Beziehung aus Liebe oder Gewohnheit? So erkennt ihr, ob eure Gefühle noch echt sind!
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Die Frage, ob eine Beziehung aus Liebe oder Gewohnheit besteht, ist tief verwurzelt in den emotionalen und lebensnahen Erfahrungen der Partner. Während Gewohnheiten Sicherheit, Struktur und Routine bieten, verlieren sie langfristig das Gefühl von Lebendigkeit und Zugehörigkeit. Liebe entsteht nicht nur durch alltägliche Abläufe, sondern durch gemeinsame Ziele, Lebensmomente, kreative Abenteuer und eine tiefere emotionale Verbundenheit. Wenn jedoch das Gefühl von Abenteuern verloren geht, wenn keine gemeinsame Zukunftsvision mehr existiert und die Gefühle nicht mehr ausgetauscht werden, wird die Beziehung zunehmend auf pragmatische, funktionale Grundlagen reduziert. Dies bedeutet, dass man nicht nur „funktioniert“, sondern auch wirklich lebt. Die Kernfrage ist also nicht, ob die Beziehung stabil ist, sondern ob sie auch lebendig, abenteuerlustig und emotional verbunden bleibt. In der Beziehungspädagogik wird darauf hingewiesen, dass offene Kommunikation über Bedürfnisse, Gefühle und Werte entscheidend ist – denn nur so können beide Partner ihre eigene einzigartige Lebensvision erkunden und gemeinsam neu in eine glückliche Zukunft finden. Der Prozess ist oft schleichend: geschieht im Hintergrund durch verpasste Gespräche, fehlende Verständnis und unerkannte Unzufriedenheit. Doch wenn beide bereit sind, sich zu hinterfragen, ihre Gefühle zu erkennen und zu teilen, kann sich eine neue, lebendige Bindung entwickeln. Die beiden Beispielpaare zeigen, wie Gewohnheiten zwar stabil sein können, aber nicht ausreichen, um eine dauerhafte, emotionale Beziehung zu gewährleisten. Es ist entscheidend, das Gefühl von „Wir“ wieder aufzubauen, auch wenn dies durch kleine Schritte, wie spontane Reisen oder gemeinsame Erfahrungen, erreicht wird. Daraus ergibt sich ein klares Bekenntnis: Liebe ist nicht nur ein Gefühl, sondern ein bewusstes, tägliches Handeln, das auf Nähe, Wachstum und gemeinsame Zukunft abzielt – und nicht auf Funktion und Bequemlichkeit.
Und eine sehr wichtige Frage, die Paare immer wieder umtreibt, ist, bin ich eigentlich mit dir zusammen aus Liebe oder Gewohnheit?
Ja, die Frage darfst du dir jetzt mal selber beantworten, würde ich sagen.
Ich hätte jetzt gerne die Antwort von dir gehabt.
Achso, aber du hast gefragt, bin ich?
Die Frage, die vielleicht viel wichtiger ist dahinter, denn mit dieser Frage kommt man nämlich zur nächsten häufig, nämlich der Frage, woran erkenne ich denn den Unterschied?
Woher weiß ich denn, wie kann ich denn so in mich hineinspüren und sagen, bin ich jetzt mit dir aus Liebe oder eben aus Gewohnheit zusammen?
Ich würde sagen, also ich kann ja nur für mich sprechen, dass ich das immer merke an ganz vielen verschiedenen Faktoren.
Also Liebe definiert sich für mich in dem Faktor, dass man gemeinsame Ziele noch hat.
Dass ich noch Lust habe, mit dir etwas gemeinsam zu erleben, Lebensmomente zu haben, dass etwas Neues dazu kommt und dass nicht das Alte einfach nur bestehen bleibt.
Dass ich Interesse an deinem Leben noch habe, dass wir in einer Verbundenheit sind, dass es noch tiefe Gespräche gibt, dass wir beide im besten Fall, also ich für mich dann ja auch das Gefühl habe, ich kann mich weiterentwickeln und ich bin nicht abhängig von der Gewohnheit, die man im Alltag hat.
Also für mich hat das auch ein bisschen was mit.
Freiheit und Autonomie zu tun, dass ich das Gefühl habe, wir sind im Wir-Gefühl und wenn ich dich anschaue und wenn wir Zeit miteinander verbringen, dann mache ich das unwahrscheinlich gerne.
Und ich habe nicht im Kopf das Gefühl, dass ich denke, ach, wäre ich lieber alleine oder hätte ich lieber Freundin XY dabei, dann wäre es viel cooler.
Na gut, du bist meine schlechte Alternative.
Was für eine Liebeserklärung hier am Anfang heute, ne?
Das ist ja. Ich habe ja allgemein von dir, dein Gefühl gesprochen, das gilt ja nicht für mich.
Genau.
Ein Sternchen.
Ein Sternchen.
Ja, das müssen wir mal rausfinden im Handy, mit wem du das denn auslebst.
Genau.
Mit Martina, eigentlich Martin.
Ja, was auch noch wichtig ist, finde ich, bei Gewohnheit steckt ja auch so ein bisschen Bequemlichkeit drin.
Kann, ne? Kann auch schön sein, ne?
Gewohnheit?
Ja, kann ja auch was Geborgenes geben.
Ja, natürlich.
Sicherheit.
Das ist aber eher Sicherheit.
Weil wir jetzt ja dieses, in diesem Aspekt ja eher negativ belastete Gewohnheit haben, dass man sagt, natürlich, also erstmal grundsätzlich müsste man sagen, Liebe oder Gewohnheit oder eher Liebe und Gewohnheit.
Weil ich glaube nicht, dass man das, dass man sagen könnte, wenn man langjährig zusammen ist, dass man gar keine Gewohnheiten miteinander hat und gar keine, gar keine, diese Gewohnheit auch nicht genießt.
Ja.
Dass man sagt, wir wissen auch, was wir uns verlassen können.
Was so passiert, wie Abläufe zwischen uns sind.
Also alles, was so Gewohnheit ist, ist ja auch gut.
Aber die Frage ist ja irgendwann, ist es nur noch die Gewohnheit oder ist auch noch Liebe da?
Und das ist ja eher dann so negativ gesehen, wenn man sagt, ich bin jetzt nur noch aus Gewohnheit zusammen.
Und da ist die Gewohnheit ja eben, wie gesagt, etwas, was eher mit so dieser Bequemlichkeit zusammenhängt, mit einem gewissen Pragmatismus auch.
Ja, genau.
Genau.
Gerade in dem Coaching gehabt, wo reflektiert wurde, ob man zusammenbleiben möchte oder nicht.
Und wir haben gemeinsam den Öko-Check durchgeführt und haben dann die Frage 1 bearbeitet, was ist das Gute am Jetzt?
Also was ist das Gute daran, dass die beiden noch in einer Beziehung sind?
Und da wurden nur pragmatische Dinge genannt.
Quasi so Dinge wie, ja, wir haben ein schönes, großes Haus zusammen.
Und du kannst die Person eigentlich austauschen.
Wir haben dadurch finanzielle Sicherheit und so weiter.
Also das ist so.
Das sind also ganz viele Pragmatismus.
Ja, ganz viele pragmatische Dinge, wo man dann so denkt, okay, da ist jetzt wirklich…
Da muss ich immer daran denken, wir nennen ja keine Namen vom Freundes- und Familienkreis,
aber an eine Person, wo die andere Person darauf gesagt hat, da kannst du dir später auch einen Pflegedienst für holen.
Ja, genau.
Also, wenn du jetzt mit mir zusammen sein willst, damit du im Alter nicht allein sein willst oder damit du versorgt bist, um zu sagen, ja, das kannst du dir auch einkaufen.
Man hat dann nur noch diese Bequemlichkeits- und diese Sicherheitsaspekte.
Ja.
Dass man dann sieht, okay, das ist alles bequem.
Häufig dann in Kombination.
Und da kann man gut drauf schauen, finde ich, wenn ich in der Beziehung eher Bequemlichkeit, Gewohnheiten sehe und jetzt aber den Aspekt der Lebensmomente, der gemeinsamen Schönmomente, der gemeinsamen Ziele outgesourced habe.
Wenn ich kompensiere, wenn ich mit Freunden zum Sport gehe, wenn ich mit Freunden alleine in Urlaub fahre.
Und wie das gar nicht…
Wenn wir das gar nicht mehr so miteinander machen, weil wir gar keinen Nenner mehr gemeinsam finden.
