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33 Toleranz als Eigentor: Argumente gegen den Kulturrelativismus

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33 Toleranz als Eigentor: Argumente gegen den Kulturrelativismus

In the podcast episode, the host explores cultural relativism in ethics, focusing on how different cultures shape moral values and behaviors. Critiques are raised regarding the challenges of defining cultures, the absence of universal values, and the limitations of purely tolerant ethical frameworks. The episode delves into the paradoxes inherent in cultural relativism, especially in addressing issues like human rights violations and conflicting cultural practices. The need for universal values to underpin tolerance and ethical decision-making is emphasized, highlighting the shortcomings of a purely relativistic ethical stance. The discussion prompts reflection on the feasibility of a nuanced cultural relativism that acknowledges both cultural diversity and the importance of universal ethical principles. The episode concludes by leaving listeners to ponder the complexities of cultural relativism in ethics and its implications for moral decision-making in a diverse world.

Transcription

2663 Words, 17525 Characters

Willkommen zum Durchblick Philosophie, dem Podcast für alle, die die großen Fragen des Lebenswelzen oder zumindest ihr Philosophie AB sicher bestehen wollen. Ich heiße Florian Krämer und nehme dich hier auf eine kleine Rundreise durch die Fachgebiete der Philosophie. Im Moment sind wir in der Ethik also bei der Frage, wie Menschen generell miteinander umgehen sollten und was wir uns gegenseitig schuldig sind. Sehr schwierig, etwas so generelles, so generell zu beantworten für alle. Aber vielleicht müssen wir das auch gar nicht. In der letzten Episode haben wir den Kulturrelativismus kennengelernt, vertreten etwa durch den Philosophen Paul Feierabend. Diese ethische Position, um fast im Wesentlichen zwei Thesen, erstens alle sollten demoral ihrer eigenen Kultur folgen, zweitens es gibt keine Moral über den einzelnen Kulturen. Auf den ersten Blick ist das eine recht bequeme Position, alle haben irgendwie moralisch recht. Nicht alle einzelnen Menschen, aber zumindest alle Kulturen und das klingt außerdem ziemlich tolerant. Die westliche Tradition, also die Brille, durch die du und ich wahrscheinlich die Welt sehen, ist nicht mehr allein maßgeblich, leben und leben lassen. Das klang doch letztes Mal alles gar nicht so verkehrt. Aber reicht das für Ethik? Funktioniert so eine Ethik überhaupt? Darum geht es in der heutigen Episode und die Antwort kann ich jetzt zumals boilern, das funktioniert ihr nicht. Ich werde heute eine ganze Batterie an einwenden auf den Kulturrelativismus loslassen und ob danach noch viel von dieser Position übrig ist, kann ich dir jetzt gerade nicht versprechen. Schauen wir uns erst mal nur Satz 1 an, alle sollten demoral ihrer Kultur folgen. Das ist zwar ein normativer Satz, sie Episode 29, aber er hat auch diskriptive also beschreibende Aspekte und mit den fangen wir jetzt an. Der Satz alle sollten demoral ihrer Kultur folgen, nimmt an, dass die Kultur ihren Mitgliedern eine bestimmte Moral vorschreibt und dazu müssen die auch erst mal zu einer bestimmten Kultur gehören. Das sind schon zwei Annahmen auf einmal und beide sind bei näherem Hinsen eher wackelich. Zu ersten Annahme hat wirklich jede Kultur klare Antworten auf moralische Frage, den man dann einfach folgen kann, nehmen wir mal eine immer wieder aktuelle Streitvorge, die Sterbehilfe. Darf man Menschen aktiv töten, wenn sie das möchten, also darf man das moralisch betrachtet nicht rechtlich. Wie du sicher weist, sind zu dieser Frage sehr unterschiedliche Antworten im Umlauf, die einen wollen am Ende ihres Lebens nicht unnötig leiden. Die anderen befürchten aber vielleicht einen Dambruch, bei den älteren und bedürftigen Menschen gesagt wird, dass sie jetzt ruhig mal langsam die Bühne des Lebens verlassen können, wenn sie bei den anderen so viel Kosten verursachen. Gruselige Vorstellung In der Medizinetik werden wir dieses Thema hoffentlich später vertiefen. Du siehst aber jetzt schon das Problem, beide Antworten kommen irgendwie aus der gleichen Kultur heraus, in der wir leben. Du kannst wahrscheinlich beide Antworten erstmal nachvollziehen, auch wenn du selber vielleicht nicht beide gleich gut findest. Aber es gibt eben gerade keine Antwort, die wir aus unserer Kultur einfach ablesen können. Genau das müsste die Kultur relativist hinten nämlich behaupten, das ist aber nicht so. Damit kommen wir ich zur zweiten Annahme. Gibt es überhaupt die eine verbindliche moralische Kultur, in der wir