Bedürfnisse aussprechen: Darum ist das in einer Beziehung so wichtig!
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In dieser Folge wird das Thema offene Bedürfnis-Kommunikation in einer Beziehung thematisiert, da es entscheidend ist, um gegenseitiges Verständnis, Wertschätzung und emotionale Verbundenheit aufzubauen. Bei vielen Paaren entstehen Missverständnisse, weil eine Person ihre Bedürfnisse nicht ausdrücken kann, während die andere sie interpretiert. Dies führt zu Verletzungen, faulen Kompromissen und einem langsamen Verlust der Beziehungssicherheit. Die Wurzeln dieser Schwierigkeiten liegen oft in der Kindheit und der Erziehung, wo Bedürfnisse nicht anerkannt wurden. Um dies zu verändern, wird empfohlen, gemeinsam in die Vergangenheit zu schauen, um Ursachen zu erkennen und eine neue, positive Haltung zu entwickeln. Dazu gehören klare Kommunikationsstrukturen wie „Kann, Darf, Will“ und regelmäßige Rückfragen wie „Gehst du gut? Fühlst du dich wohl?“. Diese Strategien stärken die gegenseitige Anerkennung und verhindern, dass Bedürfnisse nur durch Interpretation verarbeitet werden. Die Sorge vor negativen Reaktionen wird durch eine sichere, reflektierte und wertschätzende Kommunikationskultur überwunden. Ein erster Schritt ist ein telefonisches Erstgespräch, um gemeinsam die passende Unterstützung zu finden und die Beziehung auf einem stimmigen und verbundenen Fundament zu stützen.
Hallo und herzlich willkommen zu dieser neuen Folge bei den Lebensidealisten.
In dieser Folge geht es darum, Bedürfnisse auszusprechen.
Darum ist dies in einer Beziehung sehr wichtig.
Mein Name ist Florian.
Ich bin Ina.
Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise,
hinein in eine glückliche und harmonische Beziehung.
In einer Beziehung wünschen sich ja eigentlich immer beide Seiten,
dass man aufeinander eingeht und dass keiner sich in den Vordergrund drängt,
sondern dass alle Bedürfnisse, also vielleicht auch die, wenn es Kinder gibt,
auch gleichwertig angesehen werden.
Allerdings ist das nicht immer so leicht,
weil nicht jeder halt auch Bedürfnisse hervorbringen kann
und der eine ein bisschen besser, der andere weniger.
Und manche tendieren dann dazu, die Bedürfnisse nicht richtig auszusprechen.
Und was das dann halt macht in einer Beziehung,
wenn Bedürfnisse nicht gut hervorgebracht werden,
können, darüber möchten wir einmal in dieser Podcast-Folge mit euch sprechen.
Und natürlich, was ihr tun könnt, um Bedürfnisse besser auszusprechen.
Das sowieso.
Ich möchte nochmal ganz kurz einwerfen,
eine Frage, die uns gerade immer wieder gestellt wird.
Ja, bei uns gibt es Online-Coachings oder Online-Paartherapien.
Also man muss die nicht bei uns vor Ort in Neumünster durchführen,
sondern sehr gerne auch online.
Die meisten unserer Coachings finden inzwischen online statt.
Und ihr findet bei uns auf der Website,
den Menüpunkt Termine, Preise.
Da könnt ihr sehen, wie bei uns der Ablauf ist,
wenn ihr in ein Coaching möchtet.
Und ihr könnt eben auch entdecken, wie unsere Preismodelle sind.
Und startet bei uns mit einem telefonischen Erstgespräch,
kommt dann in einen Videocall zum Kennenlernen,
wo ihr euren Coach und eure Coachin persönlich kennenlernen könnt.
Das ist für euch kostenlos und unverbindlich.
Und ihr schaut, ob eben Sympathie, Kompetenz, Methodik
für euch wirklich passend ist.
Und dann geht es darum zu schauen, welches Paket wäre für euch der beste.
Das ist der richtige Rahmen.
Das nur mal so als kurzen Einwurf,
weil tatsächlich, obwohl wir es auf der Website stehen haben,
das in den letzten zwei, drei Wochen ganz, ganz häufig gefragt wurde,
als Startfrage, kann man auch ein Online-Coaching-Board machen?
Und ja, das geht.
