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Bayern - Warum gibt es die CSU?

50m 47s

Bayern - Warum gibt es die CSU?

Der Podcast beleuchtet die Geschichte und Besonderheiten der CSU als bayerische Regionalpartei mit bundesweitem Einfluss. Entstanden in der Nachkriegszeit unter amerikanischer Besatzung, erhielt die CSU 1946 eine Lizenz als Landespartei. Ihre eigenständige Existenz neben der CDU erklärt sich durch die Lizenzierungspolitik der Amerikaner, die keine Zonenparteien zuließen, und später durch die Konkurrenz zur Bayernpartei, die einen Zusammenschluss unattraktiv machte. Die CSU versteht sich als christlich-soziale Sammlungspartei, die bewusst Protestanten und Katholiken zusammenführt und bayerische Interessen vertritt. Obwohl sie bundesweit nur etwa 6% der Stimmen erreicht, nutzt sie ihre Doppelrolle – stark im Freistaat und einflussreich im Bund – erfolgreich, um Projekte wie die Mütterrente durchzusetzen. Historische Beispiele wie der Rhein-Main-Donau-Kanal zeigen ihre Durchsetzungskraft. Die Partei profitiert davon, dass sie als reine Landespartei ausschließlich bayerische Belange vertreten kann, während andere Parteien bundesweite Programme berücksichtigen müssen. Diese Strategie sichert ihr seit Jahrzehnten politische Bedeutung.

