Affäre aufgeflogen: Akuthilfe für Menschen, die untreu waren
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Wenn eine Affäre aufgeflogen ist, entsteht für beide Partner eine tiefgreifende emotionale Krise. Derjenige, der betrogen wurde, erlebt unvorhersehbare Schmerz, Wut und Angst, während derjenige, der fremdgegangen ist, mit Schuldgefühlen, Reue und dem Verlust seines eigenen Werts konfrontiert wird. Die Situation wird durch ein tiefes Mangelgefühl ausgelöst, das in der Vergangenheit verdrängt wurde. Beide Seiten versuchen oft, durch Verdrängung, Geschenke oder Geotracking das Thema zu minimieren, was jedoch die Verletzungen nur verschärft. Wichtige Faktoren wie die Identität des anderen, Trefforte oder Details aus der Affäre können zu intensiven Flashbacks und Traumata führen. Klarheit fehlt häufig, und die Beziehung ist oft in einem Zustand der Unsicherheit und Hilflosigkeit. Eine echte Heilung erfordert jedoch eine tiefe Reflexion der eigenen Werte und Mangelgefühle, gemeinsame Verantwortung und eine konkrete, langfristige Vision für eine erfüllende Beziehung. Professionelle Unterstützung hilft, die emotionale Tiefe zu durchdringen und die Beziehung nachhaltig zu stabilisieren. Die meisten Paare, die bei dem Coaching sind, haben bereits eine langjährige Beziehung mit tiefen Bindungen, wodurch die Krise besonders gravierend ist. Es ist entscheidend, dass beide Seiten dem Prozess Raum geben und gemeinsam den Weg zu einer ganz anderen Beziehung finden.
So, kommen wir zum zweiten Teil, nachdem letzte Woche wir den ersten Teil dazu veröffentlicht haben, zur Akuthilfe, was macht man, wenn eine Affäre aufgeflogen ist, das gilt natürlich genauso fürs Fremdgehen und beim letzten Mal haben wir uns darum gekümmert, was kann denn derjenige machen, den es quasi getroffen hat, der sagt, mein Partner, meine Partnerin ist fremdgegangen, nun wollen wir aber auch mal schauen, wie geht denn derjenige damit um, dessen Affäre aufgeflogen ist,
denn auch da ist es so, dass normalerweise jetzt ein extremer Ausnahmezustand eintritt, natürlich hat man immer mehr Mitgefühl, wenn man so dran denkt, für denjenigen, der jetzt erfahren hat, dass der Partner die Partnerin in einer Affäre war, aber typischerweise, so ist unsere Erfahrung, mit den Paaren, die zu uns ins Coaching kommen, geht es dem anderen auch sehr schlecht.
Willkommen im Podcast der Lebensidealisten, mein Name ist Florian.
Ich bin Ida.
Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein in eine glückliche und harmonische Beziehung.
Wenn eine Affäre aufgeflogen ist, dann kommt der Betrug der letzten Wochen oder Monate.
Oder manchmal sogar auch Jahre zum Vorschein.
Und wie du eben schon sagtest, betrifft das immer beide Seiten, auch wenn man natürlich sagen kann, dass für die Person, die das erfährt, es natürlich eine stärkere Verletzung ist, weil ja auch noch dieser Überraschungsmoment da ist, man ist nicht darauf vorbereitet, die Person, die sich entscheidet dazu, eine Affäre anzufangen, da ist das Wissen darüber ja schon da.
Dennoch gibt es da ja auch Gefühle und Ängste vor allen Dingen, die in dem Moment entstehen, wenn es dazu kommt.
Ja, weil häufig ist es ja so, dass derjenige, der sich in einer Affäre befindet, sich so eine richtige innerliche Parallelwelt aufbaut und eigentlich diese beiden Welten sehr stark voneinander versucht zu trennen oder sehr stark verdrängt hat, dass er ja mit dieser Affäre eben seine Frau, seinen Mann verletzen wird.
Und dieses, was da an Verletzungen wohl sein wird.
Das ist dann eben sehr stark verdrängt und ausgeblendet und jetzt auf einmal ist das voll da.
Und diese Parallelwelten, die kommen auf einmal zusammen, die Blase, in der man sich vielleicht befunden hat, die platzt und jetzt muss man sich mit diesen ganzen Gefühlen, die man die ganze Zeit verdrängt hat und natürlich auch seinem eigenen Mangelgefühl, warum man sich überhaupt darauf eingelassen hat, auseinandersetzen.
Und in dem Moment, wo es aber ja ein Thema wird, weiß man ja aber.
Jetzt wird eine wirklich schwierige Phase in der Beziehung entstehen.
Jetzt gibt es ganz viel Gefühle, ganz viel Erklärung, ganz viel Wut ja auch.
Also man weiß ja in dem Moment, wenn eine Affäre zum Vorschein kommt, also aufgedeckt wird, boah, jetzt brennt die Hütte, jetzt wird es richtig schwierig.
Und wir haben natürlich an der Stelle vielleicht viele Glaubenssätze, die wir schon mal durch andere erfahren haben.
Vielleicht kennt man jemanden, der fremdgegangen ist, der eine Affäre hatte.
Oder die Beziehung kaputt gegangen ist danach.
Vielleicht ist es so, dass man sich darüber ja auch schon in der Partnerschaft ausgetauscht hat.
So in der Kennenlernphase.
Wie ist das denn bei beiden mit den Glaubenssätzen zur Treue?
Und dann hat vielleicht der andere gesagt, also bei mir wäre das ein sofortiger Trennungsgrund.
Das würde ich niemals akzeptieren.
Oder auch wurde über andere so geurteilt, dass man das vielleicht mal in einem Film gesehen hat und so weiter.
Hat dann kurz darüber gesprochen oder gemerkt, wie die Partnerin oder der Partner das extrem verursacht.
Beurteilt, was da passiert.
Und wirklich sehr, vielleicht sogar denjenigen da im Film beschimpft und sagt, Mensch, wie kann man nur so handeln?
Ich hätte da niemals Verständnis für.
Der muss doch mal an die Kinder denken und so weiter.
Und das kommt jetzt alles zum Vorschein, dass ich ja gefühlt weiß, wie der andere darüber denkt.
Aber häufig ist es dann doch, wenn es einem selber passiert, eben nochmal ganz anders, als viele sich das vorstellen.
Die meisten.
Die meisten.
Die meisten.
Die meisten, die bei uns sind, haben vorher gesagt, das würden wir nicht verzeihen.
Und auf einmal sitzt man dann doch ja bei uns und versucht zu schauen, ob man die Beziehung doch noch retten kann.
Und bei vielen geht es dann auch darum, Klarheit zu finden.
Weil die fehlt in dem Moment meistens.
Also man würde sich ja denken, wenn so etwas rauskommt, dass man dann ja schon eine Klarheit haben muss.
Möchte man an der Ehe oder an der Beziehung festhalten?
Möchte man die Affäre weiterführen?
Da muss ja irgendwie jetzt ein Schluss da sein.
Aber so ist es häufig nicht.
Und das macht auch sehr häufig wieder eine Verletzung, dass halt keine Klarheit da ist.
Das heißt, so ganz viele unterschiedliche Gefühle, Gedanken, die sich im Kreis drehen und man selber auch von sich häufig enttäuscht ist.
Also viele Menschen erzählen im Coaching immer, ich bin auch selbst verletzt, dass ich so etwas gemacht habe.
Also von mir selber so enttäuscht als Mensch.
Ich hätte mir das selber gar nicht zugetraut, dass ich so etwas machen könnte.
Weil oftmals dann ja auch häufig die Rückmeldung relativ schnell. Von anderen kommt, also natürlich von einem anderen Beziehungspartner, aber auch von Eltern vielleicht, die das wissen oder Freunden, dass die sagen, ja, die hätte ich das gar nicht zugetraut.
Und das macht ja was mit einem.
Also dass dieses eigene Fundament selber, obwohl man es ja getan hat, auch erschüttert ist.
Wenn man das überhaupt Freunden und Familie erzählt.
Natürlich.
Bei sehr vielen bleibt das auch wirklich innerhalb der Beziehung, weil da eben auch sehr viel Schamgefühl dann bei beiden dahinter steckt.
Die eine oder der andere ist dann. Der, die betrogene.
Das möchte man ungern sein, so nach außen hin.
Weil das für viele ja auch was mit dem eigenen Wert manchmal zu tun hat.
