In dieser Podcastfolge behandelt Verina König die Frage, woran man erkennen kann, dass Trauma-Integration gelingt. Statt der Annahme, dass Heilung bedeutet, die Symptome vollständig zu beseitigen, wird betont, dass sich die Integration durch eine veränderte Beziehung zu den eigenen Reaktionen zeigt. Kompensationsstrategien wie hohe Aktivität oder Unabhängigkeit werden nicht mehr als Identität betrachtet, sondern als Schutzmechanismen, die abgebaut oder neu interpretiert werden. Das Nervensystem gewinnt an Flexibilität und kann zwischen Aktivität und Ruhe besser wechseln, ohne in Überarregung oder Erstarung zu verfallen. Die Symptome werden als überlebenswirksame Reaktionen verstanden, was zu mehr Selbstwürdigung und innerer Ruhe führt. Menschen erleben sich in Beziehungen stärker als Kontakt und Verbundenheit, nicht mehr aus Angst oder Schutz. Der Prozess ist nicht linear, sondern individuell und komplex, und zeigt sich oft durch kleine, alltägliche Veränderungen, wie zum Beispiel, dass jemand heute anders reagiert, als früher. Die Heilung bedeutet nicht, ein „besseres“ Ich zu werden, sondern, sich in seiner eigenen, belasteten Natur zu fühlen und mehr im Hier und Jetzt zu sein. Die Wirkung dieser Veränderungen wird oft erst nach langem Reflektieren wahrgenommen und ist ein zentraler Aspekt für eine tiefe, dauerhafte Heilung.
Hallo und von Herzen willkommen zu dieser neuen Podcast der Episode "Wie schön das du da bist
und das du dir zeitnimmst" zu lauschen. Ich bin Verina König, ich bin Traumaterepeutin und
in diesem Podcast dreht sich alles um Trauma, um Trauma folgen, um Trauma-Dynamiken und um die
Frage, wie wir mit all dem Heilsam umgehen können. Ich bin der Überzeugung, dass das Wissen über
Trauma die Kraft hat, die Welt zu verändern. Und deswegen teile ich hier in diesem Podcast nun bereits
mit der 420. Folge mein Wissen aus der Praxis und aus der Theorie. In der heutigen Folge bewege
ich einen höheren Frage. Die Hörerinnen fragt sich, woran sie denn erkennt, dass ihre Bemühungen,
ihre Trauma folgen, zu lindern, ihr Trauma zu integrieren, überhaupt früchte tragen. Darüber habe ich
mir Gedanken gemacht. Natürlich gibt es zu dieser Art von Frage schon sehr viele Informationen in
meinem Podcast, in den vielen Episoden und auch in meinen Büchern. Und doch lohnt es sich immer
wieder auch manche Dinge ein bisschen hervorzuheben und ein Schlaglicht auf sie zu werfen. Und so habe ich
mir vier Anzeichen ausgesucht, die wir oftmals nicht sofort erkennen als Anzeichen für gelingene
Trauma-Intikration. Und um die soll es jetzt also gehen. Ich wünsche dir eine angenehme Zeit,
Inspiration und Freude beim Lauschen. Bevor ich die Frage der Hörerinnen vorlese, möchte ich
dich zu Beginn der Folge, wie so oft einmal zum Reflektieren einladen. Und zwar hast du dir vielleicht
die Frage auch schon gestellt, ob es besser wird, wenn du selbst betroffen bist. Und ganz oft ist es so,
dass wir das, was besser wird, gar nicht mitbekommen. Weil wir zwar sehr wahrnehmen sind für unsere
Symptome, aber weniger dafür wahrnehmen sind, wenn sie verschwinden oder weniger werden oder wenn
sich die Qualität unseres Alltags generell zu verändern beginnt. Nicht zuletzt deswegen ist in meinen
Prozessen, in meinen Begleitungen, in der Trauma-Therapie und im Trauma-Sensiblen begleiten die Frage,
was hat sich verändert, ein regelmäßig wiederkehrende Frage. Auf unterschiedliche Arten und Weisen
gestellt. Und ganz oft ist es so, und das sind besonders schön Momente in der Praxis, dass jemand ein
Satz beginnt mit früher habe ich und heute punk, punk, punk. Früher musste ich oder früher konnte ich
nicht und heute kann ich. Früher hatte ich und heute habe ich das nicht mehr oder weniger. Und
das sind immer Momente, in denen meine Augen anfangen zu leuchten und in denen ich dann nachfrage,
hast du das gerade mitbekommen, was du gesagt hast. Und oft ist es sehr gut darauf hinzuweisen,
weil man das gar nicht wirklich wertschätzt und mitbekommt, dass sich etwas verändert hat.
Wir sind oft so unter Druck innerlich und so sehr auch auf unsere Belastungen, Probleme und
Herausforderungen fokussiert, dass wir die Wertschätzung und Würdigung und auch die Erleichterung,
die mit manchen Veränderungen einhergehen, nicht wirklich bemerken. Und deswegen also meine
Frage hier zu beginnen, wenn du einmal ein bisschen innerhältst, etwas zurückschauest, was könntest
du sagen, gibt es für auch vielleicht ganz winzige, minimale kleine Veränderungen, die du entdecken
kannst, wenn du zurückschauest und wo du sagen könntest, also das ist glaube ich besser geworden,
weniger geworden, leichter geworden, schöner geworden. Es lohnt sich da einmal, inner zu halten.
