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Affäre aufgeflogen: Akuthilfe für Menschen, die untreu waren

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Affäre aufgeflogen: Akuthilfe für Menschen, die untreu waren

Wenn eine Affäre aufgeflogen ist, entsteht für beide Partner eine tiefgreifende emotionale Krise. Derjenige, der betrogen wurde, erlebt unvorhersehbare Schmerz, Wut und Angst, während derjenige, der fremdgegangen ist, mit Schuldgefühlen, Reue und dem Verlust seines eigenen Werts konfrontiert wird. Die Situation wird durch ein tiefes Mangelgefühl ausgelöst, das in der Vergangenheit verdrängt wurde. Beide Seiten versuchen oft, durch Verdrängung, Geschenke oder Geotracking das Thema zu minimieren, was jedoch die Verletzungen nur verschärft. Wichtige Faktoren wie die Identität des anderen, Trefforte oder Details aus der Affäre können zu intensiven Flashbacks und Traumata führen. Klarheit fehlt häufig, und die Beziehung ist oft in einem Zustand der Unsicherheit und Hilflosigkeit. Eine echte Heilung erfordert jedoch eine tiefe Reflexion der eigenen Werte und Mangelgefühle, gemeinsame Verantwortung und eine konkrete, langfristige Vision für eine erfüllende Beziehung. Professionelle Unterstützung hilft, die emotionale Tiefe zu durchdringen und die Beziehung nachhaltig zu stabilisieren. Die meisten Paare, die bei dem Coaching sind, haben bereits eine langjährige Beziehung mit tiefen Bindungen, wodurch die Krise besonders gravierend ist. Es ist entscheidend, dass beide Seiten dem Prozess Raum geben und gemeinsam den Weg zu einer ganz anderen Beziehung finden.