hier alle zusammen leben? Wul kaum. Wann genau jemand als zuverlässig gilt oder als netter Typ hängt sehr davon ab, auch wir uns gerade im Rheinland befinden oder in Ostwestfalen. Ich spreche hier übrigens aus Erfahrung. Darüber hinaus gibt es natürlich auch Zuwanderung und Abwanderung Migration und zwar schon immer. Menschen kommen und gehen, kommen von woanders und bringen ihre Werte mit Kulturen durchmischen sich permanent und genau das macht alles Bund und auch herausfordernd. Das gleiche gilt Parallel für die Vielfalt an Religionen, die in diesem Land ausgeliebt werden. Vor einigen Jahren gab es eine heiße Debatte über Beschneidungen von Jungen. Im Judentum oder im Islam ist das ganz üblich. Medizinische Nebenwirkungen sind zwar selten, aber sie sind schon möglich. Arteisten, also Menschen, die nicht an Gott glauben, läuft jetzt darum vielleicht überhaupt nicht ein, warum Eltern sowas einfach über ihre Kinder entscheiden dürfen. Aber greifen wir in die religiöse Privatsphäre der Eltern ein, wenn wir ihnen sowas verbieten? Das ist ein ziemlich schwieriges und vermientes Thera. Und zwar genau deshalb, weil es hier um unterschiedliche Werte unterschiedlicher Kulturen geht. Toleranz, hofft jetzt die Kultur relativistin, lasst euch einfach gegenseitig stehen. Aber so einfach ist das nicht, wir leben hier alle zusammen und entweder wir erlauben in diesem Land die religiöse Jungen Beschneidung oder wir erlauben sie nicht. In solchen Fällen entscheiden wir automatisch für die Werte der einen Kultur oder Religion oder Weltanschauung und gegen die Werte der anderen. Im Idealfall gibt es dann natürlich irgendeinen friedlichen Interessenausgleich, aber das ändert nichts daran, dass die Frage doch am Ende irgendwie entschieden werden muss. Und selbst keine Entscheidung ist dann auch eine Entscheidung, nämlich in diesem Fall eine Erlaubnis. Was machen wir jetzt mit der These eins, dass alle sich nach der Moral ihrer Kultur richten sollen? Diese eine Moral gibt es hier gar nicht, denn es gibt nicht mal die eine Kultur, die hier maßgeblich wäre. Oder gibt es überall einzelnen Kulturen dann noch mal eine übergeordnete Meta-Kultur, superkultur, über Kultur, welche soll das sein und wer bestimmt das? Bei Montenjo und Feierabend klang das ja eher so, als ob Kulturen einheitliche und abgegrenzt die Strukturen und Verbände sind und nicht so ein Umschafer war, wann der Mischmasch wie ihn heute haben. Da ist noch keine Rede von Leidkulturen und Subkulturen und Subkulturen und so weiter. Feierabend stellt sich eher eine Welt vor, in der die Kulture nebeneinander existieren, um sich dann in Ruhe lassen zu können. Also eine "nicht colonisierte Welt", in dieser Welt leben wir aber nicht, und selbst wenn wir in ihr Leben würden, dann treuchten wir den Kulturrelativismus gar nicht, weil es gar nicht das Problem gäbe, dass die eine Kultur die andere zu dominieren versucht. Zugespitzt gesagt, gibt der Kulturrelativismus uns entweder gar keine Antwort oder er hat nicht mal eine echte Frage dir beantworten kann. Die Welt hat sich nun mal weiter gedreht. Verschiedene kulturelle Identitäten gibt es nicht nur innerhalb einer Gesellschaft oder innerhalb eines Stadtviertels, sondern auch innerhalb eines einzelnen Menschen. Die zweite diskriptive Annahme aus These 1 ist also sehr problematisch, gehören echt alle zu einer bestimmten Kultur? Du kannst im Rhein-Maingebiet geboren sein, Iranische Eltern haben und in der Fußballmannschaft mit Russen und Südafrikanern abhängen, was genau ist denn jetzt deine maßgebliche Kultur nach der du dich richten sollst? Kann man sowas einfach selber entscheiden? Wenn ja, dann wird alles völlig beliebig. Im extremfalt gehöre ich dann zu meiner Einmann-Kultur und darf einfach alles. Kultur wäre also noch ein Vorwand. Wer entscheidet dann, wer zu welcher Kultur gehört und welchen Werten folgen muss? Anschalen müssten wir alle erstmal Kulturwissenschaften studieren, bevor wir ein einziges moralisches Urteil fällen könnten, müssten wir also definieren, wo genau Kultur A anfängt in Kultur B aufhört. Wenn so eine Definition überhaupt funktionieren kann, für die Ethik ist das alles ziemlich unpraktisch. Nicht nur, weil dadurch alles kompliziert wird, vielleicht ist Ethik halt kompliziert kann schon sein, das Problem ist eher, dass Menschen plötzlich gar keinen klaren ethischen Maßstäben mehr unterliegen, wenn sie zu mehreren Kulturen gleichzeitig gehören. Während dann aber für ihre Nachbarn wieder strengem Maßstäbe gelten können, weil sie einer bestimmten Kultur ganz klar zu gehören. Also, keine Maßstäbe für die einen ganz strengem Maßstäbe für die anderen nebendranen, das klingt irgendwie unfair, unlogisch und vor