So und nun lese ich einmal die ganze Frage der Hörerin vor. Ich habe dieses Jahr die Diagnose einer
komplexen posttraumatischen Belastungsstörung bekommen und mache nun eine Traumatherapie,
was wirklich toll ist. Und obwohl es manchmal schwer ist, macht es manchmal sogar teilweise Spaß.
Ich lerne so viel über mich. Ich frage mich jetzt aber öfter, da habe ich das Trauma und all das
dazu gehörige, wie depressive Phasen, Phasen-Extreme-Aktivität, Angst und Panik, ständige Erregbarkeit, etc.,
mein halbes Leben begleitet, wer ich eigentlich ohne das Trauma bin. Viele Dinge, die ich die letzten
Jahre selbstverständlich gemacht habe und von denen ich dachte, dass sie mich ausmachen, etwa extrem
viel Sport, viel Aktivität, viel im Außensein fallen gerade weg. Und ich merke, dass mir das gar nicht
so gut tat. Das waren eher Kompensationsstrategien. Ich höre immer wieder Folgen von dir und erkenne
mich so oft wieder. Also wirklich in fast allen Punkten. Das Leben mit Trauma ist für mich so normal
geworden und ich habe mich total daran angepasst und daran gewöhnt, dass das halt mein Leben ist. Ich
vergasse das auch wirklich oft. Also ich lebe dann eine Zeit wieder in Anführungszeichen normal,
dann kommt der Crash und ich muss mich erst schmerzhaft wieder daran erinnern, dass mein Rucksack einfach
doppelt oder dreimal so schwer ist, wird der von anderen Menschen. Ich weiß auch gar nicht, wie es sich
anfühlt nicht traumatisiert, wirklich entspannt, nicht immer wachsam zu sein. Ich weiß nicht, wo mein Weg in
der Trauma Therapie hingehen soll, in Klammer muss ich ja auch nicht direkt, bin ja mit 28 noch
Jung, aber ich bin einfach manchmal neugierig, wie es sich anfühlen würde. Und gleichzeitig macht
mich das etwas traurig, weil ich es ja nie erfahren werde, wie es ist, ein Mensch zu sein, der nicht
mit diesem Päckchen gelernt hat, zu leben. Lange Vorrede zu meiner Frage, woran merkt man, dass man
heilt, dass Therapie gelingt, dass man vielleicht langsam in einen anderen Modus kommt, als ständig nur überleben, nach Gefahrsgännen angepasst zu sein.
Kann man lernen, wie es sich anfühlt, ein nicht permanent dysreguliertes Nervensystem zu haben und als Abschluss schreibt
sie gar lieb, ganz liebe Grüße, sehr lieb. Ja, was für ein reichhaltige Frage. Du findest in den vollen
Notizen verlinkt auch eine Podcastfolge, in der ich explizit darüber spreche, was Trauma so mit der
eigenen Identität macht und es gibt auch eine Folge, die ich genannt habe, wer bin ich ohne mein Trauma, in der ich auf die
Frage eingehe, die auch die Hörerin stellt und wo ich das ganz explizit unter die Lupe nehme. Hier, wie gesagt, soll es jetzt um 4
Anzeichen für gelingene Trauma-Integration gehen, woran wir merken können, dass Heilung und Integration nicht bedeutet,
ein anderer Mensch zu werden, aber doch mehr man selbst zu werden. Trauma und Trauma folgen, zeichnen sich durch ihre
Komplexität aus, sie sind nicht linear, sie sind nicht einfach strukturiert, sie sind nicht gleich oder vergleichbar,
natürlich sind sie diagnostizierbar und erkennbar, aber dennoch auch hoch individuell, weil sie eben auch in
individuellen Kontexten stattfinden und eine Rolle spielen. Und deswegen ist natürlich auch Trauma-Integration ein sehr
individueller und ein sehr eigener Prozess, der sehr unterschiedlich aussehen kann. Was aber ein, glaube ich, Konsens sein kann, all dieser Heilungswege,
was alle gemein haben, ist das, was auch die Hörerin schon angesprochen hat, dass Trauma-Heilung und Trauma-Integration nicht
bedeutet, dass man das, was geschehen ist, ungeschehen machen kann, das Folgen sang und klanglos verschwinden und man sich
so erleben oder fühlen würde, als wäre all das nie geschehen. Es ist, glaube ich, allen Betroffenen zu irgendeinem Zeitpunkt,
ihrer Reise mehr oder weniger schmerzlich bewusst, dass es ein Leben gibt, dass nicht gelebt werden konnte, dass es
Potenziale gibt, die nicht gelebt werden konnten und dass es eine Umbefangenheit, die vielleicht da gewesen wäre, nicht geben konnte.
