Go back

Akuthilfe: Dein Partner redet nicht über Gefühle? Das kannst du tun! #301

0m 0s

Akuthilfe: Dein Partner redet nicht über Gefühle? Das kannst du tun! #301

In vielen Beziehungen entsteht eine emotionale Distanz, wenn ein Partner seine Gefühle nicht ausdrückt – oft aus Kindheitserlebnissen, in denen Leistung und Funktion bevorzugt wurden. Dies führt zu einer inneren Unfähigkeit, sich emotional zu zeigen und sich selbst oder andere zu verstehen. Die Kommunikation verläuft dann oft nur auf oberflächlichem, organisatorischem Niveau, wie „Tür- und Angelgespräche“. Die Wurzeln dieser Muster liegen in der Entwicklung: Menschen, die in der Kindheit nicht gelernt haben, ihre Gefühle auszudrücken, haben oft keine innere Erlaubnis, dies in der Partnerschaft zu tun. Ein selbstregulierendes Nervensystem verstärkt das Vermeiden von Gesprächen über Gefühle. Um eine Verbesserung zu erreichen, sind strategische Schritte nötig, wie das Aufschreiben von Gefühlen, die Schaffung regelmäßiger Rituale und gemeinsame Reflexionsgespräche. Doch ohne die Identifikation der tieferen Ursachen – etwa aus der Kindheit – bleibt die Veränderung oberflächlich und belastend. Der Schlüssel liegt in der Wahrnehmung, dass ein Gefühl nicht als Komplizierung, sondern als Normalität und Notwendigkeit empfunden werden muss. Paare, die sich gegenseitig vertrauen und die Initiative ergreifen, können eine tiefe, dauerhafte emotionale Verbindung aufbauen und so eine glücklichere, harmonischere Beziehung erreichen.

