Speaker 1Was, wenn Erleuchtung in diesem Leben möglich wäre? Würdest du dann mehr darüber erfahren wollen? Begleite in diesem Podcast Mutter und Sohn auf der Reise zu angstfreier Glückseligkeit und bedingungsloser Liebe. Lasse dich berieseln von spannenden Geschichten, tiefgreifenden Erkenntnissen und kontroversen Einblicken aus dem Leben von Andrea und Enrico Fricke. Es gab noch nie so gute Chancen wie jetzt, um Erleuchtung zu erreichen. Und die Einladung des Universums, deine wahre Natur zum Ausdruck zu bringen, ist da. Herzlich willkommen bei Erleuchtung live dabei. So, liebe Andrea.
Speaker 2Hallo Enrico. Ja, Gedanken. Wir hatten früher so einen Spruch in meiner Schule immer. Das Denken der Gedanken ist gedankenloses Denken und das musste man dann ganz oft hintereinander sagen. So ein Zungenbrecher, dass man sich einfach verspricht. Oder einfach Zungenbrecher. Ja, genau. Oder es fällt mir halt als erstes ein, wenn du sagst Gedanken.
Speaker 1Hätte ja auch ein verwirrender Zauberspruch sein können.
Speaker 2Ist es bestimmt auch. Ja, Gedanken. Das sind ja quasi die Fuibe der Spiritualität. Ja, neben Ego. Ja, stimmt. Das Ego auch. Es gibt noch ein paar mehr Feinde. Aber Gedanken gehören eindeutig dazu. Das liest man ja überall. Man muss gedankenfrei sein und der Kopf soll leer sein und meditieren, bis quasi Stille da ist. Oh Gott, und wenn ich an meine Anfänge zurückdenke, es gab sowas überhaupt nicht. Also ich hatte niemals keine Gedanken im Kopf. Auch nicht in meinen Meditationen früher.
Speaker 1Vor allem, es hilft ja auch nicht, beim Meditieren keine Gedanken haben zu wollen. Das ist ja wieder nur.
Speaker 2Ja, heute weiß ich das. Aber damals war mir das eben auch nicht bewusst. Und ich habe ja sogar extra so einen Meditationskurs belegt, weil ich es halt einfach überhaupt nicht hingekommen habe. Vier Tage am Stück, acht Stunden täglich haben wir meditiert. 40 verschiedene Arten, wie man meditieren kann. Und ich habe es am letzten Tag quasi mit der letzten Meditation, weil ich aufgegeben hatte. Ich hatte in der Mittagspause entschieden. Es ist einfach nichts für mich. Und dann, nach der Mittagspause, bäm, saß ich in völliger Glückseligkeit und alles war zauberhaft wunderbar leer.
Speaker 1Hast du bestimmt, wie in unserer letzten Folge besprochen, probiert mit Anstrengung die ganze Zeit. Garantiert. Du hast aufgegeben und auf einmal klappt es.
Speaker 2Genau, genau. Und dann habe ich mindestens noch ein halbes Jahr gebraucht zu Hause, um das nochmal zu wiederholen. Weil warum? Ich wollte das ja jetzt nochmal hinkriegen. Aber wie macht man denn aufgeben sozusagen nochmal? Oh mein Gott, ja, das sind Zeiten gewesen.
Speaker 1Ja, schon spannend. Also für mich war auch Gedankenlosigkeit lange Zeit ein Mythos. Ich habe geglaubt, dass das geht, aber es fiel mir auch schwer vorzustellen. Und ich habe auch zwischendurch mal in Interviews und so mit Menschen geredet, die der Meinung waren, die Gehirnforschung hätte bewiesen, dass man nicht nicht denken könne. Wenn ich dann rückblickend denke, naja, wen haben sie untersucht? Bestimmt normale Menschen. Natürlich können die nicht nicht denken. Wäre jetzt mal spannend, wenn man so einen 20 Jahre meditierenden Mönch oder so mal untersuchen würde. Obwohl das ja auch natürlich kein Garant ist, aber die Chance ist schon mal höher. Aber heute kenne ich das schon, dass ich auch stückweise gar nicht denke. Ist aber auch bei mir noch eine Sache, die mehr wird. Wie hast du denn damals gedacht, würde das passieren, dass man nicht denkt? Jetzt, wo du schon mal drei Stunden nicht gedacht hast, hast du ja quasi beide Seiten erlebt.
Speaker 2Das ist ja auch so passiert. Ja, genau. Da habe ich mir ja auch das nicht vorgenommen. Da ist es ja einfach geschehen. Naja, also die Anleitung war ja immer sowas wie Aufmerksamkeit auf die Atmung oder Aufmerksamkeit auf eine Flamme oder auf einen Ton oder auf eine weiße Wand. Und ich war da drin halt so super angestrengt, weil ich wollte es ja unbedingt hinkriegen. Ich wusste ja, irgendwie ist es gut und ich war ja so ein ängstlicher, hektischer Mensch. Und ich habe gewusst, dass das für mich wichtig ist und dass ich das brauche. Aber ich habe es halt so wirklich überhaupt nicht hinbekommen mit all dieser Anstrengung. Und heute denke ich halt auch, ich bin so glücklich, wie wir es irgendwie weitergeben, wie wir das vermitteln an unsere Teilnehmenden, dass wir eben wirklich sagen, das ist eher ein Loslassen als ein Anstrengen. Das hätte mir damals auch geholfen, wenn ich das gewusst hätte.
Speaker 1Ja doch, dass man Loslassen lernen kann, nicht, dass man einfach nur sagt, lass los und dann wirst du es irgendwie hinkriegen, wo man ja wieder im Prinzip zumacht, sondern.
Speaker 2Ja, ja, ja, genau. Aber ich habe halt damals für mich gedacht, dass es halt sowas ist wie, wenn man sich lange genug anstrengt, dann passiert es halt. Und irgendwas ist da ja sogar dran, weil wenn man sich lange genug anstrengt, ist man ja irgendwann eben erschöpft und dann macht man halt dieses Loslassen im Sinne von Aufgeben und dann passiert es halt. Aber das ist halt unglaublich anstrengender und langer Weg. Das ist halt mit dem Kopf gegen die Wand hämmern, bis ein Loch drin ist. Genau. Und das jeden Tag aufs Neue. Ja. Weil man nimmt nicht die Wand, wo das Loch ist, am nächsten Tag, sondern man nimmt natürlich wieder die Wand, wo die Wand vollständig. und heile ist und man hämmert wieder auch vom Neuen drauf los.
