Go back

#318 - Ist es Zeit für mich, das Land zu verlassen?

from {ungeskriptet} - Der Meinungsfreiheit verpflichtet.

2h 49m 24s

#318 - Ist es Zeit für mich, das Land zu verlassen?

Im Gespräch erklärt Christoph Heuermann, Gründer des Blogs „Staatenlos“, seine Philosophie der globalen Diversifizierung des eigenen Lebens. Ausgangspunkt ist die sogenannte Flaggentheorie: Wohnsitz, Staatsbürgerschaft, Bankkonten und Unternehmen werden bewusst auf verschiedene Länder verteilt, um zu verhindern, dass ein einzelner Staat zu viel Einfluss auf das eigene Leben gewinnt. Sein Credo lautet, man solle aus einem System auswandern, ohne in ein neues System einzuwandern – das beste Land sei gar kein Land. Heuermann schildert seinen Werdegang vom politikwissenschaftlichen Studenten über die Prägung durch die österreichische Schule bis zum Aufbau seines Beratungsgeschäfts, das er durch steigende Preise und Sprachnachrichten über Telegram skalierte. Als konkrete erste Schritte nennt er Auslandskonten, etwa in Georgien, sowie den Erwerb einer zweiten Staatsbürgerschaft, beispielsweise über Vanuatu, die als Versicherung gegen Passentzug, Wehrpflicht oder neue Steuermodelle dienen soll. Zudem nutzt er mehrere Papierwohnsitze in verschiedenen Ländern, um Zugang zu unterschiedlichen Rechtsräumen und Finanzprodukten zu erhalten. Er betont, dass diese Strategien nicht auf Steuerhinterziehung abzielen, sondern auf finanzielle Privatsphäre und den Schutz vor staatlichen Übergriffen.