Transcription

8585 Words, 51374 Characters

German
So, kommen wir zum zweiten Teil, nachdem letzte Woche wir den ersten Teil dazu veröffentlicht haben, zur Akuthilfe, was macht man, wenn eine Affäre aufgeflogen ist, das gilt natürlich genauso fürs Fremdgehen und beim letzten Mal haben wir uns darum gekümmert, was kann denn derjenige machen, den es quasi getroffen hat, der sagt, mein Partner, meine Partnerin ist fremdgegangen, nun wollen wir aber auch mal schauen, wie geht denn derjenige damit um, dessen Affäre aufgeflogen ist, denn auch da ist es so, dass normalerweise jetzt ein extremer Ausnahmezustand eintritt, natürlich hat man immer mehr Mitgefühl, wenn man so dran denkt, für denjenigen, der jetzt erfahren hat, dass der Partner die Partnerin in einer Affäre war, aber typischerweise, so ist unsere Erfahrung, mit den Paaren, die zu uns ins Coaching kommen, geht es dem anderen auch sehr schlecht. Willkommen im Podcast der Lebensidealisten, mein Name ist Florian. Ich bin Ida. Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein in eine glückliche und harmonische Beziehung. Wenn eine Affäre aufgeflogen ist, dann kommt der Betrug der letzten Wochen oder Monate. Oder manchmal sogar auch Jahre zum Vorschein. Und wie du eben schon sagtest, betrifft das immer beide Seiten, auch wenn man natürlich sagen kann, dass für die Person, die das erfährt, es natürlich eine stärkere Verletzung ist, weil ja auch noch dieser Überraschungsmoment da ist, man ist nicht darauf vorbereitet, die Person, die sich entscheidet dazu, eine Affäre anzufangen, da ist das Wissen darüber ja schon da. Dennoch gibt es da ja auch Gefühle und Ängste vor allen Dingen, die in dem Moment entstehen, wenn es dazu kommt. Ja, weil häufig ist es ja so, dass derjenige, der sich in einer Affäre befindet, sich so eine richtige innerliche Parallelwelt aufbaut und eigentlich diese beiden Welten sehr stark voneinander versucht zu trennen oder sehr stark verdrängt hat, dass er ja mit dieser Affäre eben seine Frau, seinen Mann verletzen wird. Und dieses, was da an Verletzungen wohl sein wird. Das ist dann eben sehr stark verdrängt und ausgeblendet und jetzt auf einmal ist das voll da. Und diese Parallelwelten, die kommen auf einmal zusammen, die Blase, in der man sich vielleicht befunden hat, die platzt und jetzt muss man sich mit diesen ganzen Gefühlen, die man die ganze Zeit verdrängt hat und natürlich auch seinem eigenen Mangelgefühl, warum man sich überhaupt darauf eingelassen hat, auseinandersetzen. Und in dem Moment, wo es aber ja ein Thema wird, weiß man ja aber. Jetzt wird eine wirklich schwierige Phase in der Beziehung entstehen. Jetzt gibt es ganz viel Gefühle, ganz viel Erklärung, ganz viel Wut ja auch. Also man weiß ja in dem Moment, wenn eine Affäre zum Vorschein kommt, also aufgedeckt wird, boah, jetzt brennt die Hütte, jetzt wird es richtig schwierig. Und wir haben natürlich an der Stelle vielleicht viele Glaubenssätze, die wir schon mal durch andere erfahren haben. Vielleicht kennt man jemanden, der fremdgegangen ist, der eine Affäre hatte. Oder die Beziehung kaputt gegangen ist danach. Vielleicht ist es so, dass man sich darüber ja auch schon in der Partnerschaft ausgetauscht hat. So in der Kennenlernphase. Wie ist das denn bei beiden mit den Glaubenssätzen zur Treue? Und dann hat vielleicht der andere gesagt, also bei mir wäre das ein sofortiger Trennungsgrund. Das würde ich niemals akzeptieren. Oder auch wurde über andere so geurteilt, dass man das vielleicht mal in einem Film gesehen hat und so weiter. Hat dann kurz darüber gesprochen oder gemerkt, wie die Partnerin oder der Partner das extrem verursacht. Beurteilt, was da passiert. Und wirklich sehr, vielleicht sogar denjenigen da im Film beschimpft und sagt, Mensch, wie kann man nur so handeln? Ich hätte da niemals Verständnis für. Der muss doch mal an die Kinder denken und so weiter. Und das kommt jetzt alles zum Vorschein, dass ich ja gefühlt weiß, wie der andere darüber denkt. Aber häufig ist es dann doch, wenn es einem selber passiert, eben nochmal ganz anders, als viele sich das vorstellen. Die meisten. Die meisten. Die meisten. Die meisten, die bei uns sind, haben vorher gesagt, das würden wir nicht verzeihen. Und auf einmal sitzt man dann doch ja bei uns und versucht zu schauen, ob man die Beziehung doch noch retten kann. Und bei vielen geht es dann auch darum, Klarheit zu finden. Weil die fehlt in dem Moment meistens. Also man würde sich ja denken, wenn so etwas rauskommt, dass man dann ja schon eine Klarheit haben muss. Möchte man an der Ehe oder an der Beziehung festhalten? Möchte man die Affäre weiterführen? Da muss ja irgendwie jetzt ein Schluss da sein. Aber so ist es häufig nicht. Und das macht auch sehr häufig wieder eine Verletzung, dass halt keine Klarheit da ist. Das heißt, so ganz viele unterschiedliche Gefühle, Gedanken, die sich im Kreis drehen und man selber auch von sich häufig enttäuscht ist. Also viele Menschen erzählen im Coaching immer, ich bin auch selbst verletzt, dass ich so etwas gemacht habe. Also von mir selber so enttäuscht als Mensch. Ich hätte mir das selber gar nicht zugetraut, dass ich so etwas machen könnte. Weil oftmals dann ja auch häufig die Rückmeldung relativ schnell. Von anderen kommt, also natürlich von einem anderen Beziehungspartner, aber auch von Eltern vielleicht, die das wissen oder Freunden, dass die sagen, ja, die hätte ich das gar nicht zugetraut. Und das macht ja was mit einem. Also dass dieses eigene Fundament selber, obwohl man es ja getan hat, auch erschüttert ist. Wenn man das überhaupt Freunden und Familie erzählt. Natürlich. Bei sehr vielen bleibt das auch wirklich innerhalb der Beziehung, weil da eben auch sehr viel Schamgefühl dann bei beiden dahinter steckt. Die eine oder der andere ist dann. Der, die betrogene. Das möchte man ungern sein, so nach außen hin. Weil das für viele ja auch was mit dem eigenen Wert manchmal zu tun hat. Manche beziehen das ja auf die Identitätsebene und sagen, oh, ich bin anscheinend nicht wertvoll genug, dass man mich nicht betrügt. Auf der anderen Seite ist das so, dass derjenige, der in der Affäre war, ja auch, wie du schon sagtest, vorher mal wahrscheinlich mit absoluter Ehrlichkeit gesagt hat, ein Wert von mir ist Treue. Mhm. Eben seinen Wert selber verletzt. Dafür hat er Dinge ausgeblendet, um das tun zu können. Aber in dem Moment, wo eben, wie ich schon sagte, diese Blase platzt, wird einem das alles schlagartig bewusst. Und auch hier ist dann eben eine extrem angespannte Situation nun für diese Person entstanden, wo man schauen muss, wie kann man jetzt so handeln, dass man diese extremen Situationen nun so gut wie möglich überwinden kann. An dieser Stelle nochmal kurz der Hinweis. Dass das Teil 2 ist. In dieser Folge geht es darum, wie kannst du dich verhalten, wenn deine Affäre aufgeflogen ist. In der letzten Woche haben wir bereits darüber gesprochen, wie sich derjenige gut verhalten kann, der durch die Affäre verletzt wurde. Sodass jeder für sich eine Folge hat, um nun zu schauen, wie man optimal durch diese Phase am Anfang durchkommt. Denn diese ist sehr kritisch und viele sind sehr hin und her gerissen, was sie tun sollten. Denn meistens hat glücklicherweise. Keine Erfahrung damit, wie man jetzt mit so einer Situation umgehen soll. Ein Gefühl, was ja sehr präsent ist bei der Person, die eine Affäre in Fremdgehen hatte, ist ja ein tiefes Gefühl von Schuld und Reue. Also, dass man merkt, man hat von den Werten her eine Grenze überschritten. Man hat ja meistens in einer Beziehung den Wert Treue und Ehrlichkeit festgelegt. Und das ist der Person auch bewusst. Auch wenn man sagen kann. Dass sehr viele, wenn die Affäre oder das Fremdgehen hervorkommt, es auch abstreiten im ersten Moment. So ist trotzdem ein Bewusstsein da, dass das, was man getan hat, nicht gut war. Man will natürlich nicht, dass diese Welten sich jetzt vermischen und versuchen, das irgendwie abzugrenzen, um genau das, was man befürchtet, nicht hervorkommen zu lassen. Vielleicht sollten wir noch kurz abgrenzen, über wen wir gerade so ungefähr sprechen. Denn vielleicht ist in einigen schon so dieses Gefühl, wenn man das so hört. Jetzt sagt sie, Schuld und Reue, das kann ich mir nicht vorstellen. Das trifft doch nicht auf jeden zu. Jetzt müssen wir schauen, wen meinen wir denn? Bei uns sind ja typischerweise Paare in den 30ern, 40ern, manchmal 50er auf jeden Fall. Paare, wo ein Fremdgehen, eine Affäre aufgeflogen ist, die bei uns sind, ist normalerweise ein familiäres Setting. Beide sind lange Zeit zusammen, meistens verheiratet, haben ein bis drei Kinder. Also, es ist ja so dieses typische Setting. Heißt, man hat als Paar sich schon richtig was aufgebaut zusammen und man ist eigentlich in einer tiefen Verbundenheit. Es gab