Speaker 1Ja, man hat die Wand ja im besten Fall über Nacht auch repariert, ne? Damit alle Wände heile sind in unserem Haus der illusionären Sicherheit, was wir Ego sind.
Speaker 2Absolut. Sicher ist sicher, ne? Genau. Also meine erste Erfahrung mit, dass Gedanken sich beeinflussen lassen, hatte ich tatsächlich bei dem Seminar von Frank Kinslow. Da geht es ja um Quantenheilung. Und. Da hat er uns einfach gesagt, wir sollen quasi die Augen schließen und wir sollen vor unserem geistigen Auge die Gedanken vorbeiziehen, sehen, so wie Vögel am Himmel oder wie Leuchtreklame. Und bei mir sah das aus wie Leuchtreklame. Und dann hat er irgendwann gefragt, wo kommt dein nächster Gedanke her? Und dann war das so wie. Also meine Augen haben halt gesucht, rechts, links, rechts, links, oben, unten, oben. Und wo kommt jetzt die nächste Leuchtreklame her? Und da war halt nichts. Also es ist wie kein Gedanke aufgetaucht, weil ich unbedingt rausfinden wollte, wo er herkommt. Und das war meine erste Erfahrung von, da ist eine Lücke. Also da passiert jetzt wirklich, dass kein Gedanke vorbeizieht. Das war schon super spannend.
Speaker 1Was ist der Unterschied deiner Erfahrung nach von, da zieht ein Gedanke vorbei zu keiner? Was bringt einem das dann aus deiner Erfahrung? Was habe ich davon?
Speaker 2Stille im Kopf. Also das, was immer quatscht, ist halt einfach mal still. Um es ganz einfach zu sagen. Und ich habe halt dadurch die Möglichkeit, das, was tatsächlich gerade geschieht, erfahren zu können.
Speaker 1Also Präsenz. Ja.
Speaker 2Völlig unanstrengend. Selbst natürlich. Also so, da gibt es, glaube ich, gar kein Wort für. Und bei dir?
Speaker 1Also meine erste Erfahrung, ich bin mir nicht ganz sicher, welche die erste war, aber mir fallen mehrere Momente ein. Also einmal, ich weiß auch nicht mehr, wie der Auto heißt, der hat so eine Stopp-Methode empfohlen. Da soll man also sich hinsetzen, seine Gedanken beobachten und immer, wenn Gedanken kommen, Stopp sagen, damit sie aufhören zu kommen. Und das habe ich eine Weile gemacht. Und so nach fünf bis zehn Minuten hatte ich dann tatsächlich so diese Erfahrung von, da ist so eine Lücke, so ein leerer Raum. Und diesen leeren Raum konnte ich dann auch sozusagen behalten, erlauben, besser gesagt, und in dem verweilen. Und spannend war dann aber, dass natürlich die Gedanken auch ihre Wege haben und dann schnell einen Weg gefunden haben, dass sie Stopp sagen, um etwas zu sagen. Ach so, die Gedanken selbst sagen dann Stopp.
Speaker 2Das finde ich ja schon wieder mega, ja.
Speaker 1Und dann habe ich aufgehört, das mit dem Stopp in meinen Gedanken auszusprechen, sondern das Stopp nur zu befehligen, ohne ein Wort zu denken. Also es nur zu intendieren sozusagen, zu meinen, aber nicht zu denken, so damit ich tatsächlich die Gedanken unterbrechen konnte, ohne dafür zu denken. Und dann hat es geklappt, dass ich auch mal, ich weiß nicht, mit der Übung so vielleicht 30 Sekunden oder auch mal eine Minute, aber ich glaube, so lange war es nicht, gedankenfrei sein konnte. Und eine andere Erfahrung war durchs Loslassen tatsächlich. Ich habe ja eine Zeit lang so viel losgelassen an Gefühlen, Ängsten, Widerständen, Fremdenergien, dass ich irgendwann abends im Bett so eine Erkenntnis hatte von, oh, sogar wie ich lächle, wie ich mich wahrnehme, ist etwas, was ich festhalte. Also selbst mein Sein, wie ich bin, ist etwas wie Festes. Und das habe ich dann angefangen, nach und nach loszulassen, zum Beispiel die Kontrolle etwas sehen zu wollen oder etwas wahrnehmen zu wollen. Und das ist schwer zu beschreiben, aber das ist jetzt mehr Schicht um Schicht, wie erst meine Haut, dann mein Gesicht und dann innere Schichten von Identität quasi, hätte ich wie kurzfristig losgelassen. Und so bin ich dann schließlich in so eine Lehre gekommen, in der ich dann auch fast direkt eingeschlafen wäre. Das hatte mich dann so erstaunt, dass wieder Gedanken kamen. Also da war es dann zu Ende. Aber bis dahin war es so ein Moment von seliger Ruhe und Klarheit. Das fand ich auch spannend. Und da habe ich dann auch verstanden, dass das Nichtdenken kein Akt der Anstrengung sein kann. Also dass es nicht geht durch Wollen oder Anstrengen, weil das ist ja genau, was die Gedanken wieder hervorbringt.
Speaker 2Total. Was ich für mich dann noch lange Zeit irgendwie hatte, war, dass quasi kein Gedanke da war, aber meine innere Stimme das immer kommentiert hat. Also die hat dann immer die Frage formuliert, woher kommt der nächste Gedanke? Oder wenn einer auftauchte, oh, von links. Und das war ja dann auch nochmal so ein Prozess festzustellen, dass auch diese innere Stimme ist ja jetzt auch schon wieder ein Gedanke. Nur halt als innere Stimme getarnt sozusagen. Und was mir auch ein bisschen gefällt, ein paar Mal passiert ist, so bei der Meditation, wenn plötzlich so nichts da war, dass ich mich da Also, dass ich das als unangenehm wahrgenommen habe zum Beispiel oder gedacht habe, oh, jetzt habe ich schon ganz lange nichts gedacht und das toll gefunden habe. Weißt du, was ich meine? Also, es war dann immer wieder so ein, es ist so fremd, nicht zu denken, dass das sich komisch anfühlt. Ist das nicht verrückt?