Eine Leichtigkeit, die nicht selbstverständlich wachsen konnte oder auch ein Körper, der nicht lernen konnte, zu entspannen und
wirklich ihm hier und jetzt verankert, einfach dazu sein. Da geht vieles erst mal unter, unter den Überlebensrettenden
Muster und Mechanismen, die man entwickeln muss. Auch die eigene Lebensenergie, die dann erst mal in Kontrolle fließt, fließend muss,
in Anpassungsleistungen, in Überarregung oder Erstarung, in Dissoziation oder in die ständige Bewältigung von immer aufkeimenden,
aufwahlenden Ängsten. Und das bewusst zu haben, sich dessen bewusst zu sein, das bringt auch eine Trauer mit sich,
auch von einer Traurigkeit schreibt sie, auch wenn sie nach sehr jung ist und glücklicherweise jetzt schon ihren ganz spezifischen Heilungsweg einschlagen kann.
Und diese Trauer gehört zur Trauerintegration dazu. Auch dazu gibt es eine Folge, die Trauer über das nicht gelebte Leben, die du gerne wenn du möchtest
mal bei Gelegenheit anhören kannst. Trauerintegration bedeutet, dass es uns gelingt, dass das Vergangenen ein Teil unserer Geschichte bleiben kann,
aber nicht mehr in derselben Weise, wie damals unsere Gegenwart bestimmt. Die Erinnerung wird mehr Erinnerungen im Dort- und Daumen,
damals und weniger akute, aktuelle Gefahr im Her- und Jets.
Und unser Körper beginnt mehr wahrzunehmen und zu spüren
und eben auch dann zu verkörpern.
Damals war damals und heute ist heute und das unterscheidet sich.
Integrations- oder Heilungserfolge zeigen sich also nicht,
dadurch, der es etwas ausgelöscht wird oder weg ist,
sondern Integration bedeutet viel mehr verbinden,
dass was abgespeilten oder überwältigend oder fragmentiert
oder nur körperlich spürbar gespeichert und nicht voll verarbeitet war,
bekommt allmählich einen Platz im inneren, ganz eigenen,
ganz individuellen Zusammenhang.
Und daraus, genau daraus, ergibt sich das erste Anzeichen
für gelingende Trauma-Integration.
Dieses erste Anzeichen äußert sich darin,
dass wir unsere Schutzstrategien, die wir aus der schweren Zeit
unseres Lebens sozusagen mitgenommen haben,
die wir da entwickeln mussten, dass wir sie als Schutzstrategien erkennen
und nicht mehr als unsere auch identitätsstiftende,
unausweichliche Natur begreifen.
Sondern dass wir uns davon innerlich auf eine gesunde
und gleichzeitig integriere und nicht trennende Art und Weise differenzieren,
davon distanzieren.
Ein zentrales Zeichen gelingender Trauma-Integration ist,
also, dass du alte musst da nicht mehr automatisch für deinen Wesen hältst.
Dass du also beginnst, dich selbst noch mal ganz anders kennen zu lernen.
Dich selbst noch mal ganz neu zu begreifen,
indem du zum Beispiel auch gewisse,
ich nenne es jetzt noch mal so identitätsstiftende Charakter-Eigenschaften,
reflektiert.
Vielleicht identifiziert du dich beispielsweise mit einem immer aktiv sein,
sehr unabhängig sein, extrem leistungsfähig sein,
nicht unbedingt der ruhige Typ sein, viel außen und Interaktion zu brauchen,
beispielsweise oder auch immer stark sein zu müssen oder zu können.
Das sind jetzt mal so ein paar Aspekte,
dich einfach runtergerattert habe.
Vielleicht identifizierst du dich damit dann nicht mehr ungefragt,
sondern erkennst, dass manches davon vielleicht eine Kompensationsstrategie
entspringt und dir nicht wirklich gut tut,
so wie es unsere Hörerinnen auch geschrieben hat.
Vieles davon, manches davon kann natürlich auch zu deiner Natur gehören.
Und nicht alles ist Trauma bedingt.
Häufig ist es ja sogar so, dass unsere Kompensationsstrategien
natürlich auch aus unserem Fähigkeiten und Talenten heraus sich entwickelt haben.
Aber bei komplexer Traumatisierung wird die Persönlichkeit häufig
um den Schutz herum organisiert, beziehungsweise die Schutzstrategien
mit Hilfe der Persönlichkeitsstruktur um den Kern herum aufgebaut.
Ich hoffe, ich kann das hier rüberbringen, was ich meine.
Eine hohe Aktivität, ein hohes Aktivitätsniveau kann,
zum Beispiel ein Zeichen einer Natur gegebenen Lebendigkeit sein,
aber sie kann auch vor den Karren der Flucht und der inneren Unruhe gespannt sein.
Sport kann Freude an der Bewegung und am Körper sein,
oder aber auch ein Versuch über Erregung irgendwie runterzuregulieren.
Unabhängigkeit kann eine innere Reife sein, die durchaus mit Verbundenheit einhergehen kann,
oder sie kann ein Bindungsvermeidungsmuster sein.
Oder Hilfsbereitschaft kann zum Beispiel eine echte Herzensqualität eines Menschen sein,
oder eben auch eine Unterwerfungsreaktion, eine soziale Anpassungsleistung.
In der trauma-therapeutischen oder trauma-sensiblen Auseinandersetzung,
wenn sie gelingt und früchte trägt, entsteht hier nach und nach eine Differenzierung,
dann gelingt es und dann tut es gut zu fragen, ist das Freude oder getrieben sein?
