Affäre oder Beziehung? Mit dieser Methode triffst du die richtige Entscheidung! #278
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Eine Affäre ist oft nicht der Auslöscher einer Beziehungskrise, sondern das sichtbare Zeichen einer bereits bestehenden Krise, die sich in mangelnden Kommunikation, unerfüllten Bedürfnissen und Verletzungen manifestiert. Die Entscheidung, ob und wie man die Affäre offenbart, wird durch tiefe emotionale Angst vor Verurteilung, Familienkonflikten und der Wirkung auf Kinder geprägt. Ein wichtiger Schritt ist die Reflektion des eigenen Lebensgeschichts und die Beobachtung von Momenten, in denen die Beziehung glücklich war, um das Fundament zu verstehen. Ein effektives Werkzeug ist der Öko-Check, der das Gute am Moment, die notwendigen Änderungen und die negativen Folgen analysiert. Eine saubere und transparente Kommunikation, unterstützt durch ein unabhängiges Fachpersonal, ist entscheidend, um Vertrauen aufzubauen und die Belastung für Kinder und Familie zu reduzieren. Die Entscheidung ist nicht nur emotional, sondern systematisch und erfordert Zeit, Reflexion und professionelle Begleitung. Da 800 Paare mit Affären bereits behandelt wurden, ist die Erfahrung ausreichend, um aufkommende Fragen und Bedenken zu beantworten. Der Weg zur Entscheidung ist daher klar: reflektieren, analysieren, kommunizieren und handeln – nicht nur für eine Lösung, sondern für langfristige Sicherheit und Wiederherstellung der Beziehung oder des Lebens.
Erzähle ich von der Affäre oder nicht?
Wenn ich das ausspreche oder es rauskommt, ist sofort meine Beziehung zu Ende.
Also wenn mir das passieren würde im Leben, ich würde das sofort beenden und du würdest die Kinder nie wieder sehen.
Die Affäre ist zwar das, was die Krise sofort für alle klar macht und sagt, okay, jetzt ist die Krise wirklich da,
aber eigentlich lag sie vorher schon vor.
In dieser Situation sind ganz viele Ängste.
Was wird passieren, wenn die andere Person das herausfindet?
Wie wird die andere Person reagieren? Man hat auch ganz, ganz stark Angst vor Verurteilung.
Die meisten sagen ganz klar, wenn das bei uns passiert, ich trenne mich sofort.
Und man stellt sich die Frage, was mache ich jetzt mit der Situation?
Letzte Woche haben wir erklärt, wie du damit umgehen kannst, wenn du trotz Ehe eine Affäre führst und keinen Ausweg mehr siehst.
Wir haben darüber gesprochen, welche Ursachen hinter der Entstehung einer Affäre stecken können und warum du diesen Schritt gegangen bist.
Heute möchten wir in der Tiefe erklären, was zu tun ist, wenn du eine Entscheidung bei der Frage, Beziehung oder Affäre treffen möchtest und was vorab wichtig ist.
Vielleicht stellt sich ja auch erstmal die Frage, erzähle ich von der Affäre oder nicht?
Mein Name ist Florian.
Ich bin Ina.
Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein in eine dauerhaft glückliche und harmonische.
Wenn wir auf Geburtstagen sind oder auf Feiern unterwegs sind, dann ist es ja gerne mal so, dass man gefragt wird, was man beruflich macht.
Und das ist natürlich bei uns immer recht spannend, wenn wir dann erzählen, dass wir Paartherapeuten sind und dass wir das auch noch als Ehepaar sozusagen machen.
Da ist es gar nicht selten, dass Menschen Fragen stellen.
Also sowas wie, was sind die Gründe, warum Paare zu euch kommen?
Und da ist eine Antwort auch bei uns dann, dass es häufig das Thema Affäre ist.
Und gar nicht selten.
Und da fühlen sich dann Menschen in dem Moment auch so ein bisschen angetriggert, was man dann an weiteren Fragen merkt, dass dann die nächste Frage eigentlich immer ist, wer führt häufiger eine Affäre?
Männer oder Frauen?
Also verschiedenste Fragen, die dann damit zusammenhängen.
Aber auch wir hätten, als wir damit vor sechs Jahren begonnen haben, nicht gedacht, dass wir so oft mit dem Thema Affäre und Fremdgehen zu tun haben werden.
Wir hatten vielmehr einfach klassische Konfliktspiralen, Streitigkeiten, Kommunikationsprobleme.
Im Sinn, so begannen auch viele unserer ersten Paartherapien.
Und dann wurde das Thema Affäre immer präsenter.
Man muss immer sagen, Affäre und Fremdgehen ist meistens on top.
Also man hat normalerweise eine Krise, die vorliegt.
Kommunikation, Streit, unerfüllte Bedürfnisse, Mangelgefühle und so weiter.
Verletzungen, die vorliegen, das Fundament ist nicht stabil.
Und dann setzt sich quasi die Affäre nochmal on top dazu.
Also die Affäre ist zwar das, was die Krise. die Krise sofort für alle klar macht und sagt, okay, jetzt ist die Krise wirklich da.
Aber eigentlich lag sie vorher schon vor.
So ein bisschen wie beim Arzt, wenn man schon eine Erkrankung hat und dann legt sich noch was obendrauf.
Noch mal eine bakterielle Infektion, die nochmal on top kommt.
Die ist dann nicht der Grundauslöser.
Man muss bei den Symptomen auch was tun.
Aber eigentlich gibt es eine andere Ursache, die vorher vorlag, warum man überhaupt für diese bakterielle Infektion offen war.
Und das ist quasi häufig in der Beziehung auch so.
Es gibt schon eine Krise in der Beziehung.
Man wird so ein Puzzlestück.
Und dann kann jemand andocken, der diese Mangelgefühle abdeckt, die in der Beziehung entstanden sind.
Also diese Bedürfnisse gehen aus.
Und das hat sich in den allerseltensten Fällen bei uns jemand quasi bewusst gesucht.
Ganz selten gibt es mal, dass sich jemand in irgendein Portal einträgt und auf der Suche ist.
In den meisten Fällen ist das im Bekanntenkreis oder im Kollegenkreis oder auch bei Kunden oder mit anderen Abteilungen.
Beziehungsweise anderen Standorten.
Und man trifft sich quasi nur zu manchen Ereignissen, Meetings und so weiter.
Aber häufig halt in so einem Umfeld, wo das dann eben stattfindet.
Das Thema Affäre hat ja auch was sehr moralisches, normatives.
Also gerade in unserer Kultur, die ja nun monogam geprägt ist, in unserer westlichen Kultur, ist einfach das Thema Affäre auch so.