Wenn ich also irgendwie alles, wo ich mich lebendig fühle und Spaß dran habe oder das meiste mit anderen Menschen mache und dass man das zu zweit gar nicht mehr macht und das auch okay ist, dass man vielleicht sagt, ja, Mensch, ich hätte mal wieder Bock, am Wochenende wegzufahren und der Partner schon sagt, ja, machst du das mit deiner Schwester oder mit deiner besten Freundin und selber schon gar nicht mehr sich in Betracht zieht, dann ist das ein Signal.
Du bist mitten in der Podcast-Folge der Lebensinitiative.
Ist Idealisten gelandet.
Mein Name ist Florian.
Ich bin Ina.
Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein in eine glückliche und harmonische Beziehung.
Da sind wir eben ja schon sehr tief eingestiegen in unserer Voreinleitung sozusagen.
Weil es ein unglaublich spannendes Thema ist.
Ich finde auch.
Was sich sehr viele Paare…
Was sich sehr viele Paare einfach stellen soll als Frage und was auch gar nicht so trivial zu beantworten ist.
Steckt ja auch so ein bisschen in dem Scheidungsgrund, wir haben uns auseinandergelebt, drinnen, ne?
Unüberbrückbare Differenzen.
Ja, das ist jetzt sehr politisch ausgedrückt.
Ich habe einige Politiker im Coaching gehabt, vielleicht liegt das daran.
War das nicht der schleswig-holsteinische Politiker, der erstmal sagte?
Den hatte ich aber nicht im Coaching.
Bring ich keine Gerüchte auf.
Der sagte in einem Interview, ich habe mich weiterentwickelt und meine Frau nicht.
Ja, das fand ich mal ganz schlimm, genau.
Stimmt, da war mal so ein Satz, der sofort bei mir Bauchschmerzen gemacht hat, wo ich dachte so, uha, ja.
Das Problem ist ja in meiner Partnerschaft, dass man Gefühle hat.
Und an dem Punkt kommen wir ja immer wieder im Coaching auch.
Und dass man Gefühle halt nicht erzwingen kann.
Gefühle können sich ändern.
Sie können sich verändern mit der Zeit.
Und die Gefühle…
Die Gefahr natürlich besteht durch einen gewissen Alltag, den man sich aufbaut.
Gerade mit Kindern, als Familie, dass man sehr viele Rituale, Routinen hat, die an sich ja auch nicht schlecht sind.
Das gibt ja auch einen gewissen Rahmen der Sicherheit, der Orientierung.
Aber dass es davon sehr, sehr viel gibt.
Man immer nach Entspannung sucht zum Beispiel auch.
Ich muss mich erholen.
Aber zum Beispiel der Aspekt des Abenteuers und des Lebendigseins eher in manchen Lebensphasen sehr gering ist.
Und damit auch die Gewohnheit, einen großen Anteil…
Das hast du gerade gesagt, das Problem ist, dass man Gefühle hat.
Das ist ein bisschen lustig.
Eigentlich ist das Problem ja eher, dass man seine Gefühle reflektieren und aussprechen muss.
Und sich damit immer wieder beschäftigt.
Weil das ist ja das, was den meisten schwerfällt.
Ich glaube, für die meisten ist das okay, Gefühle zu haben.
Aber eher das Problem, oh Mann, ich muss die reflektieren und darüber sprechen.
Und das fällt mir so schwer.
Ich habe das gar nicht gelernt.
Und da auch natürlich eine Unkontrolliertheit auch manchmal drin ist in den Gefühlen.
Also gar nicht selten ist es so ja auch, dass Menschen dann bei uns im Coaching sind und sagen,
ich möchte so gerne, dass sich die Gefühle des anderen doch jetzt ändern.
Logik. Ganz häufig ein Thema für die Männer.
Logik.
Also zu sagen, das ist doch aber nicht rational.
Nein, Gefühle sind nicht rational.
Wenn man alles mit Logik erklären würde, dann würde zum Beispiel keiner,
keinerlei Luxusmarken geben.
Es macht gar keinen Sinn, sich eine Tasche von Louis Vuitton zu kaufen,
weil das ist ein rein emotionales Ding.
Das ist emotional aufgeladen, weil rational weiß jeder,
dass Preis-Leistung für die Tasche ohne das Aufgeladene der Marke keinen Sinn ergibt.
Ja.
Das macht einfach keinen Sinn.
Das heißt, wir können uns davon verabschieden, logisch zu handeln
und in der Komplexität der Beziehungsgefühle noch mehr.
Das ist also.
Nicht greifbar.
Ich finde das immer spannend bei den Versuchen, wenn.
Meistens ist es dann in den Fällen tatsächlich die Frau,
die dann ja zum Beispiel ausspricht,
so jetzt müssen wir zur Paartherapie oder wir trennen uns oder die Trennung ausspricht.
Und der Mann dann überrascht ist und sagt.
Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet.
Wir waren vor zwei Wochen noch im Urlaub.
Wir haben uns Fahrräder gekauft.
Man braucht doch keinen gemeinsamen Urlaub,
wenn man.
Sich dann zwei Wochen später trennen will.
Das muss die doch schon gewusst haben.
Ja.
Und das ist so.
Das meine ich mit Unterschied.
So für für den Mann wäre das unlogisch, das zu tun.
Wenn man plant, sich irgendwie zu trennen oder schon so in einem steckt.
Und für den Mann ist dann quasi was gemeinsam kaufen.
Gemeinsam einen Urlaub planen.
Das sind alles logische Signale.
In unserer Beziehung ist es alles in Ordnung.
Und die Gewohnheit natürlich auch der Laden läuft doch zu Hause.
Wieso bist du denn jetzt so unglücklich?
Wir funktionieren.
Funktionieren doch. Wir haben zwei gesunde Kinder, es funktioniert doch.
zu der Mär im Leben. Sei doch mal dankbar.
Ja, und funktionieren ist ja häufig
Gewohnheit. Funktionieren heißt nicht,
dass ich Lebensmomente genieße,
sondern heißt eben, wie du schon sagst, es läuft.
Aber wir sind ja meistens nicht
miteinander zusammen und wir sind ja
auch nicht auf der Welt, nur damit alles so funktioniert
und läuft, sondern wir wollen ja
irgendwie unserer Sinngebung
entgegen gehen
und wenn, da wird jetzt
keiner sagen, wenn er auf dem Sterbebett
liegt, ich bin so zufrieden.
Unser Haus war immer sauber.
Unser Garten stets gepflegt.
Als Team konnten
wir immer gemeinsam, ohne zu streiten,
abwaschen. Am Abend
war immer die To-Do-Liste
wunderbar beendet. Das ist ja nicht das,
was man jetzt auf dem Sterbebett sich
erzählen würde, sondern dann geht man
an die Lebensmomente. Ich meine, man braucht ja
nur mal sein Handy durchgucken.
Man geht doch nicht durch die Wohnung und sagt, oh, ist das alles sauber
und macht davon Fotos und freut sich,
das haben wir heute gut gemacht und fotografiert
das, weil man das für die Ewigkeit festhalten möchte,
sondern das machst du dann, wenn du die
Sommerrodelbahn runterrauscht, dann machst du ein Foto davon.
Weil dann fühlst du dich lebendig und möchtest
den Moment festhalten.
Das ist eben der große Unterschied.
Wenn ihr schon mehrere unserer Podcast-Folgen
gehört habt, dann freuen wir uns
natürlich sehr, wenn ihr gute
Impulse mitnehmen könnt, dadurch an eurer Beziehung
arbeiten könnt. Vielleicht
könnt ihr euch die Zeit nehmen, nach dieser
Folge einmal bei Apple oder Spotify
uns zu bewerten.
Oder wenn ihr uns auf YouTube schaut,
dann abonniert doch sehr gerne unseren Kanal
und schreibt eine Bewertung. Das würde uns ja
freuen. Ja, lass uns mal schauen,
warum man sich diese Fragen stellt.
Also, warum kommt man überhaupt an den
Punkt, dass man sich fragt,
sind wir noch aus Liebe
oder aus Gewohnheit zusammen?
Der erste Punkt ist häufig, dass man
eine Unklarheit in den eigenen
Gefühlen hat. Also, dass ich irgendwie in mir
drin merke, dass da Fragen aufploppen,
sowas wie, möchte
ich die nächsten fünf Jahre
genauso weitermachen?
Bin ich glücklich? Macht
mich das glücklich, so wie wir gerade mit
einander leben? Haben wir genug
Paarzeit? Wie verbringen wir die Paarzeit?
