Akuthilfe: Immer wieder der gleiche Streit - Was tun? #285
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Ein ständiger, wiederholender Streit zwischen Partnern zeigt oft nicht nur ein fehlendes Verständnis, sondern tief verwurzelte Verletzungen aus der Vergangenheit. Die Kommunikation wird durch emotionale Auseinandersetzungen und vorverletzte Gefühlsschutzmechanismen beeinträchtigt, sodass Kompromisse nicht mehr möglich oder wertschätzend erscheinen. Aktives Zuhören und strukturierte Gesprächszeiten können nur dann gelingen, wenn der emotionale Zustand berücksichtigt wird und keine festen Zeiten oder Notizen angewandt werden. Klassische Lösungen wie „Kompromisse finden“ sind oft ineffektiv, weil sie auf einem instabilen Fundament aufbauen. Der entscheidende Schritt ist die Rückblickarbeit auf frühere Konflikte und die Aufarbeitung von Verletzungen, um ein stabiles, wertschätzendes Fundament wiederherzustellen. Ohne diese Grundlage bleiben auch Werkzeuge wie Paargespräche nur oberflächlich wirksam. Die Lösung liegt nicht nur in neuen Strategien, sondern in der tiefen Verarbeitung der Vergangenheit, um eine echte, nachhaltige Verbesserung der Beziehung zu erreichen. Dieser Prozess erfordert Ehrlichkeit, Wille und gemeinsame Aufmerksamkeit – und führt schließlich zu einer Beziehung, die nicht nur funktioniert, sondern glücklich und vertraut ist.
Ein ständiger Streit, das Gefühl, egal welche Lösung, es kommt immer wieder, wie kann ich damit umgehen?
Typisches Beispiel für die fehlende Bereitschaft. Einer von beiden war den Tag bei der Arbeit, der andere war zu Hause.
Der, der zu Hause war, der hat zu Hause drei Dinge entdeckt, die der andere nicht wie abgesprochen gemacht hat.
Jetzt kommt der von der Arbeit nach Hause, wenn der quasi fast schon ohne Begrüßung diese Liste um die Ohren gehauen bekommt.
Hey, wir haben doch vereinbart, das hast du nicht gemacht. Und dann hatten wir das vereinbart, hast du auch nicht gemacht.
Das hing jetzt alles an mir. Also da ist weder Rahmen noch Bereitschaft stimmig. Das muss schief gehen.
Die Frage ist ja auch, kann ich überhaupt einen Kompromiss finden, wenn ich schon so vorverletzt bin?
Also wenn ich mir vorstelle, ich bin so vorverletzt und wir hätten ein Thema, was uns seit Jahren, Monaten was auch mal begleitet,
dann wird es doch nicht so sein, praktisch gesehen, dass wir uns einen Abend zusammensetzen und sagen,
jetzt finden wir für dieses komplexe Thema, was uns schon so viel Leid gebracht hat, einen Kompromiss.
Also wenn man so verletzt ist, dann kann ich den anderen nicht entgegenkommen.
Jetzt will ich das aus Prinzip, und das finde ich immer so grausam im Leben, aber es ist ja immer so, aus Prinzip bin ich das schon gar nicht mehr.
In dieser Folge sprechen wir darüber, warum ihr immer wieder denselben Streit habt und wieso eine echte Lösung bisher nicht gelingt.
Wahrscheinlich fühlst du dich erschöpft, frustriert, unverstanden.
Vielleicht sogar gefangen in einer Endlosschleife.
Gedanken wie, es kann doch nicht sein, dass immer wieder das gleiche Thema hochkommt.
Oder vielleicht sogar sollten wir uns trennen, wir können uns über einfachste Themen ja gar nicht mehr unterhalten, können die Folge sein.
Wir haben in den letzten Jahren hunderte von Paaren genau in dieser Thematik schon begleitet,
die an diesem Punkt standen und sich gefragt haben, ein ständiger Streit, das Gefühl, egal welche Lösung, es kommt immer wieder, wie kann ich damit umgehen?