Da schwingt immer noch etwas mit.
Das ist etwas Verbotenes.
Etwas, wo. Wo jeder eigentlich so ein Gefühl zu hat, weil für viele Menschen der Wert Treue ja ein starker Wert im Fundament ist.
Dadurch, dass man sagt, man möchte die Beziehung nicht öffnen, sondern man möchte gerne die Exklusivität halten.
Und dann ist so das Thema Affäre der krasse Gegensatz dazu.
Ja, und wir befinden uns ja jetzt in dieser Folge quasi an dem Punkt, wo man drinsteckt in der Affäre.
Das ist noch nicht rausgekommen, also nicht aufgeflogen, nicht ausgesprochen.
Und man fragt sich. Was mache ich jetzt?
Ich habe auf der einen Seite eine langjährige Beziehung, eine Familie, etwas aufgebaut.
Ich spüre in Phasen mehr oder weniger noch diese Liebe und Verbundenheit.
Und auf der anderen Seite ist jetzt die Affäre, auf die ich mich eingelassen habe.
Vielleicht sagt die Person, dass sie sich auch eine Beziehung wünschen oder vorstellen würde.
Und da ist dieses starke Verliebtheitsgefühl, Abenteuer und dieses Gefühl von Freiheit.
Weil auf der anderen Seite natürlich. Im Familienleben auch viele Alltagsroutinen und Verpflichtungen da sind.
Und auf der anderen Seite ist dann Abenteuer, Leichtigkeit und so weiter.
Also eine typische Angst-Schuld-Situation.
Also in dieser Situation sind ganz viele Ängste.
Dieses Gefühl von, was wird passieren, wenn die andere Person das herausfindet?
Man hat auch Angst vor starker Traurigkeit, Wut, vor unüberlegten Reaktionen der anderen Person.
Man hat ganz, ganz stark Angst.
Angst vor Verurteilung, weil man ja schon weiß, dass das eine Verletzung ausgemacht hat bei der anderen Person.
Und dass das halt auch moralisch schwierig ist, wenn man den Wetttreue vorhatte.
Man hat auch manchmal Angst, welche Kreise zieht das?
Also wie reagieren Eltern, Schwiegereltern da drauf, Freunde da drauf?
Also es überschreitet ja auch die Grenzen mit dieser Verletzung häufig der Partnerschaft bei allen anderen.
Denn in dem Moment, es triggert alle anderen Menschen auch an, viele haben auch ganz, ganz doll Angst,
dass so etwas in der Affäre einem selbst passiert.
Und deswegen fühlen sie sich so angetriggert, in dem Moment eine Meinung dazu haben.
Auch wenn sie nicht gefragt werden, haben sie eine Meinung dazu.
Und es bildet sich gar nicht selten auch ein Lager.
Also zu wem hält denn jetzt der Freundeskreis?
Wie reagieren denn jetzt die Schwiegereltern, wenn man mit dem Kind am Wochenende vorbeikommen würde?
Und das ist natürlich gleich eine ganz große Lebenssituation, die einen dann bevorsteht,
wenn man sich überlegt, das zu sagen.
Ja, weil gerade in der langjährigen Beziehung habe ich auch schon häufiger dann die Meinung des anderen dazu gehört.
Die ist normalerweise sehr klar und auch recht hart.
Also die wenigsten haben da mal irgendwie drüber gesprochen, das in Filmen oder vielleicht bei Bekannten mitbekommen und sagen,
ja, also wenn das in meiner Beziehung passieren würde, ich weiß nicht, ich glaube, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind,
könnte ich da die Krise, die davor bestand, aufarbeiten und man kann das bestimmt als Chance sehen.
Das sagt ja keiner.
Und deswegen ist da natürlich dieses Szenario auch bei demjenigen, der jetzt drinsteckt, im Kopf,
dass er sagt, wenn ich das ausspreche oder es rauskommt, ist sofort meine Beziehung zu Ende.
Ich hatte mal ein Coaching, die haben zwar meinen Film geguckt und da war dann die Situation mit der Affäre
und die Stimmung zwischen den beiden war eh schon angespannt, aber jetzt noch nicht total in der Krise.
Aber dann sagte er mal, ja, das ist echt eine krasse Situation, was die da jetzt erlebt haben im Film.
Also wenn mir das passieren würde im Leben, ich würde das sofort beenden.
Und du würdest die Kinder nie wiedersehen.
Und das ist natürlich ein Satz, der Jahre vorher gefallen ist, aber der natürlich die ganze Zeit im Kopf war,
zu sagen, okay, puh, also schwierig, ne?
Dann würde ich meine Kinder jetzt verlieren, wenn ich das aussprechen würde.
Und in der Realität, und das zeigen auch Studien dazu, ist das anders.
In den Zwanzigern ist diese Härte da und es wird auch durchgezogen typischerweise.
Und ab den Dreißigern, weil natürlich dann Beziehungen typischerweise länger verlaufen,
sind, man hat sich das aufgebaut und so weiter, da ist das nicht so, dass das sofort durchgezogen wird,
sondern da ist ganz häufig, dass man da ein anderes Verständnis für hat.
Also man sieht dann die eigenen Anteile in Form von, okay, unsere Beziehung lief ja wirklich drei, vier Jahre nicht gut.
Das heißt, da gibt es dann so ein bisschen wie vor Gericht, also wenn man so Punkte hat,
die dann zugute gehalten werden, dass das passiert ist.
Natürlich ist immer bewusst, dass diese Entscheidung, diese Affäre einzugehen,
die gehört von der Verantwortung her zu 100 Prozent zu der Person, die sie durchführt.
Ja, man hat sich aber ja auch was aufgebaut.
Ist ja anders wie in den Zwanzigern, wo man dann sagen kann, okay, das ist mit uns vorbei,
hol deine Sachen morgen ab und dann hat man vielleicht im schlechtesten Fall noch eine Wohnung zusammen gemietet,
die man innerhalb von drei Monaten dann kündigt.
Aber jetzt in den Dreißigern, Vierzigern, Fünfzigern ist es ja schon so, dass man sagt,
okay, wir haben ein Problem, weil wir haben ein Haus, wir haben Kinder,
wir haben uns hier ein Konstrukt aufgebaut, wir können jetzt hier eine schnelle räumliche Trennung vielleicht durchführen,
das ist manchmal noch möglich, aber ansonsten ist es ja nicht gleich klar.
Und das macht es natürlich auch aus, dass es nicht gleich einfach alles so klar ist.
