Wenn ihr nicht ausleipt, sich kommt und schon mal was von Konnewitz gehört habt, dann wahrscheinlich sowas hier. Nach Angaben der Polizei haben gewaltbereiter Linksautonome, Barikaden im Brand gesetzt und steiniger. Schon während des Aufmarsches mit bis zu 3500 Teilnehmern flogen Steine gegen Gebäude und Autos. Später errichteten vermumte Barikaden die Polizei vor Wasserwerfer aus. Der Bürgermeister sprach von auf einem Straßentherror. So oder so ähnlich klingt das meistens, wenn es um Konnewitz geht. Konnewitz, das ist eigentlich nur ein Stadtteil im leipziger Süden. Aber eben irgendwie auch viel mehr. Eine Projektionsfläche, ein Politikum, vielleicht ein Mythos. Der Randale Kiez, voller Autonoma und linksradikaler. Das sagen die ein. Und für die anderen ist Konnewitz Alternative Subkultur, ein Sehnsuchtsort, oft in einem Atemzugenant mit dem alten Berlin Kreuzberg oder dem Hamburger Chancenviertel. Und das dann auch noch mitten in Ostdeutschland. Das gallische Dorf, wo man sich seit Jahrzehnten Wert gegen rechte Umtriebe. So weit die beiden Konnewitz Klischeees. Und klar ist, wer sich mit dem Falliner ebeschäftigt, der kommt am Viertel nicht vorbei. Konnewitz, das ist der Stadtteil, in dem Lena E. gelebt hat. Wie einige andere, die der Gruppe zugerechnet werden. Hier haben sie mutmaßlich ihre Angriffe geplant und einen, den auf einen Kanalarbeiter, sogar im Viertel verübt. Das habt ihr letzte Folge schon gehört. Für die Behörden ist die Sache also klar. Hier im leipziger Süden, da hat sich eine kriminelle Vereinigung gebildet und radikalisiert. War das nur in Konnewitz möglich? Was macht diesen Stadtteil aus? Und welche Rolle spielt er für die Gruppe um Lena E? Darüber haben wir mit vielen Konnewitzern gesprochen. Und wir können schon mal sagen, der Polizeischew, der sieht das natürlich ganz anders als zum Beispiel der Autonome, der selbst Nihonazis angegriffen hat. Mein Name ist Marc Zimmer und ihr hört die Fasjo-Jägerin der Falliner E und seine Folgen. Und das ist Episode 3. Ein Viertel im Fokus, Mythos, Konnewitz. Wenn ihr keine Folge mehr verpassen wollt, dann abonniert den Podcast doch gerne. Werbefrei gibt's alle Folgen in der App der ARD-Audiothek. Anfang 2020. Da sah es sich bei einer Familienfeier als plötzlich jemand so über den Tisch weggerufen hat, ey Marc, bei euch haben sie wieder randaliert oder? Und da ging es um diese Wester Nacht ein paar Wochen zuvor. Da hatte es ein Konnewitz, mal wieder muss man wohl sagen, Ausschreitungen gegeben. Und die haben es damals sogar in die Tageschau geschafft. Es ist kurz nach Mittag nach Neuja, als hier im leibziger Stadtteil Konnewitz ein Polizist verletzt wird. Böller und Steine fliegen, es soll auch dritte gegen den am Boden liegenden Polizisten gegeben haben. Es ist damals ein Riesending gewesen, weil nämlich ein Polizist angeblich lebensgefährlich verletzt worden war. Später hat sich dann rausgestellt, dass die Polizei da ein bisschen übertrieben hatte, trotzdem wird bis heute wegen versuchten Mordes ermittelt. Und damals auf dieser Familienfeier stand das eben noch im Raum, dass die Silvester in Leipzig Konnewitz einen Polizisten fast tot geprügelt hätten. Am Tisch hatten sich mittlerweile noch ein paar mehr Leute ins Gespräch eingeschaltet und ich