Transcription

6496 Words, 43065 Characters

German
Hi, hier ist Antran von der Rast des Geschichte und ihr könnt uns im nächsten wieder live erleben und zwar am 9. Mai beim ARD Sounds Festival in Nürnberg. Wir werden da über die Geschichte des Prattens sprechen, also wie man sich auf Katastrophen und Kriege vorbereitet hat. Alle Infos dazu findet ihr in unseren Show Notes oder unter ARD Sounds Festival.de. Wir wollen uns freuen, wenn ihr vorbei kommt und jetzt geht sie los mit der aktuellen Folge. Wir heute am Bayern deckt. Bayern ist das schönste Land, den Bayern-Lau-Jülen. Im Bayern ist die Lebensqualität höher. Bayern ist die Zukunft zu gestalten und Traditionenwert ist einfach. Und auch manche Eigenarten und Gebräuche zu erhalten. Bayern, das ist Laptop und Lederhose heißt es und natürlich ist Bayern die CSU. Die ist ein Sonderfall in der deutschen Parteienlandschaft. Man könnte sagen, sie ist sogar eine Art Landschaft, denn mit ihr ist ja quasi ein Bundesland in der Bundesregierung vertreten, denn die CSU ist eine Regionalpartei. Sie gibt es nur in Bayern. Aber auch wenn sie klein ist, es gelingt ihr sehr oft eigene Projekte durchzusetzen, wie zum Beispiel die Mütterrente. Sie hat nichts mit Bayern zu tun. Sie ist für ganz Deutschland da. Ende geht es an der Stelle über 10 Millionen Renten in ganz Deutschland, nicht nur in Bayern. Die Mütterrente ist teuer. Nach Angaben der Rentenversicherung kostet die schon jetzt rund 13,5 Milliarden Euro je Jahr und da kommen jetzt noch mal 4,4,5 Milliarden dazu, denn auf Drenken der CSU gibt es eine Erweiterung. Außer der CSU will die Mütterrente eigentlich niemand. Wie kann das sein, dass eine so kleine Partei mit etwa 6% der stimmen Bundesweit so durchsetzungsstark ist? Und wie so gibt es überhaupt die CSU und keine CDU in Bayern? Ihr seid bei der Rest des Geschichte, ein Deutschlandfunkportcast. Ich bin Jörg Biesler. Mal kurz ein Blick zurück auf so ein typischen CSU-Erfolg. 31. Juli 1992. Bayern grieß in Bayern. Hier wird ein Projekt vollendet, über das es Jahrzehnte langen Streit gegeben hatte. Das letzte Teil stücktes Mein Donor-Kanal. Das wird heute geflutet. Damit sind die Nordsee und das schwarze Meer durch eine 3500 km lange Wasserstraße verbunden. Und die führt mitten durch Bayern. Für die bayerische Politik ist das ein Festtag. Kameras sind da und viele schau-lustige. Die Euphorie muss man sagen, hält aber nicht lange. Richtig ausgelastet ist der Kanal nie gewesen. Heute fährt nur alle 15 Minuten mal ein Schiff vorbei. Und Kritiker haben eben schon in der Planungsphase darauf hingewiesen, dass der Nutzen des Kanals in keinem Verhältnis steht zu den Umweltschäden. Der damalige bayerische Ministerpräsident Max Streibel, aber der fand 1992 schöne Worte. Dieser Kanal soll eine europäische Wasserstraße sein. Die 15 Nationen verbindet in Frieden, in Freiheit, in Wohlstand. Es soll für alle in der Respektierung des anderen eine Lebens- und Liebenswerte heimazellen. Der Reinmein-Donor-Kanal ist zwar ein Verkehrsprojekt von europäischem Rang. Also verbindet da die Nordsee mit dem schwarzen Meer. Rückt aber Bayern aus einer Binnenperspektive, einer mehrfernen, handelshemmenden Perspektive, letztlich ins europäische Zentrum. Thomas Schlemmer ist Historiker am Institut für Zeitgeschichte in München. Eines seiner Spezialgebiete, die bayerische Geschichte. Insofern profitiert zwar nicht nur Bayern von einem solchen Projekt, aber Bayern halt eben in besonderem Maße. Leine für so eine Wasserstraße, gab es schon lange. Lättlich ist ja so die Idee des Kanals. Es ist schon ein Kind des 19. Jahrhunderts tatsächlich. Das hat ja schon eine Königlutwig der 1. Versucht, so ein kleinerem Maßstab, die Edonauer und die Altmil und den Main zu verbinden, ob einem so eine gesamt bayerische Wasserstraße und über den Main eben dann auch den Anschluss ans Reinmeingebiet zu finden. Er hat dann auch als Technischen und finanziellen Gründen nicht so funktioniert, wie man das gedacht hatte, zumal die Eisenbahn dann auch der Bindenschiff hat schnell den Rang abgelaufen hat. Aber so die Idee, Bayern zu vernetzen, die es eben schon sehr alt und ist immer wieder auch aufgegriffen worden, auch in der Zwischenkriegszeit. Gucken wir uns doch mal an im Herbst 45, nach dem zweiten Weltkrieg. Da gibt es Ründungversammlung der CSU in verschiedenen bayerischen Städten. Was ist da los? Beschreiben Sie uns das mal, warum gründet man eine Partei und warum gründet man eine die vor allen Dingen Bayern im Blick hat? Lättlich geht's darum, den politischen Neubeginn mitzugestalten. Nach der totalen Niederlage, nach dem totalen Krieg, nach den Menschheitsverbrechen des Nationalsozialismus, etwas Neues aufzubauen und das Feld auch nicht, den Besatzungsmächten alleine zu überlassen, die ja die oberste Regierungsgewalt gemeinsam in Deutschland übernommen hatten, sind in Bayern, die Amerikaner. Und letztlich geht ohne die Besatzungsmächte politisch nichts. Die Besatzungsmächte brauchen aber auf der anderen Seite auch die deutschen guten Willens, weil sie ja letztlich nicht alles alleine erledigen können. Für die Amerikaner war klar, dass er ein demokratischer Neueraufbau, wenn er funktionieren soll, nicht von oben nach unten oktruiert werden darf, sondern dass er im Gegenteil von unten nach oben wachsen muss, um eine Basis zu haben, um Wurzeln schlagen zu können. Graswurz-Polisee haben die Kollegen von der Militärregierung des damals genannt. Das heißt, als man dann überhaupt wieder daran gehen konnte in der zweiten Jahreshefte 1995 parteipolitische Zusammenschlüsse zu beantragen, Parteien brauchten eine Lizenz von der Amerikanischen Militärregierung, wirften die nur auf Landkreise oder auf Stadtkreise Ebene gegründet werden. Also kleine Zusammenschlüsse zunächst, um sicherzustellen, dass der demokratische Gehalt überwachbar gesichert ist. Und die CSU ist Landespartei, die gibt es dann erst seit Anfang 1946, also wir haben so ein Gründungsprozess, der sich vom Sommer 1945 bis in den Januar 1946 hinzieht und erst im Jan 1946 erhält die CSU eine Lizenz auf Landes Ebene. Ja, das ist der achte Januar 1946. Wie läuft das ab mit der Lizenz? Gibt es eine feierliche Überreichung oder? Es gibt eine Überreichung und gibt es auch Fotos davon, als der Amerikanische Militärger, wo er eine Abordnung der Partei des Lizenz überreicht. Aber allzu feierlich darf man sich das im zerstörten München jetzt nicht vorstellen, ganz abgesehen davon, dass es ja immer noch eine manifeste Kluff zwischen Siegern und Besiegten gibt. Also die Befreiung von Dachau ist ja noch kein Jahr her und die Amerikaner wollen bewahrt diese Erinnerung. Und entsprechend werden die Deutschen da erst mal auch behandelt. Das heißt, es ist eher so Geschäftsmäßig, muss man sich das vorstellen, als feierlich. Ja, wahrscheinlich gucken die Amerikaner auch, wer ist denn eigentlich in dieser Partei? Was sind das für Leute? Sind die vielleicht auch verantwortlich für das, was passiert zwischen 1933 und 1945 für den Nationalsozialismus? Tatsächlich ist das ein ganz wichtiger Punkt. Eine Partei muss eine bestimmte Anzahl als Bürgerinnen, Sponsors, wenn die Amerikaner gesagt haben. Und dieses Sponsors werden von den Amerikanischen Militärer. Wir hören auf politisch Herz und Nieren geprüft, um genau eben das Sicherzustellen, dass man hier