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61 - Was ist ADHS?

40m 37s

61 - Was ist ADHS?

The transcription discusses the journey of understanding and treating ADHD, starting with historical misinterpretations and medical approaches. It highlights the shift from viewing ADHD as a disorder to recognizing it as a form of neurodiversity. Criticism of overdiagnosis and excessive medication is mentioned, leading to a transition towards holistic treatment approaches. The speaker shares a personal reflection on their ADHD tendencies and self-awareness, emphasizing the importance of individualized care and understanding of ADHD as a spectrum disorder.

Transcription

5976 Words, 38631 Characters

A-R-D 1987. Auf einem Stuhl sitzt ein Kind. Es hat Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren. Wackelt die ganze Zeit mit dem Bein, so dass sich der ganze Tösch bewegt. Auch beim Schreiben der Hausaufgaben ist es ständig abgelenkt. Von einem Arzt bekommen die Eltern die Diagnose ADHS. Ohne dass es die Medizin damals genau weiß, wird attestiert, dass das Kind einen Fehler im Gehirn hat. Einen Schaden, den man nicht heilen kann. Nur mit der Einnahme von Medikamenten sollen die Symptome gelindert werden können. Für das Kind natürlich eine heftige Diagnose. Und damals weiß niemand, wie falsch diese medizinische Auffassung ist. Ja, meine Freundinnen und Freunde des Wissens, das wird eine spannende Folge. Vier Buchstaben, die man häufig hört, ADHS. Viele Menschen bekommen diese Diagnose doch so wirklich Ahnung, was das genau bedeutet haben. Tatsächlich weniger. Und genau darauf gehen wir heute ein. Eine Folge, die übrigens für mich persönlich ziemlich besonders ist und auf die ich mich schon lange freue. Warum erfahrt ihr im Verlauf der Episode? Wir klären, wie so ausgerechnet ein Kinderbuch mehr oder weniger ungewollt. Als allererstes über ADHS spricht, wie sich die Wahrnehmung des Syndroms dann im Verlauf der Zeit zum Glück ändert. Und was wir heute alles, auch zur Behandlung von ADHS, wissen, ihr hört, wissen mit Jon. Kapitel 1. Wie alles beginnt. Wir müssen als allererstes mal wieder richtig weit ausholen. Dazu reisen wir 2500 Jahre zurück. Okay, nein, das war ein Spaß. Wir hören und lesen natürlich euer Feedback. Und ihr habt gesagt, jede Folge so ganz, ganz weit zurückreisen. Das ist nicht immer so 100% nach eurem Geschmack und das checken wir natürlich. Also sind es keine zweieinhalbtausend Jahre, sondern lediglich 180. Weil es ja 1845 wird für diese Folge extrem wichtig. Wie anfangs erwähnt, erscheint da nämlich ein ganz, ganz bestimmtes Buch. Es trägt den Namen. Nein, Dumbledore, Harry Potter kommt erst 1997 raus. Das Buch, das ich meine, heißt Strohwilpeter. Ich weiß nicht, ob ihr schon mal davon gehört oder es gelesen habt, aber in meiner Kindheit war es regelmäßig ein Thema. Ich hab's sehr, sehr oft vorm Einschlafen vorgelesen bekommen. Und es ist schon auch etwas ein verstörendes Buch. Wie es aussieht, seht ihr als Nummer 1 in den "Show Notes". Und wie ihr lesen könnt, wird es 1845 von einem gewissen Doktor Heinrich Hoffmann herausgebracht. Das ist ein Frankfurter Arzt und Psychater. Er schreibt es damals ganz im Ursprung eigentlich als Weihnachtsgeschenk für seinen 3-Jährigen Sohn. Es soll nämlich auf bunte humorvolle Art und Weise zeigen, wie sich Kinder damals zu verhalten haben. Dafür zeichnet Hoffmann unterschiedliche, sehr überspitzte Figuren. Zum Beispiel den Suppenkassbar, der nur Quatsch im Kopf hat. Und daher viel zu langsam und auch zu wenig ist. Doch für uns heute am wichtigsten ist eine andere Figur der Geschichte. Und zwar Zappelfill. Dieser wird an einem Estisch mit seinen Eltern dargestellt. Er kippelt mit seinem Stuhl, macht nur Quatsch, hat die ganze Zeit eine andere Sache auf die er sich konzentriert. Und er kann natürlich nicht still sitzen. Natürlich kommt es dann, wie es kommen muss. Er fällt vom Stuhl, will sich am Tischtuch festhalten und reißt dadurch alles, was sich auf dem Estisch befindet, auf den Boden. Dieser mini Geschichte soll Kindern zeigen, dass sie sich vor allem beim Essen ruhig zu verhalten haben. Doch ohne das Hoffmann ist damals "ahnd", ist er damit einer der allerersten, der auf diese Verhaltensstörung aufmerksam macht. Und in den Jahren darauf finden sich immer mehr Schilderungen von Familien, Ärzten und Ärzten über Kinder die Konzentrationsprobleme haben. Die scheinbar nicht gehorchen, nicht still sitzen können. Im 20. Jahrhundert fängt die Medizin an, sich dann näher damit zu beschäftigen. Und sie geht erst mal davon aus, dass ein Fehler im Gehirn. Das Ganze auslösen muss. Ab den 1950er-Jahren gibt es dann einen Begriff, der sich dafür immer mehr durchsetzt und er nennt sich "minimal brain damage dysfunction". Also zu Deutsch eine Vielfunkktion ausgelöst durch minimale Hirnschäden. Die damalige medizinische Vorstellung dahinter ist, irgendein kleiner Schaden in einem Areal des Gehirns sei verantwortlich für das auffällige Verhalten der Kinder. Doch dadurch, dass man damals halt keine Möglichkeiten hat, einen Gehirn zu scannen, findet sich die Wissenschaft einfach erst mal mit dieser Erkenntnis ab. Kinder, die Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren und still zu sitzen, gelten als krank. Die Behandlung, Beruhigungs-Tabletten und eine extrem strenge Erziehung der Eltern, fast 30 Jahre lang. Dann kommt es in den 70er und 80er-Jahren zu einer Wände. Die Erfindung des MRT verändert auch hier, wie in unserer 54. Folge, als es um Depressionen ging, fast alles. Und siehe da, als man das gehören jetzt einfach so, sich anschauen, untersuchen und davon, so was