Du bist im Podcast der Lebensidealisten gelandet. Mein Name ist Florian.
Ich bin Ina.
Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein in eine dauerhaft glückliche und harmonische Beziehung.
Stellen wir uns einmal folgende Situation und folgendes Paar vor.
Sarah, 39 Jahre alt, Marketingleiterin und Jens, 41 Jahre alt, selbstständig.
Beide sind verheiratet, zwei Kinder, sieben und zehn Jahre alt, haben ein nettes Eigenheim am Stadtrand.
Immer wieder gibt es Streit am Abendbrottisch.
Jens fühlt sich gestresst, weil er mehr im Haushalt übernimmt.
Sarah argumentiert, sie stemme mehr Mental Load.
Und Jens sieht es, ich mache und tue, aber sie sieht es nicht.
Sarahs Gefühl, ich werde mit meinen Sorgen nicht ernst genommen.
Beide sind enttäuscht, ziehen sich zurück und schlafen jetzt auch schon getrennt.
Gedanken sind da wie, warum versteht sie mich nicht?
Immer muss ich nachgeben, es wird nie besser.
Entscheidend ist, wenn du merkst, dass ihr immer wieder beim alten Thema endet, egal was ihr probiert habt, dann ist das ein Warnsignal.
Aber findet ihr für solche Themen keine nachhaltige Lösung, so wachsen Frust oder auch emotionale Distanz.
Es entstehen weitere innere Folgen, wie zum Beispiel, dass man bestimmte Themen gar nicht mehr anspricht und dadurch immer mehr Themen verschwinden, über die man sich miteinander austauschen mag.
Weil die Themen eben bereits konfliktbehaftet sind.
Wir sagen, man hat eine Brille darauf, man ist einer Vorahnung, dass ein Streit entstehen wird und spricht darüber nicht mehr.
Bis hin zu so einer Art inneren Trennung, dass man sagt, ich bin wohl besser alleine dran.
Und das sind Situationen, die wir sehr häufig auch im Coaching am Anfang erleben, wenn Paare davon berichten, wie sie streiten,
dass sie schon sehr genervt davon sind, dass immer wieder die gleichen Themen hervorkommen und dass da auch sehr viel Verzweiflung drinsteckt.
Dass man sagt, ich bin nicht so ein Verzweifler.
Und wenn ich jetzt weiß, sie holt dieses Thema wieder hervor, dann habe ich innerlich schon so eine ablehnende Haltung, weil ich weiß, es wird nicht gut enden.
Dieser Abend wird nicht gut enden.
Wir werden keine Lösung finden, sondern wir werden wieder sehr unzufrieden schlafen gehen.
Wir kommen zwar vielleicht bei dem Thema mal so einen ganz kleinen Schritt voran, dann geht es aber wieder drei Schritte zurück.
Und es schwebt so wie im Hintergrund oder jemand sagt, wie so eine App, die im Hintergrund so Energie zieht, überein.
Und selbst wenn man dann eine Lösung gefunden hat, dann ist man häufig so erschöpft und trotzdem in einem Distanzgefühl von dem Weg, den es brauchte, dahin zu kommen,
weil man auf dem Weg wenig Wertschätzung füreinander empfunden hat oder die Kommunikation wenig wertschätzend war.
Dann ist zwar die Lösung da, aber trotzdem hat es irgendwie Risse im Fundament hinterlassen, auch wenn das Thema jetzt geklärt ist.
Deswegen manchmal ist es tatsächlich besser, wenn man ein Thema gar nicht klären kann, aber trotzdem wertschätzend geblieben ist.
Und sagt, unser Fundament ist weiterhin stabil geblieben, wir waren jetzt wertschätzend miteinander, auch wenn wir noch gar keine Lösung gefunden haben.
Vielleicht finden wir ja in zwei, drei Tagen im Brainstorming, in einem anderen kreativen Modus, die Lösung.