keine braunen Läuse in den Pätsetzt, wenn Sie mir das Bild gestatten, dann muss ein Programm eingereicht werden, dass demokratische Ziele verfolgt und eine Satzung, die die demokratische Organisation einer Partei sich erstellt. Und erst dann sind also auch erst regional und neben der Landesweit so Hyalizenzen erteilt worden. Wen gibt es noch im Umfeld, die Amerikaner erteilen den Sozialdemokraten und den Kommunisten von der kommunistischen Partei Deutschlands einen Dezenz, dann der FDP. Und neben der CSU gibt es dann auch eine Fünftepartei, die heute keiner mehr kennt, die wirtschaftliche Aufbauvereinigung. Das ist so eine Mischung aus Rechtspopulismus und Marktradikalismus. Unter einem Vorsitzenden namens Alfred Lorez ziemlich demagogische Politiker, aber so will der Partei es auch der Alfred Lorez verschwinden, dann relativ bald wieder von der politischen Bühne. Und danach ist Schluss, das heißt die Amerikaner, bis 1948 erteilen keine weiteren Läzzenzen mehr. Warum tun Sie das nicht? Erweibern versucht die demokratische Willensbildung zu bündeln und eine Fragmentierung dieses neuen Parteiensystems in einer sehr fragmentierten Gesellschaft, die in Armut und Zerstörung lebt, zu vermeiden, dass sich etwas wieder holt, wie in der Weimar-Republik, ins seine Art, Kampf aller gegen alle. Die CSU nennt sich Christlich-Soziale Union. Was sind das für Leute, die sich in dieser Christlich-Soziale Union dann wiederfinden? Das ist sehr gute Frage. Es ist eine Mischung aus älteren, politisch erfahrenen Männern hauptsächlich, die in der Weimarer Republik schon Politik gemacht haben. Man muss ja vorstellen zwischen 1933 und 1945, demokratischen politischen Nachwuchs zu rekrutieren, es in Deutschland ausgeschlossen. Das heißt die jüngere Generation, die aus der Hitlerjugend kommt oder in der Wehrmacht gekämpft hat, die haben bestenfalls Vermittelte demokratische Erfahrungen, wenn sie aus demokratischen Familien stammten. Das heißt dominieren sind Vertreter der Weimarer Republik und die CSU ist nicht die erste Regionalpartei in Bayern, sondern in der Weimarer Republik gibt es die bayerische Volkspartei, also ein abkommenendes politischen Kartolizismus repräsentiert im Reich durch die Zentrumspartei, aber wie gesagt also in Bayern entwickelt sich nach 1918 nach dem ersten Wehrkrieg einer eigener zweigtes politischen Kartolizismus die bayerische Volkspartei und die überlebenden Aktivisten der BVP sind im Einflügel oder eine Gruppierung die CSU mit aus der Taufe heben. Hinter diesem Namen CSU-Greßlesoziale Union steht ein anderes Konzept als beim politischen Kartolizismus und bei der bayerischen Volkspartei. Also man versucht Christen bei der großen Konfessionen, evangelische Christen, katholische Christen zur politischen Zusammenarbeit in einer Partei zu gewinnen. Kann man sich heute nicht mehr vorstellen, wie tief die Gräben zwischen Kratoliken und Protestanten noch in der Weimarer Republik gewesen sind, da war eine politische Zusammenarbeit in einer Partei nur sehr schwer vorstellbar. Und nach der Erfahrung des Nationalsozialismus hat sich jetzt eine Situation ergeben, wo man durchaus durch die gemeinsame Erfahrung politischer Verfolgung einander näher gekommen ist und wo das Bewusstsein sich breitgemacht hat aus dieser katastrophischen Situation der totalen Niederlage nach dem totalen Krieg kann man nur durch Kooperation, durch Zusammenarbeit und durch die Überwindung von Gegensätzen kommen. So dass die zweite Gruppierung, die CSU mitgründet, sind protestantische Politiker. Die vor 1933 meintreiben in der deutsch-nationalen Volkspartei oder im christlich-sozialen Volksdienst aktiv waren. Also zwei Parteien, die hauptsächlich protestantisch, national protestantisch geprägt waren. Und dann wollte man aber auch, also keine dezentierte religiöse Partei sein, also wie das Zentrum beispielsweise war, wo man in der Führung vielfach Priester hatte in Fraktion und Partei. Ja, das ist auch gesagt, nein, wir wollen uns der Welt auch öffnen und dadurch auch für liberale Wählerinnen und Wähler, Funktionstragerinnen und Funktionstrager attraktivern, die durchaus mit dem christlichen Menschenbild was anfangen können. Und das funktioniert ganz offensichtlich. Im Dezember 46 gibt es die ersten Landtagswahlen, die CSU holt die absolute Mehrheit und man muss sagen, das Konzept CSU funktioniert ja bis heute. Es gab allerdings dann schon Verhältnismäßig schnellen Rückschlag, nämlich 1954, da bilden dann vier Parteien eine Koalition gegen die CSU, die CSU muss in die Opposition. Das war ein Schlag, der lange erinnert wird in der CSU. Aber wir müssen um das zu verstehen nach einem Schritt zurückgehen. Also sie haben den Walzig genannt, im Dezember 1946, 1946 gibt es, wenn ich es recht im Kopf habe, sechs Urnen ginge. Also die Menschen wählen quasi pausenlos und die CSU gewinnt also all diese Wahlen mit weiten Vorspum. Warum tut sie das, weil sie keine Konkurrenz hat. Im Bereich des bürgerlichen Lagas, das dezidiert christlichen Lagas, des bewusst Bayerischen Lagas, des antisozialistischen Lagas, die CSU ist als Sammlungspartei gegründet worden, als bürgerliche Bayerische, christliche, födereralistische Sammlungspartei und als dann die Amerikaner ihre Lizenzierungspolitik lockern, 1948. Und als man dann auch merkt, dass die Gräben zwischen diesen verschiedenen Gruppierungen, die die CSU gegründet haben, zum Teil nur sehr oberflächlich zugeschüttet werden konnten. Also, zu jahrelangen Führungs- und Flügelkämpfen kommt zwischen 1946 und 1949, da bröglts an den Rändern da Partei. Und als 1948 die amerikanische Militärregion der Bayernpartei eine Lizenz erteilt, gibt es ein landespolitischen Konkurrenten im födereralistischen christlichen bürgerlichen Lager. Und wenn sie sich die Wahlen anschauen, 1949, 1950, erst die Bundestagswahl, zweite Landtagswahl, da halbiert sich die CSU geradezu. Und entsprechend gewinnt eben die Bayernpartei, wir haben es eben mit zu einem Schiss mal zu tun. 1954, beim Landtagswahlen gewinnt die CSU, die wahl zwar, also mit deutlichen Zugewähnen auch. Aber sagen wir, wir überschwangen dieses Wahlsiegs, gibt es ein paar katholisch konservative Protagonisten die maximalforderungen im Bereich der Kulturpolitik aufstellen. Und gegen diese maximalforderungen, damit auch gegen die CSU findet sich eine Mehrheit, der anderen vier Parteien, die im Landtag vertreten sind, was man eigentlich nicht gedacht hätte, dass es für die CSU ein Schock gewesen ist, die sich in den Folgen ja personell und organisatorisch neu aufstellt und sich auch an diesen Unionsgründungsgedanken wieder stärker erinnert und beispielsweise das Prinzip der Inter-Konfessionalität ernst ernehmt. Und da kommen Leute ins Spiel einer Generation, sagen wir mal, der um 1915, 1920 geboren sind, denen sagen wir so ein bestimmter entweder beiblich für derralistischer oder auch integral katholischer Hintergrund fehlt. Und das sind dann Leute, die sich um Politiker schauen, wie Hans Seidel, der 1905 Parteivorsitzender geworden ist oder eben auch im Franzus Strauss, der dieser Generation 1915 geboren, selber angehört, die sind Trager der Parteireform, die die CSU dann sagen wir mal zwischen 1955 und 1965 eigentlich umkrempelt. Franz Josef Strauss, ein geradezu legendärer CSU-Politiker, zu ihm kommen wir gleich noch. Erst mal aber zur Geschichte der Partei. 