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#40 Denkfabrik Nachwuchsfußball: Leo Teßmann über Denkfehler, Frühförderung und Entwicklung

48m 32s

#40 Denkfabrik Nachwuchsfußball: Leo Teßmann über Denkfehler, Frühförderung und Entwicklung

Leo Jonathan Tessmann, ein ehemaliger Nachwuchsfußballer bei Hertha BSC und Hansa Rostock, der heute Medizin studiert, hat gemeinsam mit dem Trainer Gora Send das Buch „Denkfabrik Nachwuchsfußball“ veröffentlicht. Das Werk entstand aus der Erfahrung, dass im deutschen Fußball vieles schiefläuft, und basiert auf Interviews mit zahlreichen Experten aus verschiedenen Funktionen – von Verbandstrainern über Sportdirektoren bis hin zu Bundesliga-Trainern wie Christian Streich. Die zentrale Frage war, wie man den Nachwuchsfußball verbessern kann, da Deutschland trotz großer Ressourcen im internationalen Vergleich zurückfällt, etwa bei der Entwicklung von Profispielern in der Breite. Tessmann identifiziert drei hemmende Wirkmechanismen: Tradition, Linearität und Fragmentierung. Besonders die Fragmentierung kritisiert er: Leistung wird in isolierte Bausteine wie Technik, Athletik oder Psychologie zerlegt, die getrennt trainiert werden. Ein Beispiel ist das isolierte Sprinttraining, das nicht den Fußballkontext berücksichtigt. Stattdessen plädiert er für ein ganzheitliches Verständnis, das die Interaktion der Fähigkeiten und die individuellen Stärken jedes Spielers in den Vordergrund stellt. Der DFB hat mit Reformen wie „Projekt Zukunft“ und der Trainingsphilosophie von Hannes Wolf bereits reagiert, doch Tessmann sieht noch Luft nach oben, um das System nachhaltig zu verbessern und das volle Potenzial auszuschöpfen.

