Affären und fremdgehen: Darum sind Menschen untreu #92
20m 11s
In dieser Podcastfolge von Pappsychologie erklärt Anug Al-Germissen neun Gründe für Untreue, betont aber, dass diese keine Entschuldigung für verletzendes Verhalten sind. Erstens kann ein Bedürfnis nach Freiheit und Abenteuer zu Affären führen, besonders wenn man sich in der Beziehung eingeengt fühlt. Zweitens sind fehlende Nähe und Kommunikationsprobleme klassische Auslöser. Drittens suchen Menschen mit geringem Selbstwertgefühl oft Bestätigung durch Affären. Viertens kann Egoismus oder das Gefühl, eigene Bedürfnisse vernachlässigt zu haben, zu einem "ich habe es verdient"-Denken führen. Fünftens spielen unerfüllte sexuelle Fantasien eine Rolle, die aus Scham nicht angesprochen werden. Sechstens dient Fremdgehen manchmal als Rache oder Vergeltung. Siebtens suchen manche bereits nach einer neuen Beziehung, während sie die alte noch nicht beendet haben. Achtens nutzen Menschen mit Bindungsangst Affären, um emotionale Distanz zu schaffen. Neuntens kann Selbstvergessenheit bei Gelegenheit, etwa unter Alkohol, zu impulsiver Untreue führen, wobei oft tiefere Bedürfnisse wie fehlende Empathie dahinterstecken. Al-Germissen betont die Wichtigkeit, Verantwortung zu übernehmen und offen über Bedürfnisse zu kommunizieren, anstatt Konflikte zu vermeiden.
Pappsychologie der Podcast mit Anug Al-Germissen Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Pappsychologie Podcast Folge. Heute sprechen wir darüber, warum Menschen fremd gehen, erfahren haben oder untreu sind. Ich werde mit dir neun unterschiedliche Gründe durchgehen, welche Bedürfnisse und Eigenschaften dahinter stecken können, damit man das besser verstehen und auch einordnen kann. Dabei ist mir aber jetzt anfangen ganz wichtig noch mal zu erwähnen, dass all diese Gründe auch wenn es vielleicht wichtige Gründe sind und auch Dinge sind, die man nachvollziehen kann, die es jedoch natürlich keine Entschuldigung ist für Verletzendes Verhaltene soll, die Dinge, die man getan hat, damit in keinster Weise kleiner machen und sollte auch nie herangezogen werden, um die Gefühle der verletzten Person abzuwerten oder klein zu reden. Man kann also als betrügene Person durchaus Gefühle haben und unerfüllte Bedürfnisse, die einen zu dem Verhalten hinbringen, fremd zu gehen und dematten zu betrügen. Trotzdem muss man natürlich Verantwortung für sein Handeln übernehmen und dafür gerade stehen. Das war mir am Anfang noch mal sehr wichtig zu betonen. Fangen wir jetzt an mit Grund Nummer eins. Für viele Menschen steht hinter dem Fremd gehen ein großes Bedürfnis nach Freiheit und oder Abenteuer. Das bedeutet, dass eine Person zum Beispiel in einer langfristigen Routine ist, in der Beziehung und sich nach Spannung und neuen Erfahrungen außerhalb der Beziehung sehnt. Dieses Bedürfnis kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Es gibt Menschen, die sagen, Freiheit und Aufregung ist ganz nett. Brauche ich aber nicht unbedingt, um glücklich zu sein. Und es gibt andere Menschen, für die ist das sehr essentiell, sich frei zu fühlen, sich autonom zu fühlen und das machen zu können, was sie wollen. Da kann es manchmal natürlich in Konflikt mit monogamen Beziehungsstrukturen kommen, wenn man da das Bedürfnis hat, sich auszuleben und darauf verzichten muss. Dieses Bedürfnis kann eine ganze Zeit lang ansteigen, bis man merkt, dass es einen sehr stark stresst und man den inneren Druck dadurch immer mehr spürt. Diese Wunsch nach Freiheit kann natürlich noch dadurch gestärkt werden, wie eingeschränkt da man sich in der Beziehung fühlt. Das kann dadurch passieren, dass man