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Affäre aufgeflogen: Akuthilfe für betrogene Menschen

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Affäre aufgeflogen: Akuthilfe für betrogene Menschen

Die Affäre ist ein äußerst emotionaler und existenzieller Schlag, der oft nicht durch direkte Erzählung, sondern durch unerklärte Verhaltensweisen und Gefühl von Unstimmigkeit aufgefliegen ist. Der Schockzustand führt zu tiefen Verletzungen, da die Werte von Treue und Ehrlichkeit verletzt werden – sowohl durch die Untreue als auch durch Verheimlichungen. Viele betroffene Personen leiden unter Wut, Traurigkeit, Selbstzweifeln und dem Gefühl, ihre eigene Identität zu verlieren. Die Situation ist doppelt schmerzhaft: die Verletzung des Partners und die Zerstörung des inneren Glaubens an die Beziehung. Es entstehen oft starke Selbstzweifel und eine Verbindung zwischen der eigenen Wahrnehmung und der Affäre, die führt zu einer verzerrten Wahrnehmung der Vergangenheit. Die Reaktionen sind vielfältig: von übermäßiger Kontrolle bis hin zu verfehlten Verzeihungsversuchen, die nichts lösen. Wichtige Ansätze sind die Achtsamkeit gegenüber den Gefühlen, die Einbindung von Notizbüchern zur Strukturierung der Gedanken und die professionelle Unterstützung durch einen Paartherapeuten. Der Fokus liegt nicht auf der Affäre selbst, sondern auf den tiefen Ursachen der Krise, wie etwa mangelnde Kommunikation, Kontrollbedürfnisse oder Unzufriedenheit. Nur durch eine gemeinsame, tiefgründige Aufarbeitung kann ein echter Wandel erreicht werden und eine gesunde Beziehung wieder aufgebaut werden. Die Unterstützung ist besonders notwendig, weil kaum jemand Erfahrung mit einem solchen Ausnahmezustand hat, und die Betroffenen oft in Selbstverdrängung und Isolation leben.

