Go back

#32 Zeitarbeit am Wendepunkt: Anpassung oder Bedeutungsverlust?

11m 27s

#32 Zeitarbeit am Wendepunkt: Anpassung oder Bedeutungsverlust?

In diesem Podcast diskutieren Mirja Lünendunk und Jörg Hossenfelder die strukturelle Krise der Zeitarbeitsbranche. Anders als in früheren Konjunkturzyklen reagiert der Markt nicht mehr stabil auf Nachfrageschwankungen. Die Margen schrumpfen, weil Kosten steigen und Kunden preissensibel sind. Viele Anbieter arbeiten nur noch über Volumen ohne echte Wertschöpfung, was nicht mehr tragfähig ist. Vertrieb allein kann die Probleme nicht lösen; stattdessen sind Investitionen in Digitalisierung, Spezialisierung und schnellere Prozesse nötig. Künstliche Intelligenz kann das Matching effizienter machen, aber viele Unternehmen hinken hinterher. Der Fachkräftemangel wird oft als Chance missverstanden, aber die Branche hat selbst Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden. Der Markt wird sich voraussichtlich in hochspezialisierte Nischenanbieter und margenschwache Volumenanbieter aufspalten. Internationalisierung wird zur Pflicht, ist aber komplex. Der Blick auf 2026 ist vorsichtig optimistisch, doch geopolitische Risiken und Handelskonflikte belasten die Industrie als Hauptkunden. In den nächsten drei Jahren müssen sich Zeitarbeitsunternehmen entscheiden, ob sie zu strategischen Workforce-Partnern werden oder ums Überleben kämpfen. Die Chancen sind da, aber der Weg ist steinig.