Manche beziehen das ja auf die Identitätsebene und sagen, oh, ich bin anscheinend nicht wertvoll genug, dass man mich nicht betrügt.
Auf der anderen Seite ist das so, dass derjenige, der in der Affäre war, ja auch, wie du schon sagtest, vorher mal wahrscheinlich mit absoluter Ehrlichkeit gesagt hat, ein Wert von mir ist Treue.
Mhm.
Eben seinen Wert selber verletzt.
Dafür hat er Dinge ausgeblendet, um das tun zu können.
Aber in dem Moment, wo eben, wie ich schon sagte, diese Blase platzt, wird einem das alles schlagartig bewusst.
Und auch hier ist dann eben eine extrem angespannte Situation nun für diese Person entstanden, wo man schauen muss, wie kann man jetzt so handeln, dass man diese extremen Situationen nun so gut wie möglich überwinden kann.
An dieser Stelle nochmal kurz der Hinweis.
Dass das Teil 2 ist.
In dieser Folge geht es darum, wie kannst du dich verhalten, wenn deine Affäre aufgeflogen ist.
In der letzten Woche haben wir bereits darüber gesprochen, wie sich derjenige gut verhalten kann, der durch die Affäre verletzt wurde.
Sodass jeder für sich eine Folge hat, um nun zu schauen, wie man optimal durch diese Phase am Anfang durchkommt.
Denn diese ist sehr kritisch und viele sind sehr hin und her gerissen, was sie tun sollten.
Denn meistens hat glücklicherweise. Keine Erfahrung damit, wie man jetzt mit so einer Situation umgehen soll.
Ein Gefühl, was ja sehr präsent ist bei der Person, die eine Affäre in Fremdgehen hatte, ist ja ein tiefes Gefühl von Schuld und Reue.
Also, dass man merkt, man hat von den Werten her eine Grenze überschritten.
Man hat ja meistens in einer Beziehung den Wert Treue und Ehrlichkeit festgelegt.
Und das ist der Person auch bewusst.
Auch wenn man sagen kann. Dass sehr viele, wenn die Affäre oder das Fremdgehen hervorkommt, es auch abstreiten im ersten Moment.
So ist trotzdem ein Bewusstsein da, dass das, was man getan hat, nicht gut war.
Man will natürlich nicht, dass diese Welten sich jetzt vermischen und versuchen, das irgendwie abzugrenzen, um genau das, was man befürchtet, nicht hervorkommen zu lassen.
Vielleicht sollten wir noch kurz abgrenzen, über wen wir gerade so ungefähr sprechen.
Denn vielleicht ist in einigen schon so dieses Gefühl, wenn man das so hört. Jetzt sagt sie, Schuld und Reue, das kann ich mir nicht vorstellen.
Das trifft doch nicht auf jeden zu.
Jetzt müssen wir schauen, wen meinen wir denn?
Bei uns sind ja typischerweise Paare in den 30ern, 40ern, manchmal 50er auf jeden Fall.
Paare, wo ein Fremdgehen, eine Affäre aufgeflogen ist, die bei uns sind, ist normalerweise ein familiäres Setting.
Beide sind lange Zeit zusammen, meistens verheiratet, haben ein bis drei Kinder.
Also, es ist ja so dieses typische Setting.
Heißt, man hat als Paar sich schon richtig was aufgebaut zusammen und man ist eigentlich in einer tiefen Verbundenheit.
Es gab normalerweise vorher, bevor das passiert ist, immer eine Phase, wo es kriselte, wo was nicht so gut war, aber womit man nicht so richtig umgehen konnte und da keine richtige Lösung für gefunden hat.
Was eben meistens die Phase ist, die auch dann verursacht, dass man dafür überhaupt offen geworden ist.
Und das ist normalerweise so das Setting, wenn jemand zu uns kommt.
Das heißt, wir haben eher nicht jetzt den 20-Jährigen bei uns, der in der Disco zu viel Alkohol getrunken hat und mit irgendwem anderen in der Kiste gelandet ist.
Das ist eher nicht damit gemeint.
Und wir haben typischerweise eben auch nicht die Menschen bei uns sitzen, wo die Beziehung inzwischen, sag ich mal, so scheißegal geworden ist, dass man sagt, es ist mir eh egal.
Ich kann jetzt die Affäre machen, ob das rauskommt oder nicht, ist mir egal.
Wenn es rauskommt, ist vielleicht sogar gut, dann trennt sich das Ding endlich.
Die haben wir auch nicht bei uns sitzen, sondern eher wirklich Menschen, die. von sich selbst überrascht sind, dass sie
reingeraten sind und
selber auch so, dass das von sich eher so sagen, ich bin
da so reingeschlittert, so reingeraten.
Wir haben auch
seltenst Menschen, die
das geplant haben, also
die es gesucht haben. Das ist bei
vielen per Zufall
entstanden und darüber, dass
man erstmal so vielleicht ins Schreiben
gekommen ist, einen guten Austausch hatte
und einen guten Draht zueinander hatte.
Wir haben jetzt ganz selten, dass jemand
ins Bordell gegangen ist, dass jemand
sich auf so einer Plattform gezielt
angemeldet hat und gesagt hat,
da suche ich jetzt gezielt auf
einer Plattform eine Affäre.
Das sind alles Dinge, die wir
ganz, ganz selten im Coaching haben.
Typischerweise ist es halt so etwas
wie jemand
hat bei der Arbeit
durch Feiern, durch Meetings
Kontakt zu anderen Personen aufgenommen.
Es gab erst Endgespräche
über die Arbeit und dann ist da was
Intensiveres entstanden. Man hat sich auch mal
private Sachen unterhalten.
Dann gab es die Weihnachtsfeier
ja, dann kam vielleicht der Alkohol dazu.
So etwas in die Richtung
und dann ist da was
entstanden. Also es sind immer eigentlich
Personen, die
im näheren Umfeld sind, also die
irgendwie sozial zu einem eingebunden sind.
Sei es durch Arbeit,
Freundesbekanntenkreis, Nachbarschaft,
Eltern
von Kindern
aus dem Bekanntenkreis.
Das sind so die Menschen, die
einfach so auch mit einem in Kontakt sind.
Wenn man das so abstrakt
rachtet, dann würde man sagen, wir haben eigentlich immer
ein Setting, es gibt eine langjährige Beziehung,
die in eine kriselnde Phase kommt.
Es entstehen Mangelgefühle
und irgendwann ist
das Mangelgefühl in einem bestimmten Bereich
so groß und das ist
auch gar nicht so oft, wie man
denkt, das Sexuelle.
Häufig geht es um Anerkennung, Wertschätzung
erstmal, respektiert werden,
um die Sprachen der Liebe
und der Mangel
wird irgendwann so groß,
dass man offener in der
Lichter verwirrt, das aber gar nicht so merkt.
Aber dann füllt jemand
diesen Mangel aus, wie so ein
Puzzlestück.
Das kann bei der Arbeit sein,
jemand lobt einen
für die gute Arbeit, damit kann das losgehen.
Die Kollegin sagt, Mensch, hast
tolle Arbeit gemacht und so weiter und denkst so,
cool, die Kollegin sieht das, meine Frau
zu Hause nicht. Damit geht das dann
los und dann sagt man der auch, dass
sie gute Arbeit gemacht hat und
dann bringt sie einem mal eine Tafel
Schokolade mit und denkst so, cool, die denkt,
hier habe ich zwischendurch und irgendwie entwickelt
sich was, dann schreibt man zwischendurch für die Arbeit
und sagt, Mensch,
ich bin morgen, ich bin
krank, kannst du morgen übernehmen oder was auch immer
und irgendwann schreibt man, ach so, ja, du bist
krank, was hast du denn genau und wie geht's dir denn
und ich fühle mich gerade auch nicht so gut
und zack, geht's irgendwie los und dann ist man
in dem privaten Schreiben drin und
irgendwann entwickelt sich das.
Das ist so der typische Verlauf, den wir
sehr häufig hören.
Aber kommen wir zurück zu den
Gefühlen und was da so
passiert, denn das Nächste, was die meisten
ja sehr betrifft, ist Angst vor möglichen
Konsequenzen.