Transcription

7691 Words, 46301 Characters

German
Die Affäre ist aufgeflogen, alles wird durcheinandergewirbelt, was mache ich nun als derjenige, der betrogen wurde? Das ist eine sehr häufige Frage und ein sehr wichtiges Thema, dem wir uns heute widmen möchten. Das wird ein Zweiteiler, denn der zweite Teil, der nächste Woche dann erscheinen wird, der wird sich um die andere Person drehen. Die Akuthilfe für denjenigen, der fremdgegangen ist, der die Affäre hatte, denn auch wenn man jetzt im Vergleich sagen würde, der andere leidet doch viel mehr, das wollen wir gar nicht aufwiegen, wer wie viel leidet, auch diese Person befindet sich jetzt plötzlich im Ausnahmezustand, auch wenn ein großer eigener Anteil daran liegt, aber trotzdem ist dieser Ausnahmezustand jetzt nun mal eingetreten und auch auf der Seite entstehen massiv viele Fragen und das wollen wir beleuchten. Du bist mitten im Lebensidealisten-Podcast gelandet. Mein Name ist Florian. Ich bin Ina. Wir sind Paartherapeuten und Coaches und helfen euch raus aus der Krise hinein in eine glückliche und harmonische Beziehung. Unser Titel ist ja. Die Affäre ist aufgeflogen. Warum überhaupt aufgeflogen? Man könnte ja auch denken, die Person hat vielleicht ja von sich aus berichtet, dass es eine Affäre gab. Warum wir uns da sozusagen so bewusst in das Thema Auffliegen nochmal begeben? Das ist tatsächlich der häufigste Weg. Also wenn wir jetzt mal unsere Coachings reflektieren, haben wir jetzt zum aktuellen Stand so ungefähr 1100 Paare begleitet. Durchaus über die Hälfte haben ein Fremdgehen, eine Affäre mit an Bord, was dann so der Gipfel der Krise ist. Meistens kriselt es ja schon deutlich vorher und die Affären, das Fremdgehen fliegt in der Regel eher auf und wird sehr selten in unseren Coachings zumindest bei den Paaren, die wir erleben, erzählt. Ich hatte das einige Male, dass das erzählt wurde. Aber ich erinnere mich an viele. Viel, viel mehr Fälle, in denen das aufgeflogen ist. Bei mir ist das genauso. Also ich würde sagen, ich bin die im Team, die am meisten das Thema Affäre und Fremdgehen als Coaching-Thema hat bei Paaren, weil es einfach so ein Schwerpunkt auch ist von mir in den Coachings. Und da ist es wirklich 80 Prozent locker, würde ich sagen, wo es immer das gleiche oder ähnliche Muster ist, dass es darum geht, dass häufig es aufliegt, weil die andere Person ein Gefühl hat, dass etwas nicht stimmt, da näher nachgeforscht hat und dann einen Hinweis hatte auf dem Handy, auf dem PC, jemand das was erzählt hat und es dann in dem Sinne aufgeflogen ist und die Person das nicht selbst erzählt hat und sogar auch sehr häufig, muss man sagen, im ersten Moment erstmal abstreitet. Auch das ist etwas, was leider in der Reihenfolge so passiert. Und dieses Auffliegen ist auch nochmal, was viele berichten, so ein Bestandteil, der es so sehr schmerzlich macht. Da kommen wir aber gleich nochmal drauf, auf die Verletzung, wie man sich fühlt, als jemand, der diese Lebenserfahrung leider machen musste, dass der Partner oder die Partnerin eine Affäre hatte. Wenn man bis dahin vielleicht dann die Krise, die eigentlich schon da war, vielleicht noch verdrängen und beiseite schieben konnte, so ist das der Moment, wo das nicht mehr geht. Also dieses Fremdgehen, die Affäre, das flieht auf. Es wird sofort ein existenzieller Ausnahmezustand, der unmittelbar da ist und das ist ja so bei einer Krise, die sich so in einer Konfliktspirale ergibt und stetig immer mehr wird. Da kann man sich ja schon fast ein wenig an das steigende Leid gewöhnen, während hier das so ist, dass plötzlich ein sehr klarer und wichtiger Wert verletzt ist, der Wert der Treue, der Wert der Ehrlichkeit. Und es entstehen massiv viele Fragen. Es entstehen viele Fragen und Unsicherheiten, die dazu führen, dass ja viele Kurzschlussaktionen und Verhaltensweisen entstehen und wir heute schauen wollen, wie kann man damit anders umgehen, was sind wirklich sinnvolle Vorgehensweisen, wenn ich rausgefunden habe, dass ich betrogen wurde von meinem Partner, meiner Partnerin. Rund um das Thema Affäre und Fremdgehen gibt es einfach auch sehr viele Glaubenssätze und viele Menschen ordnen das Thema. Rund um das Thema Affäre generell einem sofortigen Trennungsgrund zu. Also ich finde so, wie du gerade sagtest, bei anderen Themen in Beziehungen, die einen unglücklich machen, gibt es noch so eine gewisse Range. Beim Thema Treue gibt es ja nur treu oder untreu. Also ein bisschen untreu ist schwierig. Also klar könnte man jetzt definieren, ab wann etwas untreues Verhalten ist. Aber beim Fremdgehen, bei der Affäre sind wir ja meistens in einem Bereich. Von Unehrlichkeit, von der Überschreitung von Grenzen, was man sich zugesagt hat. Und das unterscheidet ja nun auch die Partnerschaft ganz klar von einer Freundschaft oder von allen anderen Sachen, dass diese Liebe in körperlicher Art und Weise halt dem Paar zugeordnet ist und dass es nicht mit anderen Personen ausgeübt wird. Klammer auf, es gibt natürlich auch Paare, die ganz bewusst ihre Beziehung öffnen möchten und über die wollen wir jetzt aber nicht sprechen. Klammer zu. Und daher ist. Das ist, glaube ich, auch wirklich sowas Erschütterndes. Dass in dem Moment einem klar ist, okay, jetzt muss ich handeln. Jetzt ist innerlich bei mir eine Grenze krass überschritten. Mein Menschenbild von der Person ist auch so verletzt, weil ich hätte ihm oder ihr das niemals zugetraut. Und dann passiert innerlich so viel und viele berichten auch wirklich von einem Leben davor, einem Leben danach. Sodass sie sagen, ab dem Moment, wo ich das rausgefunden habe, da hatte ich ein Gefühl von Ohnmacht. Da hat sich alles bei mir umgedreht. Von Leere, von. Ich habe angefangen zu zittern. Ich dachte, ich kippe um. Weil man denkt, das kann doch nicht sein. Bin ich hier in einem Film? Ist das jetzt wirklich passiert? Weil man denkt so, nee, vielleicht habe ich das ja auch. Also ich erinnere mich noch an einen Coaching-Fall. Da sagte die Frau, ich habe wirklich für so eine halbe Stunde gedacht, vielleicht habe ich das jetzt auch wirklich falsch verstanden. Die sich dann die Nachricht auch ganz bewusst von dem Mann auf ihr Handy geschickt hat, die das vorgebracht hat, um sich das 10, 20 Minuten später nochmal durchzulesen, weil sie Angst hatte, dass sie das sonst nicht mehr glaubt, was sie gelesen hat. Ja, wäre der schönere Weg, wenn man sich das falsch verstanden hätte. Dann muss man da jetzt nicht durch dieses Thema durch. Es bricht ja auch so ein Kartenhaus zusammen. Es ist ja nicht so, dass ja nur das zwischen den Paaren nicht mehr gut ist, sondern da sind dann vielleicht noch ein, zwei Kinder, die rumlaufen. Man hat vielleicht noch einen Arbeitstag vor sich, wenn man das rausgefunden hat. Man hat zusammen sich etwas aufgebaut. Also man stellt ja alles in Frage und muss ja trotzdem, gerade bei Kindern, ja noch weiterhin funktionsfähig sein. Nun hast du es herausgefunden und merkst eben diese massiven Gefühle, die dich nicht wuchtreffen. Und warum ist das so? Zunächst mal ist das wichtigste Systemgesetz, Zugehörigkeit kein Ausschluss, normalerweise in doppelter Hinsicht verletzt. Und das ist schon in einfacher Hinsicht existenziell bedrohlich. Wenn das aber zweifach verletzt ist, dann umso mehr. Die erste große Verletzung ist natürlich die Untreue an sich. Das ist ein Ausschluss, weil wir haben uns eigentlich verabredet, dass wir treu zueinander sein wollen, dass wir monogam leben wollen. Und das zweite ist, dass es häufig mit Verheimlichen und Lügen einhergeht. Du sagtest ja auch schon, dass man häufig auch, wenn man darauf angesprochen wird, wenn die Beweise schon da sind, dass noch erstmal geleugnet wird. Aber so ist es ja gar nicht selten, das hatte ich auch zuletzt wieder in einem Strategiegespräch, dass man schon ein halbes Jahr, ein Jahr vorher Vorahnung hat, Dinge merkt, irgendwas nicht passt. Dinge laufen unrund, ich