wie Fotos machen kann, fällt auf, "Faltensaufwällige Kinder haben gar keine Schäden im Gehirn." Dafür aber Unterschiede in Größe und Aktivität mancher Bereiche. Unzählige Untersuchungen folgen auf Basis. Derer dann in einem amerikanischen Diagnose-Handbuch ein Begriff erscheint, der uns bis heute prägen wird. "Attention deficit disorder", aufmerksamkeitsdefizit-Störung, ADS, abgekürzt. Und dieser Begriff wird schnell erweitert, denn in Forschenden wird klar, es gibt sozusagen zwei Arten. Es gibt Kinder, die Schwierigkeiten haben sich lange auf eine Sache zu konzentrieren, dann wird ADS als Diagnose gestellt. Und dann gibt es wiederum, welche, die dazu auch noch körperlich sehr unruhig sind. Mit den beiden Wippen sich permanent bewegen müssen, ziemlich impulsiv sind. Diese Form von ADHS geht also noch mit einer gewissen Hyperaktivität einher. Daher wird hier dann das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom attestiert, das ADHS. Für die aller meisten Ärztinnen und Ärzte ist es natürlich ein komplett neues Faltensbild. Sie müssen erst mal neu damit umgehen lernen. Und auch daher ist die Behandlung damals weit von dem entfernt, was gut für die Kinder wäre. Kapitel 2. Ritalin ohne Ende Zunächst gibt es Ende der 80er eine weitere Änderung. Der Begriff ADS verschwindet und wird ab 1987 auch unter ADHS zusammengefasst. Also das ist dann der Überbegriff. Dennoch unterscheidet man weiter zwischen einer Aufmerksamkeitsstörung mit und einer ohne Hyperaktivität. Auch das steht übrigens schon im Struvelbeter Buch von 1845. Der Nervenarztok der Hoffmann beschreibt dabei nämlich nicht nur den Zappelfillib, also der Hyperaktive, sondern auch einen gewissen Hans-Kuck in the Luft. Also eine verträumte Figur, die zwar nicht Hyperaktiv durch die Gegenspringung oder auf dem Stuhl kippelt, dennoch aber Schwierigkeiten hat sich auf eine Sache zu konzentrieren. Und egal ob Hans oder Philipp, ADS oder ADHS die Behandlung des Syndroms wird zum Problem. Denn vielen Kindern wird einfach so ohne näher psychologische Analysen Ritalin verschrieben. Das ist ein Medikament mit dem Wirkstoff, mit Thühlfinidad. Und skurrilerweise wird das eigentlich als Aufputschmittel entwickelt. Es soll bei Müdigkeit, depressive Verstimmung, Antriebslosigkeit und Kreislaufproblemen wirken. Doch als man es dann in den 50er Jahren Kindern verabreicht, beobachten, Ärztinnen und Ärzte aus den USA etwas unerwartetes. Diejenigen, die eigentlich als Hyperaktiv und mit schweren Konzentrationsproblemen gelten, werden durch die Einnahme von Ritalin ruhiger, fokussierter und ausgeglichener. Das wiederum liegt daran, was Ritalin und der Wirkstoffmet Thühlfinidad im Körper machen. Und das ist jetzt ganz, ganz wichtig für diese Folge. Bei Menschen mit ADHS ist nämlich häufig die Verfügbarkeit, zweier sehr wichtiger Botenstoffe. Dopamine und Nordrinalin im Gehirn niedriger als bei anderen Menschen. Das bedeutet, dass das Gehirn tendenziell öfter nach neuen Reizen, nach neuen Stimulationen sucht, um diese sich schön anfühlenen Botenstoffe auszuschütten. Ritalin wiederum sorgt jetzt dafür, dass im Gehirn diese Botenstoffe langsamer abgebaut werden. Also quasi, dass die Person nicht nach dem nächsten Dopamine oder Nordrinalin reiz sucht. Es kehrt also Ruhr ein. Klingt erst mal super, die Kinder sind ruhiger, Ritalin gilt lange als die ADHS-Lösung. Doch dann folgt das Jahr 1999. In den USA wird die Multi-Model Treatment Study of Children with ADHD veröffentlicht. Spannender Name heißt einfach nur übersetzt, dass es die damals größte ADHS-Studie aller Zeiten. Über 570 Kinder, bei denen ADHS diagnostiziert wurde, werden über acht Jahre lang beobachtet. Dann getestet und untersucht. Und eine ganz entscheidende Sache wird klar. Nämlich, dass Ritalin zwei Probleme hat. Erstens, es wirkt nur, solange es eingenommen wird. Also, sobald man das Mittel absetzt, kommen alle Symptome zurück und noch gravierender bei extrem vielen Betroffenen. Lässt die Wirkung mit der Zeit nach, auch wenn es weitergenommen wird. Der Körper baut nämlich eine Toleranz gegen das Mittel auf und so kommt es, dass man in den Untersuchungen erkennt, nach drei Jahren. Sieht man fast keine Unterschiede mehr zwischen Kindern mit und Kindern ohne die Einnahme von Ritalin. Außerdem hat das Medikament häufig auch noch Nebenwirkungen, wie Appetitlosigkeit, Schlafprobleme und Magen schmerzen. Ja, und wie so oft in der Medizin wird trotzdem erstmal weiter verschrieben, was das Zeug hält. Ende der 90er und Anfang der 2000er Jahre nicht mehr nur noch an Kinder, sondern auch an Jugendliche und Erwachsene. Denn neue Untersuchungen zeigen, dass ADHS nicht nur im jüngsten Alter vorhanden ist. Mehr als 50% der Betroffenen zeigen auch im Erwachsenen alter noch Symptome. Damit ist es nicht mehr, wie bisher angenommen, eine reine Kinderkrankheit. Ja und an der Stelle wird das Ganze ziemlich knifflig. Es beginnt in der Zeit nämlich die Kritik an der Einordnung von ADHS. Viele Menschen kritisieren das viele Ärztinnen und Ärzte zu schnell und zu oft ADHS diagnostizieren. Auch wenn ein Kind vielleicht einfach ein bisschen lebhafter als andere ist. Natürlich steht der Vorwurf im Raum, das wird von der Medizin so gemacht, um schnell gewinnbringende Medikamente verkaufen zu können. Es ist auch natürlich sehr viel einfacher, so zwischen krank und gesund zu unterscheiden. Und dabei ist das bei ADHS gar nicht so einfach definierbar, wie wir heute wissen. Ja ich glaube der Titel des Kapitals ist schon ziemlich eindeutig. ADHS wird lange in der Kommunikation wie zum Beispiel eine chronische Darmentzündung behandelt. Also eine schwierig in