Transcription

6894 Words, 43655 Characters

German
Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Einwereinsport-Fußball-Trainer-Podcast-Volge. Heute ist Leo Jonathan Tessner zu Gast. Erstes Autor des Buches Denk-Fabrieg nach Wuchs-Fußball und gleichzeitig auch noch bei der Hertha BSC. Wir sprechen darüber, was Potenziale in Nachwuchs-Fußball sind, was er zum Beispiel auch mit Trainern wie Christian Streich gesprochen hat, wie wir den Nachwuchs-Fußball zum Beispiel auch verbessern können und wie ihr das Ganze auch zum Beispiel bei der Hertha BSC implementiert. Dementsprechend sei gespannt auf diese Podcast-Volge. Leo, schön, dass du da bist und wie immer auch bei unseren Podcast-Gästen beginn wir doch mal mit einer Selbstverständung. Erst mal vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich wirklich, hier heute mit dir sprechen zu können. Mein Name ist Leo Jonathan Tessmann. Rufnahme Leo. Also, das Jonas-Tan muss man nicht unbedingt mit erwähnen die ganze Zeit. Ich durfte sehr lang davon träumen, Fußball-Profi zu werden. Ich hab schon als kleines Kind relativ früh angefangen, Leistungsorientiert zu spielen. Ich komme aus Berlin, bin sehr schnell zu Hertha BSC gewechselt und durfte dann dort auch zehn Jahre im End-Lz. Spielen. Da waren dann noch zwei weitere Jahre bei Hansa Rostock und hatte versucht, quasi dem Weg über die dritte Liga, dann in den Profifußball zu schaffen. In den, das ist für mich damals, Nenswerten, Profifußball. Heute sind die Zeit noch noch mal ein bisschen anders. Und ja, dann hat es aber, wie man uns schwer erkennen kann, nicht geklappt damit. Ich bin kein Fußball-Profi geworden, was allerdings auch nicht so sehr schlimm war. Denn ich hatte eigentlich während meiner gesamten Zeit als Jugendleistungs-Sportler immer schon auch die Karriere abseits des Fußballplatzes im Blick. Hab sehr früh nach akademische Karriere begonnen, hab mit 15 Abbiege gemacht, mit 16 angefangen, Sport zu studieren, hab dort mein Bachelor gemacht, mein Master gemacht. Und ja, hab dann so meine ersten Schritte im Nachwuchs-Susball von der anderen Seite ausgemacht, also als Trainer. Da hat vor allem als Athletikt-Trainer, aber auch als Kortreiner. In der U17 von Hansa Rostock war da dann einige Jahre auch verantwortlich für den Athletik-Bereich im NLZ. Und bin dann eigentlich in der Corona-Zeit wieder zurück nach Berlin gekommen, um nochmal auf dem Sport-Wissenschaftsstudium aufzusatteln mit einem Medizinstudium. Das ist auch das, was ich seither mache, mal mit Mehrfreude, mal mit weniger, um ehrlich zu sein. Aber ich komme da jetzt ins 5. Und ich bin dann in 2 Jahren fertig und darf dann die nächsten Schritte gehen, die hoffentlich Sport und Medizin miteinander verbinden. Das sind so die beiden größten Leidenschaften, die ich schon sehr lange eigentlich habe. Und das Buch "Denk-Verbrieg nach Wuchs-Susball" wird so elementarer Bestandteil dieser Podcast vollge sein. Das war schon angesprochen, dass mit 15 ein Abbiege macht. Und wenn man zugehört hat, du hast, wie nebenbei, in der LZ-Spieler, wie schafft man das so frühen Schule und dann eben auch, ja, wenn es in meinen Nachwuchs-Susball ist, ja, am Ende sind die Nachwuchs-Susball so miteinander zu verbinden, dass man so früch schon seinen Abbiege schafft. Das ist definitiv nicht einfach und es braucht ein stabiles Support-System. Also einerseits von zu Hause natürlich, ich bin mein Eltern unendlich dankbar, dafür, was sie alles auf sich genommen haben. Damals, um das alles zu ermöglichen, ich war nicht auf einer Sportschule. Das war schon schwierig damals für mich, auf eine Sportschule zu gehen, weil ich ja relativ früh Klassen übersprungen und hätte dann in den Sportlerklassen auf der Sportschule halt immer mit zwei bis drei bis vier Jahre älteren Sportlern oder Spielern zusammen in die Klasse gehen müssen. Und das hätte natürlich auf schulischem Niveau gepasst, aber sportlich, wenn du dann als 13-Jähriger mit einem 16-Jährigen da die ganze Zeit zusammen bist, trainierst und spielst, das war damals unvorstellbar. Heute ist es vielleicht noch mal ein bisschen was anderes, aber ich war auch eigentlich eher jemand, der er später gewachsen ist und lange recht klein und zart war und so. Also das hätte damals einfach nicht gepasst. Ich bin nicht auf ein normales Gymnasium gegangen und dann sind die Wege natürlich ein bisschen länger und da habe ich meine Eltern super unterstützt, meine, mein Verein, Hertha, die Trainer, die Leitung und so, die habe ich darin auch sehr unterstützt. Die Lehrer haben einen Auge zugedrückt, wenn man die Hausaufgaben nicht gemacht wurden, weil ich ein langes Turnierwochenende hatte. Also es wurde viel von mir verlangt, also ich musste in beiden Systemen liefern, sowohl Schüler als auch Sport, aber ich hatte wirklich viele Leute drum herum, die ja ein Verständnis dafür hatten, dass ich das so machen wollte und die mich dann dabei unterstützt haben glücklicher weise, sonst wäre das nicht möglich gewesen. Und trotzdem ist Karriereendes bis zu den Fußballhalten geblieben, du bist ja auch noch bei Hertha, BSC und schaust jetzt eben, wie man eben den Nachwuchs-Fußball verbessern kann. Ich habe schon angesprochen, der Name deines Buches ist ja Denkverbrieg nach Wuchs-Fußball. Was hat es allein mit dem Namen Denkverbrieg so aussieht? Ja, also es ist, ich rede immer nicht von meinem Buch, sondern von unserem Buch, weil ich habe das zusammen mit einem Berliner Trainerkollegen und inzwischen auch einen Kumpel Gora-Send zusammengeschrieben. Also wir sind quasi eine Autoren-Dur und wir haben uns gefunden so in der Corona-Zeit. Wir kannten uns schon schon deutlich länger. Gora ist hier in Berlin eigentlich so eine absolute Jugend-Trainer-Legende, wenn man so will. Also sowohl bei Hertha, BSC als auch bei Tennis-Borussia vor allem lange Zeit gewesen. Und er hat häufig die Mannschaften trainiert, die quasi unsere großen Konkurrenten waren damals bei Hertha. Bei Tb hatte er in der U17 und 19 Bundesliga, U15-Regionalliga und so was. Das hat er alles gemacht. Und so haben wir, oder so sind wir uns häufiger mal begegnet, aber wir hatten jetzt nie irgendwie eine Engebindung, bis sich irgendwann dann auf die Idee kam, ein Buch schreiben zu wollen. Und dann auf ihn gestoßen bin als Kurautor, weil ich in früheren Gesprächen eben gemerkt habe, dass wir auf einer Wänenlänge sind und dass wir ähnliche Ansichten haben und dass er eine Komponente mit in das Buch einbringt, die ich nicht habe. Nämlich diese jahrzehnte lange Erfahrung als Trainer in dem System, sowohl im breiten Fußball als auch im Spitzenfussball. Und dazu noch die Komponente, dass er auch Sportlehrer ist an einer Gesamtschule in Berlin oder das der Zwar inzwischen hat er sehr komplett im Fußball unterwegs. Aber ja, das hat uns am Ende dann zusammengeführt und wir haben einen Buchprojekt starten wollen und sind relativ schnell irgendwie auf die Idee gekommen, dass uns unsere beiden Ansichten nicht ausreichen für das Buch, unsere beiden Perspektiven, wir wollten einfach dann wirklich holistisch ein Blick auf das Fußballsystem werfen und haben uns gedacht, so in Anlehnung an TinkTanks, wir könnten doch hier in Deutschland eine Denkfabrik pründen, die besteht aus ganz ganz vielen Experten, die eine gewisse Meinungsdiversität mitbringen. Also das war unser großes Ziel aus allen Funktionen und Ebenen des deutschen Fußballs Expertenstimmen zusammen und ihnen quasi die zentrale Frage unseres Buches zu stellen. Wie können wir es besser machen? Weil die Prämisse damals und das ist sie auch quasi noch heute, war eben, dass der deutsche Fußball im internationalen Vergleich nicht nur ein wenig hinterher hinkt, sondern wirklich starke Menge aufweist und wir aus dem Potenzial, dass wir hier als großes traditionsreiches Fußballland haben, eben nicht genug herausholen. Und ja, dann haben wir begonnen, Expertenstimmen einzufangen, wir haben ganz ganz viele Interviews geführt mit Verbandssportlehrern, DFB unazonal Trainern, Spezialtrainer, also Torwartreiner, Sportpsychologen, Trainingswissenschaftler, wir haben mit Akademielleitern gesprochen, mit Sportdirektoren aus dem Profifußball, Bundesliga-Trainer, wie Christian Streich oder ehemals Ewald Lin. Wir haben mit Scouts und Spielerberater diskutiert, also wir haben wirklich versucht jeden Stack-Hoder, das System irgendwie repräsentativ von einem Experten halt darzustellen und bei uns sprechen zu lassen und daraus gekommen ist dann eben dieses schöne Buch, den für Brick Nachwuchs-Fußball, was dann 2022 zum ersten Mal erschien. Und jetzt ist es für mich aber auch interessant, was war denn dann eigentlich eine Antrieb? Also ist es schon in stand aus einer aktiven Karriere als Spieler, wo die gesagtes "Poor", da gibt es zum Beispiel noch Entwicklungspotenzial? Ja, absolut, also es ist schon aus so einer Mischung aus Leidenschaft und Unzufriedenheit entstanden, sowohl bei mir als auch