Wir hören ganz häufig so den Satz, wir drehen uns bei diesen Themen im Kreis.
Es geht immer wieder von vorne los und manchmal sind es konkrete Muster, das sind wirklich explizite Themen, die sich immer wiederholen.
Aber manchmal drehen sich Paare auch im Kreis und haben immer wieder Streit.
Es gibt unterschiedlichste, diverse Auslöser, wo das Muster quasi noch gar nicht erkennbar ist für das Paar.
Was sehr häufig ja auch ist, dass man so eine Brille dann schon auf die andere Person entwickelt hat.
Also dass man ja eigentlich nur noch darauf wartet, dass das, was man denkt, sich bestätigt.
Wenn man sagt, okay, jetzt weiß ich schon, was sie sagt oder jetzt weiß ich schon, gleich kommt er wieder mit dem Argument und damit ich wieder schuld.
Und dann geht es wieder in diese Richtung und das ist natürlich dann schwierig, weil man ja auch einer Veränderung oder einem neuen Gedanken,
dann gar keine Chance mehr geben kann innerlich, weil man schon so oft Streitsituationen hat, die man schlecht verarbeitet hat oder wo man das so festhängt und sagt,
oh, das war so verletzend, was dann gesagt worden ist und jetzt wird das vielleicht gerade wieder wiederholt.
Und dann versuchen ganz viele immer so drumherum zu laufen, also so im Überlebensmodus, so im Alltag sich drumherum zu schlenkern und zu gucken,
okay, hoffentlich lasst das Thema irgendwie beiseite schieben, das spreche ich jetzt nicht an, das schlucke ich runter, weil dann explodiert das zu Hause wieder.
Das will ich nicht, da habe ich jetzt gar keinen Nerv zu.
Und wenn man natürlich dann deckelt, so nennen wir das ja auch, die Gefühle zu deckeln, dann deckelt man immer beide Seiten.
Und das finde ich immer eigentlich etwas sehr, sehr Trauriges im Leben, dass wenn man seine negativen Gefühle aus Schutz deckelt, deckelt man auch seine positiven Gefühle.
Und als Ergebnis kommt dann ein Mensch hervor, der im Gefühl taub und neutral ist und weit weg ist eigentlich von dem Leben, was viele sich wünschen mit Lebendigkeit, Lebensmomenten,
sondern jemand, der sagt so, ja, Tag überlebt.
Ja, und das Deckeln ist kein Problem.
Das ist keine Einbahnstraße, man kann nicht nur die schlechten Gefühle beiseite schieben, irgendwann leiden auch die guten Gefühle darunter.
Und dann kommt es dann für manche dazu, dass man sagt, ich spüre da gar keine Nähe, gar keine Liebe mehr.
Und dann wird die Beziehung ganzheitlich hinterfragt.
Ja, es gibt einige Standardtipps, die helfen, die wir einmal der Vollständigkeit halber natürlich mit aufführen wollen, die man online bei der Recherche auch gut entdeckt.
Wobei wir auch bei jedem Punkt vielleicht nochmal ganz kurz mal in die Tiefe schon mal reingehen.
In der nächsten Folge gehen wir nochmal expliziter darauf ein.
Aber diese Tipps, die man online so findet, die haben häufig einen kleinen Haken.
Und deswegen schauen wir da nochmal.
Also das Erste ist, Zeit für Paargespräche einplanen.
Jetzt ist natürlich da die Herausforderung, Zeit für Paargespräche mag man sich nicht gern planen, wenn die Gespräche ja immer relativ eskalativ sind.
Dann habe ich da keine Lust drauf, mir dafür Paarzeit einzuplanen, beziehungsweise Gesprächszeit einzuplanen.
Im Gegenteil, dann laufe ich ja irgendwie geplant in so ein Ding rein, da habe ich ja keinen Bock drauf.
Das heißt, wenn man das so nimmt, Zeit für Paargespräche.
