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#55 Die echte Pippi Langstrumpf

76m 32s

#55 Die echte Pippi Langstrumpf

In dieser Podcastfolge wird die These untersucht, dass die schwedische Journalistin Esther Blender Nordström (aktiv um 1914) die reale Inspiration für Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf gewesen sein könnte. Esther zeichnete sich durch großen Mut und einen unkonventionellen Lebensstil aus; sie war eine investigative Reporterin, die sogar unter falscher Identität als Magd arbeitete, um eine Geschichte zu recherchieren. In einer von Männern dominierten Zeit rebellierte sie gegen gesellschaftliche Normen, trug Hosen, fuhr Motorrad und rauchte als Zeichen ihrer Unabhängigkeit. Ihre charakterliche Stärke und ihr freigeistiges Wesen weisen Parallelen zur fiktiven Pippi auf. Die Diskussion beleuchtet zudem die historisch prekäre Lage von Frauen im Berufsleben, speziell im Journalismus, wo ihnen oft Professionalität und Belastbarkeit abgesprochen wurden. Eingebettet ist die Geschichte in eine Gesprächsstruktur der Moderatorinnen, die auch persönliche Bezüge herstellen und eine Werbung für ein Nahrungsergänzungsmittel mit Kollagen präsentieren.

Transcription

11562 Words, 71844 Characters

German
Wie kann man sagen, was ist das wirklich? Ich bin in Love Several Times vor. Und seitdem ich dachte, ich baufe meine Prinscharme. Auf Ex-Productions präsentiert. True Love, ein Podcast über wahre den Bissgeschichten. Mit Linchütze und Leone Batch. * Musik * Ich mach mir die Welt, wie die wie sie mir gefällt. Hallo Leo! Damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge "Schulauf". Ich glaube, wir werden alle aus dieser Folge mit diesem Orm herausgehen. Ich hatte komplett die ganze Zeit während der Recherche. Ich habe da einfach hängen. - Ja, als ich gehört habe. Du erzählst mir den Fall der echten Pipilangstrom. Und Pipilangstrom ist meine Kindheit. Muss ich ehrlich sagen. Meine Mama hat mir nichts mehr vorgelesen. Und mein Papa als Pipilangstrom. Ich bin ja auch eine ganz kleine Zeit in Schweden groß geworden. Da war natürlich Astrid Lindgren und Bola Büh und auch Pipi. Immer das, was mich begleitet hat. Und ich hab mich so gefreut, als du gesagt hast, "Ich spreche über Pipilangstrom." Wenn du Astrid Lindgren machst, dann mach ich Pipilangstrom. Ich hab immer gedacht, Pipilangstrom gibt es gar nicht. Ja, die ging es da genau wie mir. Ich wusste auch ganz lange nicht, dass Pipilangstrom anscheinend inspiriert es von einer wahren Person. Es hat mich komplett von uns auch grauen, weil ich dachte, das kann doch nicht wahr sein. Dieses Mädchen hebt Autos hoch. Die ist so stark. Die lebt alleine in einem Haus, die ist auf jeden Fall fiktional. Und ich muss schon mal ankündigen. Natürlich ist ganz, ganz viel aus den Astrid Lindgrenbüchern fiktional. Aber es soll eine reale Personen geben, von der sich Astrid Lindgren hat inspirieren lassen. Und das ist für mich so spannend, dass ich mich natürlich komplett auf dieses Leben gestürzt habe und alles über die wahre Pipilangstrom verfahren wollte. Denn ich finde es eh immer ganz interessant. Ich hab eh schon ganz lange den Wunsch irgendwann mal ein Buch zu schreiben. Und ich hab mich immer schon gefragt, ob man sich dann an seinem Umfeld orientiert, also an einer wahren Person, oder sich auf was komplett fiktionales stürzt. Also keine Sorge linn, wenn du dorthin vorkommst, bist du natürlich eine superhelden. Ich wollte grad sagen, "Ja, du darfst ein Buch über mich schreiben. Gar kein Problem." Ja, wenn ich Bücherlese frage, ich mich das sowieso. Wir haben ja auch mit Sebastian Fitzig schon mal zusammen Podcast aufgenommen, letzten. Und da hat er auch erzählt, dass er gerade an seinem neuen Buch arbeitet und nach der Podcastaufnahme direkt weiter schreibt am nächsten Kapitel. Und ja, da haben wir ihn ja auch gefragt. Komm wiederhin vor. Wirst du unsere Begegnung weiterverwerten? Er hat leider eher nein gesagt, würde ich sagen. Wir sind gespannt. Wir werden das nächste Buchs gerne und gucken, ob zwei Podcast darin drin sind. Und ich bin sauer, wenn wir die Mörderin sind oder so mal sehen. Und ich hab das auch schon mal irgendwann bei einer Harry Potter-Fiegur gehört. Das ist mir auch beim Lesen nie wieder aus dem Kopf gegangen. Dieser super selbstverliebte nassistische Professor Lockhart. Oh ja. So ja auch, laut J. K. Rowling jemand unangenehmes aus ihm Umfeld sein. Also wirklich immer, wenn ich irgendwelche Seiten über den Gelesen hab, habe ich mich gefragt, "Check, dass die Person gerade, dass sie der beschrieben wird. Und wer ist das in ihm Umfeld gewesen?" Ja, und die letzte Person, bitte ich gedacht hätte, dass es zu der wirklich auch eine reale Inspiration gibt, ist Pipi Langstrumpf. Ich bin so gespannt darauf, weil ich hab davon noch nie gehört. Und ich kann es kaum erwarten, die echte Pipi kennenzulernen. Ich hab ja dieses Jahr so ein bisschen gesagt, dass ich mal wieder mehr auf mich achten will, dass ich Parotin machen will. Und eine Sache ist, dass ich morgens erst etwas trinke, was mir gut tut. Und an der anderen hab ich jetzt auch angefangen, "Kolagien" in meinen Alltag zu integrieren. Und ich trinke jetzt immer morgens, "Glow 25", das ist "Kolagien", dass man ganz mühlos in seine Alltagssroutine einbauen kann. Und ich güre das einfach morgens immer in mein Tee. Und dann hab ich schon das Gefühl, dass ich ein bisschen was für mein Beauty-Ritual am Morgen getan habe. Es gibt ganz, ganz viel von "Glow 25". Ich passt auch ganz gut so in den Frühling, wo ihr alles um uns herum neu blüht und so neue Energie durch die Sonnenstrahlen entstehen. In dieser Zeit finde ich, passt auch, dass man sich selber so ein bisschen was Gutes tut. Und das wird auf jeden Fall durch "Kolagien" unterstützt. "Glow 25" hat das "Kolagien Original" mit Vitamin C entwickelt und speziell Vitamin C unterstützt die "Kolagienbildung" für Haut, Knochen und Knorpel und schützt die Zellen vor "Oxilativen Stress". Und man muss auch sagen, mit dem Alter lässt die Körper eigene "Kolagienproduktion" so ein bisschen nach. Und so kann man dann mit "Kolagien" von außen die Haut stärken. Da reichen auch schon 15 Gramm täglich und die Sorgen dann für ein strahlendes Aussehen. Und es hat wirklich so einen ganz milden Geschmack. Also ich weiß es eigentlich in alles rein. Das ist so ganz unkompliziert und es ist auch alles hergestellt in Deutschland. Nach höchsten Qualitätsstandards und wird regelmäßig Labor geprüft. Und es wirkt wirklich am besten, wenn es zu täglichen Gewohnheit wird. Vor optimaler Ergebnisse wird tatsächlich eine Einnahme über 90 Tagezyklus empfohlen. Also das ist sehr ganz häufig so, dass etwas auch richtig funktioniert, wenn man das in die Routine einbaut. Und wenn ihr sagt, ihr wollt es mal ausprobieren, dann könnt ihr auch mit unserem Rabatt Coach Span. Und der heißt "True Love 20". "True Love 20". Und damit bekommt ihr 20% Rabatt auf alle Produkte von "Glow 25", aber am Mindestbestellwert von 29 Euro. Gibt am besten direkt auf die Website. Da könnt ihr ganz viele Produkte entdecken. Und auch das Kohlergehen gibt es dort nicht nur in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, sondern auch in ganz unterschiedlichen Formen. Zum Beispiel in einem Pulver oder auch in der Kapsel. Alle Informationen dazu findet ihr auch noch mal in unseren Schoneuz. Und damit würde ich sagen, steigen wir direkt in die Geschichte ein. Mit einem dummen Knall fällt die schwere Holztür hinter dem beiden jungen Frauenentschloss. Draußen ist es kalt und der Regen legt sich wie ein feiner Schleier über die schwedische Landschaft. Schnell zieht Esther den Schalengar um ihren Körper. Dann geht sie los. Schon von Weipen kann sie den Schafengeruch von Mist riechen. Und je näher sie der großen Scheune kommt, des so lauter hört sie das Schmatzen der Kühe. Esther schluckt. Sie hat sich so viele Gedanken über ihre Tarnung gemacht. Sie hat geübt, anders zu sprechen und überlegt, wie sie sich verhalten soll. Auch die Aufgaben, die sie als Markt wahrscheinlich erledigen muss, ist sie immer wieder durchgegangen. Nur die 20 Kühe, die jetzt darauf warten von ihr Gemolken zu werden, hat sie erfolgreich verdrängt. Nervös schließt Esther ihre Fingerfester um den Griff, der mit heinen Milch kann. Sie ist sich sicher, wenn sie bei dieser Aufgabe versagt, würde ihre Tarnung schon am ersten Tag aufliegen. Sie würde scheitern und ohne neue Erkenntnisse nach Stockholm zurückkehren. Und noch viel schlimmer, ohne Geschichte. Im Stall stellt Esther den Schämel vor eine große Kuh. Ihre Hände sind ganz schwitzig. Am anderen Ende des Stalls hört sie eine andere Markzum. Dann schließt sie ihre Finger vorsichtig um die warmen Zitzen der Kuh. Bevor sie mit einer fließenden Bewegung daran zieht. Als mit einem Lautenzischen ein warmer Strahl Milch in dem einmalandet, atmet sie er leichter auf. Vielleicht kann sie ihre Mission doch erfüllen. Zwei Stunden später fühlen sich Esther's arme Taub an. Doch für eine Pause ist keine Zeit. Der Alltag auf dem Bauernhof ist hart. Und die Liste der Aufgaben lang. Esther und die andere Mark müssen das Haus wegen. Die Hühne und Schweinefüttern, Endlos viele einmal Wasser vom Brunenschöpfen, kochen, Brotbacken, Kartoffeln ernten und so weiter und so weiter. Am Abend fällt Esther tot müde ins Bett. Von der ganzen Arbeit sind ihre Hände geschwollen und voller kleiner Bremner wunden. Ihre Beine sind schwer und ihr Rücken echtst bei jeder Bewegung. Einfach alles tut je weh. Ungläubig start sie in die Dunkelheit der kleinen Kammer. Wie soll sie diese Arbeit ein ganzen Monat aushalten? Wie soll sie das nur einen weiteren Tag schaffen? Warum hat sie sich nur freiwillig auf diese Situation eingelassen? Warum hat sie sich dafür entschieden, ihr privilegiertes Leben in Stockholm zurückzulassen, um im ländlichen Schweden als Markt zu arbeiten? Für ein Moment spielt sie mit dem Gedanken abzubrechen. Einfach ihre Sachen zu packen und in den nächsten Zug in die Hauptstadt zu steigen. Doch dann erinnert sie sich an das Leuchten in den Augen ihres Chefredakteurs und an das Krübeln in ihrem Bauch, als sie sich auf ihr Abenteuer vorbereitet hat. Nein, sie muss durchhalten, um danach die Geschichte ihres Lebens zu schreiben. Moment, das heißt, die echte Pipilangstrumpf ist eine Reporterin? Ja, wir schauen uns heute das Leben einer ganz besonderen Reporterin an, nämlich von Esther Blender Nordströmen. Und du hättest es dir vielleicht irgendwie herleiten können, weil wenn man so gerade an die Zeit denkt, in der diese Esther