Stelle ich mir meinen Abend
auch noch mit 60 so vor, dass
wir hier sitzen? Einer guckt
Fernsehen, einer scrollt am Handy, beide sind
erschöpft. Gibt es
vielleicht, und damit meine ich jetzt gar nicht, dass man
innerlich schon emotional fremd geht, aber sich
die Frage so entwickelt, gibt es vielleicht aber
jemanden draußen, auf dieser
großen, weiten Welt, der besser zu
mir passt und der besser vielleicht zu
meinem Partner passt, als Partnerin,
und man sich
ja, glücklicher fühlen würde?
Ganz häufig, aber
auch getrieben dadurch, dass einer von
beiden was verändern möchte
und versucht, den anderen mitzureißen
und das dann nicht so
funktioniert. Und sehr häufig
auch ausgelöst durch besondere
Ereignisse im Leben.
Todesfälle,
Unfälle, Diagnosen,
große Krisen, Konflikte.
Im Umfeld
trennen sich Paare und man hinterfragt
nochmal seine Beziehung.
Also ganz viele Dinge, die so auslösen, dass man
so merkt, oh, das kann sich alles
verändern. Das Leben
ist endlich, so wie man sich selber
hinterfragt. Umbrüche,
wenn man so in den 40ern
vielleicht irgendwann angekommen ist und
das jüngste Kind ist 8, 9,
10, 11, 12 und man merkt,
okay, wir haben als Eltern
gar nicht mehr so viel zu tun.
Wir treten als Eltern jetzt ein bisschen in den Hintergrund,
werden immer mehr so zu
Mentoren der Kinder, aber
sind nicht mehr so in der alltäglichen,
alltäglichen Rolle, dass wir alles
tun müssen und
auf einmal hat man wieder mehr Zeit.
Und dann fragt man sich, wer bist du
denn eigentlich? Und wer bin ich?
Und was will ich jetzt eigentlich? Und das Haus
ist ja auch da. Und
unsere Jobs haben wir auch soweit.
Wir haben auch ein bisschen Puffer.
Wir haben auch jetzt Geld auf dem Sparbuch
oder in Aktien und so weiter.
Wir haben Sicherheit geschaffen.
Und dann ist auch so die Frage, wenn man
in diesem Punkt ist und mal auf
seinen Alltag guckt und halt merkt, man hat relativ viele
Gewohnheiten, es läuft immer gleich ab.
Wie wir schon
am Anfang sagten, das kann ja auch positiv sein.
Man kann ja auch Sachen haben im Alltag
und sagt, das finde ich schön, das ist unsere
Gewohnheit, das möchte ich gerne beibehalten.
Aber auch Dinge,
wenn man an den Punkt kommt und denkt,
ich würde gerne mal was Neues ausprobieren
und der andere sagt, wieso denn?
Lass uns doch einfach
so alles beim Alten lassen.
Und da hatte ich mal ein paar,
das fand ich auch irgendwie sehr berührend,
weil die Frau gesagt hat, es war irgendwie,
gar nicht so, dass ich mir überlegt habe
im ersten Schritt, ich möchte mit dem anderen nicht mehr
zusammen sein, sondern ich aber gemerkt
habe, wenn ich vorlaufe und mal sage,
wir können ja heute mal woanders einkaufen
gehen fürs Wochenende oder
wir können ja auch mal frühstücken
gehen am Wochenende und nicht zu Hause frühstücken,
dass wenn wir diese Gewohnheit,
also wenn ich die selber aufbrechen wollte
für mich, weil ich mal was Neues
erleben wollte, ich automatisch wusste,
mein Partner hält an der Gewohnheit
aber so starr fest, der möchte
das nicht. Und ich selber,
ja, deswegen auch in dieser
Gewohnheit bleibe und mir das zu viel Gewohnheit
irgendwann war. Und ich merke, dass die
Gefühle mit der Zeit dann immer mehr
zurückgegangen sind, weil ich das Leben gelebt habe,
wie ich mir das vorstelle, wie man das leben würde,
wenn man nicht die Möglichkeit hätte.
Ja, und wenn man sich das dann
gegenseitig aussprechen möchte,
dann besteht da natürlich Unsicherheit.
Man hat selten, vielleicht über Bedürfnisse
und Wünsche gesprochen, man hat
selten etwas daran verändert
und dann ist
natürlich einer mit mehr Antrieb da
und der andere ist eben noch mehr in
der Bequemlichkeit drin, was
dann auch häufig eben zu einer ersten
Ablehnung führt, wo man
sich fragt, Mensch, was ist denn jetzt los mit dir?
Warum willst du denn jetzt auf einmal so
verrückte Dinge machen? Wir waren noch
sonst nicht so und
dann auch letztens im
Coaching gehört, dass dann
abgetan wird und sagt, ja Mensch, du bist da für dich
in deiner Midlife-Crisis.
Ich bin glücklich und zufrieden, ich brauche
das alles nicht und das sind ja
alles nur deine Themen. Ja, ich brauche das alles nicht,
ich ist halt auch gefährlich.
Ich brauche das alles nicht im Zusammenhang mit
du bist undankbar.
Also
die Gefühle können doch nicht von heute auf morgen
weg sein. Du kannst doch nicht sagen,
dass die Gewohnheit, dass da jetzt nichts
mehr zwischen uns ist, bist du undankbar.
Und es
ist ja nie so, und da gebe ich ja auch der
Person damals recht, es ist ja nie so, dass die Gefühle von
heute auf morgen einfach weg sind.
So ist das bei Gefühlen nicht.
Aber was halt trotzdem passieren kann, dass man sich im
Prozess verloren hat und dass da andere vielleicht
zwischendurch schon mal so Andeutungen gemacht haben,
gesagt hat, Mensch, ich würde gern mal und könnten
wir mal Veränderungen machen, aber da keine
Offenheit war. Und man dann
sich im Prozess ein Wir-Gefühl verloren hat
und die Gefühle dann natürlich auch
runtergehen.
Ja, und als Folge fängt man an,
sich selbst vielleicht mehr zu hinterfragen.
Hat Selbstzweifel?
Ist das alles richtig?
Sind meine Bedürfnisse überzogen?
Ja. Sind die in Ordnung?
Darf ich mehr
vom Leben und der Partnerschaft erwarten?
Als nur die Gewohnheiten
im Alltag und zu funktionieren?
Ist das erlaubt, mehr
zu wollen? Oder bin ich damit
übertrieben und
verlange wirklich Dinge, die völlig
abstrus sind?
Das Typische bei anderen ist es doch genauso.
Genau, dann fängt das Vergleichen an.
Wie ist es mit anderen?
Dann geht aber auch das
Runterspielen los. Dann sagt man, ja, die haben ja auch
ihre Probleme und bei denen ist es ja genauso.
Dann entdeckt man vielleicht Paare,
die wirklich viel unterwegs sind,
die viel machen, die eine hohe Energie
haben. Die haben Glück gehabt im Leben.
Die haben Glück gehabt im Leben, genau.
Die haben ja ganz einfache Kinder.
Die haben ihr Unternehmen, haben ganz einfache Kinder.
Also es gibt dann Gründe,
warum das nur bei denen so sein kann, aber
bei uns nicht. Und das
macht natürlich viel,
viele Unsicherheiten,
viele negativ
belastete
Reflexionen und
zeigt einem selber dann so Grenzen auf,
die eigentlich gar nicht da sind.
Weil Fakt ist ja, man fühlt sich nicht erfüllt.
Also man fühlt sich in seiner
Gewohnheit nicht mehr so wohl.
Es ist ein Gefühl,
große Wahrscheinlichkeit auch, dann schon
verloren gegangen, was man gern zurückhaben möchte.
Wenn man sich vergleicht,
wie war es am Anfang der Beziehung, in der
Kennenlernphase, in den ersten Jahren,
wo stehen wir jetzt?
Dass man sagt, ich möchte gerne
weniger Gewohnheit, mehr
Aufregung, mehr
Abenteuer, mehr Ausprobieren,
mehr das Gefühl, lebendig zu sein.
Ja, und wenn man dann drüber spricht
und das Thema mal fokussiert,
dann ist die Gefahr natürlich auch immer sehr
groß, dass das wieder in den Hintergrund rückt.
Dann kommt man gerade für den Moment nicht weiter
und dann gibt es wieder
so viele Alltagstodos, dass dann
wieder ein Jahr vergangen ist und man schaut wieder drauf
und denkt, Mensch, immer noch
unzufrieden, doch noch nicht gelöst.
Und man verschiebt und verschiebt und
kommt nicht dazu, die Dinge wirklich zu verändern.
Ich glaube auch, weil ganz viele einen schlecht,
schlechtes Gewissen haben.
