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#3 Geld, Gender, Gerechtigkeit?

34m 39s

#3 Geld, Gender, Gerechtigkeit?

Der Podcast der Universität Mannheim beleuchtet mit Prof. Alexandra Niessen-Rünzi die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Finanzwelt. Zentral ist der Gender Investment Gap: Nur 12 % der Frauen investieren am Kapitalmarkt gegenüber 22 % der Männer, was das höhere Altersarmutsrisiko von Frauen verschärft. Ursachen liegen in der finanziellen Sozialisation – Finanzwissen wird häufiger an Söhne weitergegeben – sowie in medialen Stereotypen, die Frauen als Zielgruppe lange ignorierten. Obwohl Frauen stärkere Präferenzen für nachhaltige Anlagen äußern, zeigt sich dies nicht in ihrem tatsächlichen Anlageverhalten, vermutlich aufgrund von Wissenslücken. Weibliche Vorbilder sind entscheidend, doch reine Frauennetzwerke nützen wenig ohne Einbindung von Männern in Entscheidungspositionen. Frauenquoten haben bislang keine breite Wirkung entfaltet, und der Markt reagiert negativ auf solche Regulierungen. Die Forschung unterstreicht, dass strukturelle Barrieren, Vorurteile und mangelnde Sichtbarkeit Frauen benachteiligen – nicht ihre Fähigkeiten, die geschlechtsunabhängig sind.