Transcription

32776 Words, 207400 Characters

German
Speaker 1Ich sage immer, das beste Land ist gar kein Land. Du solltest auswandern, ohne woanders einzuwandern. Ich habe selbst mein Leben in 25 verschiedenen Ländern organisiert.
Speaker 2Du hast vorhin gesagt, die deutschen Steuerberater sind quasi Erfüllungsgehilfen des Staates.
Speaker 1Das ist ein Riesenkartell in Deutschland, die Steuerverbrater oder Verräter, wie ich sie gerne nenne. Wir sind eben keine Steuerberater, wir sind, wie sage ich immer, Steuerbefreier. Ich hätte dieses Business ja niemals in Deutschland aufziehen können. Ab dem ersten Tag hätte ich hunderte von Abmahnungen bekommen.
Speaker 2Und jetzt schickt ihr mein Team, guck mal jetzt, im Konto so ein Pop-up. Und es scheint real zu sein, dass mein Geschäftskonto geschossen wird.
Speaker 1Das ist ein massives Klumpenrisiko einfach. Wenn wir investieren, dann diversifizieren wir auch, weil wir uns einfach schützen wollen. Und genau das gleiche Prinzip wenden wir eben auch auf unser Leben an. Das ist eben die Flaggentheorie. Ich selber habe ja nicht nur die deutsche Staatsbürgerschaft, ich bin auch Vanuatu-Staatsbürger.
Speaker 2Eigentlich wäre, wenn man den Gedanken zu engem Ende denkt, wäre doch logisch, den deutschen Pass jetzt abzugeben, wo es noch geht.
Speaker 1Du musst das halt zwei, drei Jahre vorher machen. Deshalb hast du völlig recht, das wäre vielleicht besser, jetzt rauszugehen.
Speaker 2Was ist denn das Erste, was man machen kann für Klumpenrisiko?
Speaker 1Das Erste, was wirklich jeder Bundesbürger machen kann, ist.
Speaker 2Mittlerweile ist es ja irgendwie en vogue, einen Plan B für Deutschland in der Tasche zu haben. Die einen wollen nach Dubai, die nächsten in die Schweiz, die nächsten ganz woanders hin, haben irgendwelche Bankkonten oder Edelmetalle. Ich spreche heute mit jemandem, der sich lange, lange, lange, bevor dieses Thema in der breiten Masse angekommen ist, Gedanken über Flaggentheorie gemacht hat. Das heißt, wie kann ich mein Leben und die Lebensbereiche global über verschiedene Länder so verteilen, dass kein Staat. Irgendwie zu viel Einfluss auf mein Leben oder auf mich hat und wie man sich global diversifizieren kann? Wenn du also wissen willst, wie man eine zweite oder dritte Staatsbürgerschaft bekommt, wie man Einreiseerlaubnisse in diverse Länder der Welt bekommt, Bankkonten, Firmen, Geflechte global aufbaut, dann ist diese Folge genau das Richtige für dich. Und wenn du weiterhin so spannende, kontroverse und facettenreiche Gäste an diesem Tisch sehen willst und nicht möchtest, dass ich das Ganze für dich einordne, weil du nämlich möglicherweise selbst denken kannst, dann unterstütz mich gerne, indem du ungeskriptet auf YouTube, Spotify oder überall, wo es Podcasts gibt, abonnierst. Das kostet dich. Das kostet dich keinen Cent, hilft mir aber mega, das Ding hier auch krisensicher zu machen. Und jetzt gute Erkenntnisse mit Christoph Heuermann ungeskriptet. Das Verrückteste ist, gerade kurz bevor du hier reingekommen bist, habe ich eine Nachricht bekommen aus meinem Team und ich folge dir schon seit einigen Jahren. Als es damals noch keine digitalen Nomaden gab, gab es dich schon. Also ganz verrückt. Und jetzt schickt mir mein Team, guck mal jetzt, ein Konto, so ein Pop-up. Ihr Konto wird geschlossen. Und ich dachte, was für eine Scheiße. Und dann dachte ich, jetzt habe ich genau den richtigen Gast dafür, um das zu diskutieren, weil das ist ja immer so ein theoretisches Risiko, wenn ein Staat beispielsweise sagen würde, um Gottes Willen, wir wollen dich nicht hier und wir machen das Leben mal schwer. Das ist im Prinzip genau deine Lebensrealität.
Speaker 1Man könnte einiges machen, weil du ja auch Thema Meinungsfreiheit und so weiter. Aber genau. Man könnte einiges
Speaker 2machen, bevor wir zu meines persönlichen Consulting kommen. Lass uns mal einsteigen mit, ich habe in deinem CV geguckt oder mir versucht, dein CV zu bauen und du bist irgendwie one way nach Mexiko geflogen, als du deinen Bachelor gemacht hast. Als du deinen Bachelor fertig hattest. Und dann gab es startenlos. Das ist irgendwie eine sehr, sehr ungewöhnliche Vita, weil wenn ich meiner Mama sage, was willst du machen? Ja, ich will so einen Blog machen. Dann ist das irgendwie komisch. Wie ist das bei dir passiert?
Speaker 1Ja, die lange oder die kurze Geschichte. Ich mache mal die lange. Ja, natürlich die lange. Ja, man muss wissen, ich habe damals nach dem Abitur, bin ich erst mal ein Jahr nach Neuseeland gereist, habe ein freiwilliges soziales Jahr gemacht, mit geistig Behinderten ein halbes Jahr gearbeitet an der Schule. Und da habe ich so ein bisschen das Reiseleben für mich entdeckt. Ja, also ich war relativ isoliert auf so einem abgelegenen Bauernhof, bin dann aber sehr viel gereist, habe mir so einen Honda Civic für 3000 Dollar gekauft, nach einem Jahr und 30.000 Kilometer für 300 Dollar wieder verkauft und bin halt durch ganz Neuseeland gefahren. Und da habe ich ein bisschen die Reiseleidenschaft für mich entdeckt. Und ich wollte früher mal Jura studieren. Nach diesem Jahr ging es dann eher Richtung Politik, Wissenschaften, internationale Beziehungen. So habe ich dann in Konstanz am Bodensee angefangen. Ich habe dort einen Bachelor in Politik und Verwaltungswissenschaften eingestrebt. Ich wollte ja eigentlich Beamter werden. Ich wollte eigentlich bei der EU oder der UN arbeiten, da ist man ja auch steuerfrei. Damals ging es mir natürlich nicht so sehr um die Steuerfreiheit, ich war eigentlich sozialliberal. Ich war so der typische linksliberale FDP-Wähler, sehr an der Demokratie interessiert. Ich war Wahlhelfer bei diversen Wahlen, damals auch 18-Jähriger und ja, hatte dann das Glück oder das Pech im Endeffekt. Im ersten Semester in einem Seminar zur politischen Philosophie mit den falschen Büchern konfrontiert zu werden. Ja, ich habe tatsächlich die allererste Unistunde verschlafen im Seminar zur politischen Philosophie. Und dann wurde mir ein Referatsthema zwang zugeteilt. Das war Friedrich August von Hayek, ein österreichischer Wirtschafts-Nobelpreisträger und eine Ikone der Libertären. Da hatte ich relativ lange Zeit, mich vorzubereiten. Ich war damals extrem schüchtern, sage ich mal, öffentlich Vorträge zu halten vor meinen Kommilitonen, fiel mir extrem schwer und ich habe mich halt extrem in das Thema reingefuchst, um eine gute Performance zu machen. Und irgendwie haben mich diese Themen, sage ich mal, gereizt. Ja, ich habe nie zuvor davon gehört und dachte dann, das ist ja super spannend. Und dann habe ich auch meine erste Hausarbeit zu diesem Thema geschrieben, Friedrich August von Hayek. Und mich in den Semesterferien sehr stark in diese libertäre Literatur eingearbeitet. Und bin auch relativ schnell auf, sage ich mal, radikalere Gedanken gestoßen. Anne Rand, Hans-Hermann Hoppe, Muriel Rothbard, die alle diese, sage ich mal, anarcho-kapitalistischen Themen bedienen. Und das fand ich hochinteressant. Damals dachte ich aber, ich bin der Einzige. Es gibt niemanden in ganz Deutschland, der so denkt. Ja, und dann hat es eine Zeit lang gedauert. Ich habe mich viel mit den Themen beschäftigt und dann mein Leben so ein bisschen darauf umgestellt. Bin zu Konferenzen gegangen, Seminaren gegangen von Leuten, die ähnliche Ideen haben. Habe auch meine ersten Praktika damals gemacht. Ich war drei Monate in Wien, in Österreich.
Speaker 2Darf ich dich da unterbrechen, weil du sagst, die ähnliche Ideen haben. Was für Ideen, was hat dich fasziniert?
Speaker 1Ja, es war einfach eben diese komplett konträre Sicht auf die Gesellschaft und vor allem auf die Wirtschaft, ja. Wirtschaft eben nicht, dass die Makroökonomik, die du eben im VWL lernst, die ich eben auch in meinen Vorlesungen hatte, sondern eben einfach der rationalere Zugang der sogenannten österreichischen Schule der Ökonomie, die halt Wirtschaft wirklich versucht zu verstehen und nicht in irgendwelche unrealistischen mathematischen Formeln zu pressen. Und das hat mich fasziniert. Ich hatte damals einen Pflichtpraktikum-Semester. Da habe ich dann ganz bewusst drei Monate in Wien verbracht, eben die quasi Wurzel der österreichischen Schule bei einem Rahim Takisadegan. Bei einem guter Freund und Geschäftspartner von mir. Und da habe ich sehr viel über diese Themen gelernt. Dann bin ich in die Politik gegangen. Ich hatte damals ein Praktikum beim Frank Schäffler, Euro-Rebell, FDP, der damals in der FDP ja selber so ein bisschen ausgeschlossener war. Und das war auch das Wahljahr, wo die FDP dann ja aus dem Bundestag rausgeflogen ist. Also ich war erst einen Monat in Berlin, dann drei Monate im Wahlkreis und habe bis zum bitteren Ende das Ganze mitverfolgt und da sehr viel über Politik gelernt. Ja, und damals war für mich eigentlich schon klar, ich möchte nicht in die Politik. Auch eigentlich nicht mehr in die Politikberatung, das war damals so ein bisschen mein Ziel. Ja, also durch diese libertäre Beschäftigung wollte ich natürlich relativ schnell nicht mehr beim Staat arbeiten, aber so ein bisschen der Bereich Politikberatung, Lobbyismus hat mich gereizt. Aber nach diesem Praktikum dachte ich dann, nee, das will ich auch nicht, ich will mich selbstständig machen. Ich will versuchen, den Menschen Freiheit in der Realität zu zeigen, weil auf dem politischen Wege das, was ich damals in der Politik mitbekommen habe, ich war damals noch beim anderen Praktikum auch bei der EU in Brüssel in einem Lobbyismus-Büro, kannst du sagen. War für mich absolut nicht erstrebenswert. Warum? Da dachte ich, ja, du hast halt einfach, sag ich mal, immer die Beschäftigung mit sich selbst. Das war für mich intellektuell nicht herausfordernd und da wurdest du ständig auf irgendwelche Empfänge geschickt und was du die Lobbyisten halt so den ganzen Tag machen. Aber das treibt halt nicht die Freiheit voran. Also fast alle dieser Institutionen, selbst wenn sie vorgeben, sich mit Freiheit zu beschäftigen, das ist halt intellektuelle Freiheit, die aber im Alltag der Bürger nie ankommt. Ja, und auf politisch. Auf politischen Wege, in meinen Augen, in einem Land, wo in Deutschland 80 Prozent der Bevölkerung indirekt oder direkt vom Staat abhängen, wie willst du da auf politischen Wege mehr Freiheit erreichen? Das geht nicht, ja. Und deswegen war für mich immer der, sag ich mal, Gedanke, Freiheit im Hier und Jetzt zu zeigen, indem wir die richtigen Entscheidungen treffen. Das hat mich eben damals motiviert, meinen Blog auch zu gründen und selbst quasi aus Deutschland auszuwandern, so ein bisschen mit gutem Beispiel voranzugehen und den Menschen zu zeigen, was möglich ist. Und damals hatte ich diese Gedanken schon so ungefähr im vierten Semester. Ja, ich hatte. Ich hatte damals dieses Praktikum, die FDP ist rausgeflogen. Direkt am nächsten Tag bin ich nach Madrid geflogen. Da hatte ich ein Auslandssemester in Madrid. Damals war mir schon klar, ich mache jetzt zwar noch den Abschluss zu Ende, pro forma, das waren dann noch drei Semester, aber ich beschäftige mich schon mal extrem mit dieser Flaggentheorie, über die ich damals über irgendwelche Konferenzen gestoßen bin. Ich habe internationale Konferenzen besucht und habe Leute gefunden, die schon so einen ähnlichen Lebensstil leben. Und damals war mir klar, in Deutschland gibt es diesbezüglich fast keine Inhalte. Im englischsprachigen Bereich gab es einige Vorreiter. Aber auf deutscher Sprache gab es das nicht. Und ich dachte super Nische. Also hast du überhaupt keine Ahnung von Business. Dann habe ich mich ein Jahr, den Artikel gibt es immer noch auf meinem Blog, mit Business beschäftigt. Business, Marketing, Psychologie, Biografie ein erfolgreicher Unternehmer. Ich habe diesen Artikel auf meinem Blog, 133 Bücher, die ich in 2015 gelesen habe. Das habe ich tatsächlich gemacht. Alles quasi Self-Help-Literatur. Und nach diesem Jahr fühlte ich mich dann quasi bereit, meinen Blog zu starten. Ich habe also noch zu Ende studiert, pro forma, dass Mama glücklich ist. Und habe mich direkt nach Abgabe der Bachelorarbeit, damals übrigens schon, das war 2015 zum Thema Bitcoin, wurde schlecht benotet. Hat der Professor nicht verstanden. Habe ich mich dann abgemeldet und bin nach Mexiko geflogen, ohne wirklich Einkommen zu haben. Also ich hatte gar kein Einkommen. Ich hatte vielleicht noch 2.000 Euro auf dem Konto. Ich war damals Stipendiat, muss man sagen, der Friedrich-Naumann-Stiftung, also FDP-nah. Die meisten Libertären haben sie damals abgelehnt, aber mich haben sie irgendwie genommen. Also ich hatte zumindest ein bisschen etwas noch in der Tasche. Aber ja. Aber ja, bin dann losgeflogen. von Mexiko nach Kolumbien gereist und habe in der Zeit versucht, eben den Start-News-Blog aufzubauen.
Speaker 2Moment, aber das klingt mir jetzt. Also, 133 Bücher in einem Jahr zu lesen neben dem Studium ist schon crazy, ja?
Speaker 1Ich habe nicht wirklich studiert, ne? Ich habe das Mindestnotwendige gemacht, meine Klausuren geschrieben, das war's.
Speaker 2Ja, es sind trotzdem drei Bücher am Tag. Und ungefähr. 133. Entschuldigung, ah ja, alle drei Tage ein Buch, ne?
Speaker 1Ich lese sehr schnell, das war natürlich immer mein großer Vorteil, die Informationsverarbeitung.
Speaker 2Ja, okay, aber selbst das, alle drei Tage ein Buch, ist schon crazy und insbesondere wenn man da was draus mitnehmen will, was du ja scheinbar wolltest und möglicherweise auch getan hast. Und dann nach Mexiko zu fliegen ohne Geld, ohne. um sich dort selbstständig zu machen, ist auch irgendwie ein bisschen. also klingt jetzt nach Quatsch, wenn das. mein Sohn mir irgendwann mal sagt, wenn er 18 ist, ja, pass auf, ich habe 2000 Euro, Mexiko klingt gut, da ist es schön warm und ich mache mich da mal selbstständig. Ich sage, okay, mach das mal, wir sehen uns in vier Wochen. Aber du meintest das irgendwie ernst und wieso hast du geglaubt, dass das funktionieren kann?
Speaker 1Naja, 2000 Euro breichen in Mexiko, wenn du als Backpacker lebst, zu den damaligen Preisen locker vier Monate. Also es hat für mich klarstehen, du hast jetzt drei, vier Monate Zeit, Geld zu verdienen, dann ist dein Geld alle. Wenn du für 10 Euro im Hostel lebst und für 10 Euro den restlichen Tagesbedarf regelst, ist das in solchen Ländern durchaus möglich. Ja, und ich hatte schon quasi die Idee, ich hatte das Ziel, ich wollte nach drei Monaten eben einen Blog launchen, ich habe das entsprechend vorbereitet. Ich hatte vorher schon andere Blog-Projekte, muss man dazu sagen. Das war aber alles nicht wirklich ernstes oder geschäftliches. Und hatte ja eben diese ganze Bücher gelesen, nicht unbedingt, um jetzt wirklich irgendwie jeden Wort laut wiedergeben zu können, sondern einfach so ein bisschen, um die Perspektive zu erweitern. Ich glaube, das ist etwas ganz Wichtiges, was den meisten Menschen fehlt. Wenn du dann Biografien der 20 erfolgreichsten Unternehmer auf der Welt gelesen hast, hast du eine ganz andere Perspektive auf die Welt. Und dann dachte ich, klar, das schaffe ich. Und ich habe damals so ein bisschen free gelernt. Ich war damals Texter für Fahrradhelden und solche Sachen. Macht mittlerweile alles die AI, aber damals konntest du noch deine 15 Euro pro Stunde damit verdienen, da so Textbeschreibungen zu machen für irgendwelche deutschen Content-Plattformen. Und da dachte ich, selbst wenn du darauf ausweichen musst, da verdienst du mehr als deine Kommilitonen in irgendwelchen Studentenjobs und bist trotzdem relativ frei und flexibel. Man muss halt einfach sagen, damals habe ich eben auch sehr spartanisch gelebt, auch die ersten zwei, drei Jahre meines Blogs. Habe ich noch in Jugendherbergen übernachtet. Die ganzen Leute wollten die ganze Zeit Party machen und ich musste da in meinem Bett sitzen und auf meinem Laptop meine Blogartikel schreiben. Damals habe ich noch jeden zweiten Tag einen neuen Blogartikel von 3.000, 4.000 Wörtern rausgehauen. Da gab es auch noch keine AI, die einem geschrieben hat. Das ist natürlich schon sehr viel Disziplin gewesen, aber ich dachte, ich habe diese Disziplin und ich habe einen potenziellen Markt, den ich sehr gut bedienen kann. Und für mich war es nie eine Frage, ob ich scheitere, aber es war natürlich ein langer, steiniger Weg. Ich dachte, als ich mein erstes Buch damals gelauncht habe im Eigenverlag, die Startnuss-Mentalität, werde ich über Nacht zum Millionär. Aber am nächsten Tag kam es dann nach ein paar Stunden vielleicht zehn Leute gekauft. Da habe ich mich entschieden, das dann kostenlos im Austausch für E-Mail-Adressen anzubieten.
Speaker 2Wenn ich mich so in dich hineinversetze, als du dann damals so 18, 19 warst, in dieser Auswanderungsphase, dann ist, wenn du nach Mexiko ins Hostel gehst, um da mit anderen Party zu machen, ist das eine geile Zeit. Wenn du nach Mexiko ins Hostel gehst, um da kein Party zu machen, um dein Unternehmen zu gründen, ist das eine wesentlich anstrengendere Zeit. Das hättest du ja gar nicht gemusst. Also du hättest ja einfach entspannt von zu Hause, du hättest ja deine Heimat verlassen tatsächlich, um irgendwo bei 35 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit, neben irgendwelchen Besoffenen, die überhaupt ein ganz anderes Ziel und Lebensstil hatten, zu arbeiten, weil du meintest, dass das cool ist.
Speaker 1Finde ich, weil es cool ist, weil es natürlich auch besser ist. Ich war ja nicht 18, 19, ich war ja Mitte 20. Ich war ja erst mal studiert, ich hatte Neuseeland und so weiter. Und natürlich wollte ich nicht von allem, was ich wusste, mein Unternehmen in Deutschland anmelden. Weil ich ja schon damals wusste, es gibt eine Wegzugsbesteuerung, es gibt andere Sachen und vor allem hohe Steuern. Was will ich anarbeiten, wenn der Staat mir die Hälfte meines Einkommens wegnimmt? Für mich war damals schon klar, dass ich natürlich mein Unternehmen auf keinen Fall in Deutschland aufbaue. Und ich bin dann damals ja auch, das ist eine Story, wo ich meist nicht die Zeit habe zu erzählen, nach diesem halben Jahr in Mexiko erst mal wieder ins System sozusagen zurückgekehrt. Ich habe noch ein Masterstudium angefangen, aber eben ganz bewusst nicht in Deutschland, sondern ich bin nach Malta gegangen, um dort zu studieren, auf was ganz anderes, nämlich Unternehmertum und Kreativität, die ist der Studiengang. Ich bin dann ganz bewusst nach Malta gegangen, weil ich da auch steuerfrei leben konnte, ja. Und habe dieses Studium aber nach drei Monaten abgebrochen, weil es extrem verschult war. Wo ich studiert habe, mein Bachelor, konnte ich praktisch keine Vorlesungen besuchen und trotzdem relativ easy bestehen. Malta war halt extrem verschult mit Anwesenheitspflichten, mit Hausaufgaben etc. Das habe ich dann einfach nach zwei Monaten gesagt, ich breche ab. Ich konzentriere mich jetzt voll auf Staatenlos. Das ist jetzt mein Business. Und da ist das natürlich das einzige Mal, glaube ich, seit elf Jahren, wo ich nicht gereist bin. Ich habe mich sechs Wochen quasi eingeschlossen und damals mein erstes richtiges Buch geschrieben. Das Bankenlexikon, wo ich so ein bisschen das Bankensystem weltweit vorstelle und Banken vergleiche. Und als ich das dann gelauncht habe, fing ich an, erfolgreicher zu werden, weil die Leute halt, sage ich mal, eine gewisse Autorität mit mir assoziiert haben. Das ist der Typ, der sich mit allen Banken der Welt gut auskennt. Ja. Für mich war aber, sage ich mal, der Business-Erfolg immer nachrangig. Für mich gab es eigentlich immer, ging es um meinen eigenen Lifestyle. Ich wollte viel reisen, ich wollte die Welt sehen, ich wollte alle Länder der Welt besuchen. Habe ich alles über die Zeit gemacht und geschafft. Aber es ging mir einfach darum, sage ich mal, meine Gaben, mein Wissen der Welt anderen zu teilen. Und damals, vor zwölf Jahren, hatte ich ja nicht im Entferntesten eine Ahnung, was daraus einmal werden sollte.
Speaker 2Ja, krass. Aber dann hast du ein bisschen gejobbt, bist nach Malta gegangen und du scheinst die Fähigkeit zu haben, dich relativ schnell autonom in Dinge einzuarbeiten. So, das hast du mit den Büchern gezeigt und dann auch mit dem Bankensystem, weil das Bankensystem oder die Banken der Welt scheinen mir jetzt nicht ein wahnsinnig zugängliches Thema zu sein. Wie viel Geld hat damals dein Blog
Speaker 1verdient? Ja, man muss sagen, in den Anfangstagen habe ich damals Internationalisierungsanalysen geschrieben. Also mittlerweile kostet meine Beratung 3000 Euro. Damals habe ich für 30 Euro angefangen und ich habe damals, da war ich recht schüchtern, mich gar nicht getraut, fremde Menschen am Telefon überhaupt irgendwie zu beraten. Ich habe erstmal alles schriftlich gemacht, ja. Und da habe ich dann sicherlich vier Stunden vor so einer schriftlichen Analyse gesessen. Die Leute haben ihre Ausgangssituation geschickt. Ich habe dann drei, vier Stunden mir anhand der Flaggentheorie angeschaut, was ist der beste Wohnsitz, Staatsbürgerschaft, Bank, Konto, Firma etc. für dich. Und habe diese Analysen rausgesendet. Irgendwann wurde mir das zu viel Arbeit. Ja, das zieht sich so ein bisschen durch meine Geschichte. Ich habe quasi immer die Preise erhöht, wenn es mir zu viel Arbeit wurde. Ja, also es waren dann vier Stunden für 30 Euro. Nee, dann waren es irgendwie 15, waren es 100 Euro. Irgendwann dann, relativ bald, nachdem ich aus Südamerika zurückgekommen bin, bin ich dann doch auf persönliche Telefonberatung umgestiegen, habe gesagt, jetzt irgendwie 100 Euro für 90 Minuten Call. Und dann ging das halt munter weiter. Wurde 200, 300, 400, 500, 1000, 2000, bis jetzt 3000 Euro. Weil ich halt immer natürlich eher an meinem Lifestyle interessiert war, kann ich ganz offen und egoistisch sagen. Ich wollte eben die Welt entdecken. Ich will arbeiten, ich will den Leuten helfen. Ich mag es den Leuten auch allein moralisch zu unterstützen. Aber ich will halt nicht die ganze Zeit in einem Büro hocken. Das würde auch eben die Leute gar nicht inspirieren. Ich will meine fünf bis zehn Beratungen die Woche machen, aber nicht mehr. Und entsprechend habe ich die Preise angepasst.
Speaker 2Wann hattest du das erste Mal Kontakt zu der Frage, soll ich meine Preise erhöhen oder über Teams skalieren? Was meinst du über Teams skalieren? Wäre ja durchaus eine Möglichkeit. Wenn du merkst, pass auf, ich habe jetzt 30 Anfragen pro Woche und ich habe aber nicht so viel Zeit. Der normale oder übliche Weg, das ist schon normal, ist ja zu sagen, okay, ich habe nicht so viel Zeit, also muss jemand anders was machen. Ich stelle jemand ein, ich kann das vielleicht vorbereiten. Dann ist so der traditionelle Weg im Coaching ist zu sagen, okay, wir machen einen Teamcall und dann gibt es noch den Online-Kurs und so. Das wäre das traditionelle Coaching-Modell. Und du hast dann aber Preise erhöht.
Speaker 1Es ist halt nicht zielführend in meinen Augen. Weder, dass ich meine Arbeit groß outsource, mittlerweile habe ich Berater, die für mich arbeiten, die eher simplere Auswanderungsfälle bedienen, aber die meisten Situationen von Kunden sind so hochkomplex, dass es keinen anderen Menschen, kann ich durchaus arrogant sagen, auf der Welt gibt, die dieses gleiche Wissen, Expertise, Erfahrung haben wie ich. Das heißt, es ist etwas, was man ganz schwierig outsourcen kann, beziehungsweise nur begrenzt. Ich habe das dann anders gelöst, erst in junger Zeit. Ich habe ein Team aus den Mitarbeitern, die verschiedene Dinge machen. Was ich seit Jahren sehr erfolgreich mache, ist, die Leute schreiben ihre Situation schriftlich auf Telegram und ich mache Sprachnachrichten. Die dürfen keine Sprachnachrichten machen, das bindet viel zu viel Zeit. Ich kann halt Informationen per Text extrem schnell aufnehmen und verarbeiten und dann mache ich halt meine Sprachnachrichten. Jeden Tag setze ich mich zwei, drei Stunden hin, mache meine Sprachnachrichten und habe 100 Leute betreut. So habe ich skaliert. In meinen Augen machen wir da Teamcalls mit mehreren Kunden Sinn, weil es halt extrem individuell ist. Du kannst nicht einfach Leuten einen Teamcall, kannst du schon, aber in meinen Augen nicht gut oder vernünftig beraten. Und andererseits, wie gesagt, simplere Fälle kann ich an meine Mitarbeiter outsourcen, aber auch die brauchen natürlich Zeit und Erfahrung, um da hineinzuwachsen. Und das hat natürlich eine gewisse Zeit gedauert. Also die ersten fünf Jahre war ich alleine. Dann hat mein Bruder angefangen bei mir zu arbeiten. Weil er sehr viel mit mir gereist ist. In der Corona-Zeit waren wir viel zusammen und hat dann quasi erste Beratung übernommen. Irgendwann hat er aber keine Lust mehr, hat aufgehört und dann habe ich langsam eben mein Team skaliert. Aber das war dann eben auch, sage ich mal, ja, mit der zunehmenden Popularität meines Blogs verbunden. Irgendwann hast du halt keine Zeit mehr, dich um alles selber zu kümmern. Ja, dann habe ich irgendwann meine erste Mitarbeiterin eingestellt, die alles Organisatorische, das Marketing und so weiter übernommen hat. Wenn mich jemand anfragt für ein Interview, dann mache ich selber den Termin aus, habe alles andere, die Social-Media-Posts, die Newsletter macht dann die und so ging das halt Runter und munter weiter, je mehr neue Produkte dazukamen, desto weiter musste ich eben skalieren, ja.
Speaker 2Verrückt. Wie viel Geld hast du am Anfang schon gesagt, du hast irgendwie 30 Euro pro vier Stunden genommen, aber wann war der Moment, wo du das erste Mal so richtiges Geld verdient hast? Geld, Geld, nicht nur, oh, ich kann mir ein Hostel leisten, sondern okay, das skaliert und ich kann mir ein eigenes Zimmer leisten und vielleicht sogar mehr.
Speaker 1Ja, also ich hatte damals halt natürlich diese, sag ich mal, Barrieren im Kopf. Ich dachte, das, was ich jetzt schon mache, ist eigentlich geil. Ich bin flexibel, ich kann frei um die Welt reisen. Klar, ich kann nicht in jedem Land der Welt in Fünf-Stern-Hotels wohnen, aber ich habe damals eigentlich schon das Leben gelebt, was ich leben wollte und dachte, brauchst ja gar nicht mehr zu verdienen, ja, und bin bei mir wirklich rein an der Arbeitsbelastung. Ich habe dann damals, 2016 war das, die Idee bekommen, mein Wissen mal auf einem Seminar zu vermarkten. Ich habe mein allererstes Seminar im Sommer 2016 in Wien gemacht und da weiß ich noch, da habe ich, ich glaube, 900 Euro für genommen. Also das war auch echte Arbeit, da kamen 20 Leute und ich saß dann da sicherlich zweimal 10 Stunden am Tag und habe quasi mein komplettes Wissen vor diesen Leuten abgespult. Dennoch, 20 mal 900 waren 18.000 Euro Cash, steuerfrei sozusagen, habe mich natürlich erstmal für ein paar Monate finanziert. Fand ich cool, dann habe ich ganz viele Seminare gemacht. Irgendwann wurde mir das aber mit den Seminaren zu viel, habe ich irgendwann das Seminar mal professionell aufgenommen und einen Videokurs des Seminars herausgebracht. Hat zwischendurch auch andere digitale Produkte, aber da habe ich zum ersten Mal so ein bisschen verstanden, was möglich ist. Und ja, so bis 2018 bin ich trotzdem in Jugendherbergen gereist, größtenteils, weil es mir auch immer Spaß gemacht hat. Irgendwann bin ich dann vom Hostel, sag ich mal, Mehrwertzimmer auf Einzelzimmer umgestiegen, habe immer noch relativ viel Geld auf Geld geachtet. Und so ein bisschen der Moment, wo ich das Hostelleben abgespürt habe, weiß ich noch, war im Sommer 2018. Da war ich in Norwegen und Norwegen ist, das ist ja ein relativ teures Land. Und da kam ich in dieses Hostel und da standen dann so 30 Betten freistehend in einem Raum. Und da dachte ich, oh Gott, das wirst du dir nicht mehr antun. Da habe ich zum ersten Mal mir dann irgendwie so ein kleines Apartment genommen, da ein paar Tage verbracht und gedacht, ja, jetzt verdienst du genug Geld, kannst das Hostelleben hinter dir lassen. Ich habe so ein bisschen gemerkt, dass ich dann angefangen habe, mir mehr zu gönnen, vernünftige Hotels aufzusuchen. Ging es dann auch deutlich besser und schneller mit dem Business, weil du wahrscheinlich einfach mental andere Dinge anziehst.
Speaker 2MARKUS TRANTOW: Daran glaubst du. Das heißt, wenn du viel Geld ausgibst, für Hotels beispielsweise und ein bisschen Luxus und ein bisschen Status, dann ziehst du mental andere Sachen an.
Speaker 1MARKUS TRANTOW: Ich glaube schon, dass da viel Wahres dran ist. Ja, also, dass du, sag ich mal, je weniger du dich mit Geld beschäftigst, je weniger du das als maßgebliche Konstante in deinem Leben wahrnimmst, desto einfacher fließt es dir zu. Ja, ich habe mich nie viel um Geld gemacht. Ich wollte nie irgendwie Multimillionär werden. Das habe ich halt durch meine Arbeit, durch meinen Lebensstil erreicht. Aber es war nie irgendwie das bestimmende Thema in meinem Leben.
Speaker 2MARKUS TRANTOW: Wer aktiv an der Börse handelt, der weiß, es kommt nicht nur darauf an, was man handelt, sondern wie. Spreads, Liquidität und Ausführungsgeschwindigkeit sind keine Nebensachen. Das ist der Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Trading App. Deswegen möchte ich euch heute TradeGate Direct vorstellen. Das ist eine Trading App, die speziell für aktive und erfahrene Trader entwickelt worden ist, die die Kontrolle über ihre Handelsaktivitäten behalten wollen. Was TradeGate Direct besonders macht, ist, dass ihr direkt an der TradeGate BSX, das ist Europas liquideste Retailbörse, handelt. Es gibt keine Zwischenhändler, es gibt keine Umwege, es gibt keine versteckten Kosten. Das bedeutet mehr Transparenz bei der Preisbildung, enge Spreads, eine saubere Ausführung und das ist genau das, was ihr als aktive Trader braucht. Dazu kommen dann noch Profi-Features wie intelligente Order-Typen, detaillierte Performanceberichte und lange Handelszeiten von 37 bis 22 Uhr. Wer regelmäßig und mit hoher Frequenz tradet, für den macht genau das einen spürbaren Unterschied. Und das Beste: Der Handel ist dauerhaft kostenfrei, wobei natürlich Spreads anfallen, wie bei jeder Börse. Depot- und Kontoführung sind kostenlos. Und die Stiftung Warentest hat TradeGate Direct bereits zweimal in Folge als Kostensieger ausgezeichnet. Und das spricht natürlich für sich. Hinter der App steht die Berliner TradeGate AG, also kein Start-up, sondern ein erfahrener Finanzmarkt-Akteur mit über 30 Jahren Erfahrung und einer Vollbank-Lizenz. Für wen ist das relevant? Klar, wenn jemand nur ab und zu mal eine Aktie kauft, da gibt es viele Apps. Aber wer wirklich aktiv und ambitioniert tradet und für den Ausführungsqualität und eine direkte Markteinbindung wichtig sind, der sollte sich TradeGate Direct gerne anschauen. Das Depot könnt ihr in wenigen Minuten eröffnen und dann direkt an der Börse handeln. Den Link findet ihr in der Videobeschreibung bzw. in den Show Notes. Und wie hast du dich da reingenerdet? Heute ist es ja so, wenn ich bei dir eine Beratung buche, dann sagst du: "Pass auf, mach Panabar, da brauchst du ein Holding, da brauchst du eine Stiftung und da brauchst du den Trust und die hier sollen zusammen eine Tochter gründen in Wanne-Eickel, weil dann, wenn die beide nur 49,3 Prozent haben, dann kannst du.?" So, hier mit diesem Schein, so stelle ich mir das vor zumindest. Aber es ist ja ein iterativer Prozess, du kannst ja nicht dein Master machen in Christoph Heuermann sein, sondern du bist ja da sukzessiv reingegangen und die Beratung, die damals 30 Euro für vier Stunden gekostet hat, die war ja eine andere als heute.
Speaker 1Ja, natürlich. Heute ist es natürlich ein ganz anderer Erfahrungsschatz gegeben. Ich habe sicherlich einige tausend Beratungen persönlich gemacht und bin natürlich in zahlreichen Branchengruppen drin, es gibt da noch verschiedene Konferenzen von Leuten, die sich eben um diese Themen wie Staatsbürgerschaften, Auslandsgründung und so weiter bemühen. Ich habe natürlich mein Partnernetzwerk, ich habe in jedem attraktiven Land der Welt Steuerberater, Rechtsanwälte, Makler etc. sitzen, die mir dann natürlich oft auch Feedback geben. Das Hauptproblem bei diesen ganzen Sachen ist, es ändert sich jede Woche was, du musst natürlich immer komplett aktuell bleiben, aber damals am Anfang war es natürlich einfach sehr viel Recherche, ja. Diese Informationen sind oder waren kostenlos im Internet verfügbar, das wissen natürlich die wenigsten, ja. Die großen Steuerberatungskanzleien, KPMG, PricewaterhouseCoopers und so weiter veröffentlichen jeden Jahr Guides, ja, dann ist da so ein Guide über alle Länder der Welt, Einkommenssteuer, das sind 3.000 Seiten, die habe ich mir dann halt reingezogen, dann habe ich dieses komplette Buch durchgelesen und versucht, mir die Sachen zu merken. Ich muss mir nicht unbedingt alles auswendig merken, aber ich muss halt wissen, wo es steht und wo ich das schnell nachschlagen kann. Heute mit der AI ist das natürlich deutlich einfacher geworden, dennoch habe ich, sage ich mal, einfach auch, sage ich mal, das ist mein Vorteil. Ich kann mich einfach mit den Sachen weitestgehend merken und miteinander vernetzen. Am Anfang hatte ich das nicht, ja, und damals war meine Bewertung natürlich auch ganz bewusst deutlich günstiger, weil ich deutlich weniger Erfahrung und Wissen hatte, als ich das heute habe. Und ich habe mich dann häufig mit gewissen Themen sehr stark beschäftigt, bin dann natürlich dann stärker reingerutscht. Ja, am Anfang habe ich mich eben sehr stark mit diesen Auslandsthemen beschäftigt, mit Bankkonten, mit Sparungsbürgerschaften und so weiter, und hatte relativ wenige Ahnung von Steuern. Irgendwann habe ich mich dann auch zum Beispiel mit Inländen beschäftigt. Mit inländischen Steuergestaltungen beschäftigt, ja. Mit deutschen Genossenschaften, mit Familienstiftungen, mit anderen Sachen, die man im deutschen System machen kann. Weil ich gemerkt habe, viele Deutsche hängen dann doch sehr, sehr an der Heimat und wollen gar nicht auswandern. Also musste ich mich damit beschäftigen. Irgendwann musste ich mich mit anderen Themen, was weiß ich, Familienrecht oder anderen internationalen Sachverhalten beschäftigen, weil das halt auch alles relevant ist. Und so bin ich halt sukzessive quasi, was das Rechtliche und das Steuerliche angeht, sehr, sehr tief gebildet, durch die Beschäftigung mit dem Gegenstand, also Praxis und eben nicht Theorie. Ja, du kannst das Ganze theoretisch studieren, du kannst dein Steuerberaterexamen machen, aber da lernst du einen Bruchteil von dem, was ich mir halt selber über die Jahre angeeignet
Speaker 2habe, ja. Was für Leute kommen zu dir?