Transcription

2448 Words, 15138 Characters

German
Ein Partner zieht sich zurück, spricht seine Gefühle nicht aus, tiefgründige Gespräche sind eher eine Ausnahme oder schon sehr, sehr lange her. Bei vielen ist halt auch der Wunsch da, dass die andere Person das doch bitte ansehen soll, also dass man möchte angesprochen werden in der Hoffnung, wir kennen uns doch so gut, frag mich doch oder mach doch etwas, damit es mir besser geht. Wenn in der Kindheit Funktionieren und Leistung wichtig war und nicht Gefühl, dann fehlt da manchmal innerlich die Erlaubnis, seinem Gefühl und seinem Bedürfnis zu folgen, sondern dann wird dem gefolgt, was eben einer Leistung entspricht oder was eben einem Funktionieren entspricht. Wir haben nur noch so Tür- und Angelgespräche, organisatorisch, funktionell kriegen wir es hier hin, aber was du jetzt in der Tiefe fühlst oder was ich so wirklich fühle, an diesen Punkt kommen wir nicht mehr. In dieser Folge möchten wir darüber sprechen, wie es sich anfühlt, wenn dein Partner oder deine Partnerin nicht über die Gefühle sprechen kann, welche Herausforderungen das mit sich bringt, welche Unsicherheiten das macht und wie man damit umgehen könnte. Wir haben in den letzten Jahren sehr, sehr viele Paare begleitet, die genau an diesem Punkt standen, ein Partner zieht sich zurück, spricht seine Gefühle nicht aus, tiefgründige Gespräche sind eher eine Ausnahme. Oder schon sehr, sehr lange her. Du bist im Podcast der Lebensidealisten gelandet, mein Name ist Florian. Ich bin Ina. Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein in eine dauerhaft glückliche und harmonische Beziehung. Stellen wir uns einmal folgende Situation vor. Sarah, 36 Jahre, Sachbearbeiterin und Tom, 38 Jahre, selbstständig, leben mit zwei Kindern, fünf und sieben, in einem Haus. Nach einem stressigen Arbeitstag setzt sich Tom wortlos vor den Fernseher. Sarah fühlt sich alleine gelassen und mischig. Er ist verstanden, fragt sich, warum er sich zurückzieht. Tom ist erschöpft und fühlt sich von Sarahs Nachfragen bedrängt. Beide spüren die Distanz, aber keiner weiß, wie er den ersten Schritt machen soll. Tom weiß nicht, wie er Sarah Sicherheit geben soll. Entscheidend ist, wenn du merkst, dass die Kommunikation zum Erliegen kommt und die emotionale Nähe fehlt, ist das ein Warnsignal, dass sich etwas ändern muss. Das spiegelt ja eine beispielhafte Situation wider, die wir sehr oft in der Party haben. In einer Therapie hören, dass einer oder beide sich zurückziehen mit dem Handy, mit dem Notebook vor dem Fernseher und dass ja noch wenig Raum da ist für tiefkundige Gespräche. Einerseits, weil vielleicht schon so viele konfliktbehaftete Themen da sind und man Sorgen davor hat, wenn man ein Thema anspricht, dass es dann wieder in einem Streit eskaliert, man eh keine Lösung findet. Andererseits manchmal, weil es schon immer schwer war, über das Gefühl zu sprechen und einer von beiden oder beiden das grundsätzlich schwer fällt. In so tiefkundige Gespräche über Bedürfnisse, Gefühle und Wünsche zu kommen. Bei vielen ist halt auch der Wunsch da, dass die andere Person das doch bitte ansehen soll. Also, dass man möchte angesprochen werden auf das eigene Gefühl in der Hoffnung, wir kennen uns doch so gut. Frag mich doch oder mach doch etwas, damit es mir besser geht. Also diesen Wunsch von den Augen ablesen. Aber das ist halt schwierig, weil ich brauche ja selber zu meinem eigenen Gefühl auch einen guten Zugang, um Gefühle bei anderen sehen. Und ich brauche ja auch eine Strategie, mit Gefühlen umzugehen. Ich finde, das merkt man immer, wenn man Eltern wird, wie schwierig es ist, die Gefühle von anderen Menschen zu begleiten. Und es ist einfach schon eine Herausforderung für sehr viele Menschen, ihre eigenen Gefühle irgendwie zu handeln, zu