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Akohol - Wie (un)gefährlich ist er wirklich?

34m 26s

Akohol - Wie (un)gefährlich ist er wirklich?

Alkohol wird in der Gesellschaft als harmlos und gesellschaftlich akzeptiert wahrgenommen, doch wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass bereits kleine Mengen gesundheitliche Risiken verursachen. So trägt Alkohol zu Krebsformen wie Brust- und Darmkrebs bei und führt zu Lebererkrankungen wie Fettleber und Leberzirose. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Alkohol als Gruppe 1 Krebsauslöser eingestuft. Zudem erhöht er das Risiko für Herzrhythmusstörungen und schwächt das Immunsystem. Obwohl viele Menschen Alkohol als Entspannungsmittel nutzen, wirkt er nicht nur bei der Stimmung, sondern verändert auch das Gehirn und verursacht körperliche Belastungen. Der Körper kann jedoch nach einem Verzicht auf Alkohol schnell reagieren – beispielsweise durch eine Erholung der Leber innerhalb von drei bis sechs Wochen. Auch psychisch verbessert sich das Wohlbefinden, da das Belohnungssystem nicht mehr so stark reagiert. Viele Menschen beginnen mit kleinen Schritten wie einer Dry January oder durch das Verzichten von Alkohol in bestimmten Situationen. Der Rückgang des Konsums ist seit den 1980er Jahren deutlich, und es gibt zunehmend gesunde Alternativen. Trotzdem bleibt Alkohol in vielen Sozialstrukturen tief verankert. Die Wissenschaft weist darauf hin, dass der beste Schutz für die Gesundheit darin besteht, gar nichts zu trinken. Ein Verzicht ermöglicht nicht nur körperliche, sondern auch psychische Vorteile und führt zu einer stärkeren Selbstkontrolle. Die Forschung zeigt auch, dass genetische und soziale Faktoren das Risiko für Abhängigkeit beeinflussen. Dennoch ist die Entscheidung, wie mit Alkohol umgegangen wird, eine persönliche, die durch klare Selbstreflexion und bewusste Entscheidungen gestaltet werden kann.