Also gerade auch viele Frauen im Coaching
sagen, ich mache
das gar nicht aussprechen, aber mein Gefühl
hat mich irgendwann dazu gezwungen, das auszusprechen,
dass da keine Gefühle mehr sind.
Ich habe ein schlechtes Gewissen meinen Kindern gegenüber.
Wie soll ich denen denn das erklären, wenn wir uns trennen würden?
Also, wie soll ich finanziell
klarkommen? Wir haben hier Verpflichtungen.
Wir können nicht einfach hier aus dem Haus ausziehen.
Ja, und das
sind natürlich die wichtigen Aspekte, die
dazu gehören, dass man auf der einen Seite als Paar
ein stabiles Fundament hat,
dass das Gefühl von Liebe da ist, aber auch, dass man
eben eine gemeinsame Wunschbeziehung
hat, wo man sagt, da
führt das hin, also auch mit gemeinsamen
Interessen, Zielen, zumindest ausreichender
Schnittmenge, dass man sagt, da
haben wir letztendlich auch etwas, was
uns zukünftig zusammenführt
und da muss man eben aufpassen, dass
man in den verschiedenen Lebensphasen
weiterhin auf dem gleichen Weg bleibt.
Weil natürlich in den Zwanzigern
lernt man sich vielleicht kennen, dann hat man
die wichtigen Ziele vor Augen,
die man in den Zwanzigern dann erleben möchte: Reisen,
gute Ausbildung, Studium,
einen coolen Job finden, so, dann ist das erreicht,
dann geht's weiter, dann geht's
Sicherheit aufbauen, Karriere ausbauen, Haus
kaufen, bauen, Kinder
bekommen, heiraten, so, dann ist das
erledigt, dann geht's erstmal um eine Phase darum,
dass man die Kinder ein bisschen größer werden lässt,
weiter betreut,
sind noch nicht so, noch nicht alt genug, alles alleine
zu machen, so, und dann
ist auch das irgendwann erledigt und
die wenigsten haben eigentlich
für die Phase einen Plan, also
das, bis dahin weiß man ganz viele
schon sehr früh, bis dahin ist das alles
so gesellschaftlich genormt, das möchte ich alles so haben,
das haben mir meine Eltern gezeigt,
das finde ich auch alles gut so, und
ab dann kommt es zu der Punkt, wo das eben
bei vielen auffällt, wo man sagt, für die Phase
von 45 bis
80 habe ich eigentlich
keinen echten Plan,
das ist mal ganz vage gehalten
gewesen und so weiter, auf dem Weg habe
ich viele Interessen und Hobbys, die ich in den 20ern
hatte, verloren, weil dafür keine Zeit mehr
da war, und ich muss jetzt eigentlich
völlig neu, und deswegen ja auch die
Midlife-Crisis, diese
Sinnkrise in den 40ern häufig,
da muss ich jetzt neu rausfinden,
was ich in der zweiten Lebenshälfte eigentlich
für Ziele habe, und sind
wir beide da auch wirklich kompatibel?
Und wenn man dann erstmal in diesem Gedanken
der Unzufriedenheit drin ist,
und denen auch Platz und Raum gibt,
weil man sagt, ich darf auch so denken
und fühlen, und ich möchte gerne in Veränderung
gehen, merken das auch viele, wenn
man dann bei dem anderen nicht so auf,
auf Zustimmung stößt, dass man
eine Veränderung haben möchte, dass man das halt auch dann wieder
körperlich merkt, ne? Viele sagen,
dass es so eine, ja, innere Unruhe
da ist, dass man das Gefühl hat,
man kann nicht mehr richtig gut
schlafen, man hat das Gefühl,
man ist verspannt, also es fühlt sich
alles unrund an, man kommt nicht mehr
in diesen Gewohnheiten,
die ja einen auch irgendwie nerven,
aber man kommt da nicht mehr so richtig rein,
man, ja, fühlt sich auch,
jemand im Coaching sagte das mal,
ich habe das Gefühl, ich bin innerlich,
so leer und auch irgendwie ohnmächtig,
weil ich habe mir ja irgendwie meine
Gewohnheiten auch selber aufgebaut und ich finde es
ja auch nicht schlecht, aber es ist halt
nur nicht das mehr, wie ich
mir das so vorstelle, wie man eine Partnerschaft
auf Dauer
haben sollte, wenn es nur noch
davon bestimmt ist, also ein Anteil davon
wäre okay, aber nicht nur so.
Und es wird halt ja immer mehr gekürzt,
ne, das sagen ja auch viele, dann gibt es
irgendwann noch kaum noch
gemeinsame Gespräche, nur noch Tür und Angel,
organisatorische Gespräche,
es ist halt alles sehr funktionell, das ist meistens
ein schleichender Prozess.
Und dann steht das Risiko der Trennung
bevor, weil
einfach die Unzufriedenheit so groß ist
und
heutzutage
haben sehr viele Paare
immer noch einen sehr großen Anreiz,
an ihrer Partnerschaft zu arbeiten
und geben sich da wirklich viel Mühe,
auch gerade Paare, die bei uns ins
Coaching kommen, die nehmen das Ganze ja
sehr ernst, versuchen wirklich das
zu drehen und einen Weg gemeinsam
zu finden, weil sie es wirklich wollen.
Damals war es natürlich alles noch
ein bisschen schwieriger,
weil da war meistens
einer von beiden, wieder typischerweise
die Frau, eher finanziell
abhängig, da war es schwieriger
sich zu trennen,
da war damit ein größerer sozialer
Abstieg verbunden und so weiter.
Das ist ja heute
bei einigen zumindest nur bedingt der Fall.
Da ist häufig die Frau auch
sehr gut ausgebildet, hat einen super Job,
kann das Ganze alleine finanzieren,
natürlich wird das
große Haus dann vielleicht zu einer
kleinen, mittleren Wohnung erstmal und so weiter,
aber so eine echte finanzielle
Gefahr ist nicht. Das muss man natürlich
dann gegenüberstellen,
was einem wichtiger ist.
Dieses schöne,
große Haus und das Umfeld
und dafür lebe ich
so ein bisschen funktionell pragmatisch
oder ich kann mich
auf den Weg machen, neue
Sinngebung zu finden, wieder
lebendiger zu werden, habe dafür aber
eben auch eine große Chance, dass ich dann auch so ein bisschen
eben ein bisschen weniger Luxus, ein bisschen
weniger Komfort.
Wenn euch das betrifft und
ihr habt euch auch schon mal die Frage gestellt,
ist es bei euch eher Liebe oder
Gewohnheit, warum ihr noch
zusammen seid, dann meldet euch
sehr gerne bei uns für das telefonische Erstgespräch.
Das sind so 10-15 Minuten,
ihr findet da auf unserer Website
www.lebensirrlisten.de
unseren Kalender, könnt euch dort eintragen, das ist kostenfrei
und wir schauen gemeinsam,
ob und wie wir euch am besten weiterhelfen
können. In dieser Folge
haben wir keine Lösungstipps so direkt,
sondern tatsächlich Coaching-Einblicke.
Wir wollen euch mal zwei Paare
vorstellen, was für Themen hatten
die, wie haben wir das im Coaching
mit den Paaren gemeinsam gelöst,
denn daraus kann man
auch immer wieder sehr viel lernen, das ist sehr spannend.
Die Paare,
die sind
vom Namen her und von den
Inhalten her frei erfunden
beziehungsweise zusammengewürfelt, das heißt
da sind schon Dinge drin, die
in irgendwelchen Coachings wirklich mal passiert sind,
aber haben nichts mit dem vorgestellten Paar
zu tun, aber insgesamt erfüllt das
eben genau den Zweck,
dass man das eben
für sich dann in Erfahrung bringen kann,
wie man das löst und das soll natürlich
sicherstellen, dass Paare, die bei uns im Coaching
sind, nicht im Umfeld
identifiziert werden können, beziehungsweise
unser Ziel ist immer, dass nicht mal die Paare
selber sich erkennen, weil wir
eben dann aus verschiedensten Paaren
jetzt neue Paare geformt haben,
sodass das dann
als Beispiel wunderbar da ist,
aber eben kein Paar in
Verlegenheit gebracht wird, das ist ganz wichtig.
Ich war
kreativ und habe mir Jan und
Nathalie ausgedacht als Paar.
Beide Anfang 40,
zwei Kinder, sechs und acht Jahre
alt, seit 15 Jahren zusammen.
