache. Wenn ich das ändere, dann
lösen sich alle Probleme vor einmal auf.
Ja.
Habe ich gefunden letztes Jahr
im Business, habe ich den Game
Changer, den einen großen Hebel gefunden.
Der eine große, und das ist für
Beziehungen genau das Gleiche.
Habe ich gefunden, dass der eine große Hebel
die Summe von ganz vielen Kleinigkeiten
ist. Ja. Das ist der große Hebel.
Aber das vielleicht anstrengt ja auch, ne?
Ja, aber so ist es. Du brauchst nicht suchen
nach dem einen großen Hebel. Den gibt
es leider nicht. Hatte ich letztens auch im
Coaching, dass jemand nochmal nach diesem einen großen Hebel
fragte, was du auch sagst. Und ich habe gesagt, das gibt dir
nicht. Es gibt immer eine Summe
von vielen kleinen Dingen
bei dem einen sind das fünf Sachen,
bei dem anderen 30. Aber es ist immer eine Summe.
Genauso wie auch das Fundament
nicht durch eine Verletzung
instabil wird
und auch nicht die eine große Verletzung
in der Vergangenheit war. Da ist
vielleicht eine, die größer erscheint, die man präsenter
hat. Aber im Kern ist es immer
eine Summe von vielen Verletzungen,
die dann irgendwann in Summe
dazu führt, dass das Fundament
instabil wird.
Ja, wenn man da keine Lösung
für die Hochs und Tiefs findet,
und
wenn man probiert, das zu lösen, aber
findet dann nicht so richtig den Weg für sich,
dann hat das irgendwann Folgen für die
Beziehung. Oder natürlich auch,
wenn man sich dem gar nicht widmet
und einfach das ganze Thema
ignoriert, dann hat das auch entsprechende
Folgen.
Eine Folge ist auf jeden Fall die Distanz. Also
dass Distanz in der Partnerschaft
weiter ausgebaut wird.
Dass man das Gefühl hat, man
verbringt nicht mehr gerne
gemeinsam Zeit zusammen. Das fühlt sich irgendwie
belastend oder komisch an. Man ist schon
so, ja, vorsichtig
in dem, was man ausspricht
und freut sich vielleicht auch gar nicht so auf die gemeinsame Zeit
mehr. Dann hat man nur noch
eine bestimmte Auswahl
an Themen, die man ansprechen kann. Eine starke
Limitierung, weil man
genau überlegt, wenn ich das Thema
jetzt anspreche, könnten wir gleich wieder
in einen Tief geraten. Dann könnte es Streit geben. Das lasse
ich mal lieber. Und
da bleibt man natürlich meistens auch
recht oberflächlich.
Viele Paare berichten ja auch,
okay, Ina, wir reden
noch über die Verwaltung unseres Lebens,
wer was macht, wer einkaufen
geht, was wir essen und über die
Kinderthemen. Und wenn wir
alleine sind, wenn die Kinder dann irgendwie
betreut werden und wir im schönen Restaurant
sitzen, dauert es ungefähr eineinhalb
Minuten und wir sind eigentlich komplett
in dem Kinderthema drin.
Ja, und was du schon
sagtest mit dieser Vorahnung,
dass da nichts Schönes auf einen wartet. Viele
beschreiben das auch als schwere.
Haben auch das Ziel, eine Erleichtigkeit
wieder zu fühlen, weil
dieses Überlegen, was kann ich
denn sagen, was kann ich denn
tun, ohne dass gleich ein
Streit entsteht, das macht schwere.
Weil manche sich dann wie in so einem Minenfeld
fühlen und überlegen, was kann ich
denn tun, was auf keinen Fall
aneckt. Da muss ich an unser
letztes Erlebnis denken, an unseren
letzten Paarabend. Da waren wir in Hamburg
unterwegs zu einem Candlelight
Konzert in einer Kirche.
Und da, wo wir saßen,
gab es ja diese Tickets für
ein Freigetränk.
Dann bin ich ja losgegangen, hab jetzt Getränke geholt
und da war ein Paar
hinter mir und die Frau war sehr
ja, aufgebracht darüber,
dass die kein Ticket bekommen
haben für die Getränke und dass sie weiter hinten sitzen
und hatte ihnen gefragt, wieso haben wir denn kein Freigetränk
und sagte, nee, wir haben eine andere Ticketkategorie,
wir sitzen weiter hinten, da gibt es das nicht
dazu, naja und so weiter.