Ja, da steht ja auch viel auf dem Spiel, muss man
ja auch sagen, gerade wenn man sich zusammen was
aufgebaut hat und das merken wir auch, wenn die Paare
sich bei uns melden, die diese
Herausforderung mitbringen,
dass gesagt wird, es bricht mein ganzes Leben
gerade auseinander. Also
natürlich ist das schwierig,
was die Beziehung angeht, aber da sind
gar nicht selten ja auch noch weitere
Personen mit im System, da sind noch
kleine Leute, die auch noch
da leben und die auch Bedürfnisse
haben und
dann sind natürlich die Ängste auch so, was haben
wir uns alles aufgebaut? Also
wir leben hier in einem schönen Haus,
in einer schönen Wohnung, wir haben
Freundes-Bekannten-Kreis, fahren zum Urlaub,
also das fällt einem
dann häufig auf, dass man sagt, oh Gott,
was steht jetzt hier alles auf dem Spiel?
Ganz häufig fällt auch der Satz, wenn Freunde
und Bekannte das wüssten, dass uns
das passiert ist, die würden damit nie
rechnen. Also, dass
dieses Perfekte nach außen wirklich auch
so dargestellt worden ist und
man selber denn sozusagen
durch so ein, das Verhalten,
was man gezeigt hat, vor einmal so
wie ein Zuschauer auf seine
Beziehung schaut und sagt, krass,
was ist da überhaupt passiert? Also ganz
für Unsicherheit und
da natürlich
auch Zukunftsängste entstehen.
Man kann sich gar nicht vorstellen, wie es jetzt weitergehen
kann, da ist ganz viel Wut
vielleicht von der anderen Seite und Traurigkeit,
man ist selber mit seinem Gefühl und mit dem Gefühl
der anderen Person überfordert und denkt so, wie soll das
alles überhaupt weitergehen? Ganz viele lassen sich
auch krank schreiben in dem Moment.
Sie sagen, ich kann nicht mehr schlafen, ich kann nicht
mehr essen. Ich schaffe das gerade
noch irgendwie, meine Kinder hier zu versorgen und
die zum Kindergarten und zur Schule zu
bringen, aber eigentlich vegetiere ich nur vor mich hin
und wir drehen uns hier in nächtlichen
Gesprächen immer weiter
und weiter und kommen zu keiner Lösung
und es ist ein Mix aus, soll ich
jetzt meine Tasche packen und ins Hotel gehen
oder zu Eltern gehen oder kann ich hier bleiben? Also
das ist Ausnahmezustand.
Was ja
auch zeigt, dass so die Beziehung
und das Leben, was man sich so aufgebaut hat,
dass das ja auch sehr viele
positive Aspekte hat, die man
gern hat und die man auch
mag. Ansonsten hätte man
sich ja auch einfach sauber trennen können
und hätte sich dann eine neue Person
gesucht, aber da es so
viele Aspekte gibt in der
Beziehung, im Setting insgesamt, die man
gerne mag,
hat man das eben nicht
beendet und
häufig liegt dem ja eine Hilflosigkeit
zugrunde. Wenn ich jetzt wüsste,
wie ich die Beziehung wieder
in eine erfüllende Richtung bekäme,
dann würde ich es ja tun, vielleicht habe ich auch
schon häufiger ausgesprochen, dass ich
mit bestimmten Bereichen nicht so glücklich bin,
aber es liegt meistens eine gewisse
Hilflosigkeit hier zugrunde,
die Beziehung erfüllend
zu gestalten, weil das kann ich ja nicht alleine erreichen,
das kann man ja immer nur zu zweit erreichen.
Und dann natürlich auch die Frage,
wenn jetzt die Affäre oder das Fremdgehen
bei der Arbeit passiert ist, man selber
muss ja auch dann zeitnah wieder
zur Arbeit gehen, also auch so eine berufliche
Angst, was für Konsequenzen
zieht das beruflich mit sich,
verlangt ja häufig auch
der Partner oder die Partnerin, dass es auch eine
berufliche Veränderung gibt, wenn man der Beziehung
noch eine Chance gibt, also
das ist ja auch eine große Herausforderung zu sagen,
okay, wie kriege ich das hin? Ich erinnere mich immer noch
gerne an Lehrerpaare,
also wo einer
Lehrer ist oder Lehrerin ist,
da hatten wir das schon sehr häufig
oder allgemein auch bei Beamten,
wo die ganz oft gesagt haben, ja,
das kann ich sehen, dass du dir das wünschst,
ist jetzt aber nicht von heute
auf morgen so möglich.
Also ich kann nicht jetzt die Schule
verlassen nächste Woche und sagen,
ich gehe zur Nachbarschule, fünf
Orte weiter, ich kann
hier einen Antrag stellen und dann können wir mal gucken,
aber wenn ich jetzt hier einen Antrag stelle,
dann muss ich das auch irgendwie begründen und dann lasse ich hier auch
eine große Bombe platzen, wenn
die andere Lehrkraft an der Schule auch arbeitet
häufig und das bedeutet ja für beide was,
also es ist ja häufig viel
komplizierter, als man jetzt
so im ersten Schritt denken würde, ne?
Ja, das ist leider so,
wenn das am Arbeitsplatz passiert oder in der
Nachbarschaft, das ist eben besonders tragisch.
Nicht intim im Team,
sag ich da nur. Ich erinnere mich an
einen Fall, der vor vielen Jahren bei uns
war, wo er 20 Jahre
schon im gleichen Unternehmen gearbeitet hat,
in der Seite Ausbildung, also
Schule, Ausbildung dort gemacht
und immer da gearbeitet und liebt
seinen Arbeitsplatz und das Unternehmen und ist
da super gerne und fängt dann da was
im Team an und die Partnerin
hat ganz klar gefordert,
einer von euch muss
diese Firma verlassen, ansonsten ist
die Beziehung für mich nicht mehr vorstellbar,
was nicht selten eine Forderung
ist und was natürlich dann auch
eine weitere zusätzliche Belastung
ist, denn derjenige steht
jetzt davor und sagt,
ich habe jetzt folgende Wahl, ich verlasse
meinen Arbeitsplatz, den ich sehr liebe,
muss mir irgendwas
Neues suchen, weiß aber trotzdem nicht,
ob danach meine Beziehung wieder gut wird
und muss jetzt dieses Risiko
eingehen, ja,
auf der anderen Seite muss man sagen, du hast dich da rein manövriert,
du hast diese Entscheidung getroffen,
sicherlich kann man sagen, die Beziehung
war vorher nicht gut und beide
hätten Verantwortung gehabt, daran zu arbeiten,
aber für diese finale
Entscheidung, sich auf eine Affäre einzulassen,
da trägt man alleinige Verantwortung
und dann
alleinige Verantwortung heißt auch,
dass man die Konsequenzen
allein tragen muss und die Konsequenz kann
sein, dass man entsprechend
hier der Forderung ausgesetzt ist,
dem Arbeitsplatz zu wechseln.
Und das ist eben eine Phase,
wo, was du schon sagtest,
manchmal nicht ganz klar ist, wo
so Verwirrung entsteht und man
jetzt überlegt, was will ich denn eigentlich?
Will ich vielleicht mich
trennen und mit meiner Affäre
versuchen, eine Beziehung zu starten?
Ist meine Affäre dafür überhaupt offen?
Vielleicht ist derjenige selber in einer
Beziehung und man müsste da erstmal
schauen, ob sich da jemand trennt.
Dann vielleicht auch
verschiedenste andere Sorgen, weil was macht
denn jetzt meine Partnerin, mein Partner?
Geht der jetzt
zur Frau, zum Mann von der Affäre
und sagt dort, pass mal auf
hier, unsere Ehemänner,
unsere Ehefrauen, die haben miteinander
und das betrifft dich genauso
wie mich. Schau mal, was mit dem Arsch
du zusammen bist. Und auf
einmal ist das
auch nochmal eine Angst. Auf der anderen Seite
lässt jetzt meine Frau, mein Mann das auffliegen.
Das heißt, hier entsteht jetzt
viel Chaos. Manchmal auch
akuter Handlungsbedarf, wenn zum Beispiel Kinder
eingebunden sind.
Also das ist ja auch mal die Frage, wie
weit entfernt sind die Kinder
von der Affäre? Also wenn
das jetzt zum Beispiel
Mama, Papa von einem Spielpartner
ist, beste Freunde, hatten wir auch
schon öfters von Kindern.
Dass die sich regelmäßig auf dem Spielplatz oder Fußballplatz
treffen, sich gegenseitig zu Geburtstagen
einladen. Genau, da es Nachbarn sind, was sagt man seinen Kindern,
wenn die Kinder vor allem nicht mehr beim Nachbarn klingeln
dürfen zum Spielen bei den Kindern?