Transcription

5073 Words, 33441 Characters

German
Herzlich willkommen zu Wissensfunken im Forschungspodcast der Universität Mannheim. Im Gespräch mit mir erzählen unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von ihrer Forschung. Mein Name ist Fabrik Ratzmeier und ich bin der Rettaktör für Forschungskommunikation in der Uni Mannheim. In der heutigen Folge geht es um das Thema Frauen in der Finanzwelt. Unser heutiger Gast Prof. Alexander Niesen-Rünzi forsche unter anderem zu geschlechtsspezifischen Unterschieden an Finanzmärkten und untersuch dabei etwa wie unterschiedlich Männer und Frauen investieren. Seit 2009 ist Frau Niesen-Rünzi an der Universität Mannheim. Seit 2016 hat sie in Lärstulfe allgemeine Betriebswirtschaftslehrer und Corporate Governance-Inner. Nach ihrer Promotion an der Universität Köln hatte sie mehrere Forschungsaufenhalte in den USA. Außerdem ist sie Mitglied im verschiedenen Finanzunwirtschaftsverbänden. Frau Niesen-Rünzi, zu welchen Thema Forschende denn gerade? Ich forsche in verschiedenen Themenbereichen. Da wir ja heute über das Thema Frauen in der Finanzwelt sprechen, stelle ich hier mal exemplarisch drei Projekte vor, an denen wir gerade arbeiten. Das erste Projekt befasst sich mit der Fragestellung der finanziellen Sozialisation. Das bedeutet, wir wollen besser verstehen, wie Söhne und Töchter in Haushalten in Deutschland an das Thema Finanzen herangeführt werden und insbesondere, ob es da auch geschlechtsspezifische Unterschiede gibt. Dazu haben wir eine repräsentative Umfrage in Deutschland gemacht und finden tatsächlich, dass Finanzwissen sehr häufig über den Kanal, Vater und Sohn weitergegeben wird. Das aber wesentlich seltener mit Töchter über Finanztem gesprochen wird. Da können wir natürlich nicht unterscheiden, liegt das daran, dass das von Elternseite so gemacht wird, dass man mit Söhnen das häufiger bespricht oder liegt, ist daran, dass die Töchter auch seltener Nachfragen. Das muss man also hier ganz klar sagen. Aber alleine die Tatsache, dass es da einen Unterschied gibt, die hat natürlich Implikation dann auch für das Spar- und Anlageverhalten später im Leben. Das zweite Projekt, was auch in diese Richtung geht, das befast sich mit finanzieller Bildung. Das ist ein Drittmittelprojekt gefördert vom Bundesministerium der Finanzen. Da wollen wir untersuchen, welche Finanzbildungsinterventionen denn besonders gut funktionieren, wie man also sicherstellen kann, dass wir in der Breite der Bevölkerung ein höheres Finanzwissen bekommen, als wir das aktuell haben. Auch hier gibt es wieder ein Gender-Aspekt. Der zieht sich so ein bisschen durch meine ganze Forschung. Wir wissen, dass Frauen geringere Finanzbildung haben als Männer. Und ein Grund könnte die finanzielle Sozialisation sein, die ich eben angesprochen habe. Wir möchten hier schauen, welche Interventionen eben sich eignen würden, um da auch ein Ausgleich zu schaffen und dafür zu sorgen, dass Frauen und Männer, aber auch andere Sozialdemokratische Faktoren spielen hier eine Rolle, zum Beispiel Bildungsfernerer Haushalte, wie man da sicherstellen kann, dass auch dort eine gewisse Grundbildung vorhanden ist, was die Finanzen angeht. Und ein Drittes Projekt, das ein bisschen ein anderes Thema hat, aber auch wieder ein Gender-Aspekt. Da geht es um Frauen, die mütter werden. Und wir haben hier ganz spannende Daten bekommen aus China. Da ist es nämlich so, dass die Vorgesellschaften das melden müssen, sobald eine Vormenagerin in Mutterschutz geht. Und diese Daten analysieren wir, um zu schauen, wie verlaufen denn die Karrieren dieser Frauen? Da weiß man auch schon einiges drüber. Ja, also in Deutschland ist das Stichwort Teilzeitfalle. Das Frauen, also beispielsweise ihr Arbeitsangebot anpassen, wenn sie mütter geworden sind. Hier in den Daten, die wir aus China haben, besteht aber eben die Möglichkeit zusätzlich auch zu schauen, wie erfolgreich sind diese Frauen. Wir können also messen, wie die Forms, die diese Frauen verwalten, performen vor und nach dem Eintritt in die Mutterschaft. Und das ist das spannende, was wir uns da anschauen. Wenn sie diese Studien durchführen, mit, was für Methoden genau arbeiten sie da? Ich arbeite überwiegend mit empirischen Methoden, das bedeutet also, dass wir mit großen Datensätzen arbeiten und die dann eben mit entsprechenden ökonomietrischen Verfahren auswerten und dann interpretieren. Was hat sie denn ursprünglich dazu motiviert, sich mit gestechtsbeziehwischen Unterschieden an Finanzmärkten zu befassen? Das war tatsächlich zufall. Das hat angefangen in meiner Zeit als studentische Hilfskraft. Kann ich übrigens nur jedem und jeder empfehlen, die vielleicht eine wissenschaftliche Laufbahn sich vorstellen können. So kann man sehr schön reinschnuppern in Forschung und auch Lehre. Ich war studentische Hilfskraft und meine Aufgabe war, einen Datensatz aufzubereiten aus der amerikanischen Vorindustrie. Da ging es eigentlich um andere Fragestellungen, also beispielsweise Performance-Messung. Und ich habe diese Daten dann quasi aufbereitet, damit die Doktoranten und Wissenschaftler in dem Lehrstuhl, wo ich gearbeitet habe, damit dann entsprechend analysen machen konnten. Und bei der Datenaufbereitung ist mir aufgefallen, da gab es ein Feld des Formanagers. Und da war der Name der entsprechenden Person eingetragen, die für den Verantwortlich ist. Das war da also kaum Frauen vorkam. Das waren alles Männernahmen, die da drin standen. Und das war wirklich sehr sehr auch verlegt für mich damals. Und in Folge dessen habe ich dann meine Diplomarbeit darüber geschrieben, wie viele Frauen und