Der Alltag
von ihnen ist sehr strukturiert,
aufgebaut mit vielen Ritualen und
Routinen, die Kinder haben Hobbys,
beide arbeiten, Teilzeit,
Vollzeit, es sind die
Rollen ziemlich klar definiert in
der Familie, die Aufgaben sind verteilt
und der Urlaub
ist regelmäßig gebucht.
Und Nathalie
hat sich halt mit den Jahren gefragt, je
älter ihre Kinder wurden, ob
sie
mit den Gewohnheiten und
Ritualen und Routinen, ob
sie sich so ihr Leben weiter vorstellen
kann.
Sie ist früher gerne alleine gereist,
mal mit dem Rucksack,
war immer jemand im Freundeskreis, der
spontan und lustig beschrieben
worden ist und fühlt sich jetzt
im Alltag, in dem ganzen Konstrukt, sehr gefangen.
Jan
findet es okay und normal.
Er sagt, das ist ein Leben,
mit dem hat er gerechnet und das ist genauso
eingetroffen, wie er das gedacht hat und so ist das
nun mal ein Leben mit Kindern und
bei all seinen Arbeitskollegen ist das genauso.
Da hat kaum jemand viel Paarzeit
und so ist
das Leben in diesem Moment.
Nathalie stört halt mit der Zeit immer
mehr, dass das Abenteuer fehlt und sie sagt das
auch oder hat es ganz klar ausgesprochen und gesagt,
ich will das Abenteuer, sie möchte gerne
etwas umstrukturieren im Alltag,
sie möchte mehr Flexibilität jetzt reinbringen,
wo die Kinder älter sind, sie möchte wieder mehr
Lebensmomente, das Gefühl haben,
auch mal vielleicht alleine wieder zu verreisen,
aber auch sowas wie
Spontanität im Alltag haben, spontan
mit den Kindern mal am Wochenende
wegfahren, um das Gefühl
wieder für sich zu haben, lebendig zu sein.
Und was ihr auch ganz
klar fehlte, ist die liebevolle
Art miteinander, also
dass da mehr kleine Berührungen
im Alltag sind, mehr gemeinsame Zeit,
die ein Gefühl machen.
Die beiden haben sich bei uns gemeldet,
Jan hat dem Prozess
zugestimmt, auch wenn er sagt, er würde
sich selber nicht melden, weil er da keinen Bedarf sieht,
weil sein Leben für ihn so in Ordnung ist,
aber es natürlich ihr
zuliebe macht, weil er möchte auch, dass
sie glücklich ist und ihre
Gefühle nicht weniger werden, das
hatte sie angedeutet, dass sie halt auch merkt, dass ihre Gefühle
immer weiter zurückgehen.
Und wir haben uns dann auf den Weg gemacht, haben uns erstmal
die Beziehungslinie angeschaut,
haben uns mal angeschaut, was ist in den
letzten 15 Jahren bei den
beiden passiert, durch welche Stationen
im Leben sind sie gegangen, welche Verletzungen
sind passiert und wo haben
sie sich im Gefühl verloren, weil
bei Nathalie ja auch, wie gesagt, die Gefühle
zurückgegangen sind, welche Punkte im
Leben, welche Strukturen im Alltag machen
es aus, dass da so wenig
emotionale Verbundenheit ist.
Wir haben also viel auf der Beziehungslinie gearbeitet,
haben auch natürlich
sehr intensiv über das Thema
Wunschbeziehung gesprochen, also wie stellt
man sich seine Beziehung eigentlich vor, welche
Werte sind einem da wichtig,
was ist einem auch für die Zukunft wichtig,
wie man in 5 oder 10 Jahren, wenn die
Kinder noch älter sind, wie man sich dann eine Beziehung
vorstellt, was darf sich verändern,
was soll da bleiben
und haben dann festgestellt, dass da auch
einfach unterschiedliche Blickwinkel mit der Zeit
entstanden sind, einmal auch so
auf Materielles, aber auch einfach
auf das Thema Abenteuer, was für
jeden in seinem Bedürfnis als Abenteuer
definiert ist und
dann ging es auch ganz wieder um
die Balance zu finden zwischen
Abenteuer, was sie stark
braucht, das Gefühl lebendig zu sein,
Gefühle wieder da sein
zu haben und der Entspannung,
weil das war ein Punkt, den er dann
hervorgebracht hat, er braucht Entspannung, ihm ist es
alles zu stressig im Alltag
und wir haben natürlich auch darüber gesprochen,
dass man seine Bedürfnisse aussprechen darf,
also wenn man Bedürfnisse
nicht ausspricht, dann ist man natürlich
nicht mehr unzufrieden und dann gehen auch automatisch die Gefühle
irgendwann zurück, weil man halt unzufrieden ist,
und das haben wir alles
in den Coaching-Stunden
Stück für Stück erarbeitet,
um dann zu schauen,
was ändert sich im Gefühl bei ihr.
Das klingt dann auch
natürlich jetzt sehr abgekürzt.
Ja, natürlich, das ist jetzt ein mega schnell Durchlauf.
Eine kurze Variante, wenn man
so sagt, wir haben dann geschaut,
dass man auch über Bedürfnisse sprechen darf,
dann ist das ja nur ein kleiner Aspekt,
weil wir schauen natürlich,
gibt es Ursachen dafür, dass sie bisher nicht so über ihre
Bedürfnisse gesprochen haben, können die ihre
Bedürfnisse überhaupt selber gut erkennen und reflektieren
und dann, was
brauchen sie, um sie aussprechen zu können, auf welche
Art und Weise lernen sie wertschätzend
darüber zu sprechen und das auch
anzuerkennen, sodass es auch wirklich dann
eine Veränderung gibt, denn da gibt
es ja so viele Teilaspekte dann, die wir uns dann
gemeinsam anschauen, je nachdem, wo
wir merken, wo jetzt gerade die Hürde
ist, warum etwas nicht geht oder bis jetzt
nicht gemacht wurde.
Und die Gewohnheit, das war ihr noch wichtig,
hat sie auch zu ihm gesagt, ist an sich ja
nicht schlecht, also sie meinte auch,
das brauchen sie im Alltag natürlich auch,
in Bezug auf die Kinder, aber sie würde
halt gerne das Gefühl haben, dass es zwischen den beiden
mehr besonders ist. Und da
fehlte ihr halt so der
Drang der Veränderung,
wenn einem das in der Beziehung
fehlt.
Und er konnte damit
erst wenig anfangen, ehrlich gesagt,
was sie meint, also es ging auch ganz viel um
Übersetzung, also dass wir
in dem Rahmen nochmal definiert haben, was
meint sie, wie
kommt das bei ihm an,
so, und
haben dann festgestellt mit der Zeit, dass
er auch sie in häufig in Streitigkeiten
oder in Vorwürfen gar nicht
verstanden hat. Und er sich persönlich
gekränkt gefühlt hat, weil er nicht wusste, was sie meint.
Das war für ihn nicht greifbar.
Und er in allem nachher eine Gefahr sah,
weil er sah seine Frau, die vor allem mal sagt,
ich hab keine Gefühle mehr, konnte aber nichts ändern,
weil er hat dann angefangen, den Geschirrspüler besser
ein- und auszuräumen, er hat angefangen
irgendwas ihr abzunehmen,
wo sie sagt, das ist,
ist gar nicht das, was ich will, du verstehst mich
gar nicht, ne?
Aber das ist ja auch ganz häufig die Aufgabe,
dieses Transparenz machen
von Gefühlen und auf welche Art und
Weise spreche ich über Gefühle,
sodass der andere sie wirklich
verstehen kann. Weil es gibt ja so viele
Beispiele, wenn jemand sagt, er hat
vor etwas Angst und
jemand anderes hat die Angst nicht, dann kann er das nicht
richtig nachvollziehen.
Natürlich haben wir irgendwie so ein grobes Bild von
Angst, aber das kann ja von kleiner Sorge
bis Todesangst alles sein.
Wie genau fühlt sich das an?
Auch wenn wir beide Angst vor Spinnen hätten,
könnte die völlig unterschiedliche Hinausprägung
sein. Und erst recht, wenn ich
keine Angst vor Spinnen habe und das völlig
rational sehe und sage,
das sind kleine Tiere, die haben eher Angst
vor uns,
da braucht kein Mensch Angst vor haben, dann
kann ich noch weniger nachvollziehen, wie sich deine
Angst anfühlt, wenn du einfach nur sagst, dass du
Angst davor hast. Und genauso ist es natürlich
auch bei den Bedürfnissen oder bei
so einem Mangelgefühl. Wenn der eine
sich nicht im Mangel fühlt, sondern für den,
wenn alles okay ist, und der andere sagt,
ich fühle mich im Mangel, ich bin unzufrieden,
dann kann der andere das natürlich erstmal
gar nicht greifen. Wodurch genau
ist das so? Wie fühlt sich der Mangel an?