Und man merkte, sie ist immer weiter hochgefahren
und hochgefahren und hat gesagt, ja,
okay, also sitzen wir
hier hinten, haben keine Freigetränke
und hat noch ein paar andere Sachen zugefügt
und sagt er, ja,
das hast du passend jetzt zusammengefasst,
aber jetzt nicht schon wieder, fang jetzt nicht schon wieder an.
Und da hab ich noch gedacht so,
oh ja, das ist jetzt so
der Ersatz, der zeigt, okay, wir können jetzt hier
gleich wieder in so einen Konflikt abdriften,
der den Abend kaputt macht.
Ja, und das kann so ein
Auf und Ab oder ein Hoch und Tief dann auch
beschreiben, ne, das ist dann vielleicht so ein
Hochgefühl, ne,
hey, cool, Candlelight-Konzert, wir machen was als
Paar, kommst dann da rein
und dann
entstehen die Konflikte.
Ja, und du hast dann genau
diese Gespräche miteinander
und gehst am Ende mit einem schlechten Gefühl
vielleicht raus, weil du dich
über diese Dinge gestritten hast
und wie schon das ganz andere Paare noch,
das heißt, du siehst vielleicht noch vermeintlich
so viele andere glückliche Menschen,
die da sitzen, ne, und du selber
denkst du, ja, uns passiert das immer wieder, wir buchen
falsch und du verstehst mich nicht und ich
hätte das so nicht gebucht und so in die Reihe und ich
sehe gar nichts und so geht es dann
los, ne. Ja, und dann
sind wir bei der nächsten Folge, da sieht man
es ja auch schon, Stress und Frustration
steigen zunehmend,
das wird immer wieder schwierig.
Also viele sagen auch,
ich bin so enttäuscht von dem anderen,
ich bin so frustriert, ich habe schon resigniert.
Genau, Resignation ganz oft.
Ich bin schon gar nicht mehr wütend und traurig,
ich erwarte schon gar nichts mehr.
Das ist irgendwann eine ganz drastische Folge,
wenn man irgendwann sagt, ich habe mir
jetzt angewöhnt, nichts mehr
zu erwarten, dann kann ich auch nicht mehr enttäuscht
werden. Ja, bin ich
aber auch gefühlslos, ne? Ist man auch
gefühlslos, dann ist die Distanz sehr groß
und
ich glaube, einige unterschätzen,
dass man eben nicht nur die schlechten
Gefühle abschalten kann
und dass man sagen kann, ich verdränge
mal das ganze schlechte Wut, Ärger,
Angst, Traurigkeit, schiebe ich alles weg,
ich versuche da nicht so
drauf zu achten und keine
Erwartungen
mehr und so weiter, sondern dass dann auch
eben die positiven Gefühle, Liebe,
Freude, Zuneigung,
Wir-Gefühl, alles weggeht
und die Impulse, die Hand
zu greifen, sich zu umarmen und so, wird auch alles
immer weniger. Das heißt,
dieser Deckel, diese Schutzmauer, die da
entsteht, das ist keine Einbahnstraße, die
betrifft immer beide Seiten. Und das merken
wir auch gar nicht selten mal in
Anfragen, dass Leute schreiben,
mein Mann, meine
Frau hat mir gerade mitgeteilt
oder am Wochenende mitgeteilt,
sie oder er hat keine Gefühle mehr,
was kann ich tun, können Gefühle wiederkommen,
also das ist auch eine große Thematik bei uns.
Ja, auch gerade Enttäuschung, haben wir gerade
vorhin darüber gesprochen, dass unsere Folge
durch Enttäuschung Gefühle weg
in den letzten Monaten eine der
erfolgreichsten mit waren, weil das anscheinend
wirklich viele betrifft, dieses
Gefühl von Enttäuschung, was
dann in Folge Verletzungen
macht, die man deckelt
und dadurch die Gefühle dann weggehen.
Als Folge stellt sich auch mal gern der
Glaubenssatz ein,
dass man die Beziehung nicht mehr
verändern kann. Weil man so viele Versuche
schon hinter sich hatte. Genau.
An dem Punkt waren wir schon so häufig, du hast gesagt,
du änderst dich, jetzt hat sich letztendlich doch nichts
geändert. Was soll sich denn
diesmal ändern? Was ist denn jetzt vor einmal deine
Erkenntnis, dass du es jetzt vor einmal machen kannst?
Dann ist da Wut, jetzt kannst du es vor einmal
machen, warum konntest du es vorher nicht machen?
Das wird dir sowieso nicht halten.
Genau, dann gibt es aber auch
Glaubenssätze, die
auch schon mal sehr traurig sind,
dieses, bei anderen ist es ja nicht besser,
es ist halt wie es ist, da muss man
vielleicht ruhig.