Naja, und es gibt zwar diese Affäre, aber das Gefühl von Liebe ist ja trotzdem meistens da.
Das ist ja nicht in dem Moment weg.
Und das macht es natürlich deutlich herausfordernder, während das in den Zwanzigern sind die Beziehungen
ja noch nicht so stabil und gefestigt häufig.
Vielleicht wohnt man noch nicht mal.
Da ist also dieser Weg der Trennung viel einfacher und es funktioniert.
Es fehlt eine ganze Ecke an Historie natürlich, die langjährige Partnerschaften haben, wenn du dieses Gefühl hast, okay, nach anderthalb, zwei Jahren geht der mir schon fremd. Was soll denn da noch draus werden? Ist was ganz anderes, als wenn man 15 Jahre Beziehung hinter sich hat und sagt, Mensch, wir haben so viele gute Zeiten erlebt, wir haben so viele krasse Momente durchgestanden zusammen und da ist schon so eine Verbindung so fest, dass es eben sehr, sehr viel schwieriger ist, sich dann zu lösen.
Ich habe die Frage auch schon öfters gestellt bekommen, ob ich das verzeihen könnte. Ich weiß nicht, ob dir die Frage auch schon mal gestellt worden ist?
Nein.
Nein. Also von anderen Frauen, ne? Ob ich eine Affäre verzeihen könnte. Und ich finde das natürlich schwierig zu beantworten, weil ich natürlich durch den Beruf und gerade, dass es bei uns in der Paartherapie ja auch gerade mein Schwerpunkt ist, Affäre, habe ich natürlich auch viele schon gesehen und gehört.
Aber ich würde schon sagen, wie du vorhin erklärt hast, dass ich in den Zeitraum bin.
Dass ich in den 20ern anders entschieden hätte, wie jetzt in den 30ern, fast 40ern. Und dass das nicht so klar ist, wie man am Anfang immer denkt. Also dieses, wie Anwälte immer sagen, es kommt darauf an, trifft das, finde ich, ganz gut, weil man das so pauschal ja nicht sagen kann. Man weiß ja nicht, wie ist das passiert, wie lange geht das? Wie ist wirklich das Gefühl in dem Moment, wenn das hervorkommt?
Das kann man zwar nicht sagen, aber ich glaube, ich würde es trotzdem nicht verzeihen, weil ich in unserer Konstellation einen anderen Anspruch hätte.
Das stimmt.
Ich hätte den Anspruch, dass das passiert, was sich quasi viele gewünscht hätten, nämlich, dass man sagt, hey, ich merke, da ist ein anderer Mann oder bei mir da ist eine andere Frau so attraktiv geworden. Das stimmt fast nicht. Das ist keine kleine Schwärmerei. Ich habe das Gefühl, ich muss echt auf mich aufpassen. Ich habe da so eine richtige Sogwirkung und die ist nicht da, weil dieser Mensch so sehr besonders ist, sondern das ist eigentlich da, weil in unserer Beziehung was nicht stimmt.
Lass uns da mal hingucken.
Den Anspruch an uns aus unserer Arbeit heraus und ja auch dem täglichen Sehen, welches Leid dadurch beim anderen entsteht, hätte ich den Anspruch, dass du auf mich zukämst und das hinbekommst, das auszusprechen, dass da irgendwas nicht stimmt.
Ja, das stimmt. Aber es ist trotzdem immer auch ein bisschen Theorie und ein Unterschied. Man kann nie sagen, also ich finde, es gibt ganz viele Lebenssituationen, selbst auch wenn man beruflich damit zu tun hat, dass man erahnen kann, wie sich das vielleicht in der Emotion anfühlt, aber man es nicht vergleichen kann.
Klar, ich habe letztens auch in einem Podcast gehört, dass dort, es ist ja bei allen so, der Arzt, der dann da sitzt und empfiehlt, Mensch, hören Sie dringend auf zu rauchen, stellen Sie Ernährung um und dann siehst du den irgendwie auf dem Weg nach Hause und der hat eine Zigarette in der Hand.
Also das heißt nicht, dass das, weil man selber weiß, was gut ist und wie es funktioniert und wie man zum Beispiel gesund bleibt in dem Fall, dass man das auch selber für sich so umsetzt.
Ja, muss ich an eine Freundin denken.
Der hat den Frauenarzt gewechselt, weil der Frauenarzt immer so vehement darauf gedrängt hat, dass sie aufhören soll zu rauchen. Und als wir zusammen über Weihnachtsmarkt gegangen sind, haben wir ihn gesehen in der Truppe mit einer Zigarette in der Hand. Das war nochmal so ein Signal zu sagen, okay, für sie jedenfalls dort nicht mehr hinzugehen.
Ja, das ist ein Unterschied, finde ich, ob du, muss man mal so sehen, ob du ein Influencer oder eben jemand ist, der eine Dienstleistung anbietet. Der Influencer, der lebt ja davon, dass er Vorbild ist und andere das nacheifern wollen. Und wir sind ja keine Influencer.
Wir leben ja nicht unsere Beziehung.
Wir leben ja nicht unsere Beziehung in Social Media vor und sagen, macht das genauso wie wir, weil das auch Blödsinn wäre, weil es geht ja immer darum, eine individuelle Stimmigkeit zu erzeugen. Das heißt, unsere Beziehung ist für uns gut, aber die kann für andere total kacke sein.
Ja, absolut.
Das denke ich sehr häufig.
Das muss immer individuell in Stimmigkeit geführt werden. Das geht bei Beziehungen allgemein, finde ich, im Leben geht es nie darum, etwas anderes nachzuleben, sondern immer darum zu gucken, was für mich selber stimmig ist, was aber nicht bedeutet, dass man sich bei anderen ja nicht sinnvoll inspirieren lassen kann.
Jetzt schweifen wir mal so ein bisschen ab. Lass uns mal da hinkommen.
Wir stehen davor, also jetzt in diesem Fall die Frau oder der Mann hat eine Affäre und die Beziehung läuft, man weiß nichts davon und man stellt sich die Frage, was mache ich jetzt mit der Situation?
Jetzt habe ich diesen Ist-Zustand, ich habe diesen Punkt überschritten, zu meinem Partner zu gehen und zu sagen, was wir eben sagten, irgendwie merke ich da zu große Sogwirkung, das zeigt mir in unserer Beziehung stimmt was nicht, sondern man hat sich darauf eingelassen und steht jetzt davor. Wie kann man damit umgehen?
Der erste Schritt wäre ja erstmal bei sich zu bleiben und in die eigene Reflektion.