Ist das wirklich Kontakt zu mir in meinem Körper oder ist das Ablenkung?
Ist das gerade echte Autonomie? Oder ist das ein Rückzug aus meiner Bindungsangst heraus?
Ist das eine echte Kraft? Oder ist das gerade ein Überlebensmodus? Und so weiter.
Und diese Fragen, die präzisieren im Grunde, was hier und heute wichtig ist,
um ein Leben zu gestalten, das jenseits der alten Schutzmuster lebendig fließen kann.
Also aus einer psychotramatologischen Sicht ist das bedeutsam,
weil die frühen Belastung nicht nur Erinnerungen prägen,
sondern eben auch unsere Handlungs- und Beziehungsmuster.
Unser Nervensystem musste früh lernen, beziehungsweise reagieren, um Gefahr zu reduzieren.
Und wenn beispielsweise Leistung anerkennung gebracht hat,
dann wird Leistung weiter innerlich unbewusst gefördert.
Wenn Anpassung, Beziehung, sichern musste, dann wird Anpassung auch priorisiert
und die Anpassungsfähigkeit gestärkt ausgebildet.
Wenn Aktivierung, Aktivität, innere Spannung regulierte damals,
dann wird das auch heute noch eine Rolle spielen
und Aktivität zu einem vermeidenden, ja zu einem ausweichenden Muster geformt.
Deshalb kann sich es natürlich auch zunächst mal bedrohlich anfühlen,
wenn solche Strategien wegfallen, nicht etwa, weil dann was falsch läuft,
was sich durchaus erst mal so anfühlen kann, sondern,
weil unser altes Schutzmuster und damit auch eine Art innere Organisation an Klarheit verliert,
weil sich innerlich etwas lockert, was halt gegeben hat,
wo noch kein wirklicher Halt war.
Und vielleicht kommt dann zuerst eine Gegenreaktion.
Vielleicht so etwas wie Müdigkeit statt dem Gefühl von Freiheit.
Vielleicht kommt dann die Trauer auf.
Vielleicht kommt dann ein Orientierungslosigkeit ins Bewusstsein.
Die Frage, wer bin ich, wenn ich nicht mehr ständig kompensiere.
Und das, auch diese Frage stellt ja, die Hörerin ist alles dann kein Rückschritt,
sondern anzeichen dafür, dass etwas gelingt, sehr verborgen oft,
ganz komplex manchmal und gleichzeitig ein Anzeichen dafür,
dass im Innern ein Raum aufgegangen ist, in dem Entwicklung stattfinden kann,
statt weiter in den Muster relativ rigide und ohne Entwicklung weiter zu bestehen.
Das heißt, gelingene Trauma-Intikration bedeutet hier mit unserem ersten Aspekt,
was früher Identität zu sein Schien,
das wird jetzt erkennbar als ein Muster, das geschützt hat.
Und das, das da als Schutz erkannt wird, kann sich dann nachverändern,
weil wir in diesem Erkennen auch bemerken,
wir brauchen heute nicht mehr auf die Art wie früher.
Das zweite Anzeichen dafür gelingende Trauma-Intikrationen
und auch terapäutische Prozesse zeigt sich letztlich mal ganz nüchtern ausgedrückt
in der wachsenden Kapazität im wachsenden Spielraum in unserem Nervensystem.
Das bedeutet nicht, dass wir dauerhaft ständig und immer ruhig und entspannt sind
oder das uns überhaupt keine auslöse Reize, keine Trigger mehr erreichen können.
Es bedeutet nicht ein Leben ohne irgendwelche Formen von Reaktionen.
Ganz im Gegenteil, das wäre ein Missverständnis.
Ein reguliertes, ein entspanntes, ein baussiertes Nervensystem ist nicht immer ruhig,
sondern es ist flexibel. Es kann hochfahren, wenn genau das gebraucht wird.
Und es kann wieder herunterfahren, wenn die Situation, wo das gebraucht wird,
das hochfahren, vorbei ist.
Es kann also auch zum Beispiel Kontakt aufnehmen, wenn es stimmig ist.
Und es kann Grenzen setzen, also Abwehr zeigen, wenn es gefahren wird,
hat ein flexibeles, ein baussiertes Nervensystem ist in der Lage,
Raum für Emotionen zu bieten, wie Vertrauer, für das Bedürfnis zu spielen.
Aber auch für so etwas, wie konzentriertes Arbeiten oder Oralen oder auch überhaupt sich orientieren.
Trauma Folgen zu erleiden, bedeutet, dass das Nervensystem ganz massiv
und auch eben chronisch, bis man Veränderung gewusst und gesammelt und in Ruhe herbeiführt,
chronisch an Kapazität und an dieser Fähigkeit flexibel zu sein verliert.
Ein solches Nervensystem bleibt leicht in der Überarregung stecken.
Ist dort vielleicht chronisch gefangen oder auch in der Erstarung oder in einem Kollaps
in der Unterarregung, in der Immobilisierung von Energie, in Dissociation oder in Dauerwachsamkeit
um also ein paar ganz klare Marker für Trauma Folgen zu nennen.