Also
das ist ganz schwierig,
weil so viele Themenbereiche vor allem mal rein
kommen ins System, wo man Klarheit braucht,
die nicht da ist. Und gar nicht selten
muss man auch sagen, ist das auch ein Punkt,
dass die Person, die
eine Affäre hatte
oder hat, sagt, ich möchte
auch nicht gleich den Kontakt zur Affäre
abbrechen. Das wäre ja
sowas, was man sofort denken würde.
Dann kommt sowas zum Vorschein und
dann sagt derjenige in großer
Reue, ich beende das alles sofort.
Das gibt es natürlich auch sehr häufig, gar keine
Frage, aber es ist auch gar nicht selten,
dass gesagt wird, ja,
ich möchte irgendwie schon an der
Ehe arbeiten, aber so ganz den
Kontakt zur Affäre abbrechen kann ich mir nicht vorstellen,
weil halt diese ambivalenten Gefühle von Liebeskummer,
dass man die Affäre
nicht sehen kann mehr,
auftritt gleichzeitig zu dem Gefühl,
mir tut meine Frau oder mein Mann auch
so leid. Und dann ist es
im Kopf natürlich ganz schwierig,
weil natürlich die betrogene Person sagt,
wie ist nicht dein Ernst?
Du willst es nicht beenden. Willst du das jetzt
gleichzeitig haben oder das halte ich
nicht aus? Wie kannst du das machen?
Ja, man sieht schon, es gibt keinen geraden
Weg an der Stelle. Man kann nicht, wenn man
jetzt überlegt und sagt, oh Mann,
ich bin ja so ein ganz besonders schlechter Mensch.
Ich bin jetzt auch noch unsicher, ob ich die
Affäre weiterführe oder nicht.
Das müsste doch völlig logisch sein, dass ich
mich sofort davon löse,
trenne, alles abbreche,
alles blockiere und so weiter.
Das würde doch jeder so tun.
Es tut eben nicht jeder so. Für manche
ist das sehr verwirrend.
Gerade wenn es emotional ist, also wenn es nicht nur um
Körperlichkeit geht, sondern
da vielleicht auch schon Monate, manchmal auch Jahre
schon eine Affäre besteht, da hat man
sich ja auch zusammen Rituale
aufgebaut, gemeinsame Zeit
gehabt. Da war ja vielleicht auch schon mal so
der Gedanke, da könnte auch eine gemeinsame
Zukunft entstehen. Also da
ist ja häufig auch mehr als nur
die
Sexualität, die ausgelebt
wird. Und das ist auch der Grund für
ein nächstes Gefühl, was bei
manchen entsteht, nämlich ein erstes
Gefühl von Erleichterung.
Denn diese
Fassade aufrecht zu erhalten,
das kostet ganz schön viel Energie.
Man lebt in ständiger
Sorge und Angst, dass man sich
in seinen Lügen und Verheimlichungen,
die man so baut, verzettelt
und dass das rauskommen könnte.
Man ist ständig so ein bisschen
auf der Hut, man packt sein Handy
beiseite und nicht selten ist es ja
so, dass man schon
die ein oder andere Situation
retten musste, wo man
darauf angesprochen wurde. Wo vielleicht die
Frau oder der Mann gesagt hat, hey, was ist
denn da los? Also irgendwie, du bist
auf einmal sehr häufig bei der Arbeit abends lange.
Und du sagtest doch, du bist da
in Bielefeld im Hotel, aber
irgendwie, ich habe da gesehen,
da war ja gar nichts gebucht.
Ja, ja, das ging spontan doch Richtung
Braunschweig.
Ganz häufig, auch momentan, hatte ich jetzt in den letzten Monaten
mehrfach, dass
eine Person dadurch auffällig wurde,
dass im gemeinsamen Urlaub
oder bei Unternehmungen immer Selfies
gemacht worden sind. So, dass die Person
vor allem mal irgendwo stand und von sich alleine Selfie gemacht hat.
Wo dann die Frau gesagt hat, so,
warum machst du hier ein Selfie von dir?
Das hast du früher auch nicht gemacht.
Mit dem Wissen jetzt, von heute
dann sozusagen, ja, klar, da wurden die Fotos
dann schon geschickt. Also das
hatte ich auch schon mehrfach. Und
da entstehen, Menschen haben ein Gefühl dazu,
so, dass irgendwas nicht stimmt. Meistens
deckelt man das, wenn man denkt, naja, ich will jetzt auch
nicht kontrollieren. Aber
die Person, die das macht,
meiner Erfahrung nach, geht das auch immer
mehr in diese Grenze ran.
Was kann ich noch tun? Wie weit kann ich
noch gehen? Ist ja auch so ein bisschen
Spiel mit dem Feuer, ne? Das macht ja auch manchmal
eine Affäre oder ein Fremdgehen aus.
Diese Abenteuerlust
da dran. Und dass
dann natürlich, wie du sagst, eine Erleichterung entsteht,
wenn man sagt, puh, jetzt ist das Spiel
vorbei. Jetzt brauche ich mir
nicht mehr so viel Gedanken machen. Es ist total alles grausam,
wie es ist. Aber jetzt ist die Wahrheit
wirklich ans Licht gekommen.
Und irgendwie ist es auch eine Erleichterung,
weil
eigentlich wollte ich das ja auch nicht mehr. Ich wollte das ja schon
dreimal beenden. Das ist auch gar nicht selten so, dass
Menschen auch aus Affären nicht mehr rauskommen.
Ich hatte schon mehrfach, ne?
Dass jemand sagt, hey, ich beende
das mit dir. Und der andere sagt,
nee, ich will schon,
ich will mit dir was anfangen. Das kannst du nicht
beenden. Doch, ich würde das gerne beenden
an der Stelle. Nee, dann sage ich das
deiner Frau oder deinem Mann.
Das bleibt schön aufrecht mit uns.
Oder auch dieses, wenn du das sagst,
dann tue ich mir was an.
Ist auch leider häufig
eine Aussage.
Ja.
Break an der Stelle. Wenn du möchtest,
hinterlass gerne bei Spotify oder Apple eine Bewertung
für unseren Podcast. Das würde uns
sehr freuen und hilft auch anderen,
dann unseren Podcast
einzuschätzen und dann bei uns reinzuhören.
Kommen wir einmal zu
den Lügensansätzen, die halt schon probiert
worden sind, aber
nicht helfen. Ja, so ein bisschen wie
Do's und Don'ts, ne? Jetzt gucken wir uns eher so die Don'ts
an, auf was man so kommt und was
man vielleicht auch in Foren findet.
Was so die ersten Ansätze sind,
die aber tendenziell die Lage
eben
eher verschlimmern.
Erster Punkt ist so ein
überschätzendes Verhalten, sag ich mal. Also,
dass man Sachen wieder gut machen will
und das dann als allererstes
versucht mit extrem viel
Zuneigung, extrem viel Geschenken,
dass man Reue zeigt, dass man sagt,
man ist jetzt ein anderer Mensch und ab
morgen wird alles anders und
auch dadurch unheimlich wirkt.
Also, die andere Person
dann sagt, ja, aber
erstens, ich weiß jetzt schon, du kannst das gar nicht
halten. Das ist total unnatürlich. Das ist
vor allem mal künstlich. Und warum kannst du das jetzt
vor einmal? Und das
fühlt sich überhaupt nicht stimmig an. Und dass
auch nette Gesten natürlich
diese Verletzung nicht auflösen. Also,
wenn jemand mir dann Geschenke mitbringt,
ist das schön und gut, aber das
löst natürlich überhaupt nicht das Gefühl von Ausschluss,
dass da etwas passiert ist,
was mich zutiefst verletzt hat und
auch der Wert Vertrauen und Ehrlichkeit
verletzt ist, ne?
Es ist wichtig, dass man dem halt auch seinen
Raum gibt und damit auch
ja, dem anderen zeigt, dass man diese
Lage wirklich ernst nimmt.
Dass, wenn man jetzt zu
schnell mit Geschenken und
Zuneigung und hey, ich mach alles anders
kommt, dann
ist es zwar unheimlich, aber es wirkt auch
so, als würde das so beiseite
gewischt werden. Man würde es abtun so ein bisschen, ne?