Okay, kommen wir nochmal zurück zum eigentlichen Thema Bedürfnisse.
Ja, das war mir gerade ein Bedürfnis, das einmal auszusprechen.
Genau, das war dein Bedürfnis, das hast du gemacht, sehr gut.
Also das zeigt ja auch schon, jeder Mensch trägt ja Bedürfnisse in sich.
Aber, und da kommt jetzt ja das Aber,
mit den Bedürfnissen, da gibt es so ein Problem.
Naja, wann gibt es das Problem,
wenn man diese nicht richtig zeigt oder aussprechen kann?
Genau.
Das ist ja immer so die Schwierigkeit.
Und man hofft ja immer, dass der andere einem das von den Augen abliest.
Ja gut, das ist ja so eine romantische Filmvorstellung.
Genau, dass man aber denkt, okay, man kennt sich doch so lange,
man ist aufeinander eingestimmt, das ist doch klar, was man möchte.
Und ich glaube, ich hoffe, ich komme da jetzt nicht gleich zu sehr in die Tiefe,
dass man sich nicht so lange einstimmt.
Und das ist halt auch so eine Sache ist,
dass wenn man das nie gelernt hat, seine Bedürfnisse hervorzubringen,
dass einem das halt in der Partnerschaft dann vor die Füße fallen kann.
Weil da wird das manchmal aktiv gefordert.
Die Frage ist ja, wie kann man denn dahin kommen,
dass man Wünsche und Bedürfnisse dem anderen wirklich besser ansehen kann
oder genauer weiß, was die Bedürfnisse des anderen sind.
Das funktioniert ja nur durch einen Lernprozess,
in dem die Bedürfnisse mal klar,
formuliert und ausgesprochen worden sind.
Wenn das der Fall ist, dann kann ich natürlich auch irgendwann gewisse Dinge erahnen.
Also, und die Erfahrung zeigt es ja auch.
Ich weiß eben vielleicht, welches Restaurant du magst,
welches Essen du bevorzugst und so weiter, wo ich was buchen kann.
Aber auch viele andere Dinge weiß man ja dadurch,
dass wir die Bedürfnisse offen ausgesprochen und abgeglichen haben,
was okay ist und was nicht okay ist.
Oder wenn es darum geht, am Samstagabend,
fragen Freunde, ob sie vorbeikommen dürfen.
Und wir haben dort Zeit, dann brauchst du nicht fragen, ob das okay ist,
sondern du weißt, dass das okay ist,
weil wir vorher gewisse Dinge miteinander abgestimmt haben
und die Bedürfnisse recht klar sind.
Aber wenn die natürlich schwammig geblieben sind
und nie so richtig ausgesprochen worden sind,
dann tappt man da natürlich auch im Dunkeln
und landet ja auch häufiger mal vielleicht in einem Fettnäpfchen drin,
weil man eben da Unklarheit drüber hat.
Perfekte Einleitung.
Ich würde nämlich jetzt mal ein Coaching-Beispiel bringen.
Das hatte ich jetzt gerade recht aktuell.
Da ging es auch um das Thema,
das Thema Bedürfnisse, dass einer von beiden
ganz, ganz schwer die eigenen Bedürfnisse äußern kann.
Habe ich auch gerade.
Ja, die andere Person, die kann das sehr gut.
Die hat das gelernt in der Kindheit,
für sich einzustehen, zu sagen, was man möchte,
zu sagen, was man nicht möchte.
Und die andere Person, der fällt es halt sehr schwer,
die Bedürfnisse hervorzubringen.
Da hat sich so eine Dynamik,
die sind doch schon mehrere Jahre zusammenentwickelt,
dass dadurch, dass er in dem Fall
seine Bedürfnisse nicht aussprechen kann,
sie angefangen hat zu überleben.
Zu interpretieren.
Also natürlich gesagt hat,
okay, ich dachte, du magst es nicht,
wenn die Kinder Übernachtungsbesuch haben,
dass dich das zu doll stresst,
wenn du zu Hause arbeitest.
Deswegen sagen wir das immer ab.
Und beim Coaching gab es halt mehrere Situationen,
wo sie ihn sozusagen
erklären wollte,
warum er so handelt, warum sein Bedürfnis ist.
Und er saß dann und hat gesagt,
das, was du machst, das ist alles Interpretation.