Speaker 1Das ist extrem heterogen, das ist das Schöne, es wird nie langweilig, ja. Also ich habe immer gesagt, ich richte mich gar nicht so sehr an die Superreichen, ja, sondern die Idee von Staatenlos ist es, den durchschnittlichen Bürger Mittel an die Hand zu geben, die, ja, die jeder dann auch umsetzen kann. Ich sage immer, das ist dann so ein bisschen Family Office für alle, die sich kein eigenes Family Office leisten können. Ja, das heißt, am Anfang waren das so typische, selbstständige, kleine Unternehmer zwischen 50.000 bis 150.000 Jahresgewinn. Das hat sich natürlich stark ausdifferenziert. Mittlerweile habe ich auch viele Rentner, Angestellte, selbst Arbeitslose auf der einen Seite. Arbeitslose? Ja, natürlich. Es gibt Leute, die arbeitslos sind und die trotzdem natürlich auswandern wollen, freier leben wollen und denen versuche ich natürlich auch zu helfen. Klar, die buchen dann keine 3.000 Euro Beratung bei mir, haben da kein Geld zu, aber ich biete die 3.000 Euro Beratung per Telegram an. Jeder kann mir seine Situation schriftlich erklären, zwei, drei Fragen kostenlos stellen und ich helfe den Leuten, natürlich durchaus mit dem Ziel, das ist keine Frage, dass sie dann später vielleicht irgendwas bei mir buchen, weil ich ihnen am Anfang geholfen habe. Auf der anderen Seite habe ich auch durchaus deutschen Mittelstand, Multimillionäre, die mit ihrem Heer aus Standardsteuerberatern-Anwälten auch nicht zufrieden sind, die natürlich auch zu mir kommen, weil ich einfach diese, sage ich mal, gelebte Praxis aus mittlerweile zwölf Jahren Erfahrung habe. Und es wird nie langweilig, ich habe teilweise Minderjährige, 14-, 15-Jährige, die schon sehr erfolgreiche Unternehmen haben, die aber von ihrem Finanzamt gesagt bekommen, mach erst mal Abi, bevor du Geld verdienst, die natürlich voll frustriert sind und dann häufig auch schon auswandern wollen. Und es gibt durchaus Möglichkeiten, minderjährig in anderen Ländern schon erfolgreiche Firmen zu haben, wenn das einem in Deutschland schwer gemacht wird. Auf der anderen Seite hatte ich vor Monaten eine 90-Jährige, die ohne ihre, wie sie selber sagte, gehirngewaschenen Kinder nach Costa Rica ausgewandert ist. Du hast alles. Du hast alle Gruppen, auch sehr viele Frauen, sehr viele alleinerziehende Frauen zum Beispiel. Ein großes Thema war uns auch das Thema Schulzwang. Familien, die eben gar nicht so sehr aus steuerlichen Gründen auswandern wollen, sondern wegen dem Schulgebäudezwang in Deutschland.
Speaker 2Also mit was für Problemen kommen die? Also wir haben schon besprochen, Steuern ist ja ein offensichtliches Problem, in Anführungsstrichen, weil so hoch niedrige Steuern, besser hast du mehr Netto vom Brutto. So, Schulzwang, was gibt es noch?
Speaker 1Ja, ich meine, das Steuerthematik ist für viele natürlich bestimmt, wenn sie selbst selbstständig sind, aber wenn sie eh ein sehr hohes Vermögen haben oder wo es ihnen quasi egal ist oder. Ja, auch andere Faktoren, das ist natürlich häufig eben der Schulzwang. Es sind einfach andere Themen, einfach auch häufig einfach die gesellschaftliche Mentalität in Deutschland, dass du immer mehr für das System leisten musst, aber immer weniger vom Systemgefühl zurückbekommst. Und viele Leute, das ist ja so ein bisschen immer, sag ich mal, der negative oder der positive Anreiz. Ja, viele Leute sind halt negativ motiviert. Es ist alles so schlecht in Deutschland, es wird alles schlechter. Aber viele sagen auch einfach, sie haben mehr Chancen international. Die können ihr Start-up eben auch gar nicht so sehr in Deutschland skalieren, die müssen dann eben auch nach England oder in die USA gehen, um das zu machen. Und manche wollen einfach nur in anderer Umgebung mit besserem Wetter leben. Gestern hat mich ein Behinderter angefragt, der hat in Deutschland wohl sehr viel Stress gehabt im System. Er meinte, der Staat wäre dafür verantwortlich, dass er behindert ist. Ja, das ist natürlich eine gewisse Opfermentalität, habe ich ihm auch gesagt. Aber natürlich gibt es Möglichkeiten in anderen Ländern, wo du als Behinderter deutlich bererefreier lebst. Und deutlich stärker vom Staat unterstützt wirst, wenn du gewisse Dinge leistest.
Speaker 2Moment, ich würde denken, dass der staatliche Support für Behinderte außergewöhnlich gut ist im Gegensatz zu anderen Ländern. Ich verstehe, dass wir nicht die niedrigsten Steuern der Welt haben und wir haben auch eine hohe Bürokratie, das ist relativ klar. Aber dank der hohen Bürokratie gibt es halt überall in Neubauten, Behinderten, Toiletten, dann hier, wie heißt das, nicht fugenlos, nicht rahmenlos, sondern barrierefrei, barrierefreie Zugänge und dann gibt es aber andere Länder, die da besser sind.
Speaker 1Es gibt sicherlich bessere Länder, Skandinavien zum Beispiel, auch Holland, Spanien in weiten Teilen ist sehr, sehr behindertenfreundlich und hat ein bisschen anderes Umgang mit dem System. Hier hast du halt in Deutschland immer noch diese, sagen wir mal, sehr paternalistische Grundhaltung gegenüber Behinderten und die fühlen sich halt, wenn sie geistig bei vollen Kräften sind, dann natürlich sehr stark geformundet mit dem, was sie zu tun haben. Auch wenn sie natürlich im Hier und Jetzt nicht so gut sind. Und jetzt relativ komfortabel leben können. Da kann ich schon verstehen, dass Leute auswandern wollen, ja.
Speaker 2Gibt es so das 08/15-Ding, was die meisten Leute nicht verstehen, aber verstehen sollten?
Speaker 1Ja, das 08/15-Ding, was die meisten Leute nicht verstehen, bei uns ist halt einfach, sage ich mal, die Grundthese hinter staatenlos. Ja, staatenlos heißt nicht, dass wir keinen deutschen Pass mehr haben, sondern das heißt einfach, dass wir uns mental von diesem Konzept eines Staates befreien, weil wir alle unsere Angelegenheiten organisieren. Ja, staatenlos. Ich habe gerade gestern, hat mich jemand angeschrieben auf Facebook, meinte mich coachen zu wollen, weil ich ein ganz schlechtes Branding habe, ja. Staatenlos ist ja ein ganz schlechter Markenname, als ob ich mir das vor zwölf Jahren nicht gedacht habe. Weil irgendein konservatives Medium hat wohl gestern geschrieben, staatenloser belästigt Kinder im Freibad, ja. Und das ist natürlich, ja, hat seinen Punkt, aber ich habe natürlich diesen Namen ganz bewusst gewählt. Staatenlos steht natürlich aber eher für die mentale Idee. Staatenlos steht für die mentale Ebene und als Synonym für wohnsitzlos oder besser systemfrei. Ja, also wir wandern aus einem System aus, ohne in ein neues System einzuwandern. Das ist eigentlich die Hauptthese hinter uns, ja. Ich sage immer, der beste, das beste Land ist gar kein Land. Ja, du solltest auswandern, ohne woanders einzuwandern. Die meisten Leute machen den Fehler, die gehen von Deutschland nach Dubai, von Deutschland nach Zypern, von Deutschland in die Schweiz. Also sie gehen eben von einem System in ein anderes System. Und unser Ansatz war immer zu sagen, das beste System ist gar kein System. Ja, du musst dich natürlich immer in gewisse Rechtsräume reinbewegen, um gewisse Sachen umzusetzen. Aber du kannst dich halt aus der ganzen Welt von allen Ländern das Beste herauspicken für jede verschiedene Lebensangelegenheit. Ja, ich habe selbst mein Leben in 25 verschiedenen Ländern organisiert. Können wir auch gerne drüber reden, habe ich kein Problem mit. Sehr gerne. Aber das kommt halt den typischen, sag ich mal, Deutschen nicht am entferntesten in seinem Leben vor. Ja, der hat alles in Deutschland, sein Unternehmen, sein Bankkonto, seine Versicherung, ich weiß nicht, wie es bei dir ist. Vermutlich ist es ähnlich.
Speaker 2Aktuell ist das noch so, nachdem ich jetzt die Problematik mit dem Bankkonto habe, das muss ich mal gucken, ob das wirklich so ist. Ich kann mir das nicht vorstellen,
Speaker 1aber ich glaube, ich meine, das steht da halt. Wenn wir investieren, dann diversifizieren wir auch, dann bewegen wir unsere Assets in verschiedene Justitionen, in verschiedene Assetklassen, weil wir uns einfach schützen wollen. Das ist eben die Flaggentheorie, dass wir unser Leben internationalisieren, dass wir, sag ich mal, verschiedene Flaggen, dass zum Beispiel der Wohnsitz, die Staatsbürgerschaft, das Bankkonto in verschiedenen Ländern haben, um uns vor gewissen Risiken zu schützen. Ja, ein bisschen nach dem Motto: Geh dorthin, wo du am besten behandelt wirst. Und du wirst halt in Deutschland in gewissen Lebensbereichen immer noch sehr gut behandelt, du hast eine sehr hohe Lebensqualität, aber du hast natürlich auch einen entsprechenden Preis dafür. Und wenn wir jetzt außerhalb des Systems leben, dann können wir trotzdem ein paar Monate in Deutschland sein, ein paar Monate in Schweden sein, ein paar Monate in anderen Hochsteuerländern sein, ohne aber, sag ich mal, die Kosten so stark zu tragen. Das heißt nicht, dass wir asozial sind. Ich zahle mehr als genug Umsatzsteuer und Konsumsteuern. Wenn ich hier in Deutschland auf der Straße fahre, werde ich die Infrastruktur sicherlich mehrmals finanzieren. Aber ich zahle halt dort, wo ich mich tatsächlich aufhalte, ja. Und ich zahle halt nicht die Hälfte meines Einkommens an jemanden, der überhaupt keine Leistung erbringt.
Speaker 2Jetzt hast du gesagt, du hast dein Leben in 25 Ländern organisiert. Das ist wahrscheinlich die höchste Anzahl, die bei euch jemand hat. Oder gibt es noch Leute?
Speaker 1Es gibt einige Freunde aus meiner Familie. Es gibt Leute aus meiner Community, die deutlich mehr machen. Eine Mitarbeiterin von mir ist die ganze Zeit, die hat schon irgendwie acht verschiedene Aufenthaltsgenehmigungen gesammelt, weil es ihr einfach Spaß macht. Also die hat quasi das Recht, in acht verschiedenen Ländern dauerhaft zu leben. Das ist so eine Permanent Residency Permit. Ein guter Freund von mir, der zu viel Bitcoin hat, hat sich schon acht Staatsbürgerschaften geholt, kauft sich alle paar Monate eine neue Staatsbürgerschaft, weil das kann und weil einem das natürlich neue Optionen gibt. Ich habe mir damals ganz bewusst vor zwei Jahren diese Staatsbürgerschaft geholt. Das war in den letzten zwei Jahren knapp möglich. Deutschland hatte vorher das Gesetz, du kannst nur eine Staatsbürgerschaft haben, nämlich die deutsche. In besonderen Fällen ab Geburt auch mehrere. Aber sonst musst du die deutsche abgeben. Und ich habe mir halt den Vanuatu-Pass quasi sofort geholt, dass klar war, die mehrfache Staatsbürgerschaft ist möglich. Das wurde nicht für uns eingeführt, es wurde eher für die ganzen Zuwanderer eingeführt, dass die Afghanen, Syrer, wer auch immer, Deutscher werden kann und seine bestehende Staatsbürgerschaft behalten kann. Aber natürlich haben wir als Ausländer auch den Vorteil. Und das war vor allem natürlich. Ich glaube durchaus, dass ich einfach natürlich ein gewisses Rechtsrisiko habe. Du kennst das Thema selber, die Meinungsfreiheit in Deutschland ist unter Beschuss. Und dafür, dass wir eine vielleicht im Staat nicht so bequeme Meinung haben, hat der Staat natürlich Sanktionsmittel. Ich bin immer noch deutscher Staatsbürger, wenn ich nur den Reisepass habe, kann mir der deutsche Staat den Reisepass wegnehmen, sondern sogar sehr einfach. Man muss einfach mal ins Passversorgungsgesetz schauen. Das sind etliche Seiten, Paragraphen, da steht drin, du hast mehr als 50.000 Euro Steuerschulden, wird dir dein Reisepass nicht verlängert. Du zahlst deinen Kindern keinen Unterhalt. Das macht ja auch alles teilweise Sinn. Ganz komische Paragraphen auch. Du bist ein öffentliches Gefährdung für die Bundesrepublik Deutschland und du schädigst das Ansehen, sie können dir deinen Reisepass entziehen. Wenn dir dein Reisepass entzogen wird, dann kannst du maximal in einem Land bleiben, wo du eine Aufenthaltsgenehmigung hast. Im schlimmsten Fall wirst du nach Deutschland zurückgeschickt, kommst wieder ins System rein. Und da haben sie dich natürlich über zahlreiche andere Sachen. Und das ist für mich natürlich essentiell gewesen, einen Schutz zu haben, eine andere Staatsbürgerschaft anzustreben. Und zu sagen, ja, Deutschland entzieht mir notfalls den Pass. Ich habe einen anderen Pass, mit dem ich trotzdem reisen kann, mit dem ich trotzdem mobil bleibe. Und in meinen Augen ist das ein Riesenthema. Und mittlerweile merken auch immer mehr Leute dieses Thema, dass sie sich eben zur Absicherung einen zweiten Reisepass holen. Und das lenkt sich nicht nur für Multimillionäre oder Milliardäre, wie das gerne dargestellt wird. Sondern in meinen Augen, wer ein paar hunderttausend Euro auf der hohen Kante hat, für den ist diese zweite Staatsbürgerschaft ein essentielles Tool, eine wichtige Versicherung für die eigene Zukunft. Weil wir haben so viele potenzielle Szenarien in Deutschland, auch Thema Wehrpflicht natürlich, Passgebunden, Besteuerung nach Staatsbürgerschaft, weitere Sanktionen, die dir aufgrund was auch immer ereilen können. Das ist in meinen Augen ein extrem wichtiges Thema.
Speaker 2Aber du bist immer noch deutscher Staatsbürger.
Speaker 1Ich bin immer noch deutscher Staatsbürger. Aktuell sind das hier alles potenzielle Szenarien. Ja, noch ist der deutsche Reisepass sehr gut. Ich möchte die ganze Welt bereisen, habe ich schon. Ich war in allen Ländern der Welt, allen Territorien der Welt. Aber es ist natürlich praktisch, den deutschen Pass zu haben. Und aktuell hat er keine wirklichen Nachteile. Aber ich muss mich eben auf so ein potenzielles Szenario vorbereiten, bei dem, was ich mache und bei dem, wie der deutsche Staat sich aktuell verhält.
Speaker 2Es gibt das Risiko, eingezogen zu werden. Also das sind ja, glaube ich, die beiden großen Risiko, die beiden großen Risiken. Also einmal, dass du eingezogen wirst. Und einmal, dass es eine globale, nationenabhängige Steuerpflicht gibt. So, jetzt ist es so, dass wenn du den deutschen Pass zurückgibst, dann muss der deutsche Staat zustimmen. Also du kannst ihn nicht einfach quasi one-way schicken, so wie du nach Mexiko geflogen bist. "Hier, viel Spaß mit meinem Pass. Ihr Vollidioten, ich bin jetzt raus." Da muss Deutschland sagen: "Wir akzeptieren das." Das heißt, wenn es zu einem Einzug käme, also einem militärischen Einzug. Oder wenn es zu einer globalen Steuerpflicht käme, wäre ja genau dann der Staat in der Position, dass er sagen würde: "Momentchen, der verdient ganz viel Geld, der hat einen deutschen Pass und jetzt will er den zurückgeben und außerdem brauchen wir den für die Armee." Ja, also in keiner Welt lassen wir zu, dass unser Privileg des deutschen Staates, dass wir das verwirken durch unsere freiwillige Entscheidung. Das heißt, eigentlich wäre, wenn man dann Gedanken zu engem Ende denkt, wäre doch logisch, den deutschen Pass jetzt abzugeben, wo es noch geht.
Speaker 1Ja, das ist tatsächlich das perfide. Eben bis vor der Gesetzesänderung vor zwei Jahren, konntest du einen anderen Pass annehmen und der deutsche war automatisch weg. Ich hatte damals einen Kunden, der wollte das inoffiziell machen. Ja, der hat sich irgendeine Staatsbürgerschaft gekauft, hat das Deutschland nicht kommuniziert. Wollte seinen deutschen Pass verlängern. True Story. Wurde eben gesagt, sie sind doch gar kein Deutscher mehr, weil der Staat halt über irgendwelche Wege davon mitbekommen hat, dass er eine andere Staatsbürgerschaft angenommen hat. Jetzt hast du völlig recht, durch dieses Gesetz, und vielleicht wurde es auch genau deshalb geschrieben, können wir eben nicht mehr so einfach aus der deutschen Staatsbürgerschaft raus. Wir haben immer noch die Möglichkeit, das zu beantragen, aber der Staat muss dem stattgeben. Und wenn er uns natürlich potenziell einziehen könnte, wird er diesem Antrag nicht stattgeben. Und dennoch, nur weil ich deutscher Staatsbürger bin, heißt es ja nicht, dass Deutschland physisch über mich bestimmen kann. Sie können mir eben einen Reisepass entziehen und hoffen, dass ich dann keine Möglichkeiten habe, mehr zurückzukommen. Aber da sichert mich ja eben die andere Staatsbürgerschaft vorab. Ich habe dann immer noch einen Pass, mit dem ich reisen kann. Und solange ich nicht irgendwie international einen Interpol-Haftbefehl habe, der wird für irgendwie Wehrflucht nicht passieren. Passiert ja aktuell auch bei ukrainischen Männern oder sowas nicht. Die ja genau dieses Problem haben. Ukrainische Männer kriegen ihren Reisepass nicht. Das sei denn, sie kommen vor Ort in die Ukraine, dann können sie ihren Reisepass verlängern. Dann können sie aber nicht mehr ausreisen. Das ist genau der Punkt. Und mehrere Staatsbürgerschaften ermöglichen mir halt zumindest Alternativen. Vielleicht kann ich dann längere Zeit nicht mehr in Deutschland einreisen. Aber damit muss ich natürlich rechnen. Wenn Deutschland im Krieg ist, will ich vielleicht auch nicht in Deutschland einreisen.
Speaker 2Das heißt aber, das Szenario ist nicht, dass du in Italien bist oder in Spanien, also in irgendeinem EU-Land. Und Deutschland, wenn die dich einziehen würden. Dich dort einziehen, weil ich meine, die Ukraine gehört ja nicht zur EU. Deswegen ist es nur begrenzt ein Präzedenzfall. Da könnte man schon sagen, ey, liebe EU-Bürger, wenn jetzt alle Italiener nach Deutschland gehen, die eingezogen werden sollten und alle Deutschen nach Italien, macht es auch Sinn, dass sich da die Spitzen verständigen und sagen, pass mal auf.
Speaker 1Das kann alles passieren. Aktuell ist es ja erstmal nur so, dass all das Ganze, auch diese drei monatige Meldepflicht, die wir da hatten, das gilt ja nur für Steuerinländer. Das gilt ja wirklich nur für Leute, die in Deutschland leben. Wenn du abgemeldet bist. Musst du dich nicht beim Staat registrieren, dass du irgendwie eingezogen wirst. Aber natürlich, der Staat macht, was er will. Der kann jederzeit die Gesetze ändern. Und dann werden auch vielleicht Auslandsdeutsche oder sogar Auslandsstaatsbürger, die auch die deutsche Staatsbürgerschaft daheim herangezogen. Das ist alles im Bereich des Möglichen, da gebe ich dir völlig recht. Aber solange du einen anderen Pass hast, hast du halt andere Optionen. Und dann darfst du vielleicht nicht in die EU zurückkehren während eines Krieges. Das ist völlig klar. Aber zumindest wirst du nicht als Kanonenfutter geopfert.
Speaker 2Nicht sterben. Das ist immer tendiert dazu, besser zu sein, als zu sterben.
Speaker 1Ja, und das andere Szenario hast du angesprochen, die Besteuerung nach Staatsbürgerschaft. Das ist meiner Meinung nach eher unrealistisch. Erstens, weil Deutschland schon sehr strenge Gesetze hat, wenn die Leute ins Ausland abfahren, in die sogenannte erweiterte beschränkte Steuerpflicht. Einer meiner Lieblingsthemen. Und andererseits verfassungs-EU-rechtlich da auch zahlreiche Hürden im Weg gelegt sind. Also aktuell ist eigentlich eine doppelte Staatsbürgerschaft in der EU nicht wirklich möglich. Ich rechne so ein bisschen damit, dass das vielleicht auf EU-Ebene kommt. Das wird das Privileg, dass wir EU-Staatsbürger sind, vor allem an Brüssel dann gewisse Extrasteuern abgeführt werden müssen. Aber so eine rein nationale Besteuerung, wie sie in den USA existiert für ihre Bürger, nach Staatsbürgerschaft, ist eigentlich aktuell nicht wirklich möglich. Und ich richte mein Marketing auch nicht an dieser Angst aus, weil das in meinen Augen nicht so schnell stattfinden wird.
Speaker 2Habe ich gerade richtig verstanden, dass du gesagt hast, eine Doppelstaatsbürgerschaft innerhalb der EU ist nicht möglich? Hast du das gesagt?
Speaker 1Nee, eine Besteuerung nach Staatsbürgerschaft.
Speaker 2Ah, okay. Dann habe ich es falsch verstanden. Aber dann jetzt richtig. Richtig. Okay, das heißt, ein großes Thema, wo du dich, also wenn du grundsätzlich sagst, ich möchte mein Leben irgendwie vom klumpen Risiko eines Landes befreien, dann ist tendenziell ein Reisepass ein Thema. Ein Pass für Vanuatu kostet so?
Speaker 1Ja, die Staatsbürgerschaft ist die Königsdisziplin. Das ist ja am Ende das Letzte, was du machst, weil es natürlich am meisten Geld oder am meisten Aufwand kostet. Man muss sich nicht unbedingt einen Pass kaufen. Aber es gibt knapp 25 Länder auf der Welt, die ganz offiziell ihre Souveränität verkaufen. Vanuatu macht das. Wir machen viele Familien. EPA plus zwei Kinder kostet 120.000 Euro Schenkung. Das Geld ist weg. 50.000 Investment kriegst du nach vier Jahren wieder. Kannst du auch in Bitcoin bezahlen zum Beispiel. Ja, ich habe damals zwei Bitcoin investiert und habe die Vanuatu-Staatsbürgerschaft bekommen. Das ist eine der günstigsten Möglichkeiten, die auch relativ unkondiziert ist. Auch ganz spannend hier zu sagen, Vanuatu hat damals von der EU den Schengenzugang aberkannt bekommen. Die Vanuatu-Bürger konnten visafrei nach Europa reisen. Weil Vanuatu halt viele Sachen nicht umgesetzt hat, die sie umsetzen sollten, halt ihr Programm deutlich zu erschweren, Leute aussortieren, Preise deutlich zu erhöhen, wurde ihnen halt einfach der Visumszugang gestrichen. Das wird häufig als negativen Punkt für Vanuatu wahrgenommen. Ich fand das aber positiv. Ich sagte, geil, da ist ein Staat, ein relativ kleiner Inselstaat, der der EU ganz bewusst den Stinkefinger zeigt, der eben dieses Programm nicht anpasst. Da will ich sein, da will ich hin. Ja, und das habe ich gemacht und ich bin jetzt froh, in einem neutralen, unabhängigen Staat weit weg zu sein, der sich eben nicht schert, was die EU oder andere mächtige Blöcke von ihnen fordern. Während andere Staatsbürgerschaftsprogramme, fast alle Karibikländer zum Beispiel verkaufen Staatsbürgerschaften, versuchen seit Jahren der EU alle Wünsche vor den Augen abzulesen, haben ihre Programme extrem unattraktiv gemacht. Es kostet mehrere hunderttausend, du musst hunderte von Dokumenten im Original mit Apostille zusammentragen, muss vor Ort sein, Anwesenheiten, Interviews. Und gerade gestern habe ich gelesen, die EU will den Ländern trotzdem alle den Schengenzugang entziehen. Also in meinen Augen ist es häufig besser, so ein bisschen da auch anderweitig heranzugehen.
Speaker 2Möglicherweise, wenn man das braucht, will man auch nicht mehr in den Schengenraum.
Speaker 1Ja, vor allem gibt es andere Möglichkeiten. Das heißt ja nicht nur, weil du keinen visumsfreien Zugang zu Schengen hast, dass du nicht einreisen kannst. Jeder Vanuatu-Bürger kann trotzdem anreisen, muss halt trotzdem einfach ein Visum beantragen. Und die Visa, die besorgst du dir für zehn Jahre, Multiple Entry, kannst du dann trotzdem problemlos einreisen. Die Ablehnungsquote in der EU für Vanuatu, ist irgendwie ein Prozent. Natürlich, die Idee ist, macht auch völlig Sinn für Staaten, wenn sich ein Iraner oder ein Russe oder ein was auch immer Nordkoreaner einen Vanuatu-Pass besorgt, ist da natürlich potenziell ein Sicherheitsrisiko für die EU. Und deswegen drängen sie darauf hin, dass das besser gewettet wird. Macht ja auch völlig Sinn. Aber wenn die Leute dann eben einen Visumsantrag machen, dann ist ja genau dieser Check erfolgt. Aber aktuell wird es halt vor allem als Druckmittel benutzt. Und der EU sind halt diese ganzen Staatsbürgerschaftsprogramme, da haben wir extremen Druck im Auge, weil eben genau das, was wir hier erzählen, sie geben eben den EU-Bürgern auch Optionen, vor gewissen Zwangsmitteln wegzulaufen sozusagen.
Speaker 2Okay, jetzt haben wir bei der Königsdisziplin angefangen, bei dem Pass. Wenn wir das jetzt das Pferd von hinten aufzäumen, was ist denn das Erste, was man machen kann für Klumpenrisiko verringern?
Speaker 1Ja, das Erste, was wirklich jeder Bundesbürger machen kann, ist in der Regel ein Konto im Ausland. Die meisten haben nur in Deutschland ihre Konten, ob Geschäftskonten oder Privatkonten. Aber jeder kann ganz legal ein Konto im Ausland eröffnen, um sein Geld zu sichern. Jetzt ist Deutschland ein noch relativ stabiles Land. Wahrscheinlich ist es besser, in Deutschland ein Bankkonto zu haben, als in Spanien, in Frankreich, in Portugal, in Italien und so weiter. Aber es ist nicht optimal, weil natürlich der Staat jederzeit Zugriff drauf hat. Und wer selber ein Unternehmen hat und weiß, wenn er mal eine Minute zu spät die Steuern zahlt, wird ihm sofort das Einkommen gefändet. Und das passiert verstärkt in den letzten Jahren, weil dem Staat natürlich auch das Geld auskommt. Wenn ich jetzt meine Liquidität auf dem Auslandskonto, vor allem außerhalb der EU, liegen habe, kann der Staat das nicht einfach fänden. Ja, mittlerweile gibt es natürlich diesen ganzen Datenaustausch. Der deutsche Staat weiß vielleicht, wo du dein Geld hast. Und du solltest natürlich keine Steuern hinterziehen. Aber du kannst ganz legal überall auf der Welt dein Geld parken. Aktuell gibt es noch nicht einmal Meldepflichten. Viele andere Länder, Spanien, Italien, haben Meldepflichten. Du musst dein komplettes weltweites Vermögen jederzeit deklarieren. In Deutschland gibt es das noch nicht. Ja, und es macht durchaus Sinn, natürlich auch aus anderen Gründen ein Bankkonto zu machen. Eines unserer beliebtesten Gründe, ist zum Beispiel ein Bankkonto in Georgien. Ja, in Georgien kriegst du 10 Prozent Zinsen. Du kriegst verschiedene Kreditkarten. Du musst aber überhaupt keine hohe Einlage auf den Konten haben. Das kostet fast nichts. Und jeder kann das remote eröffnen über unseren Service oder einfach nach Tiflis fliegen und das Bankkonto aufmachen. Da hat der deutsche Staat halt keinen Zugriff. Ja, und wenn wir unser System betrachten, zunehmende Staatsverschuldung, immer übergriffiger Staat, macht es halt Sinn, nicht alles auf eine Karte zu setzen und sein ganzes Vermögen in Deutschland zu lassen. Das heißt nicht, dass man kein Girokonto mehr haben darf. Völlig okay. Aber wer jetzt Hunderttausende hat, sollte das halt nicht nur auf dem deutschen Konto belassen. Ich bin jetzt ganz grundsätzlich kein Freund von Banken. Ich würde sagen, investiere dein Geld lieber. Investiere dein Geld in vernünftige Sachwerte. Habe ein bisschen Gold, habe ein paar Aktien, habe ein paar Unternehmensbeteiligungen, vielleicht eine Immobilie, aber nicht in Deutschland. Und habe vielleicht ein paar Zehntausend als Fluchtliquidität auf dem Auslandskonto. Aber die meisten Leute denken natürlich nicht so. Dennoch bist du an einem Konto in Georgien und in der Schweiz, das sind die typischen Länder, eben auch das Geld wert, wenn es wirklich zu so einem Szenario kommen wird. Bankrun, es gibt irgendeine Krise, die Leute strömen zum Bankkonto, können auf einmal ihr Geld nicht mehr abheben, weil es halt keine Scheine mehr gibt. Ich meine, das ganze Geldsystem ist den Leuten ja gar nicht bewusst. Die meisten Banken halten weniger als ein Prozent der Geldmenge vorrätig. Sobald ein bisschen mehr Leute das Geld abheben wollen, bricht das ganze System zusammen.
Speaker 2Und Georgien klingt jetzt für mich, also wenn jemand sagt, pass auf, geh doch nach Georgien, das ist total sicher und gibt zehn Prozent. Beides geht normalerweise nicht. There is no free lunch, sagt man im Finanzwesen. Lichtenstein in der Schweiz klingt jetzt für mich als Laien deutlich angenehmer. Nicht angenehmer, sondern sicherer. Warum glaubst du, dass das in Georgien so gut funktioniert?
Speaker 1Na ja, das georgische Bankensystem ist schon sehr stabil und liquide. Man muss einfach sehen, es gibt zwei da große Banken im Land und die sind einfach sehr stabil. Georgien hat, sage ich mal, einen deutlich freien Land. Es gibt einen freien Markt in Deutschland. Aber deswegen haben die Banken auch deutlich geringe Haftungsrisiken. Wenn Leute, sage ich mal, aus dem System kommen, zu mir kommen, dann ist ihnen bei Banken wichtig, dass es irgendwie einen möglichst großen staatlichen Schutz gibt, diese Einlagengarantie. Irgendwie 100.000 hast du in Deutschland. Ich sage, wenn ein Staat oder Banken unter diese Einlagengarantie fallen, haben sie die schlechten Anreize. Die sind dann damit, sag ich mal, haben sie den Anreiz, das Geld möglichst schlecht zu verwalten, möglichst riskant zu verwalten, weil sie eh gerettet werden. Tatsächlich die stabilsten Banken auf der Welt sind in Panama. In Panama gibt es keine Zentralbank. In Panama gibt es keinerlei Haftungs, also keinerlei Haftungs sozusagen. Das heißt, die Banken werden nie gerettet. Das heißt, sie müssen möglichst konservativ, möglichst wertschöpfend mit den Geldern ihrer Kunden umgehen. Und ähnlich ist es eben auch in Georgien. Da werden die Banken nicht gerettet in der Krise. Deshalb müssen sie eben konservativer mit den Kundengeldern umgehen. Und wenn man das einfach mal historisch betrachtet, der georgische Lari hat in den letzten Jahren gegenüber Dollar und Euro aufgewertet. Ist also deutlich mehr wert geworden, statt weniger wert geworden. Und trotzdem hast du 10% Zinsen bekommen, weil es halt ein Schwellenland ist, und wenn das Geld gut, klug in lokale Unternehmen, ETC, investiert wird, dann hast du natürlich auch diese Renditen.
Speaker 2Aber international sagt man ETFs, also S&P 500 und alles breit gestreut 8% ungefähr. Da hast du noch Variabilität da drin. Und dass jetzt eine Bank sagt, pass auf, wir machen 10% fix, ist schon verrückt. Es war teilweise
Speaker 1mehr, wenn du Festgeld gemacht hast, das auf mehrere Jahre angelegt hast, hast du 15% auf Lari bekommen. Die einheimische Währung. Aber wie gesagt, die Währung hat eher aufgewertet die letzten Jahre. Wenn du Euro-Dollar gemacht hast, hast du trotzdem 5%
Speaker 2bekommen. Das heißt, du hast eigentlich eine Währungsspekulation und du hast eine Spekulation auf die Stabilität des georgischen Finanzwesens. Und wenn man das aber wieder streut und nicht nur sagt, ich habe ein Auslandskonto und da schiebe ich alle meine Gelder hin, weil da kriege ich 10% in Georgien. Ich bin echt doof, die 0, irgendwas in Deutschland. Dann ist das ein
Speaker 1Baustein. Ja, ich meine, es kommt ja sehr stark auf die Situation des Kunden an. Ich meine, ich habe viele Kunden, die haben vielleicht 50.000 Euro, die sie sichern wollen, aber jetzt keine Millionen. Mit 50.000 Euro bekommst du nicht oder gerade so ein Konto in Lichtenstein. Die meisten sehr guten Banken in sehr guten Ländern wollen halt einfach nur vermögende Kunden haben. Wenn du da nicht eine halbe Million aus dem Konto einzahlst und liegen lässt, kriegst du das Konto nicht. Mit 50.000 macht es überhaupt keinen Sinn, in der Schweiz so dein Lichtenstein-Bankkonto zu haben. Dann musst du eben den Kompromiss wählen. Hast du in Georgien ein relativ sicheres Konto. Du hast gewisse geopolitische Risiken. Vielleicht fällt Russland nochmal in Georgien ein. Aktuell unwahrscheinlich, weil die aktuelle Georgien-Regierung sehr russlandfreundlich ist. Aber in meinen Augen ist das Geld trotzdem relativ sicher dort. Dennoch sage ich ja selber, am besten, du hast mehrere Bankkonten, hast da relativ wenig liegen und dein Geld ist in
Speaker 2Sachwerten investiert. Aber die Sachwerte könnten ja auch international diversifiziert sein. Das würde ja durchaus Sinn machen. Dann hast du so ein georgisches Konto. Kann man auch ein georgisches Depot machen?
Speaker 1Ja, genau. Also diese Bank, das ist die Bank of Georgia, quasi die nationale Bank. Da kannst du auch ein Depot eröffnen. Und dann hast du aber
Speaker 2Steuer, wenn du in Deutschland steuerpflichtig bist, dann hast du Probleme, weil
Speaker 1Du hast keine Probleme, aber du musst natürlich das Ganze selber auf der deutschen Steuererklärung deklarieren und abführen. Sonst ist es Steuerhinterziehung. Lange Zeit, jetzt bis 2024, gab es keinen Datenaustausch. Natürlich haben einige Leute den Gedanken gehabt, ich öffne da ein Depot, es wird nicht Deutschland gemeldet, ich deklariere es nicht. Aber mittlerweile ist auch Georg in diesem Datenkraken drin. Alles wird Deutschland gemeldet, wenn eine deutsche Adresse dahintersteht. Das ist ja so ein bisschen das Lustige. Der Datenaustausch ist rein an die persönliche Adresse geknüpft. Du kannst in irgendeinem Land der Welt, kannst dir eine Adresse holen, eine Steuernummer holen, schwupps, geht die Information dahin. Zum Beispiel auch das Standardthema in Dubai. Ich höre immer wieder, und ich bin jetzt niemand, der Steuerhinterziehung empfiehlt, aber ich höre immer wieder, ja, Dubai ist im Datenaustausch drin. Das stimmt, aber jeder, der in Dubai ein Bankkonto hat, gilt bei der Bank als Steuerinländer. Ja, weil du kannst nur in Dubai ein Bankkonto aufmachen, wenn du ein Visum in Dubai hast, eine Adresse in Dubai hast. Dann wird nichts mehr ausgetauscht, weil du bist ja Inländer. Ja, ausgetauscht werden nur die Ausländer, die kriegen gar keine Konten. Und das haben viele Staaten gemacht und dieser, sag ich mal, internationaler Datenaustausch, der groß gefeiert wurde von den Staaten, ist natürlich löchrig wie ein Schweizer Käse und es gibt etliche Möglichkeiten, den zu vermeiden. Nicht, weil man irgendwie Illegales vorhat, sondern weil es natürlich einfach in meinen Augen auch ein Recht auf finanzielle Privatsphäre gibt, dass der Staat nicht wissen sollte, wie viel du verdienst oder wie viel du irgendwo liegen hast.
Speaker 2Aber in dem Moment, wo man das nicht angeben würde, nehmen wir an, wir machen in Dubai ein Konto auf und gebt das nicht an, das ist Steuerhinterziehung, gibt man es an, hast du die Privatsphäre für die Füße.
Speaker 1Ja, eigentlich, ich meine, aktuell musst du ja nur das Einkommen angeben, was du eben aus diesen Vermögenswerten generiert hast. Also du hast, was weiß ich, 100.000 dort liegen, machst 10% Zinsen, dann gibst du halt an, 10.000 Euro Zinsen. Aktuell musst du nicht wirklich nachweisen, wo das Geld liegt oder was dahinter steckt. Aber es kann sich natürlich ändern. Kann natürlich sein, dass wir entweder eine Vermögensteuer bekommen, wie in der Schweiz oder Lichtenstein. Du musst auch dein weltweites Vermögen ins kleinste Detail angeben, jetzt über den Vermögensregister zum Beispiel, der geplant ist. Das kann alles kommen, aber aktuell ist es relativ entspannt.
Speaker 2Ich habe gehört, dass in Dubai kann man aber als Deutscher, deutscher Inländer mittlerweile Konten auch eröffnen. Aber wie kann das dann gehen, wenn die für, also ich habe auch immer gedacht, das geht nicht und dann habe ich jetzt über letzte Woche mit jemandem gesprochen, wir können dir ein Konto aufmachen.
Speaker 1Es geht natürlich immer, über gewisse Vermittler, letztens Bankberater, verdienen ganz gut, aber nicht perfekt. Die machen dann häufig Deals mit irgendwelchen Agenturen und dann zahlst du ein paar tausend Euro, in Dubai wahrscheinlich mehr und dann kriegst du natürlich ein Konto auch als Steuerausländer. Das gibt es, ich habe selber solche Kontakte. Diese Vermittlungsbranche, Banken, ist sehr, sehr groß.
Speaker 2Aber dann bist du nicht, die machen das Konto für dich als nicht Steuerinländer in Dubai, sondern die machen das quasi in Ausnahmeregung.