Wieder quasi in die nächste
Parallelwelt, die nächste Blase einsteigen
und sagen, hey, lass uns doch
die Blase einfach so nehmen und wegschmeißen
und ab jetzt ist wieder alles gut
und lass uns damit nicht beschäftigen.
Das ist vielleicht nicht so gemeint,
aber das kann dadurch so rüberkommen
und dem einem anderen eher noch ein
schlechtes Gefühl machen. Genau, das kann
eine Vermeidungsstrategie dann sein,
dass man halt einfach weitermachen möchte,
obwohl man weiß, dass es ja nicht gut war
und einfach weitermachen nicht funktioniert,
aber so eine Hoffnung drin steckt.
Das sind auch viele Glaubenssätze, die ja
mitschwingen, dieses jetzt
da muss ich mal in den Spruch denken, man
kann ja auch mal das Fenster aufmachen
und dann ziehen die dunklen Wolken
davon, also viel auf den
Drang, jetzt ist auch mal gut, lass uns
das doch mal unter den Teppich kehren und
man kann sich auch mal ein bisschen zusammenreißen.
Wenn beide die Motivation haben, dann
kann es ja auch jetzt wieder gut sein.
Und das ist auch wichtig, das gilt jetzt für beide Seiten.
Das ist wichtig, dass man selbst
jetzt nicht die Affäre einfach nur beiseite wischt
und dem keinen Raum geben mag.
Man muss sich jetzt diesen ganzen Gefühlen und alles,
was passiert ist, man muss sich dem nun wirklich
stellen. Das gilt aber auch
für die andere Seite. Wenn jetzt deine
Partnerin oder dein Partner sagt,
hey, ist
eigentlich gar nicht so schlimm und ich
sehe auch, wir waren ja auch in der
Krise vorher und so und
ist halt so. Manchmal, wir machen halt Fehler,
mir geht es auch eigentlich wieder gut damit und
man denkt so, hm, wir haben
jetzt zwei, drei Tage drüber gesprochen,
da waren auch kurz ganz viele Ausnahmegefühle
da und jetzt ist so,
nach zwei, drei Tagen wischt sie es beiseite und sagt,
eigentlich ist es wieder gut, ich kann,
also wenn das nicht wieder passiert, dann ist
es jetzt in Ordnung.
Das klingt einfach
und klingt ein bisschen zu schön
und wahr zu sein, dass das so easy funktioniert.
Und ist es normalerweise auch. Das ist einfach
ein extremer Verdrängungsmechanismus,
der beim anderen nun einsetzt
und das funktioniert
nicht. Das wird immer wieder hervorkommen,
das wird immer wieder zum Thema werden zwischen euch.
Das Vertrauen ist nicht da.
Also auch da
eher sagen, hey, das
kann es nicht gewesen sein.
Wir sollten dem beide wirklich Raum geben,
denn wir hatten eine kriselnde
Phase lange Zeit oder sogar eine handfeste
Krise und das ist daraus
erwachsen. Wir müssen jetzt wirklich schauen,
was da passiert ist, was war die
Ursache, was sind die Verletzungen,
die daraus entstanden sind und
wie wollen wir zukünftig dafür sorgen,
dass wir eine erfüllende Beziehung führen.
Wie sieht überhaupt eine erfüllende
Beziehung aus? Und daher ist es auch nicht so
nett, wie es ist, die Affäre
sozusagen als, die war nicht wichtig
abzustufen
und zu sagen,
das war eh keine hübsche Frau oder kein hübscher Mann.
Das weiß ich auch nicht, da habe ich
ein bisschen zu viel Alkohol getrunken.
Also sozusagen die Affäre schlecht zu reden,
um der anderen Person ein gutes
Gefühl zu machen,
mit der Hoffnung, dass das Thema sich
dann schnell löst, weil man dann ja auch
nicht mehr seinen eigenen Anteil sieht. Also man selber
geht ja gar nicht in Verantwortung, weil
es ist ja immer so, dass da zwei Menschen zu gehören.
Also
und keiner ist gezwungen, das mitzumachen.
Und indem man das
so schlecht macht, ist es natürlich auch so,
dass man selber seinen Anteil nicht sieht.
Die gute Absicht ist verständlich,
dass man einfach sagen möchte,
hey, du bist viel wertvoller
als dieser andere Mensch,
den so ein bisschen hochhebt
und da vielleicht auch das Selbstvertrauen nicht zu sehr
kaputt gehen lassen möchte. Das ist schon
verständlich und dadurch vielleicht die Hoffnung hat,
dann gehen vielleicht Wut und Angst
und Traurigkeit, Schmerzleid bei dem anderen
ein bisschen runter, weil der dann vielleicht vom Kopf her
sagt, ah ja, okay, ich habe mir das jetzt
alles zu drastisch ausgemalt.
Es ist ja gar nicht so schlimm.
Das ist ja gar keine echte Konkurrentin,
gar kein echter Konkurrent.
Aber das ist übrigens auch ein
häufig männliches Denken.
dieses
wenn die Frau eine Affäre hatte,
dieses Vergleichen wollen mit dem anderen
Mann, wer ist
quasi der, so ein bisschen, wer ist der Stärkere,
wer ist der Bessere, da ist man oft
dieses Gefühl, oh, anscheinend
reiche ich als Mensch
meiner Frau nicht aus
und sie hat sich einen Besseren gesucht,
ist aber selten der Fall.
Also selten würde auch die Frau sagen,
ich habe mir einfach da
jemanden gesucht mit mehr Geld und
sieht besser aus und hat,
das ist eher selten der Fall.
Weil das meistens nicht der Grund ist.
Meistens finde ich aber
schon so weiche
Beschreibungen, die häufig
kommen, also mit der Person konnte ich
über Gefühle sprechen,
da war eine emotionale Nähe da,
selten Äußerlichkeiten,
das ist eigentlich nicht so der Fall,
aber schon, dass man sagt,
das war eine besondere
Verbundenheit.
Das ist genau ja dieses Mangelgefühl, was vorher da war
und wo der andere dann dieses Puzzlestück
füllt, nur der
Mangel besteht normalerweise nicht darin,
zu schlecht auszusehen,
zu wenig Geld zu haben, also nicht in diesen äußeren
Merkmalen, auf die häufig
dann Männer im ersten Step kommen
und erstmal die Überlegung
haben, oh, hat sich meine Frau
jemanden gesucht, der besser ist als ich?
Nicht in den äußeren Merkmalen,
sondern es geht
darum, dass der einfach ein anderes Verhalten
gezeigt hat, eben in der Aufmerksamkeit,
im Fokus, in
Wertschätzung, Anerkennung, hat wahrscheinlich
die individuelle Sprache der
Liebe der Frau in dem Fall
besser getroffen
und in dem Moment da was
ausgelöst. Deswegen ist es auch so wichtig,
als Paar zu schauen,
dass man nicht in die Vermeidungsstrategie geht
in enger Hinsicht, sondern
in die Tiefe zu gehen, zu sagen, welcher Mangel
liegt vor, der sich meistens ja auch spiegelt
bei beiden, das ist ja nie so, dass einer
sagt, das war eine Bombenbeziehung, der nächste sagt, ich war
tot und unglücklich. Das ist ja meistens so, dass
beide da wirklich Mangelgefühl haben
und ja, vor allen Dingen
dieses Schweigen nicht als Lösungsstrategie
sieht.
Wenn euch dieses Thema betrifft
und ihr das Gefühl habt, ihr wünscht euch
gerne Unterstützung von jemandem,
der sich tagtäglich mit Beziehungen
in der Krise beschäftigt
und dafür sorgt, dass diese
wieder auf einen guten Weg kommen, dann meldet euch
sehr gerne bei uns für das Telefonische Erstgespräch.
Wir haben inzwischen weit
über 1100 Paare begleitet
und haben das mal
durchgeguckt. Wir können nur schätzen,
weil wir es jetzt nicht dokumentiert haben,
aber wir schätzen, dass 60%
der Paare, die bei uns sind,
durchaus mit einem Fremdgehen, Affäre
und Fremdverlieben konfrontiert sind.
Dass wir über 600
Paare schon begleitet haben,
das ist wirklich ein sehr, sehr regelmäßiges Thema
bei uns im Coaching, wo
wir, gerade du, sehr viel
Erfahrung haben.
Eine ganze Zeit lang sind wir
ganz viele Affärenpaare
bei dir gelandet.
Genau.
Was kann man also in dieser akuten
Krisensituation machen, als die
Person, die eine Affäre hatte?