Über einiges davon gibt es auch explizite ausführliche Podcastfolgen,
wie z.B. die Folge "Immer On", wo ich über die chronische Überarregung spreche,
die Folge "Funktionieren als Trauma"-Folge, wo ich über "Functional Freeze" spreche,
über das Feststecken in einem Art Startsein im Funktionieren.
Und es gibt auch Folgens über Zusammenhänge zwischen Trauma und depressiven Symptomen,
die dann häufig mit der Unterarregung assoziiert sind.
Also du kannst überall vertiefen Glauschen, wenn du möchtest.
Viele, viele Männer.
Menschen, die unter Trauma folgen, leiden, kennen also einige dieser Aspekte und häufig
auch den Wechsel zwischen, beispielsweise, extremer Aktivität und einem Zusammenbrechen
in die Immobilität und in die Bewegungslosigkeit.
Sie pendeln zwischen Funktionieren und Zusammenbruch zwischen Kontrolle und Überflutung und
das ist anstrengend, das braucht jede Menge Kraft und auch Kompensationsmechanismen
um damit irgendwie durchzustehen.
Integration zeigt sich also dann nicht alleine darin, dass diese Wellen nie wiederkommen,
sondern sie zeigt sich vor allem darin, dass man anders mit diesen Wellen umgehen kann,
dass man sich diesen Wellen oder Zickzackbewegungen nicht mehr gänzlich ausgediefert fühlt, sondern
dass man lernt und beobachten kann und bemerkt, dass man immer mehr Einfluss darauf gewinnt,
wie schnell man wieder rauskommt, ausgewissenzuständen, wie man überhaupt Zustände verändern kann
und was hilft, um die Ausschläge der Zickzacks oder die Höhe der Wellen zu modulieren,
kleiner werden zu lassen.
Und das ist auch oft so, dass man es gar nicht direkt bemerkt und deswegen möchte ich ein paar
Beispiele nennen, woran man das zum Beispiel bemerken kann, indem man beispielsweise merkt,
dass man nicht mehr über eine eigene Grenze geht, sondern dass man früher merkt, dass man gerade
an die Grenze geraten ist oder dass man jetzt umgehen möchte, nachdem man sie schon überschritten hat.
Vielleicht erkennst du deine innere Aktivierung, bevor er sie zu einer absoluten Überflutung wie zum
Beispiel zu einer Panik wird und kannst etwas für dich tun. Vielleicht kommst du nach einem
Gefühl von Kontrollverlust schneller zurück in die Balance. Vielleicht brauchst du weniger
intensive oder extreme Mittel, um nicht zu regulieren. Vielleicht kannst du deine Mütigkeit spüren
und ernst nehmen, bevor sie sich anfühlt wie eine absolute Immobilisierung und dich lehmt und
niederstreckt. Vielleicht erkennst du, dass es gut tut, die Fühle auszustrecken zu einem
Menschen, der dich unterstützen kann, dich zu regulieren und in Balance zu finden. Also hier geht es um
Selbstdeuerung, um Selbstregulation, die sich erhöht. Es geht um die Fähigkeit zurückkehren zu
können, einen angenehmeren Modus, einen angenehmeren Zustand. Das ist dann gelingende Selbstregulation.
Und das ist auch klinisch recht relevant. Also das ist auf der Ebene, wo wir Symptome sehen relevante,
denn traumatische Zustände, alte aktivierte Zustände, die neigen dazu sich als ganze Wirklichkeit auszugeben.
Die sagen sowas wie alles ist gefährlich. Die Angst sagt zum Beispiel, wir sind immer in Gefahr.
Das alte Schamgefühl sagt, ich bin falsch. Die Untererregung der Immobilität, Immobilisierung
sagt, es hat alles keinen Sinn. Und die Übererregung sagt sowas wie, ich muss sofort handeln, während
die Dissociation sowas sagt, wie, ich bin ja gar nicht richtig da, ich habe gar nicht teil am Leben.
Und das stellt sich dann alles als absolute Wirklichkeit da. Und wenn man wirklich drinsteckt,
dann fühlt es sich auch auf allen Ebenen der Wahrnehmung so an. Und Integration, wenn sie
gelingt, bedeutet also, dass ein Gegenwärtsfähiger an Teil stärker wird, ein Anteil der in der Lage ist,
in der Gegenwart zu sein. Es bedeutet also nicht, dass man den Zustand wegmachen will, sondern dass
man ihn im hier und jetzt einordnen kann. Dass man im hier und jetzt wahrnimmt, das ist ein Zustand,
der in mir geprägt ist, alt aus der Vergangenheit stammend und hier und jetzt nicht verursacht.
