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Beziehung aus Liebe oder Gewohnheit? So erkennt ihr, ob eure Gefühle noch echt sind!

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Beziehung aus Liebe oder Gewohnheit? So erkennt ihr, ob eure Gefühle noch echt sind!

Die Frage, ob eine Beziehung aus Liebe oder Gewohnheit besteht, ist tief verwurzelt in den emotionalen und lebensnahen Erfahrungen der Partner. Während Gewohnheiten Sicherheit, Struktur und Routine bieten, verlieren sie langfristig das Gefühl von Lebendigkeit und Zugehörigkeit. Liebe entsteht nicht nur durch alltägliche Abläufe, sondern durch gemeinsame Ziele, Lebensmomente, kreative Abenteuer und eine tiefere emotionale Verbundenheit. Wenn jedoch das Gefühl von Abenteuern verloren geht, wenn keine gemeinsame Zukunftsvision mehr existiert und die Gefühle nicht mehr ausgetauscht werden, wird die Beziehung zunehmend auf pragmatische, funktionale Grundlagen reduziert. Dies bedeutet, dass man nicht nur „funktioniert“, sondern auch wirklich lebt. Die Kernfrage ist also nicht, ob die Beziehung stabil ist, sondern ob sie auch lebendig, abenteuerlustig und emotional verbunden bleibt. In der Beziehungspädagogik wird darauf hingewiesen, dass offene Kommunikation über Bedürfnisse, Gefühle und Werte entscheidend ist – denn nur so können beide Partner ihre eigene einzigartige Lebensvision erkunden und gemeinsam neu in eine glückliche Zukunft finden. Der Prozess ist oft schleichend: geschieht im Hintergrund durch verpasste Gespräche, fehlende Verständnis und unerkannte Unzufriedenheit. Doch wenn beide bereit sind, sich zu hinterfragen, ihre Gefühle zu erkennen und zu teilen, kann sich eine neue, lebendige Bindung entwickeln. Die beiden Beispielpaare zeigen, wie Gewohnheiten zwar stabil sein können, aber nicht ausreichen, um eine dauerhafte, emotionale Beziehung zu gewährleisten. Es ist entscheidend, das Gefühl von „Wir“ wieder aufzubauen, auch wenn dies durch kleine Schritte, wie spontane Reisen oder gemeinsame Erfahrungen, erreicht wird. Daraus ergibt sich ein klares Bekenntnis: Liebe ist nicht nur ein Gefühl, sondern ein bewusstes, tägliches Handeln, das auf Nähe, Wachstum und gemeinsame Zukunft abzielt – und nicht auf Funktion und Bequemlichkeit.