bei Gora. Wir haben einfach aus unseren eigenen Erfahrungen herausgemerkt, dass es noch sehr viel besser laufen kann, dass einfach sehr viel im System noch Verbesserungsbedarf hat und unsere Unzufriedenheit hat uns quasi dann an dieses Buchprojekt. wie unser durchaus ausgeprägte Sendungsbewusstsein, glaube ich, und das können wir an der Stelle nicht vernein. Wir hatten einfach das Gefühl, es an der einen oder anderen Stelle vielleicht besser zu wissen oder zumindest zusammen mit der Schwarmintelligenz vieler einen besseres Konzept oder eine bessere herangehensweise zu formulieren. Und genau, das war quasi damals so unser Antrieb, weil wir in unserer eigenen Spieler, beziehungsweise Trainerzeit, gemerkt haben, hier läuft doch einiges schief. Du hast gerade gesagt, es laufen, oder liefen, einige Sachen schiefen immer und so mal mit, was war denn? Der ist zustand und was waren dann auf Stellschrauber, den ihr schrauben wollte? Also der ist zustand von damals ist gar nicht so einfach jetzt retrospectiv mehr zu beschreiben. Wir haben das in einer Zeit geschrieben, des Buch, wo Deutschland gerade bei der WM 2018 in einer vorende Ausgeschieden ist. Wir mit den unazonalmannschaften, DFB unazonalmannschaften, relativ regelmäßig nicht einmal die Qualifikation für die Europameisterschaften, geschweigete Weltmeisterschaften, geschafft haben, rein von den Statistiken und von den Zahlen, was auch so, dass wir immer weniger Bundesliga-Spieler entwickelt haben und die Zahl der Spielminuten von auständischen U23-Spielern in der Bundesliga stark gestiegen ist, während die Spielminuten unserer deutschen Spieler stark gesunken ist. Wir hatten so eine Gemengelage, wo auch in den Youth League Teams eigentlich immer mehr legionäre bei uns gespielt haben. Bei Bayern dort, in Dortmund, leipzig, wie Sie alle heißen. Da wurde schon sehr viel auf junge ausländische Talente im Übergangsbereich gesetzt. Und so war eigentlich damals die Gemengelage, dass man einerseits subjektiv, andererseits aber auch sehr sehr objektiv basierend auf Datenzahlenfakten belegen konnte, dass wir in Deutschland große Probleme haben, gerade Profis zu entwickeln und vor allem auch in der Breite der Spitze Profis zu entwickeln. Also solche Spieler, wie gut damals war es, glaube ich, noch Moukoko, den man, sage ich, eine größere Zukunft, wie gesagt man Profi Zeit hat, das ist ja nun wirklich leider gar nicht eingetreten. Aber es gab trotzdem diese Spieler, die irgendwie mit 17, 18, 19 auch schon Bundesliga format hatten und auch schon in einer Nationalmannschaft gespielt haben. Und so die gab es schon, aber in der Breite der Spitze, und das ist ja ein Problem, dass bis heute geblieben ist. Da sind wir leider gemessen an den Möglichkeiten, die wir hier in Deutschland haben, mit über 83 Millionen Einwohnern, dem größten Fußballdachverband der Welt beim DFB mit über 7 Millionen Mitgliedern, dem werden wir leider nicht gerecht und genau deswegen haben wir gesagt, okay es gibt verschiedene Reserven und Optimierungspotenziale, so haben wir das formuliert in unserem Buch, die wir angehen können und sollten, und das haben wir dann versucht, ja ein Stück weit zu kategorisieren und zu beschreiben. Ja, so natürlich alle auch interessieren, okay wie schafft man jetzt in dem Fall Deutschland, im Nachwuchsbereich, da wieder auf den richtigen Fahrt zu bekommen? Ja, was wir gemerkt haben oder was so ein Ergebnis unserer Arbeit war, ist, dass viele der von uns deklarierten Reserven und Optimierungspotenziale eben eher auf systemischen Dynamiken beruhen und nicht so sehr auf einzelner Menge, oder so ein Menge von einzelnen Menschen. Und das ist auch das, was sich in den letzten Jahren wirklich klar herauskristallisiert hat. Wir haben in jedem Verein, in jedem Verband, haben wir sehr viele schlaue Klugeköpfe, gute Trainer, tolle funktionäre, aber das System, in dem sie sich bewegen, führt am Ende dazu, dass wir eben unser Potenzial nicht ausschöpfen. Und wir haben als Ergebnis unserer Arbeit quasi hemmende Wirkmechanismen formuliert, die eben die Leistungsfähigkeit unserer deutschen Spieler, oder der Spieler, die wir hier in Deutschland ausbilden, am Ende einschränkt. Und das waren die hemmenden Wirkmechanismen Tradition, linearität und fragmentierung. Und das führt wahrscheinlich zu weit, wenn wir jetzt auf jeden einzelnen Punkt eingehen, aber was wir halt gemerkt haben, ist, dass das nicht ausschließlich Probleme des Fußballs sind, sondern dass wir dieses Problem eben auch in anderen Feldern und allgemeingesellschaftlich einfach beobachten können. Also mit fragmentierung, mein ich, oder meinen wir zum Beispiel, dass die Leistungsfähigkeit in Deutschland nach einer sehr strikten Gleichung irgendwie immer dargestellt wird. Also Technik plus Taktik plus Athletik oder Fitness plus Psychologie gleich Leistungsfähigkeit. Das heißt, wir fragmentieren die Leistungsfähigkeit in einzelne Bausteine, dann trainieren wir diese einzelnen Bausteine isoliert, weil wir sagen, okay, der hat ein Technik-Defizit oder der hat ein Athletik-Defizit, also macht er als Technik-Training oder Athletik-Training. Und dann denken wir, weil wir diesen einen Baustein verbessern, dass sich am Ende die Leistungsfähigkeit automatisch mit verbessert. Also ein Spieler, der keine Ahnung im 30-Meter-Sprint-Test, der läuft fast ausgewachsener Spieler, läuft eine 4/2. So sagen dann alle, das 4/2 langsam so auf 30 Metern, aus dem kann nichts werden, wenn er so langsam bleibt. Also machen wir jetzt, weil seine größte Schwäche ist ein isoliertes Sprint-Training und Kraft-Training, dass eben seine Sprintwerte verbessern sollen. Dann steigern wir den von 4/2 auf keiner Ahnung 4/1 oder 4/0, acht oder so, wenn es gut läuft, so viele so große Sprünge sind ja meistens dann auch nicht mehr möglich. Und dann gehen wir halt automatisch davon aus, dass das den jetzt zu einem besseren Fußballspieler gemacht hat. Während in anderen Ländern mehr ein ganzheitlichen holistischem Blick drauf wirft und sich anschaut, wie diese einzelnen Bausteine vor allem miteinander interagieren. Also was ist denn der Vorteil davon, wenn du nur eine 4/2 auf 30 Meter läuft? Es gibt Vorteile und es gibt Nachteile von jeglichen Fertigkeiten oder Menge an Fertigkeiten, die wir in Deutschland ja nicht so sehr beachten oder beachtet haben zu dem damaligen Zeitpunkt. Und wir haben da eben ja eine ganz andere Fußball-Theorie, wenn man so will, in Deutschland aufgestellt und gesagt, wir müssen aufhören zu fragmentieren, wir müssen das Ganze sehen und wir müssen das Ganze auch möglichst ganzheitlich jederzeit trainieren und nicht so isoliert im Training denken. Und diese fragmentierung, die es aber verankert quasi auch in anderen Teilen der Gesellschaft oder in anderen Berufsfeldern. Ich studiere Medizin, diese fragmentierung in einzelne Organsysteme und in einzelne Fachrichtung ist ja auch etwas, dass quasi die Medizin hat. Wenn du mit einem Problem zum Hausarzt gehst, das mehrere Organsysteme irgendwie betrifft, also irgendwie ein diffusiskrankeitsbild mit etlichen Symptomen, schmerzen hier ein Zien da, dann gleichzeitig irgendwelche Laborwerte von anderen Organen, die dann nicht stimmen und irgendwie noch Verdauungsstörung und dann hast du noch eine Schlafstörung oder so. Also irgendwie so ein diffusiskrankeitsbild. Mit diesen Sachen tun wir uns schwer in der Medizin, weil wir eben alles irgendwie in die einzelnen Fachrichtung klassifizieren wollen, um die Komplexität zu reduzieren. Das macht ja auch total Sinn. Aber ja, in komplexen Fällen ist es dann eben schwierig und hilft uns nicht weiter mit dieser fragmentierung. Deswegen war das so einer der hamden Wirkmechanismen auch im Fußball, wo wir sagen, okay, lass uns mal ganzheitlich auf das Spiel gucken, lass uns mal das Spiel ganzheitlich verstehen und nicht in einzelne Teile auseinanderbauen. Ich glaube, das ist angekommen, aber jetzt ist auf Wichting natürlich, okay, wie kann man das Ganze jetzt dann auf den Trainingsplatz sozusagen bringen? Jetzt hast du zum Beispiel das Beispiel mit den Sprint genannt, was wäre dann dementsprechend dein Ansatz anstatt, das zum Beispiel isoliert zu trainieren? Du musst halt schauen, es ist ja auch die ewige Frage, die wir haben. Wie sehr arbeiten wir an unseren Stärken und wie sehr arbeiten wir an unseren Schwächen? Also stärken Stärken, Schwächen, Schwächen, das ist irgendwie so ein Motto, das viele Trainer haben und dann fragen wir uns, okay, woran arbeiten wir jetzt mehr? Ich habe ja eben schon gesagt, dass es auch gewisse Vorteile mit sich bringt, wenn du eben nicht über die größte Athletik verfügst. Und wir müssen halt gucken, dass wir aus den Gämenheiten, die wir auch haben, aus der Antropometrie oder aus der Konstitution, die wir mitbringen, dass wir da eben schauen, dass wir das größte rausholen. Und vielleicht ist jemand, der nicht so super schnell ist, aber jemand, der super Spielintelligent