Akuthilfe: “Mein Mann hat nur Arbeit im Kopf” - Das kannst du tun! #305
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In diesem Gespräch wird die Herausforderung thematisiert, die aus einer zunehmenden Berufsverpflichtung und dem daraus resultierenden Verlust von Beziehungsfokus entsteht. Paare, insbesondere Führungskräfte oder selbstständige Arbeitnehmer, fühlen sich oft vernachlässigt, wenn der Partner ausschließlich auf die Arbeit fokussiert ist. Das führt zu einem Gefühl der Isolation, Frustration und fehlender Zweisamkeit, wobei beide Seiten unterschiedliche Bedürfnisse haben: eine Seite möchte mehr emotionale Nähe, die andere fühlt sich verpflichtet, die Familie zu sichern. Ein entscheidender Faktor ist die fehlende Sichtbarkeit von Aufgaben – wie Hausarbeit, Kleinstaufforderungen oder Care-Pflege –, die oft nicht als „Arbeit“ wahrgenommen werden. Um mit dieser Situation umzugehen, wird empfohlen, einen gemeinsamen Wochenplan aufzustellen, um verfügbare Zeit und Aufgaben transparent zu machen. Digitale Auszeiten, kreative Date-Nights und ein Bewusstsein für das Wochenende helfen, jedoch nur dann, wenn die zugrundeliegende Kommunikation und gegenseitige Anerkennung funktionieren. Wenn diese Maßnahmen nicht wirken und das Gefühl der Verletzung weiter anhält, ist ein persönliches Gespräch mit einem Paarcoach sinnvoll, um die konkreten Hürden und Lebensziele gemeinsam zu erkunden.
Ich habe das Gefühl, ich bin dir nicht mehr wichtig. Deine Arbeit ist dir wichtiger.
Wir kommen in einen ganz unstimmigen Bereich. So habe ich mir unser Leben nicht vorgestellt.
Ich gehe sehr häufig faule Kompromisse ein, weil du extra mal bei der Arbeit gehst.
Ich gebe aber so viel rein. Ich bin den ganzen Tag weg.
Ich habe auch nichts von den Kindern und sehe die so selten und so weiter.
Und ich mache das alles und opfere mich auf, damit es euch gut geht.
Und das ist auf Dauer natürlich schwierig, weil ich mich für Erfolge, zum Beispiel beruflich,
auch gar nicht mehr freuen kann für die andere Seite, weil ich die Arbeit einfach schon so als ein rotes Tuch sehe
und denke, okay, mir wird was weggenommen für meine Familie, für meine Partnerschaft.
Ich finde, es gibt nichts Grausameres, wenn man in einer Partnerschaft unterwegs ist
und man ist nicht glücklich zusammen.
In dieser Folge sprechen wir darüber, was du tun kannst, wenn dein Partner oder deine Partnerin
nur noch Augen für die Arbeit hat.
Das Gefühl der Vernachlässigung, Einsamkeit und Frustration kann dominant werden.
Wir haben in den letzten Jahren sehr viele Paare begleitet, bei denen einer oder beide
selbstständig waren, Unternehmer, Führungskräfte, einfach generell im Job sehr, sehr eingespannt.
Das gilt ja auch für viele andere Berufe, Ärzte, Vertriebler.
Es gibt heutzutage so viele Berufsgruppen, wo einfach der Job sehr vereinnahmt ist
und das eben auch Auswirkungen auf die Berufsgruppe hat.
Du bist im Podcast der Lebensidealisten gelandet. Mein Name ist Florian.
Ich bin Ina.
Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein
in eine dauerhaft glückliche und harmonische Beziehung.
Stellen wir uns einmal folgende Situation vor.
Christina, 38 Jahre alt und Markus, 40 Jahre alt, beide in Führungspositionen tätig,
leben mit zwei Kindern in einem großen Haus.
Markus kommt oft später nach Hause. Er ist gestresst und auch in seinen Gedanken,
versunken. Christina fühlt sich auf ihrer Seite alleine, kämpft mit ihren Fragen
und stellt sich vor allen Dingen immer wieder diese eine Frage,
bin ich nicht wichtig genug für ihn?
Markus hat im Kopf, ich muss alles geben, um die Familie abzusichern
und uns einen guten Lebensstandard aufzubauen.
Entscheidend ist, wenn du merkst, dass die Arbeit immer vorgeht
und die Beziehung darunter leidet, ist das ein absolutes Alarmsignal.
Denn ohne eine Veränderung an diesem Punkt drohen emotionale Distanz
und auch anhaltende Konflikte.
Das ist ein Setting, was wir regelmäßig so bei uns haben.