So würden wir das eigentlich überführen in eher den richtigen Rahmen und die richtige Bereitschaft herstellen.
Rahmen bedeutet, dass man auf die Umgebung achtet, also keine Kindernähe, nicht vor den Nachbarn und so weiter.
Sondern man sitzt zu Hause, hat seine Ruhe, die Kinder schlafen, sind beim Babysitter, man hat ausreichend Zeit.
Genau, nicht 22 Uhr, wenn beide komplett am Ende sind.
Das ist dann Bereitschaft nachher auch.
Da geht es so rüber in die Bereitschaft, keine Müdigkeit am besten.
Man muss fit genug sein, damit das geht.
Man muss gesättigt genug sein, damit das geht.
Denn auch Hunger ist häufig etwas, was bei manchen Menschen Gereiztheit auslöst.
Und man dann in den Gesprächen das Schwere hat.
Man hat innerlich vielleicht auch mit einigen anderen belastenden Momenten des Tages abgeschlossen.
Also das macht keinen Sinn, wenn man voller Frust und Ärger aus dem Job zum Beispiel dann in so ein Gespräch hineingeht.
Dann macht es Sinn, das erstmal abzubauen.
Klar zu sagen, hey, ich bin gerade nicht offen für ein Gespräch.
Ich hänge mit meinen Gefühlen und meinen Gedanken so tief gerade bei diesem schlecht gelaufenen Kundenprojekt drin,
dass du wirst Sachen abbekommen.
Ärger, Wut, was gar nicht zu dir gehört.
Und ich habe gerade gar nicht die innere Haltung und Kreativität, ein Gespräch wertschätzend und zielführend mit dir jetzt zu führen.
Das heißt, Zeit für Paargespräche ist für uns eher Rahmen und Bereitschaft.
Genau, und diese Bereitschaft sollte man im besten Fall natürlich erfragen.
Weil ich kann es ja nicht wissen.
Also alles ist ja Interpretation, ich kann ja interpretieren, du bist nach Hause gekommen, Laune ok, wirst ganz fit, aber es kann in dir drin ja ganz anders aussehen.
Und vielleicht rechnest du auch gar nicht damit, dass ich jetzt heute Abend mit diesem Thema nochmal vorkomme.
Und wenn du die Wahl hättest, würdest du vielleicht sagen, so heute nicht, da möchte ich mich lieber innerlich darauf vorbereiten, lass das mal morgen machen.
Der, der zu Hause war, der hat zu Hause drei Dinge.
Und der hat drei Dinge entdeckt, die der andere nicht wie abgesprochen gemacht hat.
Jetzt kommt der. von der Arbeit nach Hause, hat vielleicht sogar
einen guten Tag gehabt, dann ist es auch
scheiße, wenn du sofort Feedback bekommst. Oder
hat einen schlechten Tag gehabt, dann
kommst du sogar noch on top. Aber wenn der
quasi fast schon ohne Begrüßung
diese Liste um die Ohren gehauen
bekommt, hey, wir haben doch vereinbart,
das hast du nicht gemacht. Zweiter Punkt, der genannt wird häufig,
ist aktives Zuhören üben.
Also sich ganz bewusst mal darauf
einlassen, dass ich den anderen
ausreden lasse, dass ich nicht dauernd unterbreche,
dass ich nicht ins Rechtfertigen gehe.
Wenn jemand was sagt, sofort sagt,
ja, aber, und du musst auch bedenken
das, sondern sage, okay,
ich höre mir das an, ich unterbreche
nicht, ich werte nicht, ich verurteile
nicht. Genau, und versuchen dann in
einen guten Fluss
im Gespräch zu kommen, in dem man aktiv
zuhört. Gibt es ja manchmal dann auch
mit Zeiten, das habe ich auch schon gehört,
dass ein paar Therapeuten das anleiten,
15 Minuten darf der eine sprechen,
15 Minuten der andere. Finde ich
herausfordernd, weil erstens ist die Zeit
im Spannischen mal sehr lang.