normalerweise vorher, bevor das passiert ist, immer eine Phase, wo es kriselte, wo was nicht so gut war, aber womit man nicht so richtig umgehen konnte und da keine richtige Lösung für gefunden hat. Was eben meistens die Phase ist, die auch dann verursacht, dass man dafür überhaupt offen geworden ist. Und das ist normalerweise so das Setting, wenn jemand zu uns kommt. Das heißt, wir haben eher nicht jetzt den 20-Jährigen bei uns, der in der Disco zu viel Alkohol getrunken hat und mit irgendwem anderen in der Kiste gelandet ist. Das ist eher nicht damit gemeint. Und wir haben typischerweise eben auch nicht die Menschen bei uns sitzen, wo die Beziehung inzwischen, sag ich mal, so scheißegal geworden ist, dass man sagt, es ist mir eh egal. Ich kann jetzt die Affäre machen, ob das rauskommt oder nicht, ist mir egal. Wenn es rauskommt, ist vielleicht sogar gut, dann trennt sich das Ding endlich. Die haben wir auch nicht bei uns sitzen, sondern eher wirklich Menschen, die. von sich selbst überrascht sind, dass sie reingeraten sind und selber auch so, dass das von sich eher so sagen, ich bin da so reingeschlittert, so reingeraten. Wir haben auch seltenst Menschen, die das geplant haben, also die es gesucht haben. Das ist bei vielen per Zufall entstanden und darüber, dass man erstmal so vielleicht ins Schreiben gekommen ist, einen guten Austausch hatte und einen guten Draht zueinander hatte. Wir haben jetzt ganz selten, dass jemand ins Bordell gegangen ist, dass jemand sich auf so einer Plattform gezielt angemeldet hat und gesagt hat, da suche ich jetzt gezielt auf einer Plattform eine Affäre. Das sind alles Dinge, die wir ganz, ganz selten im Coaching haben. Typischerweise ist es halt so etwas wie jemand hat bei der Arbeit durch Feiern, durch Meetings Kontakt zu anderen Personen aufgenommen. Es gab erst Endgespräche über die Arbeit und dann ist da was Intensiveres entstanden. Man hat sich auch mal private Sachen unterhalten. Dann gab es die Weihnachtsfeier ja, dann kam vielleicht der Alkohol dazu. So etwas in die Richtung und dann ist da was entstanden. Also es sind immer eigentlich Personen, die im näheren Umfeld sind, also die irgendwie sozial zu einem eingebunden sind. Sei es durch Arbeit, Freundesbekanntenkreis, Nachbarschaft, Eltern von Kindern aus dem Bekanntenkreis. Das sind so die Menschen, die einfach so auch mit einem in Kontakt sind. Wenn man das so abstrakt rachtet, dann würde man sagen, wir haben eigentlich immer ein Setting, es gibt eine langjährige Beziehung, die in eine kriselnde Phase kommt. Es entstehen Mangelgefühle und irgendwann ist das Mangelgefühl in einem bestimmten Bereich so groß und das ist auch gar nicht so oft, wie man denkt, das Sexuelle. Häufig geht es um Anerkennung, Wertschätzung erstmal, respektiert werden, um die Sprachen der Liebe und der Mangel wird irgendwann so groß, dass man offener in der Lichter verwirrt, das aber gar nicht so merkt. Aber dann füllt jemand diesen Mangel aus, wie so ein Puzzlestück. Das kann bei der Arbeit sein, jemand lobt einen für die gute Arbeit, damit kann das losgehen. Die Kollegin sagt, Mensch, hast tolle Arbeit gemacht und so weiter und denkst so, cool, die Kollegin sieht das, meine Frau zu Hause nicht. Damit geht das dann los und dann sagt man der auch, dass sie gute Arbeit gemacht hat und dann bringt sie einem mal eine Tafel Schokolade mit und denkst so, cool, die denkt, hier habe ich zwischendurch und irgendwie entwickelt sich was, dann schreibt man zwischendurch für die Arbeit und sagt, Mensch, ich bin morgen, ich bin krank, kannst du morgen übernehmen oder was auch immer und irgendwann schreibt man, ach so, ja, du bist krank, was hast du denn genau und wie geht's dir denn und ich fühle mich gerade auch nicht so gut und zack, geht's irgendwie los und dann ist man in dem privaten Schreiben drin und irgendwann entwickelt sich das. Das ist so der typische Verlauf, den wir sehr häufig hören. Aber kommen wir zurück zu den Gefühlen und was da so passiert, denn das Nächste, was die meisten ja sehr betrifft, ist Angst vor möglichen Konsequenzen. Ja, da steht ja auch viel auf dem Spiel, muss man ja auch sagen, gerade wenn man sich zusammen was aufgebaut hat und das merken wir auch, wenn die Paare sich bei uns melden, die diese Herausforderung mitbringen, dass gesagt wird, es bricht mein ganzes Leben gerade auseinander. Also natürlich ist das schwierig, was die Beziehung angeht, aber da sind gar nicht selten ja auch noch weitere Personen mit im System, da sind noch kleine Leute, die auch noch da leben und die auch Bedürfnisse haben und dann sind natürlich die Ängste auch so, was haben wir uns alles aufgebaut? Also wir leben hier in einem schönen Haus, in einer schönen Wohnung, wir haben Freundes-Bekannten-Kreis, fahren zum Urlaub, also das fällt einem dann häufig auf, dass man sagt, oh Gott, was steht jetzt hier alles auf dem Spiel? Ganz häufig fällt auch der Satz, wenn Freunde und Bekannte das wüssten, dass uns das passiert ist, die würden damit nie rechnen. Also, dass dieses Perfekte nach außen wirklich auch so dargestellt worden ist und man selber denn sozusagen durch so ein, das Verhalten, was man gezeigt hat, vor einmal so wie ein Zuschauer auf seine Beziehung schaut und sagt, krass, was ist da überhaupt passiert? Also ganz für Unsicherheit und da natürlich auch Zukunftsängste entstehen. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie es jetzt weitergehen kann, da ist ganz viel Wut vielleicht von der anderen Seite und Traurigkeit, man ist selber mit seinem Gefühl und mit dem Gefühl der anderen Person überfordert und denkt so, wie soll das alles überhaupt weitergehen? Ganz viele lassen sich auch krank schreiben in dem Moment. Sie sagen, ich kann nicht mehr schlafen, ich kann nicht mehr essen. Ich schaffe das gerade noch irgendwie, meine Kinder hier zu versorgen und die zum Kindergarten und zur Schule zu bringen, aber eigentlich vegetiere ich nur vor mich hin und wir drehen uns hier in nächtlichen Gesprächen immer weiter und weiter und kommen zu keiner Lösung und es ist ein Mix aus, soll ich jetzt meine Tasche packen und ins Hotel gehen oder zu Eltern gehen oder kann ich hier bleiben? Also das ist Ausnahmezustand. Was ja auch zeigt, dass so die Beziehung und das Leben, was man sich so aufgebaut hat, dass das ja auch sehr viele positive Aspekte hat, die man gern hat und die man auch mag. Ansonsten hätte man sich ja auch einfach sauber trennen können und hätte sich dann eine neue Person gesucht, aber da es so viele Aspekte gibt in der Beziehung, im Setting insgesamt, die man gerne mag, hat man das eben nicht beendet und häufig liegt dem ja eine Hilflosigkeit zugrunde. Wenn ich jetzt wüsste, wie ich die Beziehung wieder in eine erfüllende Richtung bekäme, dann würde ich es ja tun, vielleicht habe ich auch schon häufiger ausgesprochen, dass ich mit bestimmten Bereichen nicht so glücklich bin, aber es liegt meistens eine gewisse Hilflosigkeit hier zugrunde, die Beziehung erfüllend zu gestalten, weil das kann ich ja nicht alleine erreichen, das kann man ja immer nur zu zweit erreichen. Und dann natürlich auch die Frage, wenn jetzt die Affäre oder das Fremdgehen bei der Arbeit passiert ist, man selber muss ja auch dann zeitnah wieder zur Arbeit gehen, also auch so eine berufliche Angst, was für Konsequenzen zieht das beruflich mit sich, verlangt ja häufig auch der Partner oder die Partnerin, dass es auch eine berufliche Veränderung gibt, wenn man der Beziehung noch eine Chance gibt, also das ist ja auch eine große Herausforderung zu sagen, okay, wie kriege ich das hin? Ich erinnere mich immer noch gerne an Lehrerpaare, also wo einer Lehrer ist oder Lehrerin ist, da hatten wir das schon sehr häufig oder allgemein auch bei Beamten, wo die ganz oft gesagt haben, ja, das kann ich sehen, dass du dir das wünschst, ist jetzt aber nicht von heute auf morgen so möglich. Also ich kann nicht jetzt die Schule verlassen nächste Woche und sagen, ich gehe zur Nachbarschule, fünf Orte weiter, ich kann hier einen Antrag stellen und dann können wir mal gucken, aber wenn ich jetzt hier einen Antrag stelle, dann muss ich das auch irgendwie begründen und dann lasse ich hier auch eine große Bombe platzen, wenn die andere Lehrkraft an der Schule auch arbeitet häufig und das bedeutet ja für beide was, also es ist ja häufig viel komplizierter, als man jetzt so im ersten Schritt denken würde, ne? Ja, das ist leider so, wenn das am Arbeitsplatz passiert oder in der Nachbarschaft, das ist eben besonders tragisch. Nicht intim im Team, sag ich da nur. Ich erinnere mich an einen Fall, der vor vielen Jahren bei uns war, wo er 20 Jahre schon im gleichen Unternehmen gearbeitet hat, in der Seite Ausbildung, also Schule, Ausbildung dort gemacht und immer da gearbeitet und liebt seinen Arbeitsplatz