Beide in herausfordernden Jobs, hier jetzt Führungskräfte.
Gibt aber auch ganz viele andere Kombinationen, die sehr herausfordernd sind.
Also gerade in letzter Zeit, wie das beide im Schichtdienst arbeiten.
Das ist sehr herausfordernd, das zu koordinieren.
Es braucht sehr viel Aufwand, um Schnittmengen zu finden, wo man überhaupt gemeinsam zu Hause ist.
Wie man dann seine Schichten auch irgendwie so koordiniert bekommt, dass man gemeinsam
frei hat.
Gerade wenn einer von beiden auch Wochenenddienste noch zusätzlich hat und der andere vielleicht nicht.
Oder es dort auch verschiedene Ansätze bezüglich der Wochenenddienste gibt.
Dann kann das schon besonders herausfordernd sein, sich da gut zu strukturieren.
Und in all diesen Konstellationen ist immer eins, finde ich ganz bemerkbar,
man braucht viel mehr Kommunikation und eine viel bessere Kommunikation,
als wenn das Setting ein bisschen entspannter ist.
Wenn man jetzt so an meine Eltern denkt, der Vater arbeitet, die Mutter arbeitet,
heute würde man Minijob sagen, damals war es ja Teilzeit, da gab es das noch nicht,
aber ganz wenige Stunden und eigentlich eher schon so fast so als Ausgleichs-Hobby-Charakter
manchmal so vom Gefühl her, so unter Leute kommen und so weiter.
Jetzt gar nicht mit dem Anspruch, wahnsinnig viel zum Familieneinkommen beizutragen.
Und da ist es natürlich viel einfacher, dass eine Wochenarbeitszeit auf die Familie gesehen
vielleicht so von 45 Stunden, wenn man beides zusammenrechnet.
Und heute haben wir ja ganz oft, wenn wir jetzt in die Coachings gucken,
Paare, die zu uns kommen, 70, 80, 90 Stunden Wochenarbeitszeit als Familie.
Das ist natürlich ein Pensum, wenn noch dazu kommt, Hausaufgaben, Lernen für Arbeiten,
in anderen Themen die Kinder begleiten, den Haushalt führen und irgendwie auch noch selber was vom Leben haben.
Was natürlich auch besonders schwierig ist, ist, wenn sich diese Fragen stellen.
Also bin ich nicht wichtig?
Also dann stehe ich ja schon, wenn ich die Frage stelle, in Konkurrenz zu etwas.
Und das macht im Gefühl natürlich,
viel aus. Dann fühle ich mich alleine, dann fühle ich mich nicht gesehen und fühle ich mich nicht unterstützt.
Und das ist naja auf Dauer natürlich schwierig, weil ich mich
für Erfolge zum Beispiel beruflich auch gar nicht mehr freuen kann für die andere Seite.
Und weil ich mich dann natürlich auch immer weiter distanzieren muss.
Ich mag vielleicht auch nicht mehr nachfragen, wie der Tag so war, weil ich die Arbeit einfach
schon so als ein rotes Tuch sehe und denke, okay, mir wird was weggenommen
für meine Familie, für meine Partnerschaft. Und in der Kombination, dass häufig
aber Menschen, die gewisse Positionen haben,
auch eine gar nicht selten große Leidenschaft für das, was sie tun,
ist das wirklich schwierig.
Ich finde, in der Kombination ist es auch ganz häufig so, dass wenn der eine das Gefühl hat,
da wird was der Beziehung oder der Familie genommen, der andere wiederum das Gefühl hat,
dass er für die Familie und die Beziehung ganz viel gibt, weil er sich so extrem engagiert
im Job bemüht und ergibt damit der Familie eben finanzielle Sicherheit oder den Lebensstandard,
den man so führt.
Und da
habe ich ganz häufig, dass die Paare da quasi unterschiedliche Bedürfnisse haben oder ein unterschiedliches Gefühl dazu
und in diesen Punkten nicht so den stimmigen Kompromiss finden, wie man das miteinander vereinbaren kann.
Und da ist häufig dann, dass der eine eben eher Zweisamkeit, tiefgründige Gespräche,
gemeinsame Zeit mit der Familie, Unterstützung mit den Kindern und Co. sich wünscht
und der andere halt eben sagt, ich gebe aber so viel rein, ich bin den ganzen Tag weg.
Und da dann so ein Missverständnis entsteht, weil ganz häufig die andere Seite sagt,
aber ich könnte auch auf Lebensstandard verzichten, wenn du dafür öfter da wärst.