Ist das etwas,
was man irgendwann mal vielleicht mal
angehen sollte? Kommt das auf irgendeine To-Do-Liste?
Oder ist das etwas, was
eine gewisse Dramatik hat, wo man sagt,
hey, das ist jetzt kein
Mangel, wo man mal drüber hinweg schauen
kann, sondern ich bin wirklich sehr unzufrieden
und das auch schon lange. Wir müssen jetzt
zeitnah was verändern, ansonsten ändert es sich.
Und das merke ich schon im Gefühl
der Liebe zu dir.
Denn das ist ja auch etwas, man kennt das so
von der innerlichen Kündigung
beim Arbeitsplatz, dass man irgendwann
innerlich sagt, ich habe gekündigt und dann
baut die Motivation immer mehr ab
und man bringt sich immer weniger ein,
bis man irgendwann diesen
finalen Schritt macht, eben auch zu kündigen
und sich was Neues zu suchen.
Und innerhalb der Beziehung geht das auch, wenn man
zu häufig kein Gehör
gefunden hat, zu häufig
Versprechungen hatte, dass sich was ändert,
was sich ändern wird, aber es ändert sich nichts
und man das Gefühl hat, man dringt zum Anderen
nicht mehr durch, aber dieses
Mangelgefühl, was man in sich hat, diese Unzufriedenheit
ist so wichtig und so
groß, dann kann es auch da passieren,
dass irgendwann eine innere Trennung
eingeleitet wird, man
das ganze Thema loslässt
und die Liebe sich nach und nach abbaut
und dann ist der Punkt, wo es zu spät
ist. Wenn man dann die Trennung ausspricht,
dann kommt der Andere auf einmal in Bewegung
und merkt, oh Mann, das war ernst,
jetzt habe ich es verstanden und will kämpfen,
und der Andere sagt, ich habe mich
da innerlich schon zwei Jahre verabschiedet, ich bin
den ganzen Trennungsprozess innerlich schon durchlaufen,
das ist zu spät,
vor vier bis zwei Jahren,
da habe ich ganz oft gesagt, dass ich unzufrieden bin,
dass das so für mich nicht weitergeht
und ich hatte so oft das angesprochen,
da ging das nicht, da war die
Zeit zu kämpfen, da wollte ich
auch mit kämpfen, bin aber nicht durchgedrungen
und deswegen ist so wichtig,
weil hätte man, und das ist immer so
die Verteilung der Anteile,
ein Anteil kann auch sein,
hätte man vor zwei bis vier Jahren
gewusst, wie man über
Gefühle so spricht, dass es
beim Anderen auch wirklich ankommt,
wäre das auch ein Anteil gewesen,
der geholfen hätte.
Die haben sich halt auch emotional
schon so verloren und dass es so ein
Schwarz-Weiß-Denken hergab,
also dass er gesagt hat, was willst du denn, willst du
mit einem Drink auf Bali sitzen und dein Leben
feiern nur noch, also willst du
nur noch hier Anarchie und
alles ist locker und
so geht das Leben ja nicht,
also so dieses
sprechen in Extremen, das macht dann auch
gar keinen Sinn, wenn man dann
so dieses Schwarz-Weiß-Ding macht und sagt,
okay, also arbeiten wir jetzt nicht mehr,
sondern wandern jetzt aus, also das
ist ja alles Blödsinn, das stellt sich
ja meistens keiner vor,
also wenn doch, dann ist man selber meistens in einer
ganz großen Sinnkrise drin und muss ganz
dringend raus und weg, da hat man schon so
einen inneren Fluchtgedanken, dass man
so weg will, aber
normalerweise ist es ja so, wie du vorhin
schon sagtest, viele Gewohnheiten sind
grundsätzlich,
grundsätzlich in Ordnung und auch gut,
aber es gibt eben manche Dinge,
die sind langweilig geworden,
man fühlt sich nicht mehr lebendig, man möchte
mehr Wir-Gefühl, mehr Zugehörigkeit,
man möchte einfach nach einer meistens
längeren Phase von Sicherheit wieder
ins Abenteuer zurückkehren. Und daran haben
wir gearbeitet und das hat auch nachher, nachdem
wir diese Übersetzung,
sag ich mal, hergestellt
haben, Verletzungen aufgelöst haben,
das Fundament neu
aufgebaut haben, über die Wunschbeziehung gesprochen
haben, Strategien entwickelt haben,
wie man Bedürfnis ausspricht, gut
geklappt. Es dauerte
ein bisschen, weil man muss natürlich
auch sagen, wir brauchen dann auch das wahre
Leben und die Veränderung im Alltag,
wo beide einfach auch sich investieren dürfen,
aber
ihre Gefühle sind auch wiedergekommen.
Sie hat gemerkt, sie hat sich lebendiger gefühlt
und die haben sie auf den
richtigen Weg gemacht. Und man muss manchmal
bei demjenigen natürlich, der
sich gerade wohlfühlt
und das nicht so sehen kann,
auch erstmal so den harten
Kerl
durchbrechen. Genau. Und erstmal
so daran kommen, dass der das
Gefühl der Partnerin, des Partners
sehen kann, anerkennen
kann und auch die Motivation
hat und merkt, okay, das
wird auch für mich nachteilig werden.
Ich bin zwar jetzt noch zufrieden, aber es wird
so zwangsläufig zu Unzufriedenheit
kommen müssen, denn
irgendwann haben wir beide keinen Spaß mehr, wenn wir nicht
daran arbeiten, dass wir jetzt schon beide
Spaß haben.
Ja, dann erzähl gerne noch ein bisschen was zum zweiten
Paar. Wir haben noch ein zweites Beispiel,
mitgebracht. Genau, das zweite
Paar, Mike und Katharina,
beide Mitte 50, beide berufstätig,
erwachsene Kinder.
Zwischen den beiden gab es
jahrelang immer ein Commitment,
woran sie sich auch immer erfreut haben, dass sie gesagt haben,
wenn die Kinder aus dem Haus sind,
machen wir Sachen
für uns als Paar ganz bewusst.
Das Thema Reisen, sie wollten
so Kurztrips machen, Unternehmungen machen
und darauf haben beide
sich auch mal sehr gefreut. Das war auch ein großes Thema
im Freundeskreis immer, dass sie gesagt haben, ja,
es dauert nicht mehr lange und dann
gehören wir zu denjenigen, die dann die Welt
bereisen und unser Ding wieder machen.
Genau.
Und dann war es so weit, als die Kinder aus dem Haus
waren, das letzte Kind ausgezogen
ist zum Studieren,
verging dann etwas Zeit
und es gab keine Veränderung.
Also es gab keine großen Veränderungen,
es war einfach nur einer weniger im Haus.
Und das machte dann natürlich
mit der Zeit ein Gefühl bei Katharina,
weil sie gesagt hat, es ändert sich hier
nichts. Jetzt ist doch unsere Zeit eigentlich gekommen.
Über die wir immer gesprochen haben.
Aber irgendwie, wenn ich mal
sage, wollen wir nicht mal anfangen zu planen
oder hättest du nicht mal Lust, lass uns mal ins Reisebüro
gehen oder wollen wir spontan
mal, pack deine Sachen, wollen wir mal wegfahren.
Da war dann bei Mike eher so,
er findet es anstrengend
und er hatte dann das
Gefühl, jetzt ist vor einmal die Zeit.
Irgendwie geht mir das doch zu schnell.
Er stand ja auch noch mit dem Berufsleben
und hat gesagt, ich bin noch, er war irgendwie
jetzt vor einmal doch noch mehr gebunden,
als ich dachte an die Arbeit. Ich bin da voll
im Fokus, das sind meine besten beruflichen Jahre.
Wir müssen das nochmal schieben.
Weil wenn ich jetzt zurücktrete, aus der
ersten Reihe, da habe ich das Gefühl,
alles umsonst gemacht.
Jetzt haben sich zwar die privaten Dinge geändert,
aber die beruflichen ja noch nicht.
Ja, und dass wir hier jetzt keinen
falschen Eindruck erwecken, weil jetzt wieder
so die Frau unzufrieden ist und der Mann zufrieden.
Ach so, das war zufällig.
Woran liegt das?
Dass es aber dennoch häufiger
diese Konstellation ist,
ähm, wir haben dann Paare bei uns,
die sind so
meistens hier jetzt zum Beispiel Mitte 50,
davor so Anfang 40,
aber so grob eigentlich
so Anfang 40 bis
Ende 50.