begleiten. Und dann treffen gar nicht selten halt auch zwei Menschen aufeinander mit wenig Ressourcen. Das Beispiel neben Kindern fünf und sieben, das ist noch eine anstrengende Phase. Und dann baut sich schnell so eine Distanz auf, dass man das Gefühl hat, wir haben nur so Tür- und Angelgespräche. Funktionell kriegen wir es hier hin. Aber was du jetzt in der Tiefe fühlst oder was ich so wirklich fühle, an diesen Punkt kommen wir nicht mehr. Ja, eine wichtige Regel bei uns heißt deswegen ja auch aussprechen, was ist und anerkennen, was ist. Und nicht dem anderen ansehen, was ist und nachfragen, ob ich richtig liege, sondern wirklich proaktiv aussprechen. Aber worum es auch manchmal geht, ist eben, wer die Initiative ergreift. Also da ist auch manchmal so ein Ausgleich von Geben und Nehmen Thema. Dass einer von beiden sagt, ich ergreife so oft die Initiative für die Gespräche. Und ich möchte jetzt eigentlich auch mal das Gefühl haben, dass dem anderen das auch so viel bedeutet, dass derjenige den Anfang macht. Ich möchte nicht immer diejenige oder derjenige sein, der hier den Anfang macht und gefühlt auch damit ein bisschen dem anderen stört bei dem, was er gerade zum Entspannen oder zum Ablenken macht. Und ein Aspekt, da könnte ich jetzt eine ganze Podcast-Folge drüber halten, möchte ich aber auch noch reinbringen, wenn Menschen abends aufeinandertreffen mit ihren Gefühlen und so weiter, ist das halt auch schwierig, weil jeder Mensch, ein anders reguliertes Nervensystem hat und das muss auch erstmal ein Match sein. Also wenn ich erschöpft bin, wenn ich abends von der Arbeit komme oder wie das in dem Beispiel da ist, dann gibt es halt zwei Möglichkeiten, wie wir uns regulieren. Einmal durch uns selbst und einmal durch andere Menschen, die sich durch andere regulieren, haben es tendenziell auch leichter, über Gefühle zu sprechen. Also weil sie eher es gewöhnt sind, positive Erfahrungen haben. Wenn ich rede mit anderen, danach, nach dem Gespräch geht es mir gut, dafür fühle ich mich erleichtert und so weiter. Das ist jetzt nur die Mega-Gruppe. Krasse Kurzfassung der ganzen Sache, aber wenn ich zum Beispiel ein Mensch bin, der sich eher durch sich selbst reguliert, dann bin ich auch eher vielleicht jemand, der nicht so offen über meine Gefühle sprechen mag und der dann eher abends in so einem Berieselungsmodus gerät und auch nicht so das Gespräch sucht. Und ja, das merkt man in den Coachings auch immer wieder, dass Menschen da unterschiedlich sind, ohne Wertung, es ist nicht eins besser oder eins schlechter, aber dass das auch schon sehr hemmschwellig ist, über Gefühle zu sprechen. Ja, wir haben an der Stelle mal einige Tipps recherchiert. Die man online häufig findet, um mal zu überprüfen, ob die gut sind und dann zu schauen, gibt es da vielleicht noch weitere Impulse, die man geben kann. Das erste, was wir gefunden haben, ist zunächst Gefühle aufzuschreiben und das ist aus meiner Sicht sehr sinnvoll. Also, dass man sich da erstmal selber über seine Gefühle im Klaren wird, sich reflektiert, sich das auch schriftlich mal macht, das ist total sinnvoll, denn Reflexion, Selbstreflexion mit Aufschreiben ist immer förderlich und immer gut. Also, dass man sich da immer selber selber sortiert, sich bewusst darüber zu werden, wie fühlt sich das wirklich an und so weiter. Gerade wenn einem das schwerfällt, kann das eine optimale Vorbereitung sein, um da quasi nicht so spontan in sich reinzufühlen und zu gucken, wie es einem geht und darüber zu sprechen, sondern das ein bisschen vorzubereiten. Der zweite Punkt ist, einander Zeit geben, um Gefühle zu verstehen. Das ist an sich auch immer ein guter Punkt. Man sollte immer sich natürlich gegenseitig auch Zeit geben, um das eigene Gefühl, so verstehe ich das, zu verstehen. Ja, ist es individuell. Kann