Zunächst mal ist es wichtig, so schnell
wie möglich für sich selber Klarheit zu
bekommen, denn
diese Phase, in der man
selber sich unklar ist, was
man will, ist für den anderen
besonders schwer auszuhalten.
Der andere braucht jetzt
erstmal maximal viel Sicherheit
und
da braucht es auch manchmal
so Pseudosicherheitselemente,
wie zum Beispiel ein Geotracking
und sonstige Dinge
und
das stellt natürlich nie eine richtige Sicherheit
dar, aber es ist wichtig, sich jetzt
selber im Klaren zu werden,
was will ich? Will ich die
Affäre beenden?
Will ich und kann ich den Kontakt
komplett abbrechen?
Den anderen blockieren?
Kann ich, wenn das jetzt beim
Arbeitsplatz war, kann ich dort irgendetwas
einleiten? Zum Beispiel die
Abteilung wechseln, den Standort wechseln,
je nachdem, wie groß so eine Firma ist,
kann ich irgendetwas Schnelles realisieren,
um dort in diesen Abstand
hineinzukommen, wenn ich denn meine
Beziehung weiterführen möchte
und versuchen möchte, die Beziehung
zu retten. Dann brauche ich auf jeden Fall
so schnell wie möglich Klarheit,
aber auch dann eben Handlungen,
die dem anderen sofort zeigen,
dass man es ernst meint,
denn das Aussprechen
von, du bist mir wichtig,
ich würde das gern versuchen, mit dir weiterzuführen
und will da auch mit dir dran
arbeiten, das ist nett,
aber viel besser ist es, durch
echtes Handeln zu zeigen, wie ernst man das
meint, aber dafür braucht es eben erst mal
innere Klarheit, was
man wirklich will.
Oder ob man sagt, man möchte
sich für die Affäre entscheiden,
dann wäre ja die Frage, wie möchte man
jetzt eine Trennung einleiten, gerade wenn Kinder
dabei sind, wie kann man ein starkes
Elternpaar bleiben, so das sind ja auch
alles Entscheidungen,
die getroffen werden dürfen.
Dann ist ein wichtiger Punkt, dass man auch
Verständnis für den Partner oder die Partnerin
hat, also nicht nur
die eigene Ausnahmesituation zu sehen,
sondern auch wirklich noch mal
zu reflektieren, in welcher Situation
befindet sich gerade die andere Person.
Also, wie wir schon am Anfang
sagten, ist das ja häufig so, dass da so ein
Überraschungsmoment im Negativen
entstanden ist, dass
etwas aufgedeckt worden ist und das natürlich auch
einfach Energien freisetzt
und dass man sich
selbst auch bewusst ist, dass das jetzt
emotional für alle eine
sehr herausfordernde Zeit ist
und dass es auch da manchmal
gebraucht wird, besondere Wege
zu gehen. Also, wenn wir gerade in so
einer Ausnahmesituation sind, wie
können wir uns gegenseitig stützen, dass jeder
Zeit zum Reflektieren hat,
wie können wir uns mit den Kindern entlasten,
geht das räumlich hier noch,
dass wir so zusammenleben,
welche Möglichkeiten gibt es,
ist es eine Möglichkeit,
die Eltern oder Schwiegereltern mit
einzubinden, was die Kinder angeht,
dass man mal wirklich in Ruhe Gespräche führen
kann, also das
Verständnis einfach auf beiden Seiten
zu sehen.
Und eben auch anzuerkennen, dass das jetzt
eine temporäre Phase erstmal ist,
in der eben diese
besonderen Maßnahmen auch
gebraucht werden.
Das kann eben sein, dass man ein
Geotracking auf dem Handy einstellt,
das kann sein, dass man auf manche
Dinge verzichtet,
wenn man zum Beispiel
die Affäre beim Sport
kennengelernt hat, dass man sagt,
okay, ich gehe nicht mehr in das Fitnessstudio,
ich breche das dort ab
und gehe dort nicht mehr hin
und man braucht
sich gar nicht an der Stelle immer schon
Gedanken darüber machen, das kann doch
nicht immer so sein, ich muss doch irgendwann wieder
Sport machen dürfen, wie stellst du dir das vor,
das ist an der Stelle alles zu viel,
denn aktuell
ist der andere
total verletzt, massiv verunsichert,
will irgendwie versuchen,
einigermaßen die Existenz
auf einem halbwegs wackeliges,
aber irgendwie haltendes Fundament zu stellen,
dass man überleben kann
und da hilft das alles, deswegen
muss man eben an der Stelle wirklich sehen,
das sind temporäre Maßnahmen,
bis man diese Phase überstanden hat,
denn das sind
immer so häufig Dinge, wo es sich in einem
wehrt, wo man sagt, ja, aber ich will
nicht ständig mit dem Handy
getrackt werden können, nee, das bleibt auch nicht
dein Leben lang, das ist jetzt eine Phase,
wo diese maximale Unsicherheit da ist
oder jemand sagt, aber ich kann
doch jetzt nicht nur noch zu Hause bleiben, ich muss
doch auch mal irgendwann wieder raus und Sport machen dürfen.
Kannst du auch, aber vielleicht
nicht jetzt gerade. Und das sind alles genau
die Konsequenzen, die man jetzt
gerade aus seiner Verantwortung
heraus übernehmen muss und
sollte, wenn man denn
an der Beziehung festhalten
möchte und versuchen möchte, die Beziehung zu retten.
Ein weiterer
wichtiger Punkt ist auch immer, dass man
nicht zu viele Details verrät.
Wir hatten ja in der letzten
Folge, glaube ich, auch darüber gesprochen,
wie weit bringen
Nachfragen einen einen Mehrwert
oder bringen einen weiter ins Leid.
Und jetzt ist ja die andere Seite sozusagen
dran, dass man mal
ganz bewusst überlegt, welche Details
erzähle ich,
weil das dem Partner oder der
Partnerin ja auch einfach
eine weitere Verletzung zufügen kann,
wenn ich da so detailliert drüber spreche.
Und häufig hilft es halt auch nicht weiter.
Ich habe gerade letztens jemanden
beraten, der eine Affäre hat
und wissen wollte,
wenn ich das jetzt ausspreche,
was mache ich dann?
Was kommt auf mich zu?
Und wie kann ich das jetzt,
wie kann ich damit richtig umgehen?
Welche Fragen beantworte ich, in welcher Detailtiefe?
Weil das natürlich schon
herausfordernde Fragen sind
und der andere
sicherlich sehr tief bohren wird und das
eben auch schwerfallen wird,
da loszulassen.
Und so ein erster wichtiger Punkt ist immer,
dass man transparent
ist und ehrlich ist.
In einem bestimmten Detail gerade.
Also das heißt, wenn jetzt der andere fragt,
habt ihr miteinander geschlafen?
Dann nicht erst mal zu sagen,
nein, das haben wir nicht.
Um diese Verletzung nicht weiter zu forcieren.
Und dann bohrt der andere weiter, fragt nach
und sagt, hm, was kann ich mir nicht
vorstellen, das lief doch vier Monate
und so was habt ihr die ganze Zeit gemacht
und hm und
irgendwann sagt man, ja, okay, doch, wir haben
dreimal miteinander geschlafen.
Das ist fürs Vertrauen ganz schwierig.
Denn,
wenn die Beziehung gerettet werden soll, ist
häufig der schwerste Punkt
das Verheimlichen
und Lügen. Denn
das ist der Punkt, der noch
mehr am Vertrauen nagt, als
die Affäre an sich meistens.
Und besonders,
wenn die Affäre auffliegt und das
wird noch weiter so durchgeführt.
Auch dann fängt man an,
das zu verneinen.
Dann fängt man an und sagt, das war
nicht so. Dann gibt es in Salami-Taktik
mal nur hier eine Info, da eine Info.
dann dachte andere, ah, okay, das
das war so nicht und auf einmal war es doch so.
Diese Unsicherheit wird immer mehr.
Das heißt, wenn man etwas gefragt wird
und man antwortet darauf, dann in Ehrlichkeit.
Dass man dann wirklich sagt, ja, das war so.
Wir haben dreimal miteinander geschlafen.
Jetzt kommt es auf die Detailtiefe drauf an.
Was nicht gebraucht wird, ist, wo das genau gewesen ist,
in welchen Stellungen, ob das gut war, nicht gut war.
Irgendwelche Inhalte, das wird alles nicht gebraucht.