Weil immer, wenn ich in ein Gespräch mit jemand anderem gehe und ich weiß nicht, welche Emotionen vielleicht in verschiedenster Art auf mich zukommen, muss ich ja eine gewisse innere Stabilität soweit haben, dass ich weiß für mich, ich habe mir erste Gedanken gemacht, ich habe die erste Reflexion vielleicht schon hinter mir und weiß erste Gründe, warum das passiert ist, weil natürlich verständlicherweise möchte die andere Person ja Antworten haben.
Dann kommen ja so Fragen wie, warum hast du das gemacht und du musst doch Gründe dafür haben, jetzt sag doch mal.
Puh, ich weiß auch nicht.
Dann macht das bei der anderen Person erstmal Wut häufig und natürlich auch Täuschung und Traurigkeit.
Und da ist es ganz gut, dass man so eine erste Reflexion einmal selber gemacht hat und ja, da könnte man so vorgehen, dass man für sich überlegt, wie lange bin ich denn schon im Leid?
Also wieder an den Punkt zurückkehren, wann war es mal gut?
Also für sich selber einmal rückwärts den Film abfahren lassen und zu überlegen, wann würde ich sagen, war noch diese emotionale Nähe zu meinem Mann?
Also wann sehe ich uns noch so mit dem inneren Auge als glückliches Paar im Urlaub mit den Kindern?
Wann hat das noch so ein stimmiges Gefühl bei mir gemacht?
Wo fühle ich mich noch wohl, gesehen, wertgeschätzt?
Und von da aus zu starten und mal zu überlegen, was ist dann passiert?
Das kann man manchmal alleine gut machen, mal im Spaziergang, aber auch gut, finde ich, aufmalen, aufzeichnen, aufschreiben, um mal so erste Gedanken zu ordnen.
Genau, dafür ist erstmal die Erkenntnis wichtig, dass die Affäre eben nicht die eigentliche Ursache ist des Problems,
die man jetzt verstärkt, sondern es gibt vorher eine Krise und zu gucken, was lag vorher vor, dass ich mich dafür geöffnet habe.
Das heißt gerade, wo sehe ich mich glücklich mit den Kindern?
Das ist so ein typischer Punkt, wo man suchen kann, wann war es mal gut?
Gar nicht wenige sagen, und das hat nichts mit den Kindern an sich zu tun, vor den Kindern war es gut, ab da wurde es schwierig.
Weil dieser Switch für viele, Elternpaar zu werden, das Liebespaar pausiert aufgrund der Bedürfnisse der Kinder,
und was sich da alles gerade neu formt, und man findet da nicht zurück.
Oder Schwangerschaft auch schon, viele Verletzungen auch immer in der Schwangerschaft,
dass man so gemerkt hat, so davor waren wir ja irgendwie ein gutes Paar, und dann war so der erste Moment, wo ich enttäuscht wurde,
wo ich Erwartungen hatte, wo ich mich alleine gefühlt habe, und das sind immer gar nicht so die ganz großen Sachen.
Also viele suchen ja immer so diesen Zeitpunkt, und ab dann war alles anders,
sondern es sind immer so kleine Puzzlestücke, die sich nachher zusammengesetzt haben.
Deswegen ist es sehr wertvoll, sich mit dem Warum zu beschäftigen,
weil das auch eine der ersten Fragen typischerweise ist, die dann auftaucht,
wenn man das ausspricht oder die Affäre eben auch auflegt, warum hast du das gemacht?
Und da kann man meiner Erfahrung nach besonders sich auch so die letzten 24, 12 Monate vor dem Start der Affäre nochmal ganz intensiv anschauen.
Also natürlich, wann war es mal gut, aber auch so direkt die Zeit vor der Affäre.
Wie war da das Gefühl? Wie würde man selber die Partnerschaft da beschreiben?
War das eher so?
War das eher so ein WG-Zusammenleben?
Waren wir eher wie Geschwister?
Hatten wir krasse Herausforderungen bei der Arbeit?
Gab es gerade eine Hausrenovierung?
Wie würde ich die Partnerschaft beschreiben?
Und da nochmal einzuchecken und zu überlegen,
ja, das ist irgendwie die logische Konsequenz häufig aus den Jahren davor manchmal,
aber da gibt es immer so einen Höhepunkt, dass man sagt,
so und da fühlte ich mich so alleine.
Und dann gibt es manchmal auch ein Ereignis, nicht immer, was das nochmal verstärkt hat.
So, dann warst du an dem Punkt.
Das fällt ihm.
Häufig als Verletzung der einen nicht da oder da warst du nicht zuverlässig.
Und dann entwickeln gerade Frauen immer so einen Mechanismus,
dass sie sagen so, und da habe ich mich entschieden, mache ich das halt alles alleine.
Dann habe ich dich nicht mehr gefragt.
Und dann werden so die Ellenbogen ausgefahren, meistens auch eher still.
Das wird dann auch gar nicht mehr so kommuniziert,
weil dann habe ich mich jetzt arrangiert, dann bin ich halt alleine,
dann mache ich das mit den Kindern alleine.
Ich bitte dich nicht mehr um Sachen.
Und dann geht die Distanz los innerlich.
Du hast die Beschäftigung mit,
mit der Ursache.
Eine weitere Ursache,
beziehungsweise aber auch gleichzeitig Blick in die Zukunft,
ist das Thema Wunschleben und Wunschbeziehungen.
Die wenigsten haben so ihr Wunschleben, also ihre Werte, Ziele,
ihre Interessen und Co. für sich mal sauber visualisiert
und daraus dann ihre Wunschbeziehungen abgeleitet.
Und das ist was, was auch erstmal ganz egoistisch nur für mich gilt.
Ich habe mein Wunschleben, meine Wunschbeziehung.
Du hast dein Wunschleben, deine Wunschbeziehung.
Und dann geht es um ein Matching.
Wie gut matcht das?
Und da findet man natürlich auch,
wenn man sich da mal ganz genau und intensiv mit beschäftigt,
nochmal mehr Ursachen heraus, wo man merkt,
ah, okay, das ist meine Wunschbeziehung.
Wenn ich jetzt so ganz intensiv reflektiere,
darüber nachdenke, mir das visualisiere, also aufschreibe
und dann sieht man erstmal,
wie weit man vielleicht vom Weg abgekommen ist.
Wir nennen das deswegen auch mal das Navigationssystem für die Beziehung,
weil das ist da quasi auch so,
wenn ich jetzt einstelle, ich möchte nach Hamburg fahren
und ich habe dann da den Weg vorgegeben,
sobald ich einmal falsch abbiege,
sagt mir das Navi ganz schnell, wie ich hier auf den Weg zurückkomme.