Transcription

6351 Words, 38483 Characters

German
ARD Sounds Also für mich ist das so ein Klassiker, das Wetter wird schöner und dann geht man irgendwie mit einem schönen Glas Wein auf dem Balkon oder in Garten oder trifft sich mit Freunden und dieses Glas Wein oder von mir so einem Rathla oder was auch immer, das ist dann schon immer dabei. Ja, wie geht das genauso, Sebastian, also ich habe so festgestellt, man gewöhnt sich sehr daran. Also ich trink gar nicht viel Alkohol, aber man rutscht oder ich nicht, nicht nur man, ich rutscht dann auch schon mal rein, dass ich so den Koops jetzt habe ich die ganze Woche jeden Abend das Wein getrunken, obwohl ich das eigentlich gar nicht möchte. Ihr könnt euch denken, Christiane hat sich mit dem Thema Alkohol beschäftigt und deswegen reden wir gerade über unsere Alkohol-Gewohnheiten, aber Christiane ist natürlich ein bisschen tiefer eingestiegen und hat sich angeschaut, was die Wissenschaft dazu sagt. Ich war ganz schön überrascht, was wenn man eine Recherche rausgekommen ist, zum Beispiel über der Frage, wie viel Alkohol okay ist. Also da hatte ich so gar nicht mitgerechnet und ich habe mir es auch noch mal klarer geworden, dass viele Klischees, die wir über Alkohol im Kopf haben, ja so nicht stimmen. Und das sage ich jetzt auch, weil ich mir erkenntn gelernt habe, mir heißt eigentlich anders und als ich sie zum ersten Mal gesehen habe, da wäre ich echt nie auf die Idee gekommen, dass diese Frau und Thema mit Alkohol hat. Also, sieht toll aus, die ist super sportlich, hat wirklich ein großen Freundeskreis, eine große Familie ist im Job erfolgreich, jetzt macht sie gerade eine Auszeit, da engagiert sich ehrenamtlich. Also jemand, der wirklich mit einem Leben steht, aber sie sagt, in Sachen Alkohol, da läuft bei mir schon seit längerer Zeit was in die falsche Richtung. Ich habe tagsüber die Alkohol getrunken, aber abends, wenn so alles fertig war, wenn Arbeit erledigt war, hier im Haus erledigt war, zum Runter kommen oder das war für mich so ein bisschen Mietheim, so jetzt ist alles erledigt und jetzt setze ich auf die Couch, Kuckstfernsehliesten Buch und ich habe den Alkoholkonsum nie gesteigert, das waren immer zwei Gläser Weinabend und das ist aber eigentlich leider schon seit Jahren. Ja, es ist zum Klassiker, also das ist also diese Belohnung, du hast einen anstrengenden Tag gehabt und jetzt kommt deine Zeit und dann setze du dich schön mit dem Glas Wein auch für Couch oder so. Ja, ich glaube, das kennen ganz viele Leute und das hat mir ja eben auch bei sich beobachtet, aber die hat dann auch jetzt gesagt, ich möchte das nicht mehr und deswegen hat sie sich in einem Programm angemeldet, das heißt frühintervention Alkohol und wir hören später noch dazu, was es gebracht hat. Wir reden nämlich heute in diesem Quarks daily, speziell über Alkohol und beantworten unter anderem die Frage, wie gefährlich oder wie ungefährlich ist er wirklich, genau das hat sich Christiana Tova aus dem Quarks-Team, die viele Medizin-Team unterwegs ist, angeschaut, Christiana ist schön, dass du labest, heiße Bastion, ich bin Sebastian Sonntag, tschau! Christiana, mein Alkohol, das ist ein Thema, das betrifft irgendwie fast jede und jeden und weder trinken wir selber oder wir sind mit Leuten unterwegs, die welchen trinken, also es ist ja überall, ne? Das stimmt und ich habe mir da auch mal die Zahl dazu angeguckt, da kommt echt einiges zusammen, in Deutschland werden pro Jahr und Kopf insgesamt 120 Liter, wir weinen oder spiritolosen getrunken. Das ist eine Menge. Ja, das ist eine ganze Menge, wir liegen damit auch sehr weit vorne in den Rankings und zwischen 15 und 18% der Menschen hier die trinken regelmäßig so viel, dass sie ihre Gesundheit stark gefährden. Das auch viel. Ja, das ist auch viel und jetzt kommt noch eine andere Zahl, die hat mich auch wirklich nochmal beeindruckt, nämlich dass 1,6 Millionen Menschen offiziell Alkohol abhängig sind. Ja, das ist krass und wenn du offiziell sagst, dann bedeutet das vermutlich in offiziell sein, dass noch viel mehr, ne? Klar, da gibt es eine sehr hohe Dunkelziffer auch noch. Und bei 9 Millionen Menschen ist der Alkoholkonsum problematisch, das heißt, man trinkt zu viel, beziehungsweise mehr als man möchte und dass wir ja zu viel trinken, das kann man auch daran sehen, dass Alkohol zumindest beim Männern, der zahlt dich fest, der zweit häufigste Grund dafür ist, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Waren, okay. Ja, aus unterschiedlichen Gründen, also weil sie Unfälle haben, aber auch Krankheiten wie Krebs oder Depressionen und ja, obwohl das alles bekannt ist, ist Alkohol in der Gesellschaft total akzeptiert. Also ich weiß nicht, ob du das auch kennst, aber es geht ja im Grunde genommen wirklich soweit, dass man sich fast rechtfertigen muss, wenn man nichts trinken. Ja, total. Ja, natürlich. Du hast man immer blöde Fragen gestellt, ne? Ja, und das kenn ich von anderen Drogen jetzt eher nicht, dass man sich dann dafür irgendwie rechtfertigen muss. Klar. Ja, und was ja will ich total bescheuert ist, wenn du dann wirklich Alkohol abhängig bist, dann bist du gesellschaftlich draußen. Ja, weil eben Alkohol diese gesellschaftlich akzeptierte Drogen ist. Und genau deswegen steigen wir jetzt die Fahnsthema ein und fangen an, damit die Fakten zu sortieren. Ja, warum eigentlich Alkohol, ne? Das ist ja irgendwie eine ganz spannende Frage, weil es hätte ja auch irgendwie alles andere sein können. Warum ausgerechnet diese Drogen, warum trinken wir Alkohol, Christiane? Dafür gibt es mehrere Gründe. Erst mal ist es so, dass Alkohol wirklich vielen gut schmeckt. Und, ja, wir haben es gerade schon gesagt, ne, der gehört einfach dazu bei ganz vielen Gelegenheiten. Und dann ist es auch so, dass ja, mange Menschen den Rausch einfach leben. Das geht los beim Schwips, aber endet dann ja auch manchmal ja wirklich beim Koma saufen. Und das scheint ja für einige auch wirklich attraktiv zu sein. Es gibt ja gar nicht wenige, die das dann auch am Wochenende regelmäßig so machen. Es ist natürlich auch so ein Gruppending, ne? Man trifft sich, trinkt zusammen und auch wenn es jetzt nicht bis zur Bewusstlosigkeit geht, gemeinsam ist trinken, schafft zusammen halt. Ich glaube, das kennt viele Menschen so in ihrem Freundeskreis. Nur man lachzusammen hat Spaß, ist offen und locker. Und das geht zumindest denken, dass ganz, ganz viele Menschen besser mit als ohne Alkohol. Und ich meine, na, wer schon mal nüchter mit Menschen unterwegs