Das ist auch nachher eine Schutzüberlegung,
sich zu fragen, gibt es überhaupt
Paare und Familien, die glücklich
sind und Leichtigkeit empfinden?
Vielleicht machen wir uns da was
vor und das muss so sein.
Man muss diesen Streit,
diese Konflikte, diese Schwere,
so ist das Leben. Da hatte ich
letzte Woche ein Coaching, das fand ich auch sehr
beeindruckend, da sagte
die Frau, ab einem gewissen Punkt
habe ich mir eingeredet, sagte sie,
dass wir in dieser Rushhour des Lebens drin sind
und dass es einfach 15 Jahre scheiße
sind. Und da
haben wir dann drüber gesprochen und gesagt, 15 Jahre
von einem Leben, das ist
keine kurze Zeit. Dann haben wir überlegt, 15 Jahre
Kindheit von deren Kindern,
wenn man selber
sagt, das sind 15 Jahre, die
scheiße sind, die man darunter verbucht,
was bedeutet das für das Gesamtsystem?
Also einmal für die Einzelpersonen, aber auch
für das Gesamtsystem.
Und ist es denn danach wirklich
gut? Da habe ich auch
gerade dran gedacht, wenn die 15
Jahre rum sind, da hat man so viel
Glaubenssätze, so viele Brillen, so viele
Verletzungen, das alles aufzuräumen,
um dann wieder in einen
positiven Modus zu kommen, weil
du wirst ja nach so einer Phase
nicht schnipsen und alles wird wieder gut sein
und das Hellcool-Phase überstanden,
das ist ja nicht an Zeit festgemacht,
sondern daran, wie du dich fühlst,
wie du dich zum anderen fühlst und
da wird dann so viel passiert sein.
Auf 15 Jahren hast du zwei Kinder oder ein Kind oder
drei Kinder, wie auch immer, die da stehen und sagen,
oh, trennt euch doch bitte.
Ganz ehrlich, ihr verletzt euch seit
Jahren, das ist hier ganz
grausam, wir haben zwar ein Haus und das ist hier schön,
aber es ist so anstrengend. Jetzt sind wir
15, lasst das doch
bitte. Das wäre für uns in Ordnung.
Ja, wenn
ihr euch in dieser Folge mit den Hochs und Tiefs
wiederfindet und habt vielleicht auch schon
einige Male probiert, das zu lösen
und seid auch schon in der Resignation
angekommen, merkt,
da haben wir nicht mehr so
die Chance, das alleine zu
schaffen. Das ist häufig was,
wie Paare ja auch im
Kennenlernen und Strategiegespräch dann sind,
dass sie sagen, wir haben schon vieles probiert
und wir haben das Gefühl,
wir brauchen jetzt Unterstützung von
außen, jemanden Unbefangenen Drittes,
der uns da durchleitet, dann
meldet euch sehr gerne bei uns fürs telefonische
Erstgespräch und dann schauen wir
gemeinsam, ob und wie wir euch am
besten weiterhelfen können.
Kommen wir jetzt im letzten Teil
zur Lösung. Was kann man also
tun, damit
damit man die
Tiefen nicht mehr so stark hat und
die Höhne mehr genießen kann?
Nun, wenn man so starke
Tiefen hat, dann
würden die meisten ja von einer
Beziehungskrise sprechen.
Und in der Krise geht es
ja genau um dieses Auf und Ab, diese
Hochs und Tiefs und
vielleicht auch den ständigen Wechsel von
den Gedanken, hart
zusammenbleiben oder doch lieber trennen.
Also es ist ja, Krise
zeichnet ja genau dieses ambivalente Gefühl,
und auch das Ende der Krise
zeigt sich ja dadurch, dass man
den einen oder anderen Weg nun final
einschlägt. Dass man sagt, jetzt geht's
in Trennung oder in Beziehung
retten, und der Weg wird jetzt dann
eingeschlagen und funktioniert dann
auch. So kommst du aus der Krise raus.
Und das Erste,
was normalerweise gebraucht wird, ist
diese Situation, wie sie ist,
erstmal annehmen. Die meisten
haben so einen ganz starken Drang natürlich,
da schnellstmöglich rauszukommen,
was verständlich ist, und
lehnen diese ganzen Gefühle und
alles, was gerade passiert, ganz stark
ab. Dabei erstmal
anzuerkennen, dass man ja gemeinsam
als Paar sich da auch
hin entwickelt hat,
und dann natürlich auch den gemeinsamen Weg daraus
braucht, das kann
durch etwas passieren, was man in der
Psychologie radikale Akzeptanz
nennt. Das kann
man mit einigen Dingen, ja kennt man das
vielleicht schon, es gibt die Menschen,
denen fällt sowas sehr schwer,
das sind die, die jeden Tag etwas
zu meckern finden, also wenn das Wetter
gut ist, dann ist es zu heiß und die Sonne blendet,
wenn das Wetter schlecht ist, dann ist es
zu grau und zu dunkel, wenn es
schneit, dann ist es zu kalt und matschig,
also das heißt, es gibt
nie dieses, dass es mal gut ist,
und dann gibt es Menschen, die können
einfach akzeptieren, dass sie das Wetter
nicht beeinflussen können, und
nehmen es, wie es kommt.