Transcription

8442 Words, 50265 Characters

German
Und eine sehr wichtige Frage, die Paare immer wieder umtreibt, ist, bin ich eigentlich mit dir zusammen aus Liebe oder Gewohnheit? Ja, die Frage darfst du dir jetzt mal selber beantworten, würde ich sagen. Ich hätte jetzt gerne die Antwort von dir gehabt. Achso, aber du hast gefragt, bin ich? Die Frage, die vielleicht viel wichtiger ist dahinter, denn mit dieser Frage kommt man nämlich zur nächsten häufig, nämlich der Frage, woran erkenne ich denn den Unterschied? Woher weiß ich denn, wie kann ich denn so in mich hineinspüren und sagen, bin ich jetzt mit dir aus Liebe oder eben aus Gewohnheit zusammen? Ich würde sagen, also ich kann ja nur für mich sprechen, dass ich das immer merke an ganz vielen verschiedenen Faktoren. Also Liebe definiert sich für mich in dem Faktor, dass man gemeinsame Ziele noch hat. Dass ich noch Lust habe, mit dir etwas gemeinsam zu erleben, Lebensmomente zu haben, dass etwas Neues dazu kommt und dass nicht das Alte einfach nur bestehen bleibt. Dass ich Interesse an deinem Leben noch habe, dass wir in einer Verbundenheit sind, dass es noch tiefe Gespräche gibt, dass wir beide im besten Fall, also ich für mich dann ja auch das Gefühl habe, ich kann mich weiterentwickeln und ich bin nicht abhängig von der Gewohnheit, die man im Alltag hat. Also für mich hat das auch ein bisschen was mit. Freiheit und Autonomie zu tun, dass ich das Gefühl habe, wir sind im Wir-Gefühl und wenn ich dich anschaue und wenn wir Zeit miteinander verbringen, dann mache ich das unwahrscheinlich gerne. Und ich habe nicht im Kopf das Gefühl, dass ich denke, ach, wäre ich lieber alleine oder hätte ich lieber Freundin XY dabei, dann wäre es viel cooler. Na gut, du bist meine schlechte Alternative. Was für eine Liebeserklärung hier am Anfang heute, ne? Das ist ja. Ich habe ja allgemein von dir, dein Gefühl gesprochen, das gilt ja nicht für mich. Genau. Ein Sternchen. Ein Sternchen. Ja, das müssen wir mal rausfinden im Handy, mit wem du das denn auslebst. Genau. Mit Martina, eigentlich Martin. Ja, was auch noch wichtig ist, finde ich, bei Gewohnheit steckt ja auch so ein bisschen Bequemlichkeit drin. Kann, ne? Kann auch schön sein, ne? Gewohnheit? Ja, kann ja auch was Geborgenes geben. Ja, natürlich. Sicherheit. Das ist aber eher Sicherheit. Weil wir jetzt ja dieses, in diesem Aspekt ja eher negativ belastete Gewohnheit haben, dass man sagt, natürlich, also erstmal grundsätzlich müsste man sagen, Liebe oder Gewohnheit oder eher Liebe und Gewohnheit. Weil ich glaube nicht, dass man das, dass man sagen könnte, wenn man langjährig zusammen ist, dass man gar keine Gewohnheiten miteinander hat und gar keine, gar keine, diese Gewohnheit auch nicht genießt. Ja. Dass man sagt, wir wissen auch, was wir uns verlassen können. Was so passiert, wie Abläufe zwischen uns sind. Also alles, was so Gewohnheit ist, ist ja auch gut. Aber die Frage ist ja irgendwann, ist es nur noch die Gewohnheit oder ist auch noch Liebe da? Und das ist ja eher dann so negativ gesehen, wenn man sagt, ich bin jetzt nur noch aus Gewohnheit zusammen. Und da ist die Gewohnheit ja eben, wie gesagt, etwas, was eher mit so dieser Bequemlichkeit zusammenhängt, mit einem gewissen Pragmatismus auch. Ja, genau. Genau. Gerade in dem Coaching gehabt, wo reflektiert wurde, ob man zusammenbleiben möchte oder nicht. Und wir haben gemeinsam den Öko-Check durchgeführt und haben dann die Frage 1 bearbeitet, was ist das Gute am Jetzt? Also was ist das Gute daran, dass die beiden noch in einer Beziehung sind? Und da wurden nur pragmatische Dinge genannt. Quasi so Dinge wie, ja, wir haben ein schönes, großes Haus zusammen. Und du kannst die Person eigentlich austauschen. Wir haben dadurch finanzielle Sicherheit und so weiter. Also das ist so. Das sind also ganz viele Pragmatismus. Ja, ganz viele pragmatische Dinge, wo man dann so denkt, okay, da ist jetzt wirklich… Da muss ich immer daran denken, wir nennen ja keine Namen vom Freundes- und Familienkreis, aber an eine Person, wo die andere Person darauf gesagt hat, da kannst du dir später auch einen Pflegedienst für holen. Ja, genau. Also, wenn du jetzt mit mir zusammen sein willst, damit du im Alter nicht allein sein willst oder damit du versorgt bist, um zu sagen, ja, das kannst du dir auch einkaufen. Man hat dann nur noch diese Bequemlichkeits- und diese Sicherheitsaspekte. Ja. Dass man dann sieht, okay, das ist alles bequem. Häufig dann in Kombination. Und da kann man gut drauf schauen, finde ich, wenn ich in der Beziehung eher Bequemlichkeit, Gewohnheiten sehe und jetzt aber den Aspekt der Lebensmomente, der gemeinsamen Schönmomente, der gemeinsamen Ziele outgesourced habe. Wenn ich kompensiere, wenn ich mit Freunden zum Sport gehe, wenn ich mit Freunden alleine in Urlaub fahre. Und wie das gar nicht… Wenn wir das gar nicht mehr so miteinander machen, weil wir gar keinen Nenner mehr gemeinsam finden. Wenn ich also irgendwie alles, wo ich mich lebendig fühle und Spaß dran habe oder das meiste mit anderen Menschen mache und dass man das zu zweit gar nicht mehr macht und das auch okay ist, dass man vielleicht sagt, ja, Mensch, ich hätte mal wieder Bock, am Wochenende wegzufahren und der Partner schon sagt, ja, machst du das mit deiner Schwester oder mit deiner besten Freundin und selber schon gar nicht mehr sich in Betracht zieht, dann ist das ein Signal. Du bist mitten in der Podcast-Folge der Lebensinitiative. Ist Idealisten gelandet. Mein Name ist Florian. Ich bin Ina. Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein in eine glückliche und harmonische Beziehung. Da sind wir eben ja schon sehr tief eingestiegen in unserer Voreinleitung sozusagen. Weil es ein unglaublich spannendes Thema ist. Ich finde auch. Was sich sehr viele Paare… Was sich sehr viele Paare einfach stellen soll als Frage und was auch gar nicht so trivial zu beantworten ist. Steckt ja auch so ein bisschen in dem Scheidungsgrund, wir haben uns auseinandergelebt, drinnen, ne? Unüberbrückbare Differenzen. Ja, das ist jetzt sehr politisch ausgedrückt. Ich habe einige Politiker im Coaching gehabt, vielleicht liegt das daran. War das nicht der schleswig-holsteinische Politiker, der erstmal sagte? Den hatte ich aber nicht im Coaching. Bring ich keine Gerüchte auf. Der sagte in einem Interview, ich habe mich weiterentwickelt und meine Frau nicht. Ja, das fand ich mal ganz schlimm, genau. Stimmt, da war mal so ein Satz, der sofort bei mir Bauchschmerzen gemacht hat, wo ich dachte so, uha, ja. Das Problem ist ja in meiner Partnerschaft, dass man Gefühle hat. Und an dem Punkt kommen wir ja immer wieder im Coaching auch. Und dass man Gefühle halt nicht erzwingen kann. Gefühle können sich ändern. Sie können sich verändern mit der Zeit. Und die Gefühle… Die Gefahr natürlich besteht durch einen gewissen Alltag, den man sich aufbaut. Gerade mit Kindern, als Familie, dass man sehr viele Rituale, Routinen hat, die an sich ja auch nicht schlecht sind. Das gibt ja auch einen gewissen Rahmen der Sicherheit, der Orientierung. Aber dass es davon sehr, sehr viel gibt. Man immer nach Entspannung sucht zum Beispiel auch. Ich muss mich erholen. Aber zum Beispiel der Aspekt des Abenteuers und des Lebendigseins eher in manchen Lebensphasen sehr gering ist. Und damit auch die Gewohnheit, einen großen Anteil… Das hast du gerade gesagt, das Problem ist, dass man Gefühle hat. Das ist ein bisschen lustig. Eigentlich ist das Problem ja eher, dass man seine Gefühle reflektieren und aussprechen muss. Und sich damit immer wieder beschäftigt. Weil das ist ja das, was den meisten schwerfällt. Ich glaube, für die meisten ist das okay, Gefühle zu haben. Aber eher das Problem, oh Mann, ich muss die reflektieren und darüber sprechen. Und das fällt mir so schwer. Ich habe das gar nicht gelernt. Und da auch natürlich eine Unkontrolliertheit auch manchmal drin ist in den Gefühlen. Also gar nicht selten ist es so ja auch, dass Menschen dann bei uns im Coaching sind und sagen, ich möchte so gerne, dass sich die Gefühle des anderen doch jetzt ändern. Logik. Ganz häufig ein Thema für die Männer. Logik. Also zu sagen, das ist doch aber nicht rational. Nein, Gefühle sind nicht rational. Wenn man alles mit Logik erklären würde, dann würde zum Beispiel keiner, keinerlei Luxusmarken geben. Es macht gar keinen Sinn, sich eine Tasche von Louis Vuitton zu kaufen, weil das ist ein rein emotionales Ding. Das ist emotional aufgeladen, weil rational weiß jeder, dass Preis-Leistung für die Tasche ohne das Aufgeladene der Marke keinen Sinn ergibt. Ja. Das macht einfach keinen Sinn. Das heißt, wir können uns davon verabschieden, logisch zu handeln und in der Komplexität der Beziehungsgefühle noch mehr. Das ist also. Nicht greifbar. Ich finde das immer spannend bei den Versuchen, wenn. Meistens ist es dann in den Fällen tatsächlich die Frau, die dann ja zum Beispiel ausspricht, so jetzt müssen wir zur Paartherapie oder wir trennen uns oder die Trennung ausspricht. Und der Mann dann überrascht ist und sagt. Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Wir waren vor zwei Wochen noch im Urlaub. Wir haben uns Fahrräder gekauft. Man braucht doch keinen gemeinsamen Urlaub, wenn man. Sich dann zwei Wochen später trennen will. Das muss die doch schon gewusst haben. Ja. Und das ist so. Das meine ich mit Unterschied. So für für den Mann wäre das unlogisch, das zu tun. Wenn man plant, sich irgendwie zu trennen oder schon so in einem steckt. Und für den Mann ist dann quasi was gemeinsam kaufen. Gemeinsam einen Urlaub planen. Das sind alles logische Signale. In unserer Beziehung ist es alles in Ordnung. Und die Gewohnheit natürlich auch der Laden läuft doch zu Hause. Wieso bist du denn jetzt so unglücklich? Wir funktionieren. Funktionieren doch. Wir haben zwei gesunde Kinder, es funktioniert doch. zu der Mär im Leben. Sei doch mal dankbar. Ja, und funktionieren ist ja häufig Gewohnheit. Funktionieren heißt nicht, dass ich Lebensmomente genieße, sondern heißt eben, wie du schon sagst, es läuft. Aber wir sind ja meistens nicht miteinander zusammen und wir sind ja auch nicht auf der Welt, nur damit alles so funktioniert und läuft, sondern wir wollen ja irgendwie unserer Sinngebung entgegen gehen und wenn, da wird jetzt keiner sagen, wenn er auf dem Sterbebett liegt, ich bin so zufrieden. Unser Haus war immer sauber. Unser Garten stets gepflegt. Als Team konnten wir immer gemeinsam, ohne zu streiten, abwaschen. Am Abend war immer die To-Do-Liste wunderbar beendet. Das ist ja nicht das, was man jetzt auf dem Sterbebett sich erzählen würde, sondern dann geht man an die Lebensmomente. Ich meine, man braucht ja nur mal sein Handy durchgucken. Man geht doch nicht durch die Wohnung und sagt, oh, ist das alles sauber und macht davon Fotos und freut sich, das haben wir heute gut gemacht und fotografiert das, weil man das für die Ewigkeit festhalten möchte, sondern das machst du dann, wenn du die Sommerrodelbahn runterrauscht, dann machst du ein Foto davon. Weil dann fühlst du dich lebendig und möchtest den Moment festhalten. Das ist eben der große Unterschied. Wenn ihr schon mehrere unserer Podcast-Folgen gehört habt, dann freuen wir uns natürlich sehr, wenn ihr gute Impulse mitnehmen könnt, dadurch an eurer Beziehung arbeiten könnt. Vielleicht könnt ihr euch die Zeit nehmen, nach dieser Folge einmal bei Apple oder Spotify uns zu bewerten. Oder wenn ihr uns auf YouTube schaut, dann abonniert doch sehr gerne unseren Kanal und schreibt eine Bewertung. Das würde uns ja freuen. Ja, lass uns mal schauen, warum man sich diese Fragen stellt. Also, warum kommt man überhaupt an den Punkt, dass man sich fragt, sind wir noch aus Liebe oder aus Gewohnheit zusammen? Der erste Punkt ist häufig, dass man eine Unklarheit in den eigenen Gefühlen hat. Also, dass ich irgendwie in mir drin merke, dass da Fragen aufploppen, sowas wie, möchte ich die nächsten fünf Jahre genauso weitermachen? Bin ich glücklich? Macht mich das glücklich, so wie wir gerade mit einander leben? Haben wir genug Paarzeit? Wie verbringen wir die Paarzeit? Stelle ich mir meinen Abend auch noch mit 60 so vor, dass wir hier sitzen? Einer guckt Fernsehen, einer scrollt am Handy, beide sind erschöpft. Gibt es vielleicht, und damit meine ich jetzt gar nicht, dass man innerlich schon emotional fremd geht, aber sich die Frage so entwickelt, gibt es vielleicht aber jemanden draußen, auf dieser großen, weiten Welt, der besser zu mir passt und der besser vielleicht zu meinem Partner passt, als Partnerin, und man sich ja, glücklicher fühlen würde? Ganz häufig, aber auch getrieben dadurch, dass einer von beiden was verändern möchte und versucht, den anderen mitzureißen und das dann nicht so funktioniert. Und sehr häufig auch ausgelöst durch besondere Ereignisse im Leben. Todesfälle, Unfälle, Diagnosen, große Krisen, Konflikte. Im Umfeld trennen sich Paare und man hinterfragt nochmal seine Beziehung. Also ganz viele Dinge, die so auslösen, dass man so merkt, oh, das kann sich alles verändern. Das Leben ist endlich, so wie man sich selber hinterfragt. Umbrüche, wenn man so in den 40ern vielleicht irgendwann angekommen ist und das jüngste Kind ist 8, 9, 10, 11, 12 und man merkt, okay, wir haben als Eltern gar nicht mehr so viel zu tun. Wir treten als Eltern jetzt ein bisschen in den Hintergrund, werden immer mehr so zu Mentoren der Kinder, aber sind nicht mehr so in der alltäglichen, alltäglichen Rolle, dass wir alles tun müssen und auf einmal hat man wieder mehr Zeit. Und dann fragt man sich, wer bist du denn eigentlich? Und wer bin ich? Und was will ich jetzt eigentlich? Und das Haus ist ja auch da. Und unsere Jobs haben wir auch soweit. Wir haben auch ein bisschen Puffer. Wir haben auch jetzt Geld auf dem Sparbuch oder in Aktien und so weiter. Wir haben Sicherheit geschaffen. Und dann ist auch so die Frage, wenn man in diesem Punkt ist und mal auf seinen Alltag guckt und halt merkt, man hat relativ viele Gewohnheiten, es läuft immer gleich ab. Wie wir schon am Anfang sagten, das kann ja auch positiv sein. Man kann ja auch Sachen haben im Alltag und sagt, das finde ich schön, das ist unsere Gewohnheit, das möchte ich gerne beibehalten. Aber auch Dinge, wenn man an den Punkt kommt und denkt, ich würde gerne mal was Neues ausprobieren und der andere sagt, wieso denn? Lass uns doch einfach so alles beim Alten lassen. Und da hatte ich mal ein paar, das fand ich auch irgendwie sehr berührend, weil die Frau gesagt hat, es war irgendwie, gar nicht so, dass ich mir überlegt habe im ersten Schritt, ich möchte mit dem anderen nicht mehr zusammen sein, sondern ich aber gemerkt habe, wenn ich vorlaufe und mal sage, wir können ja heute mal woanders einkaufen gehen fürs Wochenende oder wir können ja auch mal frühstücken gehen am Wochenende und nicht zu Hause frühstücken, dass wenn wir diese Gewohnheit, also wenn ich die selber aufbrechen wollte für mich, weil ich mal was Neues erleben wollte, ich automatisch wusste, mein Partner hält an der Gewohnheit aber so starr fest, der möchte das nicht. Und ich selber, ja, deswegen auch in dieser Gewohnheit bleibe und mir das zu viel Gewohnheit irgendwann war. Und ich merke, dass die Gefühle mit der Zeit dann immer mehr zurückgegangen sind, weil ich das Leben gelebt habe, wie ich mir das vorstelle, wie man das leben würde, wenn man nicht die Möglichkeit hätte. Ja, und wenn man sich das dann gegenseitig aussprechen möchte, dann besteht da natürlich Unsicherheit. Man hat selten, vielleicht über Bedürfnisse und Wünsche gesprochen, man hat selten etwas daran verändert und dann ist natürlich einer mit mehr Antrieb da und der andere ist eben noch mehr in der Bequemlichkeit drin, was dann auch häufig eben zu einer ersten Ablehnung führt, wo man sich fragt, Mensch, was ist denn jetzt los mit dir? Warum willst du denn jetzt auf einmal so verrückte Dinge machen? Wir waren noch sonst nicht so und dann auch letztens im Coaching gehört, dass dann abgetan wird und sagt, ja Mensch, du bist da für dich in deiner Midlife-Crisis. Ich bin glücklich und zufrieden, ich brauche das alles nicht und das sind ja alles nur deine Themen. Ja, ich brauche das alles nicht, ich ist halt auch gefährlich. Ich brauche das alles nicht im Zusammenhang mit du bist undankbar. Also die Gefühle können doch nicht von heute auf morgen weg sein. Du kannst doch nicht sagen, dass die Gewohnheit, dass da jetzt nichts mehr zwischen uns ist, bist du undankbar. Und es ist ja nie so, und da gebe ich ja auch der Person damals recht, es ist ja nie so, dass die Gefühle von heute auf morgen einfach weg sind. So ist das bei Gefühlen nicht. Aber was halt trotzdem passieren kann, dass man sich im Prozess verloren hat und dass da andere vielleicht zwischendurch schon mal so Andeutungen gemacht haben, gesagt hat, Mensch, ich würde gern mal und könnten wir mal Veränderungen machen, aber da keine Offenheit war. Und man dann sich im Prozess ein Wir-Gefühl verloren hat und die Gefühle dann natürlich auch runtergehen. Ja, und als Folge fängt man an, sich selbst vielleicht mehr zu hinterfragen. Hat Selbstzweifel? Ist das alles richtig? Sind meine Bedürfnisse überzogen? Ja. Sind die in Ordnung? Darf