Speaker 1Da hat Jasmina auch neulich einen Moment im Auto gehabt. Da hat sie einfach da gesessen. Ich glaube, sie hat vorher meditiert. Wir sind uns aber nicht mehr sicher. Und da hat sie halt auch für eine Weile nicht gedacht. Und dann kam der Gedanke hoch wie, mein Gott, du kannst doch eigentlich einfach nichts denken. Es muss doch irgendein Problem geben. Wo sie auch so erschrocken war. Sie dachte, was für ein Bullshit. Warum muss es denn irgendein Problem geben? Aber das System will halt Sicherheit. Und wenn es daran gewöhnt ist, immer irgendein Problem zu haben und das zu lösen, dann fühlt es sich halt unsicher an, wenn man gerade mal kein Problem hat. Weil es muss ja was schieflaufen. Es war ja immer ein Problem da.
Speaker 2Ja. Ja, Wahnsinn, Wahnsinn. Also ich finde, Denken auch wirklich was völlig Faszinierendes. Weil auf der einen Seite haben wir natürlich dieses super Gehirn mit seinen Möglichkeiten, denken zu können. Wir haben so viele Möglichkeiten, Gedanken denken zu können. Logisch, analytisch, bewertend, kreativ, lösungsfokussiert und so weiter. Also wir haben ja so viele Möglichkeiten, dass wir unser Gehirn benutzen können. Und gleichzeitig ist aber bei der Mehrzahl der Menschen das Gefühl, dass wir uns nicht mehr so gut fühlen. Das Gehirn, das, was den Menschen benutzt. Mhm. Ja. Und ich glaube, das ist so das Entscheidende, dass das gewechselt wird.
Speaker 1Obwohl ich da nochmal eingrätschen würde und noch klarer sagen, also es gibt ja quasi den Verstand als Werkzeug, der quasi denken kann. Und dann gibt es verschiedene Instanzen, die diesen Verstand benutzen. Und wir haben halt unser Bewusstsein abgegeben an das Ego, was den Verstand nutzt und damit kommandiert und kontrolliert. Oder wie würdest du das sagen? Ja, genau. Das sind ja nicht die Gedanken selber, die uns steuern. Nee. Das ist ja quasi etwas, was die Gedanken steuert. Und da wir uns mit den Gedanken identifizieren, sagen wir dann, na gut, dann ist das wohl so.
Speaker 2Ja, das sehe ich auch so. Also das Ego benutzt den Verstand oder das göttliche Selbst benutzt den Verstand. Also die, wenn wir spirituell sind und uns selbst führen können, dann kann man den Verstand ja auch benutzen. Also ich kann ja Denken initiieren. Ja. Ja. Und es gibt aber auch noch die Möglichkeit, dass die Gedanken selbst benutzt werden. Ja. Weil das sind ja einfach nur elektrische Impulse. Und in so einem Automatismus von Langeweile, weiß ich nicht, stellen die sich halt selber. Das wäre wie so ein Computer, der da drauf programmiert ist, einfach immer weiter neue Wörter über die Oberfläche fließen zu lassen. Da könnte halt ja auch aus einem Portfolio von Unendlichkeit, könnte der immer neue Worte über den Bildschirm fließen lassen. Und das gibt es halt auch. Und dann gibt es halt das Ego, was natürlich das Organ, Verstand, Gehirn benutzt, um uns zu unterstützen. Um uns zu kontrollieren und um Sicherheit herzustellen für sich.
Speaker 1Auf das Zweite würde ich nochmal gerne eingehen. Also sozusagen einfach der Erinnerungsspeicher, der immer wieder abgespult wird.
Speaker 2Dieser Automatismus, wenn einfach sich die Gedanken selbst erzeugen.
Speaker 1Ja. Aber warum sollte das was anderes sein als das Ego? Also welche Instanz in uns könnte Interesse daran haben, konstant einfach Gedanken zu produzieren? Oder warum sollte diese Instanz Interesse daran haben, sich selber zu produzieren?
Speaker 2Ich sehe das eher so wie, das ist ein Organ, was darauf trainiert wurde, ständig zu leisten und jetzt in diesem Automatismus stecken geblieben ist. Also das wird auf mich nicht gesteuert, weißt du?
Speaker 1Quasi einfach so wie mit der Faust. Man hat so lange die Faust geschlossen, dass es jetzt halt normal ist, dass die Faust geschlossen ist. Und so ist es halt normal, dass Gedanken durchlaufen. Es gibt im Ganzen natürlich eine interessante Perspektive, weil wenn nicht alles vom Ego kommt, dann werde ich ja auch nicht los sozusagen oder frei davon, indem ich mein Ego aufarbeite oder überwinde, wie es ja viele sich dann wünschen. Sondern ich müsste ja trotzdem auch separat lernen, sozusagen die Anspannung des Denkenmüssens wieder loszulassen.
Speaker 2Und das ist auch meine Erfahrung. Also am Anfang hatte ich ganz häufig diese. Dieses Gefühl, ich muss dann auch diesen Automatismus, der einfach sozusagen aus dem Nichts heraus sich selbst bespielt, dem muss ich auch immer wieder stoppen. Und mittlerweile ist der halt sowas wie gelöscht oder leer oder zumindest ganz, ganz selten von alleine aktiv. Was würdest du sagen, ist ein Auslöser? Ich spüre gerade nach. Also ich habe da noch nicht drüber nachgedacht. Deswegen habe ich keine Antwort parat. Aber ich könnte ja erst mal den Unterschied. Den Unterschied beschreiben, den ich gerade irgendwie auf dem Schirm hatte. Und zwar dieses absichtslose Denkende, das hat sowas wie keine Energie, keine Aktion. Das ist einfach nur wie wenn im Hintergrund Radio laufen würde.
Speaker 1Also emotionslos auch.