war, die getrunken, habe ich glaubt, der weiß auch von den Sprecher, das ist nicht so schön. Ja. Und dann gibt es auch einen anderen Grund, warum wir trinken und das ist ein ganz praktischer, weil du Christian überall. Ja. Alkohol ist bei uns überall zu haben, ne? Also gehen wir an eine tanke, du kannst abends oder irgendwo nur genommen die ganze Nacht, kannst du dich in einer Tankstelle versorgen, tagsel beim Supermarkt, ist alles relativ leicht oder man kommt wirklich sehr leicht dran. Und das funktioniert mit anderen Drogen, definitiv nicht so, ne? Und klar trägt natürlich dazu bei, dass Alkohol als relativ harmlos wahrgenommen wird. Ja, ich meine, wenn man als Zigaretten denkt, ich weiß nicht, was dir da einfällt, ich habe dann immer sofort durch diese Bilder auf den Zigarettenpackungen im Kopf, ne? Ja. So ganz regliche Bilder, Lungenkrebs, Schlimme Krankheiten absolut, ne? Ja. Und das ist ja über Jahre jetzt auch irgendwie in uns hineingetrichtet worden, dass das einfach krank macht, so, ne? Und bei anderen Drogen ja eben auch, ne? Da denkt man ja an total kapote Menschen, wenn ich an Heroin oder an Crackdenke, aber Alkohol hat einfach ein gutes Image und dann denken wir an was Schönes, man verbindet das mit Trinkotour, mit dem guten Glas Wein zum tollen Essen oder dem Feierarm Bier und dazu kommt dann ja auch noch, dass Alkohol so als Lockermacher gilt und als sozialer Schmierstoffe. Ich habe eine wirklich sehr witzige Sache gelesen dazu, wo es ist, du, dass es in Finnland den Begriff Kalsari Kenned gibt. Ich hoffe, ich habe das jetzt richtig ausgesprochen. Ja, ich bin dann nie gehört, was heißen das? Ja, das heißt, sich zu Hause in Unterhose betringen. Okay, da muss man auf jeden Fall einen Begriff haben. Ja. Das ist die Frage, was dahinter steckt, ne, ist das positiv konnotiert nämlich an. Ja, es ist positiv konnotiert und es heißt eben, ja, dass man sich entspannen kann, dass man sich einfach mal gehen lassen kann. Ja. Ich glaube, jetzt ist es gemein. Gar nicht wirklich. Okay, merke ich mir. Aber hilf Alkohol am Ende wirklich dabei zu entspannen, lockerer zu werden? Also, erst mal ja, Alkohol wirkt schon Stimmung steigert und anregend und ja, da macht auch so ein bisschen mutiger. Und deswegen sprechen Menschen, die getrunken haben, dann vielleicht auch schon mal wild fremder an oder sind in dem Gespräch vielleicht viel offener oder mutiger als sie sonst sein würden. Ja. Aber das ist eben die andere Seite, man überschätzt sich dann auch eben öfter und dazu fällt mir noch was anderes ein, das ist nämlich interessant, dass wir uns auch dann schon anders fühlen, wenn wir nur denken, dass wir Alkohol getrunken haben. Ja, oder auch, wenn wir kein Alkohol trinken, weil wenn ich in der Gruppe unterwegs bin mit Leuten, die sie betrinkt, dann bin ich irgendwie kohbetrunken, ja. Es gibt so was wie ein Pazepo, ich glaube ich so das Gefühl, ja. Ja, das ist richtig und das ist auch erforscht, man weiß zum Beispiel, dass Menschen schlechter Auto fahren, wenn sie glauben, dass sie betrunken, auch wenn sie es in Wirklichkeit gar nicht sind. Das ist ja geil, okay. Aber trotzdem die Tese, dass Alkohol einen anderen Menschen aus und es macht, die ist nicht halbbar. Okay, das heißt, wenn jemand wirklich schüchtern ist, dann wird er jetzt durch Alkohol nicht irgendwie der große Partylöwe oder ist total outgoing. So ist es und es ist eben auch individuell, wie Menschen auf Alkohol reagieren und auch die Menge spielten Rolle. Aber wenn man viel trinkt, das weiß man auch, da kann das schon auch sehr schnell kippen. Laut Gewaltstatistik steht jeder und jede vierte Tat verdächtige unter Alkohol einfluss. Das heißt, dann gibt es im Zweifel ja auch Müll deine Umstände, ne? So ist es, aber auch das ist so ein bisschen umstritten, also der Psychiater Jakob Hein, der hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt, der hat nämlich eine andere Tese, der sagt, dass unser Umgang mit Alkohol auch kutorell bedingt ist und Alkohol nichts fangsläufig immer enthemmen wirken muss. Und du verstellte das eben auch in Frage mit den milderten Umständen. Du meinst, dass es weniger am Alkohol liegt, wie wir uns benehmen, wenn wir betrunken sind, sondern vielmehr quasi das tun, was von uns erwartet wird oder was wir gelernt haben, was da passieren soll. Ja, genau. Also es gibt eine japanische Insel und da wird Alkoholkonsum, er mit Friedfertigkeit verbunden und die meisten Menschen dort verhalten sich deswegen auch erfriedfertig, wenn sie getrunken haben. Und wer das nochmal nachlesen möchte, der kann das tun und zwar in einem Buch mit dem wirklich sehr schönen Titel betrunken, es betragen, da geht es eben genau darum, ne? Wie benehmt sie ich mir. Menschen, wenn sie betrunken sind und die Spure schon älter, aber ich finde es trotzdem total interessant. Da berichten nämlich zwei Völkerkundler, was sie überbetrunken in Menschen auf der ganzen Welt herausgefunden haben. Und dieses Buch, das hat wiederum Jakob Hein übersetzt, also der Psychiatar, über den ich eben gesprochen habe und er hat sich dann daraufhin mit dem Thema beschäftigt. Klingt spannend. Packen wir euch in die Show Notes, wenn es euch interessiert, schaut er gerne mal rein. Da findet ihr im Übigen auch alle Quellen zu dem, was Christiane uns heute hier erzählt in dieser Folge. Ich nehme auf jeden Fall schon mal mit, dass Alkohol kein Freibrig ist für schlechtes Benämen, aber wo wir gerade beim Thema sind Alkohol und Benämen beziehungsweise verhalten, da sagt man ja manchmal, dass wir uns jemanden schön trinken können. Ist da was dran? Nach aktuellem Forschungsstand ist da nicht viel dran. Also wir nehmen die Umwelt schon anders wahr, wenn wir Alkohol getrunken haben, einfach weil der Einfluss auf unser Gehirn hat, um man weiß zum Beispiel auch, dass wir Asymmetrient nicht mehr so gut erkennen können, wenn wir getrunken haben. Was wir darum dafür sprechen würde, dass wir uns Menschen schöner trinken können, weil symmetrische Gesichter als attraktiv erfunden werden habe ich gelernt. Das stimmt, aber selbst wenn es diesen Effekt geben sollte, dann ist er nicht sehr groß und auch die Studien dazu, die waren sehr klein, also nicht so aussagekräftig. Und eine Sache war nicht dabei interessant. Ich bedenne mich über meine Recherche zum schön trinken, über einen Begriff Gestollport und nämlich über die Bierbrille. Ich habe jetzt einfach mal so übersetzt, wahrscheinlich ist es ein bisschen unzureichend übersetzt in England, spricht man von Biergockel. Okay, ich