Wenn ich aber das nicht eingegeben hätte,
dann merke ich vielleicht irgendwann nach einer gewissen Zeit,
hm, irgendwie sind das hier Ortschaften,
die hätte ich nicht erwartet, dass die kommen.
Was ist denn jetzt los?
Und dann stelle ich vielleicht mein Navi ein und sehe,
scheiße, ich bin 20 Kilometer in die falsche Richtung gefahren.
Und so passiert das leider in Beziehungen auch häufig,
dass dieses Navigationssystem fehlt
und man dadurch eine längere Zeit in eine falsche Richtung geht.
Richtung fährt, in Anführungsstrichen
falsch und dass das eben
gar nicht realisiert.
Durch die Wunschbeziehung, die man visualisiert,
kann man da schneller wieder auf den richtigen Weg kommen.
Und in diesem Fall kann man sich noch einige Ursachen angucken,
weil man sieht, okay, da sind echt einige Aspekte,
die wir so gar nicht gelebt haben.
Und man kann sich anschauen und schon mal so ein erstes Bild machen,
wie wahrscheinlich ist es denn,
weil man kennt ja seinen Partner auch sehr gut und sehr lange,
wie wahrscheinlich ist es denn,
dass ich mit meinem Partner diese Wunschbeziehung leben kann.
Ja, und da kommen wir ja schon so zu dem Punkt,
wie kann ich denn jetzt Klarheit finden?
Weil das ist ja immer so die größte Baustelle,
dass man manchmal so ein Chaos im Kopf hat.
Und viele versuchen dann ja, in guter Absicht
zum Beispiel Pro- und Kontralisten zu schreiben.
Was spricht für die Partnerschaft?
Was spricht für die Affäre?
Oder sollte ich mich trennen? Ja, nein.
Und dann sucht man Punkte zusammen in bester Absicht.
Und dann guckt man auf die Liste und denkt sich so,
ja, jetzt weiß ich auch nicht weiter.
Ich könnte das jetzt abzählen und dann irgendwie entscheiden.
Das fühlt sich aber alles sehr stumpf an und auch nicht richtig,
weil die Entscheidung ist so groß.
Das ist ja nicht einfach so,
was möchte ich heute Abend mal zum Abendbrot essen?
Und da gibt es bei uns dieses Tool des Öko-Checks.
Und der Öko-Check ist halt eine sehr gute Variante,
um mal in die Tiefe einzudringen, was die Entscheidung angeht.
Die erste Frage ist immer, was ist das Gute am Jetzt?
Also ich brauche vorher eine Fragestellung.
Also möchte ich an der Partnerschaft zum Beispiel festhalten,
festhalten und dann ist, was ist das Gute am Jetzt?
Also was ist das Gute daran, dass ich jetzt noch in der Partnerschaft bin?
Da gibt es Gründe.
Manchmal muss man ein bisschen suchen, aber da gibt es ja auch Gründe.
Und die einmal aufzuschreiben, weil jede Entscheidung hat Vor- und Nachteile.
So ist das immer im Leben.
Warum muss man das Gute häufig suchen?
Hat ja einen Grund, dass man in der Affäre steckt.
Und man hat ja irgendein Ziel und überlegt sich das.
Und man vergisst das Gute häufig.
Wir sind ja auch leider durch viele Aspekte im Leben, Medien,
soziale Medien und so weiter, auch eher negativ geprägt,
weil das Negative sich besser verkauft.
Genau.
Und die zweite Frage wäre halt dann, was muss getan, gelernt oder verändert werden,
damit man das Gute erhalten kann aus der Gegenwart?
Weil das ist ja immer so ein Gedanke, der dann kommt,
wie kann ich aber das Gute erhalten?
Da sich Gedanken machen, wie kann ich das Gute erhalten?
Bei manchen Sachen geht es, bei manchen geht es nicht.
Also ein bisschen geht bei manchen Sachen nicht.
Aber wenn man kreativ ist, kann man einige Dinge,
die schon immer finden, was man tun, lernen, verändern kann,
damit das Gute erhalten bleibt.
Jedenfalls anteilig.
Die dritte Frage denn ist, was sind die negativen Konsequenzen
oder auch Risiken, Nachteile, die entstehen,
wenn ich mich zum Beispiel dagegen entscheiden sollte?
Da fallen einem meist auch viele Dinge ein.
Viele berichten, dass die dritte Frage leichter ist als die erste Frage.
Und weil wir doch ja natürlich auch Angst in uns drin haben,
da ist es dann ja auch der Raum für die Ängste
und die negativen Konsequenzen.
Und am spannendsten ist aber die vierte Frage, finde ich immer.
Was muss getan, gelernt, verändert werden,
damit die negativen Konsequenzen nicht eintreten
oder nur vermindert eintreten?
Und das ist eigentlich der Punkt, finde ich,
wo nachher ein Gefühl sich daraus entwickelt.
Also wie kreativ kann ich in der letzten Frage sein?
Was finde ich beim Brainstorming alles für Möglichkeiten?
Und wenn ich dann nachher auf dieses Gesamtkonstrukt schaue,
dass ich sage, ja, aber wenn ich dafür alles jetzt Lösung habe,
ja, dann möchte ich das gerne.
Oder dann möchte ich das nicht.
Es entwickelt sich also daraus ein Gefühl.
Wir müssen unsere vierte Frage noch mal weiterentwickeln,
weil die ist nur auf Prävention ausgerichtet vom Wording her.
Eigentlich muss man sagen, damit sie nicht eintreten.
Und dann muss man die zweite Frage hinterher setzen.
Und was kann ich tun, wenn die Konsequenzen,
Nachteile, Risiken eintreten?
Also wie gehe ich damit um?
Da müssen wir mal erweitern vielleicht.
Aber was man dann bekommt, ist ja eigentlich wie so ein echter,
sagen wir mal, emotionaler Preis.
Der entsteht, weil ich sehe dann vielleicht Vorteile im Heute,
die ich nicht mitnehmen kann, auf die ich verzichten muss.
Und ich sehe vielleicht Konsequenzen, die, wenn sie eintreten,
ich sie einfach hinnehmen muss.
Ich kann da gar nichts tun.
Da muss ich emotional mit leben, dass das passiert.
Und dann habe ich da so einen emotionalen Preis dran.
Bin ich bereit, das so zu tun und diese Dinge in Kauf zu nehmen
und kann dann eine ganz gute Entscheidung treffen.
Rein systemisch.
Würde ich aber sagen, gibt es normalerweise einen Weg,
der auch so von den Systemgesetzen, mit denen wir hier arbeiten,
der wirklich saubere Weg jetzt wäre.