Die Frage ist, habe ich 15 Minuten gerade was zu
sagen? Der andere müsste sich Notizen
machen. Und vor allen Dingen
ein Problem beim aktiven
Zuhören, also aktives Zuhören ist ja
gut, aber nicht mit richtig
vorgegebenen Zeiten, weil
angenommen, du hast 15 Minuten
Gesprächszeit. Nach zwei Minuten
nennst du einen Satz, der
in mir massiv Wut auslöst.
Jetzt kann ich doch nicht 13 Minuten
mit meiner Wut dir
zuhören, aktiv und wirklich
Dinge mitnehmen, weil ich bin ja durch meine Wut
jetzt völlig überlagert und gelähmt und
mein Kopf macht zu.
Das heißt, das macht gar keinen Sinn.
Vor allem, wenn ich mir dann vorstelle, du würdest mir
gegenüber sitzen und ich würde was sagen,
ich sehe ja an deinen Augen, weil man kennt sich ja,
ich sehe an deinen Augen, an deiner Körperhaltung,
okay, jetzt habe ich einen Schwarzen getroffen, im negativen Sinne
und dann würdest du deinen Notizblock
zücken und dann anfangen zu schreiben und würdest
dann ja schreiben und mich gar nicht mehr
angucken, dann würde ich mir
vorkommen, irgendwie wie in der Schule damals, dass
jemand mich bewertet beim Referat
und du denkst immer die ganze Zeit so, was schreibt
der jetzt auf und warum schreibt er den Punkt jetzt nicht auf,
der mir aber ganz wichtig ist und die anderen Punkte
davor, den hat er aufgeschrieben. Also da läuft
ja innerlich dann auch wieder was ab, ne?
Also aktives Zuhören sehr gut, Menschen
ausreden lassen sehr gut, Nachfragen
stellen, aber ich würde
keine festen Zeiten definieren
und immer dann, wenn im Gespräch
der eine sich emotional verletzt
fühlt, dann ist das wichtig,
dass derjenige, der gerade
eigentlich am Sprechen ist, dann auch
unterbrochen werden darf, weil dann geht es erstmal
darum, die emotionale Verletzung
zu klären, damit in dem
Moment das wieder gut
ist und man dann auch wieder aktiv
zuhören kann, weil durch eine emotionale
Verletzung wird das aktive
Zuhören normalerweise nicht mehr
möglich sein. Das dritte
Thema ist Kompromisse finden.
Das ist eine super Geschichte,
werden wir in der nächsten Folge ganz intensiv
darauf eingehen, auf das Thema
Kompromisse finden. Hier ist häufig die
Herausforderung, dass wir gelernt
haben, ein Kompromiss bedeutet,
man trifft sich in der Mitte. Das heißt
sozusagen, jeder nimmt einen
Mangel in Kauf, ne? Und
am Ende fühlen sich meistens beide
oder einer von beiden damit
schlecht. Also der Kompromiss ist für
einen oder beide unstimmig. Man macht
das aber, um sich irgendwie zu treffen
und dann wird es
eben für einen oder für beide typischerweise
am Ende nicht gut. Wir nennen das dann ein
faulen Kompromiss.
Die Frage ist ja auch, ganz
ehrlich, also ist bei mir jetzt gerade so aufgeploppt,
kann ich überhaupt einen Kompromiss finden,
wenn ich schon so vorverletzt bin?
Also
das wird schon, da werden die Ellenbogen
erstmal ordentlich ausgefahren und
das wird schon echt schwierig, weil
das finde ich manchmal, ist ja nicht so ein Kompromiss,
wie, ja okay, wo wollen wir am Wochenende
essen gehen? Was möchtest du, was will ich?