Transcription

1329 Words, 9098 Characters

German
Lünendunk Insights, USA, Dating und Staffing, ein Podcast von Lünendunk und Hossenfelder. Heute sprechen wir über eine Branche, die oft unterschätzt wird, aber eigentlich wie ein Seismograph der Wirtschaft funktioniert. Die Zeitarbeit. Zu Gast ist heute Jörg Hossenfelder einer der Top Annalysten der Branche. Jörg, wie ernst ist die Lage wirklich? Mirja, wenn man ehrlich ist, die Branche steckt nicht in einer Delle, sondern in einer strukturellen Krise und ich habe einen Eindruck, dass viele das noch unterschätzen. Einhalte Einstieg, was macht dich so deutlich? Weil die Zahlen, die wir Jahr für Jahr analysieren, so klar sind und die Interpretation der selbigen oft zu weich. Wir hatten 2025 einen Umsatzrückgang festgestellt der Branche von etwa 1,5 Prozent im Durchschnitt und gleichzeitig sinkende Beschäftigungszahlen. Das Entscheidende ist aber nicht die Zahl selbst, sondern was dahinter steckt. Die klassische Lage der Zeitarbeit funktioniert nicht mehr so stabil wie früher. Was war früher? Das Modell war relativ simpel. Grundungtour runter, Zeitarbeitsmark runter, Grundungtour rauf, Zeitarbeitsmarkt, wechselt sehr stark. Was sehen wir heute? Selbst bei einiger Maßenstabier nachfragen, kämpfen die Anbieter mit Margen, mit Personal und mit Geschwindigkeit. Das heißt, das ist kein normaler Züchlus? Genau, es ist ein Strukturbruch, es hat weniger mit der Konjunktur zu tun. Dann lass uns über die Margen sprechen. Das ist der Kern des Problems. Wir sehen auf der einen Seite der Riefsteigerung von etwa 3 Prozent. Der Mindestlohn steigt ebenfalls und auf der anderen Seite haben wir eine extreme Preis-Sensibilität des Kunden. Das Geschäftsmodell wird also von zwei Seiten angegriffen und das führt uns zu der Teese. Ein Teil der Branche arbeitet heute faktisch ohne echte Wertschöpfung nur noch über Volumen. Das funktioniert aber nicht mehr weil die Kunden stärker vergleichen, weil die Margen einfach wegbrechen und weil die kostenstrukturell steigen. Und was heißt das konkret? Das klassische Modell, Billig und Schnell, innerhalb der Zeitarbeit, das ist obsolet und ich glaube, dass momentan einige genau vor dieser Herausforderung stehen und die Situation jetzt erst beginnen einzuschätzen. Viele setzen jetzt auf Vertrieb als Lösung? Ja und das ist richtig, aber auch gefährlich. Zwei Antworten, warum ist es richtig vertrieb ist der einzige kurzfristige Hebel, um die Nachfrage zu sichern. Aber woher droht die Gefahr? Vertrieb allein löst kein strukturelles Problem. Man kann nach Frage nicht wegverkaufen, wenn die Margen nicht da ist, wenn Prozesse zu langsam sind oder die Qualität nicht passt. Und von daher stellt sich die Frage, wo müssen Unternehmen optimieren? Sie investieren in Vertrieb ja, aber nicht genug in die Technologie, nicht genug in die Spezialisierung und auch nicht genug in die Prozessgeschwindigkeit. Dann sprechen wir über Digitalisierung? Die wird sich die Branche entscheiden. Die Realität gestaltet sich sehr, sehr dynamisch und der Markt ist natürlich äußerst kompetitiv. Zeitarbeit ist nach wie vor ein Matching-Geschäft. Und Matching wird durch KI radikern effizienter. Was heute passiert? Kann die Daten springen ab, wenn die Prozesse zu langsam sind? Kunden erwarten sofortige Verfügbarkeit. Kommunikation läuft in Ex-Hight, zum Beispiel über WhatsApp, über Chatbot und viele weitere Tools mehr. Geschwindigkeit ist kein Vorteil mehr, sondern eine Grundvoraussetzung. Und wo stehen die Unternehmen jetzt? Erlich gesagt, Meriam, viele stehen noch ganz am Anfang und die Probleme, die sind ja nicht neue. Es sind fragmentierter IT-Systeme. Es sind die fehlenden Daten. Es sind Unsicherheiten bei den Investitionen. Es sind Datenschutz-Themen. Aber den Scheiden der Aussage ist, Digitalisierung ist kein Projekt mehr. Sie ist Existenzbedingung. Und wer das nicht schnell genug umsetzt, der wird meines Erachtens, es am Markt schwer haben. Und der Fachkräftemangel wird oft als Chance gesehen? Das ist eine Aussage, die wir häufig hören. Aber ich glaube, es handelt sich dabei um eine Fehlanschätzung der Branche. Ja, es gibt natürlich Bedarf. Aber Fachkräftemangel hilft ja nur denjenigen, die die Fachkräfte auch liefern können und genau da liegt das Problem. Fast jede zweite Anbieter von Zeitarbeit sagt selbst, Fachkräftemangel ist eine der größten Herausforderungen. Das ist ein strukturelles Dillemmer. Die Branche soll Personal liefern. Hat aber selbst keinen Zugang zu genügend qualifizierten Kandidaten. Und was bedeutet das strategisch? Wir bei Lündung