und das Unternehmen und ist da super gerne und fängt dann da was im Team an und die Partnerin hat ganz klar gefordert, einer von euch muss diese Firma verlassen, ansonsten ist die Beziehung für mich nicht mehr vorstellbar, was nicht selten eine Forderung ist und was natürlich dann auch eine weitere zusätzliche Belastung ist, denn derjenige steht jetzt davor und sagt, ich habe jetzt folgende Wahl, ich verlasse meinen Arbeitsplatz, den ich sehr liebe, muss mir irgendwas Neues suchen, weiß aber trotzdem nicht, ob danach meine Beziehung wieder gut wird und muss jetzt dieses Risiko eingehen, ja, auf der anderen Seite muss man sagen, du hast dich da rein manövriert, du hast diese Entscheidung getroffen, sicherlich kann man sagen, die Beziehung war vorher nicht gut und beide hätten Verantwortung gehabt, daran zu arbeiten, aber für diese finale Entscheidung, sich auf eine Affäre einzulassen, da trägt man alleinige Verantwortung und dann alleinige Verantwortung heißt auch, dass man die Konsequenzen allein tragen muss und die Konsequenz kann sein, dass man entsprechend hier der Forderung ausgesetzt ist, dem Arbeitsplatz zu wechseln. Und das ist eben eine Phase, wo, was du schon sagtest, manchmal nicht ganz klar ist, wo so Verwirrung entsteht und man jetzt überlegt, was will ich denn eigentlich? Will ich vielleicht mich trennen und mit meiner Affäre versuchen, eine Beziehung zu starten? Ist meine Affäre dafür überhaupt offen? Vielleicht ist derjenige selber in einer Beziehung und man müsste da erstmal schauen, ob sich da jemand trennt. Dann vielleicht auch verschiedenste andere Sorgen, weil was macht denn jetzt meine Partnerin, mein Partner? Geht der jetzt zur Frau, zum Mann von der Affäre und sagt dort, pass mal auf hier, unsere Ehemänner, unsere Ehefrauen, die haben miteinander und das betrifft dich genauso wie mich. Schau mal, was mit dem Arsch du zusammen bist. Und auf einmal ist das auch nochmal eine Angst. Auf der anderen Seite lässt jetzt meine Frau, mein Mann das auffliegen. Das heißt, hier entsteht jetzt viel Chaos. Manchmal auch akuter Handlungsbedarf, wenn zum Beispiel Kinder eingebunden sind. Also das ist ja auch mal die Frage, wie weit entfernt sind die Kinder von der Affäre? Also wenn das jetzt zum Beispiel Mama, Papa von einem Spielpartner ist, beste Freunde, hatten wir auch schon öfters von Kindern. Dass die sich regelmäßig auf dem Spielplatz oder Fußballplatz treffen, sich gegenseitig zu Geburtstagen einladen. Genau, da es Nachbarn sind, was sagt man seinen Kindern, wenn die Kinder vor allem nicht mehr beim Nachbarn klingeln dürfen zum Spielen bei den Kindern? Also das ist ganz schwierig, weil so viele Themenbereiche vor allem mal rein kommen ins System, wo man Klarheit braucht, die nicht da ist. Und gar nicht selten muss man auch sagen, ist das auch ein Punkt, dass die Person, die eine Affäre hatte oder hat, sagt, ich möchte auch nicht gleich den Kontakt zur Affäre abbrechen. Das wäre ja sowas, was man sofort denken würde. Dann kommt sowas zum Vorschein und dann sagt derjenige in großer Reue, ich beende das alles sofort. Das gibt es natürlich auch sehr häufig, gar keine Frage, aber es ist auch gar nicht selten, dass gesagt wird, ja, ich möchte irgendwie schon an der Ehe arbeiten, aber so ganz den Kontakt zur Affäre abbrechen kann ich mir nicht vorstellen, weil halt diese ambivalenten Gefühle von Liebeskummer, dass man die Affäre nicht sehen kann mehr, auftritt gleichzeitig zu dem Gefühl, mir tut meine Frau oder mein Mann auch so leid. Und dann ist es im Kopf natürlich ganz schwierig, weil natürlich die betrogene Person sagt, wie ist nicht dein Ernst? Du willst es nicht beenden. Willst du das jetzt gleichzeitig haben oder das halte ich nicht aus? Wie kannst du das machen? Ja, man sieht schon, es gibt keinen geraden Weg an der Stelle. Man kann nicht, wenn man jetzt überlegt und sagt, oh Mann, ich bin ja so ein ganz besonders schlechter Mensch. Ich bin jetzt auch noch unsicher, ob ich die Affäre weiterführe oder nicht. Das müsste doch völlig logisch sein, dass ich mich sofort davon löse, trenne, alles abbreche, alles blockiere und so weiter. Das würde doch jeder so tun. Es tut eben nicht jeder so. Für manche ist das sehr verwirrend. Gerade wenn es emotional ist, also wenn es nicht nur um Körperlichkeit geht, sondern da vielleicht auch schon Monate, manchmal auch Jahre schon eine Affäre besteht, da hat man sich ja auch zusammen Rituale aufgebaut, gemeinsame Zeit gehabt. Da war ja vielleicht auch schon mal so der Gedanke, da könnte auch eine gemeinsame Zukunft entstehen. Also da ist ja häufig auch mehr als nur die Sexualität, die ausgelebt wird. Und das ist auch der Grund für ein nächstes Gefühl, was bei manchen entsteht, nämlich ein erstes Gefühl von Erleichterung. Denn diese Fassade aufrecht zu erhalten, das kostet ganz schön viel Energie. Man lebt in ständiger Sorge und Angst, dass man sich in seinen Lügen und Verheimlichungen, die man so baut, verzettelt und dass das rauskommen könnte. Man ist ständig so ein bisschen auf der Hut, man packt sein Handy beiseite und nicht selten ist es ja so, dass man schon die ein oder andere Situation retten musste, wo man darauf angesprochen wurde. Wo vielleicht die Frau oder der Mann gesagt hat, hey, was ist denn da los? Also irgendwie, du bist auf einmal sehr häufig bei der Arbeit abends lange. Und du sagtest doch, du bist da in Bielefeld im Hotel, aber irgendwie, ich habe da gesehen, da war ja gar nichts gebucht. Ja, ja, das ging spontan doch Richtung Braunschweig. Ganz häufig, auch momentan, hatte ich jetzt in den letzten Monaten mehrfach, dass eine Person dadurch auffällig wurde, dass im gemeinsamen Urlaub oder bei Unternehmungen immer Selfies gemacht worden sind. So, dass die Person vor allem mal irgendwo stand und von sich alleine Selfie gemacht hat. Wo dann die Frau gesagt hat, so, warum machst du hier ein Selfie von dir? Das hast du früher auch nicht gemacht. Mit dem Wissen jetzt, von heute dann sozusagen, ja, klar, da wurden die Fotos dann schon geschickt. Also das hatte ich auch schon mehrfach. Und da entstehen, Menschen haben ein Gefühl dazu, so, dass irgendwas nicht stimmt. Meistens deckelt man das, wenn man denkt, naja, ich will jetzt auch nicht kontrollieren. Aber die Person, die das macht, meiner Erfahrung nach, geht das auch immer mehr in diese Grenze ran. Was kann ich noch tun? Wie weit kann ich noch gehen? Ist ja auch so ein bisschen Spiel mit dem Feuer, ne? Das macht ja auch manchmal eine Affäre oder ein Fremdgehen aus. Diese Abenteuerlust da dran. Und dass dann natürlich, wie du sagst, eine Erleichterung entsteht, wenn man sagt, puh, jetzt ist das Spiel vorbei. Jetzt brauche ich mir nicht mehr so viel Gedanken machen. Es ist total alles grausam, wie es ist. Aber jetzt ist die Wahrheit wirklich ans Licht gekommen. Und irgendwie ist es auch eine Erleichterung, weil eigentlich wollte ich das ja auch nicht mehr. Ich wollte das ja schon dreimal beenden. Das ist auch gar nicht selten so, dass Menschen auch aus Affären nicht mehr rauskommen. Ich hatte schon mehrfach, ne? Dass jemand sagt, hey, ich beende das mit dir. Und der andere sagt, nee, ich will schon, ich will mit dir was anfangen. Das kannst du nicht beenden. Doch, ich würde das gerne beenden an der Stelle. Nee, dann sage ich das deiner Frau oder deinem Mann. Das bleibt schön aufrecht mit uns. Oder auch dieses, wenn du das sagst, dann tue ich mir was an. Ist auch leider häufig eine Aussage. Ja. Break an der Stelle. Wenn du möchtest, hinterlass gerne bei Spotify oder Apple eine Bewertung für unseren Podcast. Das würde uns sehr freuen und hilft auch anderen, dann unseren Podcast einzuschätzen und dann bei uns reinzuhören. Kommen wir einmal zu den Lügensansätzen, die halt schon probiert worden sind, aber nicht helfen. Ja, so ein bisschen wie Do's und Don'ts, ne? Jetzt gucken wir uns eher so die Don'ts an, auf was man so kommt und was man vielleicht auch in Foren findet. Was so die ersten Ansätze sind, die aber tendenziell die Lage eben eher verschlimmern. Erster Punkt ist so ein überschätzendes Verhalten, sag ich mal. Also, dass man Sachen wieder gut machen will und das dann als allererstes versucht mit extrem viel Zuneigung, extrem viel Geschenken, dass man Reue zeigt, dass man sagt, man ist jetzt ein anderer Mensch und ab morgen wird alles anders und auch dadurch unheimlich wirkt. Also, die andere Person dann sagt, ja, aber erstens, ich weiß jetzt schon, du kannst das gar nicht halten. Das ist total unnatürlich. Das ist vor allem mal künstlich. Und warum kannst du das jetzt vor einmal? Und das fühlt sich überhaupt nicht stimmig an. Und dass auch nette Gesten natürlich diese Verletzung nicht auflösen. Also, wenn jemand mir dann Geschenke mitbringt, ist das schön und gut, aber das löst natürlich überhaupt