war wahrscheinlich auch gestollbert. Aber vielleicht noch mal ganz kurz zurück zu den Gründen, warum wir trinken. Also wir fühlen uns besser. Alkohol ist gut verfügbar und ist ganz klar gesellschaftlich anerkannt. Das sind die Punkte, die du eben schon aufgeführt hast. Das ist richtig, aber über einen ganz wichtigen Punkt haben wir noch nicht gesprochen. Nämlich, dass Alkohol abhängig macht. Es war körperlich und psychisch. Und abhängig, das bedeutet nicht, dass man jeden Tag zwei Flaschen Schnaps trinkt und dann das Leben total auf der Spur läuft. Das sagt auch das Beispiel von mir, die ja nicht mega viel, aber sehr regelmäßig getrunken hat. Mein Problem war das Bewusstsein. Ich habe nicht mehr die Kontrolle. Es fällt mir schwer, beziehungsweise es gelingt mir nicht immer zu sagen. Ich trinke heute Abend mal kein Alkohol. Ich fand es doof, überhaupt mir vornehmen zu müssen, kein Alkohol zu trinken. Damit wär mir jetzt zwar per Definition nicht zwingt abhängig, aber man würde schon von einem problematischen Trinkverhaltensprechen. Wenn du es hier schon eine Definition ansprichst, wie ist Abhängigkeit denn dann wirklich definiert? Da gibt es wahrscheinlich doch irgendwelche festen Kriterien. Ja, die gibt es. Also was erst mal wichtig ist, ist das Risiko abhängig zu werden. Das steigt zwar mit der Menge, aber es gibt jetzt keine fixe Grenze. Und die WHO hat sechs Kriterien definiert und wenn drei davon gleichzeitig zutreffen, dann ist die Definition von Alkoholabhängigkeit erfüllt. Man findet diese Kriterien auch in den ersterchen Leitlinien zur Diagnose von Alkoholabhängigkeit. Das erste ist, man hat ein gesteigertes, fast unbezwingbares Verlang nach Alkohol und denkständig dran. Der zweite Punkt ist, ja, man richtet alles danach aus, dass man trinken kann. Also liegt zum Beispiel Vorräte an und vernachlässigt alles andere. Dann spielt Kontrollverlust eine Rolle. Das heißt, man kann ich aufeinander zu trinken. Es bleibt dann nicht bei einer, dass zwei Bier, sondern man trinkt weiter, ohne es zu merken, bzw. ohne es zu wollen. Dann das vierte Kriterium, man braucht immer mehr, um die gleichen Effekte zu haben. Dann geht es um körperliche Entzugserscheinung. Also wenn ich die habe, ist es eben auch ein Kriterium. Und als sechstes wird weitergetrunken, obwohl es Konsequenzen hat, weil irgendwann ist es dann ja schon so, dass einem der Alltag auch so ein bisschen aus den Fingern angeleitet. Du sagst, wenn jetzt drei von diesen Kriterien erfüllt sind, dann gilt man als Alkoholabhängig. Genau. Und zwei, drei innerhalb des letzten Jahres, dass es auch im internationalen Diagnosekatalog, dem ICD-Katalog, so festgelegt. Bedeutet das denn im Umkehrschluss, dass ich mir keine Gedanken machen muss, wenn du zwei oder gar keine von diesen sechs Kriterien zu treffen? Ganz so einfach ist es nicht, weil die Abhängigkeit, die kommt ja schleichend. Und da gibt es wirklich einen guten Test auf der Seite "Kenn dein Limit". Das ist der Seite von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Und den Link zum Test, dann haben wir euch natürlich auch nicht schauen, als gepackt. Und ich finde den Super, ich habe den natürlich auch gemacht, war ja neugierig. Und wenn man das getan hat, dann weiß man wirklich schon, ob man über seinen Trinkverhalten zumindest mal nachdenken sollte. Und als ich den das erste Mal gemacht habe, habe ich gesagt, tuh, echt ganz schön streng. Also demnach sollte es einem zum Beispiel schon zu denken geben, wenn man oder Frau im letzten Monat bei einer Gelegenheit, also wenn ich jetzt auf einer Partie war oder so, dass ich dann fünf bzw. vier Gläser Bier, Wein oder andere Alkoholika getrunken habe oder wenn man an mindestens fünf Tagen in der Woche trinkt. Okay, also vier oder fünf bezieht sich auf männlich oder weiblich, wenn er dürfen, bis sie mehr trinken als Frauen. Aber tatsächlich klingt das doch einiger Maßen streng, wenn man dann mal so was ein Leben nachdenken. Ganz genau. Und man weiß dann eben auch, dass man doch relativ schnell auch in so einer Abhängigkeit rutschen kann. Und es ist noch gar nicht so lange her, da geilt Alkohol nämlich zumindest in kleineren Mengen als harmlos. Und es wurde gar nicht so darüber nachgedacht. Und indem man entsprechend auch sehr viel getrunken, seit er 1980er Jahren geht der Konsum zurück. Da gab es mal immer so ein paar kleine Schwankungen, aber im Grunde genommen kann man jetzt schon sagen, dass die Kurve immer weiter nach unten geht. Weil besser aufgeklappt wird nämlich jetzt machen. Ja, und wir haben heute ein anderes Bewusstsein, beim Rauchen ist es ja auch so. Und man merkt ja auch, dass es immer mehr Alkoholfreie Alternativen gibt, zu Bier oder Wein, das ist ja ein riesen Markt im Moment, da passiert ja eine ganze Menge. Total. Ja, da findet wirklich sowas wie so ein Paradigmenwechsel statt. Das heißt, die VAO und auch andere Organisationen, die sagen ganz klar, es gibt keinen unbedenklichen Alkoholkonsum. Und ja, dass es in dieser Klarheit ausgesprochen wird. Das war wirklich einer der Punkte bei meiner Recherche, die mich total überrascht haben, weil ich das vorher war mir das nicht so klar. Ja, man hat dann vielleicht so Sätze im Kopf, die man immer mal wieder gehört hat, sowas wie ja Frauen können, ohne sich Sorgen zu machen, ein kleines Glas Wein am Tag trinken und Männer sogar ein großes. Und davon ist man weg. Einfach weil die Studienlage mittlerweile sehr eindeutig ist und das bedeutet, dass man davon ausgeht, dass selbst kleine Mengen der Gesundheit schaden. Das ist auch internationaler Konsens. Und Alkohol, ich meine, das vergisst man ja ganz oft, ist einfach ein Nervengift und das bedeutet am besten, lässt man komplett die Finger davon. Das ist schon echt ganz spannend, wie sich das verändert hat. Jetzt gerade auch so in den letzten Jahren, du hast ja schon die ganzen Alternativen oder nicht alkoholischen Alternativen angesprochen, dass da super viel passiert. Und auch was so diesen Imagewandeln angeht, weil es gab ja durchaus mal Zeiten, wo man gesagt hat, hey, Alkohol ist gesund. Ich weiß nicht, diese ganzen Rotwandstudien, du erinnerst dich, die auch dann ja, zwischendurch auch mal vor dem französischen Winshaberband finanziert worden sind. Was man schon sagen muss, es gibt schon bestimmte Stoffe im Alkohol, die haben eine positive Wirkung auf die Gesundheit, aber aber, bis man davon profitiert, müsste man am Tag 40 bis 120 Liter Rot weintreten. Da muss ich dir jetzt nicht fragen, wo da dann jetzt die positive