Aber dann könnte man, muss man ehrlich gesagt ja auch sagen, manche Jobs nicht mehr machen.
In bestimmten Führungspositionen kann man keine Teilzeit machen oder Unternehmen führen mit 15 Stunden weniger.
Das ist manchmal auch schlecht.
Schwierig. Also ich glaube, das macht es ja auch so kompliziert, dass es halt für viele Menschen nicht nur ein Job ist.
Da haben sie Jahre, Jahrzehnte drauf diese Position hingearbeitet und diese Gleichzeitigkeit auch innerlich zu spüren.
Also ich habe Spaß an meinem Job. Es wird halt so eine Stundenanzahl gebraucht oder Reisetätigkeit gebraucht.
Gleichzeitig sehe ich aber auch, ich werde vermisst zu Hause und ich kann es irgendwie keinem so richtig recht machen.
Das kann ein sehr großer innerer Konflikt sein, weil es auch meistens in diesem Punkt ja keine schnelle,
Die Spielräume sind sicherlich ganz unterschiedlich.
Natürlich, wenn ich jetzt mir vorstelle, im Konzern auf irgendeiner Manager-Ebene zu sein,
da hast du natürlich immer jemanden unter dir, der an deinem Stuhl schon sägt und dahin möchte, wo du gerade bist.
Und das ist mir schon bewusst, da würde ich sagen, da ist wahrscheinlich Lösungsfindung schwieriger
oder es braucht schon ziemlich starke Schritte.
Wenn man selbstständig ist, hat man ja durchaus Möglichkeiten, ein Stück zu nivellieren.
Aber da natürlich auch häufig. Ich habe mich ein bisschen getrieben durch den wirtschaftlichen Erfolg.
Also wo steht man gerade im Unternehmen?
Auch da gibt es natürlich Phasen, wo man vielleicht ein bisschen zurücktreten könnte
und andere Phasen, wo man riesigen Fokus da reingeben muss,
um dafür zu sorgen, dass sich die Situation im Betrieb wieder ändert.
Haben wir ja auch in der Vergangenheit gehabt, dass ich so gerade bei dem anderen Unternehmen,
was ich schon ganz früh gegründet habe, dass da immer wieder so Notfallmomente, Phasen eingetreten sind,
wo ich da einfach ganz viel Zeit habe.
Und das kann man sich dann so bedingt aussuchen, weil man natürlich dann überlegt,
welche Konsequenzen könnten da eintreten?
Mag ich mit denen leben?
Eigentlich nicht.
Also muss ich irgendwie gucken, dass ich da mehr Gas gebe.
Ja, typische Tipps, die man online dazu findet, die wir mal recherchiert haben,
um einfach mal zu schauen, worauf stoßt ihr denn, wenn ihr da vielleicht gesucht habt,
schon im Netz, wie ihr das lösen könntet, sind so Dinge wie feste Date Nights Plan.
Zum Beispiel?
Genau, dass man sich einen festen Termin setzt als Paar und sagt,
okay, wir brauchen mehr Paarzeit und planen sie vor.
In dem Sinne, dass wir Date Nights oder auch, muss ja nicht immer eine Abende sein,
können auch tagsüber irgendwelche Dates sein, planen.
Ist so ein typischer Move, den wir ja auch kennen, der auch per se nicht schlecht ist.
Ist ein guter Tipp.
Meiner Meinung nach, in der Reihenfolge würde ich es nicht als erste Variante wählen.
Wobei vielleicht das Wort Date Night eben schon impliziert,
eher. Abend, Nacht.
Und da ist häufig so der Punkt, dass Paare noch etwas kreativer sein können.
Auch mal wirklich sich andere Momente auszusuchen.
Ich habe manchmal das Gefühl, da stecken so selbst auferlegte Glaubenssätze und Limits drin,
warum manche Sachen dann nicht so gemacht werden oder nicht so gehen.
Weil man kann ja durchaus, je nachdem, man muss kreativ werden,
sich mittags mal treffen für eine halbe Stunde, Stunde
und die Mittagspause gemeinsam nutzen.
Und wenn es erst mal nur ein Telefonat oder FaceTime,
ist und so weiter, um mal einen Austausch zu haben.
Also man kann ja durchaus schauen.
Oder ich habe gar nicht wenig Paare, die jetzt aufgrund von Homeoffice und flexibleren Arbeitszeiten
morgens um 8, 8.30 Uhr ihren Coaching-Termin wählen.
Weil dann sind die Kinder in der Schule oder in der Kita.
Das heißt, da ist gesichert zu Hause Ruhe.