1949, da gibt's die ersten Wahlen zum Deutschen Bundestag und die CSU zieht ins Parlament in Bonn ein. Da bildet sie mit der CDU eine gemeinsame Fraktion. Nicht dabei ist die CSU als die CDU-Landesverbände am 11. Mai 1950 die Gründung der Bundes CDU beschließen. Warum nicht? Hat wieder zu tun auch mit den unterschiedlichen Besatzungsmächten. Die Sowjetunion, auch die Briten, die lassen Parteien in der gesamten Besatzungszone zu. Also es gibt eine CDU in der Britischen Besatzungszone, die Amerikaner, die lassen ihre Parteien nur auf der Ebene von Ländern höchstens zu. Es gibt also in der Amerikanischen Besatzungszone keine CDU, CSU, der Amerikanischen Besatzungszone. Es sind dann da gibt's nur die Landesverbände. Und insofern muss die CDU-CSU erst einmal eine andere Organisationsform finden und die findet man in der Arbeitsgemeinschaft der CDU und CSU Deutschlands, die eben von den Landesverbänden ausgeht. Das heißt man kann sagen, dass wirklich die Tatsache, dass wir heute noch CDU und CSU als zwei getrennte Parteien haben, auf die Amerikaner zurückgeht? Zumindest ist es ein Punkt, der diese Frage nach dem Zusammenschluss der Partei schon in einer Amerikanischen Besatzungszone an einem bestimmten Punkt, ja, obsolet macht, weil die Amerikaner eben deutlich machen, dass sie keine Zonenparteien zulassen werden. Das heißt man musste diese Frage für die Amerikanische Besatzungszone erst mal nicht diskutieren und dann musste man sie auch erst einmal in größeren Zusammenhangen nicht diskutieren. Und dann ist der Game-Changer die Gründung und landesweite Zulassung in Bayern der Bayern-Partei. Die ja eine ganz bewusst regionale Partei ist, die auch keine Kooperationen über Bayern hinaus anstrebt. Und nach den Wahlerfolgenden der Bayern-Partei 1949 bei der Bundestagswahl, wo sie der CSU fast die Hälfte der Stimmen abnimmt, ist in der CSU die Meinung nicht nur verbreitet, sondern vorherrschend, dass in dem Moment wo die CSU als Landesverband einer Westdeutschen CDU antritt, man eigentlich gar nicht mehr antreten braucht, weil jeder bürgerliche Wähler der Bayern im Herzen und im Kopf trägt, die Bayernpartei wählen wird. Und deswegen war dieses Thema 1950 auf dem Gründungspartei der CDU durch. Das wird überhaupt nicht mehr diskutiert. Das ist außerhalb des Denkbahnen. Und das hat eben mit des Landespolitischen Konkurrenz zu tun. Also jenseits der historischen Entwicklung, die wiederum viel mit den Amerikanern zu tun hat. Zunächst also durften sich CSU und CDU nicht zusammenschließen und dann wollten sie es nicht mehr. Denn die CSU hat erkannt, dass sie etwas hat von der Eigenständigkeit. Also ich würde sagen insgesamt ist diese Konstellation, beirische Regionalpartei zu sein, die aber eben imbundene wichtige Rolle spielt und ja auch auf der europäischen Ebene, dass das einer der ganz großen Vorteile der CSU ist. Ursula Münch ist das Politikwissenschaftlerin. Sie leitet schon lange die Akademie für politische Bildung in Tutsing am Starnberger See. Und kaum jemand kennt die CSU so gut wie sie. Diese doppelrolle Stärke im Freistaat Bayern, Stärke auch im Bund selbst, wenn man jetzt nicht an der Regierung beteiligt ist, ist man ja trotzdem immer dann die stärkste Oppositionsfraktion bislang gewesen. Das ist ein ganz wichtiges Plus für die CSU und zwar dann, wenn es um das geht, was der CSU um, aller wichtigsten ist. Der CSU ist der Bayerische Landtag und das Siegen und das Übernehmen der Bayerischen Staatsregierung und dort die Führungsrolle zu haben. Das ist immer das Wichtigste. Und da hat die CSU im Vergleich zu ihren Konkurrenten ein großen Vorteil. Alle anderen, freie Wähler jetzt mal eine Sonderrolle noch mal, aber alle anderen Parteien, mit denen die CSU bei Bayerischen Landtags waren, konkurriert, sind ja immer nur Landesverbände einer großen Partei, SPD, Grüne, AfD, FDP, als es die noch in Bayern gab. Und die müssen sich dann im Grunde ja immer auch Politik auch für die anderen machen. Gerade wenn sie sich dann eben auch um Bundestagsmandate bewerben, während die CSU immer sagen kann, wir beweisen im Freistaat, dass wir den Freistaat so stark gemacht haben, die Bayerische Wirtschaft, die Bayerische Wissenschaft und das transportieren wir in den Bund und anders als die anderen Parteien, die eben nur Teil einer großen Partei sind, einer Bundespartei müssen wir nicht uns nach einer Bundespartei richten, müssen wir keine Programme anbieten für die ganze Bundesrepublik. Wir vertreten im Bund allein Bayerische Interessen und das ist ein Wettbewerbsvorteil bei Bundestagswahlen, gegenüber den anderen Mitbewerbern, aber es ist sogar ein Vorteil bei der Bayerischen Landtagswahl, weil dann kann man sagen, diese Doppelrolle, das wirkt sich im Grunde auch auf den Freistaat positiv, aus, weil wir eben auch an der Bundespolitik mitmischen. Ja, aber schon wieder das gleiche System könnte man sagen, wir mischen in der Bundespolitik mit, wir stellen vielleicht sogar die Regierung mit im Bund, wie jetzt gerade eben, aber gleichzeitig sind wir als CSU auch Bayerische Opposition im Bund. Genau das, auch das, diese Doppelrolle beides so perfekt hinzubekommen, gelegentlich ist man damit auch ein bisschen in Spiegelkeiten gekommen. Zum Beispiel war es so eine Schwierigkeit bei der ersten großen Koalition in den 1960er Jahren, damals war Franz Josef Strauß einerseits CSU-Vorsitzender und andererseits Bundesfinanzminister. Und da geredet man mit dieser Doppelrolle ein bisschen in Spiegelkeiten, weil Strauß als Bundesfinanzminister sich stark gemacht hat für eine Finanz reform ist, das damals also eine Reform der Finanzverfassung des Bundesdeutschen Föderalismus. Und das fand man die CSU in Bayern und in Bayerischen Landtag überhaupt nicht lustig. Also damals gab es einen gewissen Konflikt, weil es eben um Föderale Themen ging. Wenn wir die Buchstaben nochmal angucken, CDU, Christlich, demokratische Union und CSU, Christlich-Soziale Union zieht sich das tatsächlich durch, dass an diesen Buchstaben sich auch Unterschiede festmachen. Also die Christlich-Soziale Union, die Bayern sozialer sind als die im Rest des Bundes? Also, jetzt will ich die CDU nicht als unsozial darstellen. Aber ich würde schon sagen, dass die CSU das sehr ernst nimmt. Und auch wenn man die Politik der CSU im Landtag mitverfolgt, wenn man das hört, wie auf Parteitagen dann auch immer wieder dran erinnert wird, und ich erinnere mich, ich glaube, das war der Abschiedspartei-Tag von Horst Seohofa, wo sich von seiner Partei verabschiedet hat und seither auch in die Mehrbarie wirklich aufgetaucht ist, zumindest nicht auf rausragenden Ereignissen. Der hat Horst Seohofa gesagt, "Vergest mir die kleinen Leute nicht." Und das ist etwas, was bis heute in der CSU ein Sesserhohn stellenwert hat, bei der Parteibasis, also diese Stärke der Sozialpolitik, ja, ich mein, man will jetzt nicht wohltaten an alle ausstreuen und vor allem ja auch nicht an unbedingt an Migranten oder gar an Flüchtlinge. Aber die eigene Bevölkerung, diejenigen, die ins nicht so gut geht, die Stärke zu bedenken und natürlich ein Beispiel dafür. Ich finde es nichts, was ich jetzt unterstreichen würde, dass man das inhaltlich verfolgen sollte, aber dieses Thema Mütterente. Da versucht es, Markus Söder im Grunde dann auch wieder zu argumentieren und zu sagen, alles andere wäre doch ungerecht und unssozial gegenüber dieser Müttergeneration, die eben das Pech hat, ihre Kinder früher bekommen zu haben als die anderen. Also CDU und CSU sind nicht nur faktisch zwei einzelne Parteien, sie haben auch zu vielen Themen unterschiedliche Positionen und nicht nur, weil die eine vor allem Bayern im Blick hat. Da gibt es natürlich Konflikte und einmal sogar fast die Trennung. 