Männer gibt es eigentlich in der amerikanischen Vorindustrie. Hab dann auch selbst angefangen, analysen zu machen und so bin ich in das Thema reingekommen, weil dann eben auch ganz spannende Ergebnisse aus meiner Sicht sehr spannende Ergebnisse dabei herausgekommen sind, die ich auch später dann publiziert habe. Und das war sozusagen der Grundstein für mein Interesse an diesen Forschungsthemen. Also es sind quasi durch Zufahrerung geholscht und haben ihre Passion für das Thema gefunden. Richtig, genau so was. Ja. Genau, sie haben sie eben schon bei ihren Forschenspräken angerissen. Können sie vielleicht mal erklären, was man so unter dem Gender Investment Gap versteht? Gerne. Der Gender Investment Gap beschreibt den Umstand das Frauenseldner am Kapitalmarkt investieren als Männer. Und um das ein bisschen in Zahlen zu fassen, wenn wir da die Zahlen des deutschen Aktieninstituts vom letzten Jahr anschauen, dann sprechen wir von einem Unterschied von ungefähr 10 Prozentpunkten, also 12 Prozent der Frauen, aber 22 Prozent der Männer investieren am Kapitalmarkt. Das ist übrigens insgesamt sehr wenig, wenn man das mit anderen Ländern vergleicht. Der Gender Investment Gap beschreibt aber eben dann noch mal den Unterschied zwischen Frauen und Männern. Jetzt kann man sagen, warum ist das wichtig oder warum sollte uns das interessieren? Das hat aber natürlich gravierende Auswirkungen beispielsweise auf die Altersvorsorge. Und wir wissen, dass Frauen hier ein höheres Altersarmutrisiko haben. Das ist ungefähr 25 Prozent höher als dass der Männer laut statistischen Bundesamt. Und wenn sie zusätzlich dann eben noch den Kapitalmarkt ausblenden, der langfristig natürlich ein rendite starke Anlage ermöglicht, dann gibt es ein doppeltes Problem, einmal verdienen Frauen weniger, dann investieren sie noch weniger, was für den Vermögensaufbau für das Alter eben sehr, sehr problematisch ist. Gibt es vielleicht auch wissenschaftliche Belege dafür, dass Frauen, wenn sie investieren, anders investieren als Männer, also vielleicht im Risiko, Scheuer oder Nachhaltige? Ja, also die Unterschiede in der Risiko-Aversion, die sind sehr gut dokumentiert, das gilt im Übrigen nicht nur für Finanzanlagen, sondern auch in vielen anderen Lebensbereichen findet man das. Das Frauen im Durchschnitt, Risiko-Averser sind als Männer und so verhalten sie sich auch bei der Geldanlage. Man sieht auch, dass sie ihr Geld mehr diversifizieren, also besser streuen, über verschiedene Anlageklassen. Die Männer tendieren dazu, extremer anzulegen, also auch mal einziläuten einzugehen. Jetzt kommt natürlich die spannende Frage, wer ist denn am Schluss besser? Das wird auch mein nächste Frage gewiss. Ich dachte, ich muss schon, dass das ihnen auch schon zungeliegt. Keiner ist besser, wenn man dann überlegt, was bedeutet, denn extremer anzulegen, dann bedeutet, dass im Endeffekt mal geht so eine Wette gut und mal geht sie eben aber auch nicht gut. Das heißt, im Durchschnitt findet man keinen Unterschied im Anlageerfolg von Frauen und Männer. Aber wenn man sich jetzt eine Verteilung vorstellt von möglichen Renditen, die erwirtschaftet werden, dann sind die Männer häufiger in den Rändern der Verteilung vertreten, eben durch das extremere Anlegen. Gibt es in ihrer Forschung zum Genderinvestment-Gerb-Innen spannendes Beispiel oder irgendwas, ist es in ihm etwas super überraschendes aufgefallen? Ja, in der Tat fällt mir da ein Beispiel eines Ergebnisses, das ich so nicht erwartet hatte. Und zwar hat man sich da auch das unterschiedliche Anlageverhalten von Frauen und Männern angeschaut mit der Hypotese, dass Frauen wahrscheinlich die grüneren Anlegerin sind. Also da geht es jetzt um Preferenzen für nachhaltige Anlageprodukte. Und man weiß auch aus Umfragen, dass Frauen derartige Preferenzen stärker äußern, also sagen ihnen es wichtiger zu wissen, wo wird das Geld investiert und wird es nachhaltig investiert und eben nicht in die Waffenindustrie oder in Unternehmen, die irgendwo Kinderarbeit beinhalten und so weiter. Aber wenn man sich das tatsächliche Anlageverhalten anschaut, der Frauen und Männer, dann sieht man da gar keinen Unterschied in den Portfolios. Also die unterschiedlichen Preferenzen scheinen sich nicht niederzuschlagen in einem unterschiedlichen Anlageverhalten. Das fand ich sehr überraschend und wir haben auch versucht, dass ein bisschen besser herauszufinden, warum das so ist. Und die ersten Ergebnisse deuten so ein bisschen in die Richtung, dass viele Frauen sagen, ja, weil wissen auch nicht so genau, wie man eigentlich grün anlegt und es so eine Unkenntnis ist, die dazu führt, dass man das noch nicht im Anlageverhalten sieht. Aber ich finde es vor dem Hintergrund interessant, dass ja häufiger mal bestimmte Fakten genannt werden, die aber dann gar nicht wissenschaftlich unter Mauer sind oder werden können. Und das hier ist so ein Beispiel dafür, wo man gedacht hat, ja klar, macht auch vielleicht Sinn, dass Frauen grüne Anlegen als Männer, aber bis dato sieht man es eben nicht in den Daten. Spiel er vielleicht auch eine Rolle, wie Frauen in der Finanzwelt zu den Medien dargestellt werden, als was Besonderes, was außergewöhnliches. Ich denke, dass das eine große Rolle spielt, aber eher dafür, ob Frauen überhaupt am Kapitalmarkt aktiv werden oder nicht. Wir haben dazu eine Studie gemacht und Werbedaten analysiert, über die letzten fast 60 Jahre und haben geschaut. Wie werden denn Männer und Frauen in Werbung der Finanzindustrie dargestellt? Und was man dort sieht, ist, dass Frauen eine lange Zeit gar nicht vorkamen. Also in den meisten Werbeanzeigen sieht man