aufgewachsen ist, ist so das Ende des 19. Jahrhunderts, beziehungsweise aktuell befinden wir uns im Jahr 1914. Dann ist ein typischer Beruf, bei dem es sehr viel Mut erfordert, wahrscheinlich der eine Reporterin, vor allem weil Frauen, das in dieser Zeit eigentlich noch gar nicht sein durften. Und diese Esther, von der ich dir gerade erzählt habe, ist nicht nur irgendeine Reporterin, sondern, und das ist wahrscheinlich heute auch unumstritten. Sie ist die mutigste Reporterin, eine großen schwedischen Tageszeitung, die es, würde ich sagen, jemals in der schwedischen Geschichte gegeben hat. Denn diese junge Frau Esther ist immer auf der Suche, nach der nächsten großen Geschichte, und mittlerweile bei ihren Kolleginnen und Kollegen auch dafür bekannt, immer etwas unerwartetes zu tun. Und auch jetzt gerade im April 1914 tut sie etwas, das noch kein schwedischer Journalist und es recht keine schwedischer Journalistin, vor ihr je getan hat. Sie ist nämlich investigativ unterwegs. Und Linda, in einer Reaktion würde ich jetzt mal davon ausgehen, dass du vorher von dem Namen Esther Blender Nordstrom noch nie was gehört hast, oder? Nein, eigentlich nicht. Ich frag mich jetzt auch, warum sie die wahre Pipilang schon sein soll. Also klar, sie ist mutig, sie ist tapfer, aber hat sie ein Affen, ein Haus und ein Fert? Eine kunde Wunde Willa? - Ja. Das müssen wir so ein bisschen erforschen. Also es gibt tatsächlich schon ganz schön viele Parallelen zwischen Esther und Pipilangstrumpf, aber kurz vorab ist es jetzt nicht exakt die gleiche Geschichte. Wir müssen so ein bisschen danach suchen, was Astrid Lindgren wahrscheinlich inspiriert haben könnte. Also diese Frau soll für Astrid Lindgren wirklich das Vorbild für Pipilangstrump gewesen sein? Ja, tatsächlich ist das so. Du hast ja gerade schon so ein paar Eigenschaften aufgezählt von Pipilangstrumpf, nämlich, dass sie wild ist, mutig ist und vor allem wahnsinnig stark. Und sie ist ja auch so eine Art freigreist, die sich nicht an Konvention hält, dass man zum Beispiel auch an ihr sehr außergewöhnlichen Lebensdiel sieht. Oder, und das hast du auch schon am Anfang der Folge gesungen, an dem Titelsong der Serie "Ich mach mir die Welt", wie die wie sie mir gefällt. Ja, und diesen Song, den kannst du dir natürlich noch mal mehr merken, auch wenn er wahrscheinlich schon in Ordnung geworden ist. Und die Eigenschaften, die wir gerade besprochen haben, auf die kannst du ja jetzt auch mal achten, wenn wir etwas mehr zu Esther erfahren. Esther ist nämlich jetzt gerade auf diesem investigativen Einsatz. Und nach dem anstrengenden Arbeitstag liegt Esther erschöpft in der dunklen Kammer und betrachtet ihre rissigen Hände. Die sehen gerade nicht mehr so aus, wie die einer 23 jährigen, sondern eher wie die einer mindestens doppelt zu alten Frau. Doch der Rest von Esther ist unverändert geblieben. Ihre kurzen, rötlich blonden Haare fallen ihren Locken auf ihre Stieren. Und ihr durchdringener Blick ist wach. Wir laden euch natürlich bei Instagram und @schulaufpodcast auch alle Bilder hoch. Du hast mir dir ja auch gerade gezeigt. Und ich muss sagen, da sehe ich die Ähnlichkeit zur Pipi-Langstumm. Also sie hat keine Zweitesöpfe. Ich weiß nicht, ob sie Sommer sprossen hat. Ja, als Kind auf jeden Fall richtig viele. Okay, aber dieser Blick, das ist ja Pipi durch und durch. Also, so dieses bisschen trotziger und dieses so, "Ne, wenn ich was will, dann nehme ich mir das auch." Das passt auf jeden Fall. Also, du wirst merken, Esther ist wirklich die Stärke in Person. Ich glaube, wenn es irgendwie anatomisch möglich wäre, dass ein Mädchen ein schweres Auto heben würde, Esther würde das hinkriegen. Oder ein Fert. Oder ein Fert. Jetzt gerade versucht sie erst mal die besten Geschichten des Landes zu finden, die auch was in der Gesellschaft verändern können. Normalerweise lebt Esther ein Stockholm. Dort wohnt sie mit ihrer Schwester in einer kleinen Wohnung, die ziemlich intensiv nach Rauch riecht. Oh, wo. - Esther ist nämlich leidenschaftliche Kettenraucherin. Ist das so normal für Frauen damals schon, ne? Die gar nicht, nämlich. Also, ah, ich glaube, jetzt werden einige so, oh Gott, die Wohnung wird so eklig riechen, weil sie raucht auch sehr viel drin. Aber es ist von Esther auch sogar so was, eher so eine Akt des Widerstands, weil bis dahin haben eigentlich jahrelang nur Männer geraucht. Und das ändert sich aber jetzt gerade so ein bisschen. Und Zigaretten sind in dieser Zeit für viele Frauen ein Zeichen für ein selbstbestimmtes freies Leben. Und genau das will Esther. Sie will frei sein, sie will neues ausprobieren und Abenteuer erleben. Am liebsten fährt sie mit ihrem dunkelgrünen Motorrad durch die Straßen von Stockholm. Vorbei an reich dekorierten Häuser-Fassaden überholzt sie Klapprige von Ferdengezogenholzkaren und weicht den Schienen der elektrischen Straßenbahn aus, die es erst seit ein paar Jahren gibt. Auch heute. Ein paar Monate, bevor sie als Markt kürmelt, brauchst Esther auf ihrem Motorrad durch die Stadt. Vor ihr hushen Männer mit G-Stöcken und runden Hütten über die Straße. Die Frauen tragen langere Körnthüte. Esther sieht an sich selbst herab. Sie sieht ganz anders aus. Sie trägt schwarze Lederhandschuhe, ein schwarzen Lederhelm und robuste Hosen. Frauen tragen zu dieser Zeit aber eigentlich keine Hosen, sondern aufwendige Kleider. Für Esther ist ihr Outfit aber die einzig logische Entscheidung. Denn wie soll sie mit einem langen Kleid Motorrad fahren? Das sah in ab mich natürlich alles totaler im Pipi. Wir haben ja bei Pipi auch immer Annika noch. Annika und Tommy, die beiden Nachbarskinder, die zu Besuch kommen und Annika ist eher so ein bisschen süß und lieb. Und so, wie man eher erwartet hat, von einem Mädchen zu sein. Und Pipi, der ist das ja alles vollkommen, egal. Die trägt was sie will, die macht was sie will, die sehe ich auch sehr auf einem Motorrad hin und herfahren. Also, das ist schon lustig, weil Esther es wirklich so ein bisschen vielleicht wie, wenn sie zu erwachsen geworden wäre. Ja, und nicht nur, dass Esther's Outfit ist super ungewöhnlich, sondern die Tatsache, dass sie überhaupt Motorrad fährt. Also auch Motorräder sind zu dieser Zeit insgesamt noch viel seltener als Autos. Und deswegen schauen die Patienten jetzt auch Esther mit weit aufgerissenen Augen hinterher, als sie so die Straße entlang düst. Esther's Freundinnen sind sogar davon überzeugt, dass Esther die erste Frau in ganz Schweden ist, vor Ort fährt. Vor allem hohen Gebäude in der Innenstadt, kommt sie zum Stehen. Hier befinden sich die Redaktionsräume des schwedischen Tageblatt, dass es die führende Kulturzeitung des Landes. Manchmal kann Esther es immer noch nicht richtig glauben, dass sie wirklich hier arbeitet. Ich erinnere mich sehr gut an eine Serie, die ich super gerne geguckt habe, "Good Girls Revolte" und die geht auch um junge Frauen, die bei einer Zeitung arbeiten, die dort gar nicht schreiben durften. Die waren nur Sekretärinnen und wenn sie was geschrieben haben, haben ihre männlichen Kollegen da immer ihren Namen drunter gesetzt. Es war so ein bisschen so, wenn wir mal noch Hochzeitsanzeige haben, dann kann die vielleicht auch eine Frau schreiben, aber die wichtigen Themen machen ja wohl die Männer. Genau die Erfahrung hat Esther auch gemacht. All ihre Kolleginnen, das klingt jetzt also super viele werden. Das waren teilweise in den Redaktionen, sie war bei drei Zeitungen insgesamt schon. Das war ein alten Redaktion nur 'ne Handvollfrauen. Immer eher übersetzte oder welche, die was abtippen mussten für die Männer. Esther wollte aber immer schon eigene Artikel schreiben. Deswegen hat sie den Zeitungen davor, dass immer mit einer anderen Signatur unterschrieben. Und zwar immer mit "The Boy", also der Junge, um das so ein bisschen offen zu lassen. Weil sie wollte einfach schreiben und willst auch immer noch. Aber musste dafür bisher schon sehr stark kämpfen, dass sie überhaupt an diesem Ort sein darf, weil du hast es ja gerade schon gesagt, das ist erst mal in der Zeit eher Männern vorbehalten. Und Frauen werden nicht nur schlechter bezahlt, sondern auch überhaupt gar nicht so richtig ernst genommen, wie ihre Kollegen. Und das spiegelt einfach ganz klar auch so den Zeitgeist wieder. Ja, in Deutschland war das jetzt zum Beispiel so, wenn ich mich richtig dran erinnere, dass seit 1900 ja sogar Gewalt in der Ehe erlaubt war. Also der Ehemann entschied ja über alles, über Wohnort, über Haushaltsführung, darüber mit wem die Frau sich überhaupt treffen, durfte oder ob sie arbeiten durfte. Und der weibliche Körper, das finde ich so hart, gehörte juristisch dem Teil der Ehe. Also eine eigene sexuelle Selbstbestimmung gab es dann nicht. Und damit waren ja Fäcke-Valtigungen in der Ehe auch kein Strafbestand. Ja, also es wurde ja auch erst Ende, der 90er-Jahre geändert, unfassbar. Und das ist die Ausgangslage, in der wir uns befinden. Frauen sind Männern in jeglichen Bereichen untergeordnet, teilweise sogar per Gesetz untergeordnet. Und um das noch mal zu unterstreichen, wie das in Redaktion damals war. Ich habe was gefunden aus einem damaligen amerikanischen Journalismushandbuch, was ich auch nicht glauben konnte. Ich glaube, ich bin auch so schockiert, weil sie auch so unseren Beruf betrifft, den wir jetzt gerade ausüben. Denn in der Nähe ist der Fall. In diesem Journalismushandbuch wird damals ganz offen vor Frauen in Redaktionen gewarnt. Hierin heißt es, Frauen sein zu nervös, zu zerbrechlich und dem Beruf insgesamt nicht gewachsen. Einige Journalists dann heißt es dort, sein an Überarbeitung gestorben. Andere sein wegen Zitat nervöser Erkrankungen in seiner Tore in Eingelieferd worden. Manche hätten schlussendlich geheiratet und sind so aus der Redaktion ausgeschieden. Andere sein auf die Zitat untersten Stufen der Gesellschaft gesunken, womit dann nicht Armut gemeint ist, sondern Zitat moralischer Abweichung. Sexuale Selbstbestimmung, Affären, Alkohol oder ein Leben in sogenannten zweifelhaften Kreisen. Das ist so unglaublich, wenn nicht. Vor allem, wenn man einfach bedenkt, dass Frauen ja auch diejenigen sind, die Kinder kriegen. Also, die stehen schmerzen durch, die wahrscheinlich kein Mann jemals durchstehen könnte. Trotzdem hieß es dann die journalistische Arbeit. Dafür werden die Frauen zusammenfacht. Es gab ja auch lange Diskussion darüber, ob Frauen überhaupt ein Land reagieren könnten, weil wenn sie dann ihre Tage haben, dann wäre das ganze Land im Ausnahmezustand oder ob Frauen ein Marathon laufen dürften oder ob sie dafür