Speaker 2Ja, also wie Unterhaltung. Und wenn das Ego aber etwas macht, dann hat das häufig etwas mit Emotionalität zu tun. Da sind Absichten hinter. Also ich fühle die Gedanken des Egos. Fühle ich viel kraftvoller, manipulierender als das andere, was so ein neutrales, so ein neutraler Strom von Worten ist. Ja. Und aber wieso die dann immer noch auch irgendwo herkommen, ich weiß es nicht. Ich merke nur, dass ich manchmal so. Also mein Kommentar in mir selber ist dann sowas wie, das ist ja eine ganz alte Platte. Ich bin ja ein bisschen älter. Bei uns gab es damals noch Schallplatten. Und das ist halt eine ganz alte Platte, weil dann werden halt Sachen abgespielt, wo ich so denke, die habe ich ja schon mindestens 20 Jahre nicht mehr über mich gedacht. Und dann kommen die plötzlich. Wie als wenn einer im Archiv gewühlt hat und hat dann nochmal so eine alte Platte gefunden.
Speaker 1Also ich glaube, das ist auch vom Ego. Und das Ego wünscht sich ja Sicherheit. Und Sicherheit probiert es ja herzustellen, indem es möglichst Kontrolle hat. Ja. Und die meiste Kontrolle kann das Ego ja haben, indem es zum Beispiel die Gedanken quatschen lässt. Weil jetzt gibt es schon mal keinen Leerlauf. Das ist ja, glaube ich, das können wir vorstellen, das ist sowas wie eine Bestätigung. Ich bin da. Ah, okay. Weißt du, bei diesem Moment, wo man nicht denkt, denkt man ja, oh scheiße. Was ist los? Habe ich was verpasst? Also das ist ja vielleicht sowas wie die Urkunde an sich selbst. Ich bin da. Ich bin wachsam. Ich bin aktiv. Ich habe nicht geträumt. Weil würde ich Auto fahren und wegschlafen, dann könnte ich einen Unfall bauen. Also wenn ich mein Quatschen selber höre, dann bin ich ja im Zweifelsfall irgendwie da. Ich könnte mir vorstellen, dass das so in die Richtung geht. Und auch, dass dieses Quatschen, also ich habe in letzter Zeit mehrfach so Bilder gesehen, Memes und so, wo geschrieben wurde, dieser Moment, wenn du auf eine lange Reise gehst mit deinem Handy und dann ist es so. Es ist leer oder du kannst halt keine Musik hören oder so oder kein Hörbuch und du musst jetzt die restliche Fahrt mit deinen eigenen Gedanken rumschlagen. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Leerlaufgedanken sowas sind wie eine Füllung für Zeiten, wo man halt gerade nicht die anstrengenden Gedanken denkt. Also wie Radio hören, wie du es schon gesagt hast, damit ich mich halt nicht mit den anderen Gedanken, die auch in mir schlummern, auseinandersetzen muss. Also sowas wie vielleicht ein Make-up.
Speaker 2Also ich kann das bestätigen, weil als du das ausgesprochen hast, hatte ich schon ein bisschen total Gänsehaut und so ein Wissen von, das stimmt. Und ich erinnere mich gerade an diese drei Stunden, wo ich gedankenlos war, als ich sozusagen aus diesen drei Stunden raus war. Also erst danach habe ich ja realisiert, dass drei Stunden Zeit vergangen waren. In diesen drei Stunden war ich in meiner Wohnung und ich konnte mich halt aber an nichts erinnern, auch nicht an Zeit, die vergangen ist oder ob ich etwas gelesen oder gedacht habe oder geschlafen habe. Aber ich saß ganz aufrecht, als ich sozusagen wieder gedacht habe, saß ich also ganz aufrecht. Ich hatte also nicht geschlafen. Ich saß auch nicht in einer Meditationshaltung. Aber es gab halt sofort dieses, was habe ich die letzten drei Stunden gemacht? Also es kann gut sein, dass das sowas irgendwie ist. Ja, spannend. Also wie gesagt, ich habe noch nie drüber nachgedacht. Da bewundere ich dich ja immer, dass du über Sachen nachdenkst und Antworten auf was suchst, wo ich nicht mal auf die Frage käme.
Speaker 1Aber das habe ich jetzt nicht vor dem Gespräch geplant oder so. Das kam jetzt auch im Gespräch.
Speaker 2Ja, aber das finde ich halt so faszinierend mit dir, dass es immer bei mir ja auch etwas passiert. Und das aufrüttelt, wo ich noch niemals drüber nachgedacht habe. Das ist ganz, ganz, ganz spannend.
Speaker 1Ja, cool. Was gibt es denn noch Spannendes zu Gedanken?
Speaker 2Also ich mag noch zu dem Bild mit dem Ego mag ich gerne mal ein Bild geben, was ich, ich habe ja zwölf Jahre oder wir haben ja zwölf Jahre lang einen unglaublich tollen goldenen Retriever gehabt. Diese große, blonde, sanfte Seele. Und wenn ich mit ihm spazieren war, er war ja, also er ist ja ohne Leine gelaufen. Und er war ja so ein großer, majestätischer Hund, aber in sich ja sehr ängstlich. Und das heißt, ich musste ja auch immer so gucken, was passiert mit den anderen Hundebesitzern, die auch mit Gassi gehen. Und deswegen habe ich mir angewöhnt, immer die anderen Hundebesitzer eben auch zu beobachten, damit ich rechtzeitig für meinen Hund eben auch eingreifen konnte, wenn er die Begegnung nicht wollte, dass ich das regeln konnte für ihn. Und da ist mir halt aufgefallen, dass es gibt Menschen, die gehen mit ihrem Hund Gassi. Und dann gibt es Menschen, da geht der Hund mit dem Menschen Gassi. Ja, und das hat dann irgendwann dazu geführt, dass ich gedacht habe, das ist genau wie mit diesen Gedanken. Also es gibt Gedanken, die gehen mit dem Menschen Gassi. Und es gibt Gedanken, da geht der Mensch mit Gassi, weil der damit etwas Kreatives, Innovatives sich gerade erschafft, ausdenkt. Und weißt du, dieses Bild ist halt immer so verinnerlicht. Und noch immer, wenn ich Menschen mit Hund sehe, ist das immer das Erste, was ich gucke. Wer geht mit wem spazieren? Und das ist halt auch das. Was ich so im Hinblick auf Gedanken oder auf das Ego so spannend finde. Also wer führt die Leine? Also falls es eine gibt, falls es eine braucht, wer zieht an wem?