Und die haben quasi für das Wetter so eine radikale
Akzeptanz, weil sie sagen, was soll ich denn
tun? Das gehört halt dazu.
Hier in Norddeutschland ist das nun mal im
Winter grau, und jetzt
hat das im Januar
geschneit, obwohl wir es gerne Ende
Dezember gehabt hätten, aber da sind dann 15 Grad.
Da kannst du dich ständig drüber aufregen
oder sagen, ja, es ist halt so, gehört
halt hier dazu, und so
ist es eben mit der Beziehungskrise
ein Stück weit auch, da zu sagen,
okay, da gehören jetzt Hochs und Tiefs
gerade dazu, das ist blöd,
das schmerzt, aber das gehört
gerade dazu, und
was du eingangs sagtest,
dieses Leid, dieser Schmerz,
wird eben dann auch manchmal
gebraucht, um den Drive
zu entwickeln, da rauszuwollen, also
um die notwendige Weg-von-Motivation
zu entwickeln, zu sagen,
das ist jetzt so viel Schmerz, ich will
weg von diesem Schmerz,
und um dann echte Veränderungen herbeizuführen,
brauchen wir ein gewisses
Maß an Schmerz leider, nicht
umsonst melden sich bei uns
nur 10 Prozent ungefähr der Paare
eher präventiv, während
90 Prozent und mehr der
Paare halt mit sehr
viel Leid und Schmerz sich bei uns melden
und schon sehr lange diese
Situation auch ausgehalten haben.
Und da wären wir ja auch schon beim nächsten Punkt,
gemeinsam an den Themen
zu arbeiten, also
die Krise zu überwinden
funktioniert nicht, wenn man
nur darüber spricht, dass man mal was verändern
möchte oder sollte,
sondern man darf auch
in Aktion kommen, man darf
auch wirklich etwas dafür tun
und schauen, was möchte
wir wirklich verändern, da haben wir ja eingangs auch schon
drüber gesprochen, wir brauchen einen strukturierten
Plan, wir brauchen neben der Bereitschaft
einfach einen klar definierten
Prozess, wir brauchen Ziele,
wir brauchen zeitliche Ressourcen
und wir brauchen auch
wirklich feste Termine,
weil sonst fällt sowas hinten drunter.
Das ist häufig auch mal so ein Ding,
dass man sagt, ja, lass uns das Thema mal angehen,
gerade so Anfang des Jahres
kennt man das ja gerne mal, dieses Jahr wollen wir es
anders machen, so und dann
ist vielleicht im Januar, Februar,
alles so ein bisschen Neujahrsanfang,
alle grooven sich ein, man hat jetzt
nur so kleinere Streitigkeiten, dann im März
knallt das richtig und man denkt sich so,
das gibt es doch nicht, jetzt ist schon März,
wir hatten das eigentlich zwischen den Tagen
schon mal besprochen, aber es hat sich noch nichts verändert,
weil die Zeit, weil andere Prioritäten
schieben sich vor, die Kinder werden krank,
bei der Arbeit werden mehr Ressourcen gebraucht
und das Fundament,
was ja so wichtig ist,
die Partnerschaft als Fundament für die Familie,
aber auch für sich selber, so eine
feste, stabile Beziehung zu haben,
um auch selber Energie und Ressourcen
zu haben für andere Lebensbereiche,
das wird gerne geschoben.
Und dem dann
halt richtig Fokus und Priorität
geben und dann vielleicht auch mal
die ein oder andere
stärkere bis
radikalere Entscheidung zu treffen
für die Beziehung,
das wird aus meiner Sicht auch gebraucht,
also ich finde,
Paare sind da
manchmal zu zögerlich,
dann auch wirklich dem ganzen
Fokus und Priorität zu geben.