den Griff zu bekommende Krankheit. Und das ist eine Formulierung, die natürlich vielen Betroffenen sofort das Gefühl gibt, macht los zu sein. Und man muss an der Stelle natürlich eine Sache festhalten. Es gibt ADHS darauf, kommen wir jetzt auch gleich noch mal zu sprechen in natürlich völlig unterschiedlichen Formen und Intensitäten. Es kann Betroffene geben, die so sehr unter den Symptomen leiden, dass ein Einsatz von Medikamenten sinnvoll ist. Das ist aber, finden wir auch gleich heraus, eher der kleinere Anteil an Menschen. Doch wie gesagt, fühlen sich viele sofort von der Diagnose ADHS, er drückt und haben das Gefühl machtlos zu sein. Doch in den 2010er Jahren beginnt dann endlich ein Umdenken, ein sehr, sehr notwendiges Umdenken. Die Wissenschaft findet nämlich in immer mehr Studien heraus, dass ADHS sehr, sehr, sehr unterschiedliche, neurobiologische Muster vorweist. Das heißt, die typischen Merkmale, also unaufmerksamkeit, Impulsivität, eventuell auch in Kombination mit Hyperaktivität, die kommen in total unterschiedlichen Stärken vor. Nur sehr wenige Menschen haben eins zu eins identische oder gleichstarke Symptome wie andere. Früher, Geld für ADHS, entweder man hat es oder man hat es eben nicht, doch nun wird klar, so einfach ist es gar nicht. Man spricht daher ab den 2010er Jahren davon, dass ADHS eine sogenannte Spektrumsstörung ist. Also, dass es wie eben gesagt, schwere Fälle gibt, wo der Betroffene oder die Betroffene und dessen Umfeld sehr unter den Symptomen leiden und auch einen Einsatz von beispielsweise Retarlin notwendig sein kann, aber manche andere auf diesem Spektrum haben auch sehr viel mildere Anzeichen. Und diese Sicht verändert die Einordnung von ADHS grundlegend. Schnell wird nämlich dadurch klar, wenn es so unterschiedlich sein kann, dann kann das standardisierte Verabreichen von Pillen definitiv nicht die richtige Lösung sein. Die Wissenschaft sowie Ärztinnen und Ärzte beginnen also von diesem Zeitpunkt an, die Verhaltensstörung ganzheitlicher zu betrachten. Sie fangen an nicht nur Medikamente, sondern auch therapeutische Ansätze zu verwenden, und das ist ein unglaublich wichtiger Step. Sie sehen also nicht mehr nur, ah, das Kind der Jugendliche oder der Erwachsene, sagen wir mal, nennen wir ihn einfach mal auch Philipp. Der kann sich nicht konzentrieren und zappelt zu viel am Tisch rum, ja, der hat ADHS Retarlin in den Philipp rein und fertig. Nein, die Forschung beginnt damals, die Gesamtzusammenhänge zu hinterfragen, zum Beispiel Interapiesizungen. Wie ernährt sich Philipp? Macht er ausreichend viel Sport? Hat er viel Stress? Ist sein Schlafgesund oder eher ungesund? Um das alles zu beantworten, werden Teils auch Eltern oder Lehrkräfte mit einbezogen. Und man findet dadurch heraus, all diese Faktoren wirken sich tatsächlich auf die ADHS Symptome aus. Dadurch ergeben sich 2017 dann erstmals klare Empfehlungen zur Behandlung von ADHS Fernab von Medikamenten. Und wie wichtig dieser Schritt ist, zeigt sich in diversen Studienabdämie 2020. Wie zum Beispiel in der eines sehr renommierten Psychologie-Johnlands, die pack ich euch mal auch als Nummer 2 in die "Show Notes". Diese zeigt nämlich, wird eine Person mit ADHS zusätzlich in einer individuellen Verhaltenstherapie psychologisch unterstützt. Singt der Bedarf, Medikamente wie Retarlin zu nehmen, drastisch. Kapitel 4 Eine wichtige weitere Änderung Obwohl wir mittlerweile schon so nah an der heutigen Zeit sind, ändert sich dann nochmal etwas und das ist auch wieder sehr sehr wichtig für viele Betroffene. Werinnern uns lange, wird ADHS als Krankheit betrachtet, ganz anfänglich sogar als Höhenschaden. Was dann passiert ist so etwas wie späte, wissenschaftliche Wiedergutmachung. Denn ungefähr im Jahr 2022 definiert die WHO, also die Weltgesundheitsorganisation, ADHS komplett neu. Das Syndrome wird ab jetzt nämlich offiziell eine Neurodiversität genannt. Das ist ein Begriff, der schon 1998 von der australischen Sozologin Judy Singer geprägt wird und er verändert wieder alles, denn Neurodiversität bedeutet einfach nur, dass ADHS ein Zustand ist, der zu natürlichen Vielfalt der Menschen gehört. Es ist keine Krankheit mehr. Und das ist total nachvollziehbar, weil ich glaube, jeder einzelne und jede einzelne von uns und euch, die das ja alles hier gerade hören, werden schon mal erlebt haben, dass sie ihren Haustürschlüssel nicht mehr wiederfinden können, oder das Handy oder sonst was, oder vergessen haben, was sie gerade machen wollten. Man läuft in einen Raum und denkt sich, "Was waren hier nochmal mein Auftrag?" Und besonders in den 70er und 80er Jahren hätten wir das damals einem Arzt oder einer Ärztin erzählt, wäre sofort die Diagnose ADHS gefallen. Doch durch diese jetzt neuen Möglichkeiten ADHS einzuordnen, also vor allem die psychologischen Verhaltensanalyse, sind einfach ganz andere Zusammenhänge sichtbar. Warum ist ein Mensch manchmal vergesslicher als an anderen Tagen? Also es muss nicht sofort die Diagnose sein, okay, mit dem Stimpf was nicht. Es kann ja auch zum Beispiel ein besonderes Ereignis gewesen sein, man hat eine Nachricht vom Chef oder der Chef hinbekommen. Und auf einmal ist man ganz Gedanken verloren, ich glaube, wir alle kennen, dass wir mal konzentrierte, mal unkonzentrierte sind. Und innerhalb dieser Therapien wird dann eben geguckt, wie sehr betrifft das den Alltag des Patienten, also wie hoch ist der Leidensdruck. Und für viele Betroffene fällt dadurch natürlich eine große Last ab. Behandelende Ärztinnen und Ärzte versuchen jetzt nicht mehr krampfhaft diese Verhaltensauffälligkeiten mit Medikamenten zu ersticken. Und das ist