Ist halt diese Phase, wo man nochmal so ins neue
überlegen kommt. Und
wenn du jetzt so ein paar Mitte 50 oder auch Anfang
50 hast, die waren
meistens noch recht klassisch unterwegs.
Das bedeutet, dass der Mann
eben seine Karriere nachgegangen
ist und ist mit Mitte 50,
häufig dann an dem Höhepunkt
der Position, die man so erreichen
kann. Oder hat die vielleicht
gerade noch in Aussicht. Man braucht ja
nur mal einen Politiker denken. Die sind meistens Mitte
60, wo sie die höchste Position
erreichen. Und
die Frau wiederum war ja
sehr fokussiert auf das Sozialleben.
Auf die Kinder, auf das Umfeld,
auf Freunde, auf Events organisieren
und so weiter. Wie sie auch gesagt hat, ich habe ja auch jahrelang
auf so viel verzichtet im Gefühl
und hatte keinen Ausgleich.
Aber ich wusste ja, dadurch, dass wir,
emotional immer drüber gesprochen haben,
das wird kommen, war das okay.
Okay.
Ja und dann merkt jetzt aber die Frau eben halt an diesem Punkt die größte Veränderung. Die Kinder sind groß, ziehen vielleicht aus, viele Aufgaben, um die sie sich auch sinnbringend gekümmert hat, fallen auf einmal weg und es entsteht dort eine Leere, während für den Mann sich gar nicht so viel verändert.
Und dadurch ist der Mann so in seinem Modus weiter drin und die Frau bekommt dann die Zeit und denkt nach und sagt, ja jetzt sind die Kinder aus dem Haus, vieles ist erledigt, was mache ich denn jetzt so als nächstes und guckt dann natürlich auf ihren Mann und sagt, ja jetzt ist unsere Zeit gekommen und der Mann sagt, nee noch nicht ganz, ich bin noch mit anderen Dingen beschäftigt, mir geht das anders.
Genau, das war halt genau der Punkt. Also wir sind vorgegangen so, dass wir die Verletzung aufgelöst haben.
Okay.
Und natürlich ganz bewusst auch nochmal auf die Zeit geschaut haben, als dieses Commitment geschlossen worden ist, weil das war für sie auch immer so ein Ankerpunkt, gesagt haben, ja, aber du hast mir doch sozusagen die Hand drauf gegeben, das war doch unser gemeinsamer Traum.
Und da auch nochmal zu unterscheiden, ja, es war ihre gemeinsame Vision so zu leben, aber der Zeitpunkt dafür, das war eigentlich Rückblick mit dem Wissen von heute für ihn jetzt ein fauler Kompromiss. Also man hätte noch feiner unterscheiden müssen.
Genau, genau, genau, genau, genau.
Genau, genau, genau, genau.
Aber hat in dem Moment denn nicht das ungute Gefühl ausgesprochen zu sagen, das möchte ich aber nicht jetzt.
Und das Problem ist ja auch noch nicht akut.
Genau.
Das Problem entsteht ja erst noch in der Zukunft.
Er hat halt gehofft, dass sie noch mehr Geduld hat und dass einfach die Zeit ihm in die Karten spielt.
Und er fühlte sich natürlich mit der Zeit auch immer mehr von ihr unter Druck gesetzt, weil er natürlich auch ihren Elan gemerkt hat, ihre Energie erlebt hat, dass sie in die Umsetzung kommen möchte und er einfach für sich gemerkt hat, die Arbeit bringt ihm so viel Spaß.
Das ist so toll, was da gerade passiert.
Er möchte davon nicht loslassen.
Das hat er auch nochmal klar zum Ausdruck gebracht.
Wir haben da auch ganz über die Bedürfnisse gesprochen, ob man die Bedürfnisse vielleicht auch noch anders erfüllen könnte, ob es so eine Zwischenzeit gibt, wo man sagt, okay, das Commitment löst man auf, auch ganz bewusst löst man das auf, weil es ja so nicht stimmig war und überprüft nochmal, was jetzt für beide möglich wäre im Gefühl.
Also ob man nochmal ein neues Commitment schließen könnte mit dem Wissen von heute.
Dass das andere nicht stimmig war.
Haben uns ganz lange mit dem Thema Wunschbeziehung beschäftigt.
Da kam dann auch raus, dass es doch mehr Unterschiede in der Wunschbeziehung gibt, als beide immer dachten, weil sie immer nur über große Überthemen gesprochen haben.
Also wenn ich jetzt das Thema habe Reisen, dann kann das ja von wir machen mit dem Rucksack eine Reise bis wir gehen ein schönes Städtehotel sein.
Und sie sind aber nie in diese Planung in der Tiefe gekommen, sondern ja immer nur allgemein.
In der Vision geblieben.
Da war es auch so und dann war das ein Verein von beiden mit dem Wohnmobil durch Europa Touren und der andere, der sagte, nee, ich habe mir immer vorgestellt mit dem Flugzeug durch die Welt zu reisen, ich will auf andere Kontinente und ich mag kein Wohnmobil fahren.
Und auf einmal haben sie beide gemerkt, dass sie immer darüber gesprochen haben, dass sie dann viel reisen werden und dann haben sie gemerkt, dass sie aber die Reisen in der Zukunft ganz anders ausgelegt haben.
Und dann ging das auch schnell auf die Sinnebene bei den beiden, dass sie gesagt hat, ich möchte in dem Kleinen die Freude haben und er hat gesagt, wir haben uns hier was erarbeitet und ich möchte meinen Lebensstandard auch, wenn ich neue Sachen erlebe, nicht runterschrauben, weil ich möchte den Ball behalten, ich gebe jetzt ja nochmal Gas.
Und sie haben einfach gemerkt, da ging es doch sehr weit auseinander.
Ja, Katharina hat sich dann letztendlich im Guten von ihm getrennt.
Ja, und zwei Learnings, die man sofort rausziehen kann.
Das eine ist nicht nur oberflächlich sprechen, sondern auch in die Tiefe gehen.
Was heißt das genau? Was zeigt mir, dass etwas erfüllt ist?
Also wenn man zum Beispiel Reisen nimmt, was heißt das genau?
Was zeigt mir, dass mein Wunsch, Reisen sich als erfüllt anfühlt?
Das ist bei Werten genauso. Gesundheit, was zeigt mir genau, dass ich den Wert Gesundheit erfüllt sehe?
Das kann ja völlig unterschiedlich sein.
Genau, wann fühle ich mich lebendig?
Da ging es ja auch darum, dass sie gesagt hat, ich möchte diese Gewohnheit.
Aber wie wir jetzt leben, ohne Kinder, nicht so beibehalten.
Mir ist das zu viel Gleiches im Leben.
Ich merke jetzt, jetzt sind wir noch gesund.
Jetzt können wir noch neue Dinge erleben und Lebensmomente genießen.
Und du bleibst in dem Immergleichen.
Ja, dann noch zum zweiten Learning, was ich gerade entdeckt hatte.
Ist so dieses Thema, dass ein Commitment, habe ich das Gefühl,
manche. Wie so die, die die Hochzeit sehen.
Also manche schließen ein Commitment, eine Vereinbarung, einen Kompromiss
und haben dann innerlich, glaube ich, so das Gefühl, bis dass der Tod uns scheidet,
besteht dieses Commitment.
Aber dass einem nochmal bewusst wird, wenn man sich zu etwas committet,
einen Kompromiss schließt, etwas für die Zukunft entwickelt,
eine Wunschbeziehung, Ziele und so weiter.
Immer bis die Unstimmigkeit das Ziel verändern lässt.
Also dass man immer wieder in sich hineinschaut.
Ist das, was ich damals stimmig empfand, immer noch stimmig?
Und das so früh wie möglich auszusprechen, wenn man merkt, dass es unstimmig geworden ist.
Weil das ist völlig in Ordnung, dass sich Dinge verändern und Dinge unstimmig werden.
Es wird aber gebraucht, darüber zu kommunizieren.
Weil das ist natürlich äußerst schade, wenn man lange Zeit das schon in sich spürt,
dass es unstimmig ist und das dem Partner nicht mitteilt.
Und so gar keine Veränderungschancen da waren.
Weil man hätte vielleicht vor fünf Jahren, als man das das erste Mal gemerkt hat,
hätte man ja vielleicht auch gemeinsam noch das Ruder rumreißen können
und hätte gemeinsame Lösungen gefunden.
Und jetzt heute geht das vielleicht nicht mehr, weil der Druck da ist.