glauben, dass sich der Markt in unterschiedliche Sparten entwickeln wird. Wir sehen auf der einen Seite hochspezialisierte Anbieter, die zum Beispiel IT-Spezialisten vermitteln oder im Helzkehr einem dem Pflegessegment reessieren. Und wir sehen Volumenanbieter mit massiven Preisdruck. Ich glaube, dass die erst genannte Gruppe langfristig wirklich profitafelt sein kann, also die hochspezialisierten Anbieter. Und wie bewertest du die politische Entwicklung? Weiterhin sehr sehr ambivalent, aber es ist auch eine klare Richtung erkennbar. Die Themen sind ja doch weiterhin Engwanderung von Fachkräften, die Ayrigurierung, die Arbeitszeit erfassung. Von den EU-Richtlinien ganz zu schweigen. Wir sehen aber eine weitere entscheidende Entwicklung und das ist, dass die Internationalisierung zur Pflicht wird und nicht zur Option. Denn viele engpass-berufeset national schlicht nicht mehr zu besetzen. Internationale Regretierung ist aber auch komplex. Es gilt so vieles zu beachten, den Wieserprozess, die Integration des Personals und natürlich alles und das Thema Compliance. Und das wird ein massiver Differenzierungsfaktor am Markt werden. Und der Blick auf 2026 ist ja vergleichsweise optimistisch? Ja, in der Tat. Wenn wir unsere Studien-Ergebnisse schauen, dann warten 60 Prozent der Teilnehmer, steigende Umsätze. Aber man muss ehrlich sagen, die handelt es sich um einen Optimismus, der natürlich fragil ist. Man muss sich momentan nur in der Welt umschauen. April 2026, geopolitische Spannungen, wir haben Energiepreise mit einer sehr hohen Bulariedität. Wir aktuell an der Tankstelle steht weiß sofort nicht spreche und handelskonflikte verschärfen sich und die Industrie der größte Arbeitgeber für die Zeit dabei sprongen. Bleibt natürlich dann extrem anfällig und das hat heute und auch morgen Auswirkungen auf die Zeit dabei sprongen. Und jetzt die entscheidende Frage, wo steht die Branche 2007/20028? Der Blick nach vorne ist natürlich immer schwieriger, eingedenkt der von mir erwähnten geopolitischen Herausforderungen. Ich persönlich glaube, dass wir in Zukunft eine kleinere Branche sehen werden, die aber besser da steht als heute Zutage. Ich möchte mal drei Bilder malen, Zienario 1, der listische Entwicklung, 2027, erwarten wir ein moderates Wachstum, kein Boom, aber weiterhin eine hohe Vloctität, fahrt es, die Zeit dabei bleibt wichtig, aber weniger dominant. Wenn wir uns einem Zienario 2 vorstellen, das extrem gut läuft, dieses Bestcase-Zienario, dann wird sich die Wirtschaft stabilisieren, folgedessen die Nachfrage, Nachzeitarbeit, Nachflexibilität steigen und wir sehen auch die starke Rolle in der Transformation zum Beispiel beim Umbau der Industrie in Deutschland. Also wir sehen hier Wachstum vor allem in einem High-Skill-Sigment. Das worstcase-Zienario, das dritte, was ich hier noch anführen möchte, geht von einer schwachen Industrie aus, in der Folge mit einer anhaltenden Unsicherheit und mit Investitionstau und das wird dafür sorgen, dass der Zeitarbeitsmarkt schrumpft und die Marktkonsulidierung sich massiv beschleunigt. Und was ist die wichtigste Erkenntnis für die Branche? Die Zeitarbeit hat viele Chancen. Wenn sie sich vom einfachen Personal verleiher, zum strategischen Workforcepartner, so will ich ihnen verändert, das bedeutet Mehrberatung, Mähspezialisierung, mehr Technologie und höhere Internationalität. Diese vier Punkte sind Zukunftsentscheiden und das wird nicht jeder der heutigen Anbieter für Zeit dabei den Deutschland schaffen, weil die Herausforderungen somang ich falsch sind, einerseits die wirtschaftliche andere als die Investition in Personal und in die Digitalisierung. Das ist ein steiniger Weg. Und jetzt noch zum Abschluss, dein Fazit in einem Satz? Mein Fazit in einem Satz. Ich glaube, in nächsten drei Jahren werden entscheidend. Und ich glaube, die Zeit dabei zu unternehmen werden relativ stark sich mit sich selbst beschäftigen und sich nicht überwachst und definieren, sondern werden auf gut Deutsch gesagt, ums Überleben kämpfen. Und genau jetzt die richtigen Antworten finden auf die Fragen. Wie komme ich weiterhin durch die Krise und wie stehe ich 2007/28 gut da? Die Chancen sind da, der Weg ist steinig, aber die Zeitabattesunternehmen sollten und sie werden ihn nutzen. Danke für deine Einschützung. Gerne Mirieren, hat Spaß gemacht. Sie möchten keine Folge von Lündung Inside, Rue Is Dead und Starfing verpassen. Dann abonnieren Sie unseren Podcast auf den gängigen Blattformen. Wie Apple Podcast, Spotify, Amazon, diese. Wir freuen uns, wenn Sie diesen Kanal weiter empfehlen. [Musik]