nicht das Gefühl von Ausschluss, dass da etwas passiert ist, was mich zutiefst verletzt hat und auch der Wert Vertrauen und Ehrlichkeit verletzt ist, ne? Es ist wichtig, dass man dem halt auch seinen Raum gibt und damit auch ja, dem anderen zeigt, dass man diese Lage wirklich ernst nimmt. Dass, wenn man jetzt zu schnell mit Geschenken und Zuneigung und hey, ich mach alles anders kommt, dann ist es zwar unheimlich, aber es wirkt auch so, als würde das so beiseite gewischt werden. Man würde es abtun so ein bisschen, ne? Wieder quasi in die nächste Parallelwelt, die nächste Blase einsteigen und sagen, hey, lass uns doch die Blase einfach so nehmen und wegschmeißen und ab jetzt ist wieder alles gut und lass uns damit nicht beschäftigen. Das ist vielleicht nicht so gemeint, aber das kann dadurch so rüberkommen und dem einem anderen eher noch ein schlechtes Gefühl machen. Genau, das kann eine Vermeidungsstrategie dann sein, dass man halt einfach weitermachen möchte, obwohl man weiß, dass es ja nicht gut war und einfach weitermachen nicht funktioniert, aber so eine Hoffnung drin steckt. Das sind auch viele Glaubenssätze, die ja mitschwingen, dieses jetzt da muss ich mal in den Spruch denken, man kann ja auch mal das Fenster aufmachen und dann ziehen die dunklen Wolken davon, also viel auf den Drang, jetzt ist auch mal gut, lass uns das doch mal unter den Teppich kehren und man kann sich auch mal ein bisschen zusammenreißen. Wenn beide die Motivation haben, dann kann es ja auch jetzt wieder gut sein. Und das ist auch wichtig, das gilt jetzt für beide Seiten. Das ist wichtig, dass man selbst jetzt nicht die Affäre einfach nur beiseite wischt und dem keinen Raum geben mag. Man muss sich jetzt diesen ganzen Gefühlen und alles, was passiert ist, man muss sich dem nun wirklich stellen. Das gilt aber auch für die andere Seite. Wenn jetzt deine Partnerin oder dein Partner sagt, hey, ist eigentlich gar nicht so schlimm und ich sehe auch, wir waren ja auch in der Krise vorher und so und ist halt so. Manchmal, wir machen halt Fehler, mir geht es auch eigentlich wieder gut damit und man denkt so, hm, wir haben jetzt zwei, drei Tage drüber gesprochen, da waren auch kurz ganz viele Ausnahmegefühle da und jetzt ist so, nach zwei, drei Tagen wischt sie es beiseite und sagt, eigentlich ist es wieder gut, ich kann, also wenn das nicht wieder passiert, dann ist es jetzt in Ordnung. Das klingt einfach und klingt ein bisschen zu schön und wahr zu sein, dass das so easy funktioniert. Und ist es normalerweise auch. Das ist einfach ein extremer Verdrängungsmechanismus, der beim anderen nun einsetzt und das funktioniert nicht. Das wird immer wieder hervorkommen, das wird immer wieder zum Thema werden zwischen euch. Das Vertrauen ist nicht da. Also auch da eher sagen, hey, das kann es nicht gewesen sein. Wir sollten dem beide wirklich Raum geben, denn wir hatten eine kriselnde Phase lange Zeit oder sogar eine handfeste Krise und das ist daraus erwachsen. Wir müssen jetzt wirklich schauen, was da passiert ist, was war die Ursache, was sind die Verletzungen, die daraus entstanden sind und wie wollen wir zukünftig dafür sorgen, dass wir eine erfüllende Beziehung führen. Wie sieht überhaupt eine erfüllende Beziehung aus? Und daher ist es auch nicht so nett, wie es ist, die Affäre sozusagen als, die war nicht wichtig abzustufen und zu sagen, das war eh keine hübsche Frau oder kein hübscher Mann. Das weiß ich auch nicht, da habe ich ein bisschen zu viel Alkohol getrunken. Also sozusagen die Affäre schlecht zu reden, um der anderen Person ein gutes Gefühl zu machen, mit der Hoffnung, dass das Thema sich dann schnell löst, weil man dann ja auch nicht mehr seinen eigenen Anteil sieht. Also man selber geht ja gar nicht in Verantwortung, weil es ist ja immer so, dass da zwei Menschen zu gehören. Also und keiner ist gezwungen, das mitzumachen. Und indem man das so schlecht macht, ist es natürlich auch so, dass man selber seinen Anteil nicht sieht. Die gute Absicht ist verständlich, dass man einfach sagen möchte, hey, du bist viel wertvoller als dieser andere Mensch, den so ein bisschen hochhebt und da vielleicht auch das Selbstvertrauen nicht zu sehr kaputt gehen lassen möchte. Das ist schon verständlich und dadurch vielleicht die Hoffnung hat, dann gehen vielleicht Wut und Angst und Traurigkeit, Schmerzleid bei dem anderen ein bisschen runter, weil der dann vielleicht vom Kopf her sagt, ah ja, okay, ich habe mir das jetzt alles zu drastisch ausgemalt. Es ist ja gar nicht so schlimm. Das ist ja gar keine echte Konkurrentin, gar kein echter Konkurrent. Aber das ist übrigens auch ein häufig männliches Denken. dieses wenn die Frau eine Affäre hatte, dieses Vergleichen wollen mit dem anderen Mann, wer ist quasi der, so ein bisschen, wer ist der Stärkere, wer ist der Bessere, da ist man oft dieses Gefühl, oh, anscheinend reiche ich als Mensch meiner Frau nicht aus und sie hat sich einen Besseren gesucht, ist aber selten der Fall. Also selten würde auch die Frau sagen, ich habe mir einfach da jemanden gesucht mit mehr Geld und sieht besser aus und hat, das ist eher selten der Fall. Weil das meistens nicht der Grund ist. Meistens finde ich aber schon so weiche Beschreibungen, die häufig kommen, also mit der Person konnte ich über Gefühle sprechen, da war eine emotionale Nähe da, selten Äußerlichkeiten, das ist eigentlich nicht so der Fall, aber schon, dass man sagt, das war eine besondere Verbundenheit. Das ist genau ja dieses Mangelgefühl, was vorher da war und wo der andere dann dieses Puzzlestück füllt, nur der Mangel besteht normalerweise nicht darin, zu schlecht auszusehen, zu wenig Geld zu haben, also nicht in diesen äußeren Merkmalen, auf die häufig dann Männer im ersten Step kommen und erstmal die Überlegung haben, oh, hat sich meine Frau jemanden gesucht, der besser ist als ich? Nicht in den äußeren Merkmalen, sondern es geht darum, dass der einfach ein anderes Verhalten gezeigt hat, eben in der Aufmerksamkeit, im Fokus, in Wertschätzung, Anerkennung, hat wahrscheinlich die individuelle Sprache der Liebe der Frau in dem Fall besser getroffen und in dem Moment da was ausgelöst. Deswegen ist es auch so wichtig, als Paar zu schauen, dass man nicht in die Vermeidungsstrategie geht in enger Hinsicht, sondern in die Tiefe zu gehen, zu sagen, welcher Mangel liegt vor, der sich meistens ja auch spiegelt bei beiden, das ist ja nie so, dass einer sagt, das war eine Bombenbeziehung, der nächste sagt, ich war tot und unglücklich. Das ist ja meistens so, dass beide da wirklich Mangelgefühl haben und ja, vor allen Dingen dieses Schweigen nicht als Lösungsstrategie sieht. Wenn euch dieses Thema betrifft und ihr das Gefühl habt, ihr wünscht euch gerne Unterstützung von jemandem, der sich tagtäglich mit Beziehungen in der Krise beschäftigt und dafür sorgt, dass diese wieder auf einen guten Weg kommen, dann meldet euch sehr gerne bei uns für das Telefonische Erstgespräch. Wir haben inzwischen weit über 1100 Paare begleitet und haben das mal durchgeguckt. Wir können nur schätzen, weil wir es jetzt nicht dokumentiert haben, aber wir schätzen, dass 60% der Paare, die bei uns sind, durchaus mit einem Fremdgehen, Affäre und Fremdverlieben konfrontiert sind. Dass wir über 600 Paare schon begleitet haben, das ist wirklich ein sehr, sehr regelmäßiges Thema bei uns im Coaching, wo wir, gerade du, sehr viel Erfahrung haben. Eine ganze Zeit lang sind wir ganz viele Affärenpaare bei dir gelandet. Genau. Was kann man also in dieser akuten Krisensituation machen, als die Person, die eine Affäre hatte? Zunächst mal ist es wichtig, so schnell wie möglich für sich selber Klarheit zu bekommen, denn diese Phase, in der man selber sich unklar ist, was man will, ist für den anderen besonders schwer auszuhalten. Der andere braucht jetzt erstmal maximal viel Sicherheit und da braucht es auch manchmal so Pseudosicherheitselemente, wie zum Beispiel ein Geotracking und sonstige Dinge und das stellt natürlich nie eine richtige Sicherheit dar, aber es ist wichtig, sich jetzt selber im Klaren zu werden, was will ich? Will ich die Affäre beenden? Will ich und kann ich den Kontakt komplett abbrechen? Den anderen blockieren? Kann ich, wenn das jetzt beim Arbeitsplatz war, kann ich dort irgendetwas einleiten? Zum Beispiel die Abteilung wechseln, den Standort wechseln, je nachdem, wie groß so eine Firma ist, kann ich irgendetwas Schnelles realisieren, um dort in diesen Abstand hineinzukommen, wenn ich denn meine Beziehung weiterführen möchte und versuchen möchte, die Beziehung zu retten. Dann brauche ich auf jeden Fall so schnell wie möglich Klarheit, aber auch dann eben Handlungen, die dem anderen sofort zeigen, dass man es ernst meint, denn das Aussprechen von, du bist mir wichtig, ich würde das gern