Aus meiner Sicht, kannst du ja gleich dein Veto einlegen,
aus meiner Sicht wäre der wirklich saubere Weg,
die Affäre zu beenden, dem Partner davon zu erzählen
und dann mit dem Partner zu versuchen, die Beziehung zu retten
oder sauber zu trennen, um dann zu gucken,
wenn man sich davon gelöst hat,
und da, wenn man sich trennt,
erstmal alles, was so dann drumherum auch zu tun ist,
wenn das alles soweit erledigt ist, abgearbeitet ist,
dann zu gucken, ob die Person, mit der man die Affäre hatte,
für eine neue Beziehung dann die richtige Person ist
oder sich was Neues formt.
Aber Systemgesetze zum Beispiel früher vor später einhalten,
der Partner war zuerst da.
Das heißt, der Partner sollte auch die Chance bekommen,
dass man mit dem Partner, der man mit dem Partner hat,
mit dem das aufarbeitet und so weiter.
Deswegen ist das eigentlich der Weg,
der auch zukünftig aus meiner Perspektive
die größte Sicherheit bietet, dass man nichts bereut.
Weil das ist immer, dann bleibt so eine Frage übrig.
Also an und an, man würde sich jetzt einfach vom Partner trennen
und die Affäre fortführen als neue Beziehung,
dann ist die Gefahr da, dass die Frage immer übrig bleibt,
hätte ich die Beziehung retten können?
Wäre das doch mit meinem Partner möglich,
die Wunschbeziehung zu leben?
Und gerade auch, wenn Kinder da sind,
auch von den Kindern können natürlich auch diese Fragen irgendwann kommen.
Warum habt ihr es nicht nochmal versucht?
Habt ihr eine Paartherapie gemacht?
Habt ihr in der Tiefe reflektiert?
Und das sind so Fragen, wenn ich da diesen sauberen Weg
jetzt in Anführungsstrichen da rausgegangen bin,
dann kann ich die alle mit entsprechender Haltung beantworten
und habe eine Sicherheit drin.
Und wenn nicht, dann ist so, ja, vielleicht, weiß auch nicht.
Nee, haben wir halt nicht gemacht, ja.
Habe ich gerade gestern was zu gelesen,
wo du gerade saubere Trennung sagst.
Es gab ja, oder ja, gab, muss man sagen,
den Affärenfall bei dem Coldplay-Konzert.
Und da habe ich ein Interview mit der Frau gelesen,
die fremdgegangen ist, wie jetzt so der Stand ist,
wurde sie nochmal gefragt.
Die haben ja beide dann beruflich Konsequenzen gezogen und so weiter.
Du meinst, wo die beiden im Publikum gezeigt worden sind?
Genau.
Der CEO mit der Frau.
Genau, der klassische Freund.
Genau, und sie sagt, die schlimmste negative Konsequenz daraus,
also die haben wohl gerade den Kontakt abgebrochen,
ist jetzt auch egal in dem Fall,
aber die schlimmste negative Konsequenz ist,
dass ihre beiden Kinder jetzt in Therapie sind.
Und sie hat gesagt, das hätte sie anders lösen müssen.
Also sie war wohl schon vorher mit ihrem Mann getrennt,
aber das weiß man jetzt nicht genau.
Es war jetzt nicht so die klassische Affäre,
aber der Mann war wohl auch mit im Stadion,
mit einer anderen Begleitung.
Auch eine krasse Sache, wenn man bedenkt,
der hat das eigentlich auch vor Ort noch miterlebt,
der Ex-Mann.
Aber trotzdem sagte sie dann im Interview,
wo wir selber früher vor später sind und so weiter,
dass sie sich anders hätte in der Reihenfolge,
wie sie da vorgehen hätten müssen.
Sie hätte mit ihrem Mann darüber sprechen müssen erst,
denen das mitteilen müssen
und dann mit den Kindern darüber sprechen müssen.
Kindgerecht natürlich, aber die abholen müssen.
Weil so haben die Kinder das natürlich aus den Medien erfahren
und die hat das psychisch sehr stark mitgenommen,
sodass beide jetzt gerade in Therapie sind.
Ja, weil normalerweise ist das ein Thema,
was außerhalb der Partnerschaft an niemanden herangetragen wird,
was auch sinnvoll ist, weil wir eben dazu neigen,
so sehr hart über Affären zu urteilen.
Wir kennen die Vorgeschichte nicht.
Wir sehen häufig im Außen recht harmonische Paare um uns herum
und wir neigen dann sehr zu einem Täter-Opfer-Denken.
Und das ist im Familienkreis nicht gut und nicht förderlich,
im Freundes-Bekannten-Kreis nicht gut und nicht förderlich
und auch für die Kinder, die da sind,
für die Kinder ist das gar nicht wichtig und nicht greifbar.
Das reicht, das zu wissen, dass vielleicht dann die Eltern eine Krise haben
oder dass die gerade sich nicht ganz wohl miteinander fühlen,
aber die brauchen die ganzen Details nicht.
Aber in so einem Fall hast du natürlich sofort alle voll mit einbezogen
und du kannst es nicht mehr abpuffern.
Das heißt, der letzte Schritt ist, eine Entscheidung zu treffen,
wenn man den Öko-Check durchgeführt hat
und je nach getroffener Entscheidung auch dann die nächsten Schritte
wirklich zu gehen, also aktiv ins Handeln zu kommen
und das im besten Fall dann auch sozusagen
zeitnah wie möglich.
Denn wenn man so eine Entscheidung trifft,
dann hat man eine Halbwertszeit in der Motivation,
diese umzusetzen, weil in der Umsetzung
dann natürlich die ganzen Gefühle und Themen alle kommen,
mit denen man sich beschäftigt hat.
Das heißt, da ist dann nochmal so ein innerer Schweinehund,
der die ganze Zeit sagt, vielleicht doch nicht,
gibt es andere Möglichkeiten und so weiter.
Je länger man wartet, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit,
dass diese Entscheidung im Sande verläuft
und die Entscheidung dann auch so ein bisschen
keine Aktion darauf folgt.
Oder, dass die Entscheidung einem abgenommen wird,
dass das rauskommt und man das selber nicht dem anderen übermitteln konnte.
Klingt nie aufrichtig, wenn das auffliegt und man sagt,
ich wollte es dir sowieso morgen sagen.
Ja.
Wird leider nie jemand glauben, selbst wenn es die Wahrheit ist.
Deswegen proaktiv aussprechen.
Und man muss sagen, es vereinfacht den Lösungsprozess später.