allem, unpraktikabel. Unpraktikabel ist der Kulturrelativismus auch aus folgenden Grund. Wenn wir Kulturen und ihre Maßstäbe gar nicht beurteilen und verändernd dürfen, können wir auch real existierende Streitfragen nie entscheiden. Das müssen wir aber, denn das gibt nun mal ziemlich viele davon. Ehren mit Minderjährigen, Shächten von Tieren, also töten durchaus Bluten, das sind natürlich Fragen nach dem Gesetz, aber in Episode 31 haben wir gesehen, dass das Gesetz durchaus auch versucht, auch Moral aufzubauen oder Moral irgendwie abzubilden. Irgend ein moralisches Urteil muss da hin und wieder mal her. Und es kommt offenbar gerade nicht vom Kulturrelativismus, denn der will sich ja genau hier immer raushalten. Ausgerechnet die Tolerant des Depositionen kann hier am wenigsten beitragen. Bitte nicht falsch verstehen. Toleranz ist erst mal die wichtigste Tugend, um so ein Streit voll überhaupt angehen zu können, aber sie liefert alleine noch keine Antwort. Vielleicht ist ohne Toleranz alles nichts, aber Toleranz ist halt auch nicht alles. Und näher wir sehen, ist der Kulturrelativismus auch in Wahrheit gar nicht so Tolerant. Vergessen wir die Komplikationen malen Stellen uns Kulturen als einfache Schubladen vor. Warum ist eine bestimmte Moral in einer bestimmten Kultur vorherrschend Antwort, weil es in dieser Kultur ihr bestimmte Machtstrukturen gibt? Denn Kultur kommt ja aus Institutionen, sie Episode 4. Und Institutionen schreiben Menschen vor, wie sie sich verhalten, sie Episode 4. Die Herrschendemoral ist dann aber einfach die Moral der Herrschenden. Mir nicht. Vom Philosophen Michael Quante habe ich mir einen tollen Satz dazu aufgeschrieben, auch wenn ich die genaue Quelle leider verschlaumt habe. Zitat. Kulturrelativismus ist nichts anderes als die normative Verschleierungen von Machtstrukturen. Zitatende. Es gibt in dieser Position auch keine weitere Legitivation von Moral. Du kannst gar nicht danach fragen, denn die Kultur ist ja immer automatisch gut so, wie sie ist. Was kann und soll sich vielleicht gar nicht weiterentwickeln? Und was die Kultur so vorschreibt, entscheiden letztendlich immer diejenigen, die zufällig tatsächlich die Macht haben. Ist das jetzt wirklich so furchtbar tolerant und aufgeklärt? Was ist denn mit individuellen Rechten? Ist das jetzt Glückssache, ob ich die habe, weil ich zufällig in ein Land mit Grundgesetz geboren wurde? Paul Feierabend hat ja ganz schön über die Menschenrechte abgelästert in der letzten Episode. Westliche Projektionen sind das, aus reiner Faulheit und Unfähigkeit sich mal in andere hinein zu versetzen. Aha. Und das soll es jetzt also gewesen sein mit die Menschenrechten? Nehmen wir ein besonders krasses Beispiel, Triggerwarnung, Gewalt. Die sogenannte Mädchenbeschneidung, die richtig eigentlich genitalverstimmelung heißt. Dieser schreckliche Brauch wird in mehreren Stammesverbänden auf der Welt, nach wie vor praktiziert. Gehört dort eben zur Kultur und wird ausgeübt von den selben Frauen, die denselben grausamen Ritus selbst als kleine Mädchen zum Opfer gefallen sind. Entschuldige, wenn das jetzt so hochtraben klingt, aber bin ich wirklich ein überheblicher, westlicher Imperialist? Wenn ich sage, dass diesen Mädchen fürchterliches Unrecht geschieht, und dass wir alle daran arbeiten sollten, dass das endlich aufhört, ist echt jede Sitte auf der Welt moralisch wertvoll, nur weil sie eine bestimmte kulturelle Funktion oder Tradition hat. Im weiteren Verlauf dieser Einheit werden wir sehen, dass es zwar nicht immer so einfach ist, Menschenrechte normativ zu begründen und zu erklären, was sie genau bedeuten. Trotzdem sind die Menschenrechte nach einigen 100 Jahren Kriegen und Barberei, die wir gerade hier mitten in Europa erlebt haben, doch eine ziemlich gute Idee, die wir nicht einfach so kampflos aufgeben sollten. Und es ist auch nicht so klar, dass der Westen sie den anderen Kulturen einfach aufgezwungen hat. Als die Vereinten Nationen 1948 über die allgemeine Erklärung der Menschenrechte abgestimmt haben, gab es genau 0 Gegenstimmen und nur 8 Enthaltungen, unter anderem von der Sowjetunion. Aber lassen wir den geschichtlichen Exkurs hier mal beiseite. Ich habe jetzt ja schon an ganzen Haufen Einwände angeschnitten, kommen wir jetzt endlich zum Kernproblem des Kulturrelativismus, ja es gibt auch noch ein Kernproblem. Er widerspricht sich selbst und zwar nicht irgendwo, sondern genau bei seinen zentralen Anliegen. Schauen wir noch mal genau hin. Wenn diese Ethik ganz konsequent und radikal verstanden wird, besagt sie ja, ah, alle Wertes sind Kulturrelativ, darum gilt "b", es gibt keine universellen Wertet, darum gilt "c", wir sollten keiner Kultur irgendwelche Werte