ich mehr vom Leben und der Partnerschaft erwarten? Als nur die Gewohnheiten im Alltag und zu funktionieren? Ist das erlaubt, mehr zu wollen? Oder bin ich damit übertrieben und verlange wirklich Dinge, die völlig abstrus sind? Das Typische bei anderen ist es doch genauso. Genau, dann fängt das Vergleichen an. Wie ist es mit anderen? Dann geht aber auch das Runterspielen los. Dann sagt man, ja, die haben ja auch ihre Probleme und bei denen ist es ja genauso. Dann entdeckt man vielleicht Paare, die wirklich viel unterwegs sind, die viel machen, die eine hohe Energie haben. Die haben Glück gehabt im Leben. Die haben Glück gehabt im Leben, genau. Die haben ja ganz einfache Kinder. Die haben ihr Unternehmen, haben ganz einfache Kinder. Also es gibt dann Gründe, warum das nur bei denen so sein kann, aber bei uns nicht. Und das macht natürlich viel, viele Unsicherheiten, viele negativ belastete Reflexionen und zeigt einem selber dann so Grenzen auf, die eigentlich gar nicht da sind. Weil Fakt ist ja, man fühlt sich nicht erfüllt. Also man fühlt sich in seiner Gewohnheit nicht mehr so wohl. Es ist ein Gefühl, große Wahrscheinlichkeit auch, dann schon verloren gegangen, was man gern zurückhaben möchte. Wenn man sich vergleicht, wie war es am Anfang der Beziehung, in der Kennenlernphase, in den ersten Jahren, wo stehen wir jetzt? Dass man sagt, ich möchte gerne weniger Gewohnheit, mehr Aufregung, mehr Abenteuer, mehr Ausprobieren, mehr das Gefühl, lebendig zu sein. Ja, und wenn man dann drüber spricht und das Thema mal fokussiert, dann ist die Gefahr natürlich auch immer sehr groß, dass das wieder in den Hintergrund rückt. Dann kommt man gerade für den Moment nicht weiter und dann gibt es wieder so viele Alltagstodos, dass dann wieder ein Jahr vergangen ist und man schaut wieder drauf und denkt, Mensch, immer noch unzufrieden, doch noch nicht gelöst. Und man verschiebt und verschiebt und kommt nicht dazu, die Dinge wirklich zu verändern. Ich glaube auch, weil ganz viele einen schlecht, schlechtes Gewissen haben. Also gerade auch viele Frauen im Coaching sagen, ich mache das gar nicht aussprechen, aber mein Gefühl hat mich irgendwann dazu gezwungen, das auszusprechen, dass da keine Gefühle mehr sind. Ich habe ein schlechtes Gewissen meinen Kindern gegenüber. Wie soll ich denen denn das erklären, wenn wir uns trennen würden? Also, wie soll ich finanziell klarkommen? Wir haben hier Verpflichtungen. Wir können nicht einfach hier aus dem Haus ausziehen. Ja, und das sind natürlich die wichtigen Aspekte, die dazu gehören, dass man auf der einen Seite als Paar ein stabiles Fundament hat, dass das Gefühl von Liebe da ist, aber auch, dass man eben eine gemeinsame Wunschbeziehung hat, wo man sagt, da führt das hin, also auch mit gemeinsamen Interessen, Zielen, zumindest ausreichender Schnittmenge, dass man sagt, da haben wir letztendlich auch etwas, was uns zukünftig zusammenführt und da muss man eben aufpassen, dass man in den verschiedenen Lebensphasen weiterhin auf dem gleichen Weg bleibt. Weil natürlich in den Zwanzigern lernt man sich vielleicht kennen, dann hat man die wichtigen Ziele vor Augen, die man in den Zwanzigern dann erleben möchte: Reisen, gute Ausbildung, Studium, einen coolen Job finden, so, dann ist das erreicht, dann geht's weiter, dann geht's Sicherheit aufbauen, Karriere ausbauen, Haus kaufen, bauen, Kinder bekommen, heiraten, so, dann ist das erledigt, dann geht's erstmal um eine Phase darum, dass man die Kinder ein bisschen größer werden lässt, weiter betreut, sind noch nicht so, noch nicht alt genug, alles alleine zu machen, so, und dann ist auch das irgendwann erledigt und die wenigsten haben eigentlich für die Phase einen Plan, also das, bis dahin weiß man ganz viele schon sehr früh, bis dahin ist das alles so gesellschaftlich genormt, das möchte ich alles so haben, das haben mir meine Eltern gezeigt, das finde ich auch alles gut so, und ab dann kommt es zu der Punkt, wo das eben bei vielen auffällt, wo man sagt, für die Phase von 45 bis 80 habe ich eigentlich keinen echten Plan, das ist mal ganz vage gehalten gewesen und so weiter, auf dem Weg habe ich viele Interessen und Hobbys, die ich in den 20ern hatte, verloren, weil dafür keine Zeit mehr da war, und ich muss jetzt eigentlich völlig neu, und deswegen ja auch die Midlife-Crisis, diese Sinnkrise in den 40ern häufig, da muss ich jetzt neu rausfinden, was ich in der zweiten Lebenshälfte eigentlich für Ziele habe, und sind wir beide da auch wirklich kompatibel? Und wenn man dann erstmal in diesem Gedanken der Unzufriedenheit drin ist, und denen auch Platz und Raum gibt, weil man sagt, ich darf auch so denken und fühlen, und ich möchte gerne in Veränderung gehen, merken das auch viele, wenn man dann bei dem anderen nicht so auf, auf Zustimmung stößt, dass man eine Veränderung haben möchte, dass man das halt auch dann wieder körperlich merkt, ne? Viele sagen, dass es so eine, ja, innere Unruhe da ist, dass man das Gefühl hat, man kann nicht mehr richtig gut schlafen, man hat das Gefühl, man ist verspannt, also es fühlt sich alles unrund an, man kommt nicht mehr in diesen Gewohnheiten, die ja einen auch irgendwie nerven, aber man kommt da nicht mehr so richtig rein, man, ja, fühlt sich auch, jemand im Coaching sagte das mal, ich habe das Gefühl, ich bin innerlich, so leer und auch irgendwie ohnmächtig, weil ich habe mir ja irgendwie meine Gewohnheiten auch selber aufgebaut und ich finde es ja auch nicht schlecht, aber es ist halt nur nicht das mehr, wie ich mir das so vorstelle, wie man eine Partnerschaft auf Dauer haben sollte, wenn es nur noch davon bestimmt ist, also ein Anteil davon wäre okay, aber nicht nur so. Und es wird halt ja immer mehr gekürzt, ne, das sagen ja auch viele, dann gibt es irgendwann noch kaum noch gemeinsame Gespräche, nur noch Tür und Angel, organisatorische Gespräche, es ist halt alles sehr funktionell, das ist meistens ein schleichender Prozess. Und dann steht das Risiko der Trennung bevor, weil einfach die Unzufriedenheit so groß ist und heutzutage haben sehr viele Paare immer noch einen sehr großen Anreiz, an ihrer Partnerschaft zu arbeiten und geben sich da wirklich viel Mühe, auch gerade Paare, die bei uns ins Coaching kommen, die nehmen das Ganze ja sehr ernst, versuchen wirklich das zu drehen und einen Weg gemeinsam zu finden, weil sie es wirklich wollen. Damals war es natürlich alles noch ein bisschen schwieriger, weil da war meistens einer von beiden, wieder typischerweise die Frau, eher finanziell abhängig, da war es schwieriger sich zu trennen, da war damit ein größerer sozialer Abstieg verbunden und so weiter. Das ist ja heute bei einigen zumindest nur bedingt der Fall. Da ist häufig die Frau auch sehr gut ausgebildet, hat einen super Job, kann das Ganze alleine finanzieren, natürlich wird das große Haus dann vielleicht zu einer kleinen, mittleren Wohnung erstmal und so weiter, aber so eine echte finanzielle Gefahr ist nicht. Das muss man natürlich dann gegenüberstellen, was einem wichtiger ist. Dieses schöne, große Haus und das Umfeld und dafür lebe ich so ein bisschen funktionell pragmatisch oder ich kann mich auf den Weg machen, neue Sinngebung zu finden, wieder lebendiger zu werden, habe dafür aber eben auch eine große Chance, dass ich dann auch so ein bisschen eben ein bisschen weniger Luxus, ein bisschen weniger Komfort. Wenn euch das betrifft und ihr habt euch auch schon mal die Frage gestellt, ist es bei euch eher Liebe oder Gewohnheit, warum ihr noch zusammen seid, dann meldet euch sehr gerne bei uns für das telefonische Erstgespräch. Das sind so 10-15 Minuten, ihr findet da auf unserer Website www.lebensirrlisten.de unseren Kalender, könnt euch dort eintragen, das ist kostenfrei und wir schauen gemeinsam, ob und wie wir euch am besten weiterhelfen können. In dieser Folge haben wir keine Lösungstipps so direkt, sondern tatsächlich Coaching-Einblicke. Wir wollen euch mal zwei Paare vorstellen, was für Themen hatten die, wie haben wir das im Coaching mit den Paaren gemeinsam gelöst, denn daraus kann man auch immer wieder sehr viel lernen, das ist sehr spannend. Die Paare, die sind vom Namen her und von den Inhalten her frei erfunden beziehungsweise zusammengewürfelt, das heißt da sind schon Dinge drin, die in irgendwelchen Coachings wirklich mal passiert sind, aber haben nichts mit dem vorgestellten Paar zu tun, aber insgesamt erfüllt das eben genau den Zweck, dass man das eben für sich dann in Erfahrung bringen kann, wie man das löst und das soll natürlich sicherstellen, dass Paare, die bei uns im Coaching