habe schlechte Gefühle. Ich spreche schon mal meinem Partner an, was ist denn da los? Du bist zurückgezogen, du hast da komische Termine. Du wolltest doch da dich mit Jan im Hotel treffen, aber irgendwie warst du doch ganz woanders. Und dann gibt es immer so einigermaßen passende Ausreden, aber das Gefühl, das wird immer unstimmiger. Das geht ja sogar noch so weit, dass manche Menschen, also das hatte ich jetzt auch mehrfach schon gedacht haben, in dem Moment, was bin ich für eine Person jetzt gerade geworden durch meine Gedanken? Gleich psychische Probleme. Das kommt dann nämlich auch vor, dieses Selbsthinterfragen. Wo kommen denn meine Zweifel her? Was stimmt mit mir nicht? Passt was mit meinem Selbstvertrauen nicht? Sehe ich Gespenster? Die Frau möchte ich doch gar nicht sein, die so kontrolliert, die da sich so viele Gedanken macht. Dann hat man das Bild von früher, dass man sagt, so war ich doch früher nie. Aber das ist so ein Basisgefühl, weil es halt immer wieder hochkommt. Dieses, da stimmt was nicht. Irgendwas ist komisch. Wie es im Alltag ist, eine andere Sache, da muss man sich um mal was anderes kümmern. Da ist man wieder raus und dann passiert das immer wieder. Und dann merkt man auch, warum zieht das so viel Energie? Dann spricht man häufig auch, das ist wirklich so, auch den anderen drauf an. Sagt irgendwie, ist das doch komisch, ne? Wie lange warst du denn wirklich gestern Abend noch unterwegs? Und dann erzählt derjenige eine Geschichte. Und man merkt so, naja, aber der hat mir jetzt ja was erzählt. So ein bisschen kann das ja stimmen, aber warum passt mein Gefühl dazu nicht? Und dann wird es. Das finde ich auch wirklich schwierig und anstrengend, weil das Traurige ist ja, wenn ich selber von mir denke, ich kann auf mein Urgefühl nicht mehr vertrauen, auf mein Basisgefühl. dann verliert der Mensch ja auch so richtig die Connection zu seinem eigentlichen Gefühl. Also Menschen berichten dann ja auch danach und sagen, ich weiß gar nicht mehr, was ich denken und fühlen soll. Ich bin so durcheinander, dass das alles so passiert ist. Und ich habe das Gefühl, ich kann mir selber meinem Gefühl gar nicht mehr vertrauen. Und auch das macht natürlich eine große Verletzung, zurückzublicken und zu sagen, ich war in meinem Gefühl die ganze Zeit richtig, aber durch deine Lügen und dein Verheimlichen hast du mir mein Basisgefühl, meinen inneren Kompass, so dieses stimmig-unstimmig, das ist auf einmal in mir verschoben. Ich habe da Zweifel bekommen und das hast du auch noch in mir ausgelöst. Ja, der erste Moment ist dann meistens, wenn man das herausfindet, erstmal ja noch die Hoffnung, dass das hoffentlich doch nicht stimmt, außer wenn es absolut klar ist. Und dann tritt normalerweise Fassungskraft, Angstlosigkeit ein, das Nicht-Glauben-Können bis hin zu einem Schockzustand richtig, dass man erstmal, wie er unter Schock steht, den Zugang zu seinen Gefühlen verliert, sich selbst schon wundert, warum die eigenen Emotionen so kontrolliert sind. Und das liegt eigentlich daran, dass man sich im Schockzustand befindet und dadurch nicht so den Zugang zu seinen tieferen Gefühlen hat, sondern so ein ganz massiver Schutz- und Verdrängungsmechanismus eingesetzt hat, weil, wie schon erwähnt, doppelte Verletzung, des wichtigsten Systemgesetzes, enorme innerliche existenzielle Bedrohung. Und gleichzeitig trotzdem auch so ein tiefer Drang danach, den anderen oder die andere Person damit zu konfrontieren. Also es ist sehr, sehr häufig so, dass dann die Geschichte so weitergeht und dann bin ich zu ihr, zu ihm gegangen und habe gesagt, was ich gelesen habe und ob er oder sie mir bitte was sagen will. Also, dass die Menschen schon den Drang haben zu sagen, ich möchte da jetzt hintergehen. Da kann ja jetzt irgendwie, ich brauche ja eine Erklärung, dafür, ich kann das jetzt nicht einfach so leugnen und sagen, ich habe nichts gelesen. Und das ist meistens auch der Moment, wo es so ein Davor und Danach dann nochmal so eine Verendung gibt. Dass man sagt, und dann ist es wirklich rausgekommen, dann habe ich aus deinem Mund das nochmal gehört, was in deinen Worten das nochmal gesagt. Ja, es kann einem auch im ersten Moment eine Verurteilung und Schuldzuweisung des anderen treffen, der eben fremdgegangen ist, weil derjenige jetzt sagt, du hast mein Handy kontrolliert. Ja. Ja. Dann hattest du kein Recht. Ja. Es können auch Sätze fallen wie, hättest du nicht in mein Handy geschaut, dann hätten wir jetzt gar kein Problem. Ja. Und das sind ja eigentlich völlig abstruse Sätze, weil das Problem bestand ja schon weit vorher, dass die Kontrolle hat ja nicht das eigentliche Problem ausgelöst. Natürlich muss man ehrlicherweise sagen, verletzt die Kontrolle den anderen tatsächlich auch. Das ist auch später im Lösungsprozess etwas, was man sich auch anguckt. Aber erst nachdem man natürlich die ganze Thematik, rund um die Affäre gelöst hat, denn das Kontrollieren wäre ja gar nicht notwendig gewesen, wenn ich nicht die ganze Zeit in so einer inneren Unruhe, in Unstimmigkeit zwischen Basis und Denkgefühl hätte leben müssen. Und eine Dynamik, die dann entsteht, die eigentlich alle immer berichten, ist, dass man die gesamte Vergangenheit infrage stellt. Also das ist wie in so einem Film, dass man dann zurückspult und denkt, halt stopp, wie lange lief das jetzt? Was haben wir in der Zwischenzeit alles erlebt? War das jetzt wirklich die Sache oder ist davor auch schon was gewesen? Und man dann so erschrocken ist und sagt, aber wie konntest du mit mir denn doch im Urlaub fahren und am Ende des Urlaubs noch sagen, oh, das war ein schöner Urlaub? Wie konntest du dann auch mit mir jetzt für die Kinder das Kinderzimmer neu gestalten und wir bauen auch uns noch was auf? Und das passt doch gar nicht. Also diese Verzweiflung in alles, was in der Vergangenheit war, bis jetzt zu dem Moment, fühlt sich unecht an, fühlt sich falsch an, unehrlich. Und auch die Wut manchmal auf sich selber zu sagen, habe ich das nicht erkannt? Eine Frau sagte mal, lebe ich so oberflächlich, dass mir das nicht auffällt? Also rückblickend, klar, wir waren nicht glücklich, aber habe ich mich in der Emotion so täuschen lassen? Habe ich mir das alles noch vorspielen lassen? Also man stellt sich und alles erstmal in Fragen und das macht ja auch so unglücklich, weil ich würde auch sagen, ja, und die Lebensjahre gibst du mir ja auch nicht zurück oder die Monate, wo das jetzt so gefühlt gespielt war. Dass der Urlaub jetzt in Erinnerung in Griechenland der ist verbrannt. Ja, da setzen sich manchmal viele Aha-Momente zusammen, wo auf einmal Puzzlestücke ineinander greifen, die vorher irgendwie nicht so richtig passend waren. Wie du schon sagst, es können gewisse Orte, Momente, verbindende Dinge wie Hobbys, Restaurants usw. verbrannt werden. Hotels. Weil man dann merkt, dass man dort auch mit der anderen Frau, mit dem anderen Mann war. Natürlich können dort auch mögliche verdächtige Dinge der Vergangenheit mit eingemischt werden und in ein falsches Licht gerückt werden. Dass Dinge in den Zweifel gezogen werden, die zum Beispiel weit vor der Affäre waren, die damit nichts zu tun haben, die aber auf einmal durch die Brille der Unehrlichkeit, des Verheimlichens usw. dann dazu führen, gerade durch die Verletzung, dass man sagt, Mensch, da könnte ja auch schon was gewesen sein. Da hatte ich auch schon mal so ein blödes Gefühl, vor zehn Jahren. Und da vor fünf Jahren erinnere ich mich an das und das. Das wirkt jetzt auf einmal auch merkwürdig. War das da wirklich so? Oder ist das auch eine Lüge? Und dann kommen so ganz viele Dinge nochmal auf, die man hinterfragt, die aber damit eigentlich gar nichts zu tun haben. Wobei man auch ehrlicherweise sagen muss, dass auch manchmal die Affäre rauskommt. Und das ist nicht die erste und einzige Affäre. Also es gibt ja durchaus auch, dass eine Affäre rauskommt und damit sich auch nochmal zeigt, es gab schon ein oder zwei Affären davor. Also da gibt es ja durchaus auch verschiedene Varianten. Also das heißt, auch wenn man jetzt zum Beispiel diesen Podcast hört, natürlich kann man sagen, naja, zurückblicken und andere Dinge in Verdacht ziehen. Das ist halt schade, dass das passiert. Aber es passiert halt. Aber auf der anderen Seite, manchmal hat es leider auch seine Berechtigung. Das ist ja das Schwierige an der Situation. Und was halt erstmal bleibt, ist diese große Unsicherheit. Die Unsicherheit, wie soll es weitergehen? Kann ich der Person jemals wieder vertrauen? Ich ekel mich so vor diesen Menschen. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, selbst wenn ich der Beziehung noch eine Chance geben sollte, dass da ansatzweise wieder körperliche Nähe ist. Wie sollen wir überhaupt jetzt die nächsten Wochen hier klarkommen? Wenn ich das Gefühl habe, ich kann dich nicht mal mehr sehen. Aber wir sind vielleicht nicht alleine zu Hause. Sondern da leben noch Kinder. Das ist ja auch immer was anderes. Man kann ja auch nicht sofort sagen, okay, zieh bitte jetzt aus oder geh erstmal weg. Das ist ja auch oft mit so Fragen in dem Moment, dass man den Drang hat zu sagen so, du oder egal ob Mann oder Frau, nimm bitte deine Sachen und geh erstmal. Ich brauche erstmal den Abstand. Ich muss erstmal durchatmen können. Wo viele sagen, ja, aber was soll ich denn sagen? Was soll ich denn meinen Kindern sagen? Manchmal ergibt sich das ja, dass ich eh gewünscht bin, dass einer auf Dienstreise ist oder nicht da ist. Dass man sagt, okay, das Wochenende, das können wir dir noch erklären. Dann bist du erstmal weg und einer fährt zu den Eltern oder zu Freunden. Was machen wir ab Montag? Ja, so. Deswegen glaube ich, trennen sich die Paare auch nicht sofort. Ja. Weil das ist anders als in den Zwanzigern, wo noch wenig verbindende Elemente da sind, wo noch die gemeinsame Zeit noch nicht so lange ist, die man miteinander verbracht hat. Und das ist dann ja im nächsten Step für die Paare, die bei uns im Coaching sind. Die Paare, die sich sofort trennen, die erleben wir ja gar nicht. Aber die, die bei uns im Coaching sind, da ist ja so, dass eben das Gefühl sehr ambivalent ist. Auf der einen Seite habe ich jetzt diesen, großen, schwerwiegenden Vorfall, diese starke Verletzung, das in Zweifel ziehen. Auf der anderen Seite sehe ich eben das schöne Haus, die andere Familie mag ich sehr gerne. Vielleicht, ich habe dann Kinder. Wir haben gemeinsam Dinge aufgebaut und wir sind auch schon 17 Jahre zusammen und eigentlich ja aus Liebe. Ich mag ja vieles auch an dem anderen. Das ist ja nicht so, dass man sich nur doof findet. Sonst wäre man ja nicht so lange zusammen gewesen. Und dann stehen diese Dinge so alle gegenüber und dann, dann braucht es häufig im Coaching bei uns dann Klarheit. Kann die Beziehung gerettet werden oder nicht? Also bei einer Affäre ist das eigentlich erstmal immer das Ziel. Ich würde sagen, seltener kommt das Paar und beide sind sich schon voll klar und sagen, wir wollen die Beziehung retten. Kommt auch vor. Aber ich würde sagen, überwiegend möchte man erstmal Klarheit finden, ob das noch geht. Und ich erinnere mich an ein Paar vor ein paar Wochen. Das ist immer noch in meiner Erinnerung so, weil ich das auch sehr berührend finde jetzt zum Thema Affäre, weil man, ja doch immer so, vielleicht wenn man das so hört erstmal oder das Film sieht, dass man denkt, ja, wie konnte ich denn so wenig rational handeln, dass es einfach auch anderen passiert. Deswegen wollte ich das eigentlich gerne mal teilen. Dann ging das halt darum, dass sie hatte eine Affäre und es ist rausgekommen und er hatte sie gebeten dann. Also der Ehemann hatte gesagt, du, das mit uns zu Hause hier, ich kann das gerade nicht ertragen. Kannst du bitte zwei Tage erstmal zu deinen Eltern fahren? Die Kinder sollen hier im Haus bleiben. Das ist erstmal bei mir. Besser, fahr erstmal zwei Tage zu deinen Eltern und dann sprechen wir und so weiter. Jetzt ist das Problem, die Kinder sind noch sehr klein gewesen. Die waren zwei und vier. Mama war noch nie weg. Aber es ging auch nicht, dass die Kinder mit zu der Mutter mitgehen. Es gab andere Gründe dazu, weil die Räumlichkeiten das da nicht zuließen. Auf jeden Fall ist sie dann losgefahren und er hat das als so eine Erleichterung empfanden, als die durch die Tür des Hauses gegangen ist und gedacht hat, okay. Er hat auch gesagt, komm, den Kindern das natürlich nicht erzählt, warum. Er hat gesagt, wir machen uns jetzt mal ein schönes Wochenende, hat er auch ein bisschen was vorbereitet, ja. Und wie das dann so ist, abends 22 Uhr die Kinder beide nur am Heulen, wir vermissen Mama, Mama soll wiederkommen und das hat ihn so angetriggert, weil er hat innerlich das Gefühl gehabt, nein, Mama soll nicht wiederkommen, das halte ich nicht aus und sagte aber letztendlich, bin ich in so einer miesen Situation drin gewesen, ich war so wütend und dann musste ich sie auch noch um 23 Uhr anrufen, dass sie bitte nach Hause kommen soll, weil die Kinder sich nicht trösten ließen. Also diese Ambivalenz einfach, dieses, klar, da könnte man jetzt sagen, da müssen die Kinder jetzt durchgehen in dem Moment aber nun aus Gründen nicht und dann ist sie auch zurückgekommen, aber das alles auszuhalten, also was für eine Last das einfach ist, dass man halt nicht einfach sagen kann, ja okay, dann pack deinen Koffer, fahr einfach mal zwei Tage weg, so einfach ist es halt manchmal im Leben nicht. Das sind auch andere Menschen, die haben auch Bedürfnisse und für die ist das auch ganz anstrengend und dann in dem Moment zu sagen, ja okay, dann rufen wir jetzt Mama an und dann noch zu sagen, Mensch Mama, hast du nicht Lust, ne, heute Abend, es ist irgendwie komisch, dass du nicht da bist, den Kindern fällt das so schwer, also man spielt dieses Spiel dann mit und weiter und arbeitet eigentlich gegen seine Gefühle in dem Moment. Und dafür ist der Verdrängungsmechanismus ja da, dass man trotzdem noch in dem Fall Vater sein kann, obwohl eigentlich so starke verletzte Gefühle da sind, das ist schwierig, weil die Verletzung so stark ist, aber es funktioniert ja, es ist aber eben sehr herausfordernd. Genau, und das meinte ich, es ist so eine herausfordernde Situation, dass es auch völlig berechtigt ist, finde ich, sich in so einer exzenziellen Lage sich Hilfe zu holen, weil man sowas ja noch nie durchgelebt hat. Man hat das ja nicht schon mal durchgespielt wie eine Erkältung, dass man sagt, naja, dann warten wir mal drei Tage, dann geht's mir besser, da habe ich schon Erfahrungen drin, sondern man steht erst mal vor dieser Herausforderung, man ist vielleicht auch beschämt, dass eines als Paar passiert ist, ist ja auch nicht etwas, womit man vielleicht sofort Freunde anruft oder der bei Familie erzählen das erzählen will, das sagen auch viele, naja, wenn wir das erzählen, dann ist die Person ja die Fremdgegangene, die die Affäre hatte, erst mal verbrannt, das wollen wir irgendwie auch nicht, also sitzen wir alleine damit da erst mal. Das ist ein häufiges Problem, dass man mit diesen Gefühlen und Dingen alleine da ist, man normalerweise keinen im Umfeld hat, dem man das nun anvertrauen kann. Wenn man das jemandem im Umfeld erzählt, dann wird er mit seinen eigenen Glaubenssätzen und Ideen dazu entsprechende Hinweise geben, Tipps geben, seine Meinung äußern. Es wird vielleicht eine Brille, die schon da ist auf den Partner, die Partnerin in Form von, ja, ich habe ja schon immer gesagt, mit dem stimmt was nicht. Wird jetzt nochmal bekräftigt, die Brille bei anderen wird geformt. Das ist jetzt der Betrüger. Das ist sehr schwierig. Wenn man dann online schaut, ist es auch nicht einfach. Wenn man online schaut, würde ich sehr empfehlen, Foren zu vermeiden und Facebook-Gruppen zu vermeiden, denn wer ist da in Facebook-Gruppen und Foren unterwegs? Stellt euch vor, jemand, der