19. November 1976. Die CSU-Landesgruppe, das sind die Bundestagsabgeordneten der CSU, die trifft sich in Wildbad Kräut. Das liegt züglich vom Tegernsee, fast an der Grenze zur Österreich. Und oben auf dem Berg über Kräut, da gibt es ein Denkmal. Für König Max den ersten von Bayern. Das ist sozusagen urbeirisch in Kräut. 30 von 50 anwesenden Bundestagsabgeordneten schließen nach zehn ständiger Diskussionen. Sie wollen die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU im Bundestag beenden. Kurz zuvor hat es Ärger gegeben. CDU und CSU haben nämlich doch nicht die erwartete Mehrheit bei der Bundestagswahl gewonnen. SPD und FDP können weiter regieren, mit einer hauchdünnen Mehrheit. Die CSU, die gibt der CDU die Schuld und sie will künftig noch selbstständiger werden. Der Beschluss geht als der Geist von Kräut und die Geschichte ein. Und die Nachricht schlägt wie eine Bombe ein in Bonn. Auch bei CDU-Generalsekretär Kurt Biedenkopf und beim Vorsitzenden der Partei Helmut Kohl. Der Sauer. Diese Entscheidung ist ohne Rücksprache und ohne Vorankündigung erfolgt. Das ist ein Schritt in die falsche Richtung. Der damalige CSU-Chef Franz Josef Strauß hingegen sagt, "Woll nur mal als CSU im größerer Breite mit mehr Redezeit auf mit unserer originären Meinungserbildung kommen." Das war nicht der einzige Konflikt von Strauß und Kohl. Den beiden starken Männern in CSU und CDU damals. Also die beiden mochten sich nicht. Franz Josef Strauß hat überhaupt nichts von Helmut Kohl gehalten und fand den zu im Grunde zu liberal einerseits und er fiefen seinen Positionen her vor allem aber als zufreundlich gegenüber der FDP. Und das war im Grunde so ein ganz, also einer der großen Gründe für diese Rivalität damals. Und Franz Josef Strauß, der oft die rhetorische Zuspitzung suchte, der warf der CDU-Führung und vor allem Helmut Kohl eben vor für die fehlenden Stimmen bei der Bundestagswahl verantwortlich zu sein. Nämlich, sagte Strauß in einer internen Rede, die politischen Pygmähen der CDU, die nur um ihre Wahlkreise kämpfen, diese zwerge im Westentaschenformat, diese reklamausgaben von Politikern. Diese Rede veröffentlicht dann der Spiegel. Die Zeichen stehen auf Trennung. Strauß und Kohl, das passt nicht zusammen. Und dann findet man doch wieder zusammen. Im Dezember einigen sich CDU und CSU auf die Fortführung der Fraktionsgemeinschaft und zwar unter Vorsitz von Helmut Kohl, der dann 1982 Bundeskanzler werden sollte. Dass der Kräuter-Trennungsbeschluss nicht lange angehalten hat, hat damit zu tun gehabt, dass diese Ankündigung der CSU, wir verlassen diese Fraktionsgemeinschaft, dann postwentend von der CDU beantwortet worden ist, dann hat man gesagt, das könnt ihr machen. Aber wenn ihr euch dann in der Folge ausbreiten wollt als CSU auf das ganze Bundesgebiet, dann machen wir was anderes, dann breiten wir uns als CDU nach Bayern aus. Und das ist ja mit der Fraktionsgemeinschaft ausgeschlossen. Die gibt es nur, wenn man nicht gegeneinander konkurriert und eine Ende der Fraktionsgemeinschaften eine wirkliche Umsetzung dieses Trennungsbeschlusses hätte, also bedeutet, CDU kann in Bayern antreten. Und davor hat die CSU wirklich respekt und Angst, weil man gewusst hat, auch in Bayern gibt es Menschen, die dann tatsächlich die CDU wählen würden, und nicht die CSU. Franz Josef Strauss haben wir jetzt mehrfach angesprochen. Der steht wahrscheinlich heute noch für den bayerischen Ministerpräsidenten, für den CSU-Vorsitzenden, wie es keinen zweiten, zweiten. Nach ihm gegeben hat, warum ist das so? Was macht das aus? Das würde ich sagen, ist die richtige Beschreibung. Bis heute werden Geburtstag, Todesdagerunde von Franz Josef Strauss innerhalb der Partei nachgefayert ist, fast zu harmlos ausgedrückt, zelleprierter. Genau, das ist schon eine ganz große Führungspersonigkeit. Franz Josef Strauss ist 1915 in München geboren, stammt aus Kleinbürgerlichhandwerklichen Verhältnissen. Das ist noch mal der Historikatomas Schlemmer. Sein Vater hatte eine Metzgerei in der Schellingstraße. Und nach allem, was man weiß, ist er durchaus, sagen wir mal, in eine politische Familie hineingeboren worden. Der Leitlinien vor allem zwei Faktoren, hat es hier mit bewussten Bayern zu tun, mit bewussten Staatsbayern und mit bewussten Kratoliken. Und das predestiniert diese Familie als Wähler der Bayerischen Volkspartei, dass das Milieu in das Franz Josef Strauss hineingeboren. Was eher untypisch für dieses Milieu ist, ist der Bildungsaufstieg, den Franz Josef Strauss macht. Franz Josef Strauss ist ein ungewöhnlich intelligente, junger Mann gewesen. Er kann trotz des Hintergrunds seiner Eltern, die im Keine Akademiker sind, ein Gymnasium besuchen, ein sehr angesehenes Gymnasium. Macht das Bayern weit beste Abitur seines Jahrgangs? Er kriegt ein renommiertes Stipendium, das ist also maximilianär und kann studieren. Studiert Altfiloologie, 1915 geboren, das heißt, er lebt den Aufstieg der Nationalsuzulisten und die Machtübernahme Adolf Vittlers als junger Erwachsener. Ist der Absolutat im Zweiten Weltkrieg? Also hat Kriegserfahrung? Ja, erst einmal muss man sich ja irgendwie arrangieren. Er wird damit das Nationalsuzulistischen Kraftvarkoas, also jeder der Franz Josef Strauss, seinen späteren Jahren im Kopf hat, sieht ihn ja als sehr beleibten Politiker in seinen Jugendsehahren, er war sehr erfolgreich, er fahrert Fahrer auch. Als Rennen gefahren hat er in gewonnen. Diese Begeisterung fürs Zweirat führt ihn dann in das Nationalsuzulistische Kraftvarkoas, auch in zugeständen des Regime. Und 1939, 1940 wird eingezogen. Es ist bei Artillerie, also bei der Flugabwehr, ist beim Angriff auf die Swerdunion dabei, kommt die Mühlen von Stalingrad, das hiratischen Gegenoffensive dort, überlebt mit Möge. Und hat wohl wie viele seiner Kameraden ein Trauma davon getragen, über das es so gut wie nie öffentlich gesprochen hat. Das ist auch so eine Seite der Biografie, über die wir vergleichsweise wenig weiß. Das Kriegsende erlebt er in Schrongao, das ist im westlichen Teil Oberbayerns, als Battalionsadjutant in einer Flaggausbildungseinheit, in einer Kasserne. Er ist seine Kameraden, die Offizierskameraden in der Kasserne, entlassen sich dann selber versuchen, zu verhindern, dass Naurodierende SS-Einheiten in der Gegend noch Schaden anrichten, und er bleibt dann erst mal in der Nähe von Schrongao hängen, weil er nicht nach München kann, Verkehrsbege sind gekappt. Und nachdem er leidlich englisch spricht, obwohl Altphilologe während die Amerikaner auf den Aufmerksam-Weiß gibt es nicht so viele Deutsche im ländlichen Bayern, die leidlich englisch sprechen. Und so wird der Teil der deutschen Auftragsverwaltung, die Amerikaner, das jetzt im Bürgermeister einsetzen, ein Landrad ein. Und der Landrad ist ein ehemaliger politiker dabei, ein Volksbeteil. Und das ist ein ganz lang, dessen rechte Hand erwärt. Und das ist so seine Eintrittskrate erst mal in die Kommunalpolitik. 