Aus der Sicht des Nervensystems heißt Integration, also dass das totale und das ganz überwältigende
weniger wird, dass irgendwie etwas innere, innerlich lockerer wird von der Verknüpfung her. Also
dass zum Beispiel Ruhe wieder eher auch als Ruhe wahrgenommen werden kann und die Verkoppelung zu
Kontrollverlust in der Ruhe, dass die lockerer wird, dass also mehr Beides empfunden werden kann. Ruhe
mit der aufkeimenden Angst vor Kontrollverlust, aber eben auch Ruhe als Ruhe. Und das gilt auch für
die anderen Symptome. Ja, also man kann lernen. Das fragt ja, meine Liebehörerin auch, man kann
lernen, wie sich ein wenig der dysreguliertes Nervensystem anfühlt. Es ist ein Lernprozess,
Schritt für Schritt. Und das geht nicht durch Erkenntnis oder Verstand allein, sondern durch
Wiederholter Erfahrungen in der Therapie, in sicheren Beziehungen, in der Trauma-Sensiblenbegleitung,
durchdosierte Körper Wahrnehmung, durch das Üben von Grenzetzungen, ja, durch das sich
selbst anders betrachten und durch Geduld und ein Langatem für diesen wichtigen und neuen
Lernprozess. Und mit dem, was ich jetzt zuletzt angesprochen habe, komme ich auch direkt zu dem
dritten Aspekt, an dem wir erkennen können, dass Trauma-Integration gelingt. Und hier geht es um
die Beziehung zu sich selbst, um den Umgang und die Beziehung zu den eigenen Symptomen.
Am Anfang da erscheinen unsere Symptome oft, wie Feinde, die Angst, die Panik, die Schlafprobleme,
die Erschöpfung, die Reisbarkeit, die dissociativen Zustände, die Überaktivität, der Kontrollzwangen
und die depressiven Phasen, all das erscheint feindlich. Wie als würde das Innere und der Körper
gegen einen arbeiten? Und das ist ja so verständlich und so nachvollziehbar, weil Symptome natürlich
quälen sein kann. Sie sind das ganz, ganz oft. Sie können ein Leben massiv einschränken. Und
in einer gelingenden Trauma-Integration beginnt sich trotzdem, die Perspektive zu verändern. Symptome
werden nicht mehr nur als eine Art Störung betrachtet, sondern eben auch als die Schutzreaktionen,
als die Überlebensreaktionen, die sie ursprünglich waren. Dann ist die Angst nicht mehr einfach falsch,
sondern sie ist Ausdruck von einem inneren Alarmsystem, das viel zu viel Stress abbekommen hat. Die
Panik ist dann eben erkennbar, als eine Notvoll mobilisierung, ohne dass jetzt gerade die passende
aktuelle Gefahr da ist. Oder die depressiven Erstarungszustände können erkannt werden,
begriffen werden, als ein Schaddaunzustand, als ein runterfahrenes Nervensystems, wenn es einfach
viel zu lange zu viel war. Also man kann in all den schon genannten Symptomen immer mehr,
wie schon in Aspekt eins, den Schutzaspekt erkennen und dadurch verändert sich die innere Haltung,
mit der man auf sich blickt, es verändert sich die Beziehung zum eigenen Körper zu den eigenen
Symptomen, zudem, was man eben bisher nur als Leid erfahren hat. Und das ist super wichtig und
das macht einen ganz, ganz großen Unterschied. Auch weil die Trauma Symptome nicht länger so unlogisch
und so, ich sag's jetzt mal ganz despektierlich, weil Leute so über sich sprechen, gar gar sind nichts,
es gar gar, sondern all das ist logisch und ergibt Sinn, hinter vor dem Hintergrund des Geschehenden.
Also das Alltagsbewusstsein verändert sich und wir erkennen, dass die Dinge folgerichtig sind,
unsere Haltung verändert sich und dadurch entsteht wiederum mehr innere Kapazität. Der Raum für
Entwicklung wird größer und das ist einfach ein ganz, ganz großer, wie man so schön sagt,
Game Changer, weil durch das wohl wollen und dass selbst mitgefühl, was darin auch liegt oder auf
keinen kann und entstehen kann, räume entstehen, wirklich für neue gute Erfahrungen und auch für
eine andere Art der Wahrnehmung. Unser Nervensystem wird in einer solchen Haltung empfänglicher für
Signale der Sicherheit, für freundliche Angebote im Lebensfluss. Unsere sogenannte Neurezeption,
also die Instanz in unserem Nervensystem, die Zwischenssicherheit, Gefahr oder Lebensbedrohung
unterscheidet, die kalibriert sich neu. Sie rutscht langsam aus der hohe Spannungskalibrierung,
Richtung alles ist Gefahr, hinzu es kann sich gefährlich anfühlen und gleichzeitig können wir
sicher sein. Kalibrierung. Also es entsteht einfach auf allen Ebenen mehr Raum für das echte Leben
und damit auch für die Entwicklung unserer Persönlichkeitstruktur, die bisher noch nicht wirklich
stattfinden konnte. Sich selbst näherzukommen, sich selbst mehr würdigen und achten und als richtig
und in Ordnung und in dem Sinne als einfach stimmig anzuerkennen, dass es also ein weiteres
wichtiges Erkennungsmerkmal anzeichen für gelingende Integration. Und damit komme ich zum vierten Punkt,
und der ist nochmal eine Folge daraus, nämlich, dass wir uns tatsächlich mehr in Beziehung erleben.