eine Affäre, ein Fremdgehen erfolgreich verarbeitet hat. Warum sollte der in so einem Forum sein? Das heißt, in diesem Forum, in dieser Facebook-Gruppe tummeln sich Menschen, die davon massiv verletzt wurden und das nie gelöst haben. Die das innerlich eher traumatisiert hat und die jetzt die Mission haben, andere vor diesem Trauma zu schützen, zu bekräftigen und zu sagen, wir haben versucht da was zu lösen, das hat nicht funktioniert, schenkt dir das. Man wird dort noch mehr Bilder in den Kopf bekommen, Horrorszenarien erzählt bekommen und lesen und das ist absolut nicht förderlich, denn jetzt sind wir wieder beim Anfang quasi. Man findet es raus und ganz häufig heute auf dem Weg des Handys. Inzwischen ist das Handy ja der Beginn und der Anfang der Beziehung meistens. Ich gucke halt irgendwie und swipe durch und suche mir einen Partner und dann wiederum finde ich darüber hinaus, dass da eine Affäre läuft oder jemand fremd geht. Und je nachdem, was ich da finde, dann sehe ich dort Nachrichten. Diese Nachrichten, die erzählen mir Geschichten und setzen mir Bilder in den Kopf. Vielleicht wurden auch Bilder ausgetauscht. Vielleicht sehe ich den anderen Mann nicht ganz angezogen, die andere Frau nicht ganz angezogen mit gewissen Hinweisen und Texten, die da stehen. Das formt alles weitere Bilder in meinem Kopf und das macht es jetzt schwierig, denn wenn jetzt der Schockzustand so langsam nachlässt, dann kommen die ganzen Gefühle, Wut, Traurigkeit, Angst, Schmerz. Ich habe körperliche Symptome, die vor allen Dingen durch Trigger ausgelöst werden und Kopfkino, was in mir entsteht, sodass ich auf einmal verschiedene Dinge damit verbinde. Und das ist eben so schwierig. Die körperlichen Symptome sind besonders bei dem Thema Affäre, finde ich bei uns im Coaching am ausgeprägtesten. Also Menschen, die ja dann davon erfahren von der Affäre, sind wirklich auch Menschen, die nichts mehr essen können, die nicht mehr schlafen können, die sich krank schreiben müssen bei der Arbeit, weil die in so einem Ausnahmezustand sind und das Gefühl haben, ich lebe eigentlich irgendwie nur noch, ich überlebe den Tag und auch ganz klar sagen, aber so wie es jetzt ist, halte ich das nicht mehr lange aus. Und das ist dann auch manchmal eine Frage, hatte ich gerade im Kennenlern-Gespräch, stimmt mit mir was nicht? Reagiere ich über? Müsste ich das gelassener sehen und so weiter? Und deswegen finde ich dann so eine Podcast-Folge auch sehr hilfreich. Ich würde tendenziell mich eher über Podcasts und YouTube-Videos informieren, würde mir bewusst machen, dass dort natürlich ein Anteil der Hilfe drin ist, wie bei uns auch, aber auch ein Anteil des Marketings, das einfach ganz transparent mit dem Blickwinkel zu sehen. Natürlich möchten wir sehr gerne helfen und dafür sorgen, dass wir hier eine Anleitung bieten, wie man damit umgehen kann, wenn man das rausfindet. Auf der anderen Seite möchten wir natürlich auch Paare zu uns ins Coaching bringen, um zu unterstützen. Kommen wir einmal zu den Lösungsansätzen, die probiert werden, aber nicht helfen. Ja, man hat natürlich jetzt super viele dringende Ideen, was man unbedingt alles erfahren und tun und machen muss. Vielleicht auch da wieder getriggert durch das, was man so liest und hört. Und wir haben so einen Mechanismus in uns, dass wenn wir sehr verletzt sind und wenn wir nicht wissen, wie wir mit dieser Verletzung umgehen können, dass eine Idee ist, mehr Wissen könnte irgendwann dazu führen, dass wir sagen, aha, ja, jetzt kann ich das nachvollziehen. Okay, dann geht's mir wieder besser. Das mag auch bei Kleinigkeiten im Leben manchmal so funktionieren. Das kann durchaus sein, dass wenn du zu spät kommst und das ärgert mich und du sagst, ja, da war ein krasser Unfall und ich musste einen riesen Umweg fahren, ich bin eigentlich rechtzeitig losgefahren, dass ich sage, okay, dann kann ich das beiseite schieben. Das Wissen hilft mir, dass ich sage, das liegt gar nicht an dir, du hast alles richtig gemacht, du kannst da jetzt auch nichts dafür. Besser wäre natürlich, sich fürs Gefühl zu entschuldigen, aber da kann manchmal Wissen helfen, zu sagen, okay, dann kann ich, dann ist das auch wieder okay. Aber bei einer Affäre ist das nicht so. Da hilft typischerweise mehr Wissen nicht, die Verletzung zu lösen. Deswegen sollte man nicht zu viele Detailfragen stellen. Wie ist alles genau abgelaufen? Wo überall hat man sich getroffen? Was hat man alles miteinander gemacht? Sexuelle Details? Wie oft? Welche Stellung? Das ist alles nicht hilfreich. Auch so Details, wie er oder sie aussieht, da stellt sich halt immer die Frage, bringen Detailfragen einen einen Mehrwert oder bringen sie eigentlich einen noch tiefer ins Leid? Weil es ist ja nicht so, dass man danach sagt, ach Mensch, ja, jetzt habe ich ein gutes Gesamtbild von der Situation, vielen Dank, jetzt kann ich das loslassen. Wir haben normalerweise eher destruktive Vorstellungen. Dann höre ich, ja, der andere Mann, der war 1,80 groß, muskulös und dann kommt sofort mit dem Kopf, oh, ich bin nicht gut genug, ich habe ihr nicht gereicht. Ja. Dann kommen sofort die Selbstzweifel im Vergleich, gerade Männer neigen ja dazu, in diesem Wettbewerb dann zu sein und zu sagen, oh Mann, sie hat jemand Besseres gefunden. Hatte ich auch mal zum Beispiel, welche Klamotten trägt er, welche Marken trägt er so? Ja. Ja, dann hat sie gesagt, Hugo Boss, er hat gesagt, die Marke ist für ihn jetzt verbrannt. Und es hat eher kein Leid, aber es hat keinerlei Hilfe gebracht. Genau. Es bringt überhaupt nichts weiter, das zu wissen. Aber auch da kann wir dieser Vergleich entstehen, finanzieller Vergleich, ah, der ist viel reicher als ich. Und das ist etwas, was insbesondere die Männer dann auch triggert. Und darum geht es meistens aber gar nicht. Normalerweise, wenn wir jetzt von den Affären und Fremdgehen bei uns im Coaching sprechen, wo wir mit den Paaren zusammenarbeiten, da sind die Ursachen ganz andere. Nicht, dass jemand mehr Geld hat, besser aussieht, einen tolleren Körper hat. Das sind alles nicht die Dinge normalerweise, die das ausgelöst haben. Das sind ganz andere Dinge. Das mag alles in den Zwanzigern sein, wo man so in dieser Abenteuerphase drin ist und so weiter. Da kann das passieren. Diese typischen Dinge in der Disco, Alkohol getrunken, aber das sind alles nicht so die. Aber das denken noch viele. Ich erinnere mich noch an ein paar, die hatten sich für eine Trennungsbegleitung gemeldet und dann sagte sie, sie hat ganz viele Fragen gestellt rund um das Aussehen der Frau. Und die Frau, die aber jetzt vor dem Bildschirm saß, in der Trennungsbegleitung, war eine wunderschöne Frau. Sie hat braune, lange Haare, ganz gepflegt, ganz schick. Also sie könnte als Model durchgehen, aber sie sagt, das ist ganz schwierig. Ich musste so wissen, wie diese Frau aussieht, weil ich musste mich abgleichen. Und es war so eine Beleidigung zur wissen, dass er nicht mal mehr sich jemand Hübscheres gesucht hat. Was habe ich denn noch so? Was muss ich denn so Schlimmes falsch gemacht haben? Und dann sucht man das Nächste. Hatte sie auch ein Kind wie wir? Oder war das jetzt so eine, die jünger war, die noch kein Kind hatte, die so eine Leichtigkeit im Leben hatte? Also bin immer auf der Suche nach, was habe ich nicht? Was kann es jetzt gewesen sein? Tatsächlich häufige Aussage von Männern, dass die Frau nicht mehr attraktiv war. Das hätte ich vorher auch nie gedacht. Am Anfang des Jobs, muss ich sagen. Nur um das nochmal kurz einzulernen, also nicht attraktiv für mich, als eigentlich jemanden, wo ich sagen würde, wenn ich der auf der Straße begegne, dann schaue ich der erstaunt hinterher und habe dann sexuelle Fantasien. Sondern einfach zu sagen, eigentlich passt die gar nicht in mein typisches Beuteschema. Das ist nicht die Frau, die ich sonst anziehen fände. Deswegen auch da zeigt sich nochmal, dass es nicht