dadurch geworden ist, weil er eben Lösungen auf andere Weise finden musste, als sich auf seine Körperlichkeit zu fokussieren. Und dann mag es Zeitpunkt in der Ausbildung geben, in der Ausbildung Zeit geben, wo wir uns dann mehr auf die Athletik konzentrieren. Aber vielleicht müssen wir es nicht zu jeder Zeit tun. Ich habe ja gar nicht gegen dieses isolierte Sprint-Training, aber es in den Fußballkontext einzubetten, also in Fußballsprins mit einem Entscheidungsverhalten, mit den karakteristiken einer Fußballaktion. Also wo wir "Dest timing" auf mit beachten, wo wir die Richtung des Sprins mit beachten. Das ist alles von mehr Wert aus meiner Sicht, als wenn wir isoliert daran arbeiten. Ohne das jetzt vertreufen zu wollen. Es ist kein grundlegend schlechter Ansatz. Die Frage ist immer nur, ob wir es besser machen können. Und ich glaube, der DFB hat spätestens nach 2018 auch gemerkt, dass es Entwicklungspotenzair gibt, gerade auch in der Aufwuchs-Husppe. Und hat ja auch die bekannte Trainingsphilosophie Deutschland in das Leben gerufen, vor allem durch Hannes Wolf. Diese sehr, ja, sagen wir präsent, viele Leute finden es sehr gut. Einzelne vielleicht auch nicht so gut. Wie siehst du das ganz, und siehst du zudem, also zudert Trainingsphilosophie Deutschland noch mehr, was jetzt noch der nächste Schritt jetzt wäre? Also angefangen hat es ja damals von DFB-Seiten aus, vor allem mit dem Projekt Zukunft. Das war ungefähr so in dem Zeitraum 2018. Wir haben in unserem Buch "Michael Schönweitz Interview", der damals zum damaligen Zeitpunkt, auch das Interviews quasi federführend war, oder mit verantwortlich war, für dieses Projekt Zukunft. Da hat ja der DFB zusammen mit der DFL quasi ein ähnliches Ansatz, wie wir in der Denkfabrik verfolgt. Also irgendwie eine Analyse, das ist zu stanz, dann mit vielen Steak-Hodern unterhalten und dann Lösungsvorschläge präsentiert, um den Nachwuchs-Huspair besser zu machen. Und einige der Lösungsvorschläge wurden inzwischen ja auch übernommen, also eine angepasste Trainerausbildung. Dann von Nino wurde damals durchgedrückt. Die Wettkampfreform in 2017 und 2019 sind, sag ich mal, auch eine spätvoll gedeßten gewesen. Also das war damals der Anfang und nachdem dann Hannes Wolf angefangen hat, beim DFB oder übernommen hat, als Sportdirektor, hat ja quasi auch ein ähnliches Ansatz, wie wir in der Denkfabrik gemacht, und das war eine Tens-Team-Geründet, bestehend aus, glaube ich, 10 Trainern und Trainerinnen vom DFB. Und hat dann, ja, es hat dann angefangen mit der Trainingsphilosophie Deutschland, auch die Breite erreichen zu wollen. Und das ist, glaube ich, ein ganz ganz wichtiger Schritt gewesen, weil, also jetzt unter uns, das ist ja keine Raketenwissenschaft, was sie dort vorstellen oder was sie erarbeitet haben. Aber es ist ein total richtiger und wichtiger Impuls für unseren Fußballmammateurbereich. Und das ist, glaube ich, auch so die primäre Zielgruppe, die von dieser Trainingsphilosophie Deutschland profitiert, weil, ja, in den NSZ, glaube ich, wenn du dich dahin stellst und sagst, wir müssen mehr in kleinen Spielform und so trainieren. Das ist jetzt für die meisten nichts Neues. Und wenn sie es nicht tun, dann tun sie es nicht, weil sie nicht wissen, dass es gut wäre, sondern sie tun es dann aus anderen Beweggründen, da sind wir dann wieder bei systemischen Zwingen vielleicht. Aber in der Breite wissen, dass sie trainere häufig nicht besser. Und denen quasi den Zugang zu diesen kleinen Spielform-Aachenstückweit zu geben und sie mit den Trainingsinheiten zu inspirieren. Da war ja Handesvollfacher sehr, sehr umtriebig. Und war ein ganz solchland unterwegs. Das war schon aus meiner Sicht guter und richtiger Ansatz. Und du hast ja schon gesagt, in deinem Kompetenz-Team war ja zum Beispiel Christian Schreichs für mich so der größte, da muss ich ehrlich sagen, was hat er denn gesagt, was waren so seine Stellschrauben und Meinungen, die er dazu hatte? Wir haben halt mit jedem Interview Partner über sehr konkrete Themen gesprochen. Also die Themen, die wir diesen Experten eben zugeschrieben haben, als quasi Themen, wo sie sich auskennen. Und wir haben mit Christian Schreich vor allem über Kontinuität gesprochen. Also wie wichtig Kontinuität im Umfeld eines Spielers ist für die Entwicklung des Spielers. Und da gab es in Freiburg einfach sehr, sehr viele Beispiele zu dem damaligen Zeitpunkt, wo Spieler eben sehr davon profitiert haben, in diesem Umfeld in Freiburg quasi im Übergangsbereich, dann zu den Profis gespielt zu haben und auch über längere Zeit betreut worden zu sein. Denn Christian Schreich, das muss man glaube ich niemand mehr erzählen, wie lange der dort Trainer war, es war auf jeden Fall sehr, sehr lange. Aber auch die Leitungsposition darüber, also Sportdirektoren und Geschäftsführung und so. Die kommen alle aus der Region, also sie sind regional dort verwurzelt. Und sie sind diesen Weg vom Fahrstuhlmannschaft, Anfang der 2000er, bis hin zum jetzt stetigen Europacab Aspiranten sind sie halt zusammen gegangen. Und Kontinuität ist eben ein Wert, den sie in Freiburg gelebt haben. Und darüber haben wir vor allem mit Christian Schreich gesprochen. Wir haben Christian Schreich als jemanden erlebt, der gar nicht so sehr empfehlung für andere Aussprechen mag, sondern einfach sehr gerne darüber gesprochen hat, was sie in Freiburg machen und was bei ihnen gut funktioniert, ohne jetzt allen damit sagen zu wollen, dass sie es zu machen sollen, wie sie. Das fanden wir erstmal sehr demütig und sehr sympathisch. Und ja, er hat uns da einfach mitgenommen in die Region im Preisgau. Und das hat schon sehr viel Spaß gemacht, auch sich mit ihm zu unterhalten. Es war eigentlich so, wie wenn du eine Pressekonferenz von ihm siehst. Also total gleiches Auftreten. Er hat sich sehr viel Zeit für uns genommen. Eigentlich sollten wir nur eine halbe Stunde kriegen. Er hat vorher unsere Instruktion quasi gelesen, aber sie hat sich beschäftigt mit dem, was wir dort mit ihm machen wollten. Und er hat sich am Ende, hat er den Pressesprecher weggeschickt und hat eine Stunde mit uns gesprochen, seine Mittagspause dafür aufgebracht. Und da war schon ein cooles Erlebnis auf jeden Fall. Sehr schön zu hören, dass es solche Trainertypen auf jeden Fall gibt. Und ich möchte unbedingt noch einen Baustein, sozusagen, reinwerfen, wo ich glaube ich die meisten Nitzetts auch unterscheiden. Das ist so das Thema frühe Selektierung. Ich glaube, wenn man mal so ein bisschen die Nitzettsschauts gibt, einige die beginnen schon sogar zu 8 und 9. Und welche die beginnen deutlich spät. Ich glaube, für mich mit einer der größten Unterschiede, die ich so beobachte. Also da ist man sich noch nicht so in den Nitzetts so einig. Was ist das vielleicht das bessere oder vielleicht gibt es ja auch regionaler Unterschiede. Wie ist so deine Meinung dazu? Es gibt auf jeden Fall regionaler Unterschiede. Und ich begrüße das auch sehr, dass man jetzt von dir verähseitener aus den ganzen Verein auch so ein Stück weit mehr Freiheit als früher gibt, zu entscheiden, wann fange ich an mit welchem Aufwand. Denn wir müssen unterscheiden zwischen Ballungsgebieten. Und den Gebieten in Deutschland, die eben, wo einfach nicht so viele Menschen leben und die Menschen sprechen auch weniger Talente gibt. Und deswegen kann man da wahrscheinlich wirklich keine pauschale Empfehlung geben. Ich kann es nur aus unserer Sicht, aus Berlinersicht, quasi sagen, wir sehen einen riesigen Vorteil darin und möchten auch andere Nitzettsausballungsgebieten. Dafür, oder möchten bei Ihnen werben, eben früh anzufangen mit den Mannschaften. Also wir fangen mit der UN-Neun an, haben quasi im O-8-Jahr schon so eine Art Sichtungssystem über das ganze Jahr, wo wir Spieler schon auch bei uns haben und sie zu einer Mannschaft dann Stück für Stück quasi formen. Und wir sehen darin sehr, sehr große Vorteile und die Zahlen bei uns belegen, dass auch ein Stück weit, dass das nötig ist, zumindest bei uns, um später in den Profifußball zu kommen. Also es ist tatsächlich so, dass wir, wir haben von 2010 bis heute, glaube ich, 75 oder 77 Spieler in den Profifußball gebracht bei Hertha BSC, nicht nur bei uns, sondern auch in anderen Vereinen Deutschlands. Und deutlich über 70 Prozent dieser Spieler waren bei uns schon im Kleinfeld. Also zwischen U-9 und U-12. Und die meisten kam ebenso mit 8, 9, 10 Jahren zu uns. Und haben dann eben später den Sprung in den Profifußball geschafft. Es ist auch so, dass wenn wir jetzt mit einer U-9 anfangen, dass wir Jahrgänge haben, in denen über 90 Prozent der Spieler, die damals da waren, auch in der U-15 regionaliger Mannschaft noch sind. Also wir haben da glaube ich eine enorme Durchlässigkeit, die so ein bisschen heraussticht. Die haben wir nicht bei allen Verein, das ist klar. Aber ich möchte dafür werben, dass wir unsere Sorcen dafür einsetzen, früh in Ersichtung und auch in