vorschreiben. Aber momentmal, für wen soll denn dieser Satz "c" gelten? Antwort für alle, ergebietet allen, anderen Kulturen keine Werte vorzuschreiben. Wenn er aber für alle gilt, dann ist er offenbar selbst ein universeller Satz, dann aber widerspricht er dem Satz "b", dass es keine universellen Werte gibt. Wenn du sagst, keine Kultur darf eine anderen was vorschreiben, dann schreibst du genau damit selbst allen Kulturen etwas vor. Die Kulturrelativistinnen könnte nun versuchen, diesen Problem zu entkommen, indem sie den Satz "b" nur deskriptiv versteht und auf den Satz "c" dann verzichtet. Sie wissen also nur sagen, dass es tatsächlich keine universellen Werte gibt und fertig. Sobald jemand ein universellen Wert aufstellt, kann sie dann sagen, dass in Wahrheit nicht alle diesen Wert teilen. Sie kann aber nicht mehr normativ sagen, dass ihnen nicht mehr alle teilen sollen oder ihnen nicht alle brauchen. Sie kann Moral nur noch von außen beschreiben, von der Zuschauer-Tribüne oder aus der Reporter-Kabine, aber mit Spielen auf dem Spiel fällt, darf sie selber da nicht mehr. Das wäre dann wiederum keine echte etische Position mehr, weil sie keine normativen der Zimmer begründet. Sie könnte höchstens noch ins amoralistische Lager wechseln, sehe Episode 32. Sie behauptet, es gibt eigentlich gar keine richtigen oder falschen moralischen Argumente, sondern halt alle irgendwie ihr Ding. Noch mal das Kernproblem. Toleranz funktioniert als etische Alleinbegründung einfach wahnsinnig schlecht. Wenn Toleranz der einzige Wert ist, dann geht er nach hinten los. Ein Beispiel. In der letzten Episode habe ich schon von den Raubzügen der Spanier nach Mittel und Südamerika am 16. der Hundert gesprochen, von der Außerottung und Unterdrückung der Aztegen und Inkas. Wenn man sich diese Geschichte anschaut, kann man zwar verstehen, warum feierabend lieber Kulturrelativ ist, aber sie ist mal so rum. Was, wenn die Spanier einfach nur ihre Kultur gefolgt sind. Wenn sie also nun mal eine Kultur haben, die ihnen vorschreibt, andere Kulturen zu missionieren, zu kolonisieren oder ganz zu massakrieren, das ist halt ihre Kultur. Auf welcher Seite steht der Kulturrelativist denn jetzt? Instinktiv natürlich auf der Seite der Unterdrücksten, aber wie will er das begründen? Auf der Außen sich daraus, sind da halt einfach zwei verschiedene Kulturen und es soll ja laut Tese zwei gerade keine höhere Entscheidungsgrundlage geben. Die Spanier sind dann nicht besser als die Aztegen, aber auch nicht schlechter. Der Philosoph Karl Popper hat das alles auf den berühmten Begriff von "Toleranz Paradox" gebracht. Wenn wir alles tolerieren müssten, müssten wir auch die Intoleranz tolerieren und dann ist die Toleranz am Ende. Popper's Devise war darum, keine Toleranz für die Intoleranz. Man braucht universelle Werte, um Toleranz überhaupt erst zu ermöglichen. Du siehst also, der Kulturrelativismus steht vor einem Berg ernst der Schwierigkeiten. Das alleine ist noch nicht so schlimm, denn jede philosophische Position hat ihre Nachteile und Kärseiten, okay, aber dann sollten sie wenigstens auch irgendwas bringen. Du kannst schon 900 Euro für eine Bohrmaschine ausgeben, aber dann sollte die wenigstens auch anständig bohren können. Den Kulturrelativismus geht es vor allem um die Toleranz, aber er kann nicht mal die Toleranz selber garantieren. Gibt es hier noch einen Ausweg? Vielleicht können wir ja einen schon wachen Kulturrelativismus vertreten, der also nicht behauptet, dass alle Werte und Normen Kulturrelativ sind, sondern nur dass manche Werte und Normen Kulturrelativ sind. Dann stellt sich aber die Frage, welche genau das sind und wer das festlegt. Auch das kann ja nicht wieder selber relativistisch begründet werden. Am Ende hätten wir dann vielleicht eine universalistische Ethik mit kleinen Seiten niechen, die jede Kultur mit ihren Eigenarten auffüllen kann. Aber wäre das wirklich noch im Sinne der Kernthese, dass alle der Moral ihrer eigenen Kultur folgen sollten? An dieser Frage lasse ich dich jetzt alleine weiter grübeln, denn die Zeit für diese Episode ist leider abgelaufen. Vielleicht findest du meinen Podcast gut, zumindest relativ gut, dann kannst du mir gerne fünf Sterne bei iTunes oder eine freundliche Rezension da lassen oder noch besser den Podcast an deine Bekannten weiter empfehlen. Ich stecke im Moment leider wieder mal sehr tief in sehr viel Arbeit, darum erscheint mein Podcast nicht mehr ganz regelmäßig im gewohnten zwei Wochenrhythmus. Aber du bist da sicher sehr zolaiwand, nämlich an. Im Internet findest du mich auch auf Facebook oder unter www.minusphilosophie.de. Wir hören uns, wenn du möchtest, in den nächsten Episode. Bis bald! [Musik]