zum Beispiel vom Partnerpartnerin kontrolliert wird. Das Gefühl hat immer alles richtig machen zu müssen. Sehr wenig Entfaltung des Selbst erlebt. Das kann da noch obendrauf kommen und den inneren Druck noch stärker machen. Wenn ich mich also immer mehr kontrolliert und eingeschränkt fühle, kann das Fremd gehen, ein Akt der Rebellion sein, gegen diese Kontrolle, um sich wieder selbst bestimmen und unabhängig zu fühlen. Der zweite Grund, fehlende körperliche und oder emotionale Nähe ist auch einer der absoluten Klassiker beim Fremd gehen. Ich als Partierabheuten arbeite natürlich mit vielen Paaren auch, wo es Vertrauensproblematiken gibt. Und sehr häufig merkt man, wenn man in die Geschichte des Pares schaut, dass es sich in der unzufriedenheit in der Beziehung aufgebaut hat. Sehr häufig fehlt in diesen Beziehungen die Offenheit miteinander über schwierige Dinge zu sprechen. Es gibt also Kommunikationsprobleme. Wenn man es nicht in der Lage, offen und ehrlich über Bedürfnisse zu sprechen, kann Missverständnisse nicht aus dem Weg räumen und dieser Frust kann dazu führen, dass man sich immer weiter entfernt fühlt vom Partner oder der Partnerin. Wenn dann dadurch zum Beispiel auch der Sexleben leidet, man merkt man, hat einfach keine Lust mehr auffandern, da man fühlt sich aber auch emotional, nicht szenar, dann sind auch das wichtige Bedürfnisse, die manchmal im Außen dann erfüllt werden. Häufig passiert das auch bei den Menschen, die nicht unbedingt gut dafür einstehen können, also die nicht wissen, wie sie klar machen können. "Hey, ich möchte so nicht leben in der Beziehung, wir müssen uns da was überlegen, wir müssen zu Parterapie gehen oder Bücher lesen oder was auch immer, aber mein Bedürfnis ist sehr stark und ich will es eben nicht im Außen befriedigen und weil ich damit dich verletzen würde, also muss ich hier an der Beziehung arbeiten." Meistens ist dieser direkte Angang von dem Problem sehr, sehr schwierig, weil man vielleicht auch vermeidende Strukturen hat. "Statt also in den Konflikt zu gehen und zu sagen, du, wir müssen reden, werden die Dinge häufig mit sich selbst ausgemacht und so haben die nicht befriedigten Bedürfnisse natürlich Zeit zu wachsen und Partnerpartnerin hat keine Chance, etwas zu verändern und auch dem Menschen zu zeigen, dass der Person die Bedürfnisse des anderen wichtig sind. Konfliktscheu und Vermeidung können hier also zwei sehr sehr wichtige Faktoren sein, wiederzuführen, dass die Kommunikation immer schwieriger wird. Wenn du daran arbeiten möchtest und dich das Thema Kommunikation interessiert, dann kann ich dir da auf jeden Fall mein Buch empfehlen, da gebe ich dir ganz viele Tipps und Übungen mit an die Hand, wie ihr besser auf einer Nahrzugeht und offener über eure Bedürfnisse sprechen könnt." Den Link zum Buch pack ich dir in die Podcast Beschreibung. Grund Nummer drei. Ein Geringer selbst werdet oder die Suche nach Bestätigung. Menschen mit dem Gering selbst werdet Gefühl brauchen häufig vermehrt Bestätigung und Aufmerksamkeit von außen. Und wenn der Partner die Partnerin das nicht mehr macht oder nicht mehr in dem gleichen Umfang kann es sein, dass man auch dieses Bedürfnis dann bei anderen Menschen sucht und gerade in dem Akt des Flördens und das Gefühl, dass jemand anderes ein gut findet, kann man sich ganz viel Bestätigung vermeintlich abholen. Das Begehrenswert zu sein kann auch einen ganz wichtiger Punkt sein, der für viele Menschen sehr elementar ist. Und wenn dieses Gefühl abnimmt, braucht es irgendwie wieder eine Lösung dafür. Und es kann, wie gesagt sein, dass in der Beziehung E, Streit oder Distanz gerade