eben dieser sexuelle Anreiz ist, der den Staat macht, sondern der Staat kommt ganz häufig durch andere Dinge, dieser Beginn der Affäre und das mündet dann eben erst in dieser Affäre. Der Staat ist häufig erstmal ein unverfänglicher Austausch. Häufig ja bei der Arbeit, im Bekanntenkreis, Nachbarschaft und so weiter. Selten ist das, dass jemand proaktiv da auf der Suche ist, also sich über ein Portal irgendwo anmeldet, jemanden gezielt anspricht, gezielt etwas bucht oder so. Ein weiterer Punkt ist auf jeden Fall als Strategie, die nicht hilft, diese übermäßige Kontrolle und Überwachung. Also, dass man sagt, okay, lass uns das irgendwie jetzt erstmal beiseiteschieben. Folgende Sachen wären mir jetzt aber wichtig. Ich möchte gerne, dass du mir deine Nachrichten zeigst, dass du mir sagst, wie ich dich tracken kann, in dem Sinne, dass ich dich da verfolgen kann, dass du mir zeigst, dass du die Affäre kontaktiert hast, dass es vorbei ist. Ich möchte genau wissen, wo du bist abends, mit wem du unterwegs bist. Also, dass wir ganz viele Regeln aufstellen in einer vermeintlichen Kontrollhaltung, obwohl wir eigentlich tief im Inneren wissen, dass es immer nur eine Scheinkontrolle ist. Und auch da zeigt unsere Erfahrung, dass es nur so eine vorläufige Kontrolle natürlich ist. Nämlich, man kann auch einfach vor das Kino fahren, ein Foto machen und sagen, so, Schatz, ich bin jetzt beim Kino angekommen und ich ins Kino reingehe. Also, das ist irgendwie so, man hat das Gefühl, man hat eine Kontrolle, aber es ist nichts, auf jeden Fall, was auf Dauer überhaupt nachhaltig ist. Ja, und zurückschießen, emotionale Bestrafung, das macht auch keinen Sinn. Also, das verhärtet die ganze Situation. Wir werden dadurch, dass wir Rache ausüben, den anderen die kalte Schulter zeigen, sämtlichen Gesprächen ausweichen, werden wir die ganze Situation auch nicht bessern. Natürlich kann ein bisschen Ruhe gebraucht werden, hast du ja vorhin auch gesagt, dass man sagt, Mensch, wir brauchen jetzt erstmal zwei, drei Tage Abstand. Ich muss jetzt einmal hier innerlich mal runterfahren und ein Mindestmaß, an Wertschätzung und Energie zurückgewinnen, um überhaupt vernünftig in den Austausch gehen zu können. Aber eben dieses Zurückbestrafen, gerade über die Kinder, ganz gefährlich, funktioniert überhaupt nicht, sollte auf jeden Fall unterlassen werden. Also, keine Kurzschlusshandlung aus der akuten Wutverzweiflung heraus, sondern das erstmal dann sacken lassen, ein, zwei Nächte drüber schlafen und dann nochmal mit einem wenig freieren Kopf überlegen, wie man jetzt wirklich handelt. Ein weiterer Punkt ist ein überstürztes Verzeihen ohne eine wirkliche Aufarbeitung. Also, dass man den Wunsch hat, es soll alles wieder gut sein. Das wird jetzt, wenn wir uns bei der Mühe geben, uns zusammenreißen, dann wird das schon irgendwie klappen. Zeit heilt alle Wunden und das wird sich irgendwann auflösen. Die schlechte Luft muss einfach nur raus, die Gewitterwolken, wenn man das Fenster aufmacht. Das ist sowas, was halt zeigt, dass jemand sehr im Verdrängungsmechanismus eher agiert. Das wird jemand sein, der auch sonst wahrscheinlich sehr viel eher verdrängt als verarbeitet und der jetzt natürlich auch dieses Thema möglichst schnell einfach beiseite schieben möchte und einfach so sagt, jetzt sind wir wach geworden, jetzt machen wir alles anders, wir nehmen das als Warnschuss und wir vergessen es einfach, das passiert nicht wieder. Also, wenn jemand da sehr, sehr schnell verzeiht, dann sollte man dem auch eher nachgehen. Ja, wir werden jetzt gleich aufzeigen, wie man in dieser akuten Situation sinnvoll handelt, was wären unsere Empfehlungen an euch, nachdem wir jetzt schon so ein bisschen den Weg skizziert haben. Wenn das ein Thema ist, was dich oder euch als Paar auch betrifft, dann meldet euch sehr gerne bei uns fürs telefonische Erstgespräch. Je früher, desto besser, muss man ehrlicherweise sagen, denn desto weniger Chance hattet ihr, Dinge in eine falsche Richtung laufen zu lassen und die meisten kommen nach ersten guten Gesprächen, die man dann auch führt, eh zu dem, Ergebnis, wir haben ein paar Schritte gemacht, aber wir kommen über die wesentlichen Punkte nicht hinaus, wir werden Hilfe brauchen und dann ist es eben besser, sich eher früher als zu spät Hilfe zu holen. Kommen wir einmal zu einem möglichen Umgang in einer akuten Situation, wenn man rausbekommen hat, dass man betrogen worden ist. Oder es einem halt mal erzählt wurde, ne? Genau. Also erstmal, als ersten Schritt ist es wichtig, vielleicht mal zu schauen, dieses Gefühl von meine Existenz ist bedroht, es fühlt sich alles so an, als wenn die Welt untergeht und ich versinke und alles ist kaputt in meinem Leben, das einmal für sich zu reflektieren. Also ist die Situation wirklich gerade lebensbedrohlich, ist sie existenziell oder ist das eine gerade sehr extrem herausfordernde Situation, die auch anstrengend sein darf, weil ich habe in diesem Punkt keine Erfahrung, ich kann auf kein Wissen erstmal zurückgreifen, aber ist das etwas, was jetzt so schlimm ist, dass in den nächsten 24 Stunden, wenn ich nicht richtig handel, dass mein Leben vorbei ist. Das mal für sich zu reflektieren, um auch vielleicht so ein bisschen zu schauen, wie schaffe ich es, das Gefühl von Dramatik und Ohnmacht ein bisschen zur Seite zu schieben und wieder einen klaren Gedanken zu fassen. Das entsteht so eine große Dringlichkeit und sehr viel Druck in uns, weil die Verletzung so groß ist, das möglichst zeitnah alles angehen zu wollen, um da schnell wieder raus zu kommen, was vollkommen verständlich ist, aber das ist nichts, was sich jetzt auf die Schnelle lösen lässt. Die Gefühle dürfen auch sein. Ich finde auch, dass es ganz wichtig ist, den Gefühlen auch Raum zu geben. Man muss sich nicht zusammenreißen und es ist auch nicht wieder gut, weil es ist in dem Moment ja nicht gut. Das wird auch nicht gut, wenn ich mir sage, das ist jetzt alles gut, sondern auch zu sagen, ja, in so einer Situation darf man enttäuscht, traurig, wütend sein und man darf den anderen auch als den miesesten Menschen überhaupt auf der Welt gerade empfinden. Aber was hat das mit meinem eigenen Gefühl von Bedrohung wirklich zu tun? Ja, und das ist ein Thema, was so groß ist und ja normalerweise über Jahre auch erwachsen ist. Die meisten Paare befinden sich zwei, drei, fünf, sechs Jahre in der Krise. Das mündet in der Affäre oder dem Fremdgehen und wenn wir das nun wirklich aufarbeiten wollen, dann geht es darum, diese gesamte Krise aufzuarbeiten. Das heißt, das ist eh nichts, was jetzt einmal passiert ist, vor zwei Wochen fremdgegangen, jetzt arbeite ich das drei Tage auf und dann ist es wieder gut, sondern normalerweise haben wir viel mehr zu tun, denn es gibt Ursachen, warum man sich dafür überhaupt geöffnet hat. Aber ja, wenn man sich schon mal bewusst macht, dass jetzt nicht das Leben akut gefährdet ist und dass dieses Übereilte eher destruktiv ist und nicht hilft, kann das vielleicht schon mal etwas innere Ruhe bringen. Dann lieber auf Abstand gehen für ein, zwei Tage und das Gefühl auf eigene Art und Weise erstmal rauslassen. Was da auch immer hilft. Joggen, meditieren, auf dem Boxsack einprügeln. Erstmal so diese akuten, großen Gefühle irgendwo rauslassen, damit man dann ein wenig stabiler in das nächste Gespräch gehen kann. Der nächste Punkt ist auch möglichst zeitnah, aber nicht in einer Überstürzung. Klarheit darüber zu erhalten, wie es weitergehen soll. Das sind jetzt die wirklich wichtigen Fragen, die man sich dann stellt. Also ist die Affäre schon beendet? Falls nein, dann ist das die Forderung, die meistens gestellt wird, die zu Recht auch gestellt wird. Beende die Affäre. Bist du da bereit zu? Falls ja, sollte der andere eben handeln. Das werden wir in der anderen Podcast-Folge darstellen, wie es ist, aber eben dafür zu sorgen, dass diese Sicherheit erstmal da ist. Dann