Ich habe immer manchmal das Gefühl,
man räumt denen dann so ein bisschen
Zeit ein und
ich möchte schon,
ich möchte, dass sich das deutlich verändert,
ich habe ganz große Ziele, aber ich möchte dafür nicht allzu
viel tun oder
auch zu sagen, ich kann dafür gar nicht
so viel tun, weil wir haben ja keine Zeit,
aber ich habe zum Beispiel
noch nie erlebt, dass mal ein Paar
was sagt, nee, wir arbeiten so viel,
wir haben keine Zeit, zum Arbeitgeber
geht und sagt, hey,
bei uns ist gerade im Leben
echt viel los und ich
sorge, dass ich
abdrifte, mögliche Folgen
könnten Depressionen, Burnout und Co. sein,
ich könnte irgendwann hier mit einer
Krankschreibung stehen, ist das stimmig?
Und du musst es ja nicht mehr begründen, du könntest
auch einfach nur so hingehen und sagen, ich brauche mal
eine Phase 80%.
Ich nehme mal, ich muss mal einen Tag
die Woche, muss ich hier rausnehmen oder ich komme
nur noch sechs Stunden
am Tag, ich brauche mal Zeit
für andere Themen, gerade im Leben, mal temporären,
ein halbes Jahr, dann würde ich gerne
wieder auf 100% wahrscheinlich zurückkommen,
aber ein halbes Jahr brauche ich das. Habe ich noch nie
im Coaching erlebt, dass ein Paar
solche Entscheidungen trifft, zu sagen,
wir gehen da mal,
wir räumen dem mal wirklich Zeit ein
und sorgen mal dafür, dass wir mal
eine Zeit lang, und wir haben dann
natürlich bei uns auch viele Paare
aus Bereichen, wo das theoretisch
ginge, also finanziell
geht das bei den meisten,
die bei uns im Coaching sind,
wenn, dann wäre es eher sowas, dass man vielleicht sagen würde,
diese Positionen oder der Job
geben das nicht her, weil das einfach
per se 100% Stellen sind
oder es sind Unternehmer, Selbstständige,
wo auch viel Ressource
gebraucht wird, aber es fällt
vielen doch sehr schwer, zu sagen,
wenn wir auf diese verschiedenen
Lebensbereiche gucken, ich habe dann
irgendwie den Beruf und Finanzen,
Beziehungen, aber auch
die Beziehung zwischen uns
und habe dann vielleicht noch so Körper,
also was, wo so Sport, Gesundheit
mit zu zählt und den Geist, also
meine mentale Gesundheit
und wenn ich jetzt super viel Fokus
auf dem Job habe, auf dem beruflichen
und vielleicht noch ein bisschen auf dem Körper,
weil ich noch in meiner Freizeit ein bisschen
Sport treibe, weil mir das wichtig ist
und merke, dass meine Beziehung darunter
aber leidet, weil da
nicht genug Fokus, Aufmerksamkeit,
zeitliche Ressource hingeht, dann
muss ich doch gucken, dass ich das woanders
wegnehme und da mal
wirklich zu sagen, und was das auch
für ein Signal wäre, was für ein
Signal an die Partnerin, an den Partner,
zu sagen, hey krass,
derjenige, der schraubt da ein bisschen
von seiner Zeit runter und ist bereit
von seinem Job, den er gerne mag,
ein bisschen Zeit nochmal extra wegzunehmen,
um unsere Beziehung zu retten,
weil das ist etwas, was auch
gar nicht so selten dem
Prozess im Weg steht, dass einer von beiden
im Gefühl ist, der andere,
der ist nicht voll committed, der gibt
nicht alles dafür, dass die Beziehung
gerettet werden kann.
Aber ich habe auch wirklich gar
nicht selten auch Paare, da sitzen
wo einer schon mal
längere Zeit krankgeschrieben ist.
Also wo dieser Punkt, den du sagst, der schön
wäre, den man so dann hat,
überschritten wird und wir genau dann
beim Burnout bei Depressionen sind
und einer dann irgendwann
gesagt hat, nee, dann ist mir alles um die Ohren
geflogen. Da war es mir beruflich
zu viel, ich privat
war hier nur noch Streit und irgendwann
ich musste jetzt raus und
dann ist meistens ja der Weg Psychiater,
Psychologe, längere Krankschreibung.
Genau, also
dann ist das so.
Da gibt es auch sehr viele, die diesen Punkt
überschritten haben und dann, aber leider
natürlich zeitlich, mehr Zeit
haben, sich um die Beziehung zu kümmern, aber
andere negative Konsequenzen da sind.
Deswegen ist es auch aus der
Arbeitgebersicht schlau,
dann diesem Mitarbeiter natürlich
seine 80 Prozent zu geben und zu sagen,
mach das gerne,
werd wieder fit, sorg dich um dein
Leben, organisier dich,
stabilisier dein Fundament,
damit derjenige eben nicht droht
auszufallen, denn
dann ist das so.