Wo können wir denn landen? Sondern
das ist ja meistens schon sehr verwurren
und feinteilig und
ich finde, je verletzter man ist,
desto schwieriger
kann man ja einfach auch Kompromisse eingehen, weil
dann mache ich ja auch irgendwie mich innerlich
sehr verletzlich und
kommen die entgegen, was manchmal ja auch gar nicht
einfach ist, wenn man so verletzt ist, dann kann ich den anderen
nicht entgegenkommen. Das möchte ich
dann ja nicht und das erlebe ich
dann also im Coaching auch immer wieder, dass
da Menschen sitzen und sagen, ich weiß, ich müsste
jetzt der anderen Person moralisch
gesehen entgegenkommen, will ich aber nicht.
Ich bin so verletzt. Nö, du hast
da und da und da auch nicht
auf einen Kompromiss, bist da nicht mehr
auf eingestiegen. Jetzt will ich das
aus Prinzip und das finde ich mal so
grausam, aber es ist ja manchmal so, aus Prinzip
will ich das schon gar nicht mehr.
Ja, aus Prinzip heißt ja
eigentlich aus meiner Verletzung heraus.
Genau. Das wird das ja übersetzt
bedeuten. Und da kommen wir jetzt auch schon
zum Switch, wo es dann mehr in die Tiefe
geht, um dann echte Lösungen,
nachhaltige Lösungen zu finden,
nämlich, dass man
wirklich stimmige Kompromisse braucht.
Es gilt genauso fürs aktive
Zuhören oder Zeit für die Paargespräche
einzuräumen. Wir brauchen eigentlich ein
stabiles Fundament. Das ist auch das,
warum klassische Mediationen
häufig schwierig sind, weil man sich dort
versucht, auf etwas Sachliches zu
fokussieren und dafür eine Lösung zu finden, aber
nicht berücksichtigt, dass das verfärbt wird,
durch Wut, Ärger, Verletzungen,
die ich habe. Denn so ein typischer Mechanismus
ist, dass ich, wenn ich noch Wut empfinde,
ich für meine Wut einen Ausgleich
zusätzlich fordere. Das heißt, ich fordere
sachlich mehr, als
ich fordern würde, wenn ich keine Wut in mir
hätte. Und deswegen ist es immer wichtig,
Fundament wiederherstellen. Wenn das
ein Thema ist, was Vorverletzungen hat,
dann brauchen wir über das Thema inhaltlich eigentlich gar
nicht sprechen. Dann können wir zunächst mal
zurückgehen an den Punkt, wann war es mal gut,
finden dann
entsprechende Lösungen dafür,
lösen die Verletzungen nachhaltig auf
und sorgen dafür, dass wir diesen Punkt,
wann war es mal gut, ins Heute bewegen,
weil wir die Verletzungen der Vergangenheit gelöst haben
und können dann mit
Kreativität einen neuen, wirklich stimmigen
Kompromiss für beide
finden, wo keiner von beiden sich
schlecht fühlt, sondern der wirklich für beide stimmig ist.
Und das zeigt eben so die
grundsätzliche Herausforderung mit
den Tipps, die man
meistens so findet. Die können gut
greifen, wenn das Fundament ausreichend
stabil ist, dann gehen die Tipps alle recht
gut und dann macht das sehr viel Sinn, das
zu beherzigen. Wenn aber zu so einem
Thema schon Risse im Fundament vorliegen,
Vorverletzungen da sind, dann kann es mit
Tipps eben recht schwer werden.
Ich hatte gerade ein paar im
Erstgespräch und da war auch
Wunsch und Ziel, so einen
Werkzeugkasten zu bekommen, dass
die Streitigkeiten
präventiv nicht mehr so oft
stattfinden und wenn doch, dass man dann
ohne stärkere Eskalation rausfindet.
Und dann bin ich halt genau darauf
eingegangen und habe gesagt, das machen wir. Es gibt
diesen Werkzeugkoffer, den bekommt
ihr auch, das machen wir alles zusammen, aber
wir brauchen auch, dass wir das Fundament
klären, dass das wieder stabil
ist, denn die Kommunikation im Heute
wird einerseits aus meinem kommunikativen
Werkzeugkoffer und meiner
tagesaktuellen Haltung
bestimmt, aber auch aus meinen
Vorerfahrungen der Vergangenheit.