Wirkung für unsere Gesundheit ist. Ja, das kann man dann sich glaube ich selber ausrechnen. Also gut, habe ich verstanden, Alkohol ist nicht gesund, sondern ungesund. Aber wenn wir ungesund sagen, was heißt denn das dann genau eigentlich? Das heißt, dass rund 200 Krankheiten auf das Grunde von Alkohol gehen, darunter auch einige Krebsarten und Leber schäden. Also schon auch ernst zunehmende Sachen. Also was wie Fettleber hört man dann ja immer mal wieder? Ja, im ersten Schritt da kann die Leber verfetten und das erhöht das Risiko-Herskrank zu werden oder Diabetes zu entwickeln und noch problematischer ist die Leberzirose, dabei wird das Lebergewebe zerstört und durch Bindelgewebe ersetzt und das hat aber dann keine Funktion und daraus kann sich dann auch Krebs entwickeln. Und das internationale Krebsforschungssendrum hat Alkohol schon vor Jahrzehnten als Kazzinogen der Gruppe 1 eingestuft und Kazzinogenes in Stoffe die Krebs erzeugen oder eine Krebserkrankung wahrscheinlich machen und Gruppe 1 ist eine die höchste Risikogruppe in die gehören eben auch ja als Best und Tabak. Ja und Alkohol ist demnach eben für mehrere Krebsarten verantwortlich z.B. für Brust und Darmkrebs und in Deutschland standen 22.000 Krebsjagdosen ein Leil im Jahr 2020 mit Alkohol in Verbindung sagt die WHO und was mich wirklich überrascht hat, dass die Hälfte der Krebsfälle eben nicht entsteht weil man so unglaublich viel trinkt. Sondern weil man überhaupt trinkt ja? Ja, schon kleine Mengen Alkohol die erhöhen das Risiko-Krank zu werden. Das heißt weniger als anderthalb Liter Wein oder weniger als 3,5 Liter Bier pro Woche und das Risiko für Vorhoff flimmern, das ist eine Form von Herz-Ritmusstörung, das steigt sogar schon ab dem ersten Gramm Alkohol pro Tag und man weiß, dass Menschen durch Alkohol anfälliger für Krankheiten wie tuberkulose, HIV und Lungentzündung werden. Auch weil das Immunsystem nicht mehr so gut arbeitet, das heißt Krankheitserreger werden nicht mehr so effektiv bekämpft. Das könnte daran liegen, dass Alkohol sich negativ auf die Zusammensetzung der Darmakterien auswirkt, also aufs Mikrobium, dass dann eben ja weniger vielfältig ist. Und da kommen wir jetzt an einmal kurz zu mir, weil bei ihr war das nämlich der Grund, ihr gesagt ich möchte einfach mal im Körper nicht mehr schaden. Es ist gesundheitlich nicht gut was du hier machst, das ist mein Hauptantriebsfaktor gewesen, weil andere Einschränkungen habe ich dadurch jetzt nicht gehabt. Und was man natürlich auch nicht vergessen darf, sind die sogenannten Alkohol bezogenen Todesursachen. 2016 sind in Deutschland etwa 62.000 Menschen gestorben, weil sie betrunken waren und dann gestürzt sind, oder auch weil sie Unfälle hatten, oder sich anderweitig verletzt haben, aber auch wegen psychischer aufwendig. Z.B. weil sie Depression entwickelt haben. Ich hatte gesagt, Alkohol ist bei Männer, der zweiteufige Grund dafür, warum sie im Krankenhaus behandelt werden. Das muss man sich klar machen. 62.000 Menschen, die gestorben sind, wegen Alkohol an den Folgen, wie auch immer sie ausgesehen haben. Was passiert dann eigentlich genau, dann im Körper, wenn wir Alkohol trinken? Wir machen jetzt mal wirklich so von oben runter. In dem Moment, wo wir eben angelaß, weile und lasst wir trinken, dann kommt der Alkohol ja erst mal mit den Schleimhäuten im Mund in Kontakt. Dann geht er weiter in die Speiseröre und dann in den Magen. Und über die Schleimhäute kommt er ins Blut. Und da sorgt er unter anderem dafür, dass sich die Blutgefährse erstmal weiten und das bedeutet, klar, dann sinkt der Blutdruck. Und über das Blut wird der Alkohol dann auch relativ schnell im Körper verteilt und gelangt dann auch zügig zu allen anderen Organen. Und die kommen mal besser und mal schlechter damit klar. Und besonders empfindlich, kannst du dir denken, reagiert die Leber auf Alkohol, weil er dort auch abgebaut wird. Und wenn man dann regelmäßig trinkt, dann kann sie sich eben entzünden. Und das bedeutet eben, wie gesagt, wir haben Bretton darüber gesprochen, dass sich dann eine Fettleber entwickeln kann und im schlimmsten Fall eben eine Leberzirose. Okay, also Alkohol verteilt sich schnell über die Schleimhäute. Komm, schnell ins Blut, komm, den ganzen Körper habe ich verstanden. Aber dieses spezielle Gefühl, wenn man Alkohol getrunken hat, das hat doch wahrscheinlich eher irgendwas mit meinem Gehirn zu tun. Weil Alkohol im Gehirn andockt und dort einige Bodenschaufe mal depuliert, die für die Übertragung von bestimmten Informationen zwischen den Nervenzellen zuständig sind. Und dabei wettern unter anderem du paar Min- und Serotonin-Frei-Gesetz. Und das ist auch der Grund, warum wir uns erst mal gut fühlen, wenn wir Alkohol getrunken haben. Und auch weil der Kortisol-Spiegel runtergeht. Werden nämlich bestimmte Nervenzellen, ja, die werden dann so ein bisschen runtergedehmt. Das heißt, wir reagieren weniger sensibel. Und deshalb nehmen wir dann auch Gefühle an, das war. Und ja, sind auch so ein bisschen entspannter, wenn wir getrunken haben. Allerdings hält der Effekt jetzt nicht so lange an. Also etwa nach 45 bis 75 Minuten ist er dann wieder verpufft. Okay, geht also einigermaßen schnell wieder vorbei. Wie ist das, wenn man das jetzt mal so mit anderen Drogen vergleicht? Ja, da ist man dich sehr ähnlich. Also die aller meisten Drogen. Also auch Nikotin oder Kokain. Die wirken auch eben gehören und schmeißen das Belohnungssystem an. Und die wirken auch eher beruhigend. Und das heißt dann eben auch, dass wir uns erst mal gut fühlen. Und ich habe ja, wir wollen dann auch mehr davon. Und bei Alkohol kann das so weit gehen, dass wir schon dann ein gutes Gefühl bekommen, wenn wir nur hören, dass jemand eine Flasche eröffnet. Das ist ja schon, ne? Fühlt sich auch was mal komisch an, wenn man das weiß für dich. Und dagegen können wir gar nicht so viel tun, weil unser Belohnungsmechanismus biologisch angelegt ist. Und er wird dann sozusagen wirklich von den Drogen gekarpert. Dann gibt es ja noch so Sachen, wenn wir bei den gesundheitlichen Schäden sind, die man dann immer mal wieder hört. Zum Beispiel das bei einem richtigen Rausch, 10.000 Nervenzellen absterben sollen im Gehören. Ist da was dran? Sochem ist wahrscheinlich nicht. Vergleiche zwischen Abstinenz und Menschen, die häufiger Alkohol trinken, die haben gezeigt, dass die Hinlassung bei ihnen nicht schlechter ist. Das bestätigen auch Tierversuche. Aber wenn man jetzt wirklich regelmäßig sehr viel trinkt, dann sieht das anders