der Förderung dieser Jungen Spieler einfach Zeit und Energie und Personal zu investieren. Denn wenn du früh die besten Spieler oder die, zeig ich mal, vermeintlich, besten Spieler zusammenholst, dann trainieren die sich fast von alleine. Weil einfach aufgrund der Konkurrenzsituationen Ballungsgebieten entsteht natürlich auch eine Art Druck. Das ist auch klar, es ist vielleicht auch nicht für jedes Kind etwas. Aber du kommst, also jedes Training fühlt sich wie ein Wettkampf an. Und wir sind jetzt schon wieder in der U-10. Berlin, wir wollen Käfigzocker entwickeln, wir wollen Duell-Spieler entwickeln. Und das fördern wir eben durch die Jungen Teams ungemein. Und diese Intensität, die wir quasi von Tag 1 bei uns in der Akademie haben, die führt am Ende aus meiner Sicht dazu, dass wir eben relativ viele Profis entwickeln und da sehr, sehr gute Arbeiten in Akademie leisten. Ich hack da gerne noch mal nach, weil ich glaube, das ist ein Thema, wo sich viele Meinungen sozusagen gespalten, weil das sowohl Jungen Trainer als auch eben Eltern, die haben beispielsweise ein zehnjähriges Kind, wo dann die Frage "Okay, NLZ hat angefragt", "NLZ möchte mich vielleicht jetzt eben in der Mannschaft schon haben", "so mache ich diesen Schritt oder mache das Ganze nicht". Ich glaube, ich bin ein bisschen unterschiedlich zu, zum Beispiel noch wo 16, da ist dann schon klar, okay, wenn ich den Drive-Up-Fußball-Probiet zu werden, dann ist es wo 16 wahrscheinlich ist schon relativ spät, aber es ist wahrscheinlich dann auf jeden Fall klar, okay, später wird es dann wahrscheinlich erschwieg. Heißt jetzt aufgrund der Zahlen, die du auch genannt hat, das würdest du dann dementsprechend na Pell aussprechen, dafür, dass umso früher man ins NET-Kommen kann, umso besser es auch ist. Ja, das ist natürlich schwierig zu sagen, wenn man sich die, wenn wir sind wir bei Zahlen, Datenfakten, es gibt eine ganz gute Studie, die zur WM 2022 alle nationalteams ausgewertet hat und geguckt hat, wann sind dir ein professionelles Setting im Jugendbereich gegangen, also wann sind sie in irgendeiner Academy gegangen. Und was man sieht über alle, glaube ich, 32 Teams, die damals teilgenommen haben, war es halt so, dass Durchschnittsalter lag bei 13,2 Jahren oder so. Aber wenn du dir die großen nationalmannschaften anguckst, also Deutschland, Spanien, Italien, England, Kanagien, ich weiß gar nicht, ob ich da hin dabei war. Aber auf jeden Fall so die großen Nationen hier in Europa und auch in Südamerika, da hat man schon gesehen, dass das einstiegseiter nicht bei 13,2 Lacks, sondern deutlich früher war. Und bei der EM 2024 haben wir uns für unser Buch mal das Spaß gemacht, zu analysieren, wann unsere deutschen Nationalspieler, die damals im Kaderstand in eine Akademie gegangen sind. Und da war es auch zu, da war glaube ich das einstrittseiter 10,1 Lacks noch was Jahre. Also es scheint schon aus meiner Sicht so zu sein, dass wenn du früh beginst oder dass es quasi wie so eine Art, also es scheint nötig zu sein, um wenn du später ein gewisses Level erreichen möchtest, scheint es für viele nötig zu sein, eben auch sehr früh leistungsorientiert zu beginnen oder diesen Spungen in den leistungsorientierten Kinder- und Jugendfußball zu machen. Aber es hängt eben auch stark von der Persönlichkeit ab. Also deswegen kann ich jetzt keinem Elternteil wie Pauschal sagen, schickt ein Kind mit neuen oder mit zehn Jahren in eine Akademie, sondern dass diese Entscheidung liegt weiterhin bei den Eltern und sollte auch bei ihnen liegen und die müssen eben einschätzen können, ob das, was in der Akademie gefragt ist, ob die Kinder das schon abkönnen, weil das ist schon herausfordernd absolut. Aber ja, wenn wir die absolute Weltklasse angucken, dann scheint es nötig zu sein. Ich habe mir auch mal die anderen Nationalmatschaften angeguckt, dass eine das ja das Durchschnittseiter zu betrachten von den Nationalspielern und das andere ist aber sich mal wirklich die aller besten anzugucken, die wir haben im Weltfußball und wenn wir dort diejenigen Spieler mit den höchsten Marktwerten in den werbvollsten Nationalmatschaften angucken, dann sehen wir, dass die alle früh in ein leistungsorientiertes System gegangen sind. Bei England war es zu EM 2024, da war der wertvollste Spieler Judd Bellingham, der es mit sieben Jahren in der Akademie gegangen. Bei Italien war es Nicolo Barrella, der es mit neun Jahren in der Akademie gegangen. Bei Portugal war es Raffa El-Lew, der es glaube ich auch mit mit neun Jahren zu Sporting gegangen. Bei, ich weiß nicht, Frankreich, Kien und Mbappé, bei dem war das noch ein bisschen anders, der es glaube mit elf Jahren zu Klärf von Tingegangen oder mit 12 Jahren. Also der war schon eher spät dran im Vergleich zu den anderen. Bei uns in Deutschland wirds und musialer auch beide mit sieben Jahren in der Akademie system gegangen. Also wenn wir uns die absolute Weltspitze anschauen, dann scheint es zumindest nicht zu schaden, um es vorsichtig zu formulieren, früh bestmöglich gefördert zu werden. Und wenn man jetzt in diesem Alter ist und auch im Berlin lebt und dann zum Beispiel auch den Weg zu Hertha B.C. wagt, dann kommt man ja vielleicht auch zwangstaffigen mit dir auch im Kontakt, weil du bist ja für die Spiel- und Ausbildungskonzeption im Kleinfeld dazuständig. Das finde ich ein großes Wort. Hat auch glaube ich nicht jedes Endezert vielleicht diese Stelle. Sag uns nochmal gern, was beeinflusst jetzt einmal diese Aufgabe, die du bei Hertha B.C. hast. Also was machst du genau? Also angefangen hatte das eigentlich durch Thomas Bruch, der war damals bei Hertha in Akademie für die Methode, konnte ich spieh Philosophie zuständig. Und der hat das zusammen mit Matthias Borst, hat er das für das Großfeld konzipiert. Und Großfeld beginnt bei uns in der U13. Und das Kleinfeld war davon immer so ein Stück weit losgelöst, also 9 bis 12 der Bereich. Da wurde dort immer ein Stück weit ausgeklammert. Und irgendwann kam der Verein auf die Idee, dass was im Großfeld gemacht wurde und gemacht wird, eben auch zu adaptieren ans Kleinfeld. Und da haben sie dann Gora und Mich, also quasi unser Denk-Verbriktur, haben sie dann zusichtgeholt. Und da waren wir dann, oder seitdem waren wir, sind wir miter für zuständig, inzwischen das Gora weg, Thomas Bruches weg, sind beide beim BVB. Und ich bin noch da geblieben und war dann eine Zeit lang eigentlich der einzige, in der gesamten Akademie, da irgendwie noch im Bereich Methodik zu Hause war. Und da haben wir dann eben versucht, oder ich habe versucht, Impulse reinzugeben. Ich habe mich immer so ein bisschen als den sportlichen Impulsgeber im Hintergrund gesehen, der eben in den Trainer-Sitzungen mit den Trainern, oder den Trainern gewisse Impulse mitgibt. Vor allem mit den Trainern arbeitet weniger mit den Spielern, dann versucht auf systemischer Ebene in den Sichtungen Einfluss zu nehmen. Und genau, das, was ich bisher zu den letzten zwei einhalb Saisons dort gemacht habe. Und ja, genau. Kann so das da vielleicht ein paar Insights geben, zum Beispiel welche Spielform übernutz, was für Mannschaftsstrukturen ihr beherter bist. Also, was tut zum Beispiel vielleicht auch aus dem Buch, sozusagen probierst, beherter bist sie zu implementieren. Also wir haben ja im Buch quasi fünf Kern-Elemente der Frühförderung formuliert. Und die haben wir über die Zeit natürlich versucht, auch bei Hertha hineinzubringen. Und aber auch gemerkt, dass zwischen Theorie und Praxis natürlich auch ein paar Schwierigkeiten stecken, so dass wir nicht sagen können, dass alles, was wir uns vorgenommen haben, umzusetzen bis heute auch wirklich umgesetzt haben. So ehrlich müssen wir sein. Auch das hat eher systemische Gründe, auf die ich aber eher weniger eingehen möchte, um jetzt innerhaltlich zu bleiben. Also was wir als Kern-Elemente der Frühförderung formuliert haben, war zum Beispiel das freie Spiel. Das freie Spiel ist etwas, das in vielen Leistungszentren abhanden gekommen ist. Weil Trainer einfach sehr, sehr viel Einfluss nehmen während der Trainingszeit, die Trainingszeit, manchmal rage säht, weil eben die Platzverhältnisse ist nicht zuglassen, dass man auch vor und nach dem Training noch großartig Zeit hat. Und dann hat man einfach nur die 90 Minuten und da, wenn man als Trainer eben so viel wie möglich inputt, halt an die Spieler angeben, es ist auch alles verständlich. Aber wenn wir entscheidern auf den Platz entwickeln wollen, dann müssen wir ihnen eben auch Zeit und Raum geben, sich selbst zu organisieren, also selbst organisiert, frei Fußball zu spielen. Und das haben wir eben versucht, indem wir freie Spielzeiten quasi bei Hertha versucht haben zu implementieren, so dass wir, wenn wir zum 17 Uhr Trainings beginnen haben, den Kindern gesagt haben, okay, kommt einfach schon um 16 Uhr oder ab 16 Uhr, könnt ihr kommen. Wir schließen euch den Platz auf, wir können euch Tore hinstellen, wir