wirklich gut so, kann ich euch auch selbst als Betroffene sagen, dass ich nämlich ADHS-Tendenzen habe. Das wird meinem Umfeld, Lehrerin und Lehrern schon ziemlich früh bewusst. Ich habe es zwar nie ärztlich offiziell attestieren lassen, worüber ich auch jetzt nach Recherche dieser Folge sehr, sehr dankbar bin. Aber in regelmäßigen Tests konnte ich ziemlich sicher herausfinden, dass ich irgendwo auf dem ADHS-Spektrum auch selbst liege. Da muss man ja immer so Fragen beantworten, wie fällt es dir schwer, dich längere Zeit auf eine Aufgabe zu konzentrieren? Hast du Schwierigkeiten, Prioritäten zu setzen, Termine einzuhalten, bist du oft innerlich unruhig, hast du Schwierigkeiten lange zu sitzen? Lasst du dich schnell ablenken, da muss man das Ganze immer so auf einer Skala von 1 bis 6 bewerten, also umso höher man es bewertet, desto eher ist das Symptome ein Problemverein. Und ich kam bei den meisten Tests immer auf so 80% der möglichen Punkte. An der Stelle wollen wir natürlich klarstellen, dass solche Selbsttests oder Online-Tests keine fundierten ärztlich psychologischen Analysen ersetzen. Sie sind aber schon eine Art Indikator, vor allem für mich, dass ich damals ziemlich sicher auch in einer ADHS-Welk mich befinde. Und heute ist so gut, wie alles davon weg in innenlichen Tests komme ich immer noch auf so 10 bis 20% der Punkte. Das geht übrigens vielen Betroffenen so, aber wie so. Eine mögliche Erklärung ist schlichtweg, dass älter werden. ADHS entsteht zu einem enorm hohen Teil durch Verärbung. Zwilligens Studien haben da was sehr, sehr krasses gezeigt, hat nämlich einen einiger Zwilligen ADHS. Liegt die Wahrscheinlichkeit, dass der oder die andere es auch hat zwischen 60 und 80%. Also damit kann man definitiv feststellen, ADHS wird genetisch weitergegeben. Wir haben dann ja aber auch schon rausgefunden, dass nur etwa 50% oder ein bisschen über 50% der Erwachsenen diese besagten Verhaltensweisen dann mitnehmen ins Alter, wenn sie als Kinder mit ADHS diagnostiziert wurden. Ich persönlich glaube nicht, dass einfach nur das älter werden, bei mir der Grund war, dass es jetzt so viel weniger aufgetreten ist. Ich denke eher, dass es eine andere herangehensweise war. Ich bin mir irgendwann meine Schwächen in der Anführungszeichen meiner Defizite bewusst geworden. Ich bin ehrlich, mich hat das irgendwann auch richtig, richtig genervt, dass ich oft wichtige Aufgaben einfach vergessen habe, dass ich manchmal total Gedanken verloren war und deshalb irgendwie super unpünktlich bei allen möglichen Treffen gewesen bin. Oder dass ich mich einfach generell, ich habe mich immer so schnell ablenken lassen, wenn ich zum Beispiel in meinem Studium gelernt habe und an unserem Haus ist ein Flugzeug vorbei geflogen. Ich habe das nur im Augenwinkel gesehen. Leute, gar keine Chance, dass ich mich weiter auf die Lernsachen konzentrieren konnte. Und ich wusste dann irgendwann, dass ich wahrscheinlich auch etwas verändern muss. Ich habe ganz viele Sachen dazu gelesen, Bücher mir geholt und ich wollte diese Eigenschaft in eine Stärke verwandeln, denn man muss auf jeden Fall an der Stelle auch festhalten. Mit der Diagnose oder mit den Symptomen von ADHS geht auch eine ziemlich positive Welt einher. Darauf gehen wir gleich noch mal ein bisschen intensiver. Ein, aber ich wollte auf jeden Fall verstehen, was ADHS für mich persönlich bedeutet und so bin ich auf eine sehr, sehr unbequeme Wahrheit. Kapitel 5. Das Problem 9 zu 16. Ja, wir alle erinnern uns. Frühjahr 2020, Corona Lockdown Nummer 1 und während das öffentliche Leben zum Stillstand kommt, passiert online das genaue Gegenteil. TikTok explodiert völlig. Die App gibt es eigentlich schon seit zwei Jahren, aber jetzt, wo alle an ihren Handys hängen, explodiert die Community in kürzester Zeit enorm. TikTok wird 2020 zum Meister runtergeladen in Anwendung des Jahres. Schnell konsumieren hier mehr als 10 Millionen Menschen, die dynamischen Kurz-Videos, also fast jeder siebte Mensch, der in Deutschland ein Handy hat. Und das Prinzip ist simpel, schnelle, bunte, laute Videos. Innerhalb kürzester Zeit ziehen dann natürlich auch alle anderen Plattformen nach. Mittlerweile findet man auf Instagram, YouTube, Facebook, Snapchat, sogar auf Spotify diese Art von Kurz-Videos, die einem natürlich diesen extrem schnellen Konsum anbieten. Die wenigsten dieser Videos werden dabei fertig geguckt, denn, na ja, man weiß ja, das nächste ist nur einen weiteren Finger-Swipe entfernt. Jede Sekunde besteht die Chance auf ein Mini-Highlight, also man hat quasi ein eigenes Casino in der Hosentasche. Und genau dieses Prinzip wird zum großen Problem. Vor allem für Menschen mit adias, denn wir haben ja schon geklärt, was das Syndrom bedeutet. Egal in welcher Intensität man es hat, es sorgt dafür, dass Dopamine weniger gut im Hirn verfügbar ist. Und an der Stelle müssen wir wahrscheinlich ganz kurz erklären, was Dopamine ist, weil anders als häufig angenommen ist es kein Glückshormon. Dopamine ist ein Bootenstoff im Gehirn, der die Motivation der Person steuert, also auch Belohnung und Vorfreude. Ja, es motiviert uns. In der Geschichte der Menschheit war das auch ziemlich lange, ziemlich wichtig. Zum Beispiel wurde es ausgeschüttet, wenn man Nahrung gefunden hat, wenn man sich fortgepflanzt hat. Wenn man vertrauenswürdige soziale Kontakte findet oder einen sicheren Ort zum Übernachten. Gut so, sorry, also in einfachen Worten, alles Dinge, für die man ziemlich viel Aufwand betreiben musste, die aber auch ein riesigen Nutzen für die Menschheit hatten. Und alles Dinge, die durch eine Zufälligkeit der Ereignisse ausgelöst werden. Das