Speaker 1Und das ja dann auch finde ich total spannend. Also es gibt ja Menschen, es gibt ja verschiedene Menschentypen. Es gibt ja die, die so total den Drang haben, ihre Zeit gut zu nutzen und alles vollzupacken mit Inhalten und Beschäftigung, weil sie sonst das Gefühl haben könnten, sie hätten was verpasst oder nicht genug erlebt. Und ich finde diesen besonders auffällig, die Gedanken gehen mit Ihnen, Gassi.
Speaker 2Ja, ich würde fast sagen, besonders anfällig dafür auch. Oder anfällig, ja. So in diesem Drang, nichts zu verpassen und immer irgendwie bei allem dabei zu sein, ja, kann das auf alle Fälle sehr dazu führen.
Speaker 1Ja, und ich finde das so spannend zu beobachten, dass das so, also wenn du mit so einem Menschen redest oder auch dir anhörst, wie der spricht, wie der seine Gedanken ausdrückt und auch wie der handelt, alles ist sehr gehetzt. Während ein Mensch, der zum Beispiel ein anderes Merkmal hat, was ihn so beschäftigt, der halt mit Zeit nichts macht. Wenn er so ein Problem hat, vielleicht eher mit Beziehung oder so, die sind tendenziell eher weicher und langsamer. Ja, das stimmt. Und auch die Gedanken werden da wahrscheinlich, du bist ja tendenziell eher so ein Beziehungstyp, würdest du sagen, deine Gedanken sind tendenziell langsamer als die, die von so einem hektischen Menschen sind?
Speaker 2Ich habe ja keinen Vergleich in mir. Ja, man hat es ja zum Beispiel. Also an der Sprache würde ich es auf alle Fälle unterscheiden, ja.
Speaker 1Das finde ich total interessant, dass diese Wahrnehmung von Zeit und Gedanken sich gegenseitig dann. dann wieder so beeinflusst und so eine Persönlichkeit eben schafft. Also das Gefühl, ich könnte nicht genug schaffen, schafft einen schnell denkenden Apparatus, der atmet dann auch flach. Der hat dann also einen höheren Puls und dann hat der eine schnellere Bewegung. Dann macht der wahrscheinlich mehr Fehler, deshalb muss er mehr richtig machen, deshalb hat er keine Zeit. Und schon ist es wahr, dass er keine Zeit hat, was ja ursprünglich sein Problem war. Während zum Beispiel so ein Gedankenapparat von einem Menschen, der Angst hat. nicht gut genug zu sein oder nicht gut genug anzukommen, ja eher sich wahrscheinlich tiefe, emotionale Gedanken darum macht. nach einem Gespräch, ob er gut angekommen ist und dann in diesen Gedanken eine Bestätigung darin findet, dass er vielleicht doch nicht gut genug ist. oder Gründe, warum es so sein könnte, wo ja andere Menschen das gar nicht wahrgenommen hätten. Also wie oft hatten wir Gespräche, wo du gesagt hast, oh, war das schlecht? Dann habe ich gesagt, wie kommst du darauf? Ich habe nicht mehr darüber nachgedacht, ob das was Schlechtes war. Und da sind die Gedanken dann viel, ich glaube, langsamer, aber tief. Ausgründiger und emotional schmerzhafter. Also sie berühren eine ganz andere Ebene und schaffen damit eine ganz andere Persönlichkeit, einen ganz anderen Umgang, ein ganz anderes Gefühl. Und auch ein Gefühl für mich, wenn ich den Menschen begegne. Finde ich total interessant, wie das alles so zusammenspielt.
Speaker 2Ja, total. Und jetzt hast du mehrfach das Wort wahrnehmen gesagt. Also wir haben ja Denken und Wahrnehmen. Und was ich immer, also als Bild wäre für mich Wahrnehmen ist für mich rund und vollkommen und vollständig. Während Denken für mich eher nicht. Also ich bin ja eher so ein visueller, also Mensch, ich sehe halt eher Dinge und mit meiner Vorstellung kann ich mir halt Dinge eher bildlich vorstellen. Und dann ist das halt immer so, wenn Menschen, die so wahnsinnig viel denken, die bedienen halt immer eine Ebene von, also die reden sozusagen mit meinem Verstand. Jetzt bin ich aber nicht so sehr der Verstandesmensch, weil da kommen unglaublich viele Informationen an, aber interessieren tut mich ja die Ebene Beziehung, also Herz. Und dann merke ich immer, wie ich immer versuche. Ich versuche diese Übersetzung von da oben nach da runter zu kriegen, weil ich werde ja sozusagen auf dem Verstand angesprochen. Und dann bin ich relativ bald auch müde von diesen vielen Informationen, weil die Ebene, mit der ich gerne kommunizieren würde, ist die Herzebene. Die bleibt sowas wie unkommuniziert, da findet keine Kommunikation statt. Und auf dieser anderen Ebene bin ich halt einfach voll mit Informationen und brauche dann einfach für mich erstmal wieder dieses, dass ich leer werden darf. Kennst du sowas auch?
Speaker 1Total. Und ich habe total das Gefühl, dass es, also es gibt ja so eine unglaublich große Angst davor, von Menschen, die sich nicht mit Selbstheilung und sowas beschäftigen, nach innen zu schauen. So nach dem Motto, wenn ich erstmal sehe, was da alles dunkle Leichen versteckt sind, dann gehe ich unter, werde depressiv und nehme mir das Leben oder sowas. Keine Ahnung, was die sich vorstellen. Aber da gibt es ja so eine Idee von, wenn ich nach innen schaue, dann wird es ganz schrecklich und schlimm. Ich bleibe mal lieber hier in meiner, bleibe mal lieber beschäftigt. Ja. Und das, was dir fehlt, ist ja, dass die Menschen ihr Herz wahrnehmen und aus dem Herz kommunizieren. Ja. Das ist ja sozusagen wie in der Ozeane ist tief, aber sie surfen immer nur auf der Oberfläche. Und auf dieser Oberfläche sind sie so beschäftigt und sie beschäftigen sich auch so sehr, dass sie nie unter Wasser gucken müssen. Aus der Hangst ein Hai zu sehen, der sie dann frisst. Ja. Ganz auf abgesehen, dass der Hai auch Leute frisst, die nicht nach unten gucken. Also eigentlich viel schlimmer noch, wenn du nach unten gucken würdest, könntest du ja was mit dem Hai machen, aber wenn er dich jagt und du es nicht mitkriegst, bist du ja in einer viel größeren Gefahr. Also es ist ja so, dass Menschen eher psychisch krank werden, weil sie sich nicht mit sich auseinandersetzen und da schon was lungerte. Als, weil sie es ignorieren. Aber das ist ja so eine verkorkste Idee, Paradoxe, die einfach so herrscht.