können euch die Bälle rausgeben, wenn ihr wollt könnt ihr auch irgendwelche Kappen haben. Und dann könnt ihr eine Stunde zocken und frei machen, was ihr wollt. Das war zum Beispiel eine Sache, die wir versucht haben, reinzubringen und das auch seit jeher machen. Es läuft, es wird mal mehr angenommen, mal weniger, wie es oft so ist. Aber das ist für uns wichtig gewesen, da eben für mehr freie Spiel zu sorgen. Ein anderer Aspekt, auch als Kern-Element unserer Frühförderung, es ist Thema Polisportivität. Also in den jungen Eiter-Bereichen ist es weder Klug noch sinnvoll, sich früh zu spezialisieren. Also Fußballspot-Art ist eine Sportart, in der man sich nicht früh spezialisieren sollte, wenn man eine lange und erfolgreiche Karriere haben möchte. Und deswegen haben wir versucht Trainingseiten für und Polischportive-Trainingseinheiten zu freizuschaufen. Wir haben glücklicherweise eine schöne Sporthalle auf dem Gelände, die man auch ganz hier rich nutzen kann. Und auch da haben wir versucht quasi eine Trainings-Einheit in der Woche neu zu gewinnen, um eben Polischportive-Trainingseinheiten mit den Jungs zu machen. Das haben wir in einzelnen Jahrgängen begonnen und dann versucht quasi zu adaptieren, auch in die in die anderen Trainings-Einheiten anderer Jahrgänge. Das war quasi das Zweite. Dann spielt die Eltern arbeitene große Rolle. Das ist ein weiteres Kern-Element der Frühförderung, wo gesagt haben, früher wurden Eltern immer so als nervige Nebensache betrachtet, die Spieler eben einfach mitbringen. Heute sehen wir das ein Stück weit anders und nehmen die Eltern sehr, sehr ernst ihre Bedürfnisse und versuchen sie mitzunehmen. Wir versuchen, klar zu kommunizieren, in welchem System sie sich bewegen, was Erfolgsausrichten sind, was sie tun können und was sie nicht tun sollten, um ihre Kinder adäquat aus unserer Sicht zu begleiten im Sportlichen. Da haben wir über einfach mehr Elternabende bis hin zu einer Gesamt-Elter-Entvertretung, die wir in dem Bereich UNOI bis U12 wählen lassen haben und mit der wir regelmäßig zusammenkommen und wichtige Dinge besprechen, wie zum Beispiel zuletzt Gastelternschaft bei Turnieren. Also da die Eltern einfach mitzunehmen, das ist so eine weitere Sache, die wir machen. Ansonsten noch viele weitere Themen, die wir natürlich versuchen mit den Trainern bei den Jungs oder über die Trainer an die Jungs zu setzen. Ich finde das Schöner an den drei Beispielen, die du genannt hast, sind nicht nur welche, die nur auf den Nachwuchs-Fußball, in dem Fall jetzt bei euch, bei Hertha bis See nur eintreffen, sondern zum Beispiel wenn ich mich in den Breitensport-Treiner hinein versätze, sind diese drei Themen genauso relevant. Lasst uns da vielleicht kurz im Breitensport bleiben. Gibt es halt zum Beispiel auch etwas, wo du sagst, diese Themen kann man besonders gut auch im Breitensport-Umsatz oder vielleicht auch ein Tipp, den du eben an Breitensport-Treiner hast. Ich muss sagen, mit der Basis jetzt nicht so stark verbunden, das ist so eher der Part, den Gora bei uns übernimmt. Ich bin sehr früh zu Hertha gewechselt, also schon in der neuen, war ich beherter, dann habe ich zwölf Jahre in diesem NRZ-System gespielt, dann habe ich seitdem auch nur im Leistungs- und NRZ-Bereich trainiert, also als Trainer gearbeitet. Deswegen fühlt es sich für mich nicht authentisch an, wenn ich den Breitensport-Treiner irgendwelche Tipps gebe, wie sie jetzt was tun sollten. Da halte ich mich eher zurück, was ich sagen kann, ist, dass wir als Denkfabrik in Berlin einen Netzwerk-Treif initialisiert haben, den wir einmal im Vatal stattfinden lassen. Zu diesem Netzwerk-Treif laden wir sehr, sehr viele Leute ein und da kommen dann immer so zwischen 25 und 40 Menschen. Das ist dann eine bunte Mischung aus Trainern und Funktionären, die im Spitzenbereich arbeiten, beim DFB oder bei Berlin-Fussballverband oder bei Hertha oder bei Union. Dann gibt es aber auch ganz viele Trainer und Teilnehmer, die eben im Kinderfussball arbeiten, die gerade Kinder-Trainer-Zertifikat bei uns gemacht haben zum Beispiel. Oder Armateur-Trainer von Armateurverein, hier in Berlin, Papa, die irgendwie wegen ihren Söhnen zum Fußball gekommen sind und so. Das ist eine bunte Mischung und Gora und ich geben da einen kleinen Impuls und dann versuchen wir in der großen Gruppe zu diskutieren und eben alle Sichtweisen einfließen zu lassen, so im Denkfabrik-Stahl und eben dort die Breite mit der Spitze zu konnecken und auch die Möglichkeit zu geben, dass die Leute sich da kennenlernen und sich austauschen und dann vielleicht auch mit einer Hospitalion oder so was möglich wird. Also so versuchen wir irgendwie die Breite auch von der Spitze in Berlin stetig lernen zu lassen und wir haben uns auch vorgenommen, das in anderen Teilen Deutschlands so langsam anzugehen, wenn es die Zeit zulässt. Aber so im Denkfabrik-Stahl ist das so eines unserer mittelfristigen Ziele. Ich glaube, das ist nötig. Und Apropos Denkfabrik, mit noch Abschließungsmiss, müssen wir natürlich darauf gehen, jetzt ist ja die zweite Auflage der Denkfabrik rausgekommen. Die erste war schon einer folg, wenn ich deine Linkt in Beiträge gesehen habe. Nehmen Sie es da noch gerne drauf oder nehmen Sie da gerne noch mit, was erwartet jetzt die Leser in der zweiten Auflage? Ja, die zweite erweiterte Auflage, die es jetzt erschien, vier Jahre, circa nach der ersten Auflage. Und ja, es wurde einfach Zeit die neuen Erkenntnisse und die neuen Erfahrungen, die wir auch im System arbeitend gemacht haben, noch mal zu verschriftlichen. Das heißt, ja, Leser, die das erste Buch schon gelesen haben, die können sich darauf freuen, circa 85 neue Seiten noch mal dazu gewonnen zu haben, am zweiten Buch. Also neue Inhalte, in den verschiedenen Hauptblöcken, die wir haben, also wir haben ja drei Hauptkapite, das war einmal Reserve-Fußball-Ausbildung, Reserve-Fußball-Coach und Reserve-Fußball-Feyneskultur. Und wir haben zu all diesen drei Hauptblöcken, haben wir einen Epilogue quasi geschrieben, also das kommt dann nachdem, was man schon kennt aus der ersten Auflage. Und da haben wir eben noch mal die neuesten Entwicklung in diesen Bereichen aufgeschrieben, unsere neuen Lösungsansätze für die Probleme, die wir oder Potenziale, die wir sehen. Und haben eben auch neue Expertenintervjeues geführt. Und in der ersten Auflage hatten wir die, ich glaube, 16 Stück waren die Expertenintervjeues. Die haben wir verschriftlich und abgekürzt ins Buch gepackt. Und jetzt aus der zweiten Auflage machen wir eben einen, oder haben wir einen Multimedia-Erlebnis gemacht, indem wir in dem Buch über einen QR-Code zu den bekannten Podcast-Plattformen verlinken. Und dort die neu geführten Interviews quasi als Videopod-Cast dort sichtbar machen. Also die kann man auch schon als, oder das haben wir nicht nur exklusiv für den Leser gemacht, sondern da kann auch jeder der Zuhörer innen jetzt, kann bei YouTube-Apple oder Spotify, denke ich, nach Ups-Husbar eingeben. Und stößt dann auf, ich glaube, am Ende waren es acht Expertenintervjeues als Videopod-Cast. Und genau, das sind so die beiden großen Neuerungen gewesen. Also einmal zusätzlichen Inhalt und dann zusätzliche und diesmal quasi in Farbe erlebbare Expertenintervjeues. Und ich glaube, man merkt auch, dass du mit dem Format Podcast-Demonsprechend nicht komplett neu bist. Dementsprechend sind wir am Ende angekommen. Ich fand es total angenehm in unser Gespräch. Wie gesagt, man hat gemerkt, dass du da schon auch deiner Erfahrung im Gesammelt hast. Ich hoffe, es hat dir Spaß gemacht und ich wünsche dir ganz, ganz viel Erfolg, ob es jetzt als Autor ist und mit deiner zweiten Auflage oder eurer zweiten Auflage als auch mit deiner Arbeit, die du bei Hertha wie es sehen must. Vielen Dank, dass du da was leh hast. Vielen Dank, dass ich hier sein durfte, dann sehr angenehm ist Gespräch. Und wenn dir da draußen die Folge gefallen hat, dann vergisst nicht zu liken und zu kommentieren und schaue auch gerne das Buch von Leo ab. Und hinterlasse auch da ein Kommentar, wie es dir gefällt und ob du noch jeden hast. Bis dahin macht's gut, euer Pascal.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Leo Jonathan Tessmann, ehemaliger Nachwuchsspieler bei Hertha BSC und Hansa Rostock, hat zusammen mit Gora Send das Buch „Denkfabrik Nachwuchsfußball“ verfasst.
  2. Das Buch entstand aus Unzufriedenheit mit dem deutschen Nachwuchsfußball und basiert auf Interviews mit zahlreichen Experten, darunter Trainer wie Christian Streich.
  3. Zentrale Kritik
  4. Drei hemmende Wirkmechanismen werden identifiziert
  5. Statt isoliertem Training, z. B. Sprinttests, fordert Tessmann ein ganzheitliches Verständnis, das die Interaktion der Fähigkeiten und den Fußballkontext betont.
  6. Der DFB hat mit Projekten wie „Projekt Zukunft“ und der Trainingsphilosophie von Hannes Wolf bereits reagiert, aber Tessmann sieht weiteren Verbesserungsbedarf.