Podcast Summary

Key Points:

  1. Introduction to the podcast "Durchblick Philosophie" hosted by Florian Krämer.
  2. Discussion on cultural relativism in ethics.
  3. Critiques of cultural relativism in ethics, including the challenges of defining cultures and universal values.
  4. Examination of the paradoxes and limitations of cultural relativism in ethics.
  5. Consideration of the need for universal values to support tolerance and ethical decision-making.

Summary:

In the podcast episode, the host explores cultural relativism in ethics, focusing on how different cultures shape moral values and behaviors. Critiques are raised regarding the challenges of defining cultures, the absence of universal values, and the limitations of purely tolerant ethical frameworks. The episode delves into the paradoxes inherent in cultural relativism, especially in addressing issues like human rights violations and conflicting cultural practices.

The need for universal values to underpin tolerance and ethical decision-making is emphasized, highlighting the shortcomings of a purely relativistic ethical stance. The discussion prompts reflection on the feasibility of a nuanced cultural relativism that acknowledges both cultural diversity and the importance of universal ethical principles. The episode concludes by leaving listeners to ponder the complexities of cultural relativism in ethics and its implications for moral decision-making in a diverse world.

FAQs

Eine ethische Position, die besagt, dass alle Kulturen moralisch gleichwertig sind und keine universellen Werte existieren.

Er widerspricht sich selbst, da er keine klare ethische Grundlage bietet und die Toleranz allein nicht ausreicht.

Nein, nach kulturrelativistischer Ansicht gibt es keine universellen Werte.

Kulturrelativismus führt zu Schwierigkeiten bei der Begründung von Moral und Normen aufgrund fehlender universeller Grundlagen.

Unter anderem wird bemängelt, dass er keine klare ethische Orientierung bietet und Toleranz allein nicht ausreicht.

Nein, Kulturrelativismus kann selbst die Toleranz nicht sicherstellen, da er keine universellen Werte festlegt.

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