sind, nicht im Umfeld identifiziert werden können, beziehungsweise unser Ziel ist immer, dass nicht mal die Paare selber sich erkennen, weil wir eben dann aus verschiedensten Paaren jetzt neue Paare geformt haben, sodass das dann als Beispiel wunderbar da ist, aber eben kein Paar in Verlegenheit gebracht wird, das ist ganz wichtig. Ich war kreativ und habe mir Jan und Nathalie ausgedacht als Paar. Beide Anfang 40, zwei Kinder, sechs und acht Jahre alt, seit 15 Jahren zusammen. Der Alltag von ihnen ist sehr strukturiert, aufgebaut mit vielen Ritualen und Routinen, die Kinder haben Hobbys, beide arbeiten, Teilzeit, Vollzeit, es sind die Rollen ziemlich klar definiert in der Familie, die Aufgaben sind verteilt und der Urlaub ist regelmäßig gebucht. Und Nathalie hat sich halt mit den Jahren gefragt, je älter ihre Kinder wurden, ob sie mit den Gewohnheiten und Ritualen und Routinen, ob sie sich so ihr Leben weiter vorstellen kann. Sie ist früher gerne alleine gereist, mal mit dem Rucksack, war immer jemand im Freundeskreis, der spontan und lustig beschrieben worden ist und fühlt sich jetzt im Alltag, in dem ganzen Konstrukt, sehr gefangen. Jan findet es okay und normal. Er sagt, das ist ein Leben, mit dem hat er gerechnet und das ist genauso eingetroffen, wie er das gedacht hat und so ist das nun mal ein Leben mit Kindern und bei all seinen Arbeitskollegen ist das genauso. Da hat kaum jemand viel Paarzeit und so ist das Leben in diesem Moment. Nathalie stört halt mit der Zeit immer mehr, dass das Abenteuer fehlt und sie sagt das auch oder hat es ganz klar ausgesprochen und gesagt, ich will das Abenteuer, sie möchte gerne etwas umstrukturieren im Alltag, sie möchte mehr Flexibilität jetzt reinbringen, wo die Kinder älter sind, sie möchte wieder mehr Lebensmomente, das Gefühl haben, auch mal vielleicht alleine wieder zu verreisen, aber auch sowas wie Spontanität im Alltag haben, spontan mit den Kindern mal am Wochenende wegfahren, um das Gefühl wieder für sich zu haben, lebendig zu sein. Und was ihr auch ganz klar fehlte, ist die liebevolle Art miteinander, also dass da mehr kleine Berührungen im Alltag sind, mehr gemeinsame Zeit, die ein Gefühl machen. Die beiden haben sich bei uns gemeldet, Jan hat dem Prozess zugestimmt, auch wenn er sagt, er würde sich selber nicht melden, weil er da keinen Bedarf sieht, weil sein Leben für ihn so in Ordnung ist, aber es natürlich ihr zuliebe macht, weil er möchte auch, dass sie glücklich ist und ihre Gefühle nicht weniger werden, das hatte sie angedeutet, dass sie halt auch merkt, dass ihre Gefühle immer weiter zurückgehen. Und wir haben uns dann auf den Weg gemacht, haben uns erstmal die Beziehungslinie angeschaut, haben uns mal angeschaut, was ist in den letzten 15 Jahren bei den beiden passiert, durch welche Stationen im Leben sind sie gegangen, welche Verletzungen sind passiert und wo haben sie sich im Gefühl verloren, weil bei Nathalie ja auch, wie gesagt, die Gefühle zurückgegangen sind, welche Punkte im Leben, welche Strukturen im Alltag machen es aus, dass da so wenig emotionale Verbundenheit ist. Wir haben also viel auf der Beziehungslinie gearbeitet, haben auch natürlich sehr intensiv über das Thema Wunschbeziehung gesprochen, also wie stellt man sich seine Beziehung eigentlich vor, welche Werte sind einem da wichtig, was ist einem auch für die Zukunft wichtig, wie man in 5 oder 10 Jahren, wenn die Kinder noch älter sind, wie man sich dann eine Beziehung vorstellt, was darf sich verändern, was soll da bleiben und haben dann festgestellt, dass da auch einfach unterschiedliche Blickwinkel mit der Zeit entstanden sind, einmal auch so auf Materielles, aber auch einfach auf das Thema Abenteuer, was für jeden in seinem Bedürfnis als Abenteuer definiert ist und dann ging es auch ganz wieder um die Balance zu finden zwischen Abenteuer, was sie stark braucht, das Gefühl lebendig zu sein, Gefühle wieder da sein zu haben und der Entspannung, weil das war ein Punkt, den er dann hervorgebracht hat, er braucht Entspannung, ihm ist es alles zu stressig im Alltag und wir haben natürlich auch darüber gesprochen, dass man seine Bedürfnisse aussprechen darf, also wenn man Bedürfnisse nicht ausspricht, dann ist man natürlich nicht mehr unzufrieden und dann gehen auch automatisch die Gefühle irgendwann zurück, weil man halt unzufrieden ist, und das haben wir alles in den Coaching-Stunden Stück für Stück erarbeitet, um dann zu schauen, was ändert sich im Gefühl bei ihr. Das klingt dann auch natürlich jetzt sehr abgekürzt. Ja, natürlich, das ist jetzt ein mega schnell Durchlauf. Eine kurze Variante, wenn man so sagt, wir haben dann geschaut, dass man auch über Bedürfnisse sprechen darf, dann ist das ja nur ein kleiner Aspekt, weil wir schauen natürlich, gibt es Ursachen dafür, dass sie bisher nicht so über ihre Bedürfnisse gesprochen haben, können die ihre Bedürfnisse überhaupt selber gut erkennen und reflektieren und dann, was brauchen sie, um sie aussprechen zu können, auf welche Art und Weise lernen sie wertschätzend darüber zu sprechen und das auch anzuerkennen, sodass es auch wirklich dann eine Veränderung gibt, denn da gibt es ja so viele Teilaspekte dann, die wir uns dann gemeinsam anschauen, je nachdem, wo wir merken, wo jetzt gerade die Hürde ist, warum etwas nicht geht oder bis jetzt nicht gemacht wurde. Und die Gewohnheit, das war ihr noch wichtig, hat sie auch zu ihm gesagt, ist an sich ja nicht schlecht, also sie meinte auch, das brauchen sie im Alltag natürlich auch, in Bezug auf die Kinder, aber sie würde halt gerne das Gefühl haben, dass es zwischen den beiden mehr besonders ist. Und da fehlte ihr halt so der Drang der Veränderung, wenn einem das in der Beziehung fehlt. Und er konnte damit erst wenig anfangen, ehrlich gesagt, was sie meint, also es ging auch ganz viel um Übersetzung, also dass wir in dem Rahmen nochmal definiert haben, was meint sie, wie kommt das bei ihm an, so, und haben dann festgestellt mit der Zeit, dass er auch sie in häufig in Streitigkeiten oder in Vorwürfen gar nicht verstanden hat. Und er sich persönlich gekränkt gefühlt hat, weil er nicht wusste, was sie meint. Das war für ihn nicht greifbar. Und er in allem nachher eine Gefahr sah, weil er sah seine Frau, die vor allem mal sagt, ich hab keine Gefühle mehr, konnte aber nichts ändern, weil er hat dann angefangen, den Geschirrspüler besser ein- und auszuräumen, er hat angefangen irgendwas ihr abzunehmen, wo sie sagt, das ist, ist gar nicht das, was ich will, du verstehst mich gar nicht, ne? Aber das ist ja auch ganz häufig die Aufgabe, dieses Transparenz machen von Gefühlen und auf welche Art und Weise spreche ich über Gefühle, sodass der andere sie wirklich verstehen kann. Weil es gibt ja so viele Beispiele, wenn jemand sagt, er hat vor etwas Angst und jemand anderes hat die Angst nicht, dann kann er das nicht richtig nachvollziehen. Natürlich haben wir irgendwie so ein grobes Bild von Angst, aber das kann ja von kleiner Sorge bis Todesangst alles sein. Wie genau fühlt sich das an? Auch wenn wir beide Angst vor Spinnen hätten, könnte die völlig unterschiedliche Hinausprägung sein. Und erst recht, wenn ich keine Angst vor Spinnen habe und das völlig rational sehe und sage, das sind kleine Tiere, die haben eher Angst vor uns, da braucht kein Mensch Angst vor haben, dann kann ich noch weniger nachvollziehen, wie sich deine Angst anfühlt, wenn du einfach nur sagst, dass du Angst davor hast. Und genauso ist es natürlich auch bei den Bedürfnissen oder bei so einem Mangelgefühl. Wenn der eine sich nicht im Mangel fühlt, sondern für den, wenn alles okay ist, und der andere sagt, ich fühle mich im Mangel, ich bin unzufrieden, dann kann der andere das natürlich erstmal gar nicht greifen. Wodurch genau ist das so? Wie fühlt sich der Mangel an? Ist das etwas, was man irgendwann mal vielleicht mal angehen sollte? Kommt das auf irgendeine To-Do-Liste? Oder ist das etwas, was eine gewisse Dramatik hat, wo man sagt, hey, das ist jetzt kein Mangel, wo man mal drüber hinweg schauen kann, sondern ich bin wirklich sehr unzufrieden und das auch schon lange. Wir müssen jetzt zeitnah was verändern, ansonsten ändert es sich. Und das merke ich schon im Gefühl der Liebe zu dir. Denn das ist ja auch etwas, man kennt das so von der innerlichen Kündigung beim Arbeitsplatz, dass man irgendwann innerlich sagt, ich habe gekündigt und dann baut die Motivation immer mehr ab und man bringt sich immer weniger ein, bis man irgendwann diesen finalen Schritt macht, eben auch zu kündigen und sich was Neues zu suchen. Und innerhalb der Beziehung