Summary:

Leo Jonathan Tessmann, ein ehemaliger Nachwuchsfußballer bei Hertha BSC und Hansa Rostock, der heute Medizin studiert, hat gemeinsam mit dem Trainer Gora Send das Buch „Denkfabrik Nachwuchsfußball“ veröffentlicht. Das Werk entstand aus der Erfahrung, dass im deutschen Fußball vieles schiefläuft, und basiert auf Interviews mit zahlreichen Experten aus verschiedenen Funktionen – von Verbandstrainern über Sportdirektoren bis hin zu Bundesliga-Trainern wie Christian Streich. Die zentrale Frage war, wie man den Nachwuchsfußball verbessern kann, da Deutschland trotz großer Ressourcen im internationalen Vergleich zurückfällt, etwa bei der Entwicklung von Profispielern in der Breite.

Tessmann identifiziert drei hemmende Wirkmechanismen: Tradition, Linearität und Fragmentierung. Besonders die Fragmentierung kritisiert er: Leistung wird in isolierte Bausteine wie Technik, Athletik oder Psychologie zerlegt, die getrennt trainiert werden. Ein Beispiel ist das isolierte Sprinttraining, das nicht den Fußballkontext berücksichtigt. Stattdessen plädiert er für ein ganzheitliches Verständnis, das die Interaktion der Fähigkeiten und die individuellen Stärken jedes Spielers in den Vordergrund stellt. Der DFB hat mit Reformen wie „Projekt Zukunft“ und der Trainingsphilosophie von Hannes Wolf bereits reagiert, doch Tessmann sieht noch Luft nach oben, um das System nachhaltig zu verbessern und das volle Potenzial auszuschöpfen.