Und die können dann eben um 11, 11.30 Uhr den Arbeitstag beginnen,
schieben den nach hinten oder nehmen die ersten zwei, drei Stunden Überstunden frei,
weil sie woanders Überstunden aufgebaut haben.
Das heißt, diese Flexibilität geht.
Und das könnte man ja auch sich zum Beispiel als Paar bewahren und sagen, naja, wenn wir alle zwei Wochen freitags das hinbekommen, könnten wir ja schauen, ob wir das einfach fortsetzen, alle zwei Wochen freitags, auch ohne das Coaching. Also Kreativität ist da häufig auch nochmal so der Schlüssel bei den Date Nights.
Zweiter Punkt war ja auf der Liste zu finden, digitale Auszeiten nehmen. So ein Klassiker würde ich sagen, der jetzt eigentlich bei vielen Themen schon steht, weil, auch nicht zu Unrecht muss man sagen, weil einfach der Medienkonsum auch von uns Erwachsenen, nicht nur von unseren Kindern, manchmal sehr fragwürdig ist, dass man sagt, okay, ist ja vielleicht ein Weg, wenn man mal eine digitale Auszeit nimmt, mal zu schauen, was passiert, wie viel Zeit bringt mir das einfach auch?
Ja, wir waren die Tage bei einem Konzert und da wurde quasi in einem Lied ja genau das Thema.
Ich weiß nicht genau, wie es heißt, heißt es nur Nokia? Auf jeden Fall geht es im Refrain darum, dass man sich wünscht, zurück zum Nokia-Handy zu kommen. Snake und SMS hat auch gereicht, das ist so der Hauptinhalt und daher auch eben einleiten mit der Botschaft, dass viele Menschen sich einsam fühlen.
Man hat zwar irgendwie Social Media und ist irgendwie mit der ganzen Welt verbunden mit dem Ding, was in der Hosen- oder Handtasche ist, aber irgendwie auch dann einsam für sich und da immer nur wieder der Tipp, Wochenberichte aktivieren.
Und mal schauen, in welchen Apps ist man wie viel und wie lange unterwegs. Mal auszuprobieren, wie fühlt es sich an, wenn man mal eine Zeit lang ohne diese Apps ist. Also ich bin jetzt gerade schon sehr lange für mich, gefühlt vier oder fünf Wochen, komplett fern von Social Media Kanälen, weil ich auf dem zweiten Handy, den ich nicht drauf habe und die Social Media Kanäle nur noch auf dem Arbeitshandy jetzt belassen habe, weil aus Arbeitssicht ich das ab und zu brauche, auch wegen Kommentare und so weiter.
Und das ist schon. So, dass ich sagen würde, ich vermisse nichts. Also es ist wirklich irgendwie so verdödelte Zeit. Also wenn man das Handy hat und die Kanäle installiert hat, dann ist da immer so ein Sog und so ein Drang nach.
Aber wenn man es dann abgestellt hat, dann ist es nichts da, wo ich sagen würde, ich habe jetzt großes Vermissen oder ich verpasse was oder schade, dass ich das nicht mehr sehen kann.
Also es ist wirklich eine Aneinanderreihung von Nonsens, den man sich häufig anschaut.
Anders ist gezielt, finde ich, nach YouTube-Videos zu gucken. Das ist nochmal ein bisschen was anderes. Also auf dem Fernseher ist die App ja drauf. Und da gezielt auszuwählen und sich für ein 10, 20-minütiges Video oder jetzt hat Hotel Matze eine total volle Podcast-Folge für mich gehabt, da mal sich zwei Stunden einzulassen, das finde ich immer noch ist was anderes. Da zieht man ja doch häufig eher einen Wert raus als aus Reels, Shorts und TikToks und so weiter.
Der dritte Punkt, der genannt worden ist, sind Wochenendenbewusstsein.
Also auch da nochmal zu schauen, wie können wir unser Wochenende anders gestalten, dass wir unsere Blasen, die wir vielleicht innerhalb der Woche aufgebaut haben von Arbeit und Familienzeit oder zu Hause sein, wie können wir die etwas verbinden, wie können wir bewusster die Zeit erleben.
Muss man aber wieder ein Sternchen dran setzen, weil ganz ehrlich, es gibt auch sehr viele Menschen, die am Wochenende arbeiten. Also ich finde, das Wochenende ist ja auch nicht mehr so das Wochenende wie früher. Also bei unseren Eltern, da gab es auch schon Jobs, die am Wochenende unterwegs waren, klar.