Das sehe ich so gar nicht.
Oder ich handele aus einem ganz anderen Grund,
wie du denkst.
Mein Bedürfnis hat andere Hintergründe.
Das ist ganz spannend, weil
am Anfang fand sie das natürlich schwierig
und ist auch so ein bisschen gegen angegangen.
Nachher hat sie gesagt, ja, aber ich mache das ja nur,
wie wir immer sagen, jeder Mensch handelt
in positiver Absicht, weil ich ja dein Bedürfnis nicht weiß.
Dann sag doch bitte dein Bedürfnis.
Ich möchte ja eigentlich klare Strukturen,
das Gefühl zu haben,
wir tun uns gut,
aber ich versuche halt zu raten,
was du möchtest.
Und das macht natürlich auch hilflos und auch traurig.
Und genau das ist der Punkt.
Man fängt an eigentlich zu,
zu beraten.
Und man kann ja auch nur meistens von seinen eigenen Bedürfnissen
ausgehen.
Man versucht Muster aufzubauen.
Ja, aber eigentlich durch die eigenen Bedürfnisse.
Was würde ich in der Situation wollen, ist ja dann die Frage, die da entsteht.
Ja, oder man überlegt, was der andere mal gesagt hat
und verknüpft ganz falsche Punkte.
Ach, in dem Moment hast du doch gesagt,
du willst das so haben.
Ja, aber das war ja aus anderen Gründen.
Also ich denke da immer an die Geschichte
mit dem älteren Ehepaar,
wo sie ihm immer
das Brötchen macht, oder für beide.
Und ihm immer die Oberseite gibt,
weil sie glaubt, das ist die bessere Hälfte
vom Brötchen. Und er kriegt immer die Oberseite.
Das ist ja niedlich irgendwie.
Und sie nimmt die Unterseite, weil das die schlechtere Hälfte aus ihrer Sicht ist.
Und irgendwann streiten die sich
und er ist ganz wütend darüber,
dass er immer diese blöde Oberseite kriegt.
Und sie sagt, das ist doch die bessere Hälfte.
Ich habe wohl das immer, dass ich dir was Gutes tue damit.
Und er sagt, nee, ich mag die Unterseite doch viel lieber.
Oh nein.
Und das ist dann natürlich etwas, was daraus passiert.
Man interpretiert die eigenen Bedürfnisse
und Ansichten und Werte auf den anderen.
Und sagt, mir wäre die Oberseite lieber.
Ihm wahrscheinlich auch. Tut ihm was Gutes.
Aber in Wirklichkeit sitzt er da und ärgert sich,
dass er immer die schlechtere Seite bekommt.
Ich würde auch eher die Oberseite nehmen.
Aber, ja, und das ist ja krass,
weil dieses Spiel, wie du das beschreibst,
jeder denkt, das kann man ewig weiterführen.
Sie handelt in guter Absicht,
möchte ihm Gutes tun
und er ärgert sich da jedes Mal beim Frühstück drüber.
Und genau das soll eben nicht passieren.
Deswegen ist das Aussprechen so wichtig.
Ich glaube, die Gefahr bei Bedürfnissen
ist auch einfach der Alltag.
Dass der Alltag so schnell ist,
manchmal gerade auch mit Kindern.
Und dass man irgendwann dazu neigt,
seine Bedürfnisse nicht mehr klar auszusprechen.
Sondern dass das so ein bisschen wie Paare aus Sankt,
wir sind ein funktionelles Team.
Und dass man sich da einfach auch emotional verlieren kann,
weil man die Bedürfnisse des anderen trotzdem,
die können sich ja auch verändern über die Jahre,
es müssen ja auch nicht immer gleiche Bedürfnisse sein,
dass man die trotzdem nachher einfach nur so abschätzt.
Und das ist auch eine der wichtigsten Folgen,
die wir jetzt bei uns notiert haben.
Nämlich der Alltag.
Dass dadurch, dass die Bedürfnisse nur noch interpretiert
beziehungsweise geraten werden,
wenn man sie nicht offen ausspricht,
dass im Alltag immer wieder kleine Verletzungen
und kleine Konflikte entstehen,
die überhaupt nicht notwendig wären
und die man ganz einfach hätte aufklären können.
Und es entstehen natürlich eine Reihe von faulen Kompromissen.