auch nicht stark genug sein, wo ich so denke, Frauen machen das stärkste, das unglaublichste auf der Welt. Sie bringen Kinder zur Welt. Und trotzdem wurde dran gezweifelt, ob sie starke Nug sind irgendwas zu machen. Das ist wirklich unglaublich, finde ich. Und es ist vor allem auch für Esther unglaublich. Also, die findet es ungerecht, die findet das unfair und sie will das verändern. Ja. Und das weiß sie schon, seitdem sie klein ist. Sie wollte schon als kleines Mädchen immer schreiben. Unser drei Jahren arbeitet sie deswegen schon in diesem Redaktionsberuf. An dem ersten Tag wandert die 20-Jährige damals fasziniert durch die schmalen Flure der Redaktion. Von den Wänden halte das Klicken der Schreibmaschinen. Es riecht nach Druckerschwärze und überall herrscht konzentrierte Stille. Esther ist sofort begeistert. Sie liebt es mit Wörtern zu jonglieren und Geschichten zum Leben zu erwecken. Und sie lässt sich auch nicht davon abhalten, dass die wenigen Frauen in der Redaktion auch damals gar nicht bei den Männern sitzen dürfen. Die sind nicht im großen Redaktionskonferenzraum, sondern müssen in so einem abgesonderten Teil, in so ein kleines Zimmer, was neben den Druckerräumen ist. Und deswegen auch voll oft so nach Chemie stinkt. Und es wird auch ganz abfällig Redaktionsraum nur der Jungfernsturm genannt, wo dann die wenigen Frauen sitzen. Klar, wie sexistisch willst du einnahmen machen? Und das hält aber auch weiterhin Esther nicht von diesen Geschichten ab. Schon nach wenigen Tagen veröffentlicht Esther ihren ersten Artikel. Das ist keine Bahnrechene Reportage, sondern erst mal nur eine kurze Meldung. Aber Esther ist trotzdem unendlich stolz. Am Tag der Veröffentlichung schlägt sie aufgeregt die raschelnde Zeitung auf und sucht nach ihm allerersten Text. Als sie ihn gedruckt vor sich sieht, ist er sicher, sie ist genau am richtigen Platz. Ich weiß nicht, Lenn, kannst du dich noch an die erste journalistische Arbeit erinnern, die du jemals mit deinem Namen oder mit deinem Kürzel, der Boy oder was auch immer in dem Fall Esther genommen hat, dass noch war fabriziert hast. Weil ich weiß, dass bei mir noch ganz genau, und ich war auch so krass stolz. Ja, bei mir gibt es eigentlich so zwei Momente. Ich glaube, ich erseh zwölf oder so, das erste Mal im Deutschunterricht eine richtige Geschichte geschrieben. Und ich herinnere mich an diese Geschichte noch bis heute. Es hat mir so viel Freude gemacht, das zu schreiben. Eine Geschichte geschrieben, über einen Mann, der im Krankenhaus liegt, und an dem das ganze Leben vorbei zieht. Oh Gott, wie deep. Ja, keine Ahnung, was bei mir mit zwölf los war. Aber ich fand dieses Bild so schön, dass ihm Blumen gebracht werden und diese Blumen erinnern ihnen an sein ganzes Leben, weil sie so nach Sommer riechen, nach rauskommen. Und dieses bildliche Schreiben, weil sich noch ganz genauer, hab ich mit zwölf gedacht, "Das ist so toll und macht mir so viel Freude." Und genauso war es dann ja wirklich, als ich dann das erste Mal in einer Redaktion gearbeitet hab und gedacht, hab ich hier gehört hin. Das ist wirklich was ich machen will. Und deswegen kann ich es da auch total gut nachvollziehen. Wenn du diese Freude am Schreiben findest, ist das halt so eine Freiheit, das machen zu dürfen, was du willst. Ja, und erstmal diese Leidenschaft auch zu entdecken. Ich weiß auch noch genau, dass ich das erste Praktikum bei einer großen Zeitung gemacht hab und die Artikel schreiben konnte, auf die ich Lust hatte, einfach Filmrezension, über "Ich hab auch so Reportagen geschrieben, ob ich irgendwelche Erfahrungsberichte." Also das hat so viel Spaß gemacht. Ich bin da nach Hause gegangen und hab einfach so einen Vlog gestartet, weil ich noch weiter schreiben wollte, nach der Arbeit, weil ich gemerkt hab, dass ich noch andere Sachen rauslassen will. Und deswegen kann er es da komplett verstehen, dass sie sich denkt, auch wenn ich hier als Frau in der Redaktion ganz kleine Seltenheit bin, will ich mich hier irgendwie durchkämpfen. Und Angetrieben von den Diskussionen mit ihren insgesamt drei Kolleginnen stürzt sich erster in eine Recherche über Frauenrechte hier. Sie interviewt jetzt prominente Frauenrechte darin aus der ganzen Welt und lässt im Artikel auch ihre eigene Meinung durchschimmen. Der Chefredakteur denkt jetzt anders als seine männlichen Kollegen. Er ist begeistert von esters Frischer, präziser Sprache und ihren Ideen. Esters Talent bleibt nicht lange unindekt. Und schon bald wird ihr eine Festanstellung bei einer großen nationalen Zeitung, dem schwedischen Tageblatt angeboten. Dort, wo sie jetzt gerade auch vor der Tür steht. Über ihrem Kopf wird eine gigantische Flagge mit Gablecreuz auf blau'n Grund. Mit schnellen Schritten eilt Esther durch die gewölbte Tür und die Guss-Eisane Wendeltreppe hinauf und lässt sich auf ihren Platz fallen. Dann zückt sich Stift und Papier und beginnt zu schreiben. Jetzt gerade gibt es nämlich in Schweden eine hitzige Debatte über Hutnadeln. Das sind lange Spitzenadeln zur Befestigung großer Hütte. Was wird da hitzig debattiert? Ob man einen Nutzt oder nicht? Ja, genau das ist es. Ob man die noch nutzen sollte, weil es gab einen Unfall in einer Straßenbahn in Stockholm, wo eine stolperne Frau mit dieser Hutnade einen Mann ins Auge gestochen hat. Oh Gott. So dass der Mann dann fast ablindete. Und weil das nicht nur ein Stockholm passiert ist, sondern es in ganz Europa zu ähnlichen Unfällen kam, wird jetzt gerade über einen Verbot diskutiert. Also wer braucht dann bitte auch Hutnadeln? Also ich habe davon auch noch nie mitbekommen, dass es so was überhaupt gab, weil das klingt schon echt in missaugefährlich und unnötig. Aber gut, äster denkt sich, ich will nicht einfach so darüber was schreiben. Ich trage das jetzt nicht so viel, aber vielleicht kann ich das ja mal ausprobieren. Und deswegen setzt sich Äster für ihre Reportage mit einer besonders Spitzenhutnade in eine besonders volle Straßenbahn hinein und schaut mal, was passiert. Oh Gott, sie war so richtig so. Lasst mal noch jemanden ausspießen. Sie wollte vor allem so eine Stimmungsspielt kriegen, wie die Leute reagieren, wenn man das noch trägt. Und sie merkt, sie erntet wütende Blicke und wird sogar von einigen Leuten als verdammte Hoere beleidigt. Wow. Ja, sehr intensive Reaktion auf dieser Hutnade. Und genau darüber schreibt es da jetzt eine mittreisende Geschichte, die ein paar Tage später von den Lesern färmlich verschlungen wird. Äster arbeitet jetzt fast jeden Tag bis zum späten Abend. Erst gegen 10 Uhr nachts streckt sie ihre Steifenglieder und packt ihre Tasche. Feierabend. Doch noch geht Äster nicht nach Hause. Sie zieht jetzt ein Stockwerk tiefer in die Kneipe, die direkt unter der Reaktion liegt. Der Raum ist in schwere Rauchschwaden gehüllt und auch Äster zündet sich hier eine Zigarette nach der anderen an. Skoll ruf sie laut und hebt ihr Bier in die Hand. Lachend stoßen ihre Kollegen mit ihr an. Das Frauen alleine so spät noch in Kneipensitzen und gemeinsam mit Männern da trinken, ist ziemlich ungewöhnlich für sie. Aber Äster macht sich die Welt wie sie ihr gefällt. Im Frühjahr 1914 fällt ihr dann eine Anzeige aus. Ein Bauer sucht über eine Annonce Folgendes. So fortige Anstellung für eine Haushälterin. Zu dieser Zeit diskutieren Politiker bereits schon seit Jahren über den Mangel an Mäcken auf schwedischen Höfen. Die Mäkte werden für die harte Arbeit eigentlich dringgebraucht aber immer weniger junge Frauen bewerben sich auf die ausgeschriebenen Stellen. Äster will jetzt herausfinden, warum das so ist. Also beschließt sie vor Ort zu recherchieren. Sie will selbst ein Monat auf einer abgelegenden Farm im südlichen Schweden arbeiten. Und am eigenen Leib erfahren wie der Alltag von Mäcken aussieht und wie sie behandelt werden. Und dann später darüber schreiben. Die Familie, bei der sie sich als Markt bewirbt, ant davon nichts. Äster geht also wirklich an der Kawa und macht jetzt damit etwas, was noch kein anderer schwedischer Journalist jemals getan hat. Aber es da sagt sich, so etwas hat noch niemand gemacht. Also werde ich es natürlich tun. Oder Linn, weißt du was für Pilangstroms-Standardspruch ist? In solchen Momenten? Sagt sie nicht immer so was. Das habe ich irgendwie noch nie vorgebracht. Deswegen bin ich mir sicher, dass ich das schaffe oder so? Also bin ich mir völlig sicher, dass ich das schaffe. Und es da ist sich da auch völlig sicher. Aber dann. ist ja auf dem Bauernhof und merkt jetzt, ob's vielleicht, was sie sich da doch etwas zu sichern, vor dem Experiment. Denn das Leben auf dem Bauernhof ist hart und der Ton rao. 16 Stunden pro Tag muss erster hartkörperlich arbeiten. Nachts schläft sie neben der anderen Markt, Siekritt auf einer engen Matratze über die Bettwanzen krabbeln. Freie Tage gibt es nicht. Nur Sonntags dürfen die Megte den Hof für zwei Stunden verlassen. Dann spaziert Esther mit Sigrid am Bach entlang. Sie lassen sich ins Gras fallen und beobachten, die vorbeiziehenden wollten. Manchmal spielt Esther auf ihrer Montamonika und siekrittanzt. Sigrid wächst Esther schnell als Herz. Sie mag ihre Resolute Art und ist beeindruckt, wie sie den harten Alltag meistert. Bei einem dieser Ausflüge fragt Esther ihre neue Freundin, wie viel sie verdient. 