einen oder mehrere Männer. Und wenn sie denn vorkamen, dann eher in Stereotypen rollen, also beispielsweise als Sekretärin oder als Hausfrau, der man kommt nach Hause bringt, den Page check mit, aber nicht als Zielgruppe sozusagen. Und ich glaube, dass das einen großen Einfluss darauf hat, auf die Wahrnehmung von Frauen bin ich eine Zielgruppe für diese Industrie oder nicht. Ist es vielleicht so, dass das ein Bereich ist, der eher die Männer betrifft und nicht die Frauen. Und letztendlich führt das natürlich dann dazu, dass Frauen vielleicht zurückschrecken und sagen, nee, das ist ja nicht, da bin ich ja nicht angesprochen bei dem Thema. Und das zeigt diese Studie eben anhand der Werbedaten relativ deutlich. Man muss dazu sagen, in den letzten Jahren hat sich das sehr verändert. Da sieht man ein deutlich diverseres Bild, auch in den Werbeanzeigen, ob das in der Zukunft so bleibt. Das müssen wir natürlich jetzt erst mal abwarten, wenn wir die aktuellen politischen Entwicklungen in den USA sehen und so weiter. Dann ist das ein bisschen fraglich, aber zumindest in den letzten Jahren bis heute sieht man, da doch eine deutliche Veränderung. Glauben Sie, dass dann auch weibliche Vorbilder in positiven Effekt haben können, also COs, Influencer in Professorenen? Das glaube ich auf jeden Fall. Es gibt da einen bekannten Ausspruch von Sally Wright. Das war die erste US-Ambrikanerin im Weltraum. "You can't be what you can't see". Also, ich kann nicht das sein, was ich nicht sehen kann. Und es gibt zahlreiche Studien. Einige habe ich selbst gemacht, aber viele andere Studien auch in dem Bereich, die zeigen, wie wichtig weibliche Vorbilder sind. Schon ganz früh für die Entwicklung von Karriereambitionen, für berufliche Entscheidungen. Es ist ganz wichtig, für junge Frauen zu sehen. Da gibt es Frauen in dem Bereich und das kann ich auch schaffen. Und das wird am Kapitalmarkt nicht anders sein, wenn ich den als männlich dominiert wahrnehme und sehe, da sind keine Frauen. Dann kann es natürlich sein, dass ich als Frau denke, da habe ich auch nichts verloren. Welche Rolle können da auch Netzwerke spielen, die vielleicht auch Frauen unterstützen, besser in die Branche zu kommen oder repräsentiert zu werden? Netzwerken ist ein wichtiger Aspekt und geschlecht unabhängig helfen Netzwerke, weil der Karriereentwicklung ganz wichtig ist bei diesen Netzwerken, aber wie sie zusammengesetzt sind. Auch das haben wir uns mal angeschaut und haben da gesehen, dass reine Frauen Netzwerke schon auch in anderen Dimensionen hilfreich sein können, wenn es um den Austausch von Erfahrungen geht, wenn es vielleicht auch um Karriere Tipps geht, wenn es aber wirklich um die Beförderung oder den Aufstieg in einen höher dotierten Job geht, dann ist es ganz wichtig, dass in diesen Netzwerken auch Männern sind, weil Männer eben auch häufiger in den Entscheidungsrelevanten Positionen sitzen. Und da sind reine Frauen Netzwerke nicht zu hilfreich. Also man muss dann schon genau schauen, wie es dieses Netzwerk zusammengesetzt. Und wie ist dann jetzt so die aktuelle Situation von Fraueninführungspositionen in der Finanzbranche? Die aktuelle Situation ist nicht nur in der Finanzbranche, sondern glaube ich für alle Fraueninführungspositionen sehr, sehr herausfordernd. Ich habe es eben schon angesprochen, auf gedruckter US-amerikanischen Regierung, haben viele Unternehmen begonnen, ihre Diversity, Equity und Inclusion, Initiativen zurückzufahren, auch Förderprogramme für Frauen zurückzufahren. Und das ist natürlich eine große Herausforderung für Frauen, nicht nur in den Führungspositionen, sondern auch in den ein, zwei Levels drunter, die aber eben vielleicht gerne in so eine Führungsposition kommen würden. Diese Art von Backlash, die war so, hätte ich die vor ein paar Jahren nicht erwartet, aber das ist die neue Realität. Und die macht es sicherlich nicht einfacher für diese Frauen. Aber würden Sie sagen, dass es zum Beispiel auch vielleicht auch bis zu dem Punkt eine messbare Wirkung gab, eben von psychologischen Frauenquoten, damit mehr Frauen in Forschungspositionen kommen? Die gibt es leider nicht. Ja, gibt es auch ein paar Studien zu, die sich das genau angeschaut haben. Das war ja auch die Hoffnung, auch derjenigen, die die Politik entsprechend gestaltet haben, das Frauenquoten dazu führen, dass insgesamt mehr Frauen in Führungspositionen kommen. Die ersten Studien dazu gibt es aus Norwegen. Norwegen ist das Land in Europa, das als erstes eine Frauenquote verpflichtend eingeführt hat. Man findet das aber genauso in Deutschland, dass es eben nicht dazu gekommen ist, dass Frauenquoten den Anteil von Frauen in Führungspositionen auch in nicht von der Quote regulierten Bereichen des Unternehmens erhöht haben. Gibt es da vielleicht auch strukturelle Barrieren, die der Grunde für sein könnten? Ja, viele Unternehmen haben ja das so begründet, dass nicht genug Frauen entwickelt worden sind in der Karriere, also nicht genug Frauen auf den unteren Herarchiebene vorhanden waren, die man dann hätte befördern können. Es gibt auch wiederum eine Studie aus Norwegen von Eckbohren-Kohautor, die das ein bisschen anzweifeln und sagen, die Suchinfrastruktur war vielleicht nicht da. Das kann man auch auf die deutschen Unternehmen übertragen. Frauen waren einfach nicht sichtbar und eben nicht Teil der Netzwerke, die wir eben besprochen haben, aber es gab sie durchaus. Nur wenn Thomas Anruf, wenn ein neuer Job zu besetzen ist, dann ist das vielleicht nicht die Suchinfrastruktur, die es braucht, um sich diverse aufzustellen. Und gibt es abgesehen von strukturellen Barrieren vielleicht