Aber ich finde, die Arbeitszeiten sind schon anders, dadurch, dass es auch flexibler geworden ist, was ja auf deiner Seite wieder ein Vorteil ist. Aber man hat ja nicht mehr so das ganz klassische Wochenende. Viele arbeiten dann halt auch mal einen Freitagabend oder Sonntagvormittag, haben dann den Ausgleich vielleicht innerhalb der Woche, aber es ist ja auch da wieder so ein bisschen antizyklisch zu einem Familienalltag, wo am Wochenende die Betreuung ja nicht stattfindet in der Schule, in der Kita und dann auch wieder man sich aufteilt.
Ja und immer dann vor allen Dingen, wenn es in der Arbeit,
den Switch macht, dass man nicht für seine Zeit bezahlt wird, sondern eher für seine Zielerreichung bezahlt wird. Also bestimmte Umsatzziele, bestimmte Entwicklungsziele und so weiter. Und da, wenn man merkt, man ist da schlecht davor oder das würde gerade noch mehr gehen, man hat eine Phase, wo das gerade im Vertrieb richtig läuft und sagt, oh jetzt kann ich da viel Provisionen auch einsammeln und so weiter, dann sind natürlich Samstage, Sonntage gerne mit betroffen oder eben die Abende.
Ja, das sind.
Alles super Tipps, die helfen, sollte man auch unbedingt integrieren. Was wichtig ist, aus unserer Sicht, ist erstmal einen ehrlichen Wochenplan gemeinsam aufzustellen, um mal verfügbare Zeiten als Paar und Familie sichtbar zu machen.
Wir erleben das ganz häufig in den Coachings, dass insbesondere der Part, der mehr Care und Hausarbeit macht, der so auch mehr fürs Soziale zuständig ist, also Treffen mit Freunden organisieren.
Geburtstage vorbereiten und so weiter. Das ist ja nicht immer 50-50, das ist ja doch eher ein 70-30, 80-20. Das verteilt sich ja schon normalerweise. Und da ist ganz viel nicht sichtbar. Was da an Arbeit, an Zeit, an Energie reinfließt, da ist ganz viel nicht sichtbar.
Wenn der andere oder auch man selber Stunden zur Arbeit geht, da braucht man die Inhalte nicht. Da weiß man, der ist bei der Arbeit, der hat zu tun.
Aber da zu Hause ja der Übergang zwischen Hausarbeit, Care-Arbeit und Freizeit gefühlt immer so ein bisschen fließend ist, man nicht genau weiß, wie man es gestaltet, ist häufig für mindestens einen von beiden nicht ganz klar, wie viel Aufwand haben wir eigentlich und welche Themen müssen da eigentlich alle so bedient werden.
Deswegen ist dort so eine Aufschlüsselung häufig sehr wertvoll. Nicht nur in Bezug auf die Zeit, sondern auch ganz häufig in Bezug auf Anerkennung und Wertschätzung.
Das ist ein sehr großes Thema, ebenfalls auch bei meinen Paaren im Coaching.
Gerade fallen mir ein, drei Paare, die ich in diesem Punkt mit begleite.
Und bei einem Paar war es jetzt so, dass wir eine Aufstellung gemacht haben, was für kleine Aufgaben, woran gedacht werden muss.
Und es ist ja leider immer, oder es ist das Klischee, stimmt da schon, das machen häufig Frauen.
Und er war wirklich überrascht, weil es ist ja nicht nur, dass man sagt, okay, Essen, Kochen, Einkaufen, die großen offensichtlichen Punkte, sondern es ist ja auch Kleidung aussortieren von den Kindern, wenn die Kleidung zu klein geworden ist.
Geschenke einkaufen, aber nicht nur die normalen Geburtstagsgeschenke.
Dann hast du irgendwelche Kita-Geschenke, Schulgeschenke, Kindergeburtstagsgeschenke für andere Kinder.
Also so ganz viele Kleinigkeiten, die immer mal wieder passieren.
Oder dann müssen die Zahnbürstenköpfe gewechselt werden.
Also so ganz viel Kleinkram, wo man sagt, ja, man muss sich wirklich mal hinsetzen und überlegen, was sind denn diese ganzen Kleinigkeiten.
Und es ist manchmal gar nicht so leicht, auch alles aufzuschreiben, weil ganz viele Sachen selbstverständlich im Hinterkopf schon. laufen, die aber total anstrengend sind für den Kopf.
Ich habe das Gefühl, wenn man das mit uns als Kindern und unseren Eltern vergleicht, dann ist heute die Arbeitszeit bei vielen nochmal deutlich gestiegen.
Also die Familienarbeitszeit, weil jetzt beide große Anteile daran leisten, ganz häufig.
Und gleichzeitig ist die Komplexität aber in einigen Bereichen, finde ich, stark gewachsen.