Es wird aber gebraucht, dass dieser grundsätzliche Rahmen,
den braucht der andere normalerweise.
Also sowas wie zum Beispiel die Frage, kenne ich die Person?
Wer ist das?
Genau.
Oder kennt jemand aus der Familie die Person, um das so abzustecken?
Da kann man sich auch ganz klar vorstellen, warum.
Das wäre ja für mich maximal unangenehm,
auf einen Menschen zu treffen, von dem ich nicht weiß,
dass das die Affäre meines Mannes, meiner Frau ist.
Aber der weiß das.
Der hat Wissen über mich, was ich nicht habe.
Das ist sehr unangenehm.
Das heißt, wer das ist, das sollte ganz klar ausgesprochen werden.
Aber dann auch wieder ein weiteres Detailwissen über die Person,
über deren Vergangenheit, über deren Klamottenstil,
Haarfarbe, sonst was.
Das ist alles Wissen, was kein Mehrwert bringt.
Wenn man die Person nicht kennt,
dann sind das alles unwichtige Details normalerweise.
Viel wichtiger ist eigentlich die Frage,
was war denn in der Beziehung zwischen uns?
Was war unser Mangelgefühl, was einen dafür offen gemacht hat?
Was ist quasi dieses Puzzlestück, was der andere ausgefüllt hat?
Welchen Mangel hat der andere ersetzt?
Das ist viel relevanter als die Frage,
wie sah derjenige aus und was habt ihr genau gemacht?
Ja, weil dann entstehen auch weitere Triggerpunkte häufig
für die andere Person dann.
Also ich erinnere mich gerade an ein paar Paare,
zum Beispiel, wo die Frau eine Affäre hatte
und er sehr viele Fragen hatte zum Aussehen des Mannes.
Und sie ihn dann beschrieben hat und dann halt auch erzählt hat,
was für Klamotten er trägt,
was für eine Marke er trägt.
Und diese Klamottenmarke dann für die Person verbrannt war.
Und gesagt hat, ja, jetzt im Nachhinein kann ich selber diese Marke,
die ich eigentlich cool fand,
kann ich mir kein T-Shirt mehr von kaufen halbwegs.
Und auch alle anderen Kumpels, die diese Sachen tragen,
habe ich echt ein Problem mit,
weil ich innerlich so einen Stempel drauf habe,
dass ich denke, ja, du bist auch so ein Typ.
Und das ist jetzt nämlich der Punkt, wo man dann,
jetzt hat man die ganze Verletzung schon verursacht,
aber wo man die Beziehung,
aber auch den Partner, die Partnerin vor genau diesen Triggern
und den Flashbacks, die damit einhergehen, schützen kann.
Zum Beispiel erinnere ich mich auch an ein paar,
da ging es darum, dass dann gesagt wurde,
dass das im Hotel passiert ist.
Ja, das hatte ich auch ganz häufig schon.
Und dann berichten häufig die Menschen,
dass man dann in der Dusche steht in irgendeinem Hotel,
was damit gar nichts zu tun hat.
Das kann alleine in irgendeinem Business-Hotel sein,
wo man sein muss, steht in der Dusche
und bekommt eine halbe oder vollständige Panikattacke.
In dem Moment, weil das war ja im Hotel.
Und dann ist man durch Hotels generell auf einmal getriggert.
Das heißt, das ist eine Info, die ist nicht wichtig.
Das ist nicht wichtig, dass das in Hotels war,
wo das genau war, wo man essen ist.
Genau, Städte können auch sozusagen,
schwierig sein, Städte, Restaurants oder so,
dass man sagt, ja, ich kann jetzt nicht mehr mit dir
nach Berlin, Hamburg, München fahren,
weil da habt ihr euch immer getroffen.
Ja, was natürlich häufig wieder aber relevant ist,
ist, woher kommt die Person?
Ja.
Weil wenn ich jetzt sage, okay, das ist eine fremde Person,
okay, dann ist die nächste Frage, woher kennst du die denn?
Und das ist wieder was, was beantwortet werden sollte,
wenn man sagt, ja, die habe ich da beim Business-Meeting
in München kennengelernt, man selber wohnt in Hamburg.
Weil das ist ja eher etwas, was natürlich auf der einen Seite
zwar München verbrennt vielleicht,
auf der anderen Seite aber dafür sorgt, dass man sagt,
okay, da ist aber viel Distanz.
Das heißt, das ist gut,
ich kann dir hier nirgendswo über den Weg laufen,
spontan.
Das ist wiederum etwas, was dann Sicherheit gibt.
Also das wird schon wiederum gebraucht,
diese Info rauszugeben.
Also man sieht, wir brauchen so rudimentäre Eckdaten,
um so grundsätzlich ein paar Dinge dem anderen zu verdeutlichen.
Aber wir brauchen nie Details.
Also welcher Stadtteil in München, Haus oder Wohnung,
hat die sich das schön angezeigt?
Wir sind eingerichtet, wir sind Kleidungsstil,
groß, klein, dick, dünn, spielt alles keine Rolle.
Das ist alles im Detail nicht relevant.
Hat derjenige selber eine Beziehung, Kinder, alles nicht relevant.
Das hilft mir, in dem Fall deiner Partnerin, deinem Partner,
nicht dabei weiter, die Verletzungen zu lösen.
Das Einzige, was man macht, ist tatsächlich,
dass man eine Reihe von möglichen Triggern baut.
Das hatte ich gerade gestern Abend in der Sprechstunde.
Und das war, dass jemand dann ganz viele Bilder in den Kopf kriegt.
Durch diese Detailfragen formen sich immer mehr Fotos und Videos im Kopf,
die immer fester sich einbrennen.
Und die dann zwischendurch in Gedanken hochkommen,
von denen man träumt und so weiter.
Das heißt, diese Trigger, diese Flashbacks werden immer realer
und intensiver durch die ganzen Details, die man bekommt.
Das kann man sich bestimmt gut vorstellen,
wenn man hinten auf dem Buch,
mal das Exposé durchliest.
Das ist normalerweise erstmal auch nur so der Rahmen gesteckt.
Da habe ich noch keine großen Bilder im Kopf.
Jetzt fange ich an, im Buch die ersten Seiten zu lesen.
Und der Autor beschreibt das alles sehr bildhaft.
Auf einmal entstehen in meiner Fantasie Bilder.
Und ich kann anfangen, mich vielleicht in das Gefühl
von einer Person dort hinein zu versetzen.
Aber habe eben auch diese Bilder in den Kopf bekommen.
Und das ist genau das, was wir hier vermeiden wollen.
Wir wollen quasi, wenn man es wie so ein Buch sehen würde,
hinten nur das Exposé preisgeben.
Wir wollen aber nicht den vollen Roman dem anderen erzählen.
Weil das sorgt für ganz viele Bilder im Kopf
und macht es immer, immer schwerer, dieses Thema loszulassen.
Denn das ist nicht das, was die eigentliche Ursache ausmacht.
Das ist natürlich eine absolute Krisensituation.
Und wie du schon ganz am Anfang sagtest,
da hat man ja zum Glück auch nicht so viel Erfahrung drin.
Das heißt, man handelt natürlich ganz viel im positiven Absatz.
Aber auch sehr viel intuitiv.
Und gerät vielleicht auch an seine Grenzen.
Weil man sagt, okay, irgendwie habe ich gedacht,
das, was ich jetzt gemacht habe, wäre gut.
Aber das klappt doch nicht so.
Oder wir kommen in Gesprächen nicht weiter.
Ich habe vielleicht die Klarheit schon.
Aber selbst wenn wir darüber sprechen, wir drehen uns im Kreis.
Wir haben zwar supergute Gespräche.
Viele berichten ja auch davon, dass sie die besten Gespräche seit Jahren
vor allem mal dann wieder führen.
Und auch körperliche Nähe komischerweise sofort wieder da ist.
Nicht immer, aber halt ab und zu.
Aber man das Gefühl hat, wenn die Verarbeitung kommt,
kommen wir nicht.
In der Tiefe kriegen wir das zusammen nicht hin.
Oder halt, ich kriege für mich das Problem in der Tiefe nicht geklärt,
die nächsten Schritte zu gehen,
wenn man sich zum Beispiel gegen die Beziehung auch entscheiden sollte.
Und das finde ich auch völlig in Ordnung.
Weil ich würde auch nicht mein Bein ja alleine jetzt hier operieren,
wenn ich was am Bein habe.