geht das auch, wenn man zu häufig kein Gehör gefunden hat, zu häufig Versprechungen hatte, dass sich was ändert, was sich ändern wird, aber es ändert sich nichts und man das Gefühl hat, man dringt zum Anderen nicht mehr durch, aber dieses Mangelgefühl, was man in sich hat, diese Unzufriedenheit ist so wichtig und so groß, dann kann es auch da passieren, dass irgendwann eine innere Trennung eingeleitet wird, man das ganze Thema loslässt und die Liebe sich nach und nach abbaut und dann ist der Punkt, wo es zu spät ist. Wenn man dann die Trennung ausspricht, dann kommt der Andere auf einmal in Bewegung und merkt, oh Mann, das war ernst, jetzt habe ich es verstanden und will kämpfen, und der Andere sagt, ich habe mich da innerlich schon zwei Jahre verabschiedet, ich bin den ganzen Trennungsprozess innerlich schon durchlaufen, das ist zu spät, vor vier bis zwei Jahren, da habe ich ganz oft gesagt, dass ich unzufrieden bin, dass das so für mich nicht weitergeht und ich hatte so oft das angesprochen, da ging das nicht, da war die Zeit zu kämpfen, da wollte ich auch mit kämpfen, bin aber nicht durchgedrungen und deswegen ist so wichtig, weil hätte man, und das ist immer so die Verteilung der Anteile, ein Anteil kann auch sein, hätte man vor zwei bis vier Jahren gewusst, wie man über Gefühle so spricht, dass es beim Anderen auch wirklich ankommt, wäre das auch ein Anteil gewesen, der geholfen hätte. Die haben sich halt auch emotional schon so verloren und dass es so ein Schwarz-Weiß-Denken hergab, also dass er gesagt hat, was willst du denn, willst du mit einem Drink auf Bali sitzen und dein Leben feiern nur noch, also willst du nur noch hier Anarchie und alles ist locker und so geht das Leben ja nicht, also so dieses sprechen in Extremen, das macht dann auch gar keinen Sinn, wenn man dann so dieses Schwarz-Weiß-Ding macht und sagt, okay, also arbeiten wir jetzt nicht mehr, sondern wandern jetzt aus, also das ist ja alles Blödsinn, das stellt sich ja meistens keiner vor, also wenn doch, dann ist man selber meistens in einer ganz großen Sinnkrise drin und muss ganz dringend raus und weg, da hat man schon so einen inneren Fluchtgedanken, dass man so weg will, aber normalerweise ist es ja so, wie du vorhin schon sagtest, viele Gewohnheiten sind grundsätzlich, grundsätzlich in Ordnung und auch gut, aber es gibt eben manche Dinge, die sind langweilig geworden, man fühlt sich nicht mehr lebendig, man möchte mehr Wir-Gefühl, mehr Zugehörigkeit, man möchte einfach nach einer meistens längeren Phase von Sicherheit wieder ins Abenteuer zurückkehren. Und daran haben wir gearbeitet und das hat auch nachher, nachdem wir diese Übersetzung, sag ich mal, hergestellt haben, Verletzungen aufgelöst haben, das Fundament neu aufgebaut haben, über die Wunschbeziehung gesprochen haben, Strategien entwickelt haben, wie man Bedürfnis ausspricht, gut geklappt. Es dauerte ein bisschen, weil man muss natürlich auch sagen, wir brauchen dann auch das wahre Leben und die Veränderung im Alltag, wo beide einfach auch sich investieren dürfen, aber ihre Gefühle sind auch wiedergekommen. Sie hat gemerkt, sie hat sich lebendiger gefühlt und die haben sie auf den richtigen Weg gemacht. Und man muss manchmal bei demjenigen natürlich, der sich gerade wohlfühlt und das nicht so sehen kann, auch erstmal so den harten Kerl durchbrechen. Genau. Und erstmal so daran kommen, dass der das Gefühl der Partnerin, des Partners sehen kann, anerkennen kann und auch die Motivation hat und merkt, okay, das wird auch für mich nachteilig werden. Ich bin zwar jetzt noch zufrieden, aber es wird so zwangsläufig zu Unzufriedenheit kommen müssen, denn irgendwann haben wir beide keinen Spaß mehr, wenn wir nicht daran arbeiten, dass wir jetzt schon beide Spaß haben. Ja, dann erzähl gerne noch ein bisschen was zum zweiten Paar. Wir haben noch ein zweites Beispiel, mitgebracht. Genau, das zweite Paar, Mike und Katharina, beide Mitte 50, beide berufstätig, erwachsene Kinder. Zwischen den beiden gab es jahrelang immer ein Commitment, woran sie sich auch immer erfreut haben, dass sie gesagt haben, wenn die Kinder aus dem Haus sind, machen wir Sachen für uns als Paar ganz bewusst. Das Thema Reisen, sie wollten so Kurztrips machen, Unternehmungen machen und darauf haben beide sich auch mal sehr gefreut. Das war auch ein großes Thema im Freundeskreis immer, dass sie gesagt haben, ja, es dauert nicht mehr lange und dann gehören wir zu denjenigen, die dann die Welt bereisen und unser Ding wieder machen. Genau. Und dann war es so weit, als die Kinder aus dem Haus waren, das letzte Kind ausgezogen ist zum Studieren, verging dann etwas Zeit und es gab keine Veränderung. Also es gab keine großen Veränderungen, es war einfach nur einer weniger im Haus. Und das machte dann natürlich mit der Zeit ein Gefühl bei Katharina, weil sie gesagt hat, es ändert sich hier nichts. Jetzt ist doch unsere Zeit eigentlich gekommen. Über die wir immer gesprochen haben. Aber irgendwie, wenn ich mal sage, wollen wir nicht mal anfangen zu planen oder hättest du nicht mal Lust, lass uns mal ins Reisebüro gehen oder wollen wir spontan mal, pack deine Sachen, wollen wir mal wegfahren. Da war dann bei Mike eher so, er findet es anstrengend und er hatte dann das Gefühl, jetzt ist vor einmal die Zeit. Irgendwie geht mir das doch zu schnell. Er stand ja auch noch mit dem Berufsleben und hat gesagt, ich bin noch, er war irgendwie jetzt vor einmal doch noch mehr gebunden, als ich dachte an die Arbeit. Ich bin da voll im Fokus, das sind meine besten beruflichen Jahre. Wir müssen das nochmal schieben. Weil wenn ich jetzt zurücktrete, aus der ersten Reihe, da habe ich das Gefühl, alles umsonst gemacht. Jetzt haben sich zwar die privaten Dinge geändert, aber die beruflichen ja noch nicht. Ja, und dass wir hier jetzt keinen falschen Eindruck erwecken, weil jetzt wieder so die Frau unzufrieden ist und der Mann zufrieden. Ach so, das war zufällig. Woran liegt das? Dass es aber dennoch häufiger diese Konstellation ist, ähm, wir haben dann Paare bei uns, die sind so meistens hier jetzt zum Beispiel Mitte 50, davor so Anfang 40, aber so grob eigentlich so Anfang 40 bis Ende 50. Ist halt diese Phase, wo man nochmal so ins neue überlegen kommt. Und wenn du jetzt so ein paar Mitte 50 oder auch Anfang 50 hast, die waren meistens noch recht klassisch unterwegs. Das bedeutet, dass der Mann eben seine Karriere nachgegangen ist und ist mit Mitte 50, häufig dann an dem Höhepunkt der Position, die man so erreichen kann. Oder hat die vielleicht gerade noch in Aussicht. Man braucht ja nur mal einen Politiker denken. Die sind meistens Mitte 60, wo sie die höchste Position erreichen. Und die Frau wiederum war ja sehr fokussiert auf das Sozialleben. Auf die Kinder, auf das Umfeld, auf Freunde, auf Events organisieren und so weiter. Wie sie auch gesagt hat, ich habe ja auch jahrelang auf so viel verzichtet im Gefühl und hatte keinen Ausgleich. Aber ich wusste ja, dadurch, dass wir, emotional immer drüber gesprochen haben, das wird kommen, war das okay. Okay. Ja und dann merkt jetzt aber die Frau eben halt an diesem Punkt die größte Veränderung. Die Kinder sind groß, ziehen vielleicht aus, viele Aufgaben, um die sie sich auch sinnbringend gekümmert hat, fallen auf einmal weg und es entsteht dort eine Leere, während für den Mann sich gar nicht so viel verändert. Und dadurch ist der Mann so in seinem Modus weiter drin und die Frau bekommt dann die Zeit und denkt nach und sagt, ja jetzt sind die Kinder aus dem Haus, vieles ist erledigt, was mache ich denn jetzt so als nächstes und guckt dann natürlich auf ihren Mann und sagt, ja jetzt ist unsere Zeit gekommen und der Mann sagt, nee noch nicht ganz, ich bin noch mit anderen Dingen beschäftigt, mir geht das anders. Genau, das war halt genau der Punkt. Also wir sind vorgegangen so, dass wir die Verletzung aufgelöst haben. Okay. Und natürlich ganz bewusst auch nochmal auf die Zeit geschaut haben, als dieses Commitment geschlossen worden ist, weil das war für sie auch immer so ein Ankerpunkt, gesagt haben, ja, aber du hast mir doch sozusagen die Hand drauf gegeben, das war doch unser gemeinsamer Traum. Und da auch nochmal zu unterscheiden, ja, es war ihre gemeinsame Vision so zu leben, aber der Zeitpunkt dafür, das war eigentlich Rückblick mit dem Wissen von heute für ihn jetzt ein fauler Kompromiss. Also man hätte noch feiner unterscheiden müssen. Genau, genau, genau, genau, genau. Genau, genau, genau, genau. Aber hat in dem Moment denn nicht das ungute Gefühl ausgesprochen zu sagen, das möchte ich aber nicht