natürlich sind Fragen wichtig dazu, wo trifft derjenige auf die Affäre? Ist das jemand Fremdes, den man jetzt wirklich durch ein beendendes Gespräch oder eine beendende WhatsApp-Nachricht oder was auch immer, wo man das beenden kann und sagen kann, wenn ich dort jetzt sage, hey, das ist beendet, ich blockiere den Kontakt, kann ich dadurch sicherstellen, dass dann auch kein, kein Kontakt mehr da ist? Ist das jemand beim Arbeitsplatz, dem ich täglich über den Weg laufen werde, auch wenn ich den Kontakt einstelle, dann muss man das ein bisschen detaillierter betrachten, dann ist die Forderung meistens erstmal, dass der komplette private Kontakt eingestellt wird. Also diese Dinge zu klären, ist der andere dafür bereit? Kann er diese Schritte mitgehen und hat er das Gefühl von Reue, bereuen, was passiert ist und das Gefühl von oh man, ich kann sehen, was ich dir alles angetan habe, wie ich dich verlässt habe. und ich möchte das irgendwie versuchen, mit dir gemeinsam auch auf den richtigen Weg zu bringen. Aber dafür erstmal die entsprechenden Fragen zu stellen, um zu wissen, so grob, wie ist das Umfeld? Wo kann man auf die treffen? Das sind die erstmal wichtigen Fragen eigentlich. Kann der Kontakt vermieden werden? Läuft das noch? Besonders schwierig ist natürlich, wenn der andere sagt, das läuft noch und ich habe keine Bereitschaft, das zu beenden. Ich weiß aber auch nicht, ob ich unsere Beziehung weiterführen möchte. Ich weiß momentan gar nicht, wo ich stehe. Und das nächste Punkt, das Verständnis dafür aufbauen, dass die Affäre nur das Symptom ist. Und das fällt vielen Menschen erstmal schwer, weil das eigentliche Problem liegt immer tiefer. Also am Ende sehen wir immer die Wirkung, aber nicht die Ursache. Also das ist ja so das Letzte, was wir sehen, jetzt die Affäre. Aber dem ist immer ein Prozess hervorgegangen. Und da genau drauf zu schauen und auch auf die Ursachen zu schauen, was hat das Problem? Und das hat ein paar sozusagen dazu gebracht, dass da eine Distanz, eine Lücke entstanden ist, dass es dann zur Affäre gekommen ist. Und das Mangelgefühl zu finden, ist nicht eine Rechtfertigung, dass man sagt, ja, deswegen darf man eine Affäre haben. Aber trotzdem auch den eigenen Anteil zu sehen. Also zu sehen, dass es nicht den Einschuldigen gibt, in der Ursache, in der Wirkung vielleicht schon, dass man sagt, am Ende ist der andere. Diese Entscheidung getroffen zu haben. Die Entscheidung ganz bewusst getroffen. Das ist ein erwachsener Mensch gewesen. Der wurde nicht dazu gezwungen. Aber trotzdem auch gleichzeitig zu sagen, ja, aber wir schauen zusammen auf die Ursache. Und da schauen wir auch auf die Anteile. Und das fällt manchmal schwer, wenn man auch ganz viel Wut ist und Traurigkeit, zu sagen, nee, aber ich habe doch jetzt keine Schuld daran, dass der andere eine Affäre hatte. Nee, aber es geht ja nicht um den Schuldigen. So in diesem Blickwinkel kommen wir nicht weiter. Besonders nicht, wenn es darum geht, an der Beziehung weiterzuarbeiten. Und das Wissen aus der Vergangenheit mitzunehmen, damit es in der Zukunft nicht noch mal passiert. Und auch, wenn es darum geht, ein starkes Elternpaar zu bleiben, wenn man sich vielleicht für eine Trennung entscheidet, dann ist das keine Haltung, die zielführend ist. Ja, und das geht natürlich nicht in den ersten Tagen. Na klar. Das braucht ein bisschen Zeit, dass das akute erste Gefühl abgeklungen ist. Aber da berichten ja auch viele Paare, dass sie dort durchaus in sehr tiefgründige Gespräche gekommen sind. Teilweise so tiefgründig, wie schon seit langem nicht mehr. Und da kann man diese ganzen Dinge natürlich besprechen. Und das ist das, was wir hier machen. Und das macht aus meiner Sicht auch sehr viel Sinn, sich auf die eigene Beziehung zu fokussieren. Nicht den Fokus komplett auf die Affäre zu lenken und damit auch der Affäre und der anderen Person sehr viel Macht zu geben und sich in eine Opferrolle zu begeben, sondern zu sagen, wo liegt denn, wie du sagtest, in unserer Beziehung die Ursache? Was hätten wir denn damals tun, lernen, verändern müssen, damit das nicht entstanden wäre? Das ist ja auch das, was mir Sicherheit zurückgibt und auch Kontrolle. Dieses Gefühl, okay, die Ursache, ich bin da nicht völlig hilflos, das ist nicht über uns reingebrochen, sondern es gab Anteile in unserer Beziehung, die nicht gut waren, warum das so passiert ist. Natürlich ist dann die Verantwortung für die Wirkung beim anderen, dass er sich dessen hingegeben hat. Das muss man wieder besonders betrachten. Aber die Ursache, die Hinführung, die eben nicht. Und ein weiterer Punkt ist, dass man sich nicht nur dann der Umgang mit den Triggern und mit den Gedanken. Ich würde in dem Moment dazu raten, auf jeden Fall sich ein gesondertes Notizbuch zu beschaffen und dort seine Gedanken und seine Themen zu strukturieren, zu ordnen, weiterzumachen, damit dieses Gedankenkarussell aufhört. Denn man dreht sich in den Gedanken bei so komplexen Dingen immer wieder im Kreis, startet immer wieder von vorne, beleuchtet das Gleiche immer wieder von unterschiedlichsten Blickwinkeln. Und wenn man anfängt aufzuschreiben, so kann man das sich anschauen, wenn man wieder merkt, okay, es kommt dieser Trigger hoch. Ich lande wieder in diesem Gefühlen und in diesem Fragenkarussell und kann sich anschauen, was man bis dahin schon aufgeschrieben erarbeitet hat und kann konstruktiv fortsetzen. Und abschließend, wenn Offenheit besteht, dann macht es natürlich Sinn, so früh wie möglich sich professionelle Hilfe zu holen. Denn das ist wirklich ein sehr großer Ausnahmezustand. Kaum einer hat selber Erfahrung damit, da rauszukommen. Plus die Befangenheit durch das eigene starke Gefühl. Es macht hier wirklich Sinn, wenn beide das Gefühl haben, im Mindestmaß mal Klarheit darüber haben zu wollen, ob das nur funktioniert, sich schnellstmöglich einen passenden Paartherapeuten, eine passende Paartherapeutin zu suchen, die Erfahrung in diesem Bereich haben, um dann gemeinsam an diesen Themen wirklich zu arbeiten. Und gerade wenn man schon gute Gespräche zu zweit geführt hat und sagt, wir kamen in so gute Gespräche wie, noch nie zuvor, aber wir drehen uns an einem gewissen Punkt immer wieder im Kreis. Das als Motivation zu nehmen, zu sagen, okay, und jetzt holen wir uns Hilfe zur Seite, damit wir die guten Gespräche in noch besserer Art und Weise für uns nutzen können. Und da ist es immer sinnvoll, eine dritte Person mit hinzuzunehmen, die dann auch Erfahrung hat, wie du sagst, und die einfach auch erstmal schaut, was ist passiert, in welchem Punkt steht ihr jetzt, welche Gespräche wurden schon geführt, damit man da gut, gut ansetzen kann. Ja, schön, dass ihr bis hierhin gehört habt. Bis zum nächsten Mal. Bis dann. In der nächsten Folge werden wir darauf eingehen, wie derjenige damit umgeht, der fremdgegangen ist, die Affäre hatte, wenn das Ganze aufgeflogen ist, damit auch du weißt, wie du mit diesem Thema dann auf der anderen Seite umgehst. Tschüss.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Die Affäre wird meistens aufgeflogen, nicht erzählt, durch ein Gefühl von Unstimmigkeit, das auf Handy-Nachrichten oder unerklärte Verhaltensweisen aufbaut.
  2. Der Schockzustand führt zu existenziellen Verletzungen, da Treue und Ehrlichkeit grundlegend für das Menschenbild der Beziehung sind.
  3. Die Wut und Traurigkeit sind stark, oft entstehen Selbstzweifel und ein Gefühl von Verletzung in der eigenen Identität.
  4. Es gibt eine doppelte Verletzung
  5. Viele Menschen sehen die Affäre als Symptom eines tieferen Konflikts, nicht als isoliertes Ereignis.
  6. Übermäßige Kontrolle, Detailsfragen oder Kurzschlusshandlungen wie Rache oder Verzeihen ohne Aufarbeitung sind nicht hilfreich.
  7. Der Weg ist vielfach ambivalent
  8. Professionelle Unterstützung ist entscheidend, um aus dem Schockzustand zu kommen und tiefere Ursachen zu erkunden.