15 kronen Monate. Anforted die Marktleise. Das kommt mir sehr wenig vor. Ja, also Esther ist komplett schockiert. Sie schockiert an und realisiert, das ist zehnmal so wenig, wie das, was sie als Reporterin pro Monat verdient. Und auch, was sie als Reporterin verdient, ist nur die Hälfte von dem, was ihrem männlichen Kollegen verdienen. Und man muss dazu noch mal sich vor Orgen rufen, Sigrid arbeitet den ganzen Tag und ja, zerstört auch eigentlich in Körper damit. Nach einem Monat ist es für Esther jetzt an der Zeit wieder aufzubrechen. Um ihre Tarnung aufrechtzuer halten, erzählt sie dem Bauern, dass es ein Todesfall in der Familie gab und sie jetzt auf dem Hof ihre eigenen Familie gebraucht wird. Als ich Esther dann auch von Sigrid verabschiedet, ist ihre Stimme belegt. Train, brennen ihren Augen. Zurück in Stockholm beginnt Esther hier sofort zu schreiben. Das ist ja auch schon revolutionär, dass sie nicht nur über die Leute schreibt, sondern auch das wirklich erlebt hat, also sich das richtig angeschaut hat. Ja, ich glaube, das ist ja sogar noch nicht mehr in der heutigen Zeit so normal, dass man für Recherchen und Reportagen auch in die Welt hineingeht und dort lange eigene Erfahrungen sammelt und noch ungewöhnlicher war das damals. Zurück in Stockholm beginnt Esther jetzt sofort zu schreiben. Sie berichtet von der harten Arbeit, sie an der Seite von Sigrid geleistet hat, während der Besitzer des Hofes den ganzen Nachmittag geschlafen hat. Sie berichtet von dem geringen Gehalt, von den wenigen freien Stunden und dem ganzen Ungeziver im Bett. Am 28. Juni 1914 veröffentlicht das schwedische Tagesblatt den ersten Teil von Esther's neuen Teiliger Reportage. Aber das ist ja auch Wahnsinn, dass die jetzt so viel von ihr veröffentlichen. Ja, also als Frau auch nicht so gegeben. Also die Chefreaktion ist komplett begeistert, deswegen räumen sie Esther jetzt auch so viel Platz für die Berichte ein. Und das ungewöhnlich ist ja auch, dass die Reportage über eine gesellschaftliche Gruppe spricht nämlich über Frauen auf Bauernhöfen, über die wahrscheinlich männliche Journalisten davor noch nie geschrieben haben. Also nicht nur ist die Investigativ unterwegs, auch das Thema, was Esther gewählt hat, ist so vorher im Journalismus eigentlich nur 'ne Randnotiez gewesen. Und es gibt jetzt zum Artikel auch noch Fotos, die ich nämlich gebracht habe, denn begleitet wird es das Text von einem schwarzeisfoto, das Esther Wasser schleppend und lächelnd vor dem Bauernhof zeigt und dann noch eins mit dem Bauern und den Kühn daneben. Ja, auf den linken Vorurto sieht sie auf jeden Fall sehr, sehr stark aus, weil da schleppt sie so zwei riesige Kanisterwasser. Und das muss man ja wirklich sagen, Frauen haben ja auf Höfen auch schon immer richtig hart gearbeitet. Also da waren sie wirklich alle kleine Pipi-Langstums. Ich hab ehrlich gesagt ein ziemlich inliches Bild, von meiner Oma, bei mir in der Küche stehen, wo sie zwei riesige Milchkannen trägt und auch ein bisschen aussieht wie Pipi-Pilangstum, die hat auch keine Zöpfe. Aber trotzdem die Stärke ist auf jeden Fall sichtbar. Ja, und das Beeindruck jetzt so viele Menschen, und es macht doch sehr viele Menschen wütend, weil auch gerade der Teil darüber, dass die Mekte da alles machen und der Bauernhofbesitzer Tag überhaupt sich auf die Kaut schlägt und schlägt, das ist keine Ausnahme, sondern die Erfahrung haben man scheint noch mehr Frauen im Schweden gemacht. Also hat sie ein wichtiges Problem beleuchtet? Absolut. Aber am gleichen Tag, an dem der erste Text veröffentlicht wird, fallen in Sarajevo zwei Schüsse. Der Tonfolger von Österreich-Ungern, Franz Ferdinand und seine Frau sterben. Nur ein Monat später beginnt der erste Weltkrieg und Europa versinkt im Chaos. Die Berichte über das Atentat verdrängen erst das Artikel von der ersten Seite. Und trotzdem gibt es in Schweden kaum ein anderes Gesprächsthema. Am Estisch, in der Bahn oder in der Kneipe. Ihr Artikel nicht das Atentat? Ja, weil es wirklich eins der großen Probleme der Gesellschaft angegangen ist. Alle sprechen jetzt über die mutige Journalisten und über die Situation der Dienstmehrchen. Esther kann das kaum glauben. Sie hat es ganz alleine geschafft, eine nationale Debatte auszulösen. Wow. In ihrer finalen Kolumbne ergreift sie jetzt Partei für rund 140.000 schwedische Mekte. Also sie schreibt jetzt hier ein eigenes Kommentar, wo sie auch ihre Meinung platziert. Und hier heißt es wie folgt? Und vielleicht können meine Beschreibungen, den uneingewalten, bis zu einem gewissen Grad erklären, warum es so schwierig ist, genügend weibliche Landarbeit darunter zu finden. Es ist nicht nur die Tatsache, dass die Arbeit schwer, anstrengend und monoton ist. Der Arbeitstag ist zu lang. Die Arbeitsbelastung ist so unaufgeteilt und unorganisiert. Die Bezahlung ist zu niedrig und die Urlaubsvergütung viel zu geringen. Aber die Arbeitskräfte werden gebraucht. Sie sind für das Überleben der Landwirtschaft notwendig. Und daher sollte es offensichtlich sein, dass etwas getan werden muss, um die Lage der Mekte etwas zu erleichtern und zu verbessern. Es ist aber auch mutig, dass sie das so konkret fordert. Total, also es ist super ungewöhnlich. Und tatsächlich passiert es auch noch etwas, was er es dann niemals erwartet hätte, nämlich nur wenige Monate später erscheint ihre Schärche auch als Buch. Wow, also dann ist sie jetzt auch nicht nur Redakteuren, sondern auch Autoren auf einmal. Ja, und es ist auch sofort ein Bestseller, die erste Auflage von als Markt untermäcken, ist sofort ausverkauft, genauso wie die zweite, dritte und vierte Auflage. Insgesamt werden in den kommenden Jahren 35.000 Exemplare verkauft. Und das Buch wird sogar als Theaterstück aufgeführt und verfilmt. Man kann also sagen, es da ist die Sensation des Jahres. Und das mit dem ersten großen Artikel Wahnsinn. Ja, und vor allem mit gerade mal 23 Jahren. Sie ist noch so jung. Durch die Aufmerksamkeit beginnt sich jetzt auch ihr Leben immer schneller zu drehen. Sie arbeitet jetzt noch immer viel, wird jetzt aber auch zu schicken im Fängen und Partys eingeladen. Alle wollen der neuen Berühmtheit nahe sein und ihn Geschichten lauschen. Die Aufmerksamkeit schmeichelt es da. Und immer öfter hört man auch ihr lautes heißeres Lachen spät noch nachts in den Kneipen der Stadt. Rauchend und trinkend unterhält sie die anderen Gäste mit Annekdoten. Oder sie schnappt sich ein Akkordion und singen Breitgrüns im Frechelieder. Da sehe ich ja auch Pipilangschrumpf. Also es könnte genauso gut Pipil sein, die auf einem Tisch steht, die Beine in die Luft wirft in ihrer Klasse. Ja, und da irgendwie einfach singt und ihr ist scheißegal, was die Leute davon denken. Und gegen die Lehrerin rebelliert. Also wirklich, man kennt diese Szene einfach wirklich aus den Film. Ja. Am nächsten Morgen wacht Esther dann ganz erschöpft in ihrem Bett auf. Nach ihm Erfolg diskutiert die ganze Stadt darüber, was die mutiger Reporterin wohl als nächstes machen wird. Jeder ihrer Schritte wird beobachtet und kommentiert. Um dem Druckstand zu halten, arbeitet Esther jetzt noch mehr. Und sie trinkt auch mehr. Raucht mehr. Lacht mehr. Bis es irgendwann nur noch eine zerbrechliche Fassade ist. Esther nimmt Berührungsmittel, um mit dem Stress umgehen zu können. Sie hasst das Leben um Rampenlicht. Die Aufmerksamkeit quält sie. Und doch findet sie keine Ruhe. Immer öfter steigt Esther in dieser Zeit auf Immotorat und tritt aufs Gaspedal. Sie lässt die kürligen Straßen von Stockholm hinter sich und düst über Kurvegelanstraßen vorbei an rot gestrichenen Bauernhüfen, grasenden Kühen und Kristallklarensee. Oft spürt sie dabei ein heißem Atem in ihrem Nacken. Den Druck von Händen um ihre Teilie. Karin. Ich hab schon die ganze Zeit auf eine Liebesgeschichte hatte für unsere echte Pipilangstrom. Wer ist denn jetzt Karin? Ich würde ja schon mal die Gegenteße aufstellen wollen, dass die wahre Liebesgeschichte oder Lebensgeschichte kampfgleichberechtigung ist und vor allem ihre Liebe zum Schreiben, zum Journalismus. Also das steht vollkommen im Vordergrund und ihre Stärke. Aber linn. Natürlich gibt es auch noch eine andere. der Art von Liebesgeschichte, die in dieser großen Geschichte auftaucht und die heißt Karen. Karren und Esther kennen sich jetzt schon seit einigen Jahren. Wo genau sie sich kennengelernt haben, wissen wir leider nicht, darüber konnte ich keine Dokumente finden. Vielleicht haben Freunde sie einander vorgestellt oder sie sind sich irgendwie zufällig, bei einer Party begegnet. Vielleicht war Esther auch sofort von Karrens Anmut und ihrem Humor fasziniert, vielleicht fand Karren die Kettenrauchende Journalisten, die mit ihrem Motorrad durch die Gegend rast, vom ersten Moment an unwiderstehlich. Sicher ist nur, sie bewegen sich in der selben Babbel, in den selben Künstler und intellektuellen Kreisen. Und sie bringen einander zum Lachen. Ich habe dir auch mal ein Foto von Karren mitgebracht. Karren ist auf jeden Fall eine sehr, sehr hübsche Frau. Du hast mir gerade aus einem Porträt mitgebracht, das könnte irgendwo auch für den Schloss hängen, weil sie guckt so ganz verträumt und sanft nach oben. Also sie hat wirklich so ganz liebevolle Gesichtszüge. Ja und genauso wird sie auch von dem Umfeld wahrgenommen. Also sie ist so ganz anmutig und sanft mit ihrer Umwelt und da ergänzen sich Esther und Karren auch sehr gut, weil Esther ist ja so ein bisschen direkt da und vorscher. Karren ist die Einziger, die Esther, die ja eigentlich so glücklich über ihr Erfolg sein sollte, richtig versteht. Be Karren kann sich Esther fallen lassen. Gemeinsam genießen sie unbeschwerten Momente. Im Winter prächen sie auf Schieren, verschneite Pisten hinab und Karren begleitet sie auf mehreren Rächerchereisen. Einmal sind die beiden Seite an Seite durch Paris geschlendert. Sie haben das gute Essen genossen, die Schachspieler im Café, die La Régionse beobachtet und sind sich immer näher gekommen. Fern von ihrem eigentlichen Leben konnten sie hier frei sein. In Schweden muss man sagen, gelten Liebesbeziehungen zwischen Frauen als "krank" und als Zitat Schande für angesehenen Familien. Esther und Karren hätten wegen ihrer Liebe in einer psychiatrische Klinik eingewiesen werden können. Das ist so verrückt. Frankreich ist hier allerdings ein bisschen offener und hier kennt sie ja auch niemand. In Schweden müssen sie nun wieder vorsichtig sein. Außerdem hat Karren irgendwann auch einen Mann geheiratet. Sie hat Esther davor schon kennengelernt, aber das ist so ein bisschen mein Gefühl, es war so ein bisschen von ihr gefordert, dass sie irgendwann noch ein Mann heiratet und Esther wiederum tut das nicht. Deswegen stößt es ihr auch ziemlich bitter auf das Karren, irgendwann jemanden geheiratet hat. Es hält die beiden aber auch nicht davon ab, dass sie sich weiterhin treffen. Es gibt leider nicht besonders viele Aufzeichnungen über ihre Beziehung. Ich erkläre der am Ende noch, woran das wahrscheinlich liegen kann, aber es gibt ein reise Tagebuch Eintrag, den ich finden konnte. Den Karren während eines mehr täglichen Sommerausflugs schreibt. Und das hier ist ein Teil davon. Hier schreibt sie nämlich über Esther Folgen es. Ihr Blick ist der schönste, den es gibt. Und ihre Bucht ist der schönste Ort, an dem man anker werfen kann. Und ihre Güte ist unermesslich. Das klingt aber schon sehr liebevoll. Also die Bucht könnte man jetzt auch doppelt interpretieren. Ich würde ich nämlich jetzt auch so sagen. Es gibt, wie gesagt, nicht so viele Aufzeichnungen über ihre Beziehung, aber heutzutage geht man auf jeden Fall davon aus, dass es nicht nur eine tiefe Freundschaft war, sondern auch eine romantische Beziehung. Und Karren hilft Esther jetzt auch von der Zeit, so ein bisschen mit sich selber klarzukommen, mit ihrem Erfolg, mit dem, was sie eigentlich will