aus. Dann kann Alkohol die Nervenzellen dauerhaft schädigen. Gibt es da irgendwie eine Regel, ab welcher Dose das passiert? Nee, das kann man nicht sagen, weil wir Alkohol sehr individuell verarbeiten. Also Männer können in z.B. schneller Verstopp wechseln als Frauen und ja auch das Gewicht. Also wie schwer man ist und überhaupt unser Trink verhalten und der allgemeine Gesundheit zuständig, der spielt eine Rolle. Dann lass uns jetzt mal annehmen, ich verzichte auf Alkohol. Ich mein, gibt ja immer mehr Menschen, die z.B. so einen Dry January einlegen oder die Fastenzeit oder so. Das sind ja so die Klassiker. Was passiert in einem Körper, wenn ich einfach mal für eine Weile aufhör, zu trinken? Da passiert eine ganze Menge. Und das Schönes, dass es ein paar positive Effekte gibt, von denen wir sehr schnell profitieren. Das erste ist, man schläft besser. Und das kann dann sogar schon in den ersten Nächten und Alkohol so sein. Und das sollte man mal festhalten, weil man denkt ja immer, wenn ich ein Bier und einen Wein getrunken habe oder vielleicht auch zwei, dann schläft man ja erst mal schneller ein. Das ist auch so. Aber du schläfst dann ein, aber du schläfst nicht durch. Und Alkohol kann die Tiefschlafphase sogar verlängern. Aber das bedeutet nicht, dass wir gut schlafen, weil der Schlaf eher unruhiger wird, wenn wir was getrunken haben. Und dann gibt es auch einen anderen Effekt, der für Menschen interessant ist, die zum Schneichen neigen. Weil ihnen kann es nämlich so sein, dass schon geringe Alkohol mängen. Dazu beitragen, dass sie kurze Atem-Aussetzer haben. Und die fallen ohne Alkohol auch weg. Und die nächsten Effekte, die stellen sich nach ein paar Tagen ein. Also dann normalisiert sich der Blutdruck und bei Männern die Teste-Suronproduktion. Was man auch sehr schnell merkt, ist, dass man abnimmt. Erst mal klar, man nimmt weniger Kalorien auf. In einem halben Liter Bier stecken immer hinten, wo je nach Sorte ungefähr 250 Kilo Kalorien. Aber es geht gar nicht nur um die Kalorien. Wer keinen Alkohol trinkt, der hat auch weniger Hunger. Denn Alkohol wirkt betiet anregend. Das heißt, wir essen einfach gerne, wenn wir Wein oder Bier trinken. Und ich weiß nicht, wie es bei dir ist, aber das ist dann meistens kein Gemüse. Nur gerne mal Schips oder Schokolade oder so. Ja, auf jeden Fall. Da kommt auch so ein anderer Effekt dazu. Wenn man schön nett beim Glas Wein auf dem Sofasitz, dann kriegt man auch nicht so schnell die Kurve mehr für die Joggerunde und verschiebt auch das Fitnessstudio, weil es gerade so nett ist. Okay, das heißt, wenn ich auch für ihre Alkohol so trinken, dann nimmt man ab, der Körper erholt sich. Das sind auf jeden Fall positive Effekte, was passiert mit der Psyche? Es geht uns auch Psyche besser. Erst mal kann die Stimmung schon runtergehen und zwar abhängig davon, wie viel man getrunken hat und auch wie regelmäßig. Und es kann auch sein, dass man erstmal ängstlicher und unruhiger wird. Aber wenn die Phase dann überstanden ist und das kann tatsächlich schon nach ein paar Tagen so sein, dann ist Alkohol für unser Belohnungssystem nicht mehr so interessant. Und das heißt, dass wir dann wahrscheinlich wieder mehr Spaß haben an anderen Sachen, wieder mehr Sport machen und insgesamt aktiver werden. Das heißt, das, was dann so im Körper passiert, wenn man auferd Alkohol zu trinken, das passiert alles relativ zügig. Und wie geht es einem dann so nach, ne, sagen wir mal ein paar Wochen oder Monaten ohne Alkohol? Ach da habe ich wirklich gute Nachrichten, nämlich die Organe erholen sich. Die Leber, beispielsweise, kann sich innerhalb von drei bis sechs Wochen sogar komplett vom Alkohol erholen. Das bedeutet, geschädigte Leberzellen, die werden durch neue ersetzt und Fett-Einlagerungen verschwinden. Aber jetzt muss ich doch noch ein bisschen zurückruhen. Also eine Leberzirose, die lässt sich nicht rückgängig machen. Aber die wird aufgehalten, wenn man keinen Alkohol mehr trinkt. Außerdem normalisiert sich der Fettstoffwechsel und der Magen beruhigt sich genauso wie der Blutdruck. Der kann nämlich chronisch zu hoch sein, wenn man regelmäßig Alkohol trinkt. Und dann gibt es noch die Langzeiteffekte, das Risiko Krebs zu bekommen, das singt. Und in Übersichtstudie hat z.B. gezeigt, dass das Risiko für Speiseräuren Krebs in den ersten zwei Jahren Alkoholabzinenz zwar erst mal hoch ging, aber dann rapide runter. Und bei Mund, Rachen und Kick-Kopfkrebs, da war es ähnlich. Zinkt ihr unter dem Strich alles erst mal gut, aber wie kann es denn sein, dass es erst mal ansteigt? Das könnte daran liegen, dass Menschen erst damit in Trinken aufhören, wenn es ihnen schon schlecht geht. Also das heißt, die Fallzahlen steigen, weil da schon was im Busch war, als jemand mit dem Alkohol aufgehört hat. Und nicht an der Absinnent selbst an. Okay, verstehe. Also wir können aber festhalten, Alkohol macht eine ganze Menge in unserem Körper und es lohnt sich immer weniger zu trinken oder aus Körperperspektive und auch aus der psychischen Perspektive vielleicht noch besser gar nichts mehr zu trinken, weil wir das wirklich schnell merken. Aber trotzdem ist das ja alles gar nicht so einfach, also das mit den Trinken aufhören. Was weiß denn die Wissenschaft darüber, dass es Leute gibt, die relativ schnell abhängig werden und dann andere, die vielleicht kein so großes Risiko haben? Ja, die Frage, ob es Menschen gibt, die für süchte Grundsätzliche anfällige sind als andere, die stellen sich Forschende schon lange. Es könnte ja sein, dass bei ihnen im Gehirn Prozesse anders ablaufen. Grundsätziges ist aber erst mal so, dass jeder und jede abhängig werden kann. Aber es gibt schon ein paar Faktoren, die das Risiko erhöhen. Und da sind wir dann auch bei den Prozessen im Gehirn und bei den Genen, die das dann ja auch mit beeinflussen. In einer großen Studie haben Forschende gesehen, dass bei abhängigen Menschen besonders häufig eine bestimmte Genmutation vorgaben. Und daraus schließen sie das möglicherweise ihr Belohnungszentrum, deshalb empfindlicher auf Alkohol und andere Drohungen reagiert. Dass die ginnende Rolle spielen, da sieht man auch daran, dass Kinder von Alkoholikerinnen ein erhöhtes Risiko haben, selbst abhängig zu werden. Aber das heißt jetzt nicht, dass man alles auf die Gähne schieben kann? Nee, das kann man nicht. Das ist ja meistens so. Das sind im Grunde genommen viele Faktoren, die da dann eine Rolle spielen. Zum Beispiel das soziale Umfeld, Kinder, die gewaltterlebt haben, oder ja ganz