Speaker 2Ja, aber ich habe mich schon, also sorry, aber ich habe mich schon als Kind gefragt, warum ich Angst habe, also ich war wirklich Kind. Lass mich sechs, sieben Jahre alt gewesen sein. Und damals hatte ich auch Angst, dass wenn ich tiefer in mich reingucke oder andere in mich reingucken könnten, dann könnten die die schlimmsten Monster finden. Und jetzt mal ernsthaft, wo kommt denn so ein. Mist her. Wo kann denn ein so kleines Kind so eine Idee haben, in mir drin könnte was so Schlimmes sein, dass das bloß keiner sehen darf. Ich habe das gerade erinnert, weil du jetzt dieses Bild aufgemacht hast. Ich habe da jetzt ewig nicht mehr dran gedacht, aber das hat mich als Kind schwer beschäftigt und mir viele schlaflose Nächte gemacht, weil ich darauf überhaupt nicht klarkam.
Speaker 1Also ich glaube ja, also unser Ego hat ja ein Interesse daran, die Kontrolle zu behalten, um uns zu beschützen. Was wir aber. Mhm. in uns reingehen finden, ist Göttlichkeit. Ja. Ich kann das Ego nicht kontrollieren, nicht mal greifen und uns auch nicht beschützen sozusagen, weil es dann keinen Schutz mehr bedarf. Also es ist ja wie ein Kontrollverlust für das Ego, wenn wir tatsächlich in den Kontakt gehen mit dem, was wir wirklich sind. Auch der spirituelle Prozess ist ja ein bisschen, als würde einfach ein anderer Teil die Kontrolle über das gleiche System, über die gleiche Person übernehmen. Also quasi von Angststeuerung und Kontrollesteuerung wechseln wir ja auf Liebe und. Ähm. Selbstlosigkeit und sowas. Ja. Und das ist ja wie zwei Energien, die steuern. Eine kleine innere oder die allumfassende über alle sozusagen. Und ich glaube für das Ego, das ja sozusagen der kleine innere Teil ist, ist es so eine gruselige Vorstellung, diese Kontrolle zu verlieren. Und ich schätze, das weiß das auch, was in uns lauert, nämlich seine Ablösung. Und deshalb erfindet das Ego vielleicht selber schon die Idee von, da ist was Gruseliges, damit man dort nicht hinschaut. Wie ja auch eine Angst immer einen Grund findet, sich selber zu verteidigen, indem es sagt, wenn du mich nicht hast, dann passiert es.
Speaker 2Das stimmt, ja. Ich habe gestern gerade ein tolles Gespräch gehabt mit jemandem, der ein Museum geleitet hat, viele Jahre lang. Und da hatten wir, in dem Gespräch ging es um sozusagen diesen ähnlichen Moment, dass es so zwei Instanzen gibt. Und dann sagte er mit einmal, ja, das ist so wie wenn im Museum ein bestimmter Sicherheitsalarm ausgelöst wird, dann gehen halt diese Falltüren zu. Und dann sind halt bestimmte Bilder hinter solchen. schutzwänden, ja. Da hat ja kein Mitarbeiter und auch der Direktor keine Möglichkeit mehr, darauf einzugreifen. Also in dem Moment, wo sozusagen dieser Knopf ist gedrückt und dann geht halt alles zu. Und erst, wenn das komplett zugegangen ist, jemand da gewesen ist und hat diesen Code wieder sozusagen entsperrt, ja, was mit zwei Menschen passieren musste in dem Fall, dann erst ging das langsam wieder hoch und alles konnte wieder normal aufgenommen werden. Und er sagt, dass er sich sozusagen in seinem eigenen Körper so fühlt, ja, dass er manchmal halt wirklich einfach rauskommt. Und er sagt, dass er sich quasi ausgeschmissen wird, obwohl er den Schlüssel hat, aber er muss halt warten, bis das System erstmal quasi einmal vollständig runtergefahren ist. Und dann kann er erst wieder hin und kann das sozusagen deaktivieren und dann muss er warten, bis es wieder vollständig hochgefahren ist und dann hat er erst wieder Zugriff. Und ich fand das so eine tolle Beschreibung. Ich wusste nicht, dass ich die heute schon brauchen kann im Podcast, aber war einfach so passend gerade.
Speaker 1Ich hatte neulich auch ein interessantes Gespräch, da ist ein Kumpel von mir, der hat mit Angst zu tun. Und ich kenne viele Menschen, besonders auch in meiner Generation, ist das für mich auffällig, das kenne ich in meiner Generation weniger tatsächlich, die mit Angststörungen total zu kämpfen haben. Und das hat dann viel, oft kommt das auch durch Drogenkonsum raus, zum Beispiel Kiffen oder so, führt dann dazu, dass so ein Kontrollverlust erlebt wird, der dann das Gefühl macht von, oh mein Gott, Angst, ich könnte die Kontrolle verlieren. Und dann passiert dann so eine Panikattacke. Und ich finde Panikattacken in dem Sinne total interessant, auch eine Geschichte, die du dazu mal erzählt hast. Wo die Patientin bei dir in der Praxis war und dann meinte, ich kriege jetzt gerade eine. Weißt du, welche Geschichte ich meine? Willst du es erzählen?
Speaker 2Erzählst du noch zwei Sätze weiter, dass ich einhaken kann?
Speaker 1Und du hast dann gesagt, ich bin doch da, kann ja nichts passieren, mach doch. Ach genau, genau.