ist auch noch extrem wichtig, weil Dopamine wird dann am meisten ausgeschüttet, wenn wir persönlich eine Erwartung haben. Also das, was passieren könnte, das uns hilft. Damals zum Beispiel sind Menschen von Dopamine motiviert worden, auf eine Wanderung zu gehen. Weil, neja, man könnte ja vielleicht um die nächste Ecke einen Riesenabfellbaum finden. Und der wiederum hilft uns durch die Vitamine und Konidrat und alles, dafür, dass wir überleben. Heute allerdings, neja, wenn wir halt nicht mehr auf die Suche nach Essen geschickt, sondern von einem Kick zum anderen. Und TikTok ist da schon wirklich auch ein großes Problem. Denn genau dieses Prinzip nutzen die Algorithmen natürlich ganz bewusst, das wurde auch schon zugeben von unter anderem Gründern von Facebook, die alle gesagt haben. Na klar, wissen wir, dass dieser Algorithmus genau so gebaut ist. Also man kriegt halt drei, vier Videos angezeigt, wo man sich denkt, boah, ne, das ist das denn, das interessiert mich ja gar nicht. Aber jeder Swipe, jedes Mal zum nächsten Video springen, könnte der metaphorische Abfellbaum sein. Es könnte wieder was sein, was mich zum Lachen bringt oder etwas, das ich total cool finde, dass mich weiter bringt, wissen, Mode, was auch immer. Und genau das ist das riesige Problem. Die Versuchung ist immer da und die Dopamine Mengen, die dabei ausgeschüttet werden, sind extrem hoch. Daher ist natürlich der Vergleich ständig, soll ich jetzt eine Stunde kochen und mir was gesundes zu essen machen oder lieber eine Stunde scrollen. Viele entscheiden sich natürlich an der Stelle für die App, weil dafür kann man auf der Kaut schliegen und muss sich nicht betätigen, für den Körper auch super, alles entspannt. Und am besten danach noch Essen bestellen, er ist halt einfach schlicht und einfach bequemar. Das gilt ja natürlich auch für längere Texte lesen, egal ob Schule, Uni, generell Hausaufgaben oder ein unangenehmes Telefonat zu führen, ins Gym zu gehen, auch diesen Podcast hier zu hören. Kann eine Herausforderung sein, weil man muss sich für eine gewisse Weise hierfür konzentrieren. Nichts davon schütte so viel Dopamine aus, wie das endlose Scrollen durch TikTok und Co. Und ihr könnt euch jetzt fragen, Johnny, aber was hat das denn alles mit Alieher S zu tun? Ja, ist eine gute Frage und die Antwort ist ziemlich einfach. Alles, alles in einer Untersuchung aus Thailand zum Beispiel. Da wurde bei Kindern, die besonders viel TikTok und Reels und sowas schauen, ein Signifikantaanstieg an unaufmerksamkeitssymptomen festgestellt. Das bestätigen auch zum Beispiel die deutsche Neurowissenschaftlerin Friederike Patchner, die hat zusammen mit anderen Experten und Experten eine Analyse gemacht und sie sind darauf gestoßen, dass das ständige Schauen von Kurz-Videos auf Social Media das gehören funktional in Richtung ADHS verschieben kann. Also das zum Beispiel ein Mensch, der eigentlich nie ADHS hatte, plötzlich mit den gleichen Symptomen zu kämpfen hat. Vor allem, dass schnelle abgelenkt sein und die fehlende Fähigkeit sich lange auf komplizierte Sachverhalte zu konzentrieren. Und wir verstehen natürlich, wie so. Klar, es ist super viel einfacher für das Gehirn, Dopamine auszuschütten mit darum Scrollerei. Also das Gefühl, was man hat, ist sehr einfach zu bekommen. Viel leichter als drei Stunden sich durch ein Buch zu arbeiten und vielleicht zwei, drei coole Erkenntnisse für sich zu ziehen. Das gehören will ja immer den wenigsten energetischen Weg gehen. Und das ist, wie gesagt, vor allem bei Menschen, die eine ADHS Tendenz haben. Wie beispielsweise auch bei mir, nah ja ein ziemlich großes Problem. Meine Symptome wurden auch durch meinen vor allem 2020 bis 2023 sehr, sehr hohen Social Media Konsum immer schlimmer. Ich habe gemerkt, dass ich irgendwann war ich so unkonzentriert und ich hatte auch den ständigen Reiz in jeder freien Sekunde an mein Handy zu gehen und durch die Apps zu zweiten, bis ich irgendwann die Reisleine gezogen habe. Das ist mir genau, welcher Tag es war, aber irgendwann habe ich mir einfach gesagt, nee, es reicht jetzt. Ich habe sofort an diesem Zeitpunkt alle diese Apps von meinem Handy gelöscht. Drastisch, ich weiß, aber für mich hat sich einfach danach angefühlt, als bräuchte ich genau das sehr dringend. Die ersten Tage und Wochen sind mir dann auch unfassbar schwer gefallen. Ich war sehr oft ganz kurz davor, sie wieder runterzuladen. Ich habe echt gemerkt, das sind fast richtige Entzugserscheinungen, die ich da spüre. Und das wurde auch in Studien danach bestätigt, weil das ist eine Sucht, die man da aufbaut. Und nach insgesamt neun Wochen, also ein bisschen mehr als zwei Monaten, habe ich mich dann wieder bereit gefühlt, reinzuschauen. Ich wurde natürlich direkt überflutet mit Reizen und es war fast anstrengend, TikTok zu konsumieren. Mittlerweile habe ich die Apps wieder auf meinem Handy, aber ich habe meine Bildschirmzeit extrem limitiert. Das könnt ihr übrigens bei jedem Handy einstellen, dass die Bildschirmzeit euch die ganze Zeit auch angezeigt wird, also wenn ihr das Handy öffnet. Das habe ich gemacht und habe mir selbst gesagt, ich will nicht mehr als eine Stunde da stehen haben am Ende des Tages, also immer maximal 60 Minuten. Mein Durchschnitt ist mittlerweile so 30 bis 40 Minuten und das hilft mir enorm und das bestätigen auch erste Studien und systematische Übersichtsarbeiten. Denn umso weniger solche Media konsumiert wird, desto mehr Aufmerksamkeit, Balance und innere Ruhe nimmt die Person wahr. Dazu helfen natürlich auch Sport, gesunde Gemüsereiche Ernährung und ausreichend Schlaf. All diese Dinge reduzieren, stress und das ist