auch Vorurteile und Stereotype, die quasi in Hindernis sein könnten? Es gibt Stereotype, wenn man sich geschlechtsbeziehbische Unterschiede in Führungstil in anschaut, dann sagt man beispielsweise, dass Männer, Morse-Sortips sind, also sehr viel energescher Auftreten und Durchsetzung stärker auftreten, während Frauen eher einen kooperativen Ansatz fahren. Das haben einige Studien gezeigt. Und Vorurteile dann dergestalt, oder ich würde es eher bekläschenden. Es gibt so ein Sync-Manager-Sync-Mail-Paradigma. Das bedeutet, also wenn sie jemanden fragen, stellen sie sich den CEO eines Unternehmens vor, dann würden die meisten Leute einen Mander unterstellen. Für Frauen, die in diese Position kommen, besteht immer die Herausforderung darin, dass sie viele geschlechtsbeziehbische Normen verletzen. Von einer Frau wird beispielsweise erwartet, eher das sie bescheiden, auftritt zurückhaltend, auftritt eben nicht durchsetzungsstark. Auftritt, das wird bei Frauen oft mit negativer Wahrnehmung sanktioniert. Die werden dann als unsympathisch wahrgenommen. Und es haben wir selber auch in Experimenten zeigen können, dass Wettbewerbststarke Frauen, da wurde dann gesagt, ich möchte aber nicht, dass meine Freundin wäre, also man hat das versucht, so ein bisschen dann zu messen, wie wird das denn wahrgenommen. Und das sind strukturelle Hürden, die Frauen eher als Männern eben dann im Weg stehen, wenn sie nach ganz oben wollen. Das kommt damit die nächste Frage, wer wäre denn dann die bessere Führungsperson? Das kann man natürlich so pauschal nicht sagen. Ich glaube, es gibt ein bestimmtes Führungsnaturell, das ist aber völlig geschlechtsunabhängig. Es gibt Menschen, die einfach das sehr gut können, andere anzuleiten und eben auch ein Unternehmen zu führen. Und ich glaube auch, dass es davon nicht so viele gibt, so wie ich das vom Rande als wissenschaftliche Beobachterin mitbekommen, erfordert das schon eine unglaubliche Bandbreite an Fähigkeiten. Ich glaube aber mit Nichten, dass die an das Geschlecht geknüpft ist, sondern dass sind Persönlichkeitsfragen, die Geschlechtsunabhängig sind. Könnten Sie schon mal beobachten, dass die Ernennung von Frauen in Aufsichtsrehte oder Vorstände einfluss auf zwischen den Marktwertefema hatten oder so reagiert? Der Markt auch darauf? Der Markt reagiert aber in die andere Richtung, als die die Sie jetzt angesprochen haben. Auch in Norwegen hat man sich das dann angeschaut, wie ist denn eigentlich die Ernennung? Entwicklung des Aktienkurses rund um die Einführung der Quote. Und das haben wir übrigens auch für Kalifornien gefunden. Kalifornien hatte kurzzeitig auch mal eine Quote. Die Aktienkursreaktion ist negativ. Also da geht der Aktienkurs nach unten, ob das jetzt an den Frauen liegt oder einfach auch daran, dass actionäre Regulierung grundsätzlich nicht so gerne haben. Das ist offen, aber es ist so, dass der Aktienkurs runtergeht, wenn man über Quoten mehr Frauen in Boards fosiert hat. Haben Sie hinweise darauf gefunden, dass Investor in ein anders aufmännliche oder weibliche CEO's reagieren? Oder das geht auch so ein bisschen damit einher? Was man findet, ist ein sogenannten In-Group-Bies. Das bedeutet also, dass weibliche Investoren tendenziell eher weiblich geführte Unternehmen, Bevorzug im Portfolio und umgekehrt eben für die Männer. Auch bei Analysten findet man, dass weibliche Analysten optimistischer sind, was Firmen angeht, die von einer Frau geführt werden und umgekehrt männliche Analysten sind optimistischer über Firmen, die von einem Mann geführt werden. Das sind so ein paar Befunde, die in die Richtung gehen, dass es so eine Atmosphilie bei es gibt. Also man umgibt sich gerne mit Leuten, die einem auf verschiedenen soziodemografischen Dimensionen ähnlich sind. Aber diese Effekte sind von der ökonomischen Signifikanz meistens sehr, sehr klein. Ist noch eine bisschen allgemeinere Zukunftsfrage. Was würden Sie den jungen Frauen raten, die eine Karriere im Finanzsektor machen wollen? Ich würde raten, diese Karriere auf jeden Fall zu verfolgen, aus dem Grund, dass ich denke, die Finanzindustrie ist eine unglaublich spannende Branche. Also zu sagen, die Finanzen sind ja das Herzstück, wirtschaftlichen Handeln, sehr und sind verzweigt in alle Branchen und von allem, was ich auch mitbekommen, von ehemaligen Studierenden, die in die Finanzbranche gegangen sind, da hat mir noch keiner gesagt oder keine Nähe. Das ist dort langweilig wäre. Ich glaube, das Aufgabenfeld ist sehr, sehr spannend und breit. Es ergeben sich immer wieder neue Themenfelder und Projekte. Und deswegen finde ich, dass eine sehr gute Idee, als zumindest mal auszuprobieren, ob eine Karriere im Finanzsektor etwas sein könnte. Jetzt kommt der Disclaimer. Wir wissen auch, es ist eine sehr wettbewerbsintensive Industrie, eine sehr arbeitsintensive Industrie. Man muss also dann schon genau hinschauen, welchen Arbeitgeber wähle ich mehr aus? Wir sind da die Bedingungen, übrigens gilt das für Frauen und Männer gleichermaßen. Aber wir wissen, dass Frauen in wettbewerb eher schäuen und vielleicht zu Beginn, zumindest, dass Umfeld nicht so auf weibliche Bedürfnisse zugeschnitten ist. Historisch betrachtet ist es normal, eine Männer-Dumäne. Da ändert sich auch gerade sehr, sehr viel. Stichwort Fachkräftemangel, die Unternehmen der Finanzbranche versuchen, vieles um auch eben Frauen zu begeistern für sich. Aber das muss einem natürlich trotzdem klar sein. Solche Dinge ändern sich nicht von heute auf morgen. Und wenn sie jetzt mit einem Fingerschnippen eine Veränderung in der Finanzwelt bewirken könnten, was würden sie machen? Dann