1946, 1947 schon, wird Franzusis Strauss Mitglied des Geschäftsführer in den Landesvorstands der CSU 1948, wer der Generalsekretär und abgeordneter im Frankfurter Wirtschaftsrat parlamentarisches Gremium vor Gründung der Bundesrepublik, wo also erste politische Erfahrungen über Bayern hinaus sammelt. Und sich sowohl als guter Redner, als auch als geschickter Taktiker, obwohl alles Learning bei Doing ist. Und als jemand erweist, der zwar die Interessen Bayerns immer im Blick hat, aber immer auch über den eigenen Tellerrand hinausdenkt. Wir sind hier im Beginn des kalten Krieges und Strauss entdeckt hier früh auch sein Fähbel für Außenpolitik und für Sicherheitspolitik. 1949 gewinnt die CSU in Ober- und Niederbayern ganze drei Direktmandate und einst davon gewendt Franzusis Strauss in Wahlheim-Schungau. Also so dem Kreis, dem er auch Zeit seines Bundespolitischen Lebens verbunden sein wird, das ist sein Wahlkreis bis 1978. Und die CSU erlebt, wie gesagt, 1949 bei den Bundestagswahlen eine schwere Wahlniederlage. Und diejenigen, die die Partei in Bonn eigentlich repräsentieren hätten sollen, jemand wie anderen Pfeifer der letzte Generalsekretär der Beischen-Wolkspartei, der Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im parlamentarischen Rad gewesen ist, der fällt in seinem Wahlkreis durch, es gar nicht Mitglied der Fraktion, sodass sich diese 24 Bonnabundestagsabgeordn erst mal hingefinden müssen. Und das ist die Stunde von Franzusis Strauss. Und die Stunde von Fritz Schäfer, also eines alt gedienten BVP-Politikers, letzte Vorsitzender der Beischen-Wolkspartei 1933. Und eben Franzusis Strauss, ein New-Kamer-Dinehmender des Heft, des Handels in die Hand. Und als Schäferminister wird Strausslandesgruppen vorsitzender. Und das ist so seine Operationsbasis. Er ist derjenige des Bindiglied praktisch zwischen Kondert-Adenauer und dem CSU-Vorsitzenden Hans Eheat. Und es steffetreitender Vorsitzender der großen Bundestagsfraktion. Und hier macht er auf sich aufmerksam, ist bei allen wichtigen Besprechender bei. Und ist dann so schnell ein Faktor, dass er vier Jahre später das erste Mal Minister wird. Und nicht nur einmal. Strauss wird Minister für besondere Aufgaben, dann Atomminister, Verteidigungsminister und Finanzminister. Seit 1961 ist er Vorsitzender der CSU und er bleibt es, bis zusammen überraschenden Tod 1988. Was Franzusis Strauss so besonders macht, ist, dass er ja einer der bedeutendsten Außenpolitiker und Sicherheitspolitiker der alten Bundesrepublik gewissnis. Und das würde man bei seinem Herkommen als bayerischer, klar mal auf Interessen, klar mal zu Politiker, nicht unbedingt erwarten. Außenpolitik, das ist die große Leidenschaft von Franz Josef Strauss. Er wäre gern Außenminister geworden, aber da kam eine Affäre dazwischen. Die Spiegelaffäre. Am 26. Oktober 1962 lässt die Bundesanwaltschaft die Redaktionsräume des Nachrichtenmagazins der Spiegel durchsuchen. Mehrere Journalisten werden festgenommen. Der Vorwurf, Landesverrat. Denn der Spiegel hat so unter der Überschrift bedingt abwehrbereit einen Artikel veröffentlicht, indem es um die Defizite der Bundeswehr ging. Die, nämlich so die Analyse, die wäre einem Angriff des kommunistischen Osten kaum gewachsen. In der Öffentlichkeit ist die Empörung groß, über die Durchsuchung und die Verhaftung von Journalisten. Und es gibt Kundgebung, auf denen die Freilassung von Spiegel herausgeber, Rudolf Augstein gefordert wird. Und Strauss, der war damals Verteidigungsminister und entgegen einer früheren Behauptung mit der Sache nichts im buchstäblichen Sinne nichts zu tun zu haben, muss er schließlich zugeben, persönlich für die Festnahme eines Spiegelgedaktörs in Spanien gesorgt zu haben. Dieses Vorgehen nennt damals Bundesinnenminister Hermann Höchall etwas außerhalb der Legalität. Bundeskanzler Konrad Ardenauer stellt sich vor Strauss darauf treten aus Protest die fünf FDP-Minister im Kabinett zurück. Strauss ist damals der Auslöser einer schweren Regierungskrise und muss schließlich zurücktreten. Die Strausskarriere ist damit nicht zu Ende. Er wird später wieder Minister im Bund und 1978 bayerischer Ministerpräsident. Und Bundeskanzler, das würde er auch gern werden. 1980 ist der Kanzlerkandidat der Union scheitert aber gegen den Sozialdemokraten Helmut Schmidt. Es gibt eine ganze Reihe berühmter Zitate von Franz Josef Strauss. Ich bin ein überzeugter Anhänger des Rechtsstaates, aber die großen Lumpen muss man schwerer aufs Hirnhauern als man die gängige Leute verfolgt. Ich will schon kein Hirnhauern, aber heute ist es mal wenigstens. Bleiben wir auf dem Boden drockender Spröter, nur falls langweiliger, bürgerliger vernünft. Und ihre Tugenden oder steigen wir in das Bund geschmückt in Narnsschiff Utopia ein. und dann ein Grüner und zwei Rote, die Rolle der Faschingskomantanten übernehmen würden. Er legt sich auch Hund an Salamit vor, als dass die eine einmal eingeführt die Steuerwürder abschaffen werden. Und Franz Josef Strauß hat auch gesagt, rechts von der CDU/CSU darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben. Strauß war ein zwar katholik, aber ein liberaler konservative, kein rechter und schon gar kein rechtsextremer. Was Strauß damals ausdrücken wollte, dass der Wahlerfolg der Union einem Mehrheitsfähigkeit der Union nur dann sicherzustellen, dass wenn man sich als Volkspartei möglichst breit aufstellt und Themen und Wähler anspricht und damit auch einbindet, die sagen wir mal am rechten Rand des demokratischen Spektrums stehen. Das ist das, was dieser Satz besagen soll. Strauß hat 1980 kandidiert, als Kanzlerkandidat von CDU/CSU. 2002 war es dann Edmund Stolber. Beide waren nicht erfolgreich. Ist das schwierig für jemanden der NSSU ist, Kanzler zu werden? Ja, es ist letztlich doppelt schwierig. Zum einen, weil das hat man ja jetzt auch bei den letzten beiden Bundestagswahlen gesehen, wenn die CDU nicht mehr oder weniger verzichtet hat, der Parteivorsitzende der CDU als Vorsitzende der größeren da beiden Parteien immer des Erstzugriffsrecht. Nur im Krisenzeiten, in 1980, als ich eben verschiedene Figuren in der CDU blockiert habe, und dann 2002 nach der Krise der CDU, um die Finanzskandal der Systeme von Helmut Kohl, einem Rückgrit von Wolfgang Scheuble, und einer noch jungen und unerfahrenen Parteivorsitzende, namens Angela Merkel, konnte Edmund Stolber damals reisieren als Kanzlerkandidat. Und tatsächlich war da Ausgang der Bundestagswahl 2002 ziemlich knapp. Wie es sich erinnern, viel knapper als beispielsweise in 1980. Und das die eine Seite, damit die andere Seite, die halt immer so ein Bisschen mitzumachen, kann überhaupt ein Bayern-Bundeskanzler werden. Ja, das ist immer so, niemand wird die Frage stellen, ob ein Hamburger Bundeskanzler werden kann. Weil die Hamburger nicht sind wie die Bayern. Der WDC ist u-tritt einfach anders auf und polarisiert damit natürlich auch. In der CSU denkt man bis heute mit W-Mut an Franz Josef Strauß zurück, der eben das bayerische, wie kein anderer vertreten hat, mit lauter Stimme und die Elektra natürlich und mit ziemlich beeindruckender Redekunst. Aber CSU-Vorsitzende sind eigentlich immer markant. Edmund Stolber, Horst Seehofer, Markus Söder, alles Männer übrigens, eine Frau nämlich, die hat's Bissland nicht gegeben, nicht im CDU-Vorsitz und auch nicht als Ministerpräsidentin. Ein Strauß kommt aber keineran. Mit ihm ist der kommetenhafte aufstiegtes Freistaat verbunden von einer ärmlichen und bäuerlich geprägten Gegend nach dem zweiten Weltkrieg hin zu einem brummenden Wirtschaftsstandort, Laptop und Lederhose eben. Heute gehört Bayern zu den Bundesländern mit den besten Wirtschaftsdaten. Im Länderfinanz ausgleich ist es ein sogenanntes Geberland. Aber die CSU, die steht nicht mehr so da, wie zu Zeiten von Strauß. 