für unseren Körper ein absoluter Segen. ADHS entsteht also nicht einfach nur so im Kopf und man kann nichts dagegen tun. Jeder und jede kann jeden Tag selbst dafür sorgen, dass die Symptome erträglicher sind. Wenn man sein Lebensstil entsprechend anpasst, zusammenfassung. Vor fast 200 Jahren schreibt ein Frankfurter Arzt ein Kinderbuch mit dem Namen Strowelpäter. Darin findet sich ein Junge, der der Zappelfilip genannt wird und der hat Schwierigkeiten still zu sitzen. Die Geschichte soll damals eigentlich nur den eigenen Sohn erziehen, doch ohne es zu wissen, beschreibt der Autor und Psychiater Heinrich Hofmann einverhalten, das später einmal ADHS genannt wird. Über Jahrzehnte glaubt man, es sei eine Krankheit, die durch schlechte Erziehung oder sogar höheren Schäden ausgelöst wird. Kinder, die zu laut, zu unruhig, zu abgelenkt sind, gelten als schwierig. Erst im 20. Jahrhundert beginnt die Forschung, das Phänomen ernst zu nehmen. Man erkennt, das ist gar keine klassische Krankheit. Das Gehirn der Betroffenen arbeitet einfach nur anders. Doch leider gibt es damals noch keine tiefgründigen Analysen, keine personalisierten Therapieformen. Daher wird ab den 50er-Jahren jede Menge Ritalien verschrieben. Ein Mittel, das helfen soll, Ruhe in das scheinbare Verhaltenskaus der Patienten zu bringen. Und es wirkt. Zumindest eine Zeit lang, denn schon bald zeigen Studien, dass Medikamente meist nur über einen begrenzten Zeitraum am Anfang eine Wirkung haben. Die Symptome verschwinden nicht, sie verändern sich nur. In den 2000er beginnt dann endlich ein neues Denken. ADHS wird als neurologische Entwicklungsstörung anerkannt und die Diagnostik wird sehr aufwendig betrieben. Sie betrifft nicht mehr nur Kinder, auch Jugendliche und Erwachsenen. Und besonders wichtig, jede Person ist anders betroffen. Immer mehr Forschende sagen an diesem Zeitpunkt, hätte es doch überhaupt keine Krankheit, sondern einfach nur ein anders strukturiertes Gehirn. Ungefähr im Jahr 2022 zieht die WHO nach. ADHS gilt von nun an offiziell als Form der Neurodiversität, also ein Teil der menschlichen Vielfalt, völlig normal. Das nimmt vielen Druck und auch die Angst unheilbar krank zu sein. Heute wissen wir viel, viel mehr über ADHS. Wahrscheinlich werden wir in den nächsten Jahren immer mehr lernen, also sagt mir in zehn Jahren, bescheid dann machen wir eine neue Folge darüber. Und auch wissen wir, dass unsere moderne Welt es betroffenen nicht einfacher macht. Zwischen TikTok, Reels und ständigen Pushnarrichten wird Konzentrationen immer mehr zum Ausnahmezustand. Jeder neue Reiz schütte Dopamine aus. Das Gehirn verlernt nichts zu tun. Und wer ADHS hat, spürt das doppelt und dreifach. Denn die Suche nach dem nächsten Kick ist Teil der eigenen Biologie. So entsteht ein Kreislauf, der nur durch Achtsamkeit durchbrochen werden kann. Der bewusste Umgang mit Handy, mit der eigenen Bildschirmzeit, mit Ernährung und Sport kann extrem helfen. Denn ADHS ist keine Krankheit. Ganz im Gegenteil. Es kann ein Segen sein. Oftmals geht mit dem Sündrom, nämlich eine gesteigerte Kreativität, Flexibilität und eine große Begeisterungssfähigkeit einher. Alles Dinge, die wirklich, wirklich tolle Eigenschaften sind. Wenn man lernt, diese Energie zu dosieren, lenken und richtig einzusetzen. Hoi, Freundinnen und Freunde, das war wieder mal eine extrem intensive Folge. Natürlich auch für mich persönlich extrem emotional, weil es einfach einen so großer Bestandteil meiner Persönlichkeit ist. Und wenn ihr an der Stelle jetzt irgendwie das Gefühl habt, ich habe das so noch nie darüber nachgedacht, vielleicht bin ich ja betroffen oder jemand, der mir nahe steht, geht bitte unbedingt mit dieser Person zu. Jemand, dem ihr vertraut, sprecht darüber und denkt auch darüber nach, vielleicht zu eurem Hausarzt zu gehen, weil der kann euch dann an einen Psychater oder Neurologen überweisen. Denn nur ein Facharzt kann eine gesicherte Diagnose stellen und dann auch helfen mit dem ganzen Umzugehen. Wie gesagt, für mich war es ein riesiger Faktor, mich auch dazu einzulesen und zu verstehen, was das bedeutet. Also, dass es eben keine Krankheit ist. Meine Eigenart einfach auch einen eigenen Umgang erfordert und jetzt kann ich mit diesen besonderen Neuro diversen Zuständen, die sich da immer im Kopf abspielen, total gut umgehen und ich glaube, das hilft auch meinem Umfeld enorm. Ich könnte natürlich auch wieder alle Schilderungen, eure Meinung, eure Kommentare, eure Fragen raussauen. Ich glaube, wir sollten nächste Woche dann mal wieder fünf davon machen, auch wenn es keine Folge ist, die auf eine fünf endet, weil ich könnte mir vorstellen, dass da echt einiges kommt. Jetzt aber erst mal zu euren Nachrichten von letzter Woche, als es um die Entführung der Lufthansa-Maschine Landzut in Mogadishu ging. Die erste Frage ist heute von Süß Kartoffel, super Name. Johnny, was ist eigentlich der Unterschied zwischen der GSG-9 und der KSC? Ja, gute Frage, also beides sind erst mal Spezialeinheiten und so ein bisschen sind wir in der letzten Folge schon drauf eingegangen, denn die GSG-9 ist ja Bestandteil der Bundespolizei. Also gehört zur Polizei. Das KSC, das Kommando Spezialkräfte gehört zur Bundeswehr, das der eigentlich einzige Unterschied. Das eine ist militär, das andere ist Polizei und damit ändert sich natürlich auch der Zuständigkeitsbereich. Das KSC wird für militärische Operationen primär im Ausland eingesetzt und die GSG-9 für Dinge, die im Inland passieren. Wird es also heute eine ähnliche Situation, wie die Landzutentführung geben wäre, wahrscheinlich das KSC dafür zuständig. Frage Nummer 2 ist von Marla