helfen. Glaube ich, ist nicht schlimm. Das dritte ist, gemeinsame Rituale für Gespräche finden. Das ist ein sehr wertvoller Punkt. Der ist sehr, sehr gut. Wir führen gerne Organisationsgespräche und Reflexionsgespräche mit den Paaren ein. Also, es sind zwei verschiedene Gespräche. Das Reflexionsgespräch ist ein Ankergespräch, wo man nochmal vielleicht einmal wöchentlich sicherstellt, dass noch alles stabil ist, dass man in der Woche alles. angesprochen und gelöst hat, was so an Themen aufgekommen ist oder eben zu schauen, war da nicht der Rahmen oder die Bereitschaft für da, die Ressourcen passten nicht oder ich merke jetzt gerade, wenn ich nochmal reflektiere, ist da doch was offen geblieben, um das dann auszusprechen und gemeinsam eben in der Tiefe zu lösen, dass man sein Fundament stabil hat und natürlich auch Zeit und Raum hat, über andere tiefgründigere Themen zu sprechen, wo man vielleicht stimmige Kompromisse braucht, wo man Entscheidungen miteinander treffen möchte und so weiter. Also, gemeinsame Rituale. Sind sehr gut und vielleicht auch mit einem für sich dann sehr positiven Setting, wo man sich das gemütlich macht, sich sein Lieblingsgetränk hinstellt, einen kleinen Snack hinstellt, wenn man möchte, sich eine Wärmflasche vorbereitet, wenn man das gern mag. Also, wo man sich das auch einfach ein bisschen entspannt macht. Kann aber auch sein, dass das Ritual ist, ein gemeinsamer Spaziergang im Wald, am See, je nach Jahreszeit vielleicht auch, weil das auch sehr beruhigend auf uns wirkt, wenn wir in der Natur sind, bei schwierigen Themen ist das. Also, viele angenehmer, nebeneinander herzulaufen. Beim Spaziergang ist das natürlich, sich nicht anzugucken, weil man nebeneinander herläuft. Das heißt, das ist kein komisches Gefühl, das ist nicht unnatürlich. Und man sitzt eben nicht, wie vielleicht zu Hause am Tisch, so konfrontativ gegenüber, guckt sich an. Vielen fällt das dann auch erstmal leichter, über die Gefühle zu sprechen, wenn man eben nebeneinander her spaziert. Das sind grundsätzlich alles gute Tipps, aber unserer Ansicht nach kratzen sie halt auch so ein bisschen an der Oberfläche. Sorgen halt nicht für eine dauerhafte Veränderung, weil man muss ganz ehrlich sein, es ist wichtig, dass wir die Ursache erkennen. Also, wir müssen das Wissen darüber haben, was die Ursache ist, warum jemand schwer über Gefühle sprechen kann oder schwer kommunizieren kann, weil sonst bleiben wir immer auf der oberen Ebene. Also, ich brauche das Wissen und ja auch das Wissen, um eine Veränderung, wenn ich es als etwas empfinde, was ich verändern möchte, herzustellen. Um irgendwas zu tun, in dem Fall über seine Gefühle zu sprechen und damit ja auch eine gute, harmonische, zufriedenstellende Beziehung zu führen. Und da ist immer die Frage, ist derjenige ausgeglichen kraftvoll genug für dieses Thema? Dann würde man sich jetzt annähern, wann war es mal gut, konnte derjenige schon mal über seine Gefühle sprechen, war das schon immer schwer, ist das im Laufe irgendeiner Beziehung schwierig geworden, ist das im Laufe dieser Beziehung schwierig geworden, um dann so einfach an die Ursache ranzukommen. Also, wenn der Partner oder die Partnerin keinen Zugang zu seinen oder ihren Gefühlen hat, dann kann ich natürlich auch auf den oberen Ebenen, die wir gerade genannt haben, das schwer halten. ich das kurzfristig mal so machen, aber das ist nichts, was wirklich eine Veränderung auslöst, sondern das kann eher als belastend empfunden werden, weil ich ja gegen etwas in mir drin ankämpfe, was das verhindert. Und das ist die Frage, ob es etwas ist aus meiner Kindheit und Jugend, weil meine Eltern oder andere Leute, die mich betreut haben, nicht mir gezeigt haben, wie ich über meine Gefühle spreche, wurden mir meine Gefühle vielleicht auch