jetzt. Und das Problem ist ja auch noch nicht akut. Genau. Das Problem entsteht ja erst noch in der Zukunft. Er hat halt gehofft, dass sie noch mehr Geduld hat und dass einfach die Zeit ihm in die Karten spielt. Und er fühlte sich natürlich mit der Zeit auch immer mehr von ihr unter Druck gesetzt, weil er natürlich auch ihren Elan gemerkt hat, ihre Energie erlebt hat, dass sie in die Umsetzung kommen möchte und er einfach für sich gemerkt hat, die Arbeit bringt ihm so viel Spaß. Das ist so toll, was da gerade passiert. Er möchte davon nicht loslassen. Das hat er auch nochmal klar zum Ausdruck gebracht. Wir haben da auch ganz über die Bedürfnisse gesprochen, ob man die Bedürfnisse vielleicht auch noch anders erfüllen könnte, ob es so eine Zwischenzeit gibt, wo man sagt, okay, das Commitment löst man auf, auch ganz bewusst löst man das auf, weil es ja so nicht stimmig war und überprüft nochmal, was jetzt für beide möglich wäre im Gefühl. Also ob man nochmal ein neues Commitment schließen könnte mit dem Wissen von heute. Dass das andere nicht stimmig war. Haben uns ganz lange mit dem Thema Wunschbeziehung beschäftigt. Da kam dann auch raus, dass es doch mehr Unterschiede in der Wunschbeziehung gibt, als beide immer dachten, weil sie immer nur über große Überthemen gesprochen haben. Also wenn ich jetzt das Thema habe Reisen, dann kann das ja von wir machen mit dem Rucksack eine Reise bis wir gehen ein schönes Städtehotel sein. Und sie sind aber nie in diese Planung in der Tiefe gekommen, sondern ja immer nur allgemein. In der Vision geblieben. Da war es auch so und dann war das ein Verein von beiden mit dem Wohnmobil durch Europa Touren und der andere, der sagte, nee, ich habe mir immer vorgestellt mit dem Flugzeug durch die Welt zu reisen, ich will auf andere Kontinente und ich mag kein Wohnmobil fahren. Und auf einmal haben sie beide gemerkt, dass sie immer darüber gesprochen haben, dass sie dann viel reisen werden und dann haben sie gemerkt, dass sie aber die Reisen in der Zukunft ganz anders ausgelegt haben. Und dann ging das auch schnell auf die Sinnebene bei den beiden, dass sie gesagt hat, ich möchte in dem Kleinen die Freude haben und er hat gesagt, wir haben uns hier was erarbeitet und ich möchte meinen Lebensstandard auch, wenn ich neue Sachen erlebe, nicht runterschrauben, weil ich möchte den Ball behalten, ich gebe jetzt ja nochmal Gas. Und sie haben einfach gemerkt, da ging es doch sehr weit auseinander. Ja, Katharina hat sich dann letztendlich im Guten von ihm getrennt. Ja, und zwei Learnings, die man sofort rausziehen kann. Das eine ist nicht nur oberflächlich sprechen, sondern auch in die Tiefe gehen. Was heißt das genau? Was zeigt mir, dass etwas erfüllt ist? Also wenn man zum Beispiel Reisen nimmt, was heißt das genau? Was zeigt mir, dass mein Wunsch, Reisen sich als erfüllt anfühlt? Das ist bei Werten genauso. Gesundheit, was zeigt mir genau, dass ich den Wert Gesundheit erfüllt sehe? Das kann ja völlig unterschiedlich sein. Genau, wann fühle ich mich lebendig? Da ging es ja auch darum, dass sie gesagt hat, ich möchte diese Gewohnheit. Aber wie wir jetzt leben, ohne Kinder, nicht so beibehalten. Mir ist das zu viel Gleiches im Leben. Ich merke jetzt, jetzt sind wir noch gesund. Jetzt können wir noch neue Dinge erleben und Lebensmomente genießen. Und du bleibst in dem Immergleichen. Ja, dann noch zum zweiten Learning, was ich gerade entdeckt hatte. Ist so dieses Thema, dass ein Commitment, habe ich das Gefühl, manche. Wie so die, die die Hochzeit sehen. Also manche schließen ein Commitment, eine Vereinbarung, einen Kompromiss und haben dann innerlich, glaube ich, so das Gefühl, bis dass der Tod uns scheidet, besteht dieses Commitment. Aber dass einem nochmal bewusst wird, wenn man sich zu etwas committet, einen Kompromiss schließt, etwas für die Zukunft entwickelt, eine Wunschbeziehung, Ziele und so weiter. Immer bis die Unstimmigkeit das Ziel verändern lässt. Also dass man immer wieder in sich hineinschaut. Ist das, was ich damals stimmig empfand, immer noch stimmig? Und das so früh wie möglich auszusprechen, wenn man merkt, dass es unstimmig geworden ist. Weil das ist völlig in Ordnung, dass sich Dinge verändern und Dinge unstimmig werden. Es wird aber gebraucht, darüber zu kommunizieren. Weil das ist natürlich äußerst schade, wenn man lange Zeit das schon in sich spürt, dass es unstimmig ist und das dem Partner nicht mitteilt. Und so gar keine Veränderungschancen da waren. Weil man hätte vielleicht vor fünf Jahren, als man das das erste Mal gemerkt hat, hätte man ja vielleicht auch gemeinsam noch das Ruder rumreißen können und hätte gemeinsame Lösungen gefunden. Und jetzt heute geht das vielleicht nicht mehr, weil der Druck da ist. Und auch der Blickwinkel auf die Gewohnheit, das fand ich auch sehr spannend. Dass für ihn Gewohnheit, was absolut Positives war, ihm Sicherheit gibt, damit er im Job Hochleistungen bringen kann. Also auch nochmal die Prioritätensetzung im Leben eine ganz andere noch war. Er hat gesagt, meine Priorität ist jetzt der Job und dafür muss das Privatleben laufen. Und sie jetzt gesagt hat, ja, mein Job. Und dann hat er gesagt, ja, mein Job ist das Privatleben. Und dann hat er gesagt, wie du vorhin sagtest, so ein bisschen ist jetzt ja beendet mit dem letzten Kind, was raus ist, obwohl sie natürlich auch berufstätig war. Und jetzt gesagt, ich möchte jetzt den Fokus auf mein Privatleben legen und Sachen erleben. Aber die beiden haben auch gesagt, so werden wir ja zusammen nicht glücklich, weil sie setzt ihn immer weiter unter Druck und er möchte das einfach nicht. Und es ist ein starker Wunsch in ihr. Und sie hat gesagt, meine Lebenszeit läuft. Und damit kann man auch, finde ich, sehr gut die Frage beantworten, Liebe oder Gewohnheit? Denn wie du ja schon eingangs beschrieben hast, besteht die Liebe aus ganz vielen kleinen Bausteinen. Dass man eben teilweise stimmige Gewohnheiten hat, dass man gemeinsame Lebensmomente hat, dass man gemeinsame Werte und Interessen hat, dass man aber auch Zukunftsvisionen und Ziele miteinander teilt, dass man sich freut, diese Dinge miteinander gemeinsam zu verbringen, dass man am liebsten den anderen um sich hat. Natürlich immer qualitativ gesehen, nicht quantitiv. Es muss nicht sein, 24-7 den anderen um mich zu haben. Ich darf auch ein gutes Gefühl haben, mal alleine was zu unternehmen. Das ist völlig in Ordnung. Aber wenn diese ganzen Dinge alle da sind, ich auch den Wunsch habe nach körperlicher Nähe, ich merke, ich möchte auch mal die Hand des anderen halten, ich möchte mal eng zusammensitzen beim Fernsehgucken, ich möchte auch mit dem anderen immer noch ins Bett gehen, dann sind das alles so Dinge, wo man sagt, okay, da ist Anziehung da, das passt in Summe, da ist das Gefühl von Liebe da. Wenn man aber merkt, dass man sich nicht nur mit dem anderen um sich hält, man merkt eben, dass diese ganzen Dinge in Summe nicht mehr passen, dann wird eben das schwierig und dann ist eben auch das Gefühl von Liebe etwas, was man hinterfragt, weil dann bleiben am Ende eben diese pragmatischen Gewohnheiten nur noch übrig, zu sagen, naja, also wir schaffen das eben ganz gut zusammen, den Haushalt zu bewältigen und können für unsere Kinder ganz gut da sein. Das ist eben das, was dann nicht mehr ausreicht. Das ist doch ein guter Abschluss. Wir bedanken uns fürs Zuhören und freuen uns auf die nächste Folge. Bis bald. Bis dann.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Die Frage nach Liebe oder Gewohnheit ist ein tiefes Gefühl, das sich an gemeinsamen Zielen, Lebensmomenten und emotionaler Verbundenheit orientiert.
  2. Gewohnheiten bieten Sicherheit und Bequemlichkeit, aber fehlen oft das Gefühl von Abenteuern, Neugier und gemeinsamem Wachstum.
  3. Ein zentrales Zeichen für Liebe ist das Wunschbeziehungsgedanke – wie man sich zukünftig im Leben vorstellt und welche Werte und Ziele man teilt.
  4. Wenn sich die Gefühle verändern, zum Beispiel durch Unzufriedenheit oder fehlende Verbindlichkeit, wird die Liebe in den Hintergrund gerückt.
  5. Die Beziehung verliert an Leben, wenn man nur auf Routine und Routineeffizienz achtet und keine Raum für neue Erfahrungen und gegenwärtige Freude lässt.
  6. Offenheit bei Bedürfnissen und Gefühlen ist essenziell, um Vertrauen und emotionale Verbundenheit zu stärken.
  7. Die Phase zwischen 40 und 60 Jahren birgt oft eine Sinnkrise, bei der die Partner sich neu fragen, was sie wirklich wollen.
  8. Eine innere Trennung entsteht nicht plötzlich, sondern schleichend, wenn Gefühle nicht verstanden oder anerkannt werden.