Luisa. Sie möchte wissen, was mit der vierten Person passiert ist, die zu den Terroristen gehört hat und in Mogadishu Schwer verletzt wurde. Erst mal krass anders, als sich die meisten vorstellen würden, ist die vierte Person damals eine 24 Jahre alte Frau. Und die Geschichte von ihr, da könnte man fast einen eigenen Podcast zu machen, die ist so verrückt. Sie wird eigentlich 1978 in Somalia, also in Mogadishu zu 20 Jahren haft verurteilt. Sie kommt aber schon nach zwei Jahren wieder frei und verschwindet in den Irak, unter teilweise ein bisschen mysteriösen Bedingungen. In den Jahren danach geht es weiter für Sie ins Ausland. Sie zieht nach Norwegen, wo Sie dann 1994 durch hinweise deutsche Ermittlungsbehörden aufgespürt wird. Sie wird dann nach Deutschland ausgeliefert und erhält eine neue Haftstrafe zwölf Jahre, die Sie eigentlich in Norwegen verbüßen soll. Aber jetzt kommt's. Wegen ihrer schweren Schussverletzungen, die nie richtig verhalt sind, leidet ihr gesundheitlicher Zustand. So wird sie nach drei Jahren haft aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig entlassen und lebt seitdem mit ihrem Ehemann und einer Tochter zurückgezogen in der Norweggischen Hauptstadt Oslo. Crazy. Die dritte und damit vor heute letzte Frage kommt von Moritz. Johnny, wie konnten die Entführer damals einfach so waffen mit ins Flugzeug schmuggeln? Gibt es da keine richtigen Kontrollen? Ja, genau das ist das Problem. Also wie schon erwähnt, gibt es Ende der 1970er Jahre an den vielen Flugheben noch keine richtigen Sicherheitsmaßnahmen. Keine Metallscanner oder Gepeckdurchleuchtung. Auch Passkontrollen sind teilweise noch ziemlich lax. Im Fall der Landshut starten die Entführer in Palma de Mallorca. Dort gelingt es ihnen ihre Waffen unbemerkt durch die Sicherheitskontrolle zu bringen. Es gibt auch Hinweise darauf, dass sie sie wahrscheinlich in Einzelteilen geschmuggelt und später zusammengesetzt haben. Erst durch solche Ereignisse wie Landshut und vor allem dann auch durch 9/11 werden die Sicherheitsverkehrung immer genauer und schrittweise so strengen wie wir sie heute kennen. Und dann abschließend Leute. Wir haben so unglaublich viele Nachrichten von euch bekommen, dass ihr euch eine weitere Folge zu PDD wünscht, also ein Update. Und ich muss euch das erste Mal in diesem Podcast enttäuschen, denn diese wird es nicht geben. Und das aus einem ganz simplen Grund. Es gäbe einfach aus unserer Sicht nicht genug wissen, dass wir euch aus diesem Fall vermitteln könnten. Die Verhandlungen waren sehr c, das was die Zeuginnen und Zeugend damals schildern war auch ziemlich schlimm und am Ende endet dieser ganze Fall schlussendlich mit einem für viele sehr fragwürdigen Urteil. In der Kurzfassung wurde Sean Combs, also PDD, in den schwerwiegenden Punkten zur Verwunderung viele Experten und Experten freigesprochen. Daher ist die von der Staatsanwaltschaft eigentlich geforderte Haftstrafe von mindestens 11 Jahren auf 4 Jahre und 2 Monate reduziert worden. Mehr Infos dazu findet ihr noch in unserem Instagram-Sleit, denn haben wir euch als Nummer 3 in die "Show Notes" gepackt, aber eine eigene Folge werden wir dazu nicht machen. Dafür haben wir sechs neue Themen in der Abstimmung und natürlich wollen wir euch auch noch einen Wunsch erfüllen und zwar haben ganz, ganz viele uns gebeten, immer mal am Ende der Folge eine kurze Einordnung zu machen. Um was es bei den Themen geht, damit die Einordnung und die Abstimmung euch leichter fällt. Und für diese Woche starten wir damit und das ist relativ einfach das erste Thema, die Terracotta-Armee, das ist eine bei Ausgrabung, gefundene, ungewöhnlich große Sammlung von Tonkriegern. Auch ziemlich spannend. Dann haben wir die RRF, das ist eine hier im Podcast schon häufiger genannte Links-Extreme Terrorgruppe, die besonders von den 70ern bis zu den 90ern in Deutschland aktiv gewesen ist und viele Menschen in Schrecken gehalten hat. Indien müssen wir glaube ich nicht selbst erklären. Der Darlei Lama ist das spirituelle und sehr spannende Oberhaupt des Tibetischen Buddhismus. Der Goldrausch bezeichnet eine Zeit, wo tausende Menschen plötzlich sehr, sehr viel Gold finden und auch sehr, sehr spannend. Und das Oceangate-Rama bezieht sich natürlich auf den tragischen Unfall des Mini-Uboats Titan oder Titan, das 2023 auf dem Weg zur Titanik verunglückte. So, wir sind sehr gespannt erstens, ob euch diese Einordnung helfen. Schreibt es gerne mal in die Kommentare und natürlich, wofür ihr euch entscheidet. Die Abstimmung sind wie immer online Montags auf Spotify, Instagram und in unserem WhatsApp-Kanal. Den Link zum Kanal findet ihr auch noch mal als Nr. 4 in den Schauen, und uns falls ihr dort abstimmen wollt. Damit sind wir jetzt wirklich am Ende der Folge angekommen, behören uns also nächsten Sonntag wieder um 23 und 59 oder Mittwoch um 23 und 59 bei Wissen mit Soi bis dahin verbleiben wir mit ganz viel Liebe an euch alle und für weniger Wissen. Enfallplatz. Ritz ist eine Produktion des RBB. Ah, Leute und es wurde doch mal wieder Zeit, hier bin ich noch mal mit einer kleinen "Kuck" oder "Watch" Empfehlung für euch. Und zwar, wenn ihr Lust auf unterhaltsame Comedy habt, dann kann ich euch falsch aber anders lustig in der ARD-Mediathek empfehlen. Das Prinzip ist ziemlich einfach. Es treten vier Comedians in zwei Teams gegeneinander an, sie bekommen Aufgaben gestellt und sie sollen falsch aber lustig beantworten. Checkt ihr, moderiert wird das Ganze von Moritz Neumeier und mit ihm auf der Bühne sind z.B. Fabian Raschereil, Philistastan, Jorik-Tide, Tellreiners und und den Link findet ihr in unseren Schauen. Viel Spaß!