Ja.
Also ein fauler Kompromiss kennzeichnet sich dadurch,
dass er mindestens für einen von beiden nicht stimmig ist.
Manchmal sogar für beide.
Aber man eben sagt, man macht das,
weil man vielleicht entweder einem potenziellen Streit
oder Konflikt aus dem Weg gehen möchte
oder einfach nicht sein Bedürfnis aussprechen kann.
Oder rationale Gründe, dass man sagt, das macht ja mehr Sinn.
Aber trotzdem kann es ja nicht stimmig sein.
Genau.
Und so ist dann der faule Kompromiss entstanden,
wo irgendwann was passiert,
wie ich es jetzt gerade auch im Coaching gehört habe,
wo irgendwann einer von beiden auf den Tisch haut und sagt,
nee, jetzt muss das genau mein Weg sein.
Jetzt gibt es kein Abweichen mehr nach links
und rechts und ich komme dir keinen Meter mehr entgegen.
Ich will genau meinen Weg.
Und das liegt daran, dass dann eben Ärger, Wut
sich nach und nach langsam durch diese faulen Kompromisse
aufgestaut hat, im Bauch ein Deckel drüber ist
und irgendwann dieser Deckel wegfliegt
und dann die Kompromissbereitschaft gegen Null läuft.
Und wenn man das natürlich schon so stark in der Kommunikation merkt
und das so eine Herausforderung im Alltag geworden ist,
dann fühlt man sich natürlich sehr unwohl
und weiß vielleicht auch keine Besserung,
und dann kommen so die ersten Gedanken auf.
Wenn wir, harmonieren wir beiden vielleicht nicht so zusammen?
Sollten wir uns vielleicht doch eher trennen?
Meine Bedürfnisse werden nicht gesehen.
Ich habe das Gefühl, irgendwie werde ich untergeordnet.
Immer geht es nur um die andere Person.
Also da entstehen ja ganz starke Prägungen dann.
Bedürfnisse in einer Beziehung offen auszusprechen,
ist ein ganz wichtiger Bestandteil
einer harmonischen und glücklichen Beziehung.
Und wir haben nochmal neun weitere Faktoren,
die man nicht unterschätzen sollte,
die wir heute in einem Blogbeitrag,
geschrieben. Also schaut gerne mal bei uns
auf der Website im Blog vorbei und
Und dann könnt ihr da nochmal einige weitere wichtige Aspekte für eine harmonische und glückliche Beziehung euch anschauen.
Ansonsten habt ihr natürlich auch die Möglichkeit, bei uns ins telefonische Erstgespräch zu kommen und euch bei uns zu melden.
Und wir schauen gemeinsam, wie wir euch unterstützen können.
Was könnte jetzt ein Lösungsansatz sein?
Also wenn man merkt, die Bedürfnisse, das klappt in der Beziehung nicht, einer oder beide oder wie auch immer, können die Bedürfnisse nicht so gut vorbringen.
Was könnte man jetzt ändern?
Also ein Schritt, den wir beim ersten Step noch nicht aufgeschrieben hatten, aber den ich auch mit reinnehmen würde, ist erstmal in die Selbstreflexion zu gehen,
wenn ich merke, dass ich derjenige bin, dem Schwerfeld Bedürfnisse auszusprechen und mal zu schauen, woher kommt das.
Das ist ja bei uns immer so zu schauen, wann war es mal gut und sich selbst mal zu hinterfragen, konnte ich das irgendwann?
Gab es irgendwann in meinem Leben bereits Momente, wo ich meine Bedürfnisse sehr gut aussprechen konnte?
Wie war es in früheren Beziehungen?
Und wenn es in früheren Beziehungen nicht ging, wie war es in der Kindheit?
Durfte ich meinen Eltern gegenüber meine Bedürfnisse aussprechen?
Wurde ich gesehen?
Wurde ich gesehen, wurde ich anerkannt, wurde ich gehört?
Ich kenne zum Beispiel den Spruch, Kinder mit Willen kriegen was auf die Brillen.
Das ist ja immer sowas, was dann so ein Bedürfnis unterdrückt.
Und das meinten Eltern nie böse, aber es gibt halt viele Erziehungsstile und lange Zeit ja auch die, die so genutzt worden sind,
wo eben die Bedürfnisse vorhanden sind.