Speaker 2Also die hatte halt einfach total Panik, dass sie in dem Prozess, in dem wir gerade gearbeitet haben, dass jetzt eine Panikattacke hochkommt. Sie hatte also schon das Zittern am Körper gemerkt. Und ich habe dann so zu ihr gesagt, okay, dann erlaub doch einfach, was kann passieren? Du blickst auf der Liege, ich bin da. Ja, es kann ja quasi nichts wirklich Schlimmes passieren. Und dann hat sie mich angeguckt mit so richtig schreckgeweiteten Augen, so nach dem Motto, oh mein Gott, wir müssen das verhindern. Und ich so, nein, wir können das jetzt erlauben. Und dann hat sie sich echt drauf eingelassen. Und das hat vielleicht zwei Minuten gedauert, dass der Körper gezittert hat und sie irgendwie schwer atmen konnte. Und dann war der Körper wieder sich am Selbstberuhigen. Und dann musste sie sogar auch lachen, also vor Entlastung halt auch, weil so diese Anspannung aufhörte. Und war dann so was wie. Das hat sie noch nie vorher ausprobiert. Sie hat dann immer versucht quasi, dass es nicht passiert. dauerten dann diese Panikattacken mit unter 20 Minuten lang.
Speaker 1Ja, und das ist ja das Spannende. Unsere Gedanken, oder unser Ego hat eine Idee, die es mit uns gedankenmäßig mitteilt, von, das darf jetzt nicht sein. Und ich finde, bei Panikattacken ist das so super sichtbar, was eigentlich was wir für eine Selbstsabotage betreiben. Also, ich denke, oh nein, da kommt wieder eine Panikattacke, das will ich auf keinen Fall. Und weil ich das nicht will, alle Schotten dicht mache, alle Energieflüsse unterbreche, alle natürlichen Harmoniefunktionen des Körpers einstelle und quasi mich mit voller Kraft dagegen stemme, macht dieses Dagegenstemmen die Panikattacke. Also, das macht ja dann, dass es dann 20 Minuten
Speaker 2dauert. Genau, es hält einfach dadurch länger an. Das wäre in dem Museumsbild bleibend, wäre es eben so, dass jetzt die ganzen Mitarbeiter von außen immer wieder den Knopf drücken, um bloß zu verhindern, dass das nicht nochmal passiert. Also, würde jeder sagen, seid ihr irgendwie krank? Was macht ihr da? Total paradox eigentlich, ja. Intern läuft das so ab. Und ich gebe dir nicht recht, es gibt auch in meinem Alter sehr, sehr viele Menschen mit Angst und Panikstörungen. Glaube ich, ich habe es einfach noch
Speaker 1nicht so begegnet.
Speaker 2Ich wollte gerade sagen, die reden nur nicht so offen drüber. Also, das, was mir wirklich aufgefallen ist, dass die jungen Menschen das viel schneller thematisieren. Okay. Und viel klarer darin sind, es zu kommunizieren. Und in meiner Generation wurde ja eher immer so getan, als wenn da nichts ist. Okay, spannend, ja. Also, man hat das dann eher heimlich gemacht. Also, du hast alles gemacht, damit keiner mitkriegt, dass du eine Panikattacke kriegst.
Speaker 1Ja. Aber nochmal zurück auf den Gedanke. Also, ähm, Gedanke, ja, witzig. Ja, wir sind
Speaker 2heute bei Gedanken. Jetzt lass uns alle Gedanken herholen, aus allen Ecken. 60.000 Gedanken in einer Minute. Komm, tschack, tschack.
Speaker 1Ich glaube, auf so viele kommen wir nicht mehr, aber.
Speaker 2Das wäre schon krass.
Speaker 1Diese, die, wir haben aber durch Gedanken eine innere Welt, die quasi unser Anspruch ist daran, wie es laufen soll. Und wenn es unseren Gedanken und Ideen nicht gerecht wird, dann sind wir traurig, schlecht drauf oder wütend. Und wenn es dem gerecht wird, sind wir glücklich oder so. Ja. Das heißt, was passiert da eigentlich? Also, wenn es uns nicht passt, dann gehen wir in den Widerstand. Wir wollen es, wir stemmen uns dagegen, wir denken, was für ein Scheiß. Hätte ich mal das und das gemacht, nächstes Mal mache ich das so und so. Also, man ist dann ganz viel in Aktivität und in innerer Anspannung oder auch im inneren Zumachen. Und Energie wird aufgestaut und es geht uns schlecht, weil Energie nicht fließen kann. Genau. Und jetzt denken ja Menschen, wenn sie etwas erreichen, weil sie so einen glücklichen Moment haben, dass etwas erreichen glücklich macht. Aber was passiert in echt, wenn wir etwas erreichen, was wir uns gewünscht haben? Also, wenn das Gegenteil eintritt und eine Erwartung wird erfüllt.
Speaker 2Ja, was passiert dann? Ich kann es dir sagen.
Speaker 1Dann haben wir einen Moment, wo wir nicht im Widerstand sind.
Speaker 2Ja, und der dauert aber so
Speaker 1mini klein. Also, es gibt einen kurzen Moment, wo es sozusagen fließen darf, weil wir endlich mal aufhören mit unserer Idee, die Welt zu beeinflussen und gegen alles zu sein. Und gegen zu steuern und gegen zu denken. Und wo wir quasi in diesem Moment des Oh, es hat geklappt, so quasi wir erschrocken sind und eine Lücke haben, dass das, was wahrhaftig da ist, nämlich Fülle, Freude und Liebe, auf einmal durch uns durchfließen kann. Bis der nächste Gedanke kommt und sagt, was jetzt? Was ist das nächste Ziel?
Speaker 2Und das müssen wir jetzt sichern oder das müssen wir jetzt festhalten, das müssen wir jetzt in irgendeiner Form stabilisieren, damit das nochmal kommt. Oder allen erzählen,
Speaker 1damit es auch jeder weiß oder wie auch immer. Aber es wird dann wieder versucht, die Freude zu vervielfältigen und damit ist die Freude eigentlich schon die echte Freude, bis zu Ende.