Speaker 1Ja, dann musst du natürlich schauen, was du angibst. Wenn du eine deutsche Adresse, deutsche Steuernummer angibst, dann wird dieses Konto sicherlich mit den deutschen Finanzbehörden ausgetauscht werden. Nur um ein Beispiel zu geben, du kannst dich dann halt auch in verschiedene Rechtsräume einfuchsen. Ich habe zum Beispiel so einen Compliance-Wohnsitz, nenne ich das, in fünf verschiedenen Ländern. Ich habe eine Adresse und Steuernummer in Deutschland, die kann ich weiterhin angeben, ohne dass ich groß gefährdet bin. Ich habe eine in den USA, ich habe eine in Panama, eine in Dubai und eine in Thailand. Ja, da habe ich überall quasi einen Wohnsitz, Nachweis, Verbrauchsrechnung, Steuernummer oder andere Nummern, die ich angeben kann. Vanuatu habe ich auch noch natürlich. Ja, so weg sogar. Also zum Beispiel mein Broker, mein internationales Broker-Depot ist auf Vanuatu verifiziert. Da läuft gar nichts mehr auf den deutschen Pass. Das ist auf Vanuatu-Pass und Vanuatu-Adresse und Vanuatu-Steuernummer. Ja, das wird dann also maximal mit Vanuatu ausgetauscht und die interessiert es nicht, weil es dort keine Einkommenssteuer gibt. Ja, aber ich kann jetzt eben auch verschiedene Rechtsräume nutzen. Ja, mit Vanuatu-Pass bin ich halt nicht so angesehen. Da kriege ich bei guten Banken häufig keine Konten auf, weil ich halt in einem Blacklist-Land bin, ja. Vanuatu ist auf der schwarzen Liste als unkooperative Steueroase. Finde ich selber natürlich sehr sympathisch, aber ich kann natürlich nicht alle Investments tätigen, die ich tätigen möchte. Ja, wenn ich in den USA Dinge machen will, ist es grundsätzlich schwierig als Ausländer. Da habe ich deutlich mehr Chancen, wenn ich eben in den USA eine Adresse habe und eine Steuernummer. Was viele Leute nicht verstehen, das macht einen nicht steuerpflichtig. Wenn Banken einen Steuerwohnsitz fordern, meinen sie keinen Steuerwohnsitz, sondern sie meinen einfach eine Steuernummer und eine Adresse. Weil diese Steuernummer und Adresse macht dich eben noch nicht steuerpflichtig in dem Land. Und so kannst du dann halt auch verschiedene Rechtsräume ausprobieren. Wenn du hier in Deutschland steuerpflichtig bist, dann kannst du ja gerade was Vermögensanlage angeht, viele Dinge gar nicht machen. Die attraktivsten ETFs, die attraktivsten Aktien stehen dir wegen Verbraucherschutz und Kapitalmalregulierung als Deutscher gar nicht zur Verfügung. Aber wenn du dann deine Aktien über eine US-Firma anlegst und damit Zugang auf US-Broker hast, dann hast du halt auf einmal deutlich mehr Auswahl. Und genau das ist eben diese Idee, hinter Staatenlos auch, dass wir uns einfach aus den verschiedensten Rechtsräumen, die es auf der Welt gibt, das Beste herauspicken und dieser Compliance Wohnsitz ist eben die Möglichkeit dazu. Und das kann ich auch machen, ohne auszuwandern. Ich würde dir jetzt ganz stark empfehlen, dir so einen Papierwohnsitz in einem anderen Land, möglichst außerhalb der EU zu holen und dann deine Konteninfrastruktur darauf aufzumachen. Erstens, damit Deutschland nicht mehr weiß, was du verdienst. Nicht, dass du Steuern hinterziehen willst, darum geht es nicht. Sondern einfach, dass sie erstmal weniger Handhabe haben. Kontenfändung, Kontenschließung, EDC. Auch ausländische Banken interessieren sich natürlich nicht für irgendwie politische Themen in Deutschland. Wenn du in Deutschland verfolgt wirst, weil du die falsche Meinung hast, das ist einer ausländischen Bank relativ egal. Dann bist du überhaupt keine Handhabe.
Speaker 2Ja und nein. Wir haben jetzt verschiedene Themen aufgemacht. Lass vielleicht da nochmal rein. Was es ja gibt, ist diese Embargo-Liste der EU, wo auch der ein oder andere Journalist tatsächlich mal drauf gelandet ist und auch immer noch drauf steht. Und da gibt es keine rechtliche Handhabe gegen den Eintrag auf der EU-Sanktionsliste vorzugeben. Ich glaube, einmal im Jahr kann man eine formelle Beschwerde am Ende des Tages sagt irgendjemand in Brüssel, der aus. So und dann ist man aus. Und da gucken dann wiederum die europäischen Banken mindestens drauf, aber auch die Schweiz und Liechtenstein erkennt die Sanktionsliste an.
Speaker 1Ja natürlich, das sind EWR-Banken, die müssen das anerkennen. Wenn du da drauf bist, dann musst du aber schon sehr hart irgendwie als Russland-Freund gelabelt sein. Es gibt ja zwei, drei Journalisten, die da drauf gelandet sind
Speaker 2und die scheinen relativ harmlos zu sein.
Speaker 1Ja, wir haben halt sehr gute Beziehungen zu Russland, haben auch quasi eher vermutlich ihre Parallelen, Parallelen-Konten im russischen System laufen. Und das ist natürlich immer die Frage, klar, du wirst vom wirtschaftlichen, sozialen Leben in der EU damit weitestgehend ausgeschlossen. Und das ist natürlich eine riesen Konsequenz, aber es gibt nicht nur die EU, du kannst dein Geld auch in zahlreichen anderen Ländern auf der Welt haben und trotzdem weltweit flexibel sein. Und um auf diese EU-Sanktionsliste zu kommen, brauchst du, musst du glaube ich schon deutlich mehr verbrechen, als das, was wir beide bisher getan haben.
Speaker 2Das sehen andere anders. Also es gibt da zwei, drei sehr prominente Fälle, ohne die da ins Detail zu gehen, weil ich sie auch im Detail nicht kenne, die scheinbar einen von außen relativ unbescholtenen Bürger zu sein. Nicht relativ, sondern unbescholten. Und dann waren die zur falschen Zeit am falschen Ort. Und dann sind die einmal auf der Sanktionsliste und zapp, wird es da dunkel. Und es kann dann auch kein, niemand darf denen Geld geben. Die Konten sind gesperrt. Und dann wurden dann auch zum Teil noch die Konten der Angehörigen gesperrt, weil möglicherweise geben die denen ja Geld. Und die dürfen nicht ausreißen.
Speaker 1Ja, aber genau darum geht es ja eben bei meinen Themen. Und deswegen sollte sich eben jeder, um solche potenziellen Szenarien vorzubereiten, eben außerhalb der EU, außerhalb solcher Rechtsräume, in anderen Rechtsräumen dann ein Konto besorgen. Am besten verbunden mit einer Aufenthaltsgenehmigung. Auch das ist natürlich ein großer Punkt. Wenn du dann, wenn der Staat denkt, dass du irgendwie kriminell bist, nicht ob du es bist, aber vielleicht bist du es, kriegst du einen negativen Eintrag im Führungszeugnis. Oder dein Reisepass wird entzogen, kriegst keinen neuen Pass. Ich habe einige recht prominente Fälle von Leuten, die in der Politik sich unbeliebt gemacht haben, denen wird der Reisepass nicht verlängert. Das Problem ist, du kannst keinen anderen Reisepass mehr kaufen, wenn du keinen gültigen Reisepass hast. Es gibt einige, sage ich mal, inoffizielle Wege, doch noch einen zu bekommen. Inoffizielle Wege, ja. Aber, ja, sag mal, du musst halt immer vorsorgen. Überall, auch beim Thema Vermögensschutz. Wenn du jetzt irgendwie dein Geld retten willst vor irgendwelchen Gläubigern. Das geht halt nicht mehr, wenn der Fall schon am Dampfen ist. Sonst kann das Ganze angefochten werden. Und genauso ist es eben mit den Bankkonten, mit den Staatsbürgerschaften, mit den Wohnsitzen. Das ist ein hypothetisches Szenario, das aber in manchen Fällen eben sehr wahrscheinlich ist. Und deswegen sollte man sich dafür schützen.
Speaker 2Jetzt hast du gesagt, du hast fünf verschiedene Wohnsitze auf der Welt. Also nennen wir sie mal Papierwohnsitze für dieses Gespräch. So grundsätzlich habe ich das verstanden, dass es sinnvoll sein kann. Fünf scheint mir trotzdem relativ viel, weil es ist ja auch Admin und hier ist die Steuernummer und dann noch das. Und dann kriegst du da einen Post hin und da bitte antworten sie. Also mir reicht aktuell eine deutsche Steuernummer und das macht mir schon genug Stress, weil die schicken einfach auch viele Posts und ich könnte mir jetzt vorstellen, dass das eine zweite Adresse scheint mir irgendwie sinnvoll zu sein. Fünf ist irgendwie doch mehr Stress als Benefit. Oder warum ist das Benefit?
Speaker 1Na ja, wie gesagt, du hast einfach Zugang zu verschiedenen Rechtsräumen. Zum Beispiel die USA sind bekannt für Kreditkarten. Ja, du kannst auch als Non-Resident, ohne in den USA wohnhaft zu sein, steuerpflichtig zu sein, komplett am amerikanischen Kreditkartensystem partizipieren. Und in den USA kannst du sehr viel Punkte bekommen. Da kriegst du auf einer amerikanischen Kreditkarte fünfmal so viele Punkte wie bei einer deutschen. Und wenn du da zum Beispiel deine Werbung drüber laufen lässt oder private Ausgaben, wenn du ein entsprechendes Spending hast, dann kannst du die ganze Zeit sozusagen kostenlos um die Welt jetten und kostenlos in Hotels leben, weil dir die Kreditkarten das Ganze finanzieren. Und um an diese US-Banken mit den US-Kreditkarten zu bekommen, brauche ich eben dort eine Steuernummer und brauche ich dort einen Wohnsitz. Ja, für EU-Sachen, wenn ich in der EU was machen will, gebe ich meine deutsche Adresse an, weil ich da ja mit Vanuatu und mit den USA nicht drankomme. Aber wenn ich irgendwo was anderes auf der Welt machen will, wo Deutschland vielleicht dann nicht mehr so einen guten Ruf hat, wie vielleicht die Thailand-Adresse, oder die Panama-Adresse an. Ja, ich habe einfach Zugang zu verschiedenen Rechtsräumen, verschiedenen Investments, ja, weil eben zum Beispiel in der deutschen Adresse, größtes Thema ist aktuell Krypto. Ja, es gibt diese ganzen neuen Regulierungen, Mika, DAC8 und so weiter, die viele Krypto-Sachverhalte in der EU unmöglich machen. Ja, zum Beispiel der Stablecoin Tether, sehr beliebt, ist komplett verboten in der EU. Ja, und das ist jetzt gerade die Frist abgelaufen. Aktuell kriegen zahlreiche Kryptonutzer von ihren Börsen eben die Nachricht, ja, jetzt wird alles ausgetauscht, alles getrackt. Du musst uns haargenau nachweisen, wo du Geld hinsendest. Du kannst viele verschiedene Währungen nicht mehr nutzen. Das hängt halt alles an dem EU-Wohnsitz. Sobald ich meiner Kryptobörse sage, ich bin in Thailand oder in Panama, habe ich schwupps wieder alle Möglichkeiten. Bin da komplett raus aus dieser Regulierung, ja. Also du kannst eben mit verschiedenen Papierwohnsitzen dir quasi aussuchen, wo du reguliert werden willst, in fast allen
Speaker 2finanziellen Sachen. Wie komme ich an so einen Wohnsitz?
Speaker 1Ja, ich meine, du kannst dir im Schimmelsfall immer eine Wohnung kaufen, oder eine Wohnung mieten. Geht in den meisten Ländern, dann hast du deine Verbrauchsrechnung. Und häufig kriegst du auch als Tourist eine Steuernummer. Teilweise musst du vielleicht die Wohnung dann wieder untervermieten. Dann musst du darauf Steuern zahlen, beschränkte Steuerpflicht, kriegst damit die Steuernummer. Teilweise kriegst du sie so. Häufig geht das natürlich auch über Bekannte. Ich habe jahrelang, man kann nicht offiziell erzählen, über einen Freund in Thailand eine Verbrauchsrechnung gehabt. Ich habe halt in seiner Wohnung in Chiang Mai auf meinen Namen Internet bezahlt. Ich hatte eine Internetrechnung auf meinen Namen, ganz offiziell. Aber ich habe dort nicht gewohnt. Und es gibt teilweise natürlich auch Anbieter, die sowas anbieten. Das ist ein bisschen schwierig, weil das kann natürlich schnell missbraucht werden. Du bist schnell in Beihilfe zu Geldwäsche, Steuerhinterziehung, was auch immer drin. Wenn du Leuten solche Möglichkeiten direkt vermittelst.
Speaker 2Okay, das heißt, ihr macht das nicht als Dienstleistung?
Speaker 1Wir haben einen Partner, die da Möglichkeiten haben, aber direkt bieten wir das nicht an, genau aus diesen Gründen, weil natürlich ein sehr hohes Missbrauchspotenzial besteht.
Speaker 2Aber es gibt Leute da draußen, die machen, dass ich nicht nach Chiang Mai fliegen muss, da irgendwie auf einer Hostelparty vier Stunden rumhängen, um zu fragen, kann ich vielleicht dein Internet bezahlen?
Speaker 1Es gibt Möglichkeiten. Was weiß ich, ein Paraguayer, der in Paraguay erlebt, nie ein Interesse hat, im Leben in die EU einzureisen, der wird solche Möglichkeiten anbieten, weil ihm die EU eh nichts kann.
Speaker 2Der Paraguayer, der in Paraguay lebt. Ja, okay, verstehe ich. Dann verstößt man gegen, am Ende des Tages, was macht der in Paraguay? Der sagt, guck mal hier, ich melde mein Internet auf den Christoph ein. Und das ist in Paraguay erstmal noch kein Verbrechen. Ja, kein Verbrechen. Und zum Verbrechen wird es erst dann,
Speaker 1wenn Leute eben, und das machen ja unsere Kunden grundsätzlich nicht, zum Verbrechen wird es, wenn die Kunden diese Adresse missbrauchen, um eben Steuern zu unterziehen, Geldwäsche zu betreiben, was auch immer zu tun. Im Grundsatz sind die meisten unserer Kunden ja ehrlich, wollen auswandern, und wenn sie Deutschland verlassen, haben sie eben häufig keine deutsche Adresse mehr. Also sie müssen Banken natürlich trotzdem irgendwie eine Adresse nachweisen, sonst kriegen sie kein Konto. Das ist ja ein Großteil der Fälle. Die Fälle sind jetzt nicht, wir leben in Deutschland, wir wollen unser Geld irgendwie von Deutschland sichern. Das ist möglich, aber es ist ja nicht die, sag ich mal, übliche Herangehensweise an das Thema.
Speaker 2Wie schließt du aus, dass du keine Geldwäschekunden hast?
Speaker 1Naja, das ist ja letztlich nicht meine Aufgabe. Ich habe natürlich einen relativ, durch meine Erfahrung, relativ großen Bullshit-Detektor. Wenn Leute aus offiziellen kriminellen Bereichen auf mich zukommen, sehe ich das relativ schnell. Aber weil wir auch so ein bisschen so ein sauberer Man-Image haben, würde ich mal behaupten, kommen diese Leute erst gar nicht zu uns. Wer zu uns kommt, weiß, der gibt sich jetzt nicht mit irgendwelchen Betrügern oder irgendwelchen Kriminellen ab. Natürlich können wir das nicht ausschließen. Wir haben jetzt das Glück oder den Vorteil, nicht irgendwelchen EU-Geldwäscheregulierungen zu unterlegen. Wenn du in der EU eine Firma hast und Kunden hast, dann musst du die erstmal nach Pass, nach Verbrauchsrechnung, nach Steuernummer, nach etlichen anderen Dokumenten fragen. Wir müssen maximal den Pass checken, was uns natürlich in der Realität deutlich mehr Vorteile bietet. Aber in meinen Augen ziehen wir jetzt solche Leute nicht an. Also ich bin nicht Vermittler, ich bin Dienstleister, ich gründe den Leuten die Firmen, aber ich weiß ja nicht, was sie mit den Firmen machen. Ich bin kein Buchhalter, ich weiß nicht, was sie mit den Firmen machen, das ist auch nicht meine Aufgabe.
Speaker 2Hast du nicht mal gehabt, dass du dann einen Call gehabt hast und dann hast du jemand, keine Ahnung, aus dem, der so offensichtlich kriminell war, keine Ahnung, wie ein offensichtlich Krimineller aussieht, der sagt, ja pass auf, ich habe hier einen Koffer und ich habe Waffen. Und ich verbandle die Waffen in Geld. Was mache ich mit dem Geld? Christoph, mein Freund.
Speaker 1Also so eine Situation hatte ich noch nicht. Also ich hatte schon mal was, was die Leute, die irgendwie mit Drogen gedealt haben, was ja in vielen Ländern gar kein Verbrechen ist, in Deutschland teilweise schon. Und die wollten dann zum Beispiel aussteigen und dann habe ich denen geholfen, halt da auszusteigen und eben kein Krimineller mehr zu sein.
Speaker 2Du hast denen geholfen, aufzusteigen. Das heißt, die hatten irgendwie Cashbestände, die am Ende des Tages Schwarzgeld und dann, du hast gesagt, du hast denen geholfen auszusteigen. Wie hilft man jemandem, wenn ich jetzt.
Speaker 1Die wollen dich jetzt ein bisschen nicht mehr weiterverfolgen, weil es halt zahlreiche Risiken hat. Häufig dann auch eben von, zum Beispiel Drogengieler in Deutschland, da hast du nicht nur den Stardustrisiko, sondern vor allem die ganzen mafiosen Clans, die dich jagen, wenn du irgendwas Falsches machst und dich dann liebend gerne an den Staat verraten. Und der wollte dann einfach auswandern, wollte seine Ruhe haben, ja. Da habe ich ihnen geholfen, auszuwandern in den Drittland und ja, ich habe ihm jetzt nicht geholfen, irgendwie sein illegales Geld irgendwie zu verstecken, ja.
Speaker 2Aber du sagst, du hast ihm geholfen, auszuwandern. Auswandern ist eigentlich so wahnsinnig schwer. Gehe ich zur Behörde, sage ich, ich bin übrigens weg, lieben Gruß und kaufe mir ein One-Way-Ticket nach Mexiko. Dann bin ich ausgewandert. So, aber trotzdem nimmt da jemand 3.000 Euro in die Hand und sagt, pass auf, lieber Christoph, wie mache ich das denn?
Speaker 1Warum? Naja, die meisten Leute wissen ja erstmal gar nicht, was sie für Möglichkeiten haben. Wo geht das hin? Ja, es gibt 266 autonome Systeme auf der Welt, wo du einwandern kannst. Ja, wo gehe ich jetzt hin? Wo habe ich meine Ruhe? Wo kann ich meinen Alltag so gestalten, wie ich ihn gestalten möchte? Ja, die meisten Leute sehen ja irgendwie eine Anzeige, ja, komm nach Dubai oder komm nach Zypern, hier ist es am geilsten. Das ist ja das, was die typischen Steuerberater machen, ja. Wenn sie nicht in Deutschland sitzen, dann sitzen sie in einem Land und bewerben dieses Land als das geilste Land der Welt und locken jeden dahin. Aber die meisten Leute wissen halt nicht, ob das Ganze für sie wirklich geeignet ist, ja. Und das war vorhin immer unser Ansatz, zu sagen, wir schauen uns individuell deine Situation an und versuchen möglichst holistisch herauszufinden, was das beste Land für dich ist, ja. Ich habe eben alle Länder der Welt bereist, ich habe die Perspektive aus jedes Land der Welt, ich habe die Kontakte in allen Ländern der Welt und ich kann dir halt drei, vier, fünf Vorschläge machen. Vielleicht passt zu deinem Lebensstil, zu deinen Alltagsvorstellungen besser Mexiko oder besser Thailand oder besser Südafrika oder doch ein EU-Land. Es hängt halt extrem davon ab, wie die Leute leben wollen. Wollen die dauerhaft Auswand dann von einem System ins andere? Machen wir natürlich auch, aber empfehlen wir nicht. Wenn die Leute von Deutschland in die Schweiz ziehen wollen, klar, können wir sie gerne unterstützen, aber wir empfehlen es nicht. Wir sagen, hab vielleicht deine zwei, drei Vasen auf der Welt, zwischen denen du pendelst. Oder reiß erst mal ein paar Jahre um die Welt, schau dir an, wo es dir gefällt und dann kannst du dich dort immer noch dauerhaft niederlassen. Ja, und das ist richtig strukturiert, häufig deutlich schlauer in unseren Augen.
Speaker 2Ja, ich verstehe, dass wenn man das theoretisch durchspielt, sagt, pass auf, wenn ich in keinem Land der Welt mehr als 183 Tage keinen dauerhaften Wohnsitz habe, dann bin ich nirgendwo steuerpflichtig und dann habe ich noch mehr Vorteile. Der Preis ist, ich bin auch nirgendwo so richtig zu Hause. Und das scheint mir für die allermeisten Menschen irgendwie nicht zu funktionieren. Das sehe ich also schon, die ganzen Deutschen sagen, Deutschland ist so schrecklich, Deutschland ist so schrecklich. Dann fliegen die nach Dubai, weil da waren die schon mal eine Woche im Urlaub. Und dann merken die, oh scheiße, das ist ja irgendwie gar nicht das Paradies. Und auch Zypern ist nicht das Paradies und Mallorca ist auch nicht das Paradies. Und dann stellen die sehr schnell fest, okay, irgendwie muss ich nach Hause. Aber dieses Hopping scheint mir auch, der erste digitale Nomade, ich weiß gar nicht mehr, wie der hieß, der ist auch nach drei, vier Jahren hat sich auch niedergelassen und hat gesagt, das ist ja ganz schön für eine Zeit, aber es scheint mir kein dauerhafter Zustand zu sein. Und insbesondere, wenn man Kinder hat und irgendwie die Kinder haben, Freunde und Schule, scheint dieses Hopping mir für die meisten irgendwie nicht so richtig vorstellbar zu sein, oder?
Speaker 1Ja, ich meine, man muss natürlich sagen, wir richten uns jetzt, sage ich mal, an vielleicht ein Prozent der Bevölkerung. 99 Prozent sind lapidar gesagt Systemlinge, die sicher sein wollen, die bequem sein wollen, die keine Risiken haben wollen, für die das deutsche System mit all seinen Vor- und Nachteilen sicherlich super geeignet ist. Und genau aus diesem Grund wird es auch nie irgendwelchen politischen Wandel geben für die ein Prozent, die das nicht brauchen oder wollen. Und diese ein Prozent machen aber immer noch ein paar Millionen aus in Deutschland, also im deutschsprachigen Raum insgesamt. Und da kannst du natürlich super ein Business aufbauen. Mir würden 0,001 Prozent reichen, um davon zu leben, um davon irgendwie zu agieren international. Aber es gibt deutlich mehr Menschen. Und zum Glück, sehe ich doch deutlich in den letzten Jahren, wandelt sich zunehmend die Mentalität. Und es wird eben doch so, dass die meisten Menschen deutlich mobiler werden, deutlich leichter sich vorstellen können, ihr Heimatland zumindest begrenzt zu verlassen. Das heißt ja nicht, dass du auswanderst, dass du niemals wiederkommen darfst. Du kannst ja in vielen Fällen provokant gesagt ein halbes Jahr auf Mallorca leben in deiner deutschen Bubble und das andere halbe Jahr in Deutschland sein und trotzdem sowohl in Deutschland als auch in Spanien steuerfrei sein. Das geht, wenn du es richtig
Speaker 2gestaltest. Da gibt es so eine schwebende Entscheidung, oder, des Bundesfinanzhofs oder Finanzgerichts, dass Steuer, dass, wenn du deutscher Staatsbürger bist und nirgendwo steuerpflichtig bist, dann, dass du das in Deutschland bist, oder?
Speaker 1Ne, ne, da gibt es überhaupt keine schwebende Entscheidung. Da gibt es keine Präzedenzfälle. Es ist ganz klar so, du kannst dich aus Deutschland abmelden, du kannst aus Deutschland ausreisen. Du musst keinen neuen steuerlichen Wohnsitz nachweisen. Du bist aus dem deutschen System raus. Du musst faktisch nachweisen können, dass du raus bist. Ja, also abmelden und in Deutschland bleiben funktioniert natürlich nicht. Aber solange du nachweisen kannst über Passstempel, über Flugtickets, Hotelaufenthalte, Kreditkartenrechnung, dass du nicht in Deutschland bist, kann dich Deutschland nicht besteuern. Das ist ein gern in die Welt gesetzter Mythos gewisser Steuerberater, die natürlich davon profitieren, wenn die Leute in Deutschland bleiben oder zumindest einen dauerhaften Wohnsitz irgendwo anders haben. Aber dieses staatenlose Modell war immer möglich, ist immer möglich und wird wahrscheinlich auch immer möglich bleiben, weil der Politik da sehr enge Grenzen gesetzt sind. Zumindest rückwirkend, da irgendwas zu ändern, ja.
Speaker 2Ja, aber du darfst als Deutscher, das ist ja dann ein bisschen schwierig, weil der Ruf von draußen ist sozusagen, ja, gibt es ja verschiedene Rufe. Der eine ist, pass auf, die 183-Tage-Regel. Wenn du weniger als 183 Tage in Deutschland bist, dann bist du in Deutschland nicht mehr steuerpflichtig und dann kommen wir ins nächste, wo bist du dann? Aber dann ist ja noch okay, wenn du ein, ich glaube es heißt steuerlich, ein Lebensmittelpunkt noch in Deutschland hast und der Lebensmittelpunkt kann manchmal irgendwie, so habe ich gehört, eine Fitnessstudio-Mitgliedschaft sein, die du weiterlaufen lässt, dann sagt der deutsche Staat, ja, das ist eigentlich ausgerichtet darauf, du bist halt in einem sehr, sehr langen Urlaub, dass du zurückkommst und selbst, wenn du die 183 Tage nicht hast, hast du steuerlichen Wohnsitz in Deutschland und das entscheidest nicht du, sondern der Staat, also das Finanzamt und das ist ja tendenziell eher geneigt zu sagen, ah, da hast du aber einen Wohnsitz, mein Freund, weil ich habe gesehen, du zahlst noch 7,99 Euro ins Fitnessstudio
Speaker 1jeden Monat. Ich meine, es gibt Gesetze dafür und es gibt Gerichtsurteile, die sich auf diesen Gesetzen basieren und wenn du diese kennst, dann weißt du halt halb genau, was du machen darfst und was du nicht machen darfst. Es gibt eben nicht nur die 183 Tage, das ist völlig richtig. Im Finanzgericht hat man entschieden, wenn du irgendwie über Jahre hinweg jedes Jahr zur gleichen Zeit am gleichen Ort mehr als zwei Monate verbringst, kann ich das auch steuerpflichtig machen. Und dann weißt du eben halb genau, bis zu zwei Monaten darf ich jedes Jahr am Stück wiederkommen und mich wieder ein paar Monate weg und mich wieder zwei Monate da. Es gibt diese ganze Sache mit der Wohnung, ja, die berühmte Zahnbürste von Boris Becker, ja, da ging es nicht um die Zahnbürste, das wurde von den Medien entsprechend aufgebauscht. Er hat halt einfach in der Wohnung seiner Schwester üppige Wohnung in München gelebt, große Zeit des Jahres, statt in Monaco zu sein, wie er behauptet hat. Natürlich wurde er steuerpflichtig, weil er verfügbaren Wohnraum hatte. Großes Thema auch Ehepartner, ja, Ehepartner muss in der Regel mitkommen und man muss sich trennen auf dem Papier, nicht scheiden lassen, aber trennen, anwaltlich bestätigt, damit man aus der Steuerpflicht in Deutschland rauskommt. Ich meine, das Schöne ist, auf der einen Seite steht eben der Staat und seine Erfüllungsgehilfen, sage ich mal, die ganze Steuerberatungsbranche, die ja gar kein Interesse hat an Auswanderern, weil sie daran prächtig verdienen, und dann steht der Auswanderer und die, sage ich mal, Berater wie wir und in der Mitte stehen die Finanzgerichte. Und das Schöne ist, noch ist Deutschland weitestgehend ein Rechtsstaat und noch ist die Justiz relativ unabhängig. Und das ist tatsächlich so, gerade in Steuersachen in den letzten Jahren immer so gewesen, dass die Finanzgerichte die staatlichen Behörden zurückgefiffen haben, dass der Staat häufig Steuern haben wollte, ohne dass das irgendwie rechtlich, logisch gerechtfertigt war. Und aktuell ist es eher so, dass der Staat sehr viel Angst hat, eben genau diese Präzedenzfälle zu schaffen. Ja, seit ich diese tätige Tätigkeit nachgehe, gibt es keinen einzigen Präzedenzfall, der bestätigt, dass Perpetual Travelling, Staatenlosigkeit, Abmelden ohne neuen Wohnsitz, legitim ist. Aber das will der Staat ja nicht. Der will ja nicht den Stempel von den Gerichten drauf haben, dass das Ganze geht. Dann würden das ja noch viel mehr machen. Stattdessen wird indirekt, sage ich mal, über die Steuerberater sehr viel Panik betrieben. Ja, es gibt die erweitert beschränkte Steuerpflicht oder das, was du gesagt hast, passiert, was häufig auf komplett fehlerhaften Interpretationen beruht. Ja, es gibt zum Beispiel Doppelbestimmungsabkommen. Da steht drinnen, am Ende entscheidet die Staatsbürgerschaft. Also wenn du nirgendwo bist, entscheidet am Ende die Staatsbürgerschaft. Tatsächlich geht es aber um Doppelbestimmungsabkommen. Es geht um Besteuerungskonflikte. Zwei Staaten wollen dich besteuern, weil du zum Beispiel mehr als ein halbes Jahr in Deutschland aber hast dauerhaft eine Wohnung in der Schweiz und hältst dich da auch viel auf. Also beide Staaten können dich besteuern. Und dann wird eben geprüft, wo ist dein tatsächlicher Lebensmittelpunkt. Wenn überall Gleichstand ist, weil du überall ein gleich großes Haus hast und überall familiäre Bindungen und überall eine Firma, dann entscheidet halt eben am Ende die Staatsbürgerschaft und da bist du dann steuerpflichtig. Was die Leute aber nicht verstehen ist eben, es geht nur um Besteuerungskonflikte. Wenn du keinen Wohnsitz hast, wenn du den deutschen Gesetzen genüge tust und keinen Wohnsitz hast, dann brauchst du eben auch keinen Wohnsitz. Und das wird häufig halt alles fehlerhaft, häufig auch aus eigenem
Speaker 2Interesse interpretiert. Fehlerhaft aus eigenem Interesse. Du hast vorhin gesagt, die deutschen Steuerberater sind quasi Erfüllungsgehilfen des Staates, um die Leute sinngemäß hier zu behalten. Meinst du das so? Habe ich das falsch verstanden oder meinst du das so?
Speaker 1Das meine ich absolut so. Das ist ein riesen Kartell in Deutschland. Die Steuerverberater oder Verräter, wie ich sie gerne nenne, sind nicht wirklich daran interessiert, den Leuten zu helfen. Man muss einfach mal ins Gesetz schauen. Steuerberater steht im Gesetz, sind Organe der Rechtspflege, müssen dem deutschen Staat dabei helfen, die Steuern zu verwalten. Das kann der deutsche Berat, der relativ überaltert und ineffizient ist, gar nicht selber leisten. Der hat halt extrem hohe Zugangsbeschränkungen, lizenziert die Leute, Kammerzwang, wenn du einmal aus der Reihe schwerst, kommt die Kammer und entzieht dir die Lizenz. ETC, ETC, muss ich gar nicht im Detail darauf eingehen. Der Staat, also der Steuerberater ist in den seltensten Fällen am Wohlergehen der Kundeninteresse her. Solange bald ein Kunde irgendwie kommt, ich will im Ausland eine Firma gründen, muss der Steuerberater gesetzlich verpflichtet das dem Staat melden. Der Steuerberater ist kein Strafverteidiger, der nur dem Interessen des Kunden, des Mandanten dient. Der Steuerberater ist immer ein Organ des Staates, der die Interessen des Staates vertritt und nicht eben die Interessen der Kunden. Und deswegen mögen die Steuerberater uns eben auch nicht so, weil wir nicht nur deutlich mehr Ahnung haben von allen Ländern der Welt und deutlich holistischer unterwegs sind, eben nicht nur Steuern, sondern auch alle anderen internationalen Sachverhalte, sondern weil wir natürlich auch, weil wir uns, sag ich mal, außerhalb Deutschlands, außerhalb der EU bewegen, können sie uns nicht wirklich ans Bein pissen, können uns nicht irgendwie abmahnen. Würde ich in Deutschland sein, auch damals war es ja genau der Punkt, hattest du gefragt, auszuwandern, ich hätte dieses Business ja niemals in Deutschland aufziehen können. Ich wäre ab dem ersten Tag, hätte ich hunderte von Abmahnungen bekommen und wäre finanziell komplett geschädigt. Aber wenn ich das über die richtige Firmenstruktur international aufbaue, kann ich eben diese Themen relativ problemlos in Deutschland machen, in Deutschland problemlos einreisen, in einem Podcast mit dir sitzen und auch offen darüber erzählen. Ich habe eben durch meine internationale Struktur noch weitestgehend die Meinungsfreiheit in Deutschland.
Speaker 2Ja, du hast aber einen Riesenschritt gemacht, den die meisten immer erzählen, dass sie machen wollen, aber nie wirklich machen, oder nicht nie, sondern die meisten nicht mehr wirklich machen. Und zwar tatsächlich physisch auszuwandern. Siehe Pyrus Becker und Co., es ist dann doch in Deutschland gar nicht so schlimm. Und es gab damals vor ein paar Jahren diese YouPorn-Fälle, glaube ich, die auf Malta gemeldet waren und die aber alle in Hamburg Büros hatten. So, irgendwie, wir meckern alle immer viel über Deutschland, aber im Zweifel, wenn es hart auf hart kommt, sind wir dann doch alle ganz gerne hier. Jetzt ist so, dass wenn du in dem Moment, wo du wirklich physisch draußen bist, du hast keine Wohnung hier mehr, keinen Wohnsitz, du hast kein Fitnessstudio, dann ist, dann verstehe ich, dann gibt es über 200 Länder und Territorien, wo man sich niederlassen kann und irgendwie dazwischen sein kann. Aber das ist ein sehr, sehr spezieller Fall. Dann ist auch noch die Frage, mag ich es lieber kühl, mag ich es lieber warm, was ist mir die Zeitzone wichtig und so. Da gibt es verschiedene Fälle. Aber für die meisten ist, glaube ich, Klammer auf, möglicherweise auch für mich, das größte Ding ist, okay, ich sitze jetzt in Deutschland, dann gucke ich jeden Tag in die Nachrichten und ärgere mich. Mehr als ich müsste, mehr als ich will, tatsächlich. Und denke, okay, was kann ich denn jetzt tun? Du hast völlig recht, Klumpenrisiko Deutschland. Jetzt habe ich verstanden, okay, es gibt da draußen irgendwelche Anbieter, die haben eine Adresse besorgen in Georgien oder in Thailand. Dann habe ich so eine Adresse. Okay, dann wäre es schon ganz gut, wenn ich ein Bankkonto hätte mit, auf diese ausländische Adresse und idealerweise ein, zwei Kreditkarten, dann kann ich darauf, keine Ahnung, Paypal-Account machen auch wiederum auf die ausländische Adresse und dann bin ich schon mal bankable außerhalb der EU. So, das ist, wenn ich nicht vergesse, meine Zinserträge anzugeben, bin ich da auch 110-prozentig legal. So, und jetzt kommen wir in so einen Bereich, der, glaube ich, ganz, ganz viel Schindluder betrieben wird, nämlich Leute, die denken, ich muss ja nur in Dubai meine Firma aufmachen und ich sitze hier in München, das ist ja eine Dubai-Firma und in Dubai muss ich keine Steuern zahlen. Und was dann ganz schnell passiert, was immer passiert, ist, dann kommt das Außensteuergesetz, heißt das, ne? Und das Außensteuergesetz ist, wenn man das mal liest, ich hatte drei Millionen tolle Ideen und hab das mit meinen Steuerberatern durchgesprochen und dann haben die immer gesagt, also, das ist der Paragraph im Außensteuergesetz. Also sinngemäß, also, die ganze Innovation, die uns möglicherweise in der Verwaltung fehlt, die ist im Außensteuergesetz, weil jede geile Idee, die man hat, oder die ich bisher hatte, gab es einen speziellen Paragraphen zu, wo sinngemäß drin stand, lieber Ben, du musst früher aufstehen, weil wir hatten diese Idee schon vor 23 Jahren, haben ein extra Paragraphen gemacht, dass du diese Scheiße nicht machst, werd smarter und steh früher auf. So lese ich das Außensteuergesetz. So. Und jetzt könnte es aber trotzdem Konstruktionen geben, die smarter sind als meine von mir erdachten, sodass man innerhalb von Deutschland, also in Deutschland mit Wohnsitz und physisch weiter hier in Köln, in Hamburg, in München, seinen Kaffee trinkt, aber die Vorzüge dieser Flaggentheorie nutzen kann. Was kann ich tun?
Speaker 1Ja, ich meine, es gibt sehr viele Möglichkeiten, aber erstmal muss man halt auch einfach sagen, man sollte nicht von sich selbst auf andere schließen. Das habe ich ständig mit vielen Steuerberatern, vielleicht auch mit dir. Du findest es in Deutschland schön und toll, aber das ist bei vielen Leuten natürlich nicht mehr der Fall. Und das ist dann einfach letztlich eine Kosten-Nutzen-Rechnung. Finde ich es hier so schön und toll, dass ich da 50 Prozent oder eher 70 Prozent Steuern zahlen möchte? Oder mache ich dann vielleicht den Abflug? Und das ist ja auch ein Samenkorn, der über Jahre in den Läufen reift. Vor zehn Jahren haben mich die meisten Leute hier ausgelacht. Gerade die meisten Steuerberater haben gesagt, was du machst ist extrem unseriös. Niemand wird dauerhaft reisen wollen. Aber mittlerweile kenne ich doch sehr viele auch wohlhabende Unternehmer, auch viele Unternehmer, selbstständig mit Familien, die eben dauerhaft reisen wollen, die eben nicht an einem einzigen Mann festhängen wollen. Und das Ganze ist ja doch deutlich weiter im Mainstream angekommen. Aber um auf deine Frage zurückzukommen, kannst du nochmal die Frage stellen?
Speaker 2Was kann ich tun, wenn ich nicht auswandern will?