Wir haben ja jetzt auch kein Übermaß
an Fachkräften, das bedeutet,
gerade wenn wir jemanden haben, der längere
Zeit im Team ist, der loyal ist, der das
Umfeld kennt, der wird unfassbar
wertvoll fürs Unternehmen,
wenn der irgendwann längere Zeit ausfällt
und wir da keinen Ersatz finden können,
was häufig schwierig ist,
dann hat das ja auch Auswirkungen.
Also
Fokus, Ressource,
gemeinsam die Themen angehen,
du sagst, das ist ein Fahrplan machen,
und da zählt aus meiner Sicht
auch dazu, dass man gemeinsame Termine vereinbart,
wann man die Dinge angeht.
Und das ist häufig auch der Game Changer,
dass viele sagen so, als wir uns auf den Weg
gemacht haben, als wir uns zum Beispiel bei euch gemeldet
haben, das war schon ein erstes gutes
Gefühl, dass man jetzt mal weiß,
man hat einen gewissen Rahmen, da ist jemand, der
einen unterstützt, da ist ein Fahrplan,
das ist auch etwas, was wir als positives
Feedback ehrlicherweise auch mal häufig bekommen.
Bei uns sind das nicht nur
Gespräche, wir haben eine feste Methodik,
wir haben einen Fahrplan, wir haben Ziele,
Das ist nicht, dass man sich von Gesprächen
zu Gespräch hangelt und mal guckt, was so ist, sondern dass wir sehr prozessorientiert arbeiten, dass uns wichtig ist, die Dinge auch wirklich konkret anzugehen. Und wir auch nach einer Methodik arbeiten, die ganz klar die Offenheit auch hat, zu sagen, wir sind jetzt in dem und dem Punkt, das könnt ihr hier daran sehen, wir brauchen zeitlich ungefähr die und die Ressourcen noch.
Natürlich können wir es nie zu 100 Prozent sagen, dafür arbeiten wir einfach mit Emotionen, wir sind keine Maschinen, aber dennoch ist es etwas, was, finde ich, in so einer Krisensituation immer sehr gut tut, dass man einen Fahrplan hat und jemanden hat an der Seite, der einen Rahmen gibt.
Wenn man das nicht selber so gut schafft, sich diesen Rahmen zu geben oder man schon so weit befangen im Gefühl ist, das Gefühl so stark ist,
dass man sagt, wir können nicht mehr im Guten miteinander reden, wir brauchen einen Mediator, jemanden, der es begleitet, jemanden, der unbefangen von außen uns eben durchs Gesprächs leitet,
weil wir zu zweit jedes Mal an den gleichen Punkt kommen und keine Lösung finden.
Wir haben auch viele Paare, finde ich, merkst du bei mir, die wirklich diesen Termin brauchen, um sich diesen Termin zu nehmen, vom Gefühl her.
Wir haben auch viele Paare, die einfach diese Verpflichtung mit jemand Dritten brauchen, weil denen sagen sie nicht ab.
Kann ich total auch verstehen, das habe ich ja oder wir ja auch mit Sport.
Haben wir mit Sport genauso, aber dass man wirklich sagt, wenn man jetzt zu zweit den Termin nur hätte, dann kommt was dazwischen und das hat ja keine Auswirkung zwischen uns, wenn man den absagt.
Wenn man jetzt aber mit uns einen Termin hat und man sagt den Termin ab, dann hat das ja eine Auswirkung, gerade wenn es spontan ist, dann hat das ja Konsequenzen und man schämt sich dafür.
Und man fragt sich dann, wenn man jetzt zu zweit den Termin absagt, dann kommt eine WhatsApp und da fragt man, Mensch, was ist denn los bei euch?
Wieso macht ihr keine Termine mehr?
Also man muss sich dann auch irgendwie dem stellen und jemand Dritten gegenüber so ein bisschen Rechenschaft ablegen, dass man dem Ganzen jetzt nicht seine Aufmerksamkeit widmet.
Das führt schon dazu, dass man das sehr ernst nimmt.
Und auch viele, glaube ich, gerne diesen Rahmen wirklich nutzen, um diesen Gesprächsrahmen zu halten.
Also viele auch berichten, sagen wir.
Wir saßen schon ganz häufig abends auf der Couch zusammen, wie Kinder im Bett waren und haben das Thema immer wieder angefangen.
Aber nach kurzer Zeit haben wir gemerkt, wir drehen uns im Kreis.
Wir können diese wertschätzende Kommunikation nicht halten.
Also war einer dann was sagt und der andere sich so angetriggert fühlt und dann geht diese Spirale wieder los.