versuchen, mit dir weiterzuführen und will da auch mit dir dran arbeiten, das ist nett, aber viel besser ist es, durch echtes Handeln zu zeigen, wie ernst man das meint, aber dafür braucht es eben erst mal innere Klarheit, was man wirklich will. Oder ob man sagt, man möchte sich für die Affäre entscheiden, dann wäre ja die Frage, wie möchte man jetzt eine Trennung einleiten, gerade wenn Kinder dabei sind, wie kann man ein starkes Elternpaar bleiben, so das sind ja auch alles Entscheidungen, die getroffen werden dürfen. Dann ist ein wichtiger Punkt, dass man auch Verständnis für den Partner oder die Partnerin hat, also nicht nur die eigene Ausnahmesituation zu sehen, sondern auch wirklich noch mal zu reflektieren, in welcher Situation befindet sich gerade die andere Person. Also, wie wir schon am Anfang sagten, ist das ja häufig so, dass da so ein Überraschungsmoment im Negativen entstanden ist, dass etwas aufgedeckt worden ist und das natürlich auch einfach Energien freisetzt und dass man sich selbst auch bewusst ist, dass das jetzt emotional für alle eine sehr herausfordernde Zeit ist und dass es auch da manchmal gebraucht wird, besondere Wege zu gehen. Also, wenn wir gerade in so einer Ausnahmesituation sind, wie können wir uns gegenseitig stützen, dass jeder Zeit zum Reflektieren hat, wie können wir uns mit den Kindern entlasten, geht das räumlich hier noch, dass wir so zusammenleben, welche Möglichkeiten gibt es, ist es eine Möglichkeit, die Eltern oder Schwiegereltern mit einzubinden, was die Kinder angeht, dass man mal wirklich in Ruhe Gespräche führen kann, also das Verständnis einfach auf beiden Seiten zu sehen. Und eben auch anzuerkennen, dass das jetzt eine temporäre Phase erstmal ist, in der eben diese besonderen Maßnahmen auch gebraucht werden. Das kann eben sein, dass man ein Geotracking auf dem Handy einstellt, das kann sein, dass man auf manche Dinge verzichtet, wenn man zum Beispiel die Affäre beim Sport kennengelernt hat, dass man sagt, okay, ich gehe nicht mehr in das Fitnessstudio, ich breche das dort ab und gehe dort nicht mehr hin und man braucht sich gar nicht an der Stelle immer schon Gedanken darüber machen, das kann doch nicht immer so sein, ich muss doch irgendwann wieder Sport machen dürfen, wie stellst du dir das vor, das ist an der Stelle alles zu viel, denn aktuell ist der andere total verletzt, massiv verunsichert, will irgendwie versuchen, einigermaßen die Existenz auf einem halbwegs wackeliges, aber irgendwie haltendes Fundament zu stellen, dass man überleben kann und da hilft das alles, deswegen muss man eben an der Stelle wirklich sehen, das sind temporäre Maßnahmen, bis man diese Phase überstanden hat, denn das sind immer so häufig Dinge, wo es sich in einem wehrt, wo man sagt, ja, aber ich will nicht ständig mit dem Handy getrackt werden können, nee, das bleibt auch nicht dein Leben lang, das ist jetzt eine Phase, wo diese maximale Unsicherheit da ist oder jemand sagt, aber ich kann doch jetzt nicht nur noch zu Hause bleiben, ich muss doch auch mal irgendwann wieder raus und Sport machen dürfen. Kannst du auch, aber vielleicht nicht jetzt gerade. Und das sind alles genau die Konsequenzen, die man jetzt gerade aus seiner Verantwortung heraus übernehmen muss und sollte, wenn man denn an der Beziehung festhalten möchte und versuchen möchte, die Beziehung zu retten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist auch immer, dass man nicht zu viele Details verrät. Wir hatten ja in der letzten Folge, glaube ich, auch darüber gesprochen, wie weit bringen Nachfragen einen einen Mehrwert oder bringen einen weiter ins Leid. Und jetzt ist ja die andere Seite sozusagen dran, dass man mal ganz bewusst überlegt, welche Details erzähle ich, weil das dem Partner oder der Partnerin ja auch einfach eine weitere Verletzung zufügen kann, wenn ich da so detailliert drüber spreche. Und häufig hilft es halt auch nicht weiter. Ich habe gerade letztens jemanden beraten, der eine Affäre hat und wissen wollte, wenn ich das jetzt ausspreche, was mache ich dann? Was kommt auf mich zu? Und wie kann ich das jetzt, wie kann ich damit richtig umgehen? Welche Fragen beantworte ich, in welcher Detailtiefe? Weil das natürlich schon herausfordernde Fragen sind und der andere sicherlich sehr tief bohren wird und das eben auch schwerfallen wird, da loszulassen. Und so ein erster wichtiger Punkt ist immer, dass man transparent ist und ehrlich ist. In einem bestimmten Detail gerade. Also das heißt, wenn jetzt der andere fragt, habt ihr miteinander geschlafen? Dann nicht erst mal zu sagen, nein, das haben wir nicht. Um diese Verletzung nicht weiter zu forcieren. Und dann bohrt der andere weiter, fragt nach und sagt, hm, was kann ich mir nicht vorstellen, das lief doch vier Monate und so was habt ihr die ganze Zeit gemacht und hm und irgendwann sagt man, ja, okay, doch, wir haben dreimal miteinander geschlafen. Das ist fürs Vertrauen ganz schwierig. Denn, wenn die Beziehung gerettet werden soll, ist häufig der schwerste Punkt das Verheimlichen und Lügen. Denn das ist der Punkt, der noch mehr am Vertrauen nagt, als die Affäre an sich meistens. Und besonders, wenn die Affäre auffliegt und das wird noch weiter so durchgeführt. Auch dann fängt man an, das zu verneinen. Dann fängt man an und sagt, das war nicht so. Dann gibt es in Salami-Taktik mal nur hier eine Info, da eine Info. dann dachte andere, ah, okay, das das war so nicht und auf einmal war es doch so. Diese Unsicherheit wird immer mehr. Das heißt, wenn man etwas gefragt wird und man antwortet darauf, dann in Ehrlichkeit. Dass man dann wirklich sagt, ja, das war so. Wir haben dreimal miteinander geschlafen. Jetzt kommt es auf die Detailtiefe drauf an. Was nicht gebraucht wird, ist, wo das genau gewesen ist, in welchen Stellungen, ob das gut war, nicht gut war. Irgendwelche Inhalte, das wird alles nicht gebraucht. Es wird aber gebraucht, dass dieser grundsätzliche Rahmen, den braucht der andere normalerweise. Also sowas wie zum Beispiel die Frage, kenne ich die Person? Wer ist das? Genau. Oder kennt jemand aus der Familie die Person, um das so abzustecken? Da kann man sich auch ganz klar vorstellen, warum. Das wäre ja für mich maximal unangenehm, auf einen Menschen zu treffen, von dem ich nicht weiß, dass das die Affäre meines Mannes, meiner Frau ist. Aber der weiß das. Der hat Wissen über mich, was ich nicht habe. Das ist sehr unangenehm. Das heißt, wer das ist, das sollte ganz klar ausgesprochen werden. Aber dann auch wieder ein weiteres Detailwissen über die Person, über deren Vergangenheit, über deren Klamottenstil, Haarfarbe, sonst was. Das ist alles Wissen, was kein Mehrwert bringt. Wenn man die Person nicht kennt, dann sind das alles unwichtige Details normalerweise. Viel wichtiger ist eigentlich die Frage, was war denn in der Beziehung zwischen uns? Was war unser Mangelgefühl, was einen dafür offen gemacht hat? Was ist quasi dieses Puzzlestück, was der andere ausgefüllt hat? Welchen Mangel hat der andere ersetzt? Das ist viel relevanter als die Frage, wie sah derjenige aus und was habt ihr genau gemacht? Ja, weil dann entstehen auch weitere Triggerpunkte häufig für die andere Person dann. Also ich erinnere mich gerade an ein paar Paare, zum Beispiel, wo die Frau eine Affäre hatte und er sehr viele Fragen hatte zum Aussehen des Mannes. Und sie ihn dann beschrieben hat und dann halt auch erzählt hat, was für Klamotten er trägt, was für eine Marke er trägt. Und diese Klamottenmarke dann für die Person verbrannt war. Und gesagt hat, ja, jetzt im Nachhinein kann ich selber diese Marke, die ich eigentlich cool fand, kann ich mir kein T-Shirt mehr von kaufen halbwegs. Und auch alle anderen Kumpels, die diese Sachen tragen, habe ich echt ein Problem mit, weil ich innerlich so einen Stempel drauf habe, dass ich denke, ja, du bist auch so ein Typ. Und das ist jetzt nämlich der Punkt, wo man dann, jetzt hat man die ganze Verletzung schon verursacht, aber wo man die Beziehung, aber auch den Partner, die Partnerin vor genau diesen Triggern und den Flashbacks, die damit einhergehen, schützen kann. Zum Beispiel erinnere ich mich auch an ein paar, da ging es darum, dass dann gesagt wurde, dass das im Hotel passiert ist. Ja, das hatte ich auch ganz häufig schon. Und dann berichten häufig die Menschen, dass man dann in der Dusche steht in irgendeinem Hotel, was damit gar nichts zu tun hat. Das kann alleine in irgendeinem Business-Hotel sein, wo man sein muss, steht in der Dusche und bekommt eine halbe oder vollständige Panikattacke. In dem Moment, weil das war ja im Hotel. Und dann ist man durch Hotels generell auf einmal getriggert. Das heißt, das ist eine Info, die ist nicht wichtig. Das ist nicht wichtig, dass das in Hotels war, wo das genau war, wo man essen