Speaker 1Genau, das deutsche System. Man kann sehr viele Dinge auch im deutschen System machen. Aber man muss sich halt einfach vergegenwärtigen. Du bist halt natürlich immer noch in Deutschland. Du hast ein gewisses Rechtsrisiko, dass Deutschland einfach schwupps Gesetze ändert. Und dann nützt das Ganze nicht mehr. Dennoch auch Deutschland ist eben rechtlich eingehegt durch seine eigenen Finanzgerichte, vor allem durch die EU-Finanzgerichte. Es gab vor einigen Jahren einen berühmten Fall, Cadbury-Schweppes. Großes Unternehmen, Schokolade, Gin Tonic und so weiter. Und da ging es darum, ist es rechtlich legal in einem anderen EU-Land? EU-Land, Niederlassungsfreiheit und so weiter in einer Firma aufzubauen? Und der Europäische Gerichtshof hat bestätigt, ja, ist es. Das heißt, Deutschland kann nicht per se sagen, dass eine Firma in einem anderen EU-Land rechtswidrig ist. Solange es ein anderes wirtschaftliches Interesse neben Steuern gibt. Ja? Und ich habe eigentlich immer ein anderes wirtschaftliches Interesse. Einfach, weil ich dort den Markt erschließen will, weil ich Regulierungsvorteile habe, etc. Das heißt, jeder, der in Deutschland lebt, kann ganz legal in einem EU-Land eine Firma haben. Wenn du eine Firma außerhalb der EU haben willst, ist das theoretisch auch möglich, aber da hast du so ein bisschen Beweislastumkehr. Du musst Deutschland haargenau beweisen, dass du dort eben Geschäftsführer hast, Betriebsstätte hast, wirtschaftliche Interessen hast und so weiter. Innerhalb der EU ist diese Beweislastumkehr umgekehrt. Der Staat muss dir aktiv nachweisen, dass du das nicht hast. Das ist natürlich deutlich einfacher. Sprich, die meisten EU-Länder haben eh diese Substanzanforderungen eingeführt. Ja, um zum Beispiel in Zypern eine Firma zu gründen, ohne Wohnsitz, muss ich dort ein Büro haben und muss einen 450-Euro-Mitarbeiter einstellen. Ja, und damit habe ich schon einen Teil dieser geforderten Substanz. Noch besser, wenn man zum Beispiel grenznah wohnt. Ja, du lebst jetzt in der Nähe der Schweiz oder in der Nähe Polens. Da ist deine Körperschaftssteuer in Polen 9% auf die ersten 2 Millionen. In der Schweiz sind es so um die 11% grenznah in zum Beispiel Schaffhausen. Du lebst in Deutschland, du pendelst 2-3 Mal die Woche in dein Büro direkt hinter der Grenze. Dann kannst du ganz legal die dortige Körperschaftssteuer in Anspruch nehmen. Hast 20% im Schnitt zur deutschen GmbH gespart. Oder wenn du genug Geld machst, gewisse Sachen outsourcen willst, machst du eben deine Betriebsstätte in Bulgarien auf, hast ein paar Mitarbeiter, die dort eine Leistung erbringen, deine Produkte verkaufen, den Vertrieb machen, was auch immer. Das macht dir häufig auch aus anderen Belangen Sinn. Der Bulgare ist vielleicht motivierter, kriegt aber nur ein Fünftel des Gehalts eines Deutschen, hat auch selber viel weniger Abgaben drauf zu zahlen. Und da gibt es dann teilweise sehr gute Modelle. Es gibt zum Beispiel das Mittelstandsmodell. Ja, das ist das, was die meisten großen Steuerberatungskanzleien, die sind jetzt ganz böse, für mehrere 10.000 an den Mann bringen. Das heißt ganz einfach, du hast im Deutschen eine GmbH und Co. KG. Ja, das ist die typische Struktur der Mittelständler. Und du machst jetzt einfach mit der GmbH und Co. KG eine Betriebsstätte in Bulgarien. Und über das Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland-Bulgarien zahlst du auf alles nur 10%. Also du kriegst dein Geld mit 10% in Bulgarien ins deutsche Privatvermögen, musst keine Steuern mehr draufzahlen. Keine 25% Abgeltungssteuer, keine deutsche Einkommenssteuer. Das Doppelbesteuerungsabkommen innerhalb der EU ermöglicht dir eben solche Möglichkeiten. Ja, das heißt, du musst natürlich trotzdem im Ausland die Leistung erbringen. Aber ein großer Konzern kann immer irgendwas ins Ausland buxieren, kann den Einkauf von physischen Gütern über das Ausland mit besserer Marge abwickeln, kann Dienstleistungen aus dem Ausland herausbringen, Software dort ansiedeln, Provisionen machen, etc.
Speaker 2Also wenn ein deutsches Unternehmen eine Niederlassung hat, die einen Teil der Wertschöpfung übernimmt, dann gilt das bulgarische Steuerrecht oder der bulgarische Steuertarif, das scheint mir etwas, also wenn ich jetzt 100 Mitarbeiter habe, also pass auf, 5 davon, schicke ich jetzt nach Bulgarien oder ich nehme mir den Bulgaren. So, und dann wird die gesamte Besteuerung meines deutschen
Speaker 1Unternehmens. Nicht die gesamte Besteuerung, der Teil, der von den 5 Bulgaren erbracht wird natürlich. Natürlich kannst du das versuchen, aber Deutschland will natürlich genau aufgeschlüsselt haben, dieser Teil der Leistung wird in Bulgarien erbracht, der andere Teil noch in Deutschland. Dennoch kannst du natürlich teilweise große Summen so umlenken, um eine deutlich niedrige Besteuerung zu führen. Wie du schon sagtest, das Außensteuergesetz hat tausende Paragraphen, die das schwerer machen, es gibt Fremdvergleichsgrundsätze, ja, das muss eben dann marktüblich bepreist sein, bla bla bla, aber man kann das eben machen. Klar, man muss viel beachten, aber es ist möglich. Und auch wenn man diese Modelle nicht wählt, man kann was weiß ich, in Deutschland sitzen und in der Schweiz eine Firma haben. In der Schweiz ist es eh, sag ich mal, rechtlich gefordert, dass man einen Schweizer Geschäftsführer hat, ja. Und es muss natürlich ein richtiger Geschäftsführer sein, so ein reiner Treuhänder, so ein reiner Steuerberater, der in der Firma ist, ist natürlich nicht hilfreich. Ja, die meisten Leute denken immer noch, ich kann einfach irgendwie eine Briefkastenfirma gründen, da so einen Anwalt als Direktor reinsetzen, das ist natürlich Steuerhinterziehung, ja. Das heißt ganz einfach, die Firma wird trotzdem wie eine deutsche GmbH besteuert, hat deutsche Körperschaftsgewerbesteuer, Buchhaltung, EDC, das geht nicht. Aber wenn ich tatsächlich einen Teil meiner Wertschöpfung ins Ausland verlagern will, skalieren will, habe ich viele Möglichkeiten in Deutschland. Und da kann ich gerade auch auf privater Ebene sehr viel gestalten. Deutschland ist, sag ich mal, ein Land, was den Konsum bestraft. Sobald ich mir Geld aus der Firma rausziehe, habe ich hohe Steuern. Wenn ich das Geld aber in der Firma innerhalb von Holdingstrukturen, Stiftungen, Genossenschaften liegen lasse, für mich arbeiten lasse, ist Deutschland auf einmal eine Steueroase. Ja, Deutschland hat innerhalb von Holdings, Genossenschaften die Regelung, dass du Aktien mit 0,75 Prozent anlegen kannst. Ja, die meisten, viele meiner Kunden machen den Fehler, die haben eine GmbH, schützt nicht das Geld aus, 25 Prozent, legen es privat an, nochmal 25 Prozent. Das ist richtig dumm. Würden sie es in der GmbH lassen, haben sie halt 0,75 Prozent auf das langfristig angelegte Vermögen. Und das hast du auch noch in zahlreichen anderen Bereichen. Du kannst relativ stark mit deutschen Holdings, Genossenschaften, Familienstiftungen arbeiten, dann vielleicht noch mit Auslandsfirmen womöglich kombinieren und dann in Deutschland auch auf eine relativ erträgliche Steuerlast kommen. Aber es ist natürlich ein großer Verwaltungsaufwand, an dem gerade deutsche Steuerberater prächtig verdienen.
Speaker 2Ja, das Problem ist, es gibt ja, wenn ich jetzt sage, die meisten Leute werden nicht wegziehen, das ist glaube ich richtig, weil wenn wir 80 Millionen haben, haben wir nicht in 10 Jahren nur noch 40 Millionen Leute in Deutschland, weil 50 Prozent weggezogen sind. Aber viele Leute machen sich Gedanken, was denn wäre, wenn sie wegziehen würden. Und alle Unternehmer haben das große Problem, alle Unternehmer haben das Problem, Wegzugsteuer. So, und wenn ich jetzt hergehe und sage, bin ich ganz schlau, jetzt mache ich eine Niederlassung in der Schweiz und die macht einen Teil der Wertschöpfung. Und wenn ich die unter meine deutsche GmbH packe, dann ist sowieso meine deutsche GmbH, alles fließt am Ende des Tages über die deutsche GmbH wieder blöd. Das heißt, ich mache mir schon mal so ein Escape-Ding und ich gründe die selbst privat. Ich gründe in der Schweiz eine Gesellschaft und dann macht die schon ein bisschen Wertschöpfung für die deutsche GmbH und irgendwie Verrechnungspreise, Transfer, dies, das, ananas. So, und dann ziehe ich weg und dann kommt der deutsche Staat und sagt, ja, Moment, du hast ja Anteile an einer schweizerischen GmbH und hast Wegzugsteuern auf deine Anteile in der Schweiz. Dann ist ja auch wieder Quatsch.
Speaker 1Ja, das ist natürlich immer die Frage, ja. Das kennen wir ja bei unseren Beratungen. Was hast du vor? Willst du dauerhaft in Deutschland leben? Willst du nie rausgehen? Dann kannst du solche Anteile auch privat halten. Aber wenn du nur entfernt die Absicht hast, vielleicht mal auszuwandern, dann solltest du natürlich seine Struktur so aufbauen, dass die Wegzugsteuerung strukturell gar nicht mehr in Frage kommt. Ja, du kannst eine doppeltstöckige Holding in Deutschland haben, GmbH und Co. KG plus GmbH oder eine Genossenschaft eines unserer Lieblingsvarianten. Wenn alle deine Firmen, auch deine Auslandsfirmen, unter dieser Struktur hängen, kannst du ohne Wegzugsteuerung aus Deutschland raus. Es gibt auch andere Arten und Wege, die Wegzugsteuerung zu vermeiden. Auch so ein bisschen unser Beratungsalltag. Ich kann dir 20 Wege nennen, wie man die Wegzugsteuerung vermeiden oder zumindest groß reduzieren kann. Ja, also da gibt es Möglichkeiten. Das Gesetz lässt durchaus gewisse Schlupflöcher zu.
Speaker 2Aber ist es auch so, dass man mit einer GmbH und Co. KG, also wenn man seine GmbH wandelt in eine GmbH und Co. KG, dass man dann keine Wegzugsteuerung mehr hat? Das habe ich jetzt gehört, dass das gekippt sein sollte.
Speaker 1Noch nicht, aber man muss einige Dinge beachten. Die GmbH und Co. KG muss in der Regel gewerblich sein. Die muss noch aktiv sein mit deutschen Geschäftsführern. Die darf nicht rein vermögensverwaltend sein. Und es ist tatsächlich in der Diskussion, dass das Ganze gekippt wird, weil natürlich jeder Wechselzustand für die Wegzugsteuerung zahlen soll. Aber noch immer gibt es andere Möglichkeiten, das Ganze zu vermeiden. Und neben der Wegzugsbesteuerung gibt es natürlich einen anderen Punkt. Bei dem, was du gerade gesagt hast, die sogenannte Funktionsverlagerung. Wenn ich jetzt in Deutschland eine GmbH habe und auf einmal in der Schweiz eine GmbH aufmache und die irgendwas macht, was ich schon vorher gemacht habe, was die deutsche GmbH gemacht hat, ist das eine sogenannte Funktionsverlagerung, dann will Deutschland natürlich auch Steuern haben. Wenn man das sauber machen will, dann muss die Schweizer Firma eben einen Kaufvertrag mit der deutschen Firma machen und eben das, was sie jetzt übernimmt, quasi rauskaufen. Das muss dann eben in Deutschland versteuert werden. Das ist der saubere Weg. Wenn man jetzt ein kleines Business hat, nicht so wild, aber bei größeren Unternehmen wird dann natürlich genau hingeschaut. Das ist die Funktionsverlagerung auch ein relevantes Thema. Aber wenn ich dann zum Beispiel eine neue Idee habe, irgendwie ein neues Business, was überhaupt nichts mit meinem Alten zu tun habe, kann ich natürlich eine neue Firma machen im Ausland, um das darüber alles abzuwickeln. Vorausgesetzt, ich halte mich als Außensteuer gesetzt an diese ganzen Substanzgeschichten und so weiter. Alles nicht einfach. Ja, also ich sage grundsätzlich zu Leuten, die das machen wollen, du musst mindestens, 100.000 Euro Gewinn haben, sechsstellige Gewinne. Vorher macht das keinen Sinn. Weil um so ein Setup recht sicher aufzusetzen, musst du mindestens 30.000 Euro investieren. Du brauchst eben einen richtigen Geschäftsführer, keinen reinen Treuhänder, der von dort deine Geschäfte führt. Und natürlich muss das auch vom Business her Sinn machen. Wenn du jetzt Dienstleister bist und in Deutschland mit deutschen Kunden Dienstleistungen machst, dann ist eine Auslandsfirma einfach nicht glaubwürdig. Aber wenn du ein E-Commerce-Business hast, physische Waren versendest, dann kannst du das in vielen Fällen recht glaubhaft ins Ausland auslagern.
Speaker 2Okay. Jetzt sagst du das Konstantin, kostet 30.000, 40.000 Euro. Und du hast gesagt, deine Beratung kostet 3.000 Euro. Nimmst du pauschal für alles 3.000 Euro? Oder jedes Mal, wenn ich sage, okay, ich hätte gerne nochmal, ich brauche eine Stiftung, sagst du, all right, der Junge braucht eine Ring-Ring-Stiftung. Wie läuft das?
Speaker 1Ich meine, die Beratungskosten sind eben 3.000. Das ist das 90-Minuten-Gespräch und dann die Nachbetreuung. Also es ist auch so, dass ich natürlich den Leuten dauerhaft helfe. Ich mache nicht einfach, die Beratung bin dann weg, sondern ich bin halt dauerhaft für den Kunden da. Über mehrere Jahre in vielen Fällen. Der stellt mir Fragen, ich beantworte ihm das, gebe ihm Kontakte von Leuten, die eben diese ganzen Sachen umsetzen. Wirst du eine Lichtenstein-Stiftung haben, macht mir einen Lichtenstein-Partner. Wirst du nach Zypern auswandern, machen wir alles für dich. Ob Hilfe bei der Einwanderung, Hilfe bei der Wohnungssuche, Steuererklärung privat, Firmengründung. Da habe ich halt in allen attraktiven Jurisdiktionen auf der Welt meine Kooperationspartner, die dann natürlich auch den Kunden betreuen. Aber manchmal gibt es Probleme, der Kunde hat etwas nicht richtig verstanden, die Agentur ist nicht sympathisch genug. Habe ich dann natürlich, sage ich mal, negativ. Ja, und das ist größtenteils die Beratung. Kann man dann auch, ich mache ja diese Sprachnachrichtenberatung, kann man dann jährlich erneut günstig für 500 Euro dazubuchen. Hat dann einfach eine dauerhafte Betreuung bei mir. Und die Beratung, habe ich ja am Anfang erklärt, ist jetzt in meinen Augen, haben die Leute einen vielfachen finanziellen Gegenwert. Gerade die Kunden, die mehr verdienen, die haben das an einem Tag eingespart, wenn sie die richtige Gestaltung wählen. Aber ich habe den Beratungspreis jetzt eher, sage ich mal, an Zeit gegen Geld ausgerichtet, so ein bisschen an meinen Opportunitätskosten. Ich will halt die Welt bereisen, viel reisen und relativ wenig Zeit gegen Geld tauschen. Und 3.000 Euro ist so ein bisschen aktuell meine Summe, wo ich sage, da setze ich mich doch mal hin und bin bereit, den Leuten zu helfen.
Speaker 2Ja, verstehe. Aber du sagst, du willst immer noch die Welt bereisen. Ist das nicht irgendwie, also ich habe ein Jahr lang eine Weltreise gemacht und das fand ich cool. Und irgendwann habe ich gedacht, okay, ich bin wieder am Strand. Jetzt gibt es wieder, es gibt hier so ein Chiringuito, da gibt es Sangria. Ein Strand ist irgendwie, ja, sieht aus wie ein Strand. Da vorne ist ein Berg, da anders nicht. Da bricht eine Welle, da ist kein Stein, aber es ist irgendwie. Und dann ist es wieder, hier vorne gibt es das Restaurant, hier vorne ist der Supermarkt. Jetzt ist der Blick so, jetzt ist der Blick so. Irgendwann wiederholt sich das quasi alles und dann war mir das zu viel. Nicht zu viel, sondern eigentlich zu langweilig. Und dann habe ich eher gedacht, okay, wo kann ich denn bleiben, wo es schön ist, wo ich dann die Vorteile von bleiben und einer festen Infrastruktur und so weiter habe.
Speaker 1Ja, ich meine, das ist sehr persönlich anders. Von den meisten Menschen würde es sicherlich gehen wie dir, aber bei mir ist es eigentlich komplett umgekehrt. Und je länger ich mich irgendwo aufhalte, desto langweiliger wird es einfach. Beziehungsweise ich würde sagen, das ist so eine, sage ich mal, umgekehrte Grenznutzenkurve. Also ich habe den meisten Nutzen davon, wenn ich relativ kurz irgendwo bin, weil ich ja immer die Möglichkeit habe, ich bin jung, ich kann jederzeit wiederkommen und wo es mir wirklich sehr gut gefällt im internationalen Vergleich, kann ich mich dann aufhalten. Das ist ja tatsächlich so, ich habe gewisse Länder, gewisse Orte, wo ich mehrmals im Jahr bin, wo teilweise meine Investments sind, wo ich mich dann gerne aufhalte. Ja, aber mir persönlich gibt es relativ wenig, lange an einem Ort zu sein, beziehungsweise es ist einfach der Kompromiss. Du musst halt wirklich monatelang an einem Ort sein oder jahrelang in einer Stadt leben, bis du wirklich dann die Vorteile hast. Ja, also den festen Freundeskreis, dass du weißt, wo alles ist, deinen Lieblingsitaliener hast, wo du immer dein Essen isst, etc. Das hast du halt auch nicht in ein paar Wochen. Und deswegen ist für mich gerade in meiner aktuellen Lebenslage, ich bin jung, ich bin 35, immer noch die Motivation, viel zu sehen. Aber es ist auch einfach, sage ich mal, meine Veranlagung, dass ich, sage ich mal, sehr stark neue Erlebnisse brauche, dass ich viel sehen will. Ich sage immer so ein bisschen, ich will das Relief der Welt erkunden. Also mir geht es gar nicht so sehr um Kultur oder um Menschen. Das ist vielen anderen Leuten wichtig. Mir geht es wirklich eher um Landschaften, um Erfahrungen, um Tierbegegnungen. Wenn ich reise, tauche ich viel, gerne mit Haien zum Beispiel. Das, was für die meisten Leute krass klingt, was sie nie im Leben machen würden. Ich springe ständig einmal im Monat ins Wasser und tauche mit irgendwelchen angeblich gefährlichen Haien zum Beispiel. Das bereitet mir einfach große Freude. Und du machst das natürlich ein Jahr. Das ist ein großer Unterschied für jemanden, der das zwölf Jahre macht, fast jeden Tag macht. Ich bin selten mehr als drei, vier Tage an einem Ort, reise weiter und habe natürlich auch meine Routinen darauf abgestimmt. Also ich bin deutlich unproduktiver, wenn ich tagelang an einem Ort bin, als wenn ich jeden Tag auf Achse bin. Weil du dich einfach dann so stark wieder in irgendwelchen Dingen verzettelst, dann doch, sage ich mal, das Sozialleben wieder wichtiger wird als das Reiseleben. Wenn du dann so ein bisschen aus dem Rhythmus kommst. Aber es ist natürlich einfach mit der Zeit eine Sache. Und du hast natürlich auch eine ganz andere Community. Ich kenne alle anderen Leute, die extrem um die Welt reisen. Es gibt da eine kleine, aber feine Community. Ich war letztens im Juni auf einem Event. Der portugiesische Milliardär hat 104 Leute eingeladen, die in allen Ländern der Welt waren. Es gibt aktuell knapp 500 Leute weltweit, die in allen Ländern der Welt waren. Da gibt es auch Organisationen, die das verifizieren. Also die machen dann Stichproben. Musste jetzt irgendwie aus 50 Ländern, musste Beweisen sammeln, dass du überall gewesen bist. etc. etc. Das sind auch wirklich coole Leute. Und da habe ich sehr viele gute Freundschaften geschossen.
Speaker 2Ah krass, dann gibt es so eine richtige Traveller-Nische, die überall waren.
Speaker 1Es gibt dort Rankings. Ich bin irgendwie auch auf Nummer 1 aller Leute weltweit unter 40. Aber natürlich kann ich mit den 70- oder 80-Jährigen nicht mithalten, weil die 30 Jahre länger gereist sind. Aber da gibt es große Organisationen. Nomad Mania gibt es eine App. Most Travelled People, eine andere App. TCC, das ist eine amerikanische Organisation. Die teilt die Welt in 330 Territorien ein. Ich war in 326 davon. Die vier, die mir fehlen, sind militärische Sperrgebiete der USA. Komme ich aktuell nicht hin. Also es war mein Ziel, nach allen Ländern der Welt eben auch diese Territorien zu bereisen. Das habe ich letztes Jahr abgeschlossen.
Speaker 2Und wenn du da sagst Ranking, wie kannst du jetzt noch weiter upleveln, außer die vier Territorien?
Speaker 1Ja, ich könnte noch diese vier Territorien besuchen. Aber dann ist dieses Ranking natürlich voll. Dann ist es voll. Aber es gibt andere Rankings. Es gibt zum Beispiel dieses Most Travelled People. Das teilt die Welt jetzt in 1500 Regionen ein. Quasi jedes Bundesland, jedes Landes und ein paar einige Inseln, etc. Und es gibt Leute, die so crazy sind, das in ihrem Leben bereisen zu wollen. Ich gehöre da jetzt nicht zwingend zu. Aber natürlich orientiere ich mich ein bisschen an meinen zukünftigen Reisen, auch an diesen Listen. Ich war jetzt, was weiß ich, drei Tage in England unterwegs, weil mir dort einige Territorien gefehlt haben. Oder manche Menschen bereisen die UNESCO-Welterbestätten der Welt. Da gibt es knapp 1000 Welterbestätten. Und die wollen bei jeder dieser Welterbestätten gewesen sein. Oder reisen nach Stränden oder nach. Naturerfahrung. Ich meine, da hat jeder seine eigenen Sachen. Und das ist schon, ja, wenn du so drauf bist, das ist natürlich spannend. Und manche Leute machen das sehr kompetitiv. Man muss einfach sagen, die Gründer dieser Liste haben die häufig für sich selbst geschrieben, damit sie selbst an der Spitze stehen. Haben sie teilweise angepasst, als andere Leute sie überholt haben, dass sie doch wieder an der Spitze stehen. Das ist natürlich etwas bedenklich. Aber trotzdem ist es eine ganz, sage ich mal, lustige Subkultur, von der die meisten Leute noch überhaupt keine Ahnung haben.
Speaker 2Und dann bist du drei, vier Tage an einem Ort. Und du sagst, du hast ein Fest, Routinen. Denn du musst ja auch den nächsten Ort wieder planen. Sondern du hast gesagt, du warst jetzt gerade in Frankreich. Dann bist du jetzt hier und die drei, vier Tage, was machst du dann?
Speaker 1Ich meine, ich kann ja mal einen Überblick über meine letzte Woche geben. Also ich war jetzt die letzten vier Tage in Frankreich. Das war großenteils verantwortet durch die Silberhochzeit eines guten Freundes in Monaco. Also waren wir zwei Tage in Monaco, haben uns bei der Silberhochzeit vergnügt. Einige andere Freunde von mir waren dort, haben eine schöne Zeit in Monaco gehabt, kurz über die Grenze nach Italien gefahren, weil dort ein Ferienhaus eines Freundes war. Dann rüber nach Saint-Tropez gefahren, eine Nacht, weil ich mal nach zehn Jahren Abwesenheit sehen wollte, was da so geht. Und meine Freundin gerne feiern geht. Also haben wir uns in Saint-Tropez vergnügt und sind dann gestern Abend nach Köln geflogen. Davor war ich drei Tage allein unterwegs in England. Reisen für mich heißt halt was anderes als für die meisten Leute. Das heißt nicht, ich fliege jetzt an die Côte d'Azur und lege mich an den Strand und gehe abends schön essen. Als ich in England unterwegs war, bin ich um sieben Uhr aufgestanden, habe das Tageslicht quasi genutzt, bin 15 Stunden Auto gefahren. Ich sehe an einem Tag wahrscheinlich so viel wie die meisten Leute in einer Woche, weil ich halt ganz andere Interessen habe, weil es mir wichtig ist, gerade Naturattraktionen, aber auch Kulturschlösser, was auch immer zu erkunden, mit meinen wahren Augen zu sehen. Und das mache ich halt jeden Tag und das seit zwölf Jahren. Also ich habe eine ganz andere Einstellung zum Reisen als die meisten anderen.
Speaker 2Und das heißt, du hast eigentlich voll, du bist nicht nur Vollzeitreisender im Sinne von du bist nie zu Hause und du respektive hast kein richtiges, hast ein bisschen eine Homebase, aber nicht so, wie man sich das vorstellt, normalerweise, sondern auch, wenn du dann die drei Tage in England oder in Frankreich bist, bist du eigentlich von morgens bis abends damit beschäftigt, dir das aus dem Auto anzugucken.
Speaker 1Ja, ich meine, das macht mir persönlich Spaß und Freude und bietet mir Vergnügen, sonst würde ich es nicht machen. Aber mein Lebensstil ist sehr flexibel und ich kann natürlich jederzeit anpassen. Es ist ja nicht so, dass die Ganzzeitreise, ich habe halt schon häufig eben Verpflichtungen, sage ich mal so. Ich werde zu zahlreichen Geburtstagen, Hochzeiten eingeladen. Ich habe selber Events, wo ich dann wieder auch nach Deutschland oder in andere Länder muss. Verschiedene Konferenzen mit dem, was ich mache. Ich habe ja, sage ich mal, verschiedene Subkulturen. Ich habe diese extrem reisenden Subkulturen, wo es manchmal Trips gibt. Naja, also ich bin jetzt eingeladen zu einem Trip nach Mount Athos. Kennst du vielleicht dieses? Hast du nie gehört? Mount Athos. Das ist in der EU, aber Frauen haben keinen Zugang. Noch nicht mal weibliche Tiere dürfen Mount Athos betreten. Das ist eine Halbinsel, in Griechenland, wo Putin sein Geld liegen hat. Ja, es ist ein quasi orthodoxes Klosterreich. Komplett unabhängig. Eigenes Bankensystem, eigenes Steuersystem. Technisch EU, aber praktisch nicht. Und schwierig reinzukommen, aber über Kontakte habe ich halt die Möglichkeit, Mount Athos mal zu besuchen. Eines der Theatren, die mir fehlt. Oder vor drei Jahren war ich in Aserbaidschan. Ja, damals hat Aserbaidschan noch gegen Armenien gekämpft. Bergkarabach gibt es mittlerweile nicht mehr, hat Aserbaidschan erobert. Wir waren die ersten Touristen im eroberten Bergkarabach, haben live gesehen, wie die Minen in die Luft geflogen sind und halt so ein bisschen das Ganze angeschaut. Für mich war das besonders interessant, weil ich damals im richtigen Bergkarabach noch war. Ja, vor zehn Jahren war das einer meiner, vor über zehn Jahren im Studium war das einer meiner ersten Reisen. Dann habe ich quasi das Land gesehen unter dieser sag ich mal, inoffiziellen Anerkennung und nachdem es dann von Aserbaidschan rückerordet war. Sehr interessante Sachen. Das ist aber nur die eine Subkultur. Das ist eben die Subkultur sag ich mal, des Extremreisens. Dann habe ich die Subkultur des Libertarismus natürlich. Ich bin immer noch sehr in dieser libertären Szene engagiert, gehe zu zahlreichen Konferenzen, halte Vorträge. Aber auch natürlich andere Subkulturen, wie das Tauchen. Ich bin ein beleidenschaftlicher Taucher. Ich habe schon etliche Kreuzfahrten in den nächsten Jahren organisiert, um mit irgendwelchen Haien zu tauchen. Oder ich war zehnmal in der Antarktis. Ich bin ja eher so der Typ Wikinger. Ich fühle mich eher in den Polarzonen wohl. In Grönland, in Island, in der Antarktis, statt die ganze Zeit in der Sonne am Strand zu liegen.
Speaker 2Wenn du da mit Haien tauchst, hast du vorhin gesagt, die vermeintlich oder die angeblich gefährlichen Tiere, die Haie. Aber so ein weißer Hai ist doch auch ein gefährliches Tier, oder? Der ab und zu beißt ja immer zu.
Speaker 1Das sind, sag ich mal, zutiefst missverstandene Geschöpfe, wie wahrscheinlich wir beiden auch. Also die Haie, klar, die wissen nicht wirklich, was Menschen sind, wie Menschen schmecken. Machen meistens ja nur einen Probebiss, aber bei so einem Gefährt mit solchen Zähnen ist der Probebiss halt häufig tödlich. Das ist halt einfach das Risiko. Aber wenn es eilt, sind halt meistens Schwimmer, die irgendwie mit Seeräuben verwechselt werden. Oder Spearfischer, die dann halt mit ordentlich gutem Wasser die Haie anlocken. So als typischer Taucher mit deinen Gasflaschen und deinen Bubbles bist du für die Haie weitestgehend uninteressant. Und da gibt es sehr, sehr selten tatsächlich Todesfälle, ja.
Speaker 2Und dann hüpfst du da rein und dann sind da, aber mit weißen Haaren taucht man mit Käfig,
Speaker 1oder? Es gibt auch Anbieter, die das mittlerweile ohne machen. Zum Glück gibt es in den letzten Jahren sehr viele Fortschritte im Verständnis von Haien. Und mittlerweile zum Beispiel auch in Amerika, in Boston, da die Ecke Massachusetts, Maine, gibt es doch sehr viele weiße Haie und da schwimmen die mittlerweile auch ohne Käfig mit. Ich war schon mit weißen Haien im Wasser, aber eben im Käfig, das war in Australien, schon beeindruckend. Und da fühlst du dich natürlich auch ein bisschen sicherer in so einem Käfig, weil irgendwas kann immer passieren. Aber ich war schon ohne Käfig mit vier Meter Tigerhaien, mit Bullenhaien, mit anderen potenziell berüchtigten Haien schwimmen. Natürlich musst du gewisse Sicherheitsvorkehrungen beachten. Also man muss zum Beispiel ein Fahrweg möglichst schwarz sein, inklusive Handschuhen, weil die Tiere das nicht so sehr wahrnehmen können. Irgendwie bunte Farben und so machen sie deutlich aufgeregter. Du bist natürlich nicht am Laien im Wasser, du bist meistens mit Experten, die genau die Psychologie dieser Tiere kennen und auch wenn ein Haie mal zu neuerlich wird, genau wissen, wie sie den abwehren können, etc. Das machst du einmal im Monat, hast du gesagt? Circa, ja. Also ich bin schon häufiger als einmal im Monat tauchen, aber natürlich nicht immer dort, wo es Haie gibt. Aber ich war jetzt zum Beispiel auf den Malediven, da gibt es einen durchdickten wir wissen viele nicht, berüchtigten Strand, wo ganz viele Tigerhaie sind, während auf der Nachbarinsel die Menschen da schön baden. Ja, oder ich war im, wo war ich noch? In Südafrika, habe jetzt einen Kreuzwald Galapagos-Inseln gemacht, mit 40 Hammerhaien auf einmal getaucht. Das ist schon eine beeindruckende Erfahrung. Also mir persönlich, sag ich mal, gefallen diese Naturbegegnungen sehr. Ich bin ein großer Tierfan, nicht nur Haie, auch andere Raubtiere, Löwen, Tiger, Safaris, generell machen mir halt eine Riesenfreude. Und für mich ist das eine Entspannung, auch wenn ich da 10 Stunden am Tag in irgendeinem wackligen Land Rover sitze und meine African Massage wieder so schön heiß bekomme. Mich macht das glücklich und das entspannt mich auch. Ja, und danach kann ich mich dann immer noch hinsetzen und ein paar Stunden arbeiten.
Speaker 2Ich habe gehört, dass in Südafrika die Haie weg sind, also in Kapstadt. Bist du da im Thema? Weißt du, was da passiert?
Speaker 1Ja, ja, das ist alles klar. Das liegt tatsächlich an den Killerwahlen, an den Orcas. Und die Killerwahlen, das ist sehr spannend. Ich war auch schon mit Killerwahlen ohne Käfig am Tauchen letztes Jahr in Norwegen. Da kannst du ins drei Grad kalte Wasser springen mit entsprechenden Trockenanzug und dann mit Orcas schnorcheln. Habe ich drei Tage im November gemacht, kann ich sehr empfehlen. Tolles Naturerlebnis hier direkt in Europa. Die Orcas dort sind auf Heringe spezialisiert, die wollen die Menschen nicht und schon beeindruckende Erfahrungen. Und deswegen kenne ich mich mit Orcas und so ein bisschen meine Lieblingstiere weltweit auch sehr gut aus. War auch schon zu zahlreichen anderen Orca-Begegnungen. Zum Beispiel im März waren wir in Argentinien, da gibt es einen Strand, wo nur zwei Wochen im Jahr die Orcas auf den Strand springen, also die beachen sich absichtlich, um die Robben zu snacken. Da sind die kleinen Robben-Babys am Strand, die gehen nicht ins Wasser, weil da die Gefahr lauert, aber die Orcas springen auf den Strand, reißen die Robben, gehen wieder ins Wasser zurück. Blutiges Schauspiel, aber eben faszinierend. Und das habe ich mir eben im März, Ende März, Punta del Norte in Argentinien, eine Waldesalbinsel, angeschaut. Und genau solche, sage ich mal, Tiererlebnisse überall auf der Welt reizen mich. Ja, zu Orcas in Südafrika. Das liegt einfach eben daran, der Top-Predator im Ozean ist eben nicht der weiße Hai, sondern der Orca. Und der Orca hat es auf das schmackhafteste Organ in der Tierwelt abgesehen. Würde ich ähnlich sehen als Mensch, die Leber. Ja, die Leber ist hochgesund. Die essen auch gerne Leber, weil da so viele Nährstoffe drinstecken. Und der Orca weiß das auch. Eine Leber eines weißen Hais ist ein gefundenes Fressen, was ihn tagelang satt macht. Und es gab so ein Orca-Pelchen, zwei der Orcas, die haben quasi auf alle weißen Haie vor der Küste Kapstads Jagd gemacht. Und deshalb gibt es da keine weißen Haie mehr.
Speaker 2Man weiß sogar, dass es ein Orca-Pärchen gibt.
Speaker 1Ja, ja, die sind identifiziert. Es gibt diese Orcas auch immer noch. Und das ist eben auch der Grund, warum sich relativ wenige weiße Haie zurück in diese Gegend trauen.
Speaker 2Ja, ich weiß nur, dass das früher war halt, Tauchen mit weißen Haien, da unten eine Touristenattraktion. Und dann gab es immer mehr Touren.
Speaker 1Ich war selbst zweimal dort, aber habe eben keinen weißen Hai gesehen. Ja, ich wollte dort zweimal tauchen, aber der weiße Hai kam nicht. Deswegen bin ich letztes Jahr nach Australien geflogen, wo weiße Haie noch zuverlässiger vorkommen und habe dort im Käfig mit denen geschnorchelt.
Speaker 2Ja, verrückt. Das ist ja schon ein sehr, also ich verstehe, dass du so bist, dass du das cool findest. Ich verstehe auch, dass es eine Nische auf der Welt gibt von Leuten, die sagen, das will ich genauso machen. Respektive ich mache das schon so, aber ich bleibe nicht drei Tage, sondern nur zwei Tage, weil ich kann das alles noch viel schneller als der Christoph. So, jetzt stelle ich mir vor, du hast ja auch eine Freundin und dann pitchst du so, pass auf, drei Tage, dann fliegen wir nach Australien, respektive du alleine. So, wie funktioniert das?
Speaker 1Ja, ich habe nicht nur eine Freundin, ich hatte auch noch einen Sohn. Ja, also ich habe seit vier Jahren einen Zehnjährigen, mittlerweile Zehnjährigen an der Backe. Und da musste ich natürlich entsprechende Kompromisse in meinem Leben finden, aber wir haben das sehr gut gelöst. Ja, meine Freundin ist gebürtige Ukrainerin, ist aber schon mit sechs Jahren nach Deutschland gekommen, in Deutschland aufgewachsen, spricht Fränkisch in Nürnberg. Ach, verrückt. Und ich habe sie kennengelernt kurz vor der Einstellung ihres, also wir kannten uns schon länger, aber wir sind zusammengekommen kurz vor der Einstellung ihrer Sohnes. Sie wollte eigentlich damals in die Ukraine auswandern, weil sie dachte, das ukrainische Bildungssystem ist viel besser als das deutsche. Ist auch tatsächlich so. Private Bildung in der Ukraine ist um Welten besser als in Deutschland. Das Problem ist, eine Woche, nachdem sie eigentlich ausgewandert hätte sein sollen, hat der Ukraine-Krieg begonnen. Wollte sie nicht auswandern. Wir sind kurze Zeit später zusammengekommen. Ich hatte damals schon einen Dubai-Wohnsitz. Ich habe nicht in Dubai gelebt, aber ich hatte das halt pro forma während der Corona-Zeit als eine Alternative für mich gefunden und habe ihr irgendwann vorgeschlagen, ja, komm doch nach Dubai. Und Dubai war so ein bisschen die letzten vier Jahre unsere Base. Ich bin gar nicht selbst ein großer Dubai-Fan. Ich bin vielleicht einen Monat im Jahr tatsächlich in Dubai, aber Dubai ist halt sehr convenient. Ich kann überall auf die Welt sehr komfortabel reisen mit Emirates. Habe da meine Meilen, kann die ganze Zeit kostenlos fliegen und ist zwar relativ teuer natürlich, aber es ist sehr bequem. Ja, in Dubai vor allem hat keine feste Schulpflicht. Ja, der Kleine wird nicht homegeschoolt. Wir haben gesagt, der kann die ersten fünf Jahre jetzt die Grundschule in Dubai machen. Hat einen festen Freundeskreis, etc. Und wir können aber trotzdem sehr viel als Familie reisen, weil wenn du in Dubai mal die Ferien zwei Wochen überziehst, machen wir ständig, gar kein Problem. Bist ja eh in der Privatschule, zahlst dafür, was will die Schule machen. Ja, also für uns ist das super. Wir können sehr viel mit dem Kleinen reisen. Wir sind sicherlich vier Monate im Jahr zusammen zu dritt unterwegs. Ich bin circa einen Monat in Dubai. Drei, vier Monate bin ich allein mit meiner Freundin unterwegs. Der Kleine ist gut versorgt. Sein leiblicher Vater, seine Großeltern, andere Bezugspersonen sind in der Zeit in Dubai, haben mit ihm eine schöne Zeit. Wir kommen dann immer wieder. Und ich bin auch ganz glücklich, mal allein unterwegs zu sein. Also drei, vier Monate im Jahr bin ich allein unterwegs. Das sind auch die Zeiten, wo ich dann häufig zum Arbeiten komme oder mit Freunden unterwegs bin. Das haben wir eigentlich sehr gut gestaltet die letzten vier Jahre. Und das klappt sehr gut für uns. Und eigentlich ist das Ziel tatsächlich eher aufs Thema Homeschooling überzugehen. Ich mache das zwar mit der Schule, aber ich bin persönlich kein großer Fan von Schulen. Und ich glaube, dass Freilernen viel wichtiger ist. Wir haben jetzt am Wochenende ein Event in Kroatien. 50 Freilernerfamilien kommen dorthin. Das war immer ein großes Thema für uns. Wie kannst du das eben als Familie mit Frau, mit Kindern gestalten? Perpetual Traveller zu sein, aber trotzdem eben diese Sozialverträglichkeit zu haben. Sozialleben für die Kinder. Stabilität für die Frau. Und da haben wir mit verschiedenen Kooperationspartnern vor Jahren eine Entwicklung, ein Projekt entwickelt. Das heißt Citadel Garden. Und da haben wir quasi in verschiedenen Orten in Europa und auf der Welt Dörfer gebaut. In Istrien, in Kroatien, haben wir jetzt das erste Dorf fertig. Das sind quasi ein Gebiet mit 30 Wohneinheiten, wo quasi zeitgleich 30 Familien leben können. Und die Idee ist, dass wir diese Dörfer überall auf der Welt haben und die Menschen quasi flexibel zwischen diesen Dörfern wechseln können. Und damit hast du quasi die Vorteile des Perpetual Travelings, der Startlosigkeit. Du bist in einem System nicht angemeldet. Bist steuerfrei, auch eben frei von Schulzwängen und anderen Pflichten. Kannst dich aber eben flexibel an verschiedene dieser Communities andocken. Hast quasi eine Kohorte an gleichgesinnten Familien, an gleichgesinnten Kindern, wo die Leute eben einen entsprechenden Freundeskreis haben. Und das geht eben ab diesem Sommer nach fünf Jahren Entwicklung endlich an den Start. Und wir nutzen eben dieses erste Dorf in Istrien jetzt für unsere Familienkonferenz. Das machen wir schon länger. Haben wir schon einige Events hinter uns. Das ist halt sehr bereichernd. Da hast du 100 schnatternde spielende Kinder, die sich gegenseitig kennenlernen. Für die Eltern gibt es eine Konferenz mit wichtigen Themen Richtung Homeschooling oder eben meine Themen oder Spielroutalität. Die Leute bringen eben ihr eigenes Wissen ein. Und man hat einfach ein paar schöne Tage zusammen und die Kinder, ja, haben dann eben Spielkameraden. Wir haben das selber so ein bisschen für den Maximilian, unseren Sohn, meinen Ziehsohn gemacht, dass der selber Kontakt zu internationalen Kindern bekommt, die so ein bisschen abseits des Schulsystems aufwachsen, weil wir das selber langfristig auch machen wollen. Ich will auch selber noch Kinder haben, sogar einige Kinder haben und will auch den Menschen vorleben, dass es möglich ist, trotz Kindern zu reisen und die natürlich per Homeschooling aufzuziehen. Und ehrlich gesagt, gerade jetzt mit der KI will ich Leute nie mehr raten, Kinder in die Schule zu stecken. Nach einem Jahr ist das, was sie in der Schule lernen, völlig überflüssig. Und ja, es ist viel wichtiger, dass Kinder einerseits technisches Verständnis bekommen, andererseits aber natürlich auch nicht zu lange vor dem Computer sitzen und nicht zu sehr von diesen ganzen Medien bestallt werden, sondern einfach Kinder sein können, die ersten zehn Jahre zumindest oder so, ja.