So die Anforderungen, auch der Druck, der da ist, haben wir gerade wieder intensiv darüber gesprochen.
So der Druck, den viele verspüren durch das Schulsystem.
Also wenn ich früher krank war, dann war ich krank.
Dann durfte ich da drei Tage Pause haben.
Und dann bin ich wieder zur Schule gekommen und dann ging es für mich weiter.
Und dann habe ich versucht, mich in den Stoff einzufinden.
Da hat mir vielleicht mein Mitschüler nochmal kurz irgendwie zwei, drei Sachen extra erklärt.
Oder der Lehrer kam kurz auf mich zu und hat mir nochmal eine Sache extra erklärt.
Und dann habe ich mit den Hausaufgaben nochmal weitergemacht.
Heute ist schon so, oh scheiße, wenn mein Kind krank wird, kann das gar nicht in Ruhe sich ausruhen.
Und teilweise musst du als Eltern ja zur Schule fahren, die Sachen abholen zu einer bestimmten Uhrzeit.
Also die Arbeitsblätter oder du hast Glück und jemand anderes bringt das mit.
Aber dann hast du die Aufgabe, das nachzuholen mit dem Kind.
Und dann wächst dann die nächsten Tage, weißt du schon, okay, jetzt muss das Kind sich drei Tage erholen.
Hat danach aber drei, vier Tage extra viel Druck und Stress, weil es muss nachgearbeitet werden.
Die Hausaufgaben bleiben.
Die werden nicht erlassen in einigen Schulen oder in einigen Klassen.
Und wenn dann dein Kind eher der Rabauke ist, also früher bei uns, wir hatten den Markus.
Nicht den im ersten Beispiel.
Nee, aber wir hatten Markus.
Und das war dann schon so, dass meine Mutter sagte, oh, wenn du den Markus einlädst, der hat schon Energie.
Dann muss er gucken.
Also du kannst fünf Kinder einladen, wenn Markus kommt, lieber vier.
Die kriegst du dann schwer gehandelt.
Das ist ein Rabauke.
Und heute ist das der, der muss zum Kinderpsychologen.
Der muss zu dem.
Der muss zu das, der muss dahin.
Der hat womöglich das, womöglich das.
Und der wird dann schon seitens der Schule in Richtung Eltern durch diverse Diagnoseverfahren geschickt,
weil die Lehrer sagen, mit dem stimmt was nicht.
Der ist irgendwie total überdreht.
Irgendwas kann, also diese, ich finde früher gab es eine ganz breite Range von Schüchtern bis Rabauke.
Und heute ist das ganz eng geworden, dieser Korridor, wo man sagt, das Kind ist okay, so wie es ist.
Und wenn das in die Richtung fällt, oh, mit dem stimmt was nicht.
Vielleicht hat das dies, vielleicht das.
Und der meldet sich gar nicht.
Und der, also da müsst ihr mal gucken, Ergotherapie oder so.
Und der andere in der Range, der muss dann auch sofort diagnostiziert werden.
Ich finde, das ist ein ganz enger Korridor geworden.
Und ich finde, die Ansprüche sind auch größer geworden.
Also wenn ich überlege, was man früher mitgebracht hat zum gemeinsamen Frühstück in die Kita.
Also wir waren immer für diesen günstigen Käse in Plastik eingepackt.
Eingeteilt, dieser Schablettenkäse.
Das Ding kostet nichts.
Das kannst du einkaufen, das kannst du irgendwie drei Wochen im Kühlschrank liegen lassen.
Weil das ewig haltbar, weil es wahrscheinlich konserviert ohne Ende ist.
Aber das sollten wir mitbringen zum gesunden Frühstück.
Dirk, das war meine Aufgabe für ein Jahr, jeden Mittwoch, für meine Eltern total easy.
Ja, was war jetzt, natürlich, wie ist es jetzt?
Können wir ja auch sagen, diese Woche war das, glaube ich.
Wer steht in einem Morgen da und hat Gemüsesticks gemacht oder Obstspieße?
Ja, das ist alles jetzt schon was anderes.
Dann bringt man was mit, aber dann auch recht kurzfristig und da nochmal was mitbringen, da nochmal was mitbringen.
Und daran immer zu denken und zu überlegen, kann ich das mitbringen? Wie ist das gewünscht?
Ich meine, wir haben Glück, wir haben eine sehr entspannte Schule, die da auch, finde ich, entspannt ist, was so Ansprüche angeht.
Und man wird nicht doof angucken, wenn man mal sagt, okay, ich bin diese Runde mal raus.