Und die von Kindern nicht so anerkannt wurden.
Dazu habe ich letztens was super Spannendes gesehen, gelesen.
Man sagt ja mal zu Kindern, sie sollen nicht, ich will sagen, sondern ich möchte.
Und da hat jemand gesagt, dass das eigentlich schwachsinnig ist, weil wenn man älter ist, dann wird wieder gesagt, du musst doch wissen, was du willst.
Und eigentlich ist es ja total, wenn die Kinder klein sein gehen, nee, du sollst nicht sagen, du willst, sondern du möchtest.
Und später sagt man dann zu einem, ja, also du musst mal jetzt wissen, was du willst.
Und da erhebt sich das wieder auf.
Und wir haben es ja auch in der Methodik bei uns ganz klar drin.
Das heißt bei uns ja KDW und nicht KDM-Fragen, also können, dürfen, wollen.
Also wo man sich auffragt, ob das nun ein Ziel ist, eine Verhaltensweise, was auch immer.
Kann ich das? Darf ich das? Will ich das? Und ich möchte ich das?
Also der Wille ist schon völlig in Ordnung.
Das sind, glaube ich, so alte Dinge, die einfach irgendwann mal so mitgegeben worden sind und übertragen worden sind, dass das Wollen nicht in Ordnung ist.
Ja, das ist als unhöflich vielleicht.
Auch gesehen wird, ne? Also sprachlich unhöflich, wenn man so deutlich ist.
Vielleicht zu fordern, ne?
Ja.
Das kommt, glaube ich, aus einer Zeit, wo eben dieses Machtgefälle zwischen Eltern und Kindern klarer sein sollte.
Und die Eltern sich nicht wünschten, dass Kinder etwas fordern, ne?
Ja.
Ja.
Schritt eins, den wir aufgeschrieben haben, ist ansonsten das Gespräch zu suchen.
Das ist natürlich auch ein guter Punkt, wenn man so in seiner Selbstreflexion drin ist, kann man das ja auch erstmal offen aussprechen und sagen,
ich habe ein Problem.
Ich habe Angst, Sorge damit, wenn ich mein Bedürfnis ausspreche.
Dass der andere schon mal diesen Schritt überhaupt weiß, dass das ein ungutes Gefühl macht oder eben man nicht so ganz in der Lage ist, alle Bedürfnisse auszusprechen.
Also den Partner, die Partnerin mitnehmen erstmal auf dem Weg und bei den Gefühlen und vielleicht auch gemeinsam in die Reflexion gehen.
Das schafft Zugehörigkeit und macht wiederum gute Gefühle.
Genau, wie du schon sagst, in die Reflexion gehen zusammen, das wäre jetzt der zweite Schritt halt über System.
Also über ungute Gefühle sprechen, die in der Vergangenheit passiert sind.
Also über die Situation, wo einer sich übergangen gefühlt hat, wo der eine sein Bedürfnis vielleicht nicht hervorbringen konnte und der andere etwas falsch interpretiert hat.
Es gibt ja viele kleine und große Dinge, die halt passieren, wenn jemand einfach sein Bedürfnis nicht hervorbringen kann.
Und der andere kann es vielleicht.
Und da haben wir halt ja die System-Empowering-Methode, dass wir auch da wieder so vorgehen, nicht zu schauen, wann war das letzte Mal.
Und da kann man jetzt differenzieren, ob man das eben gemeinsam mit seinem aktuellen Partner oder der aktuellen Partnerin macht, weil vielleicht in der Beziehung sich das entwickelt hat und entstanden ist, dass man Bedürfnisse schlechter aussprechen kann.
Oder ob man dann wiederum seinen Partner, seine Partnerin mit auf die Reise nimmt, weiter zurück in die Vergangenheit und aufzeigt, wo das entstanden ist und wie man das gelöst hat.
Und einfach gemeinsam diesen Schritt durchläuft.
Genau, du meinst so den Unterschied zwischen, ist die Sache in der Partnerschaft entstanden, ist das eine Sache zwischen den beiden, mit den Bedürfnissen nicht äußern oder schwer die Bedürfnisse oder gleichwertig die Bedürfnisse hervorzubringen.