Wir werden auf eine ganz, ganz elementare und oft eben auch nicht gesehene unbemerkte Art und Weise
gewisse.
maßenbeziehungsfähiger, mit anderen und mit uns selbst. Das bedeutet nicht, dass wir nur noch
perfekte, konfliktfreie, wunderbare Hollywood-Like Beziehungen führen. Und es bedeutet auch nicht
keine Konflikte zu haben, sondern die Beziehungsfähigkeit, die ich hier meine drückt sich darin aus,
dass wir Beziehung wirklich als Kontakt und Verbundenheit erleben kann, dass wir nicht mehr unsere
Beziehungen auf der Basis unserer Schutzmuster kreieren oder ihnen regeln, unausgesprochen regeln,
aus unseren Schutzmustern heraus aufbühren, dass wir also beispielsweise in der Lage sind,
Spannungen mehr zuzulassen, mehr wirklich in Kontakt zu sein und mit anderen in Berührung zu bringen,
ohne ein beispielsweise zwanghaftes Harmoniebedürfnis. Das kann sich darin äußern, dass wir
viel weniger in die soziale Unterwerfung gehen, dass wir uns weniger anpassen, sondern mehr in Beziehung
sind, dass wir uns weniger zurückziehen, sondern mehr in Kontakt sind, nicht zeitlich unbedingt mehr,
nicht ständig oder so, sondern wirklich in Kontakt sind. Wir spüren uns im Kontakt mit dem
anderen und dabei nicht ausgeliefert in Gefahr oder in irgendeinem Schutzprogramm. Also Integration bedeutet,
dass unsere Art mit der Welt, mit Menschen, mit uns selbst, mit unserem Körper, mit unseren Symptomen
in Beziehung zu sein, sich verändert, dass wir mehr wirklich spüren im hier und jetzt wahrnehmen,
beobachten, wahrnehmen, spüren, beobachten, wieder wahrnehmen, nochmal einen Schritt zurücktreten,
wieder tiefer reingehen, dass wir also wirklich in Berührung sind, mit dem, was uns umgibt und mit
dem, wer wir sind. Und damit komme ich zum Abschluss mit diesem vierten Punkt und der lang wird
eigentlich nochmal auf einer Essenz auch der fragenden und auf einer Essenz der Trauma Integration, nämlich,
wo es nochmal darum ging, wer bin ich denn ohne meine Überlebensmechanismen, ohne meine Trauma folgen,
der ein und derselbe Mensch, der ein und derselbe Körper und doch mehr an dir, an deinem Inneren
dran, mehr in deiner wahren Natur, in deinem wahren fühlen und erleben weniger überlagert, weniger getrieben, weniger reagierend und
reactiv, mehr im hier und jetzt. Aber kein besserem Mensch, kein würdigerer Mensch, sondern du bist du mit
weniger Belastung, mit weniger Stress und dadurch mehr im Leben und am Leben. Und zum Ende der Folge
möchte ich nochmal mit dir an den Anfang der Folge zurückkehren und dich erinnern an die Frage, die ich
gestellt habe. Was ist denn schon besser geworden? Und die Frage könnte wir jetzt zum Schluss nochmal ein
bisschen umformulieren, in die Frage, wo, in welchen Bereichen deines Lebens, in welchen Mikromomenten oder großen
Momenten, in welchen kleinen oder großen Kontexten, fühlst du dich mehr, wie du selbst. Und das ist
natürlich auch ein bisschen eine philosophische Frage, mit der ich dich aber hier jetzt mal so zu sagen,
liebevoll zurücklassen und wo ich dich ermutigen möchte, darüber ein bisschen nachzusinieren, zu fühlen,
zu spüren, worin erkennst du denn, dass du es bist, dass es dir entspricht. Und ja, damit danke ich dir
fürs Lauschen, für deine Aufmerksamkeit und hoffe sehr, dass du etwas für dich mitnehmen
könntest, ein bisschen Inspiration, vielleicht eine Auffrischung von dem ein oder anderen schon gedachten
Gedanken. Vielleicht habe ich dich nochmal ein wenig unterstützt, die Perspektive oder den Blickwinkel zu
wechseln und freundlicher auf dich zu schauen. Und weil es auch so gut gerade zu den letzten Worten dieser
Folge passt, möchte ich dich hier in dieser Stelle auf mein bald erscheinen des neues Buch hinweisen,
ein ganz anderes Buch als meine bereits beiden vorangegangenen Fachbücher. Ich habe die Ehre in einer
Buchreihe zu erscheinen, die sich bemüht, etwas Würdevolles, etwas nützliches, etwas berührendes
und schönes zu hinterlassen. Die Reihe heißt "briefe an die vollenden Generationen". Und ich darf
einen Brief beziehungsweise einen Band mit Briefen beitragen. Ich schreibe an meine liebe Franziska.
Ein Mensch, der mir sehr am Herzen liegt und der ein bisschen anders heißt, in echt und mit der ich
im inneren Kommuniziere umzureflectieren, wie kann es gelingen, den eigenen Weg zu gehen? Wie kann es
gelingen, ihn würde vollzugehen? Und darum geht es in diesem Buch. Du findest einen Link mit einer
kleinen Beschreibung dazu in den Folgen notizen? Du kannst das Buch jetzt schon vorbestellen. Es wird am
10. November erscheinen. Und wenn du informiert werden möchtest über einen Live-Buchpremier-Termin,
Live-Online-Buchpremier-Termin über schöne Aktionen, die damit verbunden sind, dann trag dich gerne
am besten in meinen Newsletter-Einfall zu das nicht eh schon getan hast, dann bekommst du alles mit,
was auch in diesem Zusammenhang jetzt im Herbst bald dann einfach geschehen wird. Ja, so weit für heute.