ist. Genau, Städte können auch sozusagen, schwierig sein, Städte, Restaurants oder so, dass man sagt, ja, ich kann jetzt nicht mehr mit dir nach Berlin, Hamburg, München fahren, weil da habt ihr euch immer getroffen. Ja, was natürlich häufig wieder aber relevant ist, ist, woher kommt die Person? Ja. Weil wenn ich jetzt sage, okay, das ist eine fremde Person, okay, dann ist die nächste Frage, woher kennst du die denn? Und das ist wieder was, was beantwortet werden sollte, wenn man sagt, ja, die habe ich da beim Business-Meeting in München kennengelernt, man selber wohnt in Hamburg. Weil das ist ja eher etwas, was natürlich auf der einen Seite zwar München verbrennt vielleicht, auf der anderen Seite aber dafür sorgt, dass man sagt, okay, da ist aber viel Distanz. Das heißt, das ist gut, ich kann dir hier nirgendswo über den Weg laufen, spontan. Das ist wiederum etwas, was dann Sicherheit gibt. Also das wird schon wiederum gebraucht, diese Info rauszugeben. Also man sieht, wir brauchen so rudimentäre Eckdaten, um so grundsätzlich ein paar Dinge dem anderen zu verdeutlichen. Aber wir brauchen nie Details. Also welcher Stadtteil in München, Haus oder Wohnung, hat die sich das schön angezeigt? Wir sind eingerichtet, wir sind Kleidungsstil, groß, klein, dick, dünn, spielt alles keine Rolle. Das ist alles im Detail nicht relevant. Hat derjenige selber eine Beziehung, Kinder, alles nicht relevant. Das hilft mir, in dem Fall deiner Partnerin, deinem Partner, nicht dabei weiter, die Verletzungen zu lösen. Das Einzige, was man macht, ist tatsächlich, dass man eine Reihe von möglichen Triggern baut. Das hatte ich gerade gestern Abend in der Sprechstunde. Und das war, dass jemand dann ganz viele Bilder in den Kopf kriegt. Durch diese Detailfragen formen sich immer mehr Fotos und Videos im Kopf, die immer fester sich einbrennen. Und die dann zwischendurch in Gedanken hochkommen, von denen man träumt und so weiter. Das heißt, diese Trigger, diese Flashbacks werden immer realer und intensiver durch die ganzen Details, die man bekommt. Das kann man sich bestimmt gut vorstellen, wenn man hinten auf dem Buch, mal das Exposé durchliest. Das ist normalerweise erstmal auch nur so der Rahmen gesteckt. Da habe ich noch keine großen Bilder im Kopf. Jetzt fange ich an, im Buch die ersten Seiten zu lesen. Und der Autor beschreibt das alles sehr bildhaft. Auf einmal entstehen in meiner Fantasie Bilder. Und ich kann anfangen, mich vielleicht in das Gefühl von einer Person dort hinein zu versetzen. Aber habe eben auch diese Bilder in den Kopf bekommen. Und das ist genau das, was wir hier vermeiden wollen. Wir wollen quasi, wenn man es wie so ein Buch sehen würde, hinten nur das Exposé preisgeben. Wir wollen aber nicht den vollen Roman dem anderen erzählen. Weil das sorgt für ganz viele Bilder im Kopf und macht es immer, immer schwerer, dieses Thema loszulassen. Denn das ist nicht das, was die eigentliche Ursache ausmacht. Das ist natürlich eine absolute Krisensituation. Und wie du schon ganz am Anfang sagtest, da hat man ja zum Glück auch nicht so viel Erfahrung drin. Das heißt, man handelt natürlich ganz viel im positiven Absatz. Aber auch sehr viel intuitiv. Und gerät vielleicht auch an seine Grenzen. Weil man sagt, okay, irgendwie habe ich gedacht, das, was ich jetzt gemacht habe, wäre gut. Aber das klappt doch nicht so. Oder wir kommen in Gesprächen nicht weiter. Ich habe vielleicht die Klarheit schon. Aber selbst wenn wir darüber sprechen, wir drehen uns im Kreis. Wir haben zwar supergute Gespräche. Viele berichten ja auch davon, dass sie die besten Gespräche seit Jahren vor allem mal dann wieder führen. Und auch körperliche Nähe komischerweise sofort wieder da ist. Nicht immer, aber halt ab und zu. Aber man das Gefühl hat, wenn die Verarbeitung kommt, kommen wir nicht. In der Tiefe kriegen wir das zusammen nicht hin. Oder halt, ich kriege für mich das Problem in der Tiefe nicht geklärt, die nächsten Schritte zu gehen, wenn man sich zum Beispiel gegen die Beziehung auch entscheiden sollte. Und das finde ich auch völlig in Ordnung. Weil ich würde auch nicht mein Bein ja alleine jetzt hier operieren, wenn ich was am Bein habe. Und sagen, okay, ich klebe jetzt mal ein bisschen Pflaster drauf. Und das hilft nicht. Und na ja, sonst gucke ich mir es einfach weiter an. Sondern ich würde mir auch jemanden holen, der einfach Erfahrung hat. Mich da begleitet und mich berät und sagt, was ich tun kann, damit die Wunde verheilen kann. Und genau so sollte man, finde ich, auch mal die Chance sehen, sich professionelle Hilfe zu holen. Jemanden an die Seite zu holen, der Erfahrung hat. Der sagen kann, welche Möglichkeiten es gibt. Wie man jetzt wieder neu ansetzen könnte. Um dann auch wirklich den Weg gehen zu können, der gewünscht ist. Ja, das ist auch häufig so, dass Paare sich dann melden und haben schon gute Erinnerungen. Hast du Schritte zusammen gemacht? Ja. Auch gar nicht selten, dass Paare sagen, wir haben durch die Podcasts auch schon einige gute Schritte gemacht, aber wir kriegen es nicht ganz final gelöst. Und das ist eben sehr schwierig. Man ist selber emotional befangen. Man neigt dazu, in den richtigen Schmerz nicht hineinzugehen. Sondern sich da so ein bisschen im Selbstcoaching, wenn man es für sich allein oder zu zweit macht, sich selbst ein bisschen zu betrügen. Und das ist eben, wenn jemand Unbefangenes drittes durchleitet so, dass der eben auch in die unangenehmen Dinge reingeht und die mit einem aufarbeitet, die man ansonsten dann wieder eher ein Stück weit vermeiden würde. Ich habe das gerade letztens in einem Termin gehabt, wo dann auch so die Frage war, das war ein Einzelcoaching. Ja, wie kann ich denn das mit meinem Partner zusammen alles Bestens jetzt lösen und so weiter. Und ich gesagt habe, also ich kann nur empfehlen, wenn ihr offen dafür seid, dass dein Partner mit dazu kommt ins Coaching und wir das gemeinsam machen. Denn du kannst jeden von uns Coaches, im Team fragen. Keiner würde, wenn in der eigenen Beziehung eine Affäre auffliegt, das alleine lösen, obwohl das gesamte Handwerkszeug dafür vorhanden ist und Erfahrung mit dem Thema da ist, würde das eigene intensive Basisgefühl, das kognitive Denken überlagern. Und man würde das für sich nicht alleine im Regelfall gelöst bekommen. Zumindest nicht so, dass wir sagen würden, wir haben es wirklich zufriedenstellend gelöst und nicht dadurch gelöst, dass viele Anteile nur verträglich sind. Die später drohen, wieder hochzukommen. Ja, von daher meldet euch sehr gerne fürs Erstgespräch. Wir sind da sehr gut ausgestattet, was diesen Themenbereich betrifft. Einerseits durch unsere Erfahrungen, andererseits durch unser begleitendes Beziehungstraining, wo wir ein wichtiges Videomodul haben, nämlich die Krisenakuthilfe, wo ein größerer Bereich zum Thema ist, Affäre fremdgehen, fremdverlieben, aufgeflogen. Was mache ich? Wie gehe ich damit um? Typische Fragen, die man sich stellt. Soll ich ins Gästezimmer ziehen? Soll ich erst mal ins Hotel ziehen? Kann ich weiterhin mit einem Bett in meiner Frau, mit meinem Mann schlafen? Sagt man was den Kindern oder nicht? Wie hält man das von denen fern? Also ganz viele dieser Fragen, die wir hier jetzt auch schon mal so teilweise angerissen, aber teilweise auch geklärt haben, sind da auch nochmal in der Tiefe wirklich bei uns beschrieben. Weil wir eben wissen, dass diese Fragen die meisten sich sofort stellen. Und je schneller man dort eine Antwort für sich bekommt, desto besser. Vielen Dank fürs Zuhören. Bis zur nächsten Folge. Bis dann.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Wenn eine Affäre aufgeflogen ist, erlebt der Betroene eine tiefe Verletzung, Angst und Schuldgefühle, oft verbunden mit einem tiefen Mangelgefühl, das vorher durch die Beziehung verdrängt wurde.
  2. Das Aufbrechen der „Parallelwelt“ führt zu einem extremen emotionalen Ausbruch, da Verdrängtes wie Vertrauen und Ehrlichkeit plötzlich zur Geltung kommen.
  3. Beide Partner sind betroffen
  4. Es entstehen große Unsicherheiten bezüglich Zukunft, Beruf, Familie und Kinder, was zu vollständigen Lebensveränderungen und emotionaler Hilflosigkeit führt.
  5. Klarheit fehlt häufig, und viele versuchen, durch Verdrängung oder schnelle Abwendung, wie zum Beispiel durch Geschenke oder Geotracking, das Thema zu vermeiden.
  6. Es ist entscheidend, dass beide Seiten den ganzen Prozess ernst nehmen, Mangelgefühle reflektieren und gemeinsam auf eine erfüllende Beziehung abzielen.
  7. Übermäßige Details, wie Aussehen oder Trefforte der Affäre, verstärken Traumata und schaffen Flashbacks, die die Verarbeitung erschweren.
  8. Professionelle Unterstützung ist hilfreich, da die emotionale Tiefe oft nur mit externer Begleitung und objektiver Rücksicht auf die Beziehung gelöst werden kann.