würde ich mit einem Fingerschnipp sofort den Anteil Frauen auf 50 Prozent hochheben, weil ich glaube, dass dann viele Dinge sich sofort schlagartig verändern würden. Das finde ich sehr schöne, schöne Abschlüsste der Frage. Aber wir wollen auch noch so ein bisschen kennlernen, wie so ist, als Professoren zu arbeiten. Und würde mich einfach mal interessieren, wie sieht so ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus? Der typischer Arbeitstag ist wirklich strukturiert, anhand der drei großen Säulen, die man als Professoren quasi zu bewältigen hat, zum einen die Forschung. Die typischerweise immer ein bisschen zu kurz kommt, weil sie erfordert, dass man einen langen Zeitblock zur Verfügung hat. Man muss sich in Dinge reindenken, man muss auch mal ein, zwei Forschungspapiere lesen. Und das mache ich nicht in einer halben Stunde. Das heißt, da muss man wirklich schauen, dass man Blöcke, Zeit, Blöcke sich für die Forschung reserviert. Wir sind gerade in den Semesterferien. Das bedeutet im Hinblick auf die zweite Säule. Die Lehre stehe ich zwar gerade nicht im Hörseil, aber ich überarbeite gerade meine Fulsungsfolien für das nächste Semester. Ich habe das Glück, Themen zu unterrichten, die sehr dynamisch sind und sich immer wieder verändern. Das heißt, ich kann also nicht aus der Schublade meine Fulsien ziehen, würde ich auch gar nicht machen wollen. Das werden mir zu langweilig, sondern überarbeite immer und bringe die neuesten Wissenschaftlichen Ergebnisse auch rein. Das macht mir sehr viel Freude, weil ich zum einen eben die Neuesten Entwicklungen auch verfolgen kann. Und zum anderen freue ich mich auch schon darauf, dass meinen Studierenden dann erzählen zu können im Herbst im Esther. Was es alles Neues gibt in den Themenbereichen, also Corporate Governance als einen Beispiel, die ich unterrichte. Ja, und der dritte Teil, das ist nicht so spaßige Teil, die akademische Selbstverwaltung, besteht im Wesentlichen darin viele E-Mails zu beantworten. Aber da bin ich wirklich gesegnet mit einem ganz tollen Support im Front Office bei uns und kann mich da eigentlich nicht beschweren, weil ich da wirklich auch den Rücken freigerhalten bekommen. Sie meinten ja eben, dass sie gerade für eine Forschungsteil sich Zeit nehmen müssen, um darüber nachzudenken. Gibt es da in die Rituale oder Routine, die in beim Denken helfen, lasse ich rein zu fühlen das Thema? Ja, für mich ist wichtig, dass ich die Forschung möglichst morgens früh mache vor Mittags, wo man da noch frisch ist. Und da finde ich, ist man auch am kreativsten. Und Rituale würde ich sie nicht nennen, aber schon in regelmäßigen Austausch mit Koa-Toren, Koa-Tourinnen, mit denen ich zusammen arbeite und das hilft, an die Projekte auch voranzutreiben, weil man eben sich regelmäßig trifft und den Fortgang des Projekts bespricht. Und was für sie so persönlich das Schönste an der Wissenschaft? Das Schönste an der Wissenschaft ist für mich ganz klar die intellektuelle Freiheit. Das ist ein sehr hohes Gut, was ich auch sehr in Deutschland als Privileg zu schätzen weiß. Wir haben die Freiheit von Forschung und Lehrer in Art. 5 des Grundgesetzes verankert. Und wenn man wie ich in Themenbereichen arbeitet, die immer auch mal wieder gerne angefeindet werden. Also Gender, ich habe auch Projekte zum Rassismus gegen Afroamerikaner in USA. Das sind Themen, die auch auf Konferenzen, wenn ich die Vortrage oft auf sehr viel Widerstand stoßen. Und dann vor diesem Hintergrund weiß ich das besonders zu schätzen. Dass es in Deutschland eben möglich ist, wenn man denn dann einen Lehrstuhl hat. Also zwischendurch muss man dann auch mal an Themen arbeiten, die am nicht so viel Spaß machen. Aber sich dann wirklich auf die Herzensthemen konzentrieren zu können. Themen, die ich persönlich total spannend finde und von denen ich auch denke, dass sie für unsere Gesellschaft wichtig sind, ohne dass das mir einer verbieten kann. Ein Beispiel vielleicht noch kurz dazu, um das ein bisschen zu illustrieren. Ich hatte mit einem Kollegen hier aus Mannheim eine ganz spannende Diskussion bei einem Glasverein über das Thema Blutspende. Und Blutspende ist nun etwas, was nichts mit BVL oder mit Kapitalmerken unbedingt zu tun hat. Aber die wissenschaftliche Freiheit, die hat es uns erlaubt, dass wir das vorangetrieben haben. Wir haben da ein tolles Projekt mit dem roten Kreuz zusammengemacht und haben das dann letztendlich auch veröffentlicht. Und das finde ich einfach sehr befriedigen, dass ich selber Themen identifizieren kann, die ich spannend finde und daran arbeiten darf. Ist das auch, was die häufigstartenweise, wie sie auf neue Forschungsthemen kommen? Also einfach so im Alltag fällt ihnen was auf oder sie sehen ihnen in den Nachrichten und denken, "Ahh, das ist interessant, wie kommt es dazu?" Ja, genau. Das ist eine Möglichkeit, wie man auf neue Forschungsthemen kommt, eben einfach aus dem Alltag. Da sind wir Sozialwissenschaftler natürlich auch irgendwie gesegnet. Ja, also menschliche Interaktion ist überall und wenn man dann ein bisschen sensibilisiert ist, dann fallen einem auch schnell Forschungsthemen oder Fragen ein. Das andere ist natürlich die Literatur, die wissenschaftliche. Das ist das, was immer finde ich im Alltag schwierig ist, beizubehalten, weil es viel Zeit erfolgt. Man muss viel lesen und dadurch identifiziert man aber eben auch Lücken in der Literatur. Es gibt viele spontane Ideen, die man hat und wenn man dann recherchiert sieht, man die sind schon untersucht worden und da gibt es schon Befunde zu. Da ist der Neuigkeitsgehalt dann nicht mehr so hoch. Aber wenn man eben überblick