Oder ist das vielleicht schon ein Päckchen, was jemand auch wirklich mitgebracht hat aus der Vergangenheit und das von Anfang an der Beziehung nicht ging und eigentlich auch so der Verursacher ein bisschen ein anderer ist.
Genau, entweder in der vorherigen Beziehung.
Oder das ging nie, vielleicht weil die Eltern Bedürfnisse gar nicht aussprechen und nicht aussprechen können und ich habe das nie gesehen.
Oder das wird eben von Grund auf in der Erziehung tabuisiert, dann Bedürfnisse auch offen zu kommunizieren, sondern immer schön zurückhaltend zu sein und andere müssen immer zuerst und so weiter.
Also da muss man eben genau schauen, wo gehört das wirklich hin.
Dann geht es im dritten Schritt darum, eine neue und positive Haltung einzunehmen.
Wenn Systemgesetzverletzungen gelöst sind und man die Klarheit erhalten hat, dann ist es auch möglich eine positive Haltung einzunehmen und dann eben auch ins Vertrauen zu gehen und mit dem vernünftigen Gesprächsrahmen, einer wertschätzenden Haltung dann offen Bedürfnisse auszusprechen und eben auch gemeinsam dafür zu sorgen, dass das ein gutes Feedback gibt.
Also dass man das offen entgegen nimmt, dass beide ein gutes Gefühl dabei haben, ihre Bedürfnisse auszusprechen, dass die gesehen und anerkannt werden.
Das heißt nicht, dass.
Jedes Bedürfnis immer auch erfüllt werden muss.
Es gibt natürlich Grundbedürfnisse bei Kindern, die Erwachsene auch haben, die immer erfüllt sein sollten, aber nicht jedes andere Bedürfnis muss zwangsläufig erfüllt werden, aber man kann dann eben sich auf einen Weg machen für einen stimmigen Kompromiss.
Da vielleicht ja nochmal so der Unterschied zwischen Bedürfnis und Wunsch.
Also ist das ein Wunsch, wünsche ich mir das, weil ich das schön finde, weil ich das gerne mal machen möchte mit dem anderen oder ist es ein Bedürfnis, weil ich sage, ich werde in meinen Werten da verletzt.
Das brauche ich für mich.
Jetzt hast du Schritt 4 schon ein bisschen zuvor genommen, nämlich diese Strategien entwickeln, um Bedürfnisse auch in Zukunft zeigen zu können.
Wie du schon sagtest, Wertschätzung und Anerkennung in gemeinsamen Gesprächen verankern, also für sich da eine Routine, ein Ritual finden, um emotional verbunden miteinander zu sein, richtig zuzuhören, Nachfragen stellen.
Das ist ja auch ein bisschen wie dieses Try and Error Prinzip, dass je öfter man weiß, was die Bedürfnisse des anderen sind.
Je weiter man das klar ausspricht, desto besser kann man sich auch aufeinander einstellen, weil man wirklich nicht in die Interpretation gehen muss.
Dann im Alltag natürlich, soweit es geht, aufeinander eingehen und halt aber auch ganz wichtig, das Erkennen, dass Bedürfnisse geäußert werden müssen.
Also nicht davon ausgehen, ach, jetzt ist doch klar.
Das musst du doch wissen, du kennst mich doch schon so lange.
Da muss ich immer an ein Coaching Beispiel denken, dass die Frau eine ganz starke, also in einem anderen Coaching Beispiel, dass eine Frau eine ganz starke Verletzung mal hatte.
Die waren mit Freunden essen und der Mann sollte für sie das Essen in der Pizzeria mitbestellen.
Und für sie war eigentlich, sie ist auf Toilette gegangen, total klar, dass er weiß, was sie essen möchte.
Für ihn war das nicht so klar und er hat dann ja nichts bestellt.
Er hat gesagt, er wartet auf sie, bis sie dann sagt, was sie möchte, wenn sie gleich wiederkommt.
Und alle anderen hatten halt schon die Bestellung an den Kellner abgegeben und das war ihr total unangenehm.
Weil sie dachte, das hätte ich nie gedacht, dass er. Er nicht weiß, was ich haben möchte.
Also nach außen hin.
Genau, und alle anderen das gemerkt haben auch.
Wie die Beziehung dann so dasteht, ne?
Ja.
Okay.