Summary:

Wenn eine Affäre aufgeflogen ist, entsteht für beide Partner eine tiefgreifende emotionale Krise. Derjenige, der betrogen wurde, erlebt unvorhersehbare Schmerz, Wut und Angst, während derjenige, der fremdgegangen ist, mit Schuldgefühlen, Reue und dem Verlust seines eigenen Werts konfrontiert wird. Die Situation wird durch ein tiefes Mangelgefühl ausgelöst, das in der Vergangenheit verdrängt wurde.

Beide Seiten versuchen oft, durch Verdrängung, Geschenke oder Geotracking das Thema zu minimieren, was jedoch die Verletzungen nur verschärft. Wichtige Faktoren wie die Identität des anderen, Trefforte oder Details aus der Affäre können zu intensiven Flashbacks und Traumata führen. Klarheit fehlt häufig, und die Beziehung ist oft in einem Zustand der Unsicherheit und Hilflosigkeit.

Eine echte Heilung erfordert jedoch eine tiefe Reflexion der eigenen Werte und Mangelgefühle, gemeinsame Verantwortung und eine konkrete, langfristige Vision für eine erfüllende Beziehung. Professionelle Unterstützung hilft, die emotionale Tiefe zu durchdringen und die Beziehung nachhaltig zu stabilisieren. Die meisten Paare, die bei dem Coaching sind, haben bereits eine langjährige Beziehung mit tiefen Bindungen, wodurch die Krise besonders gravierend ist.

Es ist entscheidend, dass beide Seiten dem Prozess Raum geben und gemeinsam den Weg zu einer ganz anderen Beziehung finden.

FAQs

Der betroffene Mensch fühlt oft Schuld, Reue und Angst. Es ist wichtig, diese Gefühle nicht zu verdrängen, sondern ihnen Raum zu geben, um sie zu erkunden und zu verarbeiten.

Es fehlt oft Klarheit über die Werte, die Verletzungen und die Ursachen der Affäre. Beide Parteien sind emotional verletzt und stößt auf Angst, Wut und Unverständnis.

Die betroffene Person erlebt Überraschung, Verletzung, Wut, Traurigkeit und oft auch Scham. Das führt zu einem intensiven emotionalen Zustand und kann zu unnatürlichen Reaktionen führen.

Nein, nicht immer. Viele Menschen fühlen ein ambivalentes Verhalten – sie wollen die Beziehung retten, aber sehen die Affäre nicht mehr als akzeptabel. Ein Abbruch muss sorgfältig und mit Verständnis erfolgen.

Die Verletzung von Vertrauen und Ehrlichkeit. Selbst wenn die Affäre kurz war, zerstört sie das grundlegende Vertrauen, das für eine glückliche Beziehung notwendig ist.

Durch die emotionale Belastung, die Schuldgefühle und das Wiedererwachen von alten Konflikten wird das Denken und Handeln gestört. Es braucht Zeit, um sich zu stabilisieren.

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