aberkannt, wurden gar nicht gesehen, die durften gar nicht sein, habe das als Glaubenssatz, als Prägung mitgenommen, dann werde ich das in einer späteren Beziehung schwer haben, sehr befreiend über meine Gefühle zu sprechen, weil dann sofort aufploppt, ich will ja nicht kompliziert sein, das ist auch etwas gern, was dann immer kommt, ich will ja jetzt nicht kompliziert werden und jetzt ist es auch mal gut, ich muss es auch mal ruhen lassen, dass es mir dann einfach so schwer fällt, darüber zu sprechen, dass ich Situationen meide, dass ich nicht gerne in Gespräche reingehe, dass ich diese Tiefe gar nicht erreichen mag, weil ich mich damit unwohl fühle. Zum Beispiel, oder weil ich innerlich nicht die Erlaubnis spüre, gerne, wenn in der Kindheit Funktionieren und Leistung wichtig war und nicht Gefühl, dann fehlt da manchmal innerlich die Erlaubnis, seinem Gefühl und seinem Bedürfnis zu folgen, sondern dann wird dem gefolgt, was eben einer Leistung entspricht oder was eben einem Funktionieren entspricht, aber nicht was, was dem Gefühl dann entspricht. Also zum Beispiel sich auszuruhen und den Abwasch mal stehen zu lassen und stattdessen mal sich zu entspannen, weil man gerade merkt, man ist völlig K.O., entspricht nicht einer Leistung und nicht funktionieren, also darf ich das nicht. So zum Beispiel das über Gefühle sprechen, dann mache ich mal auch so. Genau, weil Gefühle sprechen wäre es dann sowas, das ploppt über mir gleich auf, wenn jemand gefragt wird, geht es dir nicht gut oder möchtest du, dass wir das so und so machen, dann gesagt, nee, nee, ist in Ordnung, machen wir so. Obwohl das Gefühl von der Person eigentlich war, ich möchte das nicht und mir geht es nicht gut. Und die andere Person dann, wenn wir eine Verletzung auflösen, ganz überraschend, ich habe dich doch noch gefragt, warum hast du denn nichts gesagt? Und in dem Moment dann, ja, nee, ich habe das Gefühl, ich kann das nicht sagen, das fühlte sich für mich ganz komisch an, wenn ich dir jetzt sage, dass ich mich nicht gut fühle, dann werde ich ja kompliziert und ich will dir das ja nicht versauen, wir hatten das doch schon geplant. Und dann entsteht so ganz schwer natürlich auch ein Konflikt, weil die andere Person sagt, ja, aber ich muss doch auf deine Aussage vertrauen können, wenn ich dich frage, dann ist mir das wichtig, dass du aussprichst, was du fühlst, was du denkst, wie es dir geht. Darüber werden wir in der nächsten Podcast-Folge nochmal richtig im Detail sprechen, da wollen wir dieses Thema vertiefen und wollen dann auch nochmal tiefer da hineingehen, wie man mit diesen Herausforderungen wirklich gut umgehen kann und die Kommunikation dauerhaft zufriedenstellender gestalten kann. Wenn du nicht so lange warten kannst, dann findest du in den Shownotes dieser Folge unsere Podcast-Playlist mit weiteren Episoden zum Thema Kommunikation verbessern, wo es bestimmt viele spannende Themen gibt, die aktuell weiterhelfen, so erste Impulse, die schon mal akut einiges bewirken können. Du stehst vielleicht gerade am schwierigen Punkt, der dich vor die große Frage stellt, wie du deinen Partner, deine Partnerin erreichen kannst und wie du wieder diese emotionale Verbindung herstellst. Deswegen nutz gerne unsere Tipps, um herauszufinden, warum dein Partner oder deine Partnerin nicht gerne spricht und verhilft deiner Beziehung zu einer neuen Tiefe. Ansonsten schalte gerne, wie schon gesagt, in der nächsten Woche am Dienstag wieder ein und erfahre nochmal mehr in der Tiefe, wie ihr nachhaltige Lösungen finden könnt. Oder natürlich meldet euch bei uns fürs Erstgespräch, dann schauen wir direkt gemeinsam, wie wir den Weg gemeinsam gehen können und wir euch optimal unterstützen, eure Kommunikationen auf ganz anderes Level zu bringen. Bis bald. Bis dann. Musik Musik Musik