an der Tagesordnung sind, dass man da nicht die gleiche Form der Anerkennung und des Begehrens erlebt, wie man es eigentlich braucht. Um mit den negativen Gedanken über einen selbst, die von dem Gering selbst werdet, kommen irgendwie umzugehen. Fremd zu gehen kann also eine Form sein, sich selbst zu beweisen, dass man doch Begehrens wert ist, dass man schön ist, dass andere einen wollen, um sich so weniger minderwertig zu fühlen. Und noch ein weiterer Aspekt des Geringens selbst werdet, kann dazu führen, dass man eher sich auf einer Affäre einlässt. Wenn man nämlich zum Beispiel sehr stark sich mit anderen Vergleich und vielleicht auch so ein Wettbewerb in der Lichtheit hat, dass man zum Beispiel versucht, anderen eben zu beweisen, dass man attraktiv ist, vor den Freunden, Freunden, das Gefühl hat, man verpasst Dinge, weil alle anderen so wahnsinnig tolle Liebesbeziehungen haben und ständig mit neuen neuen Zusammen sind und darüber wird vielleicht dann auch geredet im Freundeskreis, um man das Gefühl danach ziehen zu müssen und es ihnen gleich zu tun. Den 4. Grund würde ich nennen, ich mach das für mich, ich habe das verdient. Könnte man auch als Egoismus bezeichnen, also selbstzentriert das Bedürfnis, das zu bekommen, was man vermeintlich verdient hat. Manchmal kommt das aus der Situation, dass man lange auf seine eigene Bedürfnisse tatsächlich verzichtet hat. Es gibt viele Menschen, die vielleicht in Beziehungen zum Piepelpleasingen eugen, also sehr wenig Grenzen setzen, sehr wenig für sich einstehen und manchmal gibt es einen Kipppunkt, wo das so lange passiert ist, bis die Person da buchstäblich kein Bock mehr drauf hat und sich sagt, ich habe jetzt auch mal was für mich verdient und ich mache das jetzt und du kannst dann nichts gegen sagen. Fast wie eine Trotzreaktion, um sich dann doch noch abzugrenzen, aber natürlich in der Heftigkeit und in der Verletzung, die eine Beziehung komplett zerschüttern kann. Manche Menschen sind außerdem sehr auf sie selbst fokussiert und wollen eine sofortige Bedürfnisbefriedigung. Also, wenn sie irgendwie merken, oder habe ich jetzt Lust drauf oder da ist eine Gelegenheit, dass man sexuelle oder emotionale Wünsche hat, dass man diese sich erfüllen möchte und zwar ohne Rücksicht da drauf, was die langfristigen Konsequenzen sind. Manche Menschen haben auch gar keinen Gefühl für die Beziehungskonsequenzen, weil sie sich nicht die Zeit genommen haben, um sich empathisch in die andere Person hinein zu versetzen und mal wirklich den Gedanken an sich ranzulassen, wie das für ihr Gegenüber, für Partner-Partnerin wäre, so verletzt zu werden. Das heißt, entweder weil man es nicht will oder weil man es nicht kann, macht man sich nicht die Mühe, diese Empathie und auch die Verantwortung zu übernehmen, weil es da etwas in einem gibt, was entweder wichtiger ist. Vielleicht ist eine Beziehung, in der man ist auch gar nicht so wichtig. Deshalb braucht es auch keinen großen Schritt, um zu sagen, daher ist es mehr egal, was das für die andere Person betäutet. Oder ich finde es vielleicht auch unangenehm, mich dem auszusetzen zu überlegen, wie fühlt sich das wohl an, so verletzt zu werden. Weil ich vielleicht auch gar nicht guter drin bin, mit Emotionen umzugehen und ich deshalb das komplett vermeide. Grund Nummer 5 sind unerfüllte sexuelle Fantasien oder sexuelle Bedürfnisse. Manche Menschen haben bestimmte Bedürfnisse oder Fantasien oder vorlieben, die innerhalb ihrer Beziehung nicht erfüllt werden können. Und jetzt haben sie zum Beispiel gesagt, sich am Anfang der Beziehung Mensch, dass es gar nicht so schlimm, dann verzichtigt da halt.