Summary:

Die Affäre ist ein äußerst emotionaler und existenzieller Schlag, der oft nicht durch direkte Erzählung, sondern durch unerklärte Verhaltensweisen und Gefühl von Unstimmigkeit aufgefliegen ist. Der Schockzustand führt zu tiefen Verletzungen, da die Werte von Treue und Ehrlichkeit verletzt werden – sowohl durch die Untreue als auch durch Verheimlichungen. Viele betroffene Personen leiden unter Wut, Traurigkeit, Selbstzweifeln und dem Gefühl, ihre eigene Identität zu verlieren.

Die Situation ist doppelt schmerzhaft: die Verletzung des Partners und die Zerstörung des inneren Glaubens an die Beziehung. Es entstehen oft starke Selbstzweifel und eine Verbindung zwischen der eigenen Wahrnehmung und der Affäre, die führt zu einer verzerrten Wahrnehmung der Vergangenheit. Die Reaktionen sind vielfältig: von übermäßiger Kontrolle bis hin zu verfehlten Verzeihungsversuchen, die nichts lösen.

Wichtige Ansätze sind die Achtsamkeit gegenüber den Gefühlen, die Einbindung von Notizbüchern zur Strukturierung der Gedanken und die professionelle Unterstützung durch einen Paartherapeuten. Der Fokus liegt nicht auf der Affäre selbst, sondern auf den tiefen Ursachen der Krise, wie etwa mangelnde Kommunikation, Kontrollbedürfnisse oder Unzufriedenheit. Nur durch eine gemeinsame, tiefgründige Aufarbeitung kann ein echter Wandel erreicht werden und eine gesunde Beziehung wieder aufgebaut werden.

Die Unterstützung ist besonders notwendig, weil kaum jemand Erfahrung mit einem solchen Ausnahmezustand hat, und die Betroffenen oft in Selbstverdrängung und Isolation leben.

FAQs

In der Praxis tritt das Auffliegen häufiger auf als eine offene Erklärung. Meistens entsteht das Gefühl der Unstimmigkeit, wenn jemand auf seinem Handy oder PC Hinweise findet. Häufig leugnet der andere zunächst, was zu einem starken emotionalen Schock führt.

Die meisten berichten von einem tiefen Schockzustand, einem Gefühl der Ohnmacht, Leere und Wut. Es fühlt sich an, als würde die Welt untergehen, und viele sagen, sie zittern oder denken, sie würden umkippen.

Weil die Treue eine grundlegende Werteinstellung in einer Beziehung darstellt. Die Verletzung von Treue und Ehrlichkeit führt zu einem Ausfall des Zugehörigkeitsgefühls, was existenziell bedrohlich ist und tief in das Selbstgefühl einwirkt.

Kontrolle und Überwachung sind nur temporäre Maßnahmen und verstärken die Verletzung. Sie werden als Scheinkontrolle wahrgenommen und führen oft zu weiteren Spannungen, statt die Beziehung zu stärken oder zu heilen.

Solche Details führen oft zu Vergleichen und Selbstzweifeln, wie z.B. 'Ich bin nicht gut genug'. Sie verstärken die Traurigkeit und führen nicht zur Lösung, sondern führen zu weiteren inneren Konflikten.

Die Affäre ist oft ein Symptom einer tiefen Krise in der Beziehung. Es ist entscheidend, die Ursachen zu erkunden, wie beispielsweise Unzufriedenheit, Mangelgefühl oder Distanz, die zu der Affäre geführt haben.

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