Und sie auch alles in Frage gestellt hat, weil sie sagte, also ich weiß nicht, hörst du nie zu, wenn ich eine Bestellung aufgebe?
Weißt du nicht, was ich. Also was machst du denn, wenn ich krank bin und ich nicht mehr sprechen könnte?
Also es wird dann immer größer, ne?
Ja.
Ich finde es immer wieder sehr spannend, wenn man so auf die Bedürfnisse guckt und auch auf die Gefühle, wie Eltern im Coaching reagieren, wenn man über Kinder spricht.
Wo dann die Eltern ihre Interpretation der Bedürfnisse und Gefühle der Kinder wiedergeben.
Er fühlt sich so und so, sie hat das und das Bedürfnis, er möchte das und das.
Und ich dann frage, hast du mal gefragt?
Wie gefragt?
Ja, hast du mal konkret gefragt?
Und viele Eltern, finde ich, bleiben da immer in ihrer eigenen Interpretation und fragen nicht konkret nach.
Also einfach mal fragen, hast du mal dein Kind gefragt?
Ob es findet, dass du ein guter Papa bist?
Nee, nee.
Einfach mal zu fragen, ne?
Oder ob es Bedürfnisse gibt, Wünsche gibt, ob sich das Kind gut fühlt.
Und das kann man natürlich in der Partnerschaft genauso machen, ne?
Man kann ja einfach mal seine Frau, seinen Mann fragen, geht's dir gut?
Fühlst du dich wohl?
Läuft für dich alles gut?
Sind deine Bedürfnisse alle soweit erfüllt?
Sind deine Wünsche erfüllt?
Gibt es irgendwas, was wir verändern?
Können tun, lernen, verändern, damit es für uns noch schöner läuft, ne?
Und ja, das bemerke ich immer, gerade wenn es nochmal so um Kinder geht, wie sich die Kinder fühlen.
Also zum Beispiel, wenn die Eltern haben sich getrennt, sind wieder zusammengekommen.
Man bespricht das jetzt und schaut, was hat das mit den Eltern gemacht?
Löst bei denen die Verletzung auf?
Verarbeitet das?
Und dann kommt es natürlich auch immer wieder zur Sprache, was hat das mit den Kindern gemacht?
Wie kann man das mit den Kindern jetzt nochmal lösen, was da entstanden ist?
merkt man eben, dass gerade
bei solchen
Situationen Eltern immer
nur interpretieren und für sich
überlegt haben, wie sich die Kinder fühlen könnten
oder wie man sich selbst in der
Situation als Kind fühlen würde.
Aber ganz, ganz selten
wurde man das Kind wirklich ganz konkret
darauf angesprochen und gefragt,
wenn du als Papa und Mama sich getrennt haben,
was ist bei dir passiert? Wie hast du dich gefühlt?
Heißt natürlich auch, dass
man selber mit der Situation meistens
einen Schritt weiter sein muss.
Man muss mit der Antwort leben können und man muss das
Gefühl, was beim Kind hochkommt, dann mit
dem Kind gemeinsam verarbeiten,
das Kind begleiten darin.
Ja.
Das war ein schöner Abschlusssatz.
Das ist ja auch eine tiefe emotionale
Verbundenheit, die man halt mit Menschen
eingehen kann, sei es Kinder, aber auch der Partner,
die Partnerin, wenn man wirklich mal
offen fragt und sich klar über
die Bedürfnisse äußert. Spannend.
Sehr spannend.
Wenn ihr dabei Unterstützung haben möchtet,
nun auf der einen Seite,
um zwischen euch die
Ebene so herzustellen, dass ihr
Bedürfnisse aussprechen könnt.
Wenn ihr möchtet, dass wir auf die Ursachenforschung
gehen und schauen, wann war es mal gut, wo
ist das entstanden, warum fällt euch
das schwer, Bedürfnisse auszusprechen,
ihr Dinge mit den
Kindern verarbeiten wollt und ins Familiencoaching
gehen möchtet, dann meldet
euch sehr gerne bei uns zum telefonischen Erstgespräch
und wir schauen, ob es ein Match gibt
und wir euch gut auf eurem Weg
unterstützen können.
Bis zum nächsten Mal. Bis bald.
Musik
Podcast Summary
Key Points:
Offene Kommunikation von Bedürfnissen ist entscheidend für eine harmonische und glückliche Beziehung.