drauf, aber es kann natürlich sein, dass die Frustration und die Unzufriedenheit miterzeit wächst und das kann natürlich dann das Fremd gehen begünstigen. Manchmal wissen die Partner oder Partnerinnen aber auch gar nichts von diesen sexuellen Fantasien und vorlieben, weil es da vielleicht auch eine große Scham gibt, ehrlich darüber zu sprechen. Das heißt es gibt auch innerhalb der Beziehung überhaupt keine Chance, das anzugehen, weil man dafür erstmal mit sich selbst und der möglichen Ablehnung oder dem Urteil oder eben der Scham umgehen müsste, um offen zu kommunizieren, worauf man eigentlich steht. Du merkst es an dieser Stelle vielleicht schon ein durchgehendes Thema ist die Vermeidung von offener Kommunikation über die eigenen Bedürfnisse und ein Schritt vorher noch das wahrnehmen des Aufbaus der eigenen Bedürfnisse. Also dass man mitbekommt, Mensch, das stimmt etwas nicht und hier muss sich einhaken, hier muss ich was verändern, denn unerfüllte Bedürfnisse suchen sich in den meisten Fällen ihren Weg, die verändern was und wenn wir sie nicht steuern, steuern die irgendwann uns und das kann sehr häufig beim Thema Fremd gehen passieren. Wir machen weiter mit Grund sechs, rache oder Vergeltung. Manchmal ist das Fremdgehende Vergeltung für die untreue des anderen Partners, weil man dann das Gefühl hat, ich tu dir genauso wie wie du mir wege tagen hast. Das muss aber nicht immer unbedingt auch untreue wird mit untreue bezahlt sein. Manchmal kann es auch sein, dass andere Verletzungen, Streitigkeiten, andere ungerechte Sachen in der Beziehung passiert sind, wo man sich irgendwie rechen will, wo man irgendwie dieses Gefühl wieder zurückspiegeln will. Auch da, das ist häufig ja auch was, wenn man sich hineinversetzt, was man bei Kindern hinhintern wieder sieht. Dass dieses Gefühl von wie du mir so ich dir so überwältigend ist, dass man das einfach macht, das bedeutet, dass man, wenn man das als erwachsene Person macht, dass da sehr viel unverarbeitete Emotionen sind, die sich, wie ich da vor jetzt gerade schon gesagt habe, Bahn brechen und dann unser Verhalten steuern können. Als erwachsener Mensch ist es nun aber auch meine Verantwortung, das zu bemerken und dann die nötigen Schritte einzuleiten, um zu sagen, ich kann jetzt hier nicht einfach eine Trotzreaktion machen und weiter verletzten und weiter da einfach hier das K aus mit sich bringen. Ich muss vielleicht mich erstmal um mich selbst kümmern, meine Wunden verheilen, um nicht dann noch mehr Verletzung mit reinzubringen in die Situation. Ein weitere Facette davon kann auch sein, dass man mit dem Fremd gehen, sich wieder mächtiger fühlt und Kontrolle haben kann. Das sind meistens nur Quick Fixes, also vermeintlich mehr Macht, vermeintlich mehr Kontrolle, weil man hinter merken wird, dass man sich eigentlich ins eigene Fleisch geschnitten hat. Aber das kann der Wunsch sein, das Bedürfnis sein, irgendwie in Machtgefälle wieder zu verändern, Kontrolle zurückzugewinnen und sich dann weniger hilflos, weniger unterlegen zu führen. Bei Grund Nummer 7 geht es darum, dass man eigentlich schon mit der alten Beziehung abgeschlossen hat und nach einer neuen Partnerschaft sucht. Vielleicht hat man sich bereits neu verliebt und mit dieser Person, die man sich neu verliebt hat, geht man dann fremd. Manche Menschen suchen auch