schlimme Erfahrungen gemacht haben, bei denen erhört sich das Risiko, dass sie abhängig werden. Und auch bei Erwachsenen sind Krisen, aber auch psychische Erkrankungen, wie Depressionen oder Anstörung häufig auslöser, wenn sie mit den Trinken anfangen. So jetzt haben wir im Anfang gefragt, wie gefährlich ist Alkohol? Was würdest du auf diese Frage jetzt antworten nach deiner Recherche? Das Alkohol, wirklich mit Vorsicht zu genießen, ist so nicht so harmlos wie wir denken. Denn schon kleine Mengen, die können krank machen. Und deshalb gilt wirklich, das Beste für die Gesundheit ist gar nichts zu trinken, dass es wissenschaftlich belegt. Aber klar, mit diesem Wissen kann jeder und jede für sich entscheiden, wie er oder sie mit Alkohol umgehen möchte. Und vermutlich muss man auch einfach einkankulieren, dass dieser Drang drungen zu nehmen, ja auch irgendwie drinsteckt in uns Menschen. Und wenn man jetzt weniger trinken will oder fällt doch gar nicht mehr trinken will, was würdest du sagen, was hilft dann? Wenn man wirklich Alkohol abhängig ist, dann muss man zum Arzt und auch wirklichen kontrollierten Entzug machen. Wenn man von diesem Gewohnheitsdrinken wegmöchte, also von diesem einen Glaswein am Abend zum Beispiel. Und das dann jeden Abend? Ja, dass man einfach aus dieser Schleife so rauskommt. Da hilft es, will ich dann zu überlegen, ja, bei welchen Gelegenheiten trinke ich und warum tue ich das. Und wenn man zum Beispiel nicht aus Fruss oder aus Langeweile trinkt, oder wenn man sich zum Beispiel belohnt, wenn man nichts trinkt, dann hilft dann das auch schon mal weiter. Und was auch hilft, das sind so kleine Stützen, ja, also dann habe ich eben einfach mal keinen Bier und kein Wein zu Hause. Und wenn ich Durst habe, ist es gut, erst mal Wasser zu trinken. Und dann kann ich ja immer noch gucken, ne? Hab ich jetzt noch Lust auf dem Bier oder so. Oder man kann noch mal eine Schole trinken, also den Alkohol verdünnen. Also ich wirklich selbst grenzen setzen, das ist auch wichtig. Und zum Beispiel zu sagen, ich fang jetzt nicht vor sechs Uhr anzutrinken. Also ja, im Grunde genommen sich wirklich ja so kleine Strategien für den Alltag zu überlegen. Gibt es in dem Bereich, denn da auch Hilfsangebote. Also wenn man jetzt nicht mehr schwer alkoholabhängig ist, da gibt es ja vieles. Aber wenn man einfach so vom Gubronatstreanken weg will. Ja, da hat Mia sicher Hilfe gesucht. Ich habe ja eben schon die frühinterventionsgruppe angesprochen. Und da ging es dann erst mal darum, eben auch zu hinterfragen, warum trinkt man? Die Gründe sind ja sehr individuell. Und Mia, der war dann sehr schnell klar, dass es bei ihr vor allem einen Entspannungs- und Belohnungsritoral war. Und sie im Grunde genommen einfach mal so den Schalter im Kopf umlegen musste. Das ist ja, wie mit dem Rauchen aufhören, dass man sagt, also eine Zigarette nach einer Tasse Kaffee oder nach einem leckeren Essen und dann erst mal eine Zigarette rauchen, das ist ja großartig. Und je öfter man das nicht mehr gemacht hat, stellt man fest, das Essen war genauso großartig, auch ohne diese Zigarette. Und ich vermisse gar nichts, wenn ich diese Zigarette jetzt nicht rauche. Ich glaube, es ist bei mir jetzt einfach so, dass ich je weiter, ich von diesem Ritual und von diesem Gedankenmodell irgendwie entfernt bin. Der Sturmär hat das Glas Wein am Abend zu seinen Reiz verloren. Und genau dabei, also sich damit auseinanderzusetzen, dabei hat Mia die Gruppe geholfen, auch weil sie sich ja mit anderen dann darüber austauschen konnte, den es ähnlich ging. Aber eigentlich sagt sie, ging es auch schon vorher los. Nämlich, dass sie im Grunde genommen ja eine Entscheidung getroffen hat, dass sie gesagt hat, ich möchte meine Trinkewohnheiten ändern und wieder die Kontrolle übernehmen. Mein Ziel war mir nicht vorzunehmen oder zu überlegen, wann ich keinen Alkohol trinke, sondern ich wollte dahin zu sagen. Ich habe heute Abend Lust-Alkohol zu trinken. Ich habe heute Abend mal Lust auf ein Glas Wein. Oder heute Abend beim Essen, es ist einfach so nett und da trinke ich jetzt ein Glas Wein. Und nicht, wir gehen jetzt essen und natürlich trinke ich da ein Glas Wein. Sondern einfach noch gar nicht zu wissen, wenn ich losgehe, trinke ich heute überhaupt was. Sondern so diese Freiheit für mich wieder zu haben, die Kontrolle zu haben, zu sagen, ne, heute habe ich da Bock drauf. Sie will es bestimmt. Sie will dann trinken, wenn sie Lust drauf hat, ja, weil sie einfach schmeckt. Kann ich gut nachvollziehen. Jetzt hast du am Anfang gesagt, bei der Recherche zu dem Thema hatte ich einige so barrascht. Hat sich dadurch auch was verändert für dich? Ja, da hat sich wirklich was verändert. Ich überleg mir jetzt auch, ob ich armsten Glas Wein trinke oder mir doch lieber eine Saftschäule mische. Ja, wenn ich rausgehe und ja, dann komische Kommentare bekomme, weil ich Saft trinke und ich weine, dann sage ich einfach, "mhm, danke, ich trinke nicht, ich möchte morgen fit sein." Und dann kommen erst mal gucken, die Leute ein bisschen komisch, aber dann schlucken sie es auch. Ja, es ist schon verrückt am Ende. Ich habe auch angefangen so ein bisschen von dem Ritualding runter zu kommen, also dann zu trinken, wenn ich es erwarte oder wenn es andere erwarten. Aber es ist nicht so einfach, weil wir haben eben schon gesagt in unserer Gesellschaft. Da ist Alkohol echt tief verankert. Und das, obwohl wir ja mittlerweile doch ganz gut wissen, dass er nicht so harmlos ist, wie wir lange gedacht haben. Und das hat sich jetzt ja gerade noch mal auch in unserem Gespräch gezeigt. Also es lohnt sich durchaus, beim nächsten Glas Bier oder Weinfeich mal kurz zu überlegen, möchte ich das jetzt wirklich trinken? Oder ist es vielleicht doch irgendwie ein Druck, der von außen kommt oder die nicht mehr selber mache? Und die häufiger, meine es nicht tut, sagt Christiana Tova außen Quarks-Team, umso besser funktioniert es. Danke, Christiana. Es ist schön. Ich bin Sebastian Sonntag. Tschüss. Quarks Daily Spezial, gemacht vom VDR.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Alkohol ist gesellschaftlich stark verankert und wird oft als harmlos wahrgenommen, obwohl er gesundheitliche Risiken birgt.
  2. Wissenschaftliche Forschung zeigt, dass selbst kleine Mengen Alkohol das Risiko für Krebs, Lebererkrankungen und psychische Störungen erhöhen.
  3. Der Verzicht auf Alkohol bringt positive Effekte wie besseres Schlaf, Gewichtsabnahme und eine verbesserte psychische Gesundheit mit sich.