Wenn Bedürfnisse nicht ausgesprochen werden, entstehen Verletzungen, Missverständnisse und faule Kompromisse.
Manche Partner haben Schwierigkeiten, ihre Bedürfnisse zu äußern, was oft auf frühe Erziehung und familiäre Erfahrungen zurückgeht.
Die Interaktion zwischen Partnern wird durch falsche Interpretationen und mangelnde Wahrnehmung der Bedürfnisse belastet.
Es ist wichtig, gemeinsam mit dem Partner in die Vergangenheit zu blicken, um Ursachen für mangelnde Ausdrucksfähigkeit zu erkennen.
Ein neuer, positiver Umgang mit Bedürfnissen fördert gegenseitige Anerkennung und Vertrauen.
Die Einführung klarer Kommunikationsstrukturen wie „Kann, Darf, Will“ stärkt die Selbstwirksamkeit und die emotionale Verbindung.
Regelmäßige Fragen wie „Gehst du gut? Fühlst du dich wohl?“ helfen, Bedürfnisse kontinuierlich zu überprüfen.
Summary:
In dieser Folge wird das Thema offene Bedürfnis-Kommunikation in einer Beziehung thematisiert, da es entscheidend ist, um gegenseitiges Verständnis, Wertschätzung und emotionale Verbundenheit aufzubauen. Bei vielen Paaren entstehen Missverständnisse, weil eine Person ihre Bedürfnisse nicht ausdrücken kann, während die andere sie interpretiert. Dies führt zu Verletzungen, faulen Kompromissen und einem langsamen Verlust der Beziehungssicherheit.
Die Wurzeln dieser Schwierigkeiten liegen oft in der Kindheit und der Erziehung, wo Bedürfnisse nicht anerkannt wurden. Um dies zu verändern, wird empfohlen, gemeinsam in die Vergangenheit zu schauen, um Ursachen zu erkennen und eine neue, positive Haltung zu entwickeln. Dazu gehören klare Kommunikationsstrukturen wie „Kann, Darf, Will“ und regelmäßige Rückfragen wie „Gehst du gut?
“. Diese Strategien stärken die gegenseitige Anerkennung und verhindern, dass Bedürfnisse nur durch Interpretation verarbeitet werden. Die Sorge vor negativen Reaktionen wird durch eine sichere, reflektierte und wertschätzende Kommunikationskultur überwunden.
Ein erster Schritt ist ein telefonisches Erstgespräch, um gemeinsam die passende Unterstützung zu finden und die Beziehung auf einem stimmigen und verbundenen Fundament zu stützen.
FAQs
Offenes Ausdrücken von Bedürfnissen fördert Vertrauen, Verständnis und gegenseitige Anerkennung. Es verhindert Missverständnisse und verhindert, dass Bedürfnisse interpretiert werden, was zu Verletzungen und Konflikten führen kann.
Viele Menschen haben in der Kindheit keine Erfahrung damit, ihre Bedürfnisse zu äußern. Dieses Muster wird dann in die Beziehung übertragen und führt dazu, dass sie sich schüchtern oder unsicher fühlen, wenn sie ihre Wünsche aussprechen.
Faule Kompromisse entstehen, wenn Bedürfnisse nie offen ausgesprochen werden und daher nur erraten oder interpretiert werden. Dies führt zu Unklarheit, Wut und einem allmählichen Verlust der Kompromissbereitschaft.
Ein Wunsch ist eine Vorliebe oder ein Traum, der gerne erfüllt werden möchte. Ein Bedürfnis ist ein grundlegendes Gefühl, das für die persönliche Wohlfahrt notwendig ist und ohne es man sich verletzt fühlt.
Man kann gemeinsam in die Vergangenheit schauen, wo Bedürfnisse nicht ausgesprochen wurden, und gemeinsam darüber reflektieren, wie sich das auf die Beziehung ausgewirkt hat. Dies schafft Zugehörigkeit und vermittelt Vertrauen.
Ja, auch in Familienbeziehungen ist es wichtig, Bedürfnisse offen zu kommunizieren. Eltern sollten sich fragen, ob sie ihre Kinder wirklich nach ihren Bedürfnissen und Gefühlen gefragt haben, um echte Verbindung und Wertschätzung zu schaffen.
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