Und wenn wir die Vorerfahrungen der Vergangenheit nicht
aufräumen, dann hilft der Werkzeugkoffer
nur bedingt. Ja, das ist immer
der Moment, wo Menschen sagen, ich möchte nicht
in die Vergangenheit gucken. Wie wollen wir es in Zukunft
anders machen? Und das ist
ja immer der schwierige Moment, weil das
in die Vergangenheit gucken, das ist ja gerade so
sagen, auf dieses Psycho-Ding habe ich keinen Bock.
Ja, aber wir brauchen ja
das Wissen aus der Vergangenheit, um in der Zukunft
anders handeln zu können. Also
das nicht als etwas Negatives anzusehen, sondern
zu sagen, wir geben der Vergangenheit
auch eine gewisse Form von Wertschätzung, weil
wenn man schon durchs Leid gegangen ist, dann will ich
doch bitte auch was mitnehmen aus dem Leid,
damit ich das nicht in der Zukunft
nochmal mache, weil ich es nicht verstanden
habe. Wobei ich finde, die
meisten Paare, die sich bei uns melden,
haben ja auch Podcasts gehört,
ein YouTube-Video geschaut, sich auf unserer Website
gut umgesehen. Die kennen das
und die kommen ja genau deswegen,
auch gerade, wenn es manchmal schon die
zweite oder dritte Paartherapie ist,
die man versucht und dann zu uns kommt,
dann auch häufig mit dem,
das ging uns nicht tief genug davor.
Und dann haben wir bei euch den Podcast gehört
und gesehen, ah okay, daran
könnte es liegen. Bei dem Paar, was ich
jetzt aus dem Erstgespräch meine, die
haben dann gesagt, nö, das machen wir nicht,
wir wollen nur einen Werkzeugkoffer und ich habe gesagt,
das machen wir nicht, nur den Werkzeugkoffer geben.
Das gibt es im Beziehungstraining,
haben wir ja auch, da kannst du
den Werkzeugkoffer bekommen, aber wenn
recht offensichtlich aus den ersten
Gesprächen ist, dass das nicht reicht,
dass das Fundament
wirklich massive Risse bekommen hat,
dann schicken wir die nicht in
ein Beziehungstraining, wo sie sich die Dinge
selber erarbeiten, sondern
dann sagen wir, dann können wir das nur
verantworten, wenn ihr das begleitet macht,
damit ihr da wirklich rausfindet,
das andere ist doch nicht das Richtige.
Wir werden uns in der nächsten Woche intensiv mit dem Thema
stimmige Kompromisse beschäftigen
und schauen, wie man
Konflikte in der Form richtig
gut lösen kann, damit
ihr die Möglichkeit habt, aus diesem schwierigen
Punkt, an dem ihr euch sicherlich befindet,
wenn ihr sagt, ihr dreht euch dauerhaft im Kreis
und merkt, dass emotionale Distanz
immer stärker wird, Nähe lässt
nach, ihr findet immer schwieriger
einen stimmigen Austausch,
echte Kompromisse, ihr geht immer
häufiger aus Gesprächen raus mit einem
Gefühl von, ah, das waren
drei Stunden verständete Lebenszeit,
ich bin noch wütender als vorher, ich bin
Verlierer, dann ist
das die richtige Folge für euch.
Wenn du also gerade an einem Punkt stehst, wo du
merkst, die große Frage stellt sich, ob
sich eure Dynamik, die ihr aufgebaut habt,
ändern kann und ob ihr überhaupt
einen Kompromiss finden könnt und das
Muster sozusagen durchbrechen könnt,
dann sei gerne ehrlich zu dir selbst
und wage mit deinem Partner oder deiner Partnerin
den nächsten Schritt zur stimmigen Lösung.