Speaker 2Aber gerade dann würde man noch sagen, pass auf, wenn Kinder Kinder sein sollen, dann müssen die auch andere Kinder treffen. Und wenn du dann.
Speaker 1Ja, aber genau dafür haben wir eben zum Beispiel diese Option geschaffen, diese sage ich mal, verschiedenen Communities, wo sie flexibel andocken können oder auch nicht. Ja, Leute können immer noch ihr eigenes Ding machen. Für mich selber wäre das nichts, jetzt irgendwie in drei verschiedenen Communities vier Monate zu leben und dann das andere zu ziehen. Das ist für viele Familien sicherlich interessant. Für mich nicht. Ich will meine Sachen selber gestalten. Ich will selber bestimmen, wo ich sein möchte. Und ich will aber natürlich auch die Interessen meiner Frau und meines Kindes mit einbeziehen. Ja, und da musst du natürlich schauen, wie das geht. Aber letztlich, jedes Kind ist anders und du kannst nicht sagen, jedes Kind braucht jetzt zwingend andere Kinder und muss zwingend in die Schule gehen. Das ist für manche Kinder sicherlich so, aber für andere gar nicht. Ja, und für viele Kinder ist halt auch das deutsche Schulsystem, der deutsche Schulzwang, das Ticket in schwere Probleme, ja.
Speaker 2Wenn du da, ich meine, deine ganzen Reisen, die brauchen ja auch eine Vorplanung. Also zu überlegen, wo fahre ich denn als nächstes hin? Hast du da schon, die nächsten 20 Trips sind sowieso das und das und das? Weil gefühlt ist, also was für mich ultra stressig ist, ist Urlaub buchen. Wann fahren wir, wo fahren wir hin? Fahren wir in Hotel A oder Hotel B oder Airbnb C? Fahren wir Montag los oder Mittwoch? Ist es der Morgensflug? Das schiebe ich maximal vor mir her. Wenn ich das jetzt irgendwie 50 Mal im Jahr machen würde, würde ich mir die Kugel geben. So, wie machst du das, dass das nicht deine gesamte Zeit kostet?
Speaker 1Ja, das ist für mich eine große Freude. Ja, also ich mache das extrem gern. Das macht für mich sogar einen großen Teil der Vorfreude aus. Die Reise zu planen, die Flüge zu buchen, ich sorge da so nicht aus. Ich habe zahlreiche Assistenten, denen ich das geben könnte, aber ich sage, bevor ich der überhaupt kommuniziert habe, was ich möchte, mache ich es einfach selbst, weil ich halt weiß, wie ich das extrem schnell, vor allem gut und günstig buche. Ja, mit meinen zwei Metern fliege ich Langstrecke natürlich in Business Class. Aber ich weiß halt auch, wie ich das zu einem Viertel des Preises buchen kann, den die meisten anderen zahlen. Wie geht das? Ja, das ist natürlich das ganze Thema des Travel Hackings. Wenn du weißt, wie du mit Meilen hantierst, ich habe aktuell irgendwie drei Millionen bei Emirates rumliegen, da kann ich 20 Mal First Class verfliegen. Und das geht, wenn du eben die richtigen Kreditkarten benutzt für dein Business. US habe ich schon angesprochen, du kannst hunderttausende von Punkten in kurzer Zeit sammeln, wenn du dort Kreditkarten beantragst. Mache ich gar nicht. Aber bieten wir auch Anführung zu Kunden, da habe ich entsprechendes Wissen.
Speaker 2Warum machst du das dann nicht? Weil ich es gar nicht brauche.
Speaker 1Ja, also ich habe hier meine deutsche Amex, da habe ich drei Millionen Punkte, wie gesagt, gesammelt. Ich fliege gar nicht so viel, dass ich das Ganze verschwenden könnte. Und vor allem, das sind ja Langstreckenflüge, für die du das nutzt. Wenn ich jetzt von Nizza nach Köln fliege, wie gestern, zweimal eine Stunde muss ich nicht Business fliegen. Dann kann ich auch Economy Cash buchen. Da muss ich mich ja gar nicht groß entscheiden, weil das ist natürlich schon ein Aufwand, diese Flüge günstiger zu buchen. Da bezahle ich einfach und dann ist der Flug in einer Minute abgewickelt. Ja, und wie gesagt, für mich ist es eine große Freude, das Ganze zu buchen und teilweise plane ich Trips zwei, drei Jahre im Voraus. Ja, manchmal gibt es irgendwelche Tauchkreuzfahrten. Ich habe jetzt irgendwie zu entlegenen kolumbianischen Inseln schon im August 2028 einen Trip gebucht. Und die musst du auch so früh buchen, sonst kriegst du gar keine Plätze mehr. Oder irgendwelche Kreuzfahrten in der Antarktis, die halt sehr begehrt sind und sehr limitierte Plätze geben. Andererseits weiß ich manchmal nicht, was ich morgen mache. Also es ist eben sehr spontan und flexibel. Wenn ich weiß, da ist jetzt kein großes Problem, dann kann ich auch vielleicht noch am gleichen Tag ein Hotel buchen und da relativ flexibel unterwegs sein. Das hat mich ohnehin lange gestört, dass ich eben nicht diese komplette Spontanität habe. Ich habe mir ja jetzt so einen großen Offroad-Truck bauen lassen, mit dem ich unterwegs bin. Ich war jetzt einen Monat in Island damit unterwegs. Aktuell heute hat es meine Mutter übernommen in Island. Die nutzt auch eben diese Möglichkeit. Das ist jetzt mit dem Wohnmobil in Island. Das war ihr großer Traum. Das ist kein normales Wohnmobil. Das ist so ein amerikanischer Ram-Truck mit einer Carbon-Kabine drauf. Hat einiges gekostet. Was ist einiges, wenn ich fragen darf? Ja, so 400.000 Euro. Ist aber komplett maßgeschneidert, komplett selbst gebaut. Ist eben aus Carbon. Es ist extrem leicht. Ja, es ist sehr luxuriös. Aber unter dreieinhalb Tonnen. In Deutschland auch zugelassen. War nicht ganz einfach, den in Deutschland zugelassen. Aber wir haben es hinbekommen. Übrigens auch kein Problem. Auch eine wichtige Flagge. Ja, du kannst, auch wenn du keinen deutschen Wohnsitz hast, trotzdem legal ein Auto in Deutschland zulassen und versichert bekommen. Ja, und ich hatte damit schon einige Trips. Ich war zum Beispiel im Januar in Tunesien drei Wochen. War mit dem Ding in der Sahara. Fünf Tage lang über die Dünen in die tiefe Sahara hinein. War ein mega Adventure. Das kannst du nicht mit dem Mietwagen machen. Ja, da musst du dann letztlich deinen eigenen Truck für haben. Genauso jetzt Island. Es gibt diese Hochlandstraßen, die wunderschön zu befahren sind. Und ja, das hat mir natürlich auch einfach Spaß gemacht, diesen Wagen selber zu konzipieren und zu entwerfen und zu testen, statt ihn jetzt irgendwie von der Stange zu kaufen.
Speaker 2Ja. Klingt nach Spaß.
Speaker 1Ja, es ist auch sehr viel Spaß. Ich meine, wenn du so ein 430 PS-Ding hast, was in Deutschland auch legal als Wohnmobil zugelassen ist. Du fährst dann neben diesen 100 kmh Wohnmobilen mit 200 kmh vorbei. Das macht schon große Freude. Der Wagen wurde natürlich nicht für Deutschland gebaut. Der wurde für Tunesien, für Island, für schwieriges Offroad-Reihen gebaut. Aber du kannst ihn natürlich auch als ganz normales Wohnmobil in Europa nutzen.
Speaker 2Mit 430 PS, ganz übliche Motorisierung. Hast natürlich entsprechende
Speaker 1Spritkosten. Klar, der zieht 20, 25 Liter pro 100 km. Aber ich meine, ich bin jetzt kein Wohnmobil-Nomade, weil ich kein Geld habe, wie viele andere. Sondern ich mache das eben, weil es mir maximale Flexibilität ermöglicht und weil ich damit eben auch sehr spontan unterwegs sein kann. Jetzt in Island hatte ich eben keinen Plan. Da habe ich einfach mal genossen. Ich hatte irgendwie zwei Wochen Zeit und bin jeden Tag woanders hingefahren. Wie ich es gerade Lust hatte, habe manchmal auch ein bisschen länger an einem Ort gestanden, weil ich irgendwie doch Bock hatte, ein bisschen mehr zu arbeiten. Bist du halt flexibler. Jetzt in England, wo ich mit dem Mietwagen war, habe ich gemerkt, ja, dann musst du es halt vorab planen. Musst du ein bisschen planen. Ja, wo übernachtest du jetzt? und dann entweder bist du so konservativ und dann wird es irgendwie langweilig, weil du dann irgendwie an diesen Standort gebunden bist und da nicht mehr viel ist und du planst falsch und dann musst du noch vier Stunden dahin fahren, obwohl es schon dunkel ist, ja. Und genau deswegen habe ich diese Flexibilität mit dem mit dem, genau, mit dem Auto gemacht. Ich habe ja auch noch ein Boot rumliegen, in Kolumbien habe ich einen Katamaran. Das war in der Corona-Zeit das große Ding. Wir sind damals von Kroatien nach Brasilien gesegelt, sind in den Lockdown sozusagen weggesegelt. Das war auch eine tolle Zeit. Auch den Katamaran nutze ich noch regelmäßig.
Speaker 2Wo liegt der, wenn ich fragen darf?
Speaker 1Der liegt in Katachena in Kolumbien. Wir waren jetzt drei Wochen am Segeln im Mai, sind von Kolumbien nach Panama gesegelt mit Familie. Meine Mutter, Freundin, Kinder, die waren alle mit an Bord. Da hatten wir auch eine schöne Zeit, ja.
Speaker 2Verrückt, ich habe mal eine Katamaran-Tour aus Katachena, glaube ich, gemacht. Dann bin ich von einem ähnlichen Steg wahrscheinlich abgefahren mit einem deiner Nachbarn, wo dein Boot jetzt liegt. Das ist ja auch eine kleine Welt.
Speaker 1Ja, und das Ganze ist so ein bisschen natürlich auch, ich habe aktuell keine wirklichen Immobilien, aber ich habe eben diese Mobilien, sage ich, ja. Also es sind quasi Heimat für mich, ja. Es ist ein fester Bezugspunkt, wo man leben kann, wo man schlafen kann, aber wir sind eben mobil. Ja, ich kann die eben wechseln. Das Wohnmobil in Europa, Nordafrika, vielleicht auch irgendwann Asien, oder vielleicht verschiffe ich es auch nach Nordamerika und habe eben das Boot in Kolumbien. Das sind natürlich auch in Krisenfällen mögliche Tools, ja. Ich habe das ganz bewusst während der Corona-Pandemie gekauft, dass Leute kaum reisen konnten. Ich bin während ganz Corona gereist und das hat uns auch tatsächlich Vorteile geboten. Einmal lagen wir in Spanien in der Marina, wurde gesagt, um Mitternacht dürfen für zwei Wochen keine Boote mehr raus. Sind wir fünf Minuten vor Mitternacht, haben wir noch die Marina verlassen, sind auf die Kanaren gesegelt, weil die Kanaren andere laschere Regelungen hatten, ja. Und da hast du einfach dann deutlich mehr Freiheitsgrade, deutlich unabhängiger. Unser Boot ist irgendwie mit, was weiß ich, Nahrung für sechs Monate ausgestattet mit Wassermacher etc. Jetzt in globalen Verwerfungen gehe ich natürlich auf mein Boot und segle dorthin, wo es sicher und schön ist.
Speaker 2Du hast das ganze Game durchgespielt, das ist ja crazy. Das heißt im Zweifel, wenn es Atomkrieg, das ist ja eine gute Frage, was würde in so einem Kriegsfall, wo würdest du dich verschanzen? Würdest du aufs Wasser gehen oder würdest du irgendwie nach Neuseeland oder was hältst du für sichere Länder?
Speaker 1Ja, das ist natürlich sehr stark vom Szenario abhängig. Also du meinst Weltkrieg, Atomkrieg? Genau. Ja, in meinen Augen bist du am sichersten erstmal auf der Südhalbkugel, da ganz bewusst eben das südliche Dreieck, also Chile, Argentinien, Paraguay. Ich bin Paraguay, Paraguay permanent resident. Ich habe da eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung schon seit fast zehn Jahren. Ich kann da jederzeit hin. Ich bin großer Argentinien-Freund. Argentinien hat jetzt auch eine sehr libertäre Regierung. Ich bin da sehr gut vernetzt. Habe den Millet schon mehrmals persönlich getroffen und habe auch vor, tatsächlich die argentinische Staatsbürgerschaft anzunehmen. Argentinien ist jetzt gerade Kandidat, ein Staatsbürgerschaftsprogramm anzubieten. Also die Regierung hat vor, so ein bisschen ihre Schulden abzubauen, indem sie Staatsbürgerschaften verkaufen. Das ist jetzt das neue große Ding. Ist noch nicht komplett gelaunched. Aber wird es in einigen Monaten. Wird nicht ganz günstig werden. Aber vielleicht habe ich die Möglichkeit, argentinischer Staatsbürger zu werden. Was mir natürlich noch ein bisschen mehr Vorteil als Vanuatu gibt, weil der argentinische Pass deutlich besser ist. Ich habe damals schon, als Argentinien noch relativ kommunistisch war, aber immer Argentinien als mein Lieblingsland gesehen. Weil das so ein bisschen meiner persönlichen Mentalität ja entgegenkommt. Ja, zum Beispiel das Essen. Ich kann mit asiatischem Essen überhaupt nichts anfangen. Ich bin so ein starker, sag ich mal, Low-Carb-Esser. Ich liebe Fleisch, ich liebe Käse, ich liebe. Alles Mögliche, was damit in Verbindung steht. Und da ist Argentinien perfekt. Also so ein bisschen von der Mentalität. Ich bin eher so die Nachteule. Ich gehe selten irgendwie vor Mitternacht ins Bett. In Argentinien gehen viele Leute vor Mitternacht gar nicht Abendessen. Und das kommt mir persönlich sehr entgegen. Auch so ein bisschen einfach die Lebensfreude. Die Mentalität der Argentinier, die häufig nicht viel haben, aber einfach sehr glücklich sind. Ein sehr schönes Leben leben. Die Natur. Argentinien bietet quasi alle Klimazonen, alle Biotopen der Welt in einem Land. Und das macht es einfach für mich zu einem sehr attraktiven Land. Und du hast eben, das war ja das Thema, geopolitisch einfach sehr sicher.
Speaker 2Wie ist der Millet so?
Speaker 1Der Millet hat einen Nachteil, er trinkt kein Alkohol. Das ist deshalb schade, weil ich in Argentinien ein Weingut besitze. Ich habe damals vor fünf Jahren in ein Weingut investiert. Eher, sag ich mal, teures Hobby als Investment. Aber ich produziere knapp 2000 Flaschen Wein jedes Jahr. Die werden auch nach Deutschland importiert. Kann ich dir gerne mal eine Kiste schicken. Wenn du Weinliebhaber bist, das ist schöner argentinischer Malbec. Kann man auch kaufen. Wir haben einen Online-Shop, der wird in Deutschland vertrieben. Der Millet trinkt leider kein Wein. Ja, auf dem Wein ist aber die libertäre Schlange abgebildet. Der Wein heißt Apatrida. Das steht Spanisch eben für staatenlos. Also so ein bisschen dann mein staatenloser Wein, der auch sehr lecker schmeckt. Wie auch immer, Millet ist einfach ein komplett unnatürlicher Politiker, sag ich mal so. Ja, der hat einfach eine Mission. Er hat eben eine sehr libertäre Überzeugung, hat aber auch wirklich das Fachwissen. Ja, der große Vorteil in Argentinien ist, es ist halt nicht Deutschland. Argentinien ist demografisch deutlich, deutlich jünger und hat deutlich, deutlich mehr Probleme als Deutschland. Also Argentinien ist vielleicht was, Deutschland in 10 Jahren sein könnte, wenn es weiter wirtschaftlich so bergab geht. Die Argentinier sind aber sehr belesen. Wenn du mal in Argentinien warst, fast jedes kleines Ort hat eine riesen Bibliothek. Es gibt etliche Buchhandlungen. Argentinier gehören tatsächlich zu den Leuten weltweit, die am meisten Bücher lesen. Ja, und das ist natürlich für den Libertarismus, der sehr stark auf Büchern, auf Ideen, auf rationale Logik aufbaut, sehr attraktiv. Und der Millet hat halt im Wahlkampf von Anfang an immer mehr den Leuten halt diese Ideen erklärt, wie die Wirtschaft tatsächlich funktioniert und was die Politiker machen, wie sie das System missbrauchen zu ihrem eigenen Vorteil. Und damit halt nach und nach mehr Anklage kommen. Und jetzt als Präsident macht er das Gleiche. Er geht auch nach Davos und zu den ganzen Wirtschaftskonferenzen, UN und so weiter und hält seine Reden, wo er halt der ganzen anderen Politiker-Kaste, wie er das gerne nennt, eben radikal Ideen vorliest und vorlebt, damit halt einfach mehr Leute darauf aufmerksam werden, dass in unserem System gewaltig was falsch läuft. Und ist damit eben auch sehr erfolgreich und auch wenn er von der linken Presse gerne niedergeschrieben wird, hat es eben jetzt nach knapp zwei, drei Jahren Regierungszeit messbare Erfolge. Es gibt fast keine Inflation mehr von vorheriger Hyperinflation. Die Armutsquote hat sich mehr als halbiert. Die Beschäftigung, die Exporte steigern deutlich. Und das, obwohl er nicht mehr Mehrheiten hat. Er kann ja nicht mehr alles umsetzen. Er nimmt für ihn komplett die Mehrheiten im Parlament. Er kann so ein bisschen als Präsident durchregieren. Aber das argentinische System hat auch längst nicht so viele Freiheiten wie in den USA. Aber er hat trotzdem halt erstaunlich viel erreicht. Und das kodiert sich eben auch in den Wahlen. Im nächsten Jahr gibt es wieder Wahlen. Gut möglich, dass er die absolute Mehrheit bekommt. Und dann halt auch wirklich daran kann, was wirklich relevant ist. Das Steuersystem, das Rechtssystem und andere Baustellen, die Argentinien halt einfach seit Jahrzehnten hat. Spricht der Englisch? Der spricht auch ganz gut Englisch. Versteht das zumindest, ja.
Speaker 2Aber du sprichst mit dem Englisch oder Spanisch?
Speaker 1Ich spreche ganz gut Spanisch. Das war auch immer so ein bisschen die Grundlage, warum ich damals nach Lateinamerika gegangen bin. Auch meinen Trip damals nach Mexiko gemacht habe, weil ich halt gut Spanisch spreche. Ich habe damals ja ein halbes Jahr Madrid studiert. Hatte schon während der Uni-Zeit Spanischkurse, Spanisch-Sprachkurse auch in Spanien gemacht. Ist eben mit der Zeit so ein bisschen eingerostet. Also ich spreche weit von Flüssig-Spanisch und man kann mich verstehen. Und ich kann ganz gut Rade brechen und meine Angelegenheiten in Lateinamerika erklären.
Speaker 2Schon verrückt. Dann sitzt du da, wenn man so ein bisschen rauszoomt. Du hast vor zehn Jahren ein bisschen länger den Blog gestartet und dann sitzt du ein paar Jahre später, bist hypothetisch mit deinem Katamaran nach Argentinien gesegelt, was nicht ganz stimmt, verstehe ich. Aber könnte man sich das Bild jetzt mal. Triffst Millet, fliegst von Millet irgendwie nach Monaco auf irgendeinen Geburtstag. Das ist doch schon alles verrückt, oder?
Speaker 1Ja, pass auf, ich habe letztes Jahr Donald Trump getroffen. Es gab das berühmte Krypto-Dinner, was auch in der deutschen Presse groß beworben wurde. Ja, man hatte die Möglichkeit, so ein Trump-Coin zu kaufen und dann an einem Dinner mit Trump teilzunehmen. Und wo er auch uns als Krypto-Pionieren sozusagen eine Rede gehalten hat. Und da war ich dann da mit einigen Freunden. Und das Schöne war, wir haben mussten gar nicht den Trump-Coin traufen, weil man sich so ein bisschen mit Trading auskennt. Konnte man den Trump-Coin sogar shorten, also genau das Gegenteil dessen machen, was eigentlich geplant war. Und durch diesen Short, das war so eine Neutralposition, du hast die Hälfte quasi gehabt und die Hälfte geshortet. Du hattest überhaupt kein Risiko. Du hast sogar noch Zinsen kassiert auf den Short. Und du hattest aber einfach die Balance an Trump-Tokens, die es dir ermöglicht hat, an diesem Dinner teilzunehmen. Das war letztes Jahr im Mai. Ich bin nach Washington, D.C. geflogen mit zwei Freunden. Hatte eine tolle Zeit am Dinner. Ich wollte einfach mal Donald Trump live erleben. Das war natürlich jetzt kein sonderlich persönlicher Kontakt. Ich war da mit 100 anderen Leuten. Aber für mich war es einfach wichtig, sage ich mal, Weltpersönlichkeiten wie Donald Trump live zu erleben, weil er natürlich schon eine gewisse Aura hat. Und man kann das toll finden, was er macht, oder nicht so toll finden. Aber der Mann ist halt einfach in der aktuellen Zeitgeschichte sehr relevant. Und für mich hat das sehr viel Spaß gemacht, dabei zu sein.
Speaker 2Wie ist er so?
Speaker 1Ich fand ihn super sympathisch, super lustig. Wenn man ihn privat kennt, er hat dann so ein bisschen auf der Bühne getanzt, da seine Moves gemacht. Natürlich redet er sehr viel und redet auch sehr viel Unsinn. Das ist gar keine Frage. Aber wenn man sich einfach mal live anschaut, was er aktuell für Amerika macht und was er tatsächlich getan hat. Er redet sehr viel, wie gesagt. Und das meiste, was er behauptet, was er gemacht hat, stimmt auch nicht. Aber dennoch effektiv kommen bei den Amerikanern doch spürbare, positive Veränderungen an. Spannend.
Speaker 2Dann hast du noch ein Buch geschrieben, was bald rauskommt. Nächste Woche, glaube ich. Aber wenn wir live gehen, ist das schon draußen. Was steht in dem Buch?
Speaker 1Ja, wir haben hier das Buch Staatenlos, global steuerfrei, Steuer in Klammer, also auch Freileben mit der Flaggentheorie. Es geht eben nicht nur ums Steuern, ja, es geht eben um Alle möglichen anderen Aspekte der Freiheit, vor allem negativer Freiheit, Thema Schulzwang, Regulierung, alle anderen Themen, die wir besprochen haben. Das ist einfach so ein bisschen die Blaupause meiner Theorien, die niemand wirklich in Deutschland in einem Sachbuch je zusammengefasst hat. Ich mache das Ganze seit zwölf Jahren, das ist so ein bisschen mein Lebenswerk und ich habe dieses Buch geschrieben, jetzt auch gerade natürlich im Angesicht von Künstlerintelligenz. In wenigen Monaten bis Jahren ist das relativ obsolet, dann kann jeder auf Knopfdruck sich alles ausspielen lassen. Das kann man jetzt schon machen, aber es ist vieles falsch. Das ist das Problem der KI, dass sie doch sehr viel Unsinn labert und damit werde ich jeden Tag konfrontiert. Kunden geben jetzt irgendwas bei KI ein und es ist halt völlig falsch oder falsch interpretiert, was dabei rauskommt. Und aktuell macht es noch Sinn. Das ist natürlich ein super Mittel, um die Leute zu erreichen. Ich habe schon recht viele Leute erreicht in den letzten Jahren, aber ich kann natürlich deutlich mehr Leute erreichen, wenn ich ein Buch über den deutschen Buchhandel vertreibe als Taschenbuch, das dann vielleicht auch gut in irgendwelchen Bestsellerlisten rankt und einfach Leute auf diese Ideen aufmerksam gemacht, wo selbst Leute, die sich, sage ich mal, als systemkritisch betrachten, wahrscheinlich noch nie mit konfrontiert worden sind. Und die eben auch nicht so gut sind. Und die eben auch nicht so gut sind, sage ich mal, als systemkritisch betrachten, wahrscheinlich noch nie mit konfrontiert worden sind. Ja, man kann diese Flaggentheorie natürlich auch auf unsere Kinder anwenden. Liebtest du zum Beispiel Geburtstourismus? Viele unserer Kunden, junge Pärchen, die gebären ihre Kinder nicht in Deutschland, die fliegen bewusst nach Brasilien oder nach Kanada oder in die Karibik, um dort die Kinder zu gebären, weil die Kinder ab Geburt die deutliche Staatsbürgerschaft bekommen. Und die Eltern häufig auch nach einem Jahr sich einbürgern lassen können. Und dann haben sie halt quasi über ihr Kind, ohne Kosten, ohne Hunderttausende zu bezahlen, eine brasilianische Staatsbürgerschaft. Und damit eben diese Absicherung, die wir eben diskutiert haben.
Speaker 2Das ist schon verrückt.
Speaker 1Also wir haben da keine Tabus. Also diese Flagentheorie ist komplett, sage ich mal, neutral. Wir haben überhaupt keine Tabus. Auch das Thema, was ist, ich heirate oder liebe oder Kinder oder was, kann man eben sehr rational betrachten und da eben die Vorteile verschiedener Rechtsräume greifen. Oder Liebe oder Kinder oder was, kann man eben sehr rational betrachten. Und da eben die Vorteile verschiedener Rechtsräume greifen, ja. Ich meine, wenn du zum Beispiel einen übelwollenden Partner hast, ja, selbst wenn du nicht verheiratet bist, kann dein Partner, indem du mit ihm länger in falschen Ländern reist, die Hälfte deines Vermögens klauen, ja. Also will ich jetzt niemandem die Anleitung für geben, aber es gibt halt Länder, die extrem strenge Familienrechte haben, wo du sofort gearscht bist, wenn du jemanden an deiner Seite hast, der, sag ich mal, dich ausnutzen will, ja.
Speaker 2Ja, verrückt. Über was man sich alles Gedanken machen kann, aber ich habe das Gefühl, du bist da sehr hart eingenerdet in dieser Welt, der halt, was Flaggentheorie klingt für mich so ungreifbar, aber wo kann ich was bekommen? Und wo habe ich Müll? Glücklicherweise mehr Vorteile. Und wir sind irgendwie in Deutschland, auch wenn ich mit einem deutschen Steuerberater spreche, die sagen, ja, okay, es gibt dann dies, das, das. Und dann denke ich, okay, das habe ich alles schon mal gehört. Und dann kriege ich Werbung angezeigt, komme nach Zypern. Das scheint mir auch nicht, also ich meine, wenn du in Zypern bist, ist es auch immer noch was anderes. Aber so die Granularität, mit der man das betreiben kann, mit der du das betreibst, ist schon echt crazy.
Speaker 1Ja, ich meine, es gibt einfach in meiner Erzählweise 266 autonome Jurisdiktionen. Die haben alle unterschiedliche Rechtssysteme, unterschiedliche Gesetze, unterschiedliche Steuersysteme. Und du kannst halt alle jetzt in einer verschiedenen Art und Weise miteinander kombinieren. Es gibt Abermillionen von Möglichkeiten. Und genau deshalb werden meine Beratungen ja auch nicht langweilig, weil jeder etwas anderes umsetzt. Ja, und natürlich gibt es gewisse, sage ich mal, Pauschallösungen in jedem Bereich. Wir betreuen zum Beispiel 3000 amerikanische Firmen, weil diese amerikanischen LLC sehr viele Vorteile bieten. Ja, du kannst, ich habe selber meine Firmen so laufen, dein Unternehmen komplett steuerfrei, sogar buchhaltungsfrei aufziehen. Ja, ich habe nie in meinem Leben Buchhaltung machen müssen, weil ich das in den USA nicht muss. Ich habe zwar eine Buchhalterin. Thema, ich habe viele Kunden, muss auch mal Mahnung versenden, etc. Aber eben nicht, weil ich es muss, sondern weil ich es brauche. Und häufig kriege ich eben diese Frage, ja, Christoph, ich will ja Steuern zahlen. Das ist ja auch alles gar nicht so schlimm, aber ich will diese ganze Bürokratie, diese ganze Regulierung, diese ganze Buchhaltung, die extrem zeitentraubend ist, nicht mehr haben. Da muss ich den Leuten eben auch häufig sagen, ja, wenn du keine Buchhaltung mehr haben willst, dann darfst du auch keine Steuern mehr zahlen oder musst irgendwie mit einer Pauschalsteuer leben und so weiter. Und den meisten Leuten ist ja gar nicht bewusst, allein wie viele Möglichkeiten in der EU sind, selbst in deutschen Nachbarländern, ja. Nach Polen gehen, das heißt eine Pauschalsteuer, 75.000 im Jahr. Danach bist du komplett steuerfrei auf alles andere. Ja, kannst an der deutschen Grenze in Polen leben, trotzdem noch jeden Tag nach Deutschland fahren, deine Eltern besuchen, was auch immer, gerade wenn du grenznah bist. Das heißt einmalig 75.000, klar, das macht auch Sinn, wenn du entsprechend viel verdienst. Aber bist steuerfrei. Das hast du auch in zahlreichen anderen Ländern. Italien war lange Zeit 100.000. Ich habe vor Jahren etliche Unternehmen nach Südtirol gebracht. Die haben 100.000 Steuern gezahlt, waren danach komplett steuerfrei. Ihre Kinder sind in deutschsprachiger Umgebung in eine schöne Schule im schönen Südtirol gegangen. Mittlerweile 300.000 in Italien, deutlich teurer geworden, aber noch unattraktiv. Fast jedes Land in der EU hat Möglichkeiten, seine Steuern auf faktisch null zu senken. Nur Deutschland hat solche Möglichkeiten nicht.
Speaker 2Das ist ja verrückt, weil wir ziehen natürlich auch ja, oder wir möchten gerne Talente anziehen. Und ich hatte mich neulich damit beschäftigt, tatsächlich auch mit Südtirol und Italien. Und die haben alle so Welcome Packages, die ersten zehn Jahre zahlst du nur 30%. 20% Steuern, 50% Steuern. Und wir haben nichts.
Speaker 1Es war letztes Jahr mal im Gespräch, dass irgendwie ausländische Angestellte, die nach Deutschland kommen, irgendwie 30% Steuerreduktion kriegen. Und da gab es einen riesigen Aufschrei. Und das Ganze wurde natürlich nicht gemacht. Tatsächlich ist es aber eben gelebte Praxis in fast allen Ländern. Gerade Italien, Griechenland, andere Südstaaten haben das quasi für alle möglichen Einkommensklassen. Die haben eine Pauschalsteuer für Wohlhabende. Eine feste Steuer, nicht wenig. Aber wenn du ein paar Millionen hast, dann interessieren dich die 100.000 auch nicht mehr. Und du wirst komplett in Ruhe gelassen. Für kleinere Selbstständige in Italien, die ersten, also deine Einkommenssteuer ist quasi halbiert für die ersten zehn Jahre. Früher war es mal so, wenn du nach Süditalien in bestimmte Gemeinden gezogen bist, um die quasi aufzuwerten, dann musstest du nur 10% der italienischen Einkommenssteuer zahlen. Bis vor relativ kurzer Zeit war das möglich. Dann haben sie ein Programm für Rentner. Jeder Rentner, der nach Süditalien zieht, zahlt nur 7% auf seine Rente und alles andere. Und das macht nicht nur Italien, das macht auch Portugal, das macht Spanien, das macht Griechenland. Von den ganzen Steuern. Die Steueroasen in der EU zu schweigen, Zypern, Malta, Irland, Luxemburg. Es gibt gerade in Europa so viele Möglichkeiten. Also man muss ein, zwei Stunden Flug von Deutschland weg sein. Man kann dann auch immer noch in Deutschland sein. Ich habe es ja eben gesagt, halbes Jahr Spanien, halbes Jahr Deutschland. Oder halbes Jahr Zypern, halbes Jahr Deutschland geht. Oder viele gehen nach Zypern, sie müssen in Zypern nur zwei Monate sein. Zwei Monate Zypern, fünf Monate Deutschland, fünf Monate Spanien. Das sind halt gelebte Modelle von sehr vielen Unternehmern heutzutage, die sich auch problemlos mit Familie und so weiter abbilden lassen.
Speaker 2Ja, verrückt. Wenn man sich da einmal reinnördert, das ist halt so wie bei vielen anderen Themen. Wenn man einmal so Blut geleckt hat, denkt man, okay, ich verstehe die Faszination dafür. Wenn das in Portugal so ist, wie ist es eigentlich in Spanien? Was ist mit Paraguay? Und wenn wir dahin, das ist schon verrückt.
Speaker 1Ja, das ist so vergleichende Rechtsarbitrage, nenne ich das. Und es geht eben nicht nur um ein System, es geht um mehrere Systeme. Und wir sind eben keine Steuerberater, wir sind, sage ich immer, Steuerbefreier. Wir verwalten, wir machen keine Buchhaltung oder keine Steuererklärung. Wenn Leute mich fragen, machen sie manchmal. Hast du meine Steuererklärung? Nee, sage ich, nein, dafür hast du deinen Steuerberater oder meinen Steuerberater, der dort und dort sitzt und das für dich macht. Wir machen eben die strategische, auch geopolitische Beratung, wo du und dein Vermögen und deine Familie am sichersten, am besten unterwegs bist.
Speaker 2Ja, krass. Haben wir noch, wir haben, was wir noch nicht besprochen haben, so das hast du tangiert, ist dieses Thema nicht Visa, sondern Visa, dauerhafte Einreiseerlaubnis. Wie heißt das? Permanent Residency. Permanent Residency, das macht das Sinn, dass ich meine, du hast gesagt, dass dein Mitarbeiter irgendwie acht Stück davon hat. Jetzt kann man sich normalerweise nicht durch acht teilen. Wenn man das Jahr durch acht teilt, dann kommt man im Regelfall mit dem Touristenvisum in, könnte ich genau die gleiche Zeit da verbringen, wie der Mitarbeiter, der acht Permanent Residencies hat. Warum macht das Sinn, außer für als Sport?
Speaker 1Ja, ich meine, erinnere dich an die Corona-Pandemie. Ja, da wolltest du vielleicht auch in gewisse Länder reisen, konntest aber nicht als Tourist, weil die eben die Einreise, nicht erlaubt haben, hattest du aber einen dauerhaften Aufenthalts-Titel, konntest du eben doch einreisen. Und genau das Gleiche kann natürlich in anderen zukünftigen Krisen passieren. Wenn es dann einen dritten Weltkrieg gibt und in Deutschland und Europa alle fliehen, dann werden Argentinien und Chile und andere attraktive Länder dich wahrscheinlich nicht mehr so einfach einreisen lassen. Es sei denn, du hast eben dort schon eine Aufenthaltsgenehmigung. Ja, und natürlich hat das andere Vorteil, wir haben schon die Papierwohnsitze besprochen. Du hast die Möglichkeit, dich häufig nach einigen Jahren einbürgern zu lassen. Wenn du einen Aufenthalts-Titel hattest, zahlreiche andere Sachen kannst du dort einfach investieren etc. Und deswegen macht das durchaus Sinn, einige dieser Wohnsitze zu haben. Geopolitisch vielleicht auch aufgeteilt, einen in Südamerika, einen in Asien, einen irgendwie vielleicht in Ozeanien oder dann doch irgendwas in Europa. Ich denke, so zwei, drei Sachen können durchaus Sinn machen. Und du musst natürlich die richtigen Länder auswählen. Ja, es gibt eben Länder wie Paraguay, wo jeder reinkommt. Da zahlst du einmal einem Anwalt 2000 Euro, musst einmal die Woche, musst eine Woche hinfliegen und kriegst dann halt deine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung. Lebenslang. Also mittlerweile ist es schwieriger geworden. Du kriegst erst mal nur für zwei Jahre Probezeit und nach zwei Jahren wird sie dann nach erneutem Besuch in eine lebenslange umgewandelt. Als ich das vor acht Jahren gemacht habe, war es aber eben noch von Anfang an lebenslang. Das heißt, man muss natürlich auch rechtzeitig machen. Auch in Paraguay sieht man aktuell, dass das Ganze extrem populär geworden ist und dass die Behörden, sag ich mal, deutlich länger brauchen, das Ganze zu bearbeiten und auch zunehmend, sag ich mal, penibler werden und strenger werden und irgendwann wird es wahrscheinlich so sein, dass diese Möglichkeit nicht mehr besteht. Ich bin auch Panama Permanent Resident. Da musstest du damals, als ich das gemacht habe, eine Firma gründen und 5.000 Dollar auf ein Konto einzahlen. Mittlerweile musst du für die gleiche Permanent Residence 300.000 Dollar in Immobilien investieren. Also musst du halt schon auch rechtzeitig tätig werden, um dir solche Tickets zu sichern und eben nicht unbedingt übertreiben, aber das kann dir halt handfeste Möglichkeiten besorgen. Jetzt hast du natürlich in der EU eh die Möglichkeit, quasi in jedem Land mit der Niederlassungsfreiheit zu leben, sobald du einen Mietvertrag irgendwo hast. Aber bist natürlich in Europa. Steuerlich hast du super Möglichkeiten in Europa, aber wenn es dann irgendwie zu einem ungünstigen Szenario, einem Weltkrieg, einer neuen Pandemie, was auch immer kommt, hilft dir das in Europa vielleicht nicht so weiter.
Speaker 2Du hast gerade gesagt, Paraguay kostet 2.000 Euro für Permanent Residency. Das scheint mir sehr günstig zu sein.
Speaker 1Das kommt stark auf die Anwälte an. Also wir bieten das an, je nachdem, was die Leute machen wollen, wie gut sie betreut werden wollen, ETC für so 2.000 bis 4.000 Euro.
Speaker 2Was kostet Argentinien?
Speaker 1Ja, jedes Land regelt ja seine Einwanderung selbst. In Deutschland kennen wir es ja. Deutschland ist es relativ schwierig, legal einzuwandern. Aber wenn du hier aus den richtigen Ländern kommst und deinen Pass wegwirfst, dann kommst du natürlich ins System rein, sehr einfach. Und kriegst sogar Geld vom Staat. Das ist in den meisten anderen Ländern nicht der Fall.