Eigentlich wollen wir das gar nicht.
Und dann manchmal gerne einfach jemand gebraucht wird und sagt, halt, stopp, den Weg schlagen wir jetzt nicht ein.
Wir bleiben jetzt bei dem Thema, wo wir gerade angefangen haben.
Und das für die beiden, die natürlich. Wie du schon sagst, die ja befangen sind in ihren Emotionen, auch erleichtert sein kann.
Zu sagen, das sagt jetzt jemand Außenstehendes und der gibt diesen Rahmen jetzt vor und das wird konstruktiver dadurch.
Und die Fähigkeiten brauchst du natürlich auch.
Wer von uns hat denn bei den Eltern immer so in sich horch gelernt, wie man emotionale Verletzungen und Konflikte nachhaltig löst?
Wie man da über sein Gefühl spricht, wie man für ein Gefühl richtig Verantwortung übernimmt?
Wir hatten das gelernt letztendlich, die wenigsten von uns.
Von daher fehlen uns auch. Wir fehlen uns auch häufig eben die Fähigkeiten und das Bild davon, wie funktioniert denn das genau und wie fühlt sich das genau an?
Wie geht denn das?
Deswegen haben wir ja bei uns vor dem ersten Coaching immer, dass man den Konfliktlösungs-Crash-Kurs sich anschaut bei uns.
Da bekommt man nur Zugang zu, wenn man bei uns im Coaching ist.
Und da wird das alles ja nochmal in der Tiefe erklärt, warum entstehen überhaupt emotionale Verletzungen und Konflikte.
Was verändern die in uns, wenn das passiert?
Und was braucht es, um das nachhaltig zu lösen, damit man da in so ein gemeinsames Verständnis kommt?
Und dann muss man natürlich sagen, ist so ein Coaching auch immer wie so eine Art Turbo.
Deswegen ist die Paartherapie so einer der Lösungspunkte, die wir natürlich aufgeschrieben haben.
Müssen wir als Paartherapeut natürlich auch sagen.
Aber es ist natürlich schon so, dass man sich die Dinge natürlich selbst erarbeiten kann.
Man könnte natürlich diverse Bücher lesen, selber eine Weiterbildung besuchen und so weiter.
Man kann sich ja auch alles aneignen.
Aber es dauert eben eine ganze Ecke länger, als sich mit jemandem zusammenzusetzen.
Der dieses ganze Wissen schon hat und sich jeden Tag mit Beziehungen beschäftigt.
Und dann teilweise sind die Paare ja auch verwundert, wenn sie ihre Geschichte erzählen und eben für manche Dinge sich schämen und sagen,
oh, das ist echt unangenehm, das ist so komplex.
Und man dann sagt, wir haben schon komplexere und schlimmere Dinge gehört, keine Sorge.
Ihr überrascht uns a nicht und b urteilen wir darüber auch nicht.
Sondern ihr kommt hierher mit einem Ziel und habt Themen und wir schauen gemeinsam, wie können wir eure Themen bewältigen und das Ziel erreichen.
Völlig unabhängig davon, was sonst so noch ist.
Fassen wir also nochmal kurz zusammen die Lösung.
Einmal die radikale Akzeptanz der Situation, das sagtest du ja.
Dann der wichtige Punkt, gemeinsam an den Themen zu arbeiten.
Auf verschiedenen Ebenen, die wir ja gerade besprochen haben.
Also den Fokus darauf zu haben.
Und sich dann als letzten Punkt, wenn es gebraucht wird, um den Turbo einzulegen, sich Hilfe zu holen.
Ich überlege gerade, ab welchem Punkt ist es so, dass man eigentlich Tipps, Tricks und wie arbeite ich eigentlich alleine verlassen muss.
Und wo man eigentlich sagen müsste, dass nur noch eine Paartherapie oder ein Coaching hilft.
Denn jeder vernünftige Therapeut und Coach hat ja diesen Punkt für sich auch, wo er sagt, bis dahin schaffen wir es zu zweit.
Und wir haben ja das ganze Wissen und die Erfahrung.
Und ab dann.
Brauchen auch wir einen dritten Unabhängigen dabei, der uns da durchleitet.
Und da muss man eben für sich selber schauen.
Denke ich, wie groß sind die eigenen Fähigkeiten?
Wie groß sind die schlechten Gefühle schon geworden?
Welche Erfahrung hat man in den letzten Runden?
Man kann natürlich nochmal mit dem Wissen aus Podcasts versuchen, den Gesprächsrahmen anders aufzubauen.