wurde gefragt, ob es in Konnewitz wirklich so schlimm sei. Und da musste ich lachen. Im Gegenteil habe ich gesagt, ich bin da richtig gern. Und dann habe ich erzählt von den knallten Abenden in der Bornaschen Straße, von Konzerten, im Konnie-Eilend und im Werk 2. Ich habe von den freundlichen Panks vom Rewar im Konnewitzerkreuz erzählt und der Nähe zu den Leipziger Bade sehen. Und dass da eben nicht den ganzen Tag vermummte rumrennen, sondern viele Leute mit Kinderwagen, Rentner und Jana klar, auffallen viele eher alternativ aussehende Leute. Ich hatte das Gefühl, mich für das Viertel rechtfertigen zu müssen, obwohl ich gar nicht dort wohnen. Mir ist diese Moment auf der Familienfeier in Erinnerung geblieben und ich erzähle ihn euch deshalb, weil er zeigt, welche große Strahlkraft das kleine Konnewitz hat. Die 100 km weit weg wohnt und noch nie dort gewesen ist, verbindet irgendwas mit dem Kiez. Und so ist das oft, wenn man sich mit Leuten unterhält. Konnewitz da klingelt was. Meistens was mit brennenden Barikaden und vermummten Randalierer. Ist ja auch irgendwo klar, denn wenn der Stadtteil mal überregional in den Medien ist, dann eben meistens wegen irgendwelche Ausschreitungen. Haben wir am Anfang gehört. Und klar ist auch, gewalt war und ist Teil des Viertels und seiner Szene. Das ist der Song "Willkommen im Leipziger Süden" vom Konnewitzer-Rapper MCE. Nazis konsequent klatschen. Farbe anfassaden. Randale gegen den Staatsapparat. Der Song zeigt ganz gut. Der Kiezmütthos ist ein Stück Identität. Konnewitz ist ein bisschen der größer, aber der Kiezmütthos ist ein bisschen der größer. Konnewitz ist ein Statement. Das Viertel ist voll mit politischen Botschaften. Gleich am Tor zum Kiez, den Konnewitzer Kreuz, da steht zum Beispiel in bunten Farben "No Cops, No Nazis". Antifa Area. Diese Welt, die hier besungen wird, beginnt am Konnewitzer Kreuz. Es ist eine große Kreuzung, aber es ist auch starkpunkt vieler Demos und oft Schauplatz von Ausschreitungen. Und von hier aus werfen wir erst mal einen Blick in die Vergangenheit. Den braucht es nämlich, um zu verstehen, wie das Viertel zu diesem Symbol "Linke Subkultur" geworden ist. Ich bin Johannes Herrwig, Autor aus Leipzig. Ich bin in Konnewitz geboren. Wir stehen hier direkt am Konnewitzer Kreuz. Das ist für mich ein ganz buntes, diverses und eben auch eine bendiges Viertel, wo nicht irgendwie ständig Randale ist, wo nicht irgendwie ständig irgendwas kaputt geht oder alle den Startabschaffen wollen. Das ist einfach unsinn. Herrwig, jagang 79, erlebt als Kind die letzten Jahre der DDR in Konnewitz. Und seine Teenagerzeit, dann in den Nachwändejahren als Panker. Er wohnt bis heute im Viertel. Danke. Das ist das, was man wirklich hier saugt, wenn da Mutter mich auf den Blick nach unten. Ich trete nie in Kacke. Fassiert nicht. Alle anderen, die zu Besuch sind schön. Herrwig trägt rote Dogmatensstiefel, lacht und raucht viel, trinkt Klubmatel. Wir treffen ihn am Konnewitzer Kreuz und spazieren mit ihm eine runde Durchs Viertel. Er hat zu fast jeder Ecke hier eine Geschichte zu erzählen und die sind auch immer wieder Teil seiner Romane. In Bistichsterner Zittern wird mit er sich der NS-Zeit. Die große Straße, die ins Konnewitzer Kreuz mündet, die hieß damals noch