vom Leben. Und die beiden sprechen überall, dass jetzt auch, als sie sich an einem Fluss ofer, niederlassen. Hier erkennt Esther im Gespräch Glas klar. Sie kann das alles nicht mehr. Sie muss weg. Sie muss raus aus dem Redaktionsalltag, raus aus Stockholm, raus aus dem Rampenlicht. Auf einer Party lernt sie jetzt zufällig einen bekannten Geologen kennen. Er ist fasziniert von der Jhonnalisten und schlägt Esther jetzt vor, mit ihm in den Norden zu ziehen, in die Wildnis von Lapland zu den Sami. Die Sami sind das Indigene Volksgandinarvians, das seit Jahrhunderten mit Rentien umherreist und dort ganz im Norden von Skandinarvien im Einklang mit der Natur lebt und auch er unter sich bleibt. Sind das nicht die, die auch bei Klaus bei diesem Weihnachtsfilm dabei sind? Ja, tatsächlich. Also das kleine Mädchen im tollsten Animations Weihnachtsfilm aller Zeiten, Klaus, große Empfehlung an dieser Stelle, ist tatsächlich auch ein kleines Mädchen der Sami. Ja, also falls ihr das gesehen habt, das ist eine Anspielung an dieses einheimische Volk. Es ist aber so, dass die schwedische Gesellschaft vor allem dieser Zeit viele rassistische Vorurteile gegen die Sami hat. Esther wiederum sieht es aber ganz anders. Sie möchte über das Volk und ihr Leben berichten. Also nimmt sie die Einladung an. Umgefähr ein Jahr nach ihrem ersten an der KW-Einsatz, reist Esther jetzt nach Lapland und bewirbt sich hier auf eine freiestelle als nomaden Lehrerin bei einer finnischsprachigen Sami-Gemeinschaft. So toll, dass sie einfach so was macht. Also an die entlegendsten Ecken der Welt geht um Geschichten zu schreiben, was ein Traum. Ich habe vor allem sich auch immer auf die Geschichte so 100%ig einlässt. Also sie will da jetzt wirklich wieder mit den Leben dort arbeiten, um dann über sie zu schreiben und nicht durch so ein paar Interviews, sondern wirklich durch erfahrungsberichte vor Ort. Sie bewirbt sich ja jetzt auf diese Stelle als nomaden Lehrerin und wird auch angenommen und soll jetzt die Kinder der Sami auf der 18-wöchigen Reise in das Sommerlager in den Norweggischen Bergen unterrichten. Wieder hat sich Esther also für den Schritt in ein überaus hartes Leben entschieden. Wie hart, das erfährt Esther bei ihrem ersten großen Marsch. Ein erbarmungsloser Eisregen teigt über die Tunbra. Wie kleine Nadeln bonn sich die Tropfen in Estes Gesicht. Vor ihr schlängelt sich eine scheinbar endlose Kolonne aus Menschen, unten und reentieren durch das unendliche Weiß. Außer dem feifendes Windes kann Esther hier nichts hören. Keine Gespräche, keine Lieder, die angestimmt werden, nur ein lautloses mühsames Vorankämpfen in Zeitlupe. Esther ist in die traditionelle Sami-Montor gehüllt. Ein dicker Zwiebeluck besteht aus Leder, Fell und Wolkleidung. Ihre Hände stecken in Fellfeustlingen, die zusätzlich mit Heu ausgestopft sind. Aber trotzdem bahn sich die Kälte ihren Wegen ihren Körper. Mittlerweile spürt Esther ihre Füße nicht mehr. Erst nach mehr als acht Stunden Fußmarsch erreicht die Gruppe mitten in der Nacht ihr etappen Ziel. Im peitschenden Wind bauen die Sami ihre Zelte auf. Sie stopfen heu in ihre Schuhe und stellen sie möglichst nah ans brasselnde Feuer. Die Wärme macht Esther ganz schlefrig und während die Sami noch über die weitere Etappe sprechen, schläft Esther ein. Als sie zwölf Stunden später aufwacht, begrüßt sie einen strahlen blauer Himmel. Ein Großteil der Gemeinschaft ist bereits auf den Beinen. Einige sammeln Holz, andere Kochen oder kümmern sich um die Rentiere. Aufgeregt sucht Esther ihre Kamera und springt aus dem Zelt. Sie will den Alltag der Sami so gut es geht festhalten. Und Linn auch von diesem Tag habe ich dir ein Foto mitgebracht, dass Esther von sich hat machen lassen, zusammen mit einem Sami anführe. Also dieses Fotos halbe Eindruckend, weil es wirklich zeigt, dass sie in einer komplett andere Welt eingetauert ist. Also sie trägt auch die traditionellen Kleider und ich hätte mich noch nicht mal gewundert, wenn du mir gesagt hättest, dass es ein Sami-Pardas da lebt. Also sie passt irgendwie so gut rein und sie sieht auch sehr glücklich aus. Also sie hat ein riesiges strahlenes Lächeln im Gesicht. Er wiederum guckt ein bisschen böse. Er guckt schon so ein bisschen konzentrierte. Was vielleicht daran liegen kann, dass das Leben in der Einöde Lablands unfassbar hart für die Sami ist. Es gibt kein fließend Wasser und kein Strom. Und damit z.B. Esther auch irgendwie ihre Texte über das Leben der Sami an das schwedische Tagesplatz schicken kann, muss sie teilweise mehr als 30 km auf Schieren zurücklegen. Und doch scheint Esther Fern von aller Zivilisation ihren Herzensplatz gefunden zu haben. In einem Brief an ihre Schwiegeronen schreibt sie, verstehst du, wie wunderbar es ist, in einer halbdunglen Hütte zu hocken. Wo nur das Feuer in der Mitte des Raumes und die Sterne, die durch die Zeltöffnung her reinscheinleuchten, wo der Kaffee in der Kanne, die an einem Haken über dem Feuer hängt, herrlich und kräftig duftet und man gesaltzene Vorrelle und über dem Feuer gebackenes Brot ist. Oh, das linkt ganz fantastisch. Irgendwie klingt das, als würde ich da jetzt auch sein wollen. Ja, ich glaube, das ist trotzdem viel härter als man. aus diesem Text jetzt heraushört. Aber Esther mag ja auch diese wahnsinnig existenziellen Erfahrungen. Es gibt ja einfach so Leute, ne? Ich hab das Gefühl, wenn wir super Chaosen vom Job dann tut uns so ein Sofa ganz gut, dann wäre er schon im Tee. Und es gibt dann aber Menschen, die in Flien so ihrem anstrengenden Alltag, indem sie ein Ironman laufen. Oder zwei Monate durch die wüste laufen wollen. Also, was ich nie vergessen werde, bin einmal den Zeikanteil, ich glaub, so heißt der, verzeit mir, wenn er nicht so heißt. Track gelaufen, das ist ein Weg zum Machu Piccio, den wandernt man jeden Tag 10 Stunden auf extrem Höhenmetern. Unglaublich anstrengend. Also, ich weiß bis heute nicht, wie ich das geschafft hab. Ich bin in einstündigen Abständen zum Rest der Gruppe gelaufen und nur so getommelt. Aber meine Gruppe bestand hoppsächlich aus Beratern, aus Leuten, die einen unglaublich anstrengenden Job haben, und die sich in ihrem Allhop nichts besseres vorstellen konnten, als fünf Tage durchzuwandern, die sind am letzten Tag auf dem Machu Piccio gewandert, und dann wieder nach Hause geflogen. Ich weiß so, wie er holt ihr euch? Also, das passt nicht für mich zusammen. Ja, ich weiß auch nicht, warum das so ist, aber bei Esther ist das auch ein bisschen ähnlich. Also sie merkt, wenn sie in ihrem Redaktionsalltag in Stockholm rum sitzt, dann fühlt sie sich nicht so frei und so voller Leben, wie jetzt hier in der Eising-Kelte im Norden von Skandinavien. Und durch ihre lebendigen Reportagen übergenaut, dass Leben, was sie gerade führt, ist Esther in Stockholm mal wieder in aller Munde. Nur weiß Esther davon nichts. Die Welt außerhalb von Eis und Schnee ist für sie längst zu einem fernrauschen geworden. Deswegen fällt ihr die Rückkehr nach Stockholm auch jetzt besonders schwer. In der Abgeschiedenheit hat sie sich frei gefühlt. In der Redaktion sind die Beklemmungsgefühle zurück. Mit Mitte 20 ist Esther jetzt auf dem Höhepunkt ihrer journalistischen Karriere. Sie schreibt jetzt für verschiedene Zeitungen, berichtet über die Hungerstnot der finnischen Bevölkerung, während des ersten Weltkriegs und hat international erfolgreiche Bücher veröffentlicht. Nur wirklich glücklich ist sie noch nicht. Oh, warum? Ja, das Schreiben bringt ihr in dieser Zeit einfach keine Freude mehr. Ich weiß gar nicht, ob man das so von außen nachvollziehen kann. Aber sie hat so wahnsinnig viel Erfolg, dass alle immer erwarten, dass sie die ganze Zeit glücklich ist. Und sie hat selber auch supergrasse Erwartungen an sich selbst, dass sie ein Erfolg nach dem Nissen fabriziert. Sie hat irgendwie vergessen, so richtig zu leben. Und es ist so, dass sie manchmal merkt, dass sich ihr ganzes Leben einfach taub anfühlt. Ja, das Gefühl kennt ich leider auch, wenn alles so schnell passiert, dass du vergisst, richtig zu genießen. Wochenlang überlegt es da jetzt hin und her. Will sie wirklich weiter als Journalistin arbeiten? Oder soll sie doch noch mal einen ganz anderen Weg einschlagen? Was soll sie jetzt mit ihrem restlichen Leben anfangen? Immerhin ist sie gerade mal 27 Jahre alt. Und ich glaube, diese Frage, die stellen sie her ganz viele Menschen, auch gerade vielleicht mit Ende 20, wo man schon mehrere Jahre in seinem Job gearbeitet hat, wo man sich fragt, soll ich noch mal komplett neu einsteigen und irgendwas Neustudieren quer einsteigen. Oder was ganz anderes machen, noch mal reisen gehen. Was ist eigentlich meine Passion? Wo will ich mich hin entwickeln? Und auch es da fragt sich das mal wieder. Und beschließt jetzt, sich in ihrem Schreiben nicht nur dem Leben und anderer zu widmen, sondern auch im eigenen. Sie fängt jetzt an, etwas ganz Neues zu schreiben und arbeitet an einem Kinderbuch. Oh, und zwar über ein wildes, ungezehmtes Mädchen, namens Anmarie, dass ich weigert, nach den Vorstellungen der Gesellschaft zu leben. Ist das vielleicht ein bisschen von ihr selbst inspiriert? Das ist ziemlich genau ihr eigenes Leben, was sie gerne als kleines Kind schon gelesen hätte. Also sie denkt darüber nach, welches Kinderbücher gibt es eigentlich noch nicht? Ja, von Mädchen, die stark sind. Und was hätte ich gerne als Kind gelesen? Aber ich dachte gerade, dass zu Ehren was anderes denkst. Nicht an sie selbst, sondern? Ja. Und natürlich Pipilangstrumpf. Ja, also man kann davon ausgehen, dass Pipilangstrumpf nicht genau in der gleichen Form existieren würde, hätte es nicht auch schon das Buch von Esther über Anmarie gegeben. Es gibt nämlich auch Belege des Astrid Lindgren, dass Verschlungen hat später. Die Geschichte von Anmarie ist eine offiziell fiktive Geschichte und mit dieser Geschichte hat Esther ihrer eigenen Kindheit ein Denkmal gesetzt. Und deswegen müssen wir uns jetzt auch noch mal anschauen, wie Esther's Kindheit dann überhaupt war. Esther wächst in einem maesthetischen, bis gestrichen im Haus auf mit glänzendem Kupferdach, der sogenannten Villa Obifurt. Ha, da haben wir doch unsere Villa-Kunterbund. Also fast, du hast mir nämlich grad ein Bild mitgebracht. Und so anders finde ich, sieht dieses Haus gar nicht aus. Es ist schon sehr verwinkelt und riesig vor allem. Und was auch das Haus auszeichnet, ist ein wahnsinnig großer weiter Wald, der sich hinter dem Haus erstreckt. Und neben dem Haus pletschert ein Bach. Hier fühlt sich Esther frei. Jeden Morgen, als sie aufgeregt, die