Podcast Summary

Key Points:

  1. Die Zeitarbeitsbranche befindet sich nicht in einer konjunkturellen Delle, sondern in einer strukturellen Krise mit sinkenden Umsätzen und Beschäftigungszahlen.
  2. Das Geschäftsmodell wird von zwei Seiten angegriffen
  3. Vertrieb allein löst die strukturellen Probleme nicht; notwendig sind Investitionen in Digitalisierung, Spezialisierung und Prozessgeschwindigkeit.
  4. Der Fachkräftemangel wird oft fälschlich als Chance gesehen, da viele Anbieter selbst keinen Zugang zu qualifizierten Kandidaten haben.
  5. Der Markt wird sich in hochspezialisierte Anbieter (z. B. IT, Pflege) und Volumenanbieter mit Preisdruck spalten; erstere gelten als zukunftsfähig.
  6. Internationalisierung wird zur Pflicht, da nationale Engpassberufe nicht mehr besetzt werden können, aber sie ist komplex und erfordert Compliance.
  7. Für 2026 sind 60 % der Unternehmen optimistisch, doch geopolitische Spannungen, Energiepreise und Handelskonflikte machen diesen Optimismus fragil.
  8. Die Zukunft der Branche hängt von der Transformation vom einfachen Personalverleiher zum strategischen Workforce-Partner ab, mit Fokus auf Beratung, Spezialisierung, Technologie und Internationalität.

Summary:

In diesem Podcast diskutieren Mirja Lünendunk und Jörg Hossenfelder die strukturelle Krise der Zeitarbeitsbranche. Anders als in früheren Konjunkturzyklen reagiert der Markt nicht mehr stabil auf Nachfrageschwankungen. Die Margen schrumpfen, weil Kosten steigen und Kunden preissensibel sind.

Viele Anbieter arbeiten nur noch über Volumen ohne echte Wertschöpfung, was nicht mehr tragfähig ist. Vertrieb allein kann die Probleme nicht lösen; stattdessen sind Investitionen in Digitalisierung, Spezialisierung und schnellere Prozesse nötig. Künstliche Intelligenz kann das Matching effizienter machen, aber viele Unternehmen hinken hinterher.

Der Fachkräftemangel wird oft als Chance missverstanden, aber die Branche hat selbst Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden. Der Markt wird sich voraussichtlich in hochspezialisierte Nischenanbieter und margenschwache Volumenanbieter aufspalten. Internationalisierung wird zur Pflicht, ist aber komplex.

Der Blick auf 2026 ist vorsichtig optimistisch, doch geopolitische Risiken und Handelskonflikte belasten die Industrie als Hauptkunden. In den nächsten drei Jahren müssen sich Zeitarbeitsunternehmen entscheiden, ob sie zu strategischen Workforce-Partnern werden oder ums Überleben kämpfen. Die Chancen sind da, aber der Weg ist steinig.

FAQs

Die Branche steckt in einer strukturellen Krise, nicht nur einer Delle, mit Umsatzrückgängen und sinkenden Beschäftigungszahlen.

Das Modell 'Billig und Schnell' ist obsolet, da Kunden preissensibler sind und Margen durch steigende Kosten und Mindestlohn unter Druck geraten.

Digitalisierung ist eine Existenzbedingung, da KI das Matching effizienter macht und Kunden sofortige Verfügbarkeit erwarten.

Nein, es ist eine Fehleinschätzung, da viele Anbieter selbst keinen Zugang zu qualifizierten Kandidaten haben.

Der Markt wird sich in hochspezialisierte Anbieter und Volumenanbieter mit Preisdruck spalten, wobei Spezialisierung langfristig profitabler ist.

Themen wie Fachkräfteeinwanderung, Arbeitszeiterfassung und EU-Richtlinien sind ambivalent, aber Internationalisierung wird zur Pflicht.

Chat with AI

Loading...

Pro features

Go deeper with this episode

Unlock creator-grade tools that turn any transcript into show notes and subtitle files.