Adolf Hitler Straße. Und schon damals war der Leipziger Süden den Nazis ein Dorne im Auge. Es gibt ja diese schöne Zitat. Es muss die Feststelle gemacht werden, dass unter der Leipziger Jugend eine bemerkenswerte Unruhe herrscht. Grund für diese Unruhe bei den Nazis sind die Leipziger Mäuten, um die geht's auch in Herrwig's Rummen. An sich, also die Mäuten selber, sind wirklich erstmal so eine Art Sammelbegriff für Jugendliche gewesen, die in irgendeiner Form die Hitlerjugend, und rund Deutschland schon Metal abgelehnt haben, ebenso ab 1936, 1937 rum. Und ja, sich so in Losen klicken zusammengefunden haben und sich versucht haben, ein Stück Freiheit zurückzukämpfen. Die Mäuten, das sind Jugendliche, die sogar keinen Bock auf den Drill der Nazis haben. Auch mit ihrer Kleidung heben sie sich von der Haydjod Einheitsuniform ab. Bei den Mäuten trägt man stattdessen karrierter Hämten, kurze Lederhosen und Wanderschuhe. Jugendliche eben mit eigenem Style, die keine Lust auf Autorität haben, die streiche spielen. All das, was uns heute ganz normal erscheint, das ist damals eine handfeste Provokation. Gerade für die Hitlerjugend, die ja unter den Jugendlichen für Ordnung sorgen soll. Und deshalb schäppert's dann auch regelmäßig. Und wenn sie dann eben so eine Klücke gesehen hat, die halt eben so was anhatte, dann sie eben versucht irgendwie, ja, den auf die Nase zu hauen. Aber die in Mäuten haben sich halt gewährt. Ungefähr 1500 Jugendliche rechnen die Nazis den Mäuten zu Hochzeiten zu. Das hat solche Ausmaße angenommen, dass sich die lokale leibziger Haydführung sogar in Berlin beschwert hat. Ihre Leute würden sich abends nicht mehr in Uniform auf die Straße trauen. Auf den Straßen von Konnevitz wurde sich also schon vor fast 100 Jahren, handfest gegen Nazis gewährt. Die Mäuten waren aber, das muss man dazu sagen, kein reines Konnevitzer Phänomen. Es gab sie auch in anderen leibziger Stadtteilen. Aber der historische Grundstein für ein antiferschistisch geprägtes Viertel, der war damals schon gelegt. Um den heutigen Mythos Konnevitz zu verstehen sind dann aber vor allem die frühen 90er Jahre wichtig, meint herwich. Leipzig sieht damals, kurz nach der Wende, anders aus. Als die DDR zusammenbricht, da steht vieles vor dem Verfall. Die Einwohner zahlsinkt stark, viele Häuser, Wohnungen und Fabriken stehen leer. Ganzes Straßenzüge verwahrlosen. Und das gilt damals insbesondere für Konnevitz. Schon zu DDR-Zeiten hatte man sich nicht wirklich um die alten Gebäude gekümmert. Fass jeder wollte nämlich damals in den Neubau, so eine Wohnung in der Platte mit Balkon, die war heiß begehrt. Und der Altbau, eher nicht so. Nach der Wende geht es mit dem Viertel weiter back ab, doch dadurch entstehen auch Freiräume, kreative kommen.
Künstler und Alternative und sie hauchen den runtergekommenen Boden neues Leben ein. Galarinen und Konzerte in Abrishäusern, Technoraves in alten Fabrikallen solche Sachen. Und dann kommen die ersten Menschen auf die Idee, die Häuser zu besetzen, darin zu wohnen und sie so vor dem Verfall zu bewahren. In Konnevitz, da tut sich plötzlich was, auferstanden aus Ruinen sozusagen. Das gefällt aber damals schon nicht allen. Das zeigen auch solche Perlen hier aus dem MDR-Archiv. So was sind wir von früher nicht