Summary:

Die Frage, ob eine Beziehung aus Liebe oder Gewohnheit besteht, ist tief verwurzelt in den emotionalen und lebensnahen Erfahrungen der Partner. Während Gewohnheiten Sicherheit, Struktur und Routine bieten, verlieren sie langfristig das Gefühl von Lebendigkeit und Zugehörigkeit. Liebe entsteht nicht nur durch alltägliche Abläufe, sondern durch gemeinsame Ziele, Lebensmomente, kreative Abenteuer und eine tiefere emotionale Verbundenheit.

Wenn jedoch das Gefühl von Abenteuern verloren geht, wenn keine gemeinsame Zukunftsvision mehr existiert und die Gefühle nicht mehr ausgetauscht werden, wird die Beziehung zunehmend auf pragmatische, funktionale Grundlagen reduziert. Dies bedeutet, dass man nicht nur „funktioniert“, sondern auch wirklich lebt. Die Kernfrage ist also nicht, ob die Beziehung stabil ist, sondern ob sie auch lebendig, abenteuerlustig und emotional verbunden bleibt.

In der Beziehungspädagogik wird darauf hingewiesen, dass offene Kommunikation über Bedürfnisse, Gefühle und Werte entscheidend ist – denn nur so können beide Partner ihre eigene einzigartige Lebensvision erkunden und gemeinsam neu in eine glückliche Zukunft finden. Der Prozess ist oft schleichend: geschieht im Hintergrund durch verpasste Gespräche, fehlende Verständnis und unerkannte Unzufriedenheit. Doch wenn beide bereit sind, sich zu hinterfragen, ihre Gefühle zu erkennen und zu teilen, kann sich eine neue, lebendige Bindung entwickeln.

Die beiden Beispielpaare zeigen, wie Gewohnheiten zwar stabil sein können, aber nicht ausreichen, um eine dauerhafte, emotionale Beziehung zu gewährleisten. Es ist entscheidend, das Gefühl von „Wir“ wieder aufzubauen, auch wenn dies durch kleine Schritte, wie spontane Reisen oder gemeinsame Erfahrungen, erreicht wird. Daraus ergibt sich ein klares Bekenntnis: Liebe ist nicht nur ein Gefühl, sondern ein bewusstes, tägliches Handeln, das auf Nähe, Wachstum und gemeinsame Zukunft abzielt – und nicht auf Funktion und Bequemlichkeit.

FAQs

Du merkst es an gemeinsamen Zielen, Lebensmomenten und tiefen Gesprächen. Wenn du dich lebendig fühlst und neue Erfahrungen mit ihm teilst, spricht das für Liebe. Wenn es nur um Routine, Sicherheit und die Bequemlichkeit geht, ist es eher Gewohnheit.

Ja, Gewohnheiten bieten Sicherheit, Struktur und eine familiäre Stabilität. Sie können bequem und stabil sein, besonders in Familien mit Kindern, aber sie allein führen nicht zu einer lebendigen Beziehung.

Weil die Kinder aus dem Haus ziehen und die Lebensphasen verändern. Die alten Gewohnheiten sind nicht mehr ausreichend, und die Partner beginnen, neue Ziele und Lebensformen zu suchen, was zu einer Nachfrage nach Abenteuern und echter Verbundenheit führt.

Wenn sich die Bedürfnisse der Partner nicht ausdrücken oder verstanden werden, führt das zu Unzufriedenheit. Die Gefühle werden langsam zurückgedrückt, und ein Gefühl der Abwesenheit oder Entfremdung entsteht.

Weil verdeckte Bedürfnisse zu Missverständnissen führen und die emotionale Verbindung schädigen. Offene Kommunikation ermöglicht, dass beide Seiten sich verstanden und unterstützt fühlen.

Das bedeutet, dass die Beziehung auf praktischen Aspekten wie finanzieller Sicherheit oder Haushaltsorganisation beruht. Es fehlen Lebensmomente, gemeinsame Ziele und das Gefühl der emotionalen Verbundenheit.

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