mehr unterbewusst oder bewusst, nach einer Entschuldigung, sich leichter trennen zu können, weil sie zum Beispiel das unangenehme Trennungsgespräch vermeiden wollen und manchmal kann man so auch die Beziehungsabotieren, indem man dann einfach fremd geht und damit die ganze Geschichte quasi rauskommt. Es kann also die Bereitschaft zum Beziehungsende zeigen, es kann aber auch einen strategischen Übergang sein, dass man vielleicht schon mal sich so ein bisschen umguckt, wenn man merkt, die eigentliche Beziehung, die geht im Ende zu. Dann will jetzt aber noch nicht dieses unangenehme Trennungsgespräch haben und dann sucht man schon mal nach anderen Menschen, damit man sich emotional nicht zu alleine fühlt, schon mal eine neue Partnerschaft aufbaut, bevor die alte Entgültig beendet ist. Wenn du die Folge bis siehend interessant fandest, dann würde ich mich sehr über eine 5-Sterembewertung freuen. Pause hier doch gerade gerne einmal den Podcast, geht zu Spotify oben, kannst du auf Informationen und dann auf die Sterne klicken oder bei Apple Podcast. Da freue ich mich immer sehr darüber und es sorgt dafür, dass dieser Podcast von noch mehr Menschen gehört werden kann. Wir machen weiter mit Grund 8, bindungsangst. Für viele Menschen stellt Beziehung eine Aufgabe des Selbst da und dass man da dadurch dann mehr, nähe mehr Verpflichtung hat und für Menschen mit bindungsangst kann es sehr schwierig sein, das einzugehen, weil sie sich durch emotionale Nähe und Verpflichtungen wie er drückt fühlen oder überwältigt. Und dann kann das Fremd gehen, die Affäre eine Art und Weise sein, sich wieder zu distanzieren von der Beziehung und die vermeintliche Bedrohung von Nähe dadurch zu verringern. Denn für Menschen mit bindungsangst ist, Bindung auch immer irgendwie die Gefahr von Verletzlichkeit, von Verschluckt werden, von zu viel dem nicht standhalten zu können und sie brauchen häufig wie ein Puffer zwischen sich und der anderen Person. So kann das Fremd gehen dann auch zu einer Art Selbst sabotage werden, dass man versucht, irgendwie sich daraus zu bekommen, aber sich dadurch eigentlich nur noch mehr ins eigene Fleisch schneidet und es wichtig wäre, sich zu fragen zum Beispiel, warum man so eine Angst von Nähe hat, warum man so eine Angst vor Warrer intimität hat. Und noch eine weitere Fassette hier von kann sein, dass man als bindungsängstlicher Mensch ehe davon ausgeht, dass Beziehungen scheitern werden, dass man sich ehe wieder nur gefangen fühlen wird in der Beziehung und dass man deshalb von Anfang an mehrgleich sich fährt, weil man weiß, dass das Ganze nicht funktionieren wird und man sich auch gar nicht richtig darauf einnässt. So hält man sich immer noch das Hintertücheln offen, durch das man schnell verschwinden kann, ohne jemals wirklich Single sein und sich mit sich selbst auseinandersetzen zu müssen. Dann kommen wir zum letzten Punkt, zum letzten Grund Nummer 9, Selbstvergessenheit und Gelegenheit. Jetzt ist es natürlich so, dass nicht alle Menschen mit Vorsatzfremd gehen und es kann auch passieren, dass es keinen großen unerfüllten Bedürfnisse gibt, sondern dass es Gelegenheit da war, z.B. mit jemandem zuflirten, dass man länger alleine unterwegs war mit Freunden aus war, vielleicht auch ein bisschen Alkohol getrunken hat und dadurch selbst vergessen wird, sich vergisst, was