Und sagen, okay, ich klebe jetzt mal ein bisschen Pflaster drauf.
Und das hilft nicht.
Und na ja, sonst gucke ich mir es einfach weiter an.
Sondern ich würde mir auch jemanden holen,
der einfach Erfahrung hat.
Mich da begleitet und mich berät und sagt,
was ich tun kann, damit die Wunde verheilen kann.
Und genau so sollte man, finde ich, auch mal die Chance sehen,
sich professionelle Hilfe zu holen.
Jemanden an die Seite zu holen, der Erfahrung hat.
Der sagen kann, welche Möglichkeiten es gibt.
Wie man jetzt wieder neu ansetzen könnte.
Um dann auch wirklich den Weg gehen zu können, der gewünscht ist.
Ja, das ist auch häufig so, dass Paare sich dann melden
und haben schon gute Erinnerungen.
Hast du Schritte zusammen gemacht?
Ja.
Auch gar nicht selten, dass Paare sagen,
wir haben durch die Podcasts auch schon einige gute Schritte gemacht,
aber wir kriegen es nicht ganz final gelöst.
Und das ist eben sehr schwierig.
Man ist selber emotional befangen.
Man neigt dazu, in den richtigen Schmerz nicht hineinzugehen.
Sondern sich da so ein bisschen im Selbstcoaching,
wenn man es für sich allein oder zu zweit macht,
sich selbst ein bisschen zu betrügen.
Und das ist eben, wenn jemand Unbefangenes drittes
durchleitet so, dass der eben auch in die unangenehmen Dinge reingeht
und die mit einem aufarbeitet,
die man ansonsten dann wieder eher ein Stück weit vermeiden würde.
Ich habe das gerade letztens in einem Termin gehabt,
wo dann auch so die Frage war, das war ein Einzelcoaching.
Ja, wie kann ich denn das mit meinem Partner zusammen
alles Bestens jetzt lösen und so weiter.
Und ich gesagt habe, also ich kann nur empfehlen,
wenn ihr offen dafür seid,
dass dein Partner mit dazu kommt ins Coaching
und wir das gemeinsam machen.
Denn du kannst jeden von uns Coaches,
im Team fragen.
Keiner würde, wenn in der eigenen Beziehung
eine Affäre auffliegt, das alleine lösen,
obwohl das gesamte Handwerkszeug dafür vorhanden ist
und Erfahrung mit dem Thema da ist,
würde das eigene intensive Basisgefühl,
das kognitive Denken überlagern.
Und man würde das für sich nicht alleine
im Regelfall gelöst bekommen.
Zumindest nicht so, dass wir sagen würden,
wir haben es wirklich zufriedenstellend gelöst
und nicht dadurch gelöst,
dass viele Anteile nur verträglich sind.
Die später drohen, wieder hochzukommen.
Ja, von daher meldet euch sehr gerne fürs Erstgespräch.
Wir sind da sehr gut ausgestattet,
was diesen Themenbereich betrifft.
Einerseits durch unsere Erfahrungen,
andererseits durch unser begleitendes Beziehungstraining,
wo wir ein wichtiges Videomodul haben,
nämlich die Krisenakuthilfe,
wo ein größerer Bereich zum Thema ist,
Affäre fremdgehen, fremdverlieben, aufgeflogen.
Was mache ich? Wie gehe ich damit um?
Typische Fragen, die man sich stellt.
Soll ich ins Gästezimmer ziehen? Soll ich erst mal ins Hotel ziehen?
Kann ich weiterhin mit einem Bett in meiner Frau, mit meinem Mann schlafen?
Sagt man was den Kindern oder nicht?
Wie hält man das von denen fern?
Also ganz viele dieser Fragen, die wir hier jetzt auch schon mal so teilweise angerissen,
aber teilweise auch geklärt haben, sind da auch nochmal in der Tiefe wirklich bei uns beschrieben.
Weil wir eben wissen, dass diese Fragen die meisten sich sofort stellen.
Und je schneller man dort eine Antwort für sich bekommt, desto besser.
Vielen Dank fürs Zuhören.
Bis zur nächsten Folge. Bis dann.
Podcast Summary
Key Points:
Wenn eine Affäre aufgeflogen ist, erlebt der Betroene eine tiefe Verletzung, Angst und Schuldgefühle, oft verbunden mit einem tiefen Mangelgefühl, das vorher durch die Beziehung verdrängt wurde.
Das Aufbrechen der „Parallelwelt“ führt zu einem extremen emotionalen Ausbruch, da Verdrängtes wie Vertrauen und Ehrlichkeit plötzlich zur Geltung kommen.
Beide Partner sind betroffen
Es entstehen große Unsicherheiten bezüglich Zukunft, Beruf, Familie und Kinder, was zu vollständigen Lebensveränderungen und emotionaler Hilflosigkeit führt.
Klarheit fehlt häufig, und viele versuchen, durch Verdrängung oder schnelle Abwendung, wie zum Beispiel durch Geschenke oder Geotracking, das Thema zu vermeiden.
Es ist entscheidend, dass beide Seiten den ganzen Prozess ernst nehmen, Mangelgefühle reflektieren und gemeinsam auf eine erfüllende Beziehung abzielen.
Übermäßige Details, wie Aussehen oder Trefforte der Affäre, verstärken Traumata und schaffen Flashbacks, die die Verarbeitung erschweren.
Professionelle Unterstützung ist hilfreich, da die emotionale Tiefe oft nur mit externer Begleitung und objektiver Rücksicht auf die Beziehung gelöst werden kann.
Summary:
Wenn eine Affäre aufgeflogen ist, entsteht für beide Partner eine tiefgreifende emotionale Krise. Derjenige, der betrogen wurde, erlebt unvorhersehbare Schmerz, Wut und Angst, während derjenige, der fremdgegangen ist, mit Schuldgefühlen, Reue und dem Verlust seines eigenen Werts konfrontiert wird. Die Situation wird durch ein tiefes Mangelgefühl ausgelöst, das in der Vergangenheit verdrängt wurde.
Beide Seiten versuchen oft, durch Verdrängung, Geschenke oder Geotracking das Thema zu minimieren, was jedoch die Verletzungen nur verschärft. Wichtige Faktoren wie die Identität des anderen, Trefforte oder Details aus der Affäre können zu intensiven Flashbacks und Traumata führen. Klarheit fehlt häufig, und die Beziehung ist oft in einem Zustand der Unsicherheit und Hilflosigkeit.
Eine echte Heilung erfordert jedoch eine tiefe Reflexion der eigenen Werte und Mangelgefühle, gemeinsame Verantwortung und eine konkrete, langfristige Vision für eine erfüllende Beziehung. Professionelle Unterstützung hilft, die emotionale Tiefe zu durchdringen und die Beziehung nachhaltig zu stabilisieren. Die meisten Paare, die bei dem Coaching sind, haben bereits eine langjährige Beziehung mit tiefen Bindungen, wodurch die Krise besonders gravierend ist.
Es ist entscheidend, dass beide Seiten dem Prozess Raum geben und gemeinsam den Weg zu einer ganz anderen Beziehung finden.
FAQs
Der betroffene Mensch fühlt oft Schuld, Reue und Angst. Es ist wichtig, diese Gefühle nicht zu verdrängen, sondern ihnen Raum zu geben, um sie zu erkunden und zu verarbeiten.
Es fehlt oft Klarheit über die Werte, die Verletzungen und die Ursachen der Affäre. Beide Parteien sind emotional verletzt und stößt auf Angst, Wut und Unverständnis.
Die betroffene Person erlebt Überraschung, Verletzung, Wut, Traurigkeit und oft auch Scham. Das führt zu einem intensiven emotionalen Zustand und kann zu unnatürlichen Reaktionen führen.
Nein, nicht immer. Viele Menschen fühlen ein ambivalentes Verhalten – sie wollen die Beziehung retten, aber sehen die Affäre nicht mehr als akzeptabel. Ein Abbruch muss sorgfältig und mit Verständnis erfolgen.
Die Verletzung von Vertrauen und Ehrlichkeit. Selbst wenn die Affäre kurz war, zerstört sie das grundlegende Vertrauen, das für eine glückliche Beziehung notwendig ist.
Durch die emotionale Belastung, die Schuldgefühle und das Wiedererwachen von alten Konflikten wird das Denken und Handeln gestört. Es braucht Zeit, um sich zu stabilisieren.
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