Aber wenn das natürlich auch nicht ausreicht, dann ist natürlich die Paartherapie absolut sinnvoll und empfehlenswert.
Um da wieder rauszufinden.
Schön, dass ihr wieder dabei wart, bis zum Ende durchgehört habt.
Wir freuen uns, wenn ihr bei der nächsten Folge wieder dabei sein werdet.
Beim nächsten spannenden Thema. Bis bald.
Bis dann.
Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!
Podcast Summary
Key Points:
Beziehungen haben immer Höhen und Tiefen, die durch äußere Umstände und persönliche Erfahrungen entstehen.
Tiefen entstehen oft durch außenwirksame Stressfaktoren, wie berufliche oder familiäre Herausforderungen.
Ein gemeinsames „Wir-Gefühl“ und regelmäßiger Austausch sind entscheidend für Resilienz und eine gemeinsame Bewältigung von Konflikten.
Paare entwickeln durch gemeinsame Reflektion und Strukturierung von Entscheidungen eine stärkere Bindung und stabile Lebensführung.
Kleinigkeiten im Alltag können zu eskalierenden Konflikten führen, wenn die Kommunikation nicht ausreichend ist.
Die Lösung liegt nicht in der Vermeidung von Konflikten, sondern in der bewussten, strukturierten Bearbeitung von Themen.
Einen konkreten Plan mit Meilensteinen ist notwendig, um nachhaltige Veränderungen zu erreichen.
Ein starker, gemeinsamer Fokus auf die Beziehung fördert Wiederherstellung von Nähe und emotionaler Verbindung.
Summary:
Beziehungen sind inhärent von Höhen und Tiefen geprägt, die durch äußere Ereignisse wie berufliche oder familiäre Schwierigkeiten entstehen. Diese Tiefs sind nicht als negatives Merkmal zu sehen, sondern als notwendige Phase, die Wachstum und Resilienz fördert. Der entscheidende Faktor für eine stabile Beziehung ist ein starker „Wir-Gefühl“ und ein kontinuierlicher, aktiver Austausch, bei dem beide Partner sich gegenseitig verstehen und verbinden.
Konflikte entstehen oft durch ungenügende Kommunikation oder durch kleine, übersehenene Dinge im Alltag, die sich schnell eskalieren können. Eine wirksame Lösung liegt nicht in der Vermeidung von Streit, sondern in einer strukturierten, bewussten Arbeit an der Kommunikation – mit klaren Zielen, konkreten Meilensteinen und regelmäßigen gemeinsamen Terminen. Paare lernen, durch Reflektion und gemeinsame Entscheidungen ihre Beziehung zu stärken.
Ein wichtiges Element ist die Fähigkeit, Emotionen zu erkennen, zu benennen und verantwortlich zu tragen. Ohne diese Fähigkeiten kann eine Beziehung in Distanz und Enttäuschung geraten. Die Zusammenarbeit mit einem neutralen Dritten oder Coach kann entscheidend sein, um einen klaren Rahmen zu schaffen und die Kommunikation zu stabilisieren.
Letztendlich wird die Beziehung nicht durch das Fehlen von Konflikten, sondern durch die Fähigkeit, sie bewusst, ressourcenorientiert und gemeinsam zu durchstehen, gestärkt.
FAQs
Ja, in jeder Beziehung gibt es Höhen und Tiefen. Das ist normal und ein Teil des Lebens, wie ein Auf und Ab. Ohne Tiefs wäre das Leben langweilig und fehlt der Kraft, die durch Herausforderungen entsteht.
Tiefpunkte entstehen oft durch äußere Ereignisse wie Stress im Beruf, familiäre Herausforderungen oder gesundheitliche Krise. Diese Faktoren wirken sich auf beide Partner aus und führen zu einem gemeinsamen Leid.
Man kommt aus einem Tief, indem man gemeinsam das Gefühl von 'Wir' entwickelt, sich gegenseitig mitnimmt und gemeinsam verarbeitet, was durchstehen musste. Ein starker Austausch fördert die Resilienz.
Das Wesentliche ist ein starker, aktiver Austausch, bei dem beide Partner im 'Wir-Gefühl' bleiben. Dies verhindert, dass einer sich allein entwickelt und ungesühnt bleibt.
Weil unterschiedliche Erinnerungen, Wahrnehmungen oder Erwartungen entstehen, und die Verletzung nicht sofort reflektiert wird. Das führt zu Wut, Verdrängung und einer Verschiebung der Kommunikation.
Durch konkrete Ziele, gemeinsame Termine und klare Veränderungswünsche. Es ist entscheidend, dass beide Partner aktiv an der Lösung arbeiten, nicht nur oberflächlich versöhnen.
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