Also, welche Kriterien sind da?
gibt es, damit sich eine Affäre
wahrscheinlicher
als Paar verarbeiten lässt,
wenn das ausgesprochen wird und nicht auffliegt,
wenn man in den Fakten transparent ist
und keine Salami-Taktik anwendet,
also auch wenn es auffliegt,
dann, also
wenn du eine Affäre hast und dein Partner
spricht dich an und sagt, hey, ich glaube, da stimmt was
nicht, dann raus
damit und dann auch die Faktenlage
und nicht, ja, ich schreibe
dann nur mit dir.
Oder ich schreibe nur mit ihm ein bisschen, seit drei Monaten,
das geht ein bisschen zu weit. Und dann findet
sie nächste Indizien, oder er,
und dann heißt es, ja, stimmt, wir haben uns auch ein paar Mal getroffen.
Also das ist fürs
Vertrauen später so schwer,
weil dann, wenn das zwei, dreimal vorkommt,
dann entsteht die Frage,
was denn noch? Ja, dann bist du
fertig mit der Wahrheit, ne? Ja.
Also sag doch proaktiv,
was es ist. Also das ist ganz wichtig,
dass das erhöht die Wahrscheinlichkeit,
selbst aussprechen,
die Fakten
korrekt darstellen, intime
Details werden nicht gebraucht, das hilft,
niemandem, wenn man weiß, in welcher Stellung
irgendwas passiert ist und so weiter, alles irrelevant,
aber die Faktenlage, wie lange,
wie oft getroffen,
was ist grundsätzlich passiert,
geschrieben, geküsst, Sex
gehabt miteinander, im Urlaub gewesen,
solche Dinge, die Faktenlage
gehört schon hin und dann
komplett transparent und
nicht in Salamitaktik, denn das
zahlt sehr, sehr negativ zusätzlich
auf das Vertrauen ein. Und dann
natürlich ist klar, dass der Rat von uns kommt,
aber es ist wichtig,
sich Hilfe zu holen. Also kaum ein Mensch
hat natürlich Erfahrung
mit einer Affäre in der
Verarbeitung und
es ist einfach auch komplex, weil beide Menschen ja
emotional stark beteiligt sind
und da tut es unwahrscheinlich gut und das
wird ja auch immer wieder in der Paartherapie bei uns
berichtet. Gerade heute Morgen hatte ich ein Coaching,
da war es auch so, dass gesagt worden ist, einfach, dass
eine dritte unabhängige Person
emotional unabhängig, niemand aus
der Familie, der auf einer Seite ist, kein Freund
oder Freundin, die das natürlich auch nur
gut meint, sondern jemand, der Erfahrung hat,
der schon vielen Paaren geholfen
hat einfach und weiß, welche Werkzeuge jetzt
helfen, wirklich dabei
sitzt und das Gespräch und den Rahmen gibt,
um nicht noch
weiter sich zu verletzen, sondern
mal voranzukommen. Weil dann wird
natürlich nochmal Klarheit gebraucht,
weil dann hat die andere Person ja auch
eine Meinung dazu. Und wenn dann
Kinder dabei sind, ist es auch wichtig,
dann das Thema anzugehen
und eine Entscheidung zu treffen.
Weil wenn Eltern in der Krise sind, sind Kinder immer
mit in der Krise. Ich hatte gerade als
zwei Kennenlerngespräche, wo beide
Male eine Affäre aufgeflogen ist. Das eine
war sehr akut, das andere war schon
eine Weile her. Und die hatten gute Fortschritte
gemacht, für sich alleine
tatsächlich. Und dann sind aber
weitere Affären und Fremdkind, die noch davor
waren, rausgekommen. Und dann
merkten sie, dass es jetzt schwierig wird,
das hinzubekommen. Und
dass diese Flashbacks und
Kopfkino und so immer stärker wird. Also
sie haben es wohl einigermaßen hinbekommen,
den einen Teil zu verdrängen, aber
jetzt ist es zu viel geworden.
Und ich habe das erste Mal im Erstgespräch
die Frage bekommen, ob denn
der Fall sozusagen
schlimm genug ist,
damit man bei uns eine Paartherapie macht.
Also ob sich das überhaupt lohnen würde.
Und das hat noch nie jemand gefragt
eigentlich. Also eigentlich fragen immer alle,
glaubt ihr, ihr könnt uns helfen, wir sind so ein
komplexer Fall und so weiter.
Weil das für die meisten ganz komplex vorkommt.
Da habe ich das erste Mal gefragt, ob das
ausreicht. Da habe ich auch erzählt,
also wenn das bei uns passieren würde,
beziehungsweise ich würde sagen, bei jedem
vernünftigen, professionellen
Coach und Therapeuten,
der würde, wenn sowas passiert,
sich sofort selbst einen Coach oder Therapeuten
mit dazu holen. Und würde sofort sagen,
das lassen wir begleiten, obwohl
man das ganze Wissen hat, obwohl
man die Erfahrung hat, wir haben 800
Affären inzwischen begleitet,
oder 800 Paare, wo eine Affäre mit
teil war, würde man
trotzdem das machen, weil in der eigenen
Emotionalität, in der eigenen
Befangenheit heraus, kann man das
gar nicht gut lösen. Deswegen ist das ja so ein
großer Aspekt unserer Ausbildung gewesen,
dass man lernt, nicht in die
Befangenheit zu rutschen, beziehungsweise
seine eigenen Themen so intensiv
klärt, dass man möglichst nicht
in eine Befangenheit kommt, weil man
ansonsten nicht mehr begleiten kann,
wenn man im Gefühl mit drin hängt.
Und das ist ja auch unser Job und das machen wir ja auch
regelmäßig, dass wir bei Themen, die allgemein
bei uns im Leben auftreten, sei es in der
Partnerschaft, aber auch ganz individuell,
dass wir uns da jemanden
an die Seite holen, der
die Themen mit uns durchgeht oder
uns da begleitet. Wenn ich
mich daran erinnere, vor drei Jahren, als mein Vater
verstorben ist, war das auch so, dass
ich mir da vom
Hanseatischen Institut jemanden geholt
habe, der mit mir ein bisschen gesprochen hat
und dann die Verarbeitung nochmal gegangen ist,
weil das sonst ein Thema wäre,
das wüsste ich, was mich sonst dauerhaft im
Coaching antriggert. Wenn sofort jemand erzählt,
dass die Eltern gestorben sind oder der Vater oder die
Mutter, dann wird bei mir wie so ein Pflaster
immer wieder aufgerissen. Ich kann nicht gut
begleiten und das wäre
auch das eigene Leid,
ich werde dann immer so groß. Und da ist
es wichtig, dass man sich da jemanden holt, der
das professionell begleitet.