2008 verliert sie die absolute Mehrheit im bayerischen Landtag, erst mal seit 1970, also seit fast 40 Jahren. 2018 und 2023 gibt es noch schlechere Wahlergebnisse, nur noch 37% CSU. Die Wahlergebnisse sind gleich wohl schlechter geworden und es gilt auch nicht mehr, was Franz Josef Strauß gesagt hat, nämlich rechts von der CSU, da für es keine demokratische legitimierte Partei geben, hat sich die CSU verändert? Oder haben sich die Wählerinnen und Wähler verändert? Das ist eine sehr berechtigte Frage. Das ist wahrscheinlich so eine Wechselwirkung auch. Natürlich gab es auch schon in früheren Phasen der CSU nach Franz Josef Strauß. Aber durchaus auch eingeleitet durch Franz Josef Strauß. Gab es Parteien rechts von der CSU? Wo einiger Maßen demokratische Parteien, aber nicht durchgehend, warum eingeleitet von der CSU? Wenn man sich daran erinnert, warum die sogenannten Republikaner abgekürzt die Reps? Die sind von Bayern aus gegründet worden, gegründet von unzufriedenen CSU mitgliedern. Und womit waren die unzufrieden, das Franz Josef Strauß, der damaligen DDR einen hohen Kredit hat zu kommen lassen. Da war eine große Unzufriedenheit, warum verlängert er quasi dieses SED-Rescheam? Daraufhin hat sich diese Republikaner gegründet. Also insofern gab es das auch schon früher. Aber tatsächlich haben wir jetzt die Situation, das ist natürlich die AfD, nicht nur auf Bundesebene und in vielen Ländern, eine große Konkurrenz darstellt für die Union, sondern eben auch im Freistaat Bayern, sich dort zugehörbringt. Und es ist ja nicht nur die AfD, die rechts von der CSU wahrzunehmen, sondern es sind auch die freien Wähler. Und insofern die CSU ist insgesamt liberaler geworden. Die CSU ist also in vielerlei Positionen mit Blick auf das Thema Frauen, mit Blick auf das Thema Familienerwerbstätigkeit von Frauen, sogar vielleicht mit Blick auf das Thema Migration. Ein Teil der Bevölkerung vertritt gerade nach den Erfahrungen der Jahre 2015, 2016, aber eine andere Position. War damals unzufrieden, dass die CSU zwei Gestenkert hat gegen die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel. Sie aber nicht verändert hat. Und die AfD hat damals in Bayern, das war 2018, aber auch dann immer wieder in den Folgejahren, die AfD hat den Bayern plakatiert, die AfD hält, was die CSU verspricht. Da ist durchaus auch vielleicht was wahres dran, aus Sicht der Wählerschaft. Und insofern gab es in Teilen der Wählerschaft eine Wegbewegung. Das hat damit zu tun, dass die Union auf Bundesebene so häufig mit der SPD hat koalieren müssen, dass man, weil eben keine anderen Mehrheiten mehr fanden war, dass man auch als CSU eine andere Politik hat mitgetragen. Und die AfD ist eine Partei, die dieses unbehagen Grad mit Blick auf Flüchtlingspolitik, aber auch inzwischen mit Blick auf Energiepolitik, die Politik gegenüber Russland, gegenüber der Ukraine. Da sind viele Sachen zu nennen, Umweltpolitik, den die CSU zu liberal geworden ist. Das ist das eine und zum anderen kann man vielleicht auch feststellen, dass die CSU das nicht mehr so gut beherrscht, was sie früher wirklich hervorragend gekonnt hat, nämlich diesen sogenannten vorpolitischen Raum zu besetzen, wirklich ganz nah bei den Leuten zu sein, an jedem Stammtisch präsenz zu sein. Es haben sich die Stammtische ins Digitale verlagert. Und da tut man sich schwerer, da ist die AfD von von der rein schneller mit dabei. Es ist vielleicht auch besser in Anführungszeichen mit dabei, weil sie eben auch erst im Jahr 2013 gegründet worden ist. Das ist ein Punkt, wo Markus Söder natürlich auch Recht hat als CSU-Vorsitzender. Das sind die Orte, wo man den Leuten begegnet, ob man ihn jetzt mit Instagram bildern, was man ist begegnet, da gehen die Meinungen auseinander. Es ist zumindest ein Versuch von ihm, dem etwas entgegenzusetzen, aber natürlich genügt es nicht, wenn das der CSU-Vorsitzender macht. Die ganze Partei müsste im Grunde wieder viel aktiv verwerden und viel stärker sich auch in Diskussionen stellen, die Leute vor Ort vertreten. Im Augenblick kamen viele den Eindruck, die CSU ein bisschen selbst zufrieden und dann wandert man ab zu den freien Wählern als Wähler oder zur AfD. Die CSU, ein Sonderfall der deutschen Parteiengeschichte. Am 8. März bei den Bayerischen Kommunalwahlen, da kann die CSU wohl mit einem leichten Plus rechnen, sagen die vorher, sagen. Das Markus Söder, der Bayerische Ministerpräsident, so einen klaren Abgrenzungskurs fährt zur CDU und das eigenständig Bayerische betont, das scheint sich für die CSU auszuzahlen. Vielen Dank an Thomas Schlemmer und Ursula Mündich. In der nächsten Folge geht es um Nepal. Auch da stehen Wahlen an. Es wird immer wieder in den Eliten Machtkämpfe darum ausgetragen, wer sich jetzt irgendwie viele Ressourcen zusichern kann, während die einfache Bevölkerung völlig aus dem Blick fällt. Recherches Kript und Produktion dieser Folge, Karina Schröder und Christian Röter. Faktencheck, Merle Körper, Redaktion, Monika Dietrich. Uns alle erreicht ihr unter "Der Rest ist Geschichte" @Deutschlandfunk.de und der Freund uns über Kritik, Überlob und über Themenanregungen. Tschüss. Was passiert da eigentlich gerade in der Bundespolitik? Wie funktioniert das alles und wo hakt es? Wenn ihr euch das aufragt, dann seid ihr hier genau richtig. Linda Zawakis und ich so. In der Suche im Podcast Berlin Code jede Woche Antworten darauf. Und die kommen von denen, die dicht dabei sind, wenn etwas passiert. Nämlich von den Korrespondentinnen und Korrespondenten der ARD in Berlin. Natürlich ist auch Platz für eure Fragen rund um Bundestag, Kanzleramt und Regierungsviertel. In Berlin Code geht es natürlich um die großen Themen. Aber wir wollen uns auch immer mal Zeit nehmen für das vermeintlich kleine. Für Nebensechlichkeiten, all das, was im Nachrichtenalltag manchmal zu kurz kommt. Der Berlin Code ist eurer Podcast zum Bescheidwissen und Miträten. Wir melden uns jeden Freitag mit einer neuen Folge und zwischendurch, wenn etwas Besonderes passiert. Berlin Code findet ihr kostenlos in jeder Podcast App zum Beispiel in der ARD-Audiothek. Hört rein und ich freue mich auf euch.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Die CSU ist eine bayerische Regionalpartei mit bundespolitischer Einflussnahme, die historisch aus der Besatzungszeit nach 1945 hervorging.
  2. Ihre Entstehung und eigenständige Existenz neben der CDU ist auf amerikanische Lizenzierungspolitik und später auf landespolitische Konkurrenz zurückzuführen.
  3. Die Partei positioniert sich als christlich-soziale Sammlungspartei, die konfessionelle Gräben überwindet und bayerische Interessen sowohl im Freistaat als auch im Bund vertritt.
  4. Trotz geringer bundesweiter Stimmenanteile erzielt die CSU durch ihre Doppelrolle und geschickte Politik oft bedeutende Erfolge, wie etwa die Mütterrente.