Ich danke dir fürs Lauschen, wenn du was mitnimmst aus diesem Podcast generell oder aus dieser Folge,
dann freue ich mich, wenn du ihn weiter empfiehltst, wenn du ein Abo da lässt, wenn du mich unterstützt
in der Sichtbarkeit, damit Menschen, die mit diesen Informationen etwas anfangen können, die dadurch
vielleicht mehr Mitgefühl für sich selbst und mehr Selbstwirksamkeit entfalten können, das auch
finden diesen Podcast. Ich danke dir dafür und freue mich sehr, dass du bis eben dran geblieben bist
und schicke dir ganz ganz herzliche Grüße, alles alles Liebe und bis zum nächsten Mal. Tschüss!
Podcast Summary
Key Points:
Gelingende Trauma-Integration zeigt sich nicht an der vollständigen Beseitigung von Symptomen, sondern durch eine Veränderung der Beziehung zu ihnen – sie werden als Schutzreaktionen verstanden, nicht als Feinde.
Ein klares Zeichen ist die Differenzierung von Kompensationsstrategien, wie z. B. hohe Aktivität oder Unabhängigkeit, die früher als Identität dienten, nun als überlebensbedingte Muster erkannt und ausgeschieden werden.
Das Nervensystem gewinnt an Flexibilität
Die Beziehung zu sich selbst verändert sich
Menschen erleben sich in Beziehungen stärker als Kontakt und Verbundenheit, nicht mehr aus Schutzmustern, was eine tiefergehende Verbundenheit mit anderen und mit sich selbst ermöglicht.
Es entsteht ein neuer Gleichgewichtsraum, in dem Gefahr und Sicherheit neu kalibriert werden, das Nervensystem lernt, sich ruhig zu fühlen und Gefahren zu erkennen, ohne permanent alarmiert zu sein.
Trauma-Integration bedeutet nicht, ein „besseres“ oder „würdigeres“ Mensch zu werden, sondern sich in seiner eigenen, belasteten Natur zu erkennen und mehr im Hier und Jetzt zu leben.
Die Wirkung der Heilung ist oft nur im Detail wahrnehmbar – durch kleine Veränderungen wie „Früher musste ich, heute kann ich“ – und wird durch persönliches Reflektieren erkannt.
Summary:
In dieser Podcastfolge behandelt Verina König die Frage, woran man erkennen kann, dass Trauma-Integration gelingt. Statt der Annahme, dass Heilung bedeutet, die Symptome vollständig zu beseitigen, wird betont, dass sich die Integration durch eine veränderte Beziehung zu den eigenen Reaktionen zeigt. Kompensationsstrategien wie hohe Aktivität oder Unabhängigkeit werden nicht mehr als Identität betrachtet, sondern als Schutzmechanismen, die abgebaut oder neu interpretiert werden.
Das Nervensystem gewinnt an Flexibilität und kann zwischen Aktivität und Ruhe besser wechseln, ohne in Überarregung oder Erstarung zu verfallen. Die Symptome werden als überlebenswirksame Reaktionen verstanden, was zu mehr Selbstwürdigung und innerer Ruhe führt. Menschen erleben sich in Beziehungen stärker als Kontakt und Verbundenheit, nicht mehr aus Angst oder Schutz.
Der Prozess ist nicht linear, sondern individuell und komplex, und zeigt sich oft durch kleine, alltägliche Veränderungen, wie zum Beispiel, dass jemand heute anders reagiert, als früher. Die Heilung bedeutet nicht, ein „besseres“ Ich zu werden, sondern, sich in seiner eigenen, belasteten Natur zu fühlen und mehr im Hier und Jetzt zu sein. Die Wirkung dieser Veränderungen wird oft erst nach langem Reflektieren wahrgenommen und ist ein zentraler Aspekt für eine tiefe, dauerhafte Heilung.
FAQs
Man merkt es an einer zunehmenden Selbstregulation, einer Differenzierung der früheren Schutzstrategien und an einer verbesserten Beziehung zu eigenen Symptomen, die als Schutzreaktionen erkannt werden.
Man beginnt, alte Verhaltensmuster als Schutzmechanismen zu erkennen und nicht mehr als eigene Identität zu sehen, was eine gesündere und individuellerere Selbstwahrnehmung ermöglicht.
Es gewinnt Flexibilität und kann zwischen Aktivität und Ruhe wechseln, ohne in Übererregung oder Untererregung zu verbleiben, was eine bessere Regulation und Balance ermöglicht.
Sie werden als überlebensbedingte Reaktionen verstanden, die das Nervensystem aus Sicherheitsgründen entwickelt hat, was eine wachsende Mitgefühl und Erkenntnis fördert.
Man kann Spannungen zulassen, sich weniger anpassen und echte Verbundenheit erleben, ohne in Schutzmuster zu verfallen oder in Unterwerfung zu geraten.
Ja, durch wiederholte, sichere Erfahrungen in Therapie und im Alltag lernt man, das innere Gleichgewicht zu spüren und zu regulieren, schrittweise und mit Geduld.
Chat with AI
Loading...
Pro features
Go deeper with this episode
Unlock creator-grade tools that turn any transcript into show notes and subtitle files.