Aber trotzdem möchte man ja auch für das eigene Kind, dass es was mitbringt und so weiter.
Aber es ist schon alles deutlich komplexer und anstrengender geworden.
Und ja.
Und darauf wollte ich halt hinaus. Jetzt sind wir ein bisschen abgedriftet.
Aber es ging halt darum, dass die Zeit knapper wird und die knappe Zeit, die da ist, die wird immer komplexer.
Oder mit immer komplexeren Aufgaben belegt.
Also fast kein Paar, was bei uns ist, wird sagen, nö, Mental Load, das ist gar kein Thema, bin ich voll easy davor.
Also alle sagen, wir haben echt viel, was wir bedenken müssen.
Unser Kopf ist voll.
Fast alle sagen am Abend, irgendwann so 20 bis 21 Uhr geht die Energie raus.
Eigentlich ruft nur noch das Sofa oder ich schlafe beim Bettritual der Kinder mit ein.
Deswegen ist diese Aufschlüsselung wichtig.
Denn wenn uns wenig Zeit bleibt, dann bleibt uns am Ende, dass wir die wenige Zeit, die wir haben, qualitativ gut nutzen.
Also dass wir eher in Richtung Quality Time denken und die wenige Zeit wirklich so schön wie möglich gestalten.
Wofür es natürlich einige Grundvoraussetzungen braucht.
Stabiles Fundament, gute Kommunikation, möglichst wenig bis keine offene Konflikte.
Also so ein paar Dinge braucht es dann natürlich als Voraussetzung.
Das war genau das, was ich vorhin meinte mit Date Nights sind gut.
Ich würde das nur später machen, weil wenn man schon in der Verletzungsspirale drin ist,
dass man sagt, ich habe das Gefühl, ich bin dir nicht mehr wichtig, deine Arbeit ist dir wichtiger.
Wir kommen in einen ganz unstimmigen Bereich, so habe ich mir unser Leben nicht vorgestellt.
Dann sind wir ja schon in einem Bereich, da hilft mir jetzt auch eine Date Night ehrlich gesagt nicht mehr so viel.
Dann sitze ich auf einer Date Night, dann sind wir wieder in unserem typischen Pärchen.
Dass man sich gegenüber sitzt und dann nichts zu erzählen hat und den Nebentisch zuhört.
Weil dann sitze ich da und bin noch unglücklicher.
Ja, du bist ja dann auch, wenn du dann Zeit verbringst in so einem Zwiespalt.
Auf der einen Seite möchtest du gute Zeit miteinander verbringen.
Das spürst du die eine Hälfte.
Und die andere Hälfte in dir spürt, da gibt es aber echt zwei, drei wichtige Themen, die wir eigentlich klären müssen.
Aber wenn wir das jetzt ansprechen, das Thema, oh, dann wird der Abend schlecht.
Und das ist doch eigentlich unser Pärchenabend.
Und so ist man dann im Zwiespalt.
Und zerrissen und weiß nicht genau, was man tun soll.
Und es wird sich ja auch nichts ändern.
Wenn ich mir die Verletzung nicht angucke, werde ich immer wieder, nächste Woche, neue Woche, neues Glück.
Dann passiert das ja wieder.
Und dann hilft mir eine Date Night zwei Wochen später auch nichts.
Und deswegen wollen wir in dieses Thema in der nächsten Woche nochmal tiefer eintauchen.
Und das ganze Thema Quality Time, wie kann ich Selbstständigkeit oder herausfordernde Jobs mit der Partnerschaft gut in Einklang bringen.
Hier haben wir jetzt erstmal ein paar Hinweise reingegeben.
Und in der nächsten Folge geht es dann in die Tiefe.
Wenn ihr so lange nicht warten wollt.
Dann findet ihr in den Shownotes unsere Podcast Playlist mit weiteren Episoden passend zu diesem Thema.
Ja, das ist ein schwieriger Punkt.
Wenn ihr merkt, dass ihr da schon angekommen seid und könnt auch die wenige Zeit, die ihr habt, eigentlich gar nicht mehr miteinander genießen,
weil da immer diverse Themen Druck machen und ihr da eigentlich Lösungen für braucht, aber gar nicht mehr so recht Lösungen findet.
Dann schaut, ob ihr mit diesen Tipps überhaupt noch zurechtkommt, wenn ihr merkt, dass so Tipps und Tricks aus Podcast Folgen, Büchern und so weiter,
irgendwie nicht mehr helfen.
Und ihr versucht das, ihr setzt das um oder ihr versucht das und ihr bekommt es gar nicht mehr umgesetzt.