Summary:

Der Podcast beleuchtet die Geschichte und Besonderheiten der CSU als bayerische Regionalpartei mit bundesweitem Einfluss. Entstanden in der Nachkriegszeit unter amerikanischer Besatzung, erhielt die CSU 1946 eine Lizenz als Landespartei. Ihre eigenständige Existenz neben der CDU erklärt sich durch die Lizenzierungspolitik der Amerikaner, die keine Zonenparteien zuließen, und später durch die Konkurrenz zur Bayernpartei, die einen Zusammenschluss unattraktiv machte.

Die CSU versteht sich als christlich-soziale Sammlungspartei, die bewusst Protestanten und Katholiken zusammenführt und bayerische Interessen vertritt. Obwohl sie bundesweit nur etwa 6% der Stimmen erreicht, nutzt sie ihre Doppelrolle – stark im Freistaat und einflussreich im Bund – erfolgreich, um Projekte wie die Mütterrente durchzusetzen. Historische Beispiele wie der Rhein-Main-Donau-Kanal zeigen ihre Durchsetzungskraft.

Die Partei profitiert davon, dass sie als reine Landespartei ausschließlich bayerische Belange vertreten kann, während andere Parteien bundesweite Programme berücksichtigen müssen. Diese Strategie sichert ihr seit Jahrzehnten politische Bedeutung.

FAQs

Die CSU (Christlich-Soziale Union) ist eine Regionalpartei, die nur in Bayern aktiv ist, während die CDU bundesweit vertreten ist. Historisch entstand diese Trennung aufgrund der Lizenzierungspolitik der amerikanischen Besatzungsmacht nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die CSU bildet im Bundestag eine gemeinsame Fraktion mit der CDU und kann so als starker Koalitionspartner agieren. Zudem profitiert sie davon, als eigenständige bayerische Interessenvertretung aufzutreten, was ihr bei Verhandlungen oft besonderes Gewicht verleiht.

Die Mütterrente ist eine Rentenerhöhung für Mütter, die vor 1992 Kinder erzogen haben. Die CSU setzte dieses Projekt gegen Widerstände durch, obwohl es bundesweit gilt und nicht nur Bayern betrifft.

Die CSU entstand 1945/46 als Neugründung mit Lizenz der amerikanischen Militärregierung. Sie vereinte christlich-soziale, konservative und föderalistische Kräfte in Bayern, um den demokratischen Wiederaufbau mitzugestalten.

Der Rhein-Main-Donau-Kanal verbindet Nordsee und Schwarzes Meer und sollte Bayern aus seiner Binnenlage befreien. Obwohl das Projekt umstritten war, symbolisierte es bayerischen Fortschrittswillen und europäische Vernetzung.

Die CSU knüpfte an die bayerische Volkspartei der Weimarer Republik an, öffnete sich aber bewusst für Protestanten und Liberale. Nach 1945 wurde sie zur Sammlungspartei des bürgerlich-christlichen Lagers in Bayern.

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