Treppe hinunter, drückten schweren Messingriff, der Haustür und verschwindet in der Natur. Esther beobachtet hier Tiere, raß auf ihrem Laufrad durch die Gegend oder rudert in einem kleinen Holzbot auf dem lagelegenen See. Da hatte sie dann aber doch nützendlich Pipilangstrumpf-Kinthalt. Und ich wusste sagen, meine Kindheit war auch sehr ähnlich. Ich hab ja, also da war ich noch sehr klein, aber meine Eltern haben entschwinnen gewohnt. Während ich, glaube ich, so ein bis drei Jahre alt war. Und wir hatten auch ein ähnliches Haus mitten in der Natur auf der kleinen Insel-Lidding-Ö, vor Stockholm. Und man war immer ganz viel in der Natur, ganz viel draußen. Und die Schwedersche Natur ist ja auch so besonders, da hast du immer einen Reh im Garten stehen. Da gehst du im Sommer blau-Bern sammeln. Da gehst du im Seebaden. Passiert so viel, was einfach als Kind ganz, ganz viel Spaß macht. Das klingt so schön. Also, es klingt, glaube ich, wie der tollste Kinder-Träum aller Zeiten. Ja. Und das lebt halt auch Esther komplett aus. Also meistens sehen ihre Eltern sie erst im Abend wieder, wenn Esther mit schmutzigen Kleider nach Hause kommt. Dann baumeln ihre rödlichen Zöpfe nur noch Lose an dem Kopf. Und auf ihre Nase spriesen unzählige neue Sommer-Sprossen. Moment, sie hatte rödliche Haare auch noch Zöpfe. Mhm. Esther spürt auch schon von klein auf, dass sie nicht das Leben führen möchte, dass die Gesellschaft von ihr wartet. Ihre Familie ist sehr wohlhabend. Die Geschäfte ihres Vaters, ein Malermeister, laufen so gut, dass sie die Familie nicht nur ein Haus in Stockholm, sondern auch die Wille auf dem Land leisten kann. Esther ist kein braves Zurückhaltendes Mädchen, sondern neugierig, voller Energie. Ein Kind, das nicht still sitzen kann, sondern immer auf der Suche nach neuen Abenteuern ist. Sie liebt es, andere Leute auf den Arm zu nehmen und sagt, über sich selbst, dass sie Zitat ein ganz schreckliches Kind war. Und immer damit gerechnet hat, für ein ihrer zahlreichen Streicher bestraft zu werden. Das liebe ich ja. Mhm. Und genauso wie sie geht es auch der Protagonistin von ihrem Kinderbuch. Anne-Marie hasst es, in steifere Rüchenkleider gesteckt zu werden. Anne-Marie macht auch immer wieder so kleine Streiche. Sie schmiert Frauen hohen nicht in die Haare oder segelt mit einem Regenschirm vom Dach. Anne-Marie ist rebellisch, mäugierig und träumt von einem unabhängigen Leben. Genau wie Esther. Mit ihrer Figur trifft Esther genau den nervte Zeit. Wir befinden uns mittlerweile im Jahr 1919, Frauen über 30 dürfen jetzt gerade mittlerweile wählen. Und Anne-Marie wird zu gefeierten Helden einer neuen schwedischen Generation. Zu der war auch die Schriftstellerin Astrid Lindgren gehörte. Und wenn das heißt Astrid Lindgren, kannte die Bücher? Ja, als Astrid Lindgren ungefähr 11, 12 Jahre alt war, ist das erste Kinderbuch erschienen und war ja auch ein Riesenerfolg. Und Astrid Lindgren sagt selber, dass sie so ziemlich jedes Buch verschlungen hat, dass in ihrer Bibliothek zu finden war. Und jeder kannte in dieser Zeit die Figur Anne-Marie, um auch muss ja auch sagen, Anne-Marie und Pipilangstrumpf eneln sich von dem Stil und von bestimmten Eigenschaften dann doch sehr, sehr stark. Im Buch wird Pipilangstrumpf übrigens so beschrieben. Jeha hatte dieselbe Farbe wie eine Möhrer und war in zwei Festezöpfe geflochten, die vom Kopf abstand. Ihre Nase hatte dieselbe Form wie eine kleine Kartoffel und war völlig mit Sommersprossen überseht. Genau wie Esther. Jetzt bin ich fast in ihren Weichen wusste überhaupt nicht, dass Astrid Lindgren sich da ins Beginn lassen hat. Aber das finde ich so eine richtig gula Geschichte, die die Leute immer erzählen kann. Wusstet ihr eigentlich, dass es eine echte Pipilangstrumpf gibt? Ich meine, Es ist ja eh so, auch beispielsweise Harry Potter oder Fantasy Bücher. Gable ist in dieser Form höchst wahrscheinlich niemals, wenn es nicht so was wie Tolkien vorgegeben hätte mit Herderinger, wo ganz viele Figuren zum ersten Mal standen sind. Das muss ja erst mal entstehen, damit du es auch in weiteren Fantasy-Geschichten weiter erzählen kannst. Und Tolkien wiederum hat sich auch ganz viel von Geschichten aus der Mythologie ins Begehen lassen. Also es ist wirklich faszinierend, dass wenn du anfängst, sich mit der Geschichte der Magie zu beschäftigen, wie viel auch in diesen ganzen Geschichten irgendwo geklaut wurde. Der Stein der Weisen ist ein Mütors, den es schon seit Jahrhunderten gibt. Also das ist ja ganz normal, dass überall immer wieder so ein bisschen geklaut wird. Ich hab mal diesen sehr schön spruch aber auch gelesen, dass jeder auch immer so ein bisschen Angst davor hat, wenn eine Schriftstellergerne im Raum ist, weil eine Schriftstellergerne oder ein Schriftsteller klaut sich überall ein bisschen was, das heißt, wenn du am Küchentisch sitzt und es gibt ein Streit, dann merkt sich die Schriftstellergerne und denkt sich, "Ahh, aus Parkkäch immer im Buch, dieser Konflikt den fand ich spannend." Ja, es ist schon gefährlich, wenn so jemand in der Familie existieren würde. Und deswegen kann man auch davon ausgehen, dass Astridlin krehen sich von Anmarie hat sehr inspirieren lassen. Eine Wissenschaftlerin, beispielsweise die diese Verbindung zwischen Anmarie und Pippi Langstromf untersucht hat, sagt, dass sie Astridlin krehen jetzt nicht von ihrem Sockelstoßen möchte, aber dass sie ihre geliebten Figuren nicht in einem Barco um erschaffen hat. Ich finde das macht es ja auch nicht weniger teuer die Geschichten. Also, so ein bisschen Inspirationen da und da holen, ist doch vollkommen in Ordnung. Und nicht nur die Wissenschaftlerin hat die Verbindung zwischen Anmarie und Pippi Langstromf untersucht. Auch die schwedische Journalisten Fatima Bremer hat sich mit den beiden Figuren und der Beziehung zwischen Astridlin krehen und Esther Nordströmer, sondern nackensetzt. Linn, ich erzähle dir später noch ein bisschen mehr zu Fatima. Aber hier hören wir jetzt schon mal von ihr, welche parallelen Fatima zwischen den Figuren und zwischen den Autorunnen gefunden hat. Pippi Langstromf und die Figur Anmarie geschrieben von Esther Blender Nordströmen sind sich in vielerlei Hinsicht sehr ähnlich, sowohl in ihrer Persönlichkeit als auch in den Streichen, die sie spielen. Beide sind sehr warm herzlich und neugierig und interessieren sich für andere Menschen. Sie sehen Menschen so, wie sie sind. Es ist illegal, woher jemand kommt, oder ob er reich oder arm ist. Es gibt ganz offensichtliche Ähnlichkeiten in ihrer Persönlichkeit. Das zeigt sich auch an den Streichen, die Anmarie und Pippi Langstromf in den Büchern spielen, zum Beispiel beim Reiten auf einem Fährt oder bei auftrittenden Zirkus. Es ist einfach das selbe. Es ist also ganz offensichtlich, dass Astridlin krehen von Anmarie inspiriert war. Tatsächlich hat mich die Familie von Astridlin krehen kontaktiert, als mein Buch über Esther Blender Nordströmen veröffentlicht wurde. Sie haben mir ein Brief von Astridlin krehen gezeigt, indem sie einem Schüleranfortete, der ihr geschrieben und nach diesen Parallelen gefragt hatte. In ihrer Antwort aus dem Jahr 1977 schreibt Esther Blender krehen, dass sie von der Figur Anmarie und den Büchern von Esther Blender Nordströmen inspiriert worden sei und dass sie diese sehr mochte. Jetzt können wir uns also sicher sein. Und an Inspiration ist absolut nichts auszusetzen. Es ändert nichts an Astridlin kreens Figuren und an der Spannung und Wärme ihrer Bücher. Esther Blender Nordströmen selbst hatte als Kind Probleme mit Regeln und Autoritäten und wollte immer alles auf ihre eigene Weise ausprobieren. Was ihr ständig Ärger einprache. Mit 13 Jahren wurde sie sogar von zu Hause weggeschickt, weil ihre Eltern es für zu schwierig hielten, sie zu erziehen. Auch in dieser Hinsicht gibt es viele Parallelen. Das ist interessant. Heute, wo wir so viel mehr über Esther Blender Nordströmen wissen, können wir sie mit einer Figur wie Pippi Langstrom und dem, wofür sie steht, vergleichen. Man sieht, dass beide sehr modern sind. Ebenso wie natürlich die Figur Anmarie. Sie sind modern, subversiv und offen. Hatten keine Angst, ihre Meinung zu sagen, neue Dinge auszuprobieren und alte Regeln abzulägen. Es gibt auch eine Art Verbindung, zwischen den Familien von Astrid Lindgren und Esther Blender Nordströmen. Beide wurden ins Moorland in Schweden geboren und wuchsen auf dem Land auf. Die Familien lebten nicht weit voneinander entfernt. Tatsächlich waren Mitglieder der Familien sogar einmal miteinander verheiratet. Für wissen ist nicht genau, aber wahrscheinlich haben sie sich bei Familien feiern und ähnlichen Anlässe getroffen. Es ist durchaus möglich, dass dies irgendwann geschehen ist. Weil es ist ja so spannend, weil dann kann man wirklich sagen, dass Esther die echte Pippi Langstrom ist. Und Esther kann nicht nur gut über Rebellische wilde Mädchen schreiben. Sie ist ja auch noch selbst einst davon. Und da ist jetzt auch bei ihr wieder dieser Drang, der sich hinaus in die Welt zieht. Ein Drang so stark, dass Esther ihm nicht lange wieder stehen kann. Und Lind, damit wir jetzt auch nicht den Rahmen dieser Folge springen, es gab noch so unglaublich viel, was ich dir zu Esther zählen könnte. Also dieses Grip hatte auch mal 30 Seiten mehr gefühlt. Vielleicht machen wir irgendwann Esther 2.0 die zweite Folge. Ja. Deswegen gebe ich dir jetzt hier noch mal kurz eine Zusammenfassung, was Esther in den nächsten fünf Jahren noch erlebt. Gemeinsam mit einer anderen schwedischen Auswanderung reist sie auf einem gigantischen Ozeandampf an Amerika, um über die Ankunft in einem frimten Land zu berichten. Weil das ja auch in der Zeit sehr viele Menschen durchleben. Außerdem überquert sie auch die Anden auf dem Rücken eines Maltiers und fährt mit dem Motorrad durch Schweden und beobachtet Stierkämpfe in Spanien. Esther sehen sucht nach der weiten Welt, kennt keine Grenzen. Und doch gibt es eine Person, deren Bild sie auf jeder Reise bei sich trägt. Und so der sie immer wieder zurückkehrt. Karin. Karin hat sich mittlerweile von ihrem Ehemann scheiden lassen und begleitet Esther jetzt auf eine lange Reise. Über New York, San Francisco und Hawaii reisen sie nach Japan. Seite an Seite erkunden sie fünf Monate das fremde Land. Sie schlendern bei heißen Temperaturen durch Tokio und Kyoto, fahren mit dem Zug in ländliche Gebiete und übernachten in einem atemberaubenden Tempel in den Bergen. Sie lauschen den Klängen der Priester am frühen Morgen, den rütmischen Melodien der Trommeln und entzünden süßlich