FAQs

Leo Jonathan Tessmann ist Co-Autor des Buches "Denkfabrik Nachwuchsfußball" und arbeitet bei Hertha BSC. Er war früher Jugendleistungssportler und ist heute auch Medizinstudent.

Das Buch ist ein Projekt von Leo Tessmann und Gora Send, bei dem viele Experten aus verschiedenen Bereichen des deutschen Fußballs befragt wurden. Ziel war es, Verbesserungsmöglichkeiten im Nachwuchsfußball aufzuzeigen.

Die hemmenden Wirkmechanismen sind Tradition, Linearität und Fragmentierung. Diese systemischen Dynamiken verhindern, dass das volle Potenzial der Spieler ausgeschöpft wird.

Fragmentierung bedeutet, dass Leistungsfähigkeit in einzelne Bausteine wie Technik, Taktik und Athletik aufgeteilt wird. Diese werden isoliert trainiert, statt das Zusammenspiel ganzheitlich zu betrachten.

Statt isoliertem Sprinttraining sollte man Fußballsprints mit Entscheidungsverhalten und Timing trainieren. So wird die Athletik in den Spielkontext integriert und ist effektiver für die Leistungsfähigkeit.

Der Anstoß war eine Mischung aus Leidenschaft und Unzufriedenheit nach der WM 2018, als Deutschland früh ausschied. Die Autoren erkannten, dass im System viele Verbesserungsmöglichkeiten ungenutzt bleiben.

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