Podcast Summary

Key Points:

  1. Viele Paare leiden unter einem Mangel an tiefgründiger Emotionalität, wobei ein Partner sich zurückzieht und seine Gefühle nicht ausdrückt.
  2. Die Ursachen liegen oft in der Kindheit, wo Leistung und Funktion wichtiger waren als Gefühle, was eine innere Unfähigkeit zur Gefühlsausdrucksweise verursacht.
  3. Menschen mit einem selbstregulierenden Nervensystem fühlen sich oft unwohl in Gesprächen über Gefühle und vermeiden dadurch emotionale Nähe.
  4. Es fehlt häufig ein gegenseitiges Vertrauen und die Initiative, um tiefgreifende Gespräche zu beginnen, was zu einer Distanz und einem „Tür- und Angelgespräch“-Muster führt.
  5. Die Schaffung gemeinsamer, regelmäßiger Rituale wie Spaziergänge oder Reflexionsgespräche kann das Wohlbefinden und die Kommunikation verbessern.
  6. Das Aufschreiben von Gefühlen hilft, sich selbst zu reflektieren und emotional präziser zu werden, bevor man mit dem Partner spricht.
  7. Ohne Kenntnis der Ursachen bleibt die Verbesserung nur oberflächlich, da Gefühle oft auf tiefere kognitive und emotionaler Prägungen zurückzuführen sind.
  8. Eine dauerhafte Verbesserung erfordert, dass beide Partner die Möglichkeit haben, ihre Gefühle zu erkennen und sich auf eine gegenseitige Anerkennung zu besinnen.

Summary:

In vielen Beziehungen entsteht eine emotionale Distanz, wenn ein Partner seine Gefühle nicht ausdrückt – oft aus Kindheitserlebnissen, in denen Leistung und Funktion bevorzugt wurden. Dies führt zu einer inneren Unfähigkeit, sich emotional zu zeigen und sich selbst oder andere zu verstehen. Die Kommunikation verläuft dann oft nur auf oberflächlichem, organisatorischem Niveau, wie „Tür- und Angelgespräche“.

Die Wurzeln dieser Muster liegen in der Entwicklung: Menschen, die in der Kindheit nicht gelernt haben, ihre Gefühle auszudrücken, haben oft keine innere Erlaubnis, dies in der Partnerschaft zu tun. Ein selbstregulierendes Nervensystem verstärkt das Vermeiden von Gesprächen über Gefühle. Um eine Verbesserung zu erreichen, sind strategische Schritte nötig, wie das Aufschreiben von Gefühlen, die Schaffung regelmäßiger Rituale und gemeinsame Reflexionsgespräche.

Doch ohne die Identifikation der tieferen Ursachen – etwa aus der Kindheit – bleibt die Veränderung oberflächlich und belastend. Der Schlüssel liegt in der Wahrnehmung, dass ein Gefühl nicht als Komplizierung, sondern als Normalität und Notwendigkeit empfunden werden muss. Paare, die sich gegenseitig vertrauen und die Initiative ergreifen, können eine tiefe, dauerhafte emotionale Verbindung aufbauen und so eine glücklichere, harmonischere Beziehung erreichen.

FAQs

Weil in der Kindheit oft Leistung und Funktion wichtiger waren als Gefühle. Dadurch fehlt innerlich die Erlaubnis, eigene Emotionen zu erkennen oder zu teilen.

Die Beziehung entwickelt sich zu einer nur funktionellen, organisatorischen Ebene, wo Gefühle und Bedürfnisse nicht mehr berücksichtigt werden und eine echte emotionale Nähe entsteht.

Weil niemand das Gefühl der anderen sieht oder versteht, und jeder vermutet, dass der andere das nicht wahrnimmt, was zu Unsicherheiten und Verzweiflung führt.

Man sollte nicht darauf vertrauen, dass Gefühle automatisch sichtbar sind, sondern aktiv seine eigenen Gefühle erkennen und sicherstellen, dass er auch selbst die Möglichkeit hat, sie zu teilen.

Personen, die sich durch sich selbst regulieren, fühlen sich abends oft erschöpft und ziehen sich zurück, weil sie nicht die nötige Energie oder die Bereitschaft haben, über Gefühle zu sprechen.

Man kann Gefühle schriftlich aufschreiben, gemeinsame Rituale für Gespräche schaffen und regelmäßig Reflexionsgespräche führen, um emotionale Nähe und Vertrauen zu stärken.

Chat with AI

Loading...

Pro features

Go deeper with this episode

Unlock creator-grade tools that turn any transcript into show notes and subtitle files.