Und auch der Blickwinkel auf die Gewohnheit, das fand ich auch sehr spannend.
Dass für ihn Gewohnheit, was absolut Positives war,
ihm Sicherheit gibt, damit er im Job Hochleistungen bringen kann.
Also auch nochmal die Prioritätensetzung im Leben eine ganz andere noch war.
Er hat gesagt, meine Priorität ist jetzt der Job und dafür muss das Privatleben laufen.
Und sie jetzt gesagt hat, ja, mein Job.
Und dann hat er gesagt, ja, mein Job ist das Privatleben.
Und dann hat er gesagt, wie du vorhin sagtest, so ein bisschen ist jetzt ja beendet mit dem letzten Kind, was raus ist,
obwohl sie natürlich auch berufstätig war.
Und jetzt gesagt, ich möchte jetzt den Fokus auf mein Privatleben legen und Sachen erleben.
Aber die beiden haben auch gesagt, so werden wir ja zusammen nicht glücklich,
weil sie setzt ihn immer weiter unter Druck und er möchte das einfach nicht.
Und es ist ein starker Wunsch in ihr.
Und sie hat gesagt, meine Lebenszeit läuft.
Und damit kann man auch, finde ich, sehr gut die Frage beantworten, Liebe oder Gewohnheit?
Denn wie du ja schon eingangs beschrieben hast, besteht die Liebe aus ganz vielen kleinen Bausteinen.
Dass man eben teilweise stimmige Gewohnheiten hat, dass man gemeinsame Lebensmomente hat,
dass man gemeinsame Werte und Interessen hat, dass man aber auch Zukunftsvisionen und Ziele miteinander teilt,
dass man sich freut, diese Dinge miteinander gemeinsam zu verbringen,
dass man am liebsten den anderen um sich hat.
Natürlich immer qualitativ gesehen, nicht quantitiv.
Es muss nicht sein, 24-7 den anderen um mich zu haben.
Ich darf auch ein gutes Gefühl haben, mal alleine was zu unternehmen.
Das ist völlig in Ordnung.
Aber wenn diese ganzen Dinge alle da sind, ich auch den Wunsch habe nach körperlicher Nähe,
ich merke, ich möchte auch mal die Hand des anderen halten,
ich möchte mal eng zusammensitzen beim Fernsehgucken,
ich möchte auch mit dem anderen immer noch ins Bett gehen,
dann sind das alles so Dinge, wo man sagt, okay, da ist Anziehung da,
das passt in Summe, da ist das Gefühl von Liebe da.
Wenn man aber merkt, dass man sich nicht nur mit dem anderen um sich hält,
man merkt eben, dass diese ganzen Dinge in Summe nicht mehr passen,
dann wird eben das schwierig und dann ist eben auch das Gefühl von Liebe etwas,
was man hinterfragt, weil dann bleiben am Ende eben diese pragmatischen Gewohnheiten
nur noch übrig, zu sagen, naja, also wir schaffen das eben ganz gut zusammen,
den Haushalt zu bewältigen und können für unsere Kinder ganz gut da sein.
Das ist eben das, was dann nicht mehr ausreicht.
Das ist doch ein guter Abschluss.
Wir bedanken uns fürs Zuhören und freuen uns auf die nächste Folge.
Bis bald.
Bis dann.
Podcast Summary
Key Points:
Die Frage nach Liebe oder Gewohnheit ist ein tiefes Gefühl, das sich an gemeinsamen Zielen, Lebensmomenten und emotionaler Verbundenheit orientiert.
Gewohnheiten bieten Sicherheit und Bequemlichkeit, aber fehlen oft das Gefühl von Abenteuern, Neugier und gemeinsamem Wachstum.
Ein zentrales Zeichen für Liebe ist das Wunschbeziehungsgedanke – wie man sich zukünftig im Leben vorstellt und welche Werte und Ziele man teilt.
Wenn sich die Gefühle verändern, zum Beispiel durch Unzufriedenheit oder fehlende Verbindlichkeit, wird die Liebe in den Hintergrund gerückt.
Die Beziehung verliert an Leben, wenn man nur auf Routine und Routineeffizienz achtet und keine Raum für neue Erfahrungen und gegenwärtige Freude lässt.
Offenheit bei Bedürfnissen und Gefühlen ist essenziell, um Vertrauen und emotionale Verbundenheit zu stärken.
Die Phase zwischen 40 und 60 Jahren birgt oft eine Sinnkrise, bei der die Partner sich neu fragen, was sie wirklich wollen.
Eine innere Trennung entsteht nicht plötzlich, sondern schleichend, wenn Gefühle nicht verstanden oder anerkannt werden.
Summary:
Die Frage, ob eine Beziehung aus Liebe oder Gewohnheit besteht, ist tief verwurzelt in den emotionalen und lebensnahen Erfahrungen der Partner. Während Gewohnheiten Sicherheit, Struktur und Routine bieten, verlieren sie langfristig das Gefühl von Lebendigkeit und Zugehörigkeit. Liebe entsteht nicht nur durch alltägliche Abläufe, sondern durch gemeinsame Ziele, Lebensmomente, kreative Abenteuer und eine tiefere emotionale Verbundenheit.
Wenn jedoch das Gefühl von Abenteuern verloren geht, wenn keine gemeinsame Zukunftsvision mehr existiert und die Gefühle nicht mehr ausgetauscht werden, wird die Beziehung zunehmend auf pragmatische, funktionale Grundlagen reduziert. Dies bedeutet, dass man nicht nur „funktioniert“, sondern auch wirklich lebt. Die Kernfrage ist also nicht, ob die Beziehung stabil ist, sondern ob sie auch lebendig, abenteuerlustig und emotional verbunden bleibt.
In der Beziehungspädagogik wird darauf hingewiesen, dass offene Kommunikation über Bedürfnisse, Gefühle und Werte entscheidend ist – denn nur so können beide Partner ihre eigene einzigartige Lebensvision erkunden und gemeinsam neu in eine glückliche Zukunft finden. Der Prozess ist oft schleichend: geschieht im Hintergrund durch verpasste Gespräche, fehlende Verständnis und unerkannte Unzufriedenheit. Doch wenn beide bereit sind, sich zu hinterfragen, ihre Gefühle zu erkennen und zu teilen, kann sich eine neue, lebendige Bindung entwickeln.
Die beiden Beispielpaare zeigen, wie Gewohnheiten zwar stabil sein können, aber nicht ausreichen, um eine dauerhafte, emotionale Beziehung zu gewährleisten. Es ist entscheidend, das Gefühl von „Wir“ wieder aufzubauen, auch wenn dies durch kleine Schritte, wie spontane Reisen oder gemeinsame Erfahrungen, erreicht wird. Daraus ergibt sich ein klares Bekenntnis: Liebe ist nicht nur ein Gefühl, sondern ein bewusstes, tägliches Handeln, das auf Nähe, Wachstum und gemeinsame Zukunft abzielt – und nicht auf Funktion und Bequemlichkeit.
FAQs
Du merkst es an gemeinsamen Zielen, Lebensmomenten und tiefen Gesprächen. Wenn du dich lebendig fühlst und neue Erfahrungen mit ihm teilst, spricht das für Liebe. Wenn es nur um Routine, Sicherheit und die Bequemlichkeit geht, ist es eher Gewohnheit.
Ja, Gewohnheiten bieten Sicherheit, Struktur und eine familiäre Stabilität. Sie können bequem und stabil sein, besonders in Familien mit Kindern, aber sie allein führen nicht zu einer lebendigen Beziehung.
Weil die Kinder aus dem Haus ziehen und die Lebensphasen verändern. Die alten Gewohnheiten sind nicht mehr ausreichend, und die Partner beginnen, neue Ziele und Lebensformen zu suchen, was zu einer Nachfrage nach Abenteuern und echter Verbundenheit führt.
Wenn sich die Bedürfnisse der Partner nicht ausdrücken oder verstanden werden, führt das zu Unzufriedenheit. Die Gefühle werden langsam zurückgedrückt, und ein Gefühl der Abwesenheit oder Entfremdung entsteht.
Weil verdeckte Bedürfnisse zu Missverständnissen führen und die emotionale Verbindung schädigen. Offene Kommunikation ermöglicht, dass beide Seiten sich verstanden und unterstützt fühlen.
Das bedeutet, dass die Beziehung auf praktischen Aspekten wie finanzieller Sicherheit oder Haushaltsorganisation beruht. Es fehlen Lebensmomente, gemeinsame Ziele und das Gefühl der emotionalen Verbundenheit.
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