hat über eine bestimmte Literatur, dann fallen einem auch die noch offenen Fragen sehr viel schneller auf und an denen kann man dann arbeiten. Haben Sie vielleicht auch schon mal Forschungsgebenen sind gehabt, die Sie persönlich verändert haben oder langfristig beeindruckt haben? Ja, mehrere. Das liegt auch wiederum an den Themengebiet, in dem ich arbeite. Zum einen eben das Thema Frauen in Führungspositionen. Zum anderen, ich habe es eben angesprochen, Rassismus in den USA und welche Auswirkungen, das auch auf das Finanzverhalten ins besondere Afroamerikanische Haushalt hat. Ich finde die Arbeit an diesem Themen, die sensibilisiert einen sehr. Die strukturellen Hörden werden ja auch oft in Bezug auf die Gleichstellung von Frauen als Glas-Siehling bezeichnet ja unsichtbar. Und ich finde, wenn man intensiv dran arbeitet, werden Sie immer sichtbarer. Man wird sehr viel sensibler für die Themen. Man stellt viel schneller fest, dass jemand vielleicht eine Aussage trifft, die so nicht politisch korrekt ist. Und das ist. Das finde ich eigentlich eine sehr schön neben Effekt meiner Arbeit, dass ich so auch als Mensch ein bisschen wachsen kann. Und Sensibler werde eben für diese aus meiner Sicht sehr wichtigen Themen. Und wenn sie jetzt nicht in die Wissenschaft gegangen wären, wo werden sie dann vielleicht heute, NCIO in einem Finanzunternehmen? Ich hatte tatsächlich nach dem Studium einen Arbeitsvertrag, einer großen Investmentbank für das Investmentbanking. Die mittlerweile seit 2008 in der Finanzkrise nicht mehr existiert. Ich habe damals wirklich sehr lange überlegt, was ich machen will. Denn das ist auch ein offenes Geheimnis. Sind das natürlich andere Gehälter, die in Investmentbanking bezahlt werden als, das wissen alle Doktorand*innen von uns, während der Promotion zu erreichen sind. Für mich war letztendlich ausschlaggebend, was ich eben gesagt habe, die intellektuelle Freiheit. Ich hatte vorher ein Praktiker gemacht in verschiedenen Unternehmen der Finanzbranche. Und hat das immer als sehr fremd, bestimmt wahrgenommen. Also klar als Praktikantin habe ich dann Pitches vorbereitet und so weiter. Und mir fehlte die Herausforderung, die intellektuelle Herausforderung. Und letztendlich war das dann ausschlaggebend dafür, eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen. Und gibt es vielleicht noch aktuell oder allgemeinen Buch oder der Person, die sie inspiriert hat? Bücher gibt's viele. Da müsste man ein bisschen eingrenzen, ob wir jetzt über Fachliteratur sprechen oder über Beletristik. Einfacher wäre Person, weil da fällt mir immer spontan direkt eine Person ein. Das ist Ulrike Meimindiert. Das ist eine Professoren an der UC Berkeley, eine unserer Wirtschaft zuweisen mittlerweile. Die mich nachhaltig beeindruckt hat in der Art und Weise, wie sie Wissenschaft betreibt. Also mein beibliches Vorbild kann man sagen. Und ich finde, sie hat wahnsinnig spannende Forschungsprojekte. Ist dabei aber auch total bodenständig geblieben. Also sie war auch für mich damals noch als Doktorandin. Und ich wurde nicht von ihr betreut, sondern ich hatte einfach nur Interesse an ihren Themen. Sehr offen empfangen, hat sich mit mir ausgetauscht zu wissenschaftlichen Fragen. Mittlerweile sind wir Kurautorinnen geworden, was mich sehr gefreut hat. Das ist die eine, die berufliche Dimension. Sie hat mich aber auch im privaten sehr, sehr geprägt. Dadurch, dass sie vor mir Mutter geworden ist. Und mir dann doch sehr viele Tipps und Hinweise gegeben hat, als es dann bei mir so weit war, dass ich schwang aber. Ich bin ja auch in einer männlichen Umgebung, die meine männlichen Kollegen mir jetzt nicht so hätten geben können, weil mangeltserfahrung. Und das war einfach auch wahnsinnig hilfreich, mit jemandem über diese Themen zu sprechen, die auch in derselben Karrierefase und Laufbahn ist. Also sie ist ein bisschen weiter in der Karrierefase, aber sie ist wissenschaftlerin. Und konnte mir ziemlich genau vorher sagen, was mich erwartet, Empfehlungen geben, wie man Dinge vielleicht gut handeln kann. Und da bin ich ihr besolte dankbar für. Wow, das sehensperrient. Unser Podcast heißt "Wissensfunken". Und wir wollen am Ende immer noch den Gast bitten, einen Funken zu geben, den wir weitergeben können, an die zuhörenden. Gibt's da, haben sie irgendwie einen Zitat, ein Tipp, irgendwas, was sie inspiriert hat? Mein Tipp wäre tatsächlich, der kommt auch daher, weil ich als letzte Woche mit einer Kollegin drüber gesprochen habe, "Relax and take it easy". Das soll also bedeuten, sich nicht zu sehr im Leben stressen zu lassen. Das ist sehr leicht gesagt. Vor allen Dingen, wenn man Dinge macht ihr allem am Herzen liegen, das ist mir bewusst. Aber ich finde, man sollte nie aus dem Blick verlieren, was wirklich wichtig ist im Leben. Und das ist seltenst das berufliche und der berufliche Erfolg. Und man sollte sich auch bewusst machen, dass man mit der Hälfte von Stress, den man sich selber macht, immer noch sehr weit kommen können. Frau Niesen-Runzi, vielen Dank für das Gespräch. Sehr gerne. Das war eine Folgewissensfunkung. Im Forschungspodcast der Universität Mannheim. Abonnieren Sie uns gerne in Ihrer Podcast-App, dann verpassen Sie keine neue Folge. Falls Sie Themenvorschläge fragen oder anregenden haben, will Sie sich gerne per Mail und der Podcast at Uniminusmanheim.de oder auf Instagram und @Unibunterstrichmanheim. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Finanzielle Sozialisation
  2. Gender Investment Gap
  3. Anlageverhalten
  4. Nachhaltigkeit
  5. Medien und Vorbilder
  6. Netzwerke und Quoten
  7. Reaktion des Marktes