Dann macht es Sinn, dass ihr euch bei uns meldet und wir gemeinsam im telefonischen Erstgespräch schauen, wo ihr gerade steht, wo ihr gerne hin möchtet und wie wir euch auf dem Weg optimal begleiten können.
Schön, dass ihr dabei wart.
Bis zur nächsten Woche.
Bis bald.
Bis dann.
Musik
Podcast Summary
Key Points:
Wenn ein Partner ausschließlich auf die Arbeit fokussiert ist, führt das zu einem starken Gefühl der Vernachlässigung und Einsamkeit in der Beziehung.
Beide Partner in herausfordernden Jobs wie Führungspositionen oder Berufen mit hohem Zeitbedarf erleben eine zunehmende emotionale Distanz und Konflikte.
Die Arbeit nimmt zunehmend den Platz von gemeinsamer Zeit, körperlicher Nähe und emotionaler Unterstützung ein, was zu einem inneren Konflikt zwischen Beruf und Familie führt.
Viele Paare haben unterschiedliche Bedürfnisse
Eine klare, gemeinsame Zeitplanung und Aufschlüsselung der Aufgaben (z. B. Hausarbeit, Care, Kleinkram) hilft, Verantwortlichkeiten zu sehen und zu teilen.
Digitale Auszeiten und kreative Date-Night-Modelle können helfen, den Fokus auf die Beziehung zu legen, aber nur dann, wenn die grundlegende Kommunikation und Wertschätzung funktionieren.
Das Wochenende ist nicht mehr ein „Freiheitsraum“ – viele arbeiten auch am Wochenende, was den Familienalltag komplexer und anstrengender macht.
Wenn Lösungsvorschläge wie festgelegte Date-Nights nicht wirken, liegt das oft an einem tiefen Mangel an gegenseitiger Wertschätzung und ehrlicher Kommunikation im Konfliktschwerpunkt.
Summary:
In diesem Gespräch wird die Herausforderung thematisiert, die aus einer zunehmenden Berufsverpflichtung und dem daraus resultierenden Verlust von Beziehungsfokus entsteht. Paare, insbesondere Führungskräfte oder selbstständige Arbeitnehmer, fühlen sich oft vernachlässigt, wenn der Partner ausschließlich auf die Arbeit fokussiert ist. Das führt zu einem Gefühl der Isolation, Frustration und fehlender Zweisamkeit, wobei beide Seiten unterschiedliche Bedürfnisse haben: eine Seite möchte mehr emotionale Nähe, die andere fühlt sich verpflichtet, die Familie zu sichern.
Ein entscheidender Faktor ist die fehlende Sichtbarkeit von Aufgaben – wie Hausarbeit, Kleinstaufforderungen oder Care-Pflege –, die oft nicht als „Arbeit“ wahrgenommen werden. Um mit dieser Situation umzugehen, wird empfohlen, einen gemeinsamen Wochenplan aufzustellen, um verfügbare Zeit und Aufgaben transparent zu machen. Digitale Auszeiten, kreative Date-Nights und ein Bewusstsein für das Wochenende helfen, jedoch nur dann, wenn die zugrundeliegende Kommunikation und gegenseitige Anerkennung funktionieren.
Wenn diese Maßnahmen nicht wirken und das Gefühl der Verletzung weiter anhält, ist ein persönliches Gespräch mit einem Paarcoach sinnvoll, um die konkreten Hürden und Lebensziele gemeinsam zu erkunden.
FAQs
Weil die Zeit und Aufmerksamkeit, die für die Familie und die Beziehung vorgesehen sind, eingeschränkt werden. Das führt zu dem Gefühl, nicht mehr wichtig oder wertvoll zu sein.
Durch klare, ehrliche Gespräche über Bedürfnisse, Wünsche und die Wertschätzung der gemeinsamen Zeit, um Missverständnisse zu vermeiden und gegenseitige Erwartungen zu klären.
Man kann gemeinsame Tage wie mittags oder am Freitag planen, um festgelegte, bewusste Momente zu schaffen, die nicht von der Arbeit ablenken.
Weil sie den Medienkonsum reduziert und das Gefühl der Einsamkeit verringert, sodass beide sich auf die eigene Präsenz und die Beziehung fokussieren können.
Durch die Aufschlüsselung von Aufgaben wie Kochen, Einkaufen oder Kleidung aussortieren, um die jeweiligen Beiträge sichtbar zu machen und eine gerechte Verteilung zu gewährleisten.
Weil sie verfügbare Zeiten sichtbar macht, die gegenseitige Aufgaben und Bedürfnisse besser verstehen und das Gefühl der Ungleichheit reduziert.
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