duftenden Weirauf vor einer glänzten Anbutterstatur. Die Erlebnisse berühren Esther und Karin Ties. Und doch ist die Stimmung zwischen den beiden gedrückt. Sie wissen, dass der Abschied mit jedem Tag näherrückt. Denn am Ende ihrer Reise werden sich ihre Wege trennen. Karin wird zurück nach Schweden reisen. Während Esther zu ihrem ultimativen Abenteuer aufbricht, zum anderen Ende der Welt. Wo wir sie denn jetzt schon wieder hin. Esther will auf eine abgelegene Halbinsel reisen und dort leben, nämlich neun Zeitzone und 6.000 Meilen östlich von Moskau. Das Dorf liegt am Fuß eines sehr aktiven Vulkanz und es gibt keine Straßen- oder Autos, dafür aber brutale Schnee, Stürme, Bären und Wölfe. Zwei Jahre will sie dort leben, recherchieren und ums Überleben kämpfen. Also du merkst sie sucht wirklich immer das komplette Extrem. Und sie macht das auch nicht alleine, sondern Linn mit ihrem Ehemann. Was für ein Ehemann denn jetzt? Ja, du bist völlig zurecht etwas verdutzt, weil sie wollte eigentlich nie heiraten. Und ich dachte auch, wenn das sie eher eine Frau heiratet, ehrlich gesagt. Das geht ja nicht. Also es geht einfach nicht in der Zeit. Es ist halt noch nie passiert und es wird nicht erlaubt. Nur nicht mehr mehr eine Beziehung und verherrerte einer Frau für einen wie Riegen wie geduldet. Und für Esther an erster Stelle stehen immer ihre Abenteuer. Und als sie jetzt erfährt, dass der gefeierte Insektenforscher René Maless eine mehrjährige Expedition auf die abgelegene Insel kamen Chatka plant, kann sich Esther nichts größeres vorstellen. Das Problem ist nur, an der Expedition dürfen nur Männer teilnehmen, die einzige Ausnahme bilden eher Frauen. Und nachdem Esther sich jetzt also Jahre lang gegen eine Ehe gesperrt hat, will sie genau das, weil sie diese Expedition mitmachen will. Nein! Das finde ich so geil. Also oh mein Gott, es ist so Wahnsinn. Es ist ja gut, wenn es eine Notwendigkeit ist, zu heiraten, damit ich da. aber mehr herausfinden kann, dann mache ich das halt. Ich finde es so genial, die einzig logische Konsequenz aus "Est das Leben". Alles andere, so eine romantische Hochzeit mit einem Mann. Dann hört sie auf, ihn Abenteuer nachzugehen, hätte nichts zu ihr gepasst. Sie will nur rene heiraten, um die Expedition als Ehefrau und Fotografen begleiten zu dürfen. Tatsächlich kann sie den Forscher davon überzeugen, sie zu heiraten. Doch während der Forscher, René, auf eine echte Ehe hofft, ist er für Esther nur mitte zum Zweck. Kurz vor ihrer Abfahrt nach Kamchatka verspricht sie Karren hoch und heilig, dass der einzige Grund für die Ehe die Expedition sei. Esther bezieht jetzt kurz nach Eheankunft in Kamchatka, das kleinste Zimmer im Kagenhaus. Daran befinden sich ein Bett und ein kleiner Schreibtisch. Darauf steht ein Porträt von Karren. Die Tage in Kamchatka sind hart. Und dann ist dann auch die Nachricht, die Esther einige Wochen nach ihrer Ankunft erhält. Daran steht auch Karren hat erneut geheiratet. Kurz darauf berichtet Esther an ihrem Tagebuch von Fieber, von Magenproblemen und Schmerzen. Am manchen Tagen ist die so schwach, dass sie nicht einmal das Bett verlassen kann. Esther steht vor dem Abgrund. Wir Lebensfunke allischt. Um das Leben in der Schnee bedeckten einöde und ihren Herzschmerz zu überstehen, trinkt sie mit den anderen Dorfbewohnern und Dorfbewohnern jede Menge selbst gebrannten Wodka. Nach ihrer Rückkehr aus Kamchatka zieht sich Esther aus der Öffentlichkeit zurück. Auf einer abgelegenden Farm bewirtschaftet sie Felder und ihren Garten. Sie schreibt Bücher und macht Musik. Die Abende verbringt sie nicht in Kneipen, sondern mit ihrem Schwein, Ja-Kopf. Sie hat einen Schwein? Oh mein Gott, sie ist wirklich pipi-langstrom. Wirklich. Sie sagt, sie sei wahnsinnig glücklich, aber etwa stimmt nicht. Durch ihren jahrelang Alkoholkonsum in Verbindung mit Berührungsmitteln verschlechtert sich ihre Gesundheit rapide. Im Januar 1937 erleidet sie mit nur 46 Jahren einen Schlaganfall. Danach sind ihr Linker Arm und ihre Linker Hand gelähmt. Esther kann nicht mehr schreiben. Karen zieht jetzt zu ihr. Sie pflegt sie, sie kocht ihr Essen und berichtet, Esther's Bruder über ihren gesundheitlichen Zustand. Irgendwie findest Karen dann doch noch zu ihr zurückkehrt. Ja, man muss sagen, was macht sie auch aus einem Grund? Weil sie schreibt z.B. in einem dieser Briefe an Esther's Bruder folgen. Ich muss mich bei Esther für die glücklichsten Momente meines Lebens bedanken und werde diese Schuld niemals zurückzahlen können. Also sie fühlt sich schuldig, weil das ja auch so sehr aufeinander folgen passiert ist. Also sie hat neu geheiratet und Esther's erkrankt und hat angefangen zu trinken. Also Karen hat das Gefühl, das ist durch diese Trennung oder diese neue Personen im Leben ausgelöst worden. Auf einem der letzten Urlaubsfotos sitzen die beiden zusammen auf Esther's Verandar. Ihre Haare sind grau die besten Jahre vorüber und doch haben sie immer noch sich. Auch dieses Foto-Len habe ich hier noch mitgebracht. Es ist eins der allerletzten Fotos von Esther. Das finde ich aber total schön, wie diese beiden Frauen zusammen auf der Verandarsitzende mit ihren Sonnenüten dahinter ein Hund, zwei sogar. Und hat sie noch nun in der Hand oder was hat sie da in der Hand? Oh, das er kenn ich sogar gar nicht. Was das ist, aber ja, es könnte ein Hühnchen, also ein Hund sein. Auf jeden Fall leben sie ihr bestes Bauernhofleben. Aber innerlich, also körperlich, geht es Esther schon nicht mehr gut. Am 15. Oktober 1948 stehbt Esther mit 57 Jahren in einer Stockholmer Klinik und dann folgen einer Lungenzündung. Nach ihm tot, geredet Esther Blender Nordströmen erst mal in Vergessenheit. Ihre Reportagen verstauben in Erhiven, die einbände ihrer Bücher verblassen. Bis sie eine andere junge Journalistin, 65 Jahre später wieder zum Leben erweckt. Diese Journalistin ist die Nachrichtenschäffe im Kultursor des schwedischen Tagesblatt. Ist das nicht die Zeitung, wo Esther auch gearbeitet hat? Genau das ist die Zeitung. Hier hat eine Kulturjournalistin, namens Fatima Brenner, in den Erhiven, den Namen Esther entdeckt. Und ist dann über immer mehr Artikel von ihr gestolpert. Und über die revolutionären an der Kavare-Portagen. Das ist natürlich wunderschön, dass eigentlich auch eine andere Frau in der gleichen Zeitung ihre Geschichte wieder ans Licht bringt. Und damit kommen wir auch zum Ende dieser Folge und dieser Geschichte, denn das, wie diese Geschichte überhaupt erzählen konnten, ist auch nicht nur Esther selbst zu verdanken, sondern Fatima zu verdanken, denn vier Jahre lang hat sich dann die Kultursornalistin Fatima komplett in Esther's Leben eingegraben. Sie hat mit noch lebenden Verwandten gesprochen, sie hat unmengen an privaten Briefen gesichtet und ist auch in Esther's Bücher eingetaut. Und sie beschließt am Ende ihrer mutigen Kollegen, ein Buch zu widmen. Und das heißt, live in every breath, Esther Blender, Reporter, Adventure and Pioneer, heißt die Biografie, die Esther das Monument setzt, das sie verdient. Und deswegen bin ich unso glücklich her, dass wir heute auch ihre Geschichte erzählen konnten, weil so viele Menschen einfach nicht nur Pipilangstrumpf kennen sollten, sondern auch die wahre Pipilangstrumpf, die wahre unglaublich starke Wilde, Esther, Blender, Nordströme. Danke, dass diese Geschichte mitgebracht hat. Ich glaube, das ist jetzt unsere Aufgabe. Meine und all der anderen Leute, die zugehört haben, dass wir diese Geschichte ein bisschen mehr in die Welt tragen sollten. Und dass ich, bald meiner Familie erzähle, und auch vielleicht, wenn ich irgendwann mein Kind habe, dann muss auf jeden Fall diesem Kind auch die Geschichte der wahre Pipilangstrumpf erzählt werden. Ich muss mir diese Kinderbücher mal von Esther anschauen. Ich finde das auch so süß. Ich habe Edas Gefühl, ganz oft erzählen wir hier bei Schulaf, die wahre Geschichten, so dass Leute es so richtig angebereisch, wenn ein Film im Fernsehen läuft, sagen können, Leute, das ist ja die fiktionale Version, aber wir sind ja eigentlich, dass das auch in Wirklichkeit existiert. - Ja. Und so und so war und dass und das abweicht. Also wir geben euch wirklich die Portion hinter Grundwissen, damit ihr als die kulturell gebildetesten Menschen überhaupt strotzen könnt. Und das könnt ihr jetzt auch bei Pipilangstrumpf machen. Also wenn das nächste Mal eure Kinder oder an Weihnachten oder eure Freunde irgendwie Pipilangstrumpf schaut, können wir alle jetzt von Esther erzählen. Wir haben schon mal so ganz kurz angetießt. Aber ich werde in der nächsten Folge Schulaf die Geschichte von Astrid Linkin erzählen und ein sehr gutes Heiming, würde ich mal sagen, weil gestern ist ein neuer Film zur Astrid Linkins Geschichte in die Kinos gekommen. Er heißt Astrid Linkin. Die Menschheit hat den Verstand verloren und erzählt dokumentarisch aus Astrid-Tagebüchern während des Kriegs und gibt ganz persönliche Einblicke in ihr Leben und ihre Familie. Also so ein kleiner Leo-Styp oder hier Lintip, obwohl wir bei Schulaf sind. Und dann hört auch in zwei Wochen wieder rein, wenn ich euch die wahre Geschichte von Astrid Linkin erzähle. Danke, Leo, dass du diese Geschichte mitgebracht hast. Also mein Kind hat sich wie sich gefreut und mein jetziges Ich natürlich auch. Und damit würde ich sagen, schließen wir doch mit ein paar Sätzen, die zwar Pipilangstrumpf gesagt hat, aber die wahrscheinlich auch von Esther kommen könnten. Denn warte nicht darauf, dass die Menschen durch Anlecheln zeige ihn, wie es geht. Pipilangstrumpf spruch. Und ich hab gerade auch von Pipilien Satz gefunden. Am besten geht jetzt nach Hause, damit im Morgen wiederkommen könnt, denn wenn ihn nicht nach Hause geht, könnte ja nicht wiederkommen. Das wäre schade. Und das liebe Lavi, gilt jetzt auch für euch. Ich hoffe, ihr kommt wieder. Bis dann, wir haben euch lieb.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Der Podcast "True Love" behandelt die mögliche reale Inspiration für Pippi Langstrumpf: die schwedische Journalistin Esther Blender Nordström.
  2. Esther war eine mutige, unkonventionelle Reporterin im frühen 2
  3. Jahrhundert, die sich in einer männerdominierten Welt durchsetzte und investigativ arbeitete.
  4. Parallelen zu Pippi werden in Esthers Stärke, Freiheitsliebe, unkonventioneller Kleidung (z.B. Hosen tragen, Motorrad fahren) und ihrem rebellischen Geist gesehen.
  5. Die Folge thematisiert auch die historisch schwierige Stellung von Frauen, insbesondere im Journalismus, und stellt eine Werbeunterbrechung für ein Kollagenprodukt dar.