man für Verpflichtungen im Bezug auf die Beziehung hat und dann die Gelegenheit nutzt in Anfängstrichen. Tatsächlich ist es so, dass ich in der Arbeit mit Paar meistens größere Bedürfnisse hinter dem Fremd gehen sehe und natürlich ist Gelegenheit auch einen Punkt, der damit reinkommt, dass man überhaupt die Chance hat, Fremd zu gehen. Es kann aber auch ein Punkt sein, auf dem man sich ganz gerne mal ausruhen kann. Und ich denke, gerade wenn man niemanden sehr verletzt hat, durch das Fremd gehen, es ist durchaus sinnvoll, sich wirklich ehrlich die Frage zu stehen, was dahinter liegt, wenn man das nicht leichtfertig eigentlich gemacht hätte. Denn auch der Punkt, der Selbst vergessenheit kann manchmal ganz interessant sein. Warum habe ich denn den Teil sozusagen meines Gehirns abgeschaltet, der mir normalerweise gesagt hätte, Mensch, du verletzt damit, die und die Person oder hey, da überschreit das Du jetzt gerade eine Grenze. Wie konnte das denn passieren, dass ich den Teil so abgelegt habe und ganz mich auf das andere fokussiert habe und ganz da drin aufgegangen bin? Und da sind wir dann vielleicht eher bei dem Punkt fehlende Empathie, dass man da gar nicht auf die andere Person, da gar nicht an die andere Person denken, man möchte, weil man dann inneren Widerstand hat, weil man vielleicht wie gesagt, wie bei Grund vier das für sich selbst haben will oder weil man dann doch mehr hier habe ich jetzt etwas verpasst in meinem Leben oder hier brauche ich etwas anderes, jetzt ist die Gelegenheit da und dann ist es mir auch irgendwie egal. Dieses dann ist es mir halt auch irgendwie egal, zeigt deutlich meistens darauf hin, dass da ein größeres unerfülltes Bedürfnis ist, dass sich in dem Moment Bahn bricht, wenn zum Beispiel die Gelegenheit da ist. Man sollte aber natürlich auch nicht vergessen, dass Drogen wie Alkoholen wichtigen Punkt sein können, die das natürlich die Inhibition und die Selbstkontrolle verändern können, sodass man dann Dinge macht, auf die man nicht stolz ist. Dann waren das die neuen Gründe, warum man fremd gehen und untreu sein kann. Wenn dich das interessiert, das Thema Vertrauen fremd gehen und treue, dann schreibt mir gerne entweder auf Instagram @PARP-Sycheologie, da kannst du mir den Nachricht schreiben mit dem Themenvorschlag für einen weiteren Podcast. Bei Spotify kannst du jetzt Kommentare hinterlassen, auch da kannst du mir gerne noch ein Feedback geben oder auch Ideen für weitere Folgen und auch eine Podcast. Kann man das machen, wenn man eine Bewertung abgibt, darüber freue ich mich ja sowieso. Kannst du auch gerne in die Bewertung noch was reinschreiben, was du dir zu dem Thema wünschen würdest. Dann hoffe ich, dass du heute ganz viel mitnehmen konntest, das ist interessant war für dich und wir hören uns dann nächsten Freitag wieder zu einer weiteren PARP-Sycheologie Podcastfolge. Alles Gute, bis dahin.
(gentle music)
Podcast Summary
Key Points:
Fremdgehen kann aus einem starken Bedürfnis nach Freiheit und Abenteuer resultieren, besonders wenn man sich in der Beziehung eingeengt fühlt.
Fehlende körperliche oder emotionale Nähe sowie Kommunikationsprobleme in der Beziehung sind häufige Auslöser für Untreue.
Ein geringes Selbstwertgefühl oder die Suche nach Bestätigung von außen kann zu Affären führen, um sich begehrenswert zu fühlen.