Speaker 2Ja, alles. Können ja auch Sabotage-Gedanken kommen, wie ja, das dicke Ende kommt schon noch oder freu dich bloß nicht zu früh, das gibt es ja auch alles. Also ich habe ja früher selber dazu gehört und ich hatte vor, ich sag jetzt mal, 30 Jahren ein Coaching und da ging es darum, dass der mit mir geübt hat, diese Momente des Feierns mal rauszufinden. Und da habe ich festgestellt, es existiert bei mir gar nicht. Also wenn ich etwas erreicht habe, ist direkt das Nächste, was zu erreichen ist, das Nächste, was zu erreichen ist, das Nächste, was zu erreichen ist. Sondern es gab nicht mal sowas wie einen tiefer anerkennenden Atemzug. Also da gab es quasi einfach nur so dieses hab ich weiter, hab ich weiter. Und ohne Lücke ist es für mich heute auch so unvorstellbar. Was für ein Gehetze im Leben, ja. Und eigentlich immer unzufrieden, weil immer war ja was zu tun. Und der hat mit mir dann immer rausgearbeitet, so dieses, okay, da hast du doch was geschafft. Da hast du drei Wochen, vier Wochen drauf hingearbeitet. Da hast du doch was geschafft. Jetzt fühl das doch mal. Jetzt lass dich doch mal darauf ein. Ich hatte keinen Plan, wovon der redet. Ich konnte da nichts fühlen. Ich habe nur einfach gemerkt, wie dann so, ja, da ist jetzt ein Punkt von meiner To-Do-Liste weg. Aber dafür habe ich ja 20 neue. Jetzt muss ich halt das machen. Und wenn ich heute Menschen mit Menschen zusammenarbeite, denen das genauso geht, ich habe so viel Mitgefühl dafür. Und so viel, ich weiß, dass die das ja nicht böse meinen, wenn die überhaupt nicht andocken können. Und das ist so. Arbeit braucht, um da zu erreichen, dass dieses mal loslassen in diesem Moment, wo diese Lücke wäre, ja, mal so auszudehnen, künstlich herzustellen, dass die da mal so reinspüren können. Oh, das ist echt. Ja. Da bin ich sehr froh, dass ich das schon erfahren habe, weil da kann ich einfach mehr Mitgefühl haben.
Speaker 1Ja. Ja, das ist schon spannend. Und das Paradoxe ist ja letztendlich, also wir denken, wenn ich nur genug Ideen, Vorstellungen und Kontrolle auf mein Leben übe, dann werde ich irgendwann etwas erreichen, womit ich glücklich bin. Und eigentlich ist ja genau das das, warum wir nicht glücklich werden. Absolut. Genauso wie wir bei einer Angst denken, ich habe Angst vor Hunden. Ich kann die Angst nicht loslassen, weil sonst passiert es, dass ein Hund mich beißt, weil ich nicht aufmerksam bin. Aber in echt ist es ja so, wenn ich Angst vor Hunden habe, dann ist die Chance größer, dass mich ein Hund beißt, weil ich mich komisch verhalte, Adrenalin habe, der Hund das merkt und sich vielleicht denkt, verteidigen zu müssen, weil ich so komisch drauf bin.
Speaker 2Weil du merkwürdig bist. Genau. Ich habe jetzt übrigens auch so einen Gedanken. Ich habe ja vorhin was gesagt mit diesen 60.000 Gedanken, aber das ist am Tag, nicht in der Minute. Und jetzt hat mein Verstand die ganze Zeit immer gesagt, ich muss das noch korrigieren, ich muss das noch korrigieren, ich muss das noch korrigieren. Wie so ein Äffchen, was da ständig irgendwie, so ich habe es jetzt korrigiert, also 60.000 Gedanken am Tag hat irgendwer rausgefunden, wie auch immer. Aber verrückt, wie so ein Gehirn sich dann so festbeißt an so einer Stelle und überhaupt nicht loslassen kann. Und ich habe es jetzt raus und damit kann ich es jetzt loslassen. Wie schön. Es ist gesagt, der Zuhörer weiß jetzt einfach sozusagen die richtige Zahl in der richtigen Relation. Ja, spannend. Verrückt, als wenn jetzt irgendeiner da draußen gestorben wäre mit der falschen Ansage. Aber du da drin scheinbar. Mein Verstand hatte halt Angst.
Speaker 1Richtig wahrhafte Sachen zu sagen.
Speaker 2Ja, ach Gott, wie schön. Ja, ich weiß nicht, ob wir heute so ein bisschen das Thema rund um die Gedanken ein bisschen auflockern konnten, rein zu gucken, rein zu spüren, was da alles so mit Denken abgeht und nicht abgehen kann. Und wir haben das Wort Gewahrsein, was wir jetzt noch nicht näher erklärt haben, aber das machen wir auch noch irgendwann.
Speaker 1Ja, das kommt auch noch mal. Nächste Folge sprechen wir erstmal über Karma.
Speaker 2Ja. Um sozusagen
Speaker 1die Instanz zu erweitern, was da dann noch für Prozesse
Speaker 2stattfinden. Ja, hat ja auch ganz viel mit Denken zu tun, weil wenn ich nicht so viel anhaften würde an irgendwelchen Gedanken, dann würde ich ja nicht so viel Karma erzeugen.
Speaker 1Genau. Und wenn ich nicht so viel Karma hätte, dann gibt es nicht so viele Gefühle, die dafür führen, dass ich
Speaker 2denke. Ja, also das ist echt so, die Katze beißt sich selbst im Schwanz.
Speaker 1Ja. Selbsterhaltendes System
Speaker 2des Stresses. Ja, oder es ist halt so ein Kino, wo der Film nie zu Ende geht. Ja. Ist ja eigentlich auch cool.
Speaker 1Für den Teil, der unterhalten sein möchte, weil er Angst hat, dass da Leerlauf ist, für den ist das sehr cool.
Speaker 2Muss man vielleicht mal zwischendurch mal aufs Klo oder mal irgendwie ein neues Getränk holen oder mal schlafen, und dann kann man in den nächsten Film einsteigen. Und Rico hat Spaß gemacht mit dir.
Speaker 1Gleichfalls. Cool, dann bis zur nächsten Folge, würde ich sagen.
Speaker 2Danke. Ja, danke fürs Zuhören. Ciao. Tschüss.