Podcast Summary

Key Points:

  1. Anecdote about a child with concentration difficulties leading to an ADHD diagnosis.
  2. Historical overview of the understanding and treatment of ADHD, including mention of the book "Struwwelpeter."
  3. Transition from viewing ADHD as a disorder to neurodiversity by the WHO in 202
  4. Criticism of overdiagnosis and excessive medication, followed by a shift towards holistic approaches in treatment.
  5. Personal experience shared by the speaker regarding ADHD tendencies and self-awareness.

Summary:

The transcription discusses the journey of understanding and treating ADHD, starting with historical misinterpretations and medical approaches. It highlights the shift from viewing ADHD as a disorder to recognizing it as a form of neurodiversity. Criticism of overdiagnosis and excessive medication is mentioned, leading to a transition towards holistic treatment approaches.

The speaker shares a personal reflection on their ADHD tendencies and self-awareness, emphasizing the importance of individualized care and understanding of ADHD as a spectrum disorder.

FAQs

ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung und ist eine neurobiologische Störung, die sich durch Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität äußert.

Früher wurde ADHS oft fälschlicherweise als minimaler Hirnschaden angesehen, was zu einer falschen Behandlung mit Beruhigungstabletten und strenger Erziehung führte.

Das Buch 'Struwwelpeter' von Heinrich Hoffmann war eines der ersten, das Verhaltensstörungen bei Kindern thematisierte, wie beispielsweise das Zappeln und die Konzentrationsprobleme von Zappelfill.

Die Behandlung von ADHS hat sich im Laufe der Zeit von rein medikamentösen Ansätzen hin zu ganzheitlichen Therapien entwickelt, die auch die individuellen Lebensumstände und Verhaltensmuster berücksichtigen.

Die Neuklassifizierung von ADHS als Neurodiversität durch die WHO bedeutet, dass es nicht mehr als Krankheit, sondern als natürliche Vielfalt der Menschen betrachtet wird, was eine positive Veränderung im Umgang mit ADHS darstellt.

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