Summary:

Der Podcast der Universität Mannheim beleuchtet mit Prof. Alexandra Niessen-Rünzi die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Finanzwelt. Zentral ist der Gender Investment Gap: Nur 12 % der Frauen investieren am Kapitalmarkt gegenüber 22 % der Männer, was das höhere Altersarmutsrisiko von Frauen verschärft.

Ursachen liegen in der finanziellen Sozialisation – Finanzwissen wird häufiger an Söhne weitergegeben – sowie in medialen Stereotypen, die Frauen als Zielgruppe lange ignorierten. Obwohl Frauen stärkere Präferenzen für nachhaltige Anlagen äußern, zeigt sich dies nicht in ihrem tatsächlichen Anlageverhalten, vermutlich aufgrund von Wissenslücken. Weibliche Vorbilder sind entscheidend, doch reine Frauennetzwerke nützen wenig ohne Einbindung von Männern in Entscheidungspositionen.

Frauenquoten haben bislang keine breite Wirkung entfaltet, und der Markt reagiert negativ auf solche Regulierungen. Die Forschung unterstreicht, dass strukturelle Barrieren, Vorurteile und mangelnde Sichtbarkeit Frauen benachteiligen – nicht ihre Fähigkeiten, die geschlechtsunabhängig sind.

FAQs

Der Gender Investment Gap beschreibt, dass Frauen seltener am Kapitalmarkt investieren als Männer. In Deutschland investieren etwa 12 % der Frauen, aber 22 % der Männer, was langfristig zu einem höheren Altersarmutsrisiko für Frauen führt.

Frauen sind im Durchschnitt risikoaverser und diversifizieren ihre Anlagen stärker, während Männer extremer anlegen und häufiger Einzelwetten eingehen. Im Durchschnitt gibt es jedoch keinen Unterschied im Anlageerfolg.

Finanzwissen wird in Haushalten häufiger über den Kanal 'Vater und Sohn' weitergegeben, während mit Töchtern seltener über Finanzen gesprochen wird. Dies beeinflusst späteres Spar- und Anlageverhalten.

Obwohl Frauen in Umfragen stärkere Präferenzen für nachhaltige Anlagen äußern, zeigt sich im tatsächlichen Anlageverhalten kein Unterschied. Dies könnte an mangelndem Wissen über grüne Anlagemöglichkeiten liegen.

Eine Studie zeigt, dass Frauen in der Finanzwerbung lange Zeit kaum vorkamen und wenn, dann in stereotypen Rollen wie Sekretärin oder Hausfrau. Dies kann Frauen davon abhalten, sich als Zielgruppe für Finanzprodukte zu sehen.

Weibliche Vorbilder sind entscheidend, da sie jungen Frauen zeigen, dass Karrieren in der Finanzbranche möglich sind. Studien belegen, dass Sichtbarkeit von Frauen Karriereambitionen positiv beeinflusst.

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