Speaker 2Eigentlich müsste es so internationale Christophs geben, die sagen, okay, Flagentheorie, wenn du Geld verdienst, dann geh nach den Niederlanden, weil da zahlst du wenig Einkommenssteuer. Wenn du kein Geld verdienst, dann geh nach Deutschland.
Speaker 1Ja, definitiv. Ich meine, das ist ja der Treppenwitz der Geschichte, dass gerade Länder wie Ungarn, ich meine, ich mache das Beispiel gerne, Ungarn hat tatsächlich lange Zeit und auch immer noch mit die attraktivsten und einfachsten Regeln für legale Einwanderung in die EU. Wird aber ständig von Deutschland und der EU ermahnt, doch bitte mehr Flüchtlinge ins Land zu lassen. Also quasi das Land, was sich an Rechnung gesetzt hält und es besonders einfach macht, legal einzuwandern, wird quasi verteufelt. Ja, du konntest lange Zeit in Ungarn für 200.000 Euro Investment eine Staatsbürgerschaft bekommen, für 50.000 Euro Investment eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis. Ja, in Deutschland gibt es diese Möglichkeiten gar nicht. Ja, in Deutschland kannst du irgendwie als gutverdienender Angestellter einwandern, kannst einwandern, wenn du irgendwie Künstler bist und irgendwie anders der deutschen Branche irgendwie genau wichtig bist oder eben als Flüchtling. Ja, aber die meisten anderen Länder sehen das natürlich ein bisschen neutraler. Auch durchaus westliche wohlhabende Länder wie Australien, die machen halt ihre Grenzen rigoros dicht und da muss man halt nach einem sehr harten Punktesystem gewisse Kriterien erfüllen, um überhaupt einwandern zu dürfen oder halt Millionen von Dollars investieren, um überhaupt als Investor, als Unternehmer ins Land zu kommen. Ja, Länder wie Singapur, Neuseeland, da brauchst du halt Millionen an Investment, sonst kommst du da gar nicht rein. Ja, die haben ihre Grenzen dicht. Länder wie Argentinien sind einfacher, aber häufig ist dann die Einwanderung mit Mindestaufenthalt verbunden. Ja, ist zum Beispiel sehr einfach in Argentinien die Staatsbürgerschaft zu bekommen. Nach nur zwei Jahren im Land kriegst du die Staatsbürgerschaft. Das Problem, du darfst in den zwei Jahren keinen einzigen Tag rausreisen. Ja, das heißt, für mich ist das nicht, nicht wirklich interessant. Ich zahle lieber ein bisschen Geld, um Argentinier zu werden. Ja, aber jedes Land hat seine eigenen Regelungen und es gibt durchaus noch Länder auf der Welt, wo man das eben einfach bekommen kann. Zum Beispiel Südafrika. Vermögende Kunden von uns gehen gerne nach Südafrika. Das Einzige, was sie dort für eine Permanent Residency machen müssen, ist irgendwie durch einen Kontenauszug, einen Broke Auszug 700.000 Dollar auf dem Konto nachzuweisen. Schwupps, wenn sie vermögend genug sind, kriegen sie Aufenthaltsgenehmigung. Jeder Rentner in Deutschland, perfekt. In Deutschland kriegst du in der Regel schon so 1.000 Euro Rente plus. Das gibt dir in fast allen Ländern der Welt ein Rentner-Visa. Ja, also gerade als Rentner hast du extrem einfache Möglichkeiten auszuwandern.
Speaker 2Ja, verrückt. Ich habe noch eine letzte Frage an dich. Ich habe eine Million Fragen noch an dich, aber eine letzte hier für den Podcast sozusagen. Und zwar ist eine Frage, die ich eigentlich immer stelle. An dich persönlich. Möglicherweise eine philosophische Frage. Wenn du morgen aufwachen würdest mit Amnesie, du könntest dich an nichts erinnern. Ich würde dir aber jetzt ein Post-it geben und du könntest auf diesem Post-it etwas draufschreiben was für dich morgen relevant sein sollst, wenn du sonst nichts mehr weißt. Was steht auf dem Post-it?
Speaker 1Ja, wahrscheinlich wenn ich komplett Amnesie habe, wenn ich mich an nichts erinnern kann. Was würde ich da draufschreiben? Ich denke da würde ich draufschreiben, dass ich einfach mein Leben leben soll, wie ich es für richtig halte. Das habe ich immer gemacht. Dass ich einfach mich nicht zu sehr beehren lassen sollte von anderen. Nicht auf schlechte Vorschläge reinfallen sollte und so ein bisschen organisch mein Leben wachsen lassen sollte. Ich bin philosophisch Taoist. Für mich war es immer so, dass es quasi auf den Fluss im Leben ankommt, dass ich nicht zu sehr plane. Das ist vielleicht jetzt ironisch mit dem, was ich zum Thema Reisen gesagt habe, dass ich lange im Voraus plane. Aber grundsätzlich mache ich genau das Leben so und auch das Business richtig so aus, dass ich einfach warte, was so ein bisschen in mein Leben kommt. Du hast mich schon zu diesem Podcast mal vor zwei Jahren eingeladen, aber es hat irgendwie nicht geklappt. Ich bin selten in Deutschland. Du bestehst darauf, das persönlich zu machen. Mach doch völlig Sinn. Jetzt hat es endlich geklappt und wir sitzen zusammen und du bist natürlich jetzt gerade in den letzten Monaten auch sehr bekannt geworden, sage ich mal. Und das ist natürlich auch für mich viel schöner.
Speaker 2Hat dir nicht geschadet, dass du zwei Jahre gewartet hast.
Speaker 1Richtig, genau. Und so kommen eben viele Leben ins Leben und das habe ich immer wieder an meinem eigenen Beispiel erlebt und auch an vielen Kunden gesehen. Am Anfang steht halt immer eine Entscheidung und wenn diese Entscheidung getroffen ist, dann ergeben sich viele Dinge von selber. Und das ist jetzt kein, sage ich mal, esoterisches Gelaber, sondern es ist tatsächlich so, die Dinge sind im Fluss und wenn du sie nicht zu sehr verfolgst, ich habe das ja auch mit dem Thema Geld gesagt, ich sage immer, das Geld liegt auf der Straße und die meisten Leute sind zu faul, sage ich mal, sich von ihrem Handy abzuwenden, um es aufzuheben. Du ziehst halt die Dinge an, wenn du richtig denkst, die richtige Mentalität hast und so ein bisschen deinen eigenen Willen verfolgst. Und ich habe natürlich, bin immer und auch immer noch extrem vielen Anfeindungen ausgesetzt. Ich habe halt immer unbewährt mein Ding gemacht, ja. Und deswegen würde ich jetzt nichts Großes in meinem Leben ändern und wahrscheinlich meinen zukünftigen Ich das alles vergessen hat, eben auch genau das Gleiche mit auf den Weg geben. Mach dein Ding und lebe, wie du es so richtig hältst. Und klar, mein Leben ist für, würde ich sagen, wahrscheinlich jeden anderen Menschen auf der Welt nicht erstrebenswert. Fast niemand will so viel reisen wie ich. Aber ich tue das nicht, weil ich muss, weil ich auf der Flucht bin oder sowas, sondern weil ich es will. Ja, weil es mir das Leben bietet, was ich selber leben
Speaker 2möchte. Warum wirst du angefeindet?
Speaker 1Ja, natürlich einerseits von allen Leuten, die irgendwie direkt oder indirekt vom Staat leben, weil ich natürlich das Team mehr oder minder kaputt mache, weil ich den Leuten natürlich auch so ein bisschen den Spiegel vorhalte. Ich bin ja häufig der asoziale Steuervermeider, sage aber natürlich selber den Leuten, dass sie häufig selber asozial sind, wenn sie quasi den anderen sprichwörtlich die Pistole auf die Brust setzen. Wir sagen ja, Steuern sind Raub, mach dich mit uns aus dem Staub. Das ist unser inoffizieller Slogan. Und die Leute auch eben, sag ich mal, ihre Verantwortung für ihre Mitmenschen an den Staat auslagern. Einerseits, sag ich mal, zu feige sind, den Mitmenschen auszurauben das lassen sie den Staat machen. Andererseits auch für die Mitmenschen zu sorgen, das lassen sie den Staat machen. Das ist in meinen Augen eigentlich die Definition von Asozialität und nicht das, was ich mache. Letztlich ist es ja auch so, ich zahle Steuern, nicht wenig Steuern, aber halt nur indirekte Steuern, Umsatzsteuer, Konsumsteuern, dort, wo ich mich tatsächlich aufhalte. Und ja, deswegen habe ich natürlich in der Zeit recht viele Anfeindungen erlebt. Von staatlicher Seite nicht direkt natürlich, aber es ist durchaus passiert in der Vergangenheit, zum Beispiel mal vor zehn Jahren. Ich hatte ein Seminar mit einem bekannten Hotelbesitzer und die haben alle Anrufe bekommen. Alle Leute, die zu diesem Seminar wollten, obwohl wir das recht, sag ich mal, harmlos vermarktet haben, irgendwie Vermögensschutzseminar, das waren so wohlhabende Unternehmer aus Mecklenburg-Vorpommern, die haben alle Anrufe bekommen von irgendwelchen wahrscheinlich frustrierten Lokalpolitikern. Niemand dürfe sich auf diesen Event sehen lassen, ja. Das ist auch schon an anderen Stellen passiert, dass ich habe früher gewisse Vorträge gemacht an Unis. Wenn du dir nochmal einlädst, dann kriegst du hier keine Räume, mehr. Also da gibt es schon natürlich Widerstände. Ich sage immer, Öffentlichkeit schützt. Ja, ich gehe auch ganz bewusst an die Öffentlichkeit. Ich nehme jedes Interview an. Nicht nur von dir, sondern auch von übel meinenden Journalisten. Gerade vor zwei Wochen hatte ich eine Dokumentation von Po7, der mich einen Tag begleitete in meinem Expeditionsmobil, wie ich quasi von Deutschland nach Dänemark gefahren bin, zur Fähre nach Island. Und ja, die haben auch nicht sonderlich Gutes im Sinn. Die haben ja lauter Fragen zum Klimawandel gestellt. Und wollten mich da irgendwie in einem besonderen Licht erscheinen lassen. Ja, man kennt vielleicht meine Galileo-Dokumentation, die ist schon fast zehn Jahre alt. Da wurde ich halt so richtig durch den Kakao gezogen. Ich wurde so ein bisschen als asozialer Penner dargestellt, der keine Freunde hat. Und da irgendwie steuerfrei in Panama lebt, aber sonst nichts hat. Aber da blicken die meisten Leute heutzutage ja durch, ja. Und das ist eben so ein bisschen der Streisand-Effekt. Auch schlechte Presse ist gute Presse für mich. Und mir macht das einen Riesenspaß mit den Medien, ja. Vor ein paar Tagen hat sich der WDR gemeldet. Ja, hier in Köln ansässig. Der WDR hat mir quasi so kreuzverhörmäßig viele Fragen gestellt, wie ich das denn so sehen würde und warum ich keine Steuern zahlen wollen würde, etc. Und dann habe ich halt ein recht gepfeffertes Antwortschreiben gemacht und quasi an den WDR Rückfragen gestellt, wie er es denn findet, zwangsweise GZ zu erheben von allen Bundesbürgern, etc. Und habe von denen auch nichts mehr gehört, ja. So häufig ist Angriff, sage ich mal, die beste
Speaker 2Verteidigung, ja. Fragen geäußert oder nur Gegenfragen gestellt?
Speaker 1Nö, nö, ich habe mich sehr stark zu den Fragen geäußert, aber natürlich Gegenfragen gestellt und erklärt, wie es denn sein könnte, wie ich als, sage ich mal, freier Unternehmer auf dem freien Markt, der die Kunden nicht dazu zwingen kann, ein Angebot zu nutzen, solche Fragen bekomme, während der WDR quasi auf Zwangsmittel setzt, ja.
Speaker 2Ja, verrückt. Die Kollegen des WDRs, das heißt, das schadet dir aber nicht, wenn die schlecht über dich schreiben oder berichten.
Speaker 1Mir sicherlich, aber bei den Leuten, mit denen ich eh nichts zu tun habe. möchte. Und ich habe ja gesagt, 99% der Systemlinge, die werden niemals ansatzweise das, was ich mache, verstehen oder umsetzen. Und das sind in der Regel genau die Leute, die die WDR schauen. Ich habe auch geschrieben, durchaus richtig, in 10 Jahren wird wahrscheinlich weder der typische WDR-Zuschauer noch der WDR mehr existieren. Das stirbt mit der Zeit aus. Das braucht niemand mehr. Heutzutage ist jemand wie du, hat ein Vielfaches anzuhören wie der WDR in seiner beliebtesten Nachrichtensendung. Und das wird in 10 Jahren wahrscheinlich noch deutlich krasser sein. Und deswegen. Wenn es mich dann noch gibt, wer weiß.
Speaker 2Wenn es sich dann noch gibt, ja. Der hat einen Termin bei mir im Oktober. Der sagte, pass auf, wenn ich das irgendwie vorziehen kann, dann komme ich gerne vorher, weil ich weiß nicht, wie lange es sich doch gibt. Ich sage, du, ich arbeite daran, dass es noch sehr, sehr
Speaker 1lange ist. Aber das können wir alles regeln, Ben. Wir können die richtigen Firmenstrukturen für dich bauen. Dann hast du auch wieder volle Meinungsfreiheit. Dann kann die deutsche Stadt gar nichts mehr.
Speaker 2Ja, das wäre geil. Aber solange ich in Deutschland bin. Kannst du trotzdem machen. Ist das so?
Speaker 1Ja. Also ich wollte dich jetzt nur nochmal ansprechen. Wir können das auch gerne privat klären, aber.
Speaker 2Ja, aber da können wir auch offen machen. Also wie würdest du das machen?
Speaker 1Naja, du hast halt einfach gewisse Möglichkeiten durch bilaterale Verträge. Deutschland hat ein sehr starkes völkerrechtlich bindendes Abkommen mit den USA nach dem Zweiten Weltkrieg bekommen. Manche Leute sagen ja immer wieder, Deutschland ist immer noch von den USA besetzt. Das würde ich jetzt nicht so sehen. Aber es gibt eben diese völkerschaftlichen Verträge. Kann man googeln? Freundschaftsabkommen, USA, Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Das macht US-Firmen auf deutschem Boden komplett rechtsfähig. Also du kannst eine US-Firma im deutschen Handelsregister eintragen und genauso versteuern wie eine deutsche GmbH. Du bist steuerrechtlich, buchhaltungsrechtlich eine deutsche GmbH, wie du jetzt auch eine hast. Aber deine Firma ist in den USA ansässig und ist gesellschaftsrechtlich regulatorisch eine US-Firma. Du kannst dich dann natürlich aufs First Amendment berufen, auf die Meinungsfreiheit. Und Deutschland kann dir nicht mehr wegen Meinungsfreiheit an den Karren pissen, weil du dann sofort durch die USA geschützt bist. Steuerrechtlich hast du keine Vorteile. Aber du hast eine US-Firma mit US-Konten. Du kannst nicht mehr so einfach gefandet werden oder wahrscheinlich auch so einfach die Konten gestoßen bekommen, weil es die USA nicht interessiert. Oder wahrscheinlich finden sie es sogar gut, dass jemand in Deutschland im Sinne so ein bisschen der Trump-Regierung handelt. Und ja, sie können dir halt einfach rechtlich nichts mehr. Abmahnung, Klagen, bist mit einer US-Firma sofort los.
Speaker 2Das funktioniert. Eine US-Firma, also eine LLC
Speaker 1ins deutsche Handelsregister einzutragen? Funktioniert. Machen viele. Ja, auch weil du zum Beispiel durch die LLC kein Stammkapital hast. Also musst nicht 25.000 oder ein bisschen weniger einzahlen. Sondern hast halt quasi eine Kapitalgesellschaft ohne Stammkapital mit voller, auch deutlich lässiger Haftungsbeschränkung. Aber halt eins zu eins deuten Steuern. Und die LLC wird in Deutschland, zumindest in der richtigen Gestaltung, immer als Kapitalgesellschaft gesehen. Du kannst es aber theoretisch sogar auch als Einzelunternehmen hinkriegen. Du hast halt eben, genauso wie ich das eben mit den Rechtsräumen privat gesagt habe, eben auch auf Firmenebene massive Vorteile. Du kannst das auch mit der EU-Firma machen. Jede EU-Firma kann in jedem anderen Land tätig sein. Auch zum Beispiel in der früher englischen oder heute irischen Limited kannst du anstelle einer GmbH führen und hast damit zumindest geringere
Speaker 2Vorteile. Aber warum ist, also ich verstehe dieses Limited Beispiel, das gab es damals noch bevor es UG gab, hat man hier dann immer in Deutschland Limiteds gegründet, weil diese Mindestkapitalisierungen nicht haben. Und schneller gegründet werden konnten, offiziell. Aber wenn ich jetzt einfach sage, ich bin in der LLC und sitze in Köln und I plead First Amendment, dann sagen die doch in Köln, Momentchen, nirgendwo sehe ich hier eine amerikanische Flagge. Du bist hier in Köln, das ist deutscher Rechtsraum, du bist ja nicht eine Botschaft.
Speaker 1Du bist steuerrechtlich natürlich nicht deutsch, aber Steuerrecht ist eben nicht Zivilrecht, ist nicht internationales Privatrecht, ist nicht Gesellschaftsrecht. Du fällst als US-Firma, dank diesem bindenden völkerrechtlichen Abkommen nach dem Zweiten Weltkrieg, wirst du eben von den USA geschützt. Ja, das ist ein beliebtes Modell, deutsche Immobilien in eine US-LLC einzubringen, weil du mit halt spekulativen Gewissenschutz vor Enteignung hast. Und genauso bist du natürlich beim Thema Meinungsfreiheit geschützt. Wenn der deutsche Staat kommt und dich verbieten will, dann hast du vielleicht auch als Privatperson oder mit deutscher GmbH Möglichkeiten, da diplomatisch etwas zu erreichen. Aber wenn du eine US-Firma hast, und das ist eine US-Firma, die in den USA eingetragen ist, bloß die zahlt halt keine Steuern in den USA, hast du natürlich einen viel gigantischeren Hebel.
Speaker 2Naja, Christoph, da müssen wir gleich noch in Ruhe drüber sprechen, weil das wäre natürlich. Man würde natürlich
Speaker 1auch deine Kontenprobleme regeln. Alleine, wenn die jetzt deutsche Geschäftsbanken die Konten kündigen, weil du eine unpopuläre Meinung hast und die falschen Leute einlädst. Du kannst auch auf einer US-Firma ein SEPA-Konto machen, wo du von deutschen Kunden oder was auch immer von deutschen Liebhabern Spenden bekommen kannst. Und das Konto wird dir nicht so einfach zugemacht und kann eben auch nicht gefendet oder enteignet werden. Allein deswegen lohnt es sich in vielen Fällen schon als deutscher Unternehmer sich mit solchen Kontoten zu beschäftigen. Und da geht es nicht um Steuerhinterziehung, sondern du deklarierst deine Steuern, du zahlst eins zu eins das Gleiche wie jetzt auch, aber es geht eben um andere Vorteile, die dir eben andere Rechtsräume auch ermöglichen.
Speaker 2Und am besten
Speaker 1kombinierst du es natürlich. Am besten holst du dir auch eine Vanuatu-Staatsbürgerschaft, ein Compliance-Wohnsitz in Paraguay und darauf gründest du dann die LLC. Aber man kann nicht alles auf einmal machen, man muss sich da, sag ich mal, schrittweise vorantasten. Und das ist ja auch, was die meisten Leute machen. Die setzen erstmal ein bisschen was um und mit der Zeit werden sie eben wärmer mit diesem Konzept. Und ich sage immer, es ist eben das Samenkorn, was Jahre reifen muss und viele Leute, die mich vor zehn Jahren noch belächelt haben, sind mittlerweile selber ausgewandert und haben selber zumindest diese Flaggentheorie in ihrem Leben umgesetzt. Und da gibt es noch tausende weitere Themen natürlich, über die wir uns unterhalten könnten. Aber ich weiß nicht, ob ich alle deine Fragen.
Speaker 2Schlag mal eins vor, weil ich finde das US-LLC-Thema, ich weiß, dass Leute das machen, aber um irgendwie die Steuern zu sparen und dann ist es irgendwie dreckig, weil das ist natürlich, sitzen die in Deutschland und rechnen über USA ab und das funktioniert vorne und hinten nicht. Aber die wenigsten Leute, also wenn ich mich auf First Amendment berufen könnte, am liebsten würde ich mich auch gerne auf Second Amendment berufen, aber ich glaube, das wird dann nicht funktionieren. First Amendment wäre natürlich mega.
Speaker 1Ja, Second Amendment wäre natürlich schwierig, weil das natürlich auch auf die Privatpersonen abzielt und nicht so sehr auf eine Firma. Aber ja, ich meine, die Flaggentheorie ist ja ein Riesenbereich. Also wir haben ja so die wichtigsten Themen, Firmengründung, Wohnsitz, Staatsbewirtschaft, Banken, so ein bisschen diskutiert. Aber es gibt eben natürlich auch die Möglichkeit, das auf die Familie, auf die Kinder anzuwenden. Großer Bereich, auch für uns wichtig ist natürlich das Thema Internet. Ja, auch eben das Thema Zensur. Wo habe ich vielleicht meine Webseite gehostet? Wo sind die Server? Welche Domain nutze ich? Ja, auch der Name staatenlos.ch, das heißt ja ganz bewusst nicht staatenlos.de, eben weil ich schon damals Angst hatte, dass mir die DE-Domain vielleicht leichter zensiert wird. Tatsächlich war die DE-Domain vergeben. Irgendwelche Reichsbürger-Webseiten, mit denen ich nichts zu tun habe, nutzen das Wort staatenlos ebenfalls. Danach bin ich ja quasi aus bewussten Gründen in die Schweiz gegangen, weil natürlich die Schweiz, ganz grundsätzlich, für mehr Meinungsfreiheit steht und auch in diesem, sage ich mal, Offshore-Flagentheorie-Bereich einfach ein deutlich besseres Standing hat als Deutschland. Und meine Server waren lange Zeit in Island gehostet, weil Island zum Beispiel als das Land gilt, was die stärksten Antizensurgesetze weltweit hat. Ja, also konnte selbst die amerikanische NSA damals keine Konten von irgendwelchen Whistleblowern hacken, weil Island da halt, sage ich mal, den entsprechenden staatlichen Schutz hat.
Speaker 2Aber Island ist auch Teil der EU?
Speaker 1Island ist noch nicht Teil der EU. Das werden sie bald abstimmen, aber noch sind sie nicht Teil der EU, sind aber Teil des Schengen-Raumes, ja.
Speaker 2Ah, das kriege ich ja. Es gibt den EWR, es gibt Schengen, es gibt die EU, dann gibt es irgendwie Great Britain, UK und das ist immer.
Speaker 1Ja, es ist ein Flickenteppich an verschiedenen Zonen, die Zollunion und so weiter und so fort. Und auch das ermöglicht zahlreiche Möglichkeiten. Es ist vielen einfach nicht bewusst. Na ja, so zum Beispiel, jetzt nicht unbedingt der typische Zuhörer, aber du bist nicht EU-Bürger und wirst länger als deine 90 und 180 Tagen in Europa sein. Ja, so auf dem typischen Visum oder eben, wenn du visafrei einreisen kannst, hast du 90 und 180 Tagen. Ja, Andorra ist nicht in der EU, ist auch nicht im Schengen-Raum, ist aber, hat keinen eigenen Flughafen, weil es mitten in den Pyrenäen liegt. Sprich, du musst über Frankreich oder über Spanien einreisen. Weil es nicht im Schengen-Raum ist, aber dort so liegt, hat es trotzdem keine Einreisekontrollen. Also du kannst quasi so touren, als ob du in Andorra wärst. In dieser Zeit gilt halt der Ticker für deinen EU-Aufenthalt nicht. Ja, also du tust so aus, als ob du ein paar Tage in Andorra wärst, warst aber eigentlich woanders in der EU, im Schengen-Raum unterwegs. Und da kannst du das an der Grenze angeben, dann werden dir halt diese Tage als Aufenthalt zur EU hin zugerechnet. Also es ist quasi ein Hack, für Nicht-EU-Bürger länger in der EU sein zu können, als sie dürfen. Ja, und das kannst du mit zahlreichen anderen Ländern machen. Ja, also das ist einfach das Schöne an diesen verschiedenen Rechtsräumen. Selbst in Europa, der Staat denkt, die EU denkt, dass sie all das kaputt regulieren könnte. Das ist ja das Schöne und das Lustige, jede Regulierung, jedes Gesetz hat im Kern
Speaker 2neue Schlupfmöglichkeiten. Es sei denn, also das funktioniert so lange, wie der Rechtsstaat funktioniert. Wenn der Rechtsstaat nicht mehr funktioniert, wenn man sagt, pass auf, der ist es, den machen wir fertig, dann kannst du sagen, aber hier dies, das und ich hab das hier so gestaltet und wir sagen, das ist uns egal.
Speaker 1Das ist völlig richtig, aber genau deswegen musst du ja eben so verfahren, wie wir diskutiert haben. Eben Strukturen in Ländern aufbauen, die noch einen vernünftigen Rechtsstaat haben. Ja, oder zumindest viele verschiedene Strukturen haben, ja. Großes Thema, was wir auch jetzt hier am Horizont haben, ist irgendwie die digitale ID. Wird uns ja allen alles Bequemlichkeit verkauft. Ja, sehr kurz. Ja, du kannst dann vielen alles ganz einfach machen, aber natürlich kann das ja einfach missbraucht werden, wird wahrscheinlich auch missbraucht werden. Dennoch, wenn ich als deutscher Staatsbürger noch irgendwas in Deutschland machen will in Zukunft, dann werde ich wahrscheinlich auch selber an dieser digitalen ID nicht umherkommen. Wenn ich die nicht habe, werde ich vom wirtschaftlichen, sozialen Leben wahrscheinlich in Zukunft ausgeschlossen werden. Das heißt aber nicht, dass ich sie dann, dass ich mich ausschließen lasse. Dann hole ich mir halt die digitale Solange das nicht das Einzige ist, was ich habe. Solange ich Parallelsysteme habe, meine Finanzen, andere Sachen auf diese Parallelsysteme laufen, dann kann mir diese digitale IT relativ egal sein. Aber derjenige, der eben sein Klumpenrisiko hat, der alles auf eine Karte setzt, alles auf Deutschland setzt, der hat dann halt sehr hohe Gefahren.
Speaker 2Ja, spannend. Wirklich letzte Frage. Die deutsche Stiftung, Familienstiftung, ist spannend, nicht spannend?
Speaker 1Wir machen das sehr selten, weil die deutsche Familienstiftung einige große Probleme hat. Du hast die sogenannte Erbsersatzsteuer, das ist erst in 30 Jahren, aber dann berechnet der Staat eine fiktive Erbschaftssteuer auf dein gesamtes Vermögen in der Stiftung. Ja, und das wird gerne beiseite gewischt, weil du natürlich 30 Jahre Zeit hast, aber du kannst die Stiftung nicht so einfach schließen. ETC, also das ist schon ein Thema, was man sich genau anschauen muss, in Sonderfällen macht das Sinn. Wir machen eher Stiftungen im Ausland, man kann ganz legal in Deutschland auch zum Beispiel eine Lichtenstein-Stiftung haben. Stiftungen in der EU. Die EU-EWR, die Stiftungen in der EU-EWR sind erlaubt. Das ist ganz spannend, Lichtenstein war früher so die typische Steuerhinterziehungsoase, gab es auch einige prominente Fälle und Lichtenstein hat ganz bewusst gesagt, sie machen ein Rechts- und Amtshilfeabkommen mit Deutschland, also sie tauschen alles aus, aber im Gegenzug muss Deutschland die Stiftung anerkennen, das ist glaube ich seit 2014 der Fall. Und das ist relativ schwierig und aufwendig, aber eine richtig strukturierte Familienstiftung in Lichtenstein wird in Deutschland anerkannt und du kannst dann deine Assets, deine Aktien, Kryptowährungen steuerfrei in der Lichtenstein. Und das kann in einigen Fällen durchaus eine Lösung sein, das ist sehr interessant für die Wegzugsbesteuerung, aber es kostet viel Geld. Also ich mache das ungern am Vermögen fest, wie die meisten Steuerberater, die sagen, du brauchst 5 Millionen, um das umzusetzen. Ich mache das am Einkommen fest, sagen wir 50.000 passives Einkommen. Manche machen mit 5 Millionen mit 1% Rendite keine 50.000 Einkommen, andere machen mit 100.000 Vermögen 50.000 Einkommen. Weil sie wissen, wie sie zu traden haben. Und das ist dann, sage ich mal, ein bisschen der realistische Zugang. Allgemein machen wir aber relativ wenige Stiftungen, weil Deutschland mehr Möglichkeiten hat. Es gibt zum Beispiel Genossenschaften im deutschen System, die extrem viele Möglichkeiten bieten, die auch so ein bisschen im Fokus sind der Finanzbehörden, weil viele Leute dieses Thema brauchen, aber dennoch aktuell sehr viele Möglichkeiten bieten. Dennoch, es ist halt weiterhin eine deutsche Struktur und das sage ich auch bei diesen ganzen Gurus, die zum Beispiel Vermögensschutz für Immobilien anbieten. Ich habe es eben selbst gesagt. Man kann eine Immobilie vielleicht in eine LLC eintragen. Kannst du machen, hast auch spekulativen Schutz durch dieses Freundschaftsabkommen, aber natürlich ist es spekulativ. Die Immobilie ist in Deutschland, die ist Immobil. Letztlich kann der deutsche Staat Gesetze ändern, wie er lustig ist und solange du in dem deutschen Rechtsraum verpeilst, hast du keine sichere Immobilie. Da kannst du noch und noch was machen, die Immobilie ist niemals sicher. Die einzige Sicherheit hast du, wenn du deine Immobilie verkaufst und woanders auf der Welt eine neue Immobilie kaufst oder vielleicht besser dein Geld in anderen Sachwerten anlegst. Und die meisten Leute haben auch einfach irgendwie diese Romantik. Die romantische Idee der Immobilie oder die romantische Idee, dass man mit Immobilien in Deutschland viel Geld verdienen kann und das ist in meinen Augen halt in der aktuellen Phase von Deutschland absolut nicht mehr der Fall. Und ich kann jedem nur raten, schleunig seine Immobilien zu verkaufen.
Speaker 2Glaubst du, Immobilien werden drastisch fallen?
Speaker 1Ich glaube schon, dass sie fallen werden. Vor allem, dass man sie überhaupt nicht mehr verkaufen kann. Die meisten Leute werden einfach auf Immobilien sitzen, die theoretisch was wert sind, aber praktisch nicht verkaufbar sind. Ich meine, es findet schon seit Jahren eine schleichende Enteignung statt durch immer neue Geheimnisse. Durch immer neue Gesetze, durch immer neue Regelungen pro Mieter gegen den Vermieter. Natürlich das ganze Wirtschaftssystem wird es einfach deutlich weniger Bedarf geben. Aktuell durch die Nettozuwanderung gibt es gerade im geringen Bereich sehr viel Bedarf an Wohnungen. Deutschland hat ein Wohnraumproblem. Die ganzen Gesetze lösen ja dieses Wohnraumproblem nicht, sondern machen es in der Regel noch schlimmer. Und in meinen Augen, der Kredithäbel, der es auch weckt, den du früher hattest, das war ein großer Vorteil in Deutschland. Klar, wenn du dich auskennst, wenn du im richtigen Bereich unterwegs bist, wenn du genug Dumme hast, die dir die Immobilien abkaufen, kannst du immer noch viel Geld mit Immobilien in Deutschland machen. Aber für den durchschnittlichen Anleger bietet das, glaube ich, deutlich mehr Gefahren als Vorteile. Vor allem, weil es in Deutschland wiederum extreme Steuervorteile für Auslandsimmobilien gibt. Wenn du zum Beispiel in Georgien oder in der Türkei oder in vielen EU-Ländern Immobilie hast, darf Deutschland diese Mieteinnahmen nicht besteuern. Du kannst zum Beispiel deine Mietwohnung in Georgien mit 5% besteuern lassen und Deutschland darf das nicht nachversteuern durch das Doppelbesteuerungsabkommen. Ach, verrückt. Also auch da hast du zahlreiche Möglichkeiten und häufig bietet dir das Immobilieninvestment dann zum Beispiel die Aufenthaltsgenehmigung. 150.000 in der Immobilie in Georgien und du hast die dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung in Georgien, hast fast steuerfreie Mieternahmen in Deutschland und hast wahrscheinlich rechtlich, weil das einfach ein freies marktwirtschaftliches System ist, deutlich mehr Vorteile.
Speaker 2Ja, verstehe ich schon. Also ich brauche eine Immobilie in Georgien, dann eine Staatsbürgerschaft in Paraguay, möglicherweise eine LLW. Und dann bin ich ja auch, bis ich das alles habe, ist ja auch das Jahr schon wieder vorbei.
Speaker 1Du musst es halt schrittweise umsetzen, aber die meisten Leute stellen sich das komplizierter vor, als es ist. Gerade wenn du eben strategisch das Richtige auswählst, ist das einmal ein gewisser Aufwand, das Ganze umzusetzen. Du musst nach Paraguay mit den richtigen Dokumenten reisen, musst ein deutsches Führungszeugnis mit deutscher Apostille haben. Das deutsche Amt, was dafür zuständig ist, lässt dich gerne zwei, drei Monate Zeit. Das ist eben der Nachteil, wenn du in ein System wie Deutschland gefangen bist. In Ländern wie Paraguay kriege ich jetzt mein Führungszeugnis an. Paraguay Führungszeugnis an einem Tag. In Deutschland muss ich dann Monate darauf warten. Ja, und auch das bringt mir natürlich Vorteile für andere Sachen. Wenn ich für meine Staatsbürgerschaft ein Führungszeugnis brauche, hole ich mir natürlich nicht mehr das deutsche, sondern das paraguayische, weil ich das viel schneller und viel einfacher bekomme. Und das ist eben einmal ein gewisser Aufwand, dann aber nicht mehr. Also ich muss in Paraguay, in Panama irgendwie alle drei Jahre einmal einreisen, das tue ich eh oder eh. Und ich habe keine laufenden Kosten, keine laufende Verwaltung. Ich bin ja dort nicht steuerpflichtig. Das ist eben eine Option. Ein Aufenthaltstitel, wo ich sein kann, aber nicht sein muss, der mich nicht steuerpflichtig macht oder irgendwie in die Zwänge des Systems hineinpresst. Ja, in das System komme ich erst dann rein, wenn ich dort ein halbes Jahr plus lebe. Das kann ich machen, kann ich trotzdem steuerfrei machen. Diese Länder besteuern Auslandseinkommen nicht, aber ich muss es eben nicht. Ich bleibe flexibel, ich richte das einmal ein und habe langfristig die Vorteile. Aber wenn du es falsch aufsetzt, klar, dann hast du Probleme. Wenn du in die falschen Länder gehst, irgendwelche Firmen gründest, um irgendwelche Vorteile zu erlangen. Habe ich selber zum Beispiel in Dubai erlebt. Ja, ich habe vor fünf Jahren eine Dubai-Firma gegründet. Damals war noch alles steuer- und buchhaltungsfrei. In der Pandemie, nach der Pandemie hat sich das langsam geändert. Dann gab es Buchhaltungspflichten, dann gab es ein Audit der Buchhaltung, du musstest einen Wirtschaftsprüfer beauftragen. Dann kamen irgendwie zehn verschiedene Fragen zu dem, was die Firma macht. Ich habe dann irgendwann frustriert die Dubai-Firma geschlossen und auch mein Visum in Dubai aufgegeben, weil sich das ein, sag ich mal, sehr attraktive, steuerfreie Land zunehmend in eine Bürokratie-Holle gewandelt hat.
Speaker 2Verrückt, lieber Christoph. Noch ein bisschen reinnerden. Dein Buch werde ich aufsorgen, vermutlich. Richtig cool. Ich danke dir ganz herzlich, dass du da warst. Sehr, sehr, sehr, sehr spannend. Und Daumen sind gedrückt für die, keine Ahnung, was ist das nächste große Ding, was dir vorschwebt, wo du sagst, das muss ich machen?
Speaker 1Ja, in welcher Hinsicht, meinst du?
Speaker 2Grundsätzlich, im Leben. Willst du staatenlos noch größer machen? Willst du eine Segelregatta machen? Keine Ahnung, jedes Land zweimal bereist haben? Was ist so, wo du sagst, das ist jetzt die nächste Herausforderung?
Speaker 1Ja, ich meine, reisetechnisch habe ich natürlich viel erreicht. Ich bin jetzt nicht unbedingt scharf, mit den Leuten zu konkurrieren, den zehn Leuten, die in allen Ländern der Welt zweimal waren. Der aktuelle Rekordhalter, der in allen Ländern der Welt an beiden Polen, ich war am Südpol, im Frühling fliege ich zum Nordpol und im Alva, ist 60 Jahre alt, da habe ich also noch über 25 Jahre, dem den Titel streitig zu machen. Das ist natürlich auch so ein bisschen mein Ziel, sage ich immer zu meiner Freundin, wir fliegen irgendwann gemeinsam auch noch zum Mars. Aber ich meine, Space-Tourismus ist auch ein großes Feld, noch kostet es einige Hunderttausend. Aber ich könnte es mir theoretisch schon leisten und ich habe natürlich irgendwann mal Lust, die Erde zumindest in ihrer Miniaturform zu sehen. Also das sind die Reiseziele. Persönlich geht es bei mir schon in Richtung Familiengründung. Ich wollte eigentlich immer eine große Familie haben. Was weiß ich, ein Freund von mir hat sechs Kinder, reist auch mit der Familie seit Jahren um die Welt. Und das ist so ein bisschen Inspiration für mich, will einfach den Leuten zeigen, dass auch Kinder zu haben noch keine Verdammung ist, auf ewig im System. Was ich ja immer wieder höre, ja, ich habe Kinder, ich kann das und das nicht. Die Kinder müssen ja in die Schule gehen, die Kinder müssen ja Freunde haben, das stimmt ja auch alles. Aber man kann das eben auch anders gestalten. Das ist eben so ein bisschen mein Antrieb, das in den nächsten Jahren auch den Menschen zu zeigen. Ich meine, ich lebe das schon so ein bisschen mit meinem halben Sohn, sage ich mal so. Aber will das natürlich auch mit eigenen Kindern in Zukunft zeigen. Ich habe natürlich privat viele Pläne, ich habe auch für Starten los Pläne. Aber wie ich schon gesagt habe, ich lasse die Dinge eben auf mich zukommen. Ja, ich wachse ganz organisch. Ja, und auch nur so kann das Ganze überhaupt funktionieren in meinen Augen.
Speaker 2Ja, Christoph, herzlichen Dank, dass du da warst. Daumen sind gedrückt. Merci. Dankeschön. Und wenn du mich dabei unterstützen willst, hier weiterhin so spannende Gäste an diesen Tisch zu bekommen, dann abonniere gerne ungeskriptet auf YouTube, Spotify oder überall, wo es Podcasts gibt. Das kostet keinen Cent und hilft uns möglicherweise, sollte mal wieder jemand versuchen, uns zu Blacklisten, zu D-Listen oder sonst irgendwas. Ganz herzlichen Dank. Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!