Dann bis zur nächsten Folge,
wo es dann um die stimmigen Kompromisse
gehen wird. Bis dann. Bis bald.
Podcast Summary
Key Points:
Ein ständiger Streit über das Gleiche zeigt oft fehlende Bereitschaft und ein instabiles Fundament.
Die emotionale Verletzung durch vorherige Konflikte macht es schwer, Kompromisse entgegenzukommen oder wertschätzend zu kommunizieren.
Aktives Zuhören funktioniert nur, wenn der emotionale Zustand berücksichtigt wird und nicht durch festgelegte Zeiten und Notizen eingeschränkt wird.
Klassische Lösungen wie "Kompromisse finden" sind oft ineffektiv, wenn sie auf verletzten und unzufriedenen Grundlagen aufbauen.
Stabile Lösungen erfordern zunächst die Aufräumung von Vergangenheitsverletzungen und das Wiederherstellen eines wertschätzenden Fundaments.
Die Beziehung wird durch die Verarbeitung von Vergangenheitskonflikten stärker und dauerhaft glücklicher.
Ohne fundierte Rückblickarbeit bleiben Werkzeuge wie Paargesprächspläne oder Zeitpläne nur oberflächlich wirksam.
Im coaching-basierten Ansatz wird klar
Summary:
Ein ständiger, wiederholender Streit zwischen Partnern zeigt oft nicht nur ein fehlendes Verständnis, sondern tief verwurzelte Verletzungen aus der Vergangenheit. Die Kommunikation wird durch emotionale Auseinandersetzungen und vorverletzte Gefühlsschutzmechanismen beeinträchtigt, sodass Kompromisse nicht mehr möglich oder wertschätzend erscheinen. Aktives Zuhören und strukturierte Gesprächszeiten können nur dann gelingen, wenn der emotionale Zustand berücksichtigt wird und keine festen Zeiten oder Notizen angewandt werden.
Klassische Lösungen wie „Kompromisse finden“ sind oft ineffektiv, weil sie auf einem instabilen Fundament aufbauen. Der entscheidende Schritt ist die Rückblickarbeit auf frühere Konflikte und die Aufarbeitung von Verletzungen, um ein stabiles, wertschätzendes Fundament wiederherzustellen. Ohne diese Grundlage bleiben auch Werkzeuge wie Paargespräche nur oberflächlich wirksam.
Die Lösung liegt nicht nur in neuen Strategien, sondern in der tiefen Verarbeitung der Vergangenheit, um eine echte, nachhaltige Verbesserung der Beziehung zu erreichen. Dieser Prozess erfordert Ehrlichkeit, Wille und gemeinsame Aufmerksamkeit – und führt schließlich zu einer Beziehung, die nicht nur funktioniert, sondern glücklich und vertraut ist.
FAQs
Weil vorherige Verletzungen und ungelöste Konflikte das Fundament der Beziehung schwächen. Diese Erfahrungen führen zu einem Muster, das sich wiederholt und emotionale Distanz schafft.
Statt direkt auf das aktuelle Thema einzugehen, sollte man sich zunächst auf positive Erinnerungen konzentrieren, bei denen die Beziehung gut war. Das hilft, das Fundament zu stabilisieren.
Weil die Verletzungen emotionale Abwehr auslösen. Man fühlt sich dann nicht mehr bereit, entgegenzukommen, und der Kompromiss wird oft als verletzend empfunden.
Das zeigt, dass das Fundament der Beziehung instabil ist. Die Kommunikation wird durch Wut und Verletzungen beeinflusst, was eine konstruktive Lösung erschwert.
Weil es dem Partner Raum gibt, sich auszusprechen, ohne unterbrochen zu werden. Dies fördert Verständnis und verhindert, dass der andere sofort rechtfertigt oder verurteilt wird.
Man sollte sich auf ruhige, nicht überlastete Zeiten einstellen, wo beide emotional gelassen sind. Das schafft ein Rahmen, in dem eine wertschätzende Kommunikation möglich ist.
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