Summary:

In dieser Podcastfolge wird die These untersucht, dass die schwedische Journalistin Esther Blender Nordström (aktiv um 1914) die reale Inspiration für Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf gewesen sein könnte. Esther zeichnete sich durch großen Mut und einen unkonventionellen Lebensstil aus; sie war eine investigative Reporterin, die sogar unter falscher Identität als Magd arbeitete, um eine Geschichte zu recherchieren. In einer von Männern dominierten Zeit rebellierte sie gegen gesellschaftliche Normen, trug Hosen, fuhr Motorrad und rauchte als Zeichen ihrer Unabhängigkeit.

Ihre charakterliche Stärke und ihr freigeistiges Wesen weisen Parallelen zur fiktiven Pippi auf. Die Diskussion beleuchtet zudem die historisch prekäre Lage von Frauen im Berufsleben, speziell im Journalismus, wo ihnen oft Professionalität und Belastbarkeit abgesprochen wurden. Eingebettet ist die Geschichte in eine Gesprächsstruktur der Moderatorinnen, die auch persönliche Bezüge herstellen und eine Werbung für ein Nahrungsergänzungsmittel mit Kollagen präsentieren.

FAQs

Die schwedische Journalistin Esther Blender Nordström gilt als wahre Inspiration für Pippi Langstrumpf, da sie mutig, unkonventionell und stark war.

Sie war eine investigative Reporterin in einer Zeit, in der Frauen im Journalismus kaum anerkannt wurden, und setzte sich für Freiheit und Abenteuer ein.

Beide zeichnen sich durch Stärke, Nonkonformität und den Wunsch nach Selbstbestimmung aus, wie etwa durch ungewöhnliche Kleidung und unabhängiges Handeln.

Frauen wurden oft nur als Sekretärinnen oder Übersetzerinnen angestellt, durften selten unter eigenem Namen schreiben und galten als nervös oder dem Beruf nicht gewachsen.

Rauchen war für Frauen damals ein Akt des Widerstands und ein Symbol für ein selbstbestimmtes, freies Leben, das sie anstrebte.

Sie veröffentlichte Artikel unter der männlichen Signatur 'The Boy', um schreiben zu können, und kämpfte für Anerkennung in einer männerdominierten Branche.

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