Summary:

Alkohol wird in der Gesellschaft als harmlos und gesellschaftlich akzeptiert wahrgenommen, doch wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass bereits kleine Mengen gesundheitliche Risiken verursachen. So trägt Alkohol zu Krebsformen wie Brust- und Darmkrebs bei und führt zu Lebererkrankungen wie Fettleber und Leberzirose. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Alkohol als Gruppe 1 Krebsauslöser eingestuft.

Zudem erhöht er das Risiko für Herzrhythmusstörungen und schwächt das Immunsystem. Obwohl viele Menschen Alkohol als Entspannungsmittel nutzen, wirkt er nicht nur bei der Stimmung, sondern verändert auch das Gehirn und verursacht körperliche Belastungen. Der Körper kann jedoch nach einem Verzicht auf Alkohol schnell reagieren – beispielsweise durch eine Erholung der Leber innerhalb von drei bis sechs Wochen.

Auch psychisch verbessert sich das Wohlbefinden, da das Belohnungssystem nicht mehr so stark reagiert. Viele Menschen beginnen mit kleinen Schritten wie einer Dry January oder durch das Verzichten von Alkohol in bestimmten Situationen. Der Rückgang des Konsums ist seit den 1980er Jahren deutlich, und es gibt zunehmend gesunde Alternativen.

Trotzdem bleibt Alkohol in vielen Sozialstrukturen tief verankert. Die Wissenschaft weist darauf hin, dass der beste Schutz für die Gesundheit darin besteht, gar nichts zu trinken. Ein Verzicht ermöglicht nicht nur körperliche, sondern auch psychische Vorteile und führt zu einer stärkeren Selbstkontrolle.

Die Forschung zeigt auch, dass genetische und soziale Faktoren das Risiko für Abhängigkeit beeinflussen. Dennoch ist die Entscheidung, wie mit Alkohol umgegangen wird, eine persönliche, die durch klare Selbstreflexion und bewusste Entscheidungen gestaltet werden kann.

FAQs

Menschen trinken Alkohol, weil er gut schmeckt, eine Belohnung im Leben darstellt und soziale Interaktionen erleichtert. Er wird oft als geselliger Schmierstoff angesehen und hilft, sich zu entspannen oder offener zu werden.

Nein, Alkohol ist nicht gesund. Er kann zu verschiedenen Krankheiten führen, wie beispielsweise Fettleber, Leberzirose und Krebs. Selbst kleine Mengen erhöhen das Risiko für Herz- und Kreislaufprobleme.

Nein, es gibt keinen unbedenklichen Alkoholkonsum. Wissenschaftler gehen davon aus, dass selbst geringe Mengen Alkohol gesundheitsschädlich sind und das Risiko für Krankheiten steigt ab dem ersten Gramm pro Tag.

Etwa 15 bis 18 % der Bevölkerung trinkt regelmäßig so viel, dass ihre Gesundheit stark gefährdet ist. Außerdem sind 1,6 Millionen Menschen offiziell alkoholabhängig.

Alkohol kann zur Entwicklung von Fettleber, Leberzirose, Krebs und Störungen des Immunsystems führen. Auch der Blutdruck kann sich negativ verändern, und die Nerven können langfristig geschädigt werden.

Drei von sechs WHO-Kriterien müssen erfüllt sein: starker Verlang nach Alkohol, Kontrollverlust, zunehmende Menge für gleiche Wirkung, Entzugserscheinungen und trinken trotz negativer Folgen.

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