Ja, wir begleiten ja mehrere Wege.
Wir begleiten ja dann die Paare,
die das verarbeiten wollen. Wir haben
aber auch immer wieder Einzelpersonen, die zu uns
kommen, die genau an diesem Punkt stehen,
über den wir heute gesprochen haben.
Ich weiß nicht, wie ich mich entscheiden soll.
Ich weiß nicht, was ich tun soll.
Und wo wir dann
meistens erst zwei, drei Termine, die man
gemeinsam macht, wo es dann dahin führt,
dass man diese Klarheit bekommt und den Weg sieht,
und je nachdem, was
daraus entsteht, kann das passieren, dass man
danach eben auch mit dem Paar weiter
arbeitet. Und da ist bei uns natürlich der große
Vorteil, dass wir mehrere Therapeuten
im Team sind, denn da gibt es normalerweise einen
Therapeutenwechsel. Denn das
ist dann meistens für die Frau
oder den Mann, der jetzt dann quasi dazukommt,
unstimmig, zu dem gleichen Therapeuten zu gehen,
der dann einzeln den anderen
betreut hat. Da könnte ja eine gewisse
Parteilichkeit bestehen, auf jeden Fall Vorwissen
und so weiter. Aber man kann mit der gleichen
Methodik weiterarbeiten. Und das ist das
Schöne, denn man wechselt den Coach, der dann das Paar betreut
und kann dann mit der gleichen
Methodik weiterarbeiten.
Ja, wir freuen uns, dass ihr in dieser Folge dabei wart.
Wir hoffen, ihr habt einige spannende
Impulse für euch mitgenommen und könnt
dann jetzt damit eine bessere Entscheidung treffen.
Den Öko-Check und einige andere
wertvolle Tools findet ihr
bei uns im kostenfreien Videokurs.
Den Link habt ihr in den Shownotes oder findet den Kurs
auch bei uns auf der Website. Und solltet ihr
alleine da nicht mehr weiterkommen, dann fühlt
euch eingeladen, euch bei uns fürs Erstgespräch
zu melden. Und wir schauen dann gemeinsam,
wie wir euch optimal unterstützen können
mit unserer Erfahrung aus mehr als
800 Paaren mit Affären,
die wir begleitet haben. Bis dann!
Bis bald!
Podcast Summary
Key Points:
Eine Affäre ist zwar der Auslöser für eine Beziehungskrise, doch die zugrundeliegende Krise existiert bereits vorher.
Die Angst vor Verurteilung, Wut oder einer familiären Konfrontation ist bei der Entscheidung, ob die Affäre zu offenbaren, besonders groß.
Die persönliche Entwicklung und die Wunschbeziehung spielen eine zentrale Rolle bei der Analyse der Beziehungskräfte und der Gründe für die Affäre.
Der Öko-Check hilft, das Gute am Moment, die notwendigen Veränderungen und die negativen Folgen abzubilden, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.
Eine saubere Trennung und transparente Kommunikation sind entscheidend, um das Vertrauen zu erhalten und die Kinder und andere Familienmitglieder nicht zu belasten.
Die Entscheidung ist nicht nur ein emotionales, sondern ein systemisches und reflektives Prozess, der mit Unterstützung eines unabhängigen Fachpersons erfolgt.
Affären sind oft das Ergebnis verletzter Bedürfnisse und fehlender Kommunikation, nicht eine reine moralische Abweichung.
Die Wirkung einer Affäre auf Kinder und die Familie ist gravierend, weshalb eine klare, frühe und transparente Entscheidung notwendig ist.
Summary:
Eine Affäre ist oft nicht der Auslöscher einer Beziehungskrise, sondern das sichtbare Zeichen einer bereits bestehenden Krise, die sich in mangelnden Kommunikation, unerfüllten Bedürfnissen und Verletzungen manifestiert. Die Entscheidung, ob und wie man die Affäre offenbart, wird durch tiefe emotionale Angst vor Verurteilung, Familienkonflikten und der Wirkung auf Kinder geprägt. Ein wichtiger Schritt ist die Reflektion des eigenen Lebensgeschichts und die Beobachtung von Momenten, in denen die Beziehung glücklich war, um das Fundament zu verstehen.
Ein effektives Werkzeug ist der Öko-Check, der das Gute am Moment, die notwendigen Änderungen und die negativen Folgen analysiert. Eine saubere und transparente Kommunikation, unterstützt durch ein unabhängiges Fachpersonal, ist entscheidend, um Vertrauen aufzubauen und die Belastung für Kinder und Familie zu reduzieren. Die Entscheidung ist nicht nur emotional, sondern systematisch und erfordert Zeit, Reflexion und professionelle Begleitung.
Da 800 Paare mit Affären bereits behandelt wurden, ist die Erfahrung ausreichend, um aufkommende Fragen und Bedenken zu beantworten. Der Weg zur Entscheidung ist daher klar: reflektieren, analysieren, kommunizieren und handeln – nicht nur für eine Lösung, sondern für langfristige Sicherheit und Wiederherstellung der Beziehung oder des Lebens.
FAQs
Die Entscheidung, ob man von einer Affäre erzählt, hängt von individuellen Faktoren ab, wie die Beziehung, die Kinder und die Angst vor Reaktionen. Es ist wichtig, die eigene Reflektion und die Gefühle zu berücksichtigen.
Eine Affäre zeigt meist nicht die Ursache, sondern spiegelt eine bestehende Krise wider, wie Kommunikationsprobleme, unerfüllte Bedürfnisse oder Mangelgefühle, die vorher bereits bestanden haben.
Man kann die Angst durch Selbstreflexion und klare Gespräche mit dem Partner reduzieren. Es hilft, die eigene Rolle und die Gefühle zu verstehen, bevor man eine Entscheidung trifft.
Der Öko-Check hilft, das Gute am Moment, die notwendigen Veränderungen, die negativen Konsequenzen und die Prävention dieser zu überlegen, um eine fundierte und emotionale Entscheidung zu treffen.
Ja, wenn Kinder von der Affäre erfahren, ohne dass sie entsprechend berücksichtigt werden, können sie psychisch belastet sein. Es ist wichtig, das Thema kindgerecht und transparent zu behandeln.
In späteren Lebensphasen sind Beziehungen länger und stabilisiert, sodass eine Trennung emotional und sozial komplexer ist. Die Investitionen in gemeinsame Lebenssituationen machen die Entscheidung schwerer.
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