Podcast Summary

Key Points:

  1. Christoph Heuermann propagiert die „Flaggentheorie“, bei der Wohnsitz, Staatsbürgerschaft, Bankkonten und Firmen global auf verschiedene Länder verteilt werden, um Klumpenrisiken zu vermeiden.
  2. Sein Leitsatz lautet, das beste Land sei gar kein Land – man solle aus einem System auswandern, ohne in ein neues System einzuwandern.
  3. Er studierte Politikwissenschaft, wurde durch Hayek und die österreichische Schule libertär geprägt und gründete nach dem Bachelor in Mexiko seinen Blog „Staatenlos“.
  4. Er baute sein Geschäft schrittweise auf, indem er Beratungspreise von 30 Euro bis heute 3.000 Euro steigerte und per Sprachnachrichten über Telegram skalierte.
  5. Als erste Maßnahme gegen Klumpenrisiko empfiehlt er ein Auslandskonto, etwa in Georgien, wo hohe Zinsen und fehlende staatliche Haftung für Stabilität sorgen.
  6. Eine zweite Staatsbürgerschaft, etwa über Vanuatu für rund 120.000 Euro, dient als Versicherung gegen Passentzug, Wehrpflicht und mögliche Besteuerung nach Staatsbürgerschaft.
  7. Er nutzt mehrere „Compliance-Wohnsitze“ in verschiedenen Ländern, um Zugang zu unterschiedlichen Rechtsräumen, Investments und Kreditkartensystemen zu erhalten.
  8. Die EU-Sanktionslisten und die zunehmende Regulierung von Krypto und Vermögen bewertet er als wachsende Risiken, vor denen man sich frühzeitig absichern müsse.

Summary:

Im Gespräch erklärt Christoph Heuermann, Gründer des Blogs „Staatenlos“, seine Philosophie der globalen Diversifizierung des eigenen Lebens. Ausgangspunkt ist die sogenannte Flaggentheorie: Wohnsitz, Staatsbürgerschaft, Bankkonten und Unternehmen werden bewusst auf verschiedene Länder verteilt, um zu verhindern, dass ein einzelner Staat zu viel Einfluss auf das eigene Leben gewinnt. Sein Credo lautet, man solle aus einem System auswandern, ohne in ein neues System einzuwandern – das beste Land sei gar kein Land.

Heuermann schildert seinen Werdegang vom politikwissenschaftlichen Studenten über die Prägung durch die österreichische Schule bis zum Aufbau seines Beratungsgeschäfts, das er durch steigende Preise und Sprachnachrichten über Telegram skalierte. Als konkrete erste Schritte nennt er Auslandskonten, etwa in Georgien, sowie den Erwerb einer zweiten Staatsbürgerschaft, beispielsweise über Vanuatu, die als Versicherung gegen Passentzug, Wehrpflicht oder neue Steuermodelle dienen soll. Zudem nutzt er mehrere Papierwohnsitze in verschiedenen Ländern, um Zugang zu unterschiedlichen Rechtsräumen und Finanzprodukten zu erhalten.

Er betont, dass diese Strategien nicht auf Steuerhinterziehung abzielen, sondern auf finanzielle Privatsphäre und den Schutz vor staatlichen Übergriffen.

FAQs

Bei der Flaggentheorie werden Lebensbereiche wie Wohnsitz, Staatsbürgerschaft, Bankkonten und Firmen global auf verschiedene Länder verteilt. So soll kein einzelner Staat zu viel Einfluss auf das eigene Leben bekommen.

Der erste Schritt ist ein Bankkonto im Ausland, idealerweise außerhalb der EU. So liegt nicht das gesamte Vermögen in einem einzigen Rechtsraum.

Eine zweite Staatsbürgerschaft dient als Absicherung, etwa falls der deutsche Reisepass entzogen wird. Sie schafft zusätzliche Optionen und Mobilität.

Für eine Familie mit zwei Kindern kostet sie etwa 120.000 Euro als Schenkung, wobei 50.000 Euro Investment nach vier Jahren zurückkommen. Die Zahlung ist auch in Bitcoin möglich.

Ein Compliance-Wohnsitz ist eine Adresse mit Steuernummer in einem anderen Land, die Banken und Brokern als Nachweis dient. Er macht einen nicht automatisch steuerpflichtig in diesem Land.

In Georgien gibt es hohe Zinsen, teils bis zu 10 Prozent, und Konten lassen sich auch remote eröffnen. Die Banken gelten als konservativ, weil sie im Krisenfall nicht gerettet werden.

Chat with AI

Loading...

Pro features

Go deeper with this episode

Unlock creator-grade tools that turn any transcript into show notes and subtitle files.