Egoismus oder das Gefühl, eigene Bedürfnisse lange vernachlässigt zu haben, können zu einer Trotzreaktion und Fremdgehen führen.
Unerfüllte sexuelle Fantasien oder Bedürfnisse, die aus Scham nicht kommuniziert werden, begünstigen Untreue.
Rache oder Vergeltung für erlittenes Unrecht in der Beziehung kann ein Motiv sein, um Macht oder Kontrolle zurückzugewinnen.
Manche Menschen gehen fremd, um eine alte Beziehung zu beenden oder einen Übergang zu einer neuen Partnerschaft zu erleichtern.
Bindungsangst führt dazu, dass Nähe als bedrohlich empfunden wird und Affären als Distanzierungsstrategie dienen.
Selbstvergessenheit und Gelegenheit, etwa unter Alkoholeinfluss, können zu impulsivem Fremdgehen führen, wobei oft tiefere unerfüllte Bedürfnisse dahinterstecken.
Summary:
In dieser Podcastfolge von Pappsychologie erklärt Anug Al-Germissen neun Gründe für Untreue, betont aber, dass diese keine Entschuldigung für verletzendes Verhalten sind. Erstens kann ein Bedürfnis nach Freiheit und Abenteuer zu Affären führen, besonders wenn man sich in der Beziehung eingeengt fühlt. Zweitens sind fehlende Nähe und Kommunikationsprobleme klassische Auslöser.
Drittens suchen Menschen mit geringem Selbstwertgefühl oft Bestätigung durch Affären. Viertens kann Egoismus oder das Gefühl, eigene Bedürfnisse vernachlässigt zu haben, zu einem "ich habe es verdient"-Denken führen. Fünftens spielen unerfüllte sexuelle Fantasien eine Rolle, die aus Scham nicht angesprochen werden.
Sechstens dient Fremdgehen manchmal als Rache oder Vergeltung. Siebtens suchen manche bereits nach einer neuen Beziehung, während sie die alte noch nicht beendet haben. Achtens nutzen Menschen mit Bindungsangst Affären, um emotionale Distanz zu schaffen.
Neuntens kann Selbstvergessenheit bei Gelegenheit, etwa unter Alkohol, zu impulsiver Untreue führen, wobei oft tiefere Bedürfnisse wie fehlende Empathie dahinterstecken. Al-Germissen betont die Wichtigkeit, Verantwortung zu übernehmen und offen über Bedürfnisse zu kommunizieren, anstatt Konflikte zu vermeiden.
FAQs
Die häufigsten Gründe sind Freiheits- und Abenteuerlust, fehlende körperliche oder emotionale Nähe, geringes Selbstwertgefühl, Egoismus, unerfüllte sexuelle Fantasien, Rache, Suche nach einer neuen Beziehung, Bindungsangst und Gelegenheit.
Ja, fehlende körperliche oder emotionale Nähe ist ein klassischer Grund. Wenn Bedürfnisse nicht offen kommuniziert werden, können Frust und Distanz wachsen, was das Fremdgehen begünstigt.
Menschen mit geringem Selbstwertgefühl suchen oft Bestätigung von außen. Wenn der Partner diese nicht mehr gibt, kann Flirten oder eine Affäre das Gefühl vermitteln, begehrenswert zu sein.
Ja, manche Menschen gehen fremd, um sich für Verletzungen oder Untreue des Partners zu rächen. Dieses Verhalten entspringt oft unverarbeiteten Emotionen und dem Wunsch nach Kontrolle.
Ja, Menschen mit Bindungsangst fühlen sich durch Nähe überwältigt. Fremdgehen kann ein Weg sein, Distanz zu schaffen und die vermeintliche Bedrohung der Bindung zu verringern.
Ja, manchmal passiert es aus Selbstvergessenheit, etwa nach Alkoholkonsum. Oft stecken aber unerfüllte Bedürfnisse dahinter, die in dem Moment durchbrechen.
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