gewöhnt? Soll ich nicht. Ich meine, es ist ein wundes Vögel, man muss ja tolerieren. Sie sind schlimmer, alles wie sie sind. Schgehen als ein Wege, so gute Schkanen, ne? Gehen wir Hause und schließen zu, ne? Es dauert nicht lange, bis die Hausbesetzer auch Stress mit Stadt und Polizei bekommen. Immer wieder werden Häuser geräumt und im Anschluss gibt es Ausschreitungen. Trauriger Höhepunkt 1992. Ein Jugendlicher wird von der Polizei angeschlossen und der Konflikt eskaliert. Bespenstisches Szene im Stadtteil Konnevitz. Jugendliche hatten Autos beschädigt und Fensterscheiben eingeschlagen. Randalierer werfen Stein und Brandflaschen. Die Polizei hundert Journalisten an der Berichterstattung. Im Laufe der Straßenschlacht werden warm Schüsse abgegeben, ein 17-jähriger Verletzt ins Krankenhaus gebracht. Die traurige Bilanz, 37 Verletzte und 41 Festnahmen. Spätestens in dieser Zeit wird der Mythos vom Radikalen, vom rebellischen Konnevitz geboren und schnell auch außerhalb Leipzig's bekannt meint herrwig. Wir gehen mit ihm gerade über die Borne Arche-Strasse. Nur ein paar Meter von hier, da sollen Lena E. und ihre Freunde einen Kanalarbeiter, brutal zusammengeschlagen und schwer verletzt haben und das am helligten Tag. Ihr erinnert euch, die Aktion, die soll spontan gewesen sein und zwar weil der Arbeiter eine Mütze einer rechtsextremen Marke auf hatte. Das klingt krass, aber auf Neonazis reagiert man in Konnevitz extrem allergisch. Auch das rührt aus der Zeit nach der Wende, aus den Baseballschläger Jahren, als Neonazis in vielen Regionen aus Deutschlands, von rostocklichten Hagen bis Plauen, andersdenkende Migrantinnen und Migranten, terrorisiert und geflüchteten Heime angezündet haben. Wir sind mit herrwig jetzt von der Borne Archen in die Stockerachstraße eingebogen und stehen nun wirklich mitten in Konnevitz. Die kleine Straße wirkt heute ganz beschaulich, aber sie war und ist Sinnbild für die Hausbesetzerzeit damals. Denn das neue, linksalternative Konnevitz, das wird nach der Wende schnell zum Angriffssziel. Sondern eben ganz handfest mit dem Form von den Neonazis-Horden, die dann hier wirklich fast jeden Abend gekommen sind und versucht haben irgendwas anzugreifen. Das war wirklich mehrmals die Woche, irgendwie faschuralarm. Aber hier gab es einfach immer Leute, die sich dagegen gestellt haben. Also das kann man auf jeden Fall sagen, das ist ein Unterschied gewesen und es ist sicher auch heute noch zu anderen Stadtteilen. Also das definitiv. Es gibt Fotos von damals von den Dächern der Häuser in Konnevitz. Wie dort wirklich aufgeschichtet, Steine und Flaschen liegen, um sie vom Dach zu werfen, wenn man mal wieder angegriffen wird. Ein richtiges Asinal. Dabei muss ich auch an die Gruppe um Lina E denken. Weil nur ein paar Hundert Meter von hier, man muss quasi nur einmal durch den Park, da sollen sie ein Mittland zufolge ihr Tatmittel depot gehabt haben. So heißt das im Juristen-Sprech. Konkret bedeutet das. Sie sollen dort auf einem Dachboden alles gelagert haben, was man für so einen Angriff braucht. Die Polizei hat Pfefferspray gefunden, Schlagwerkzeuge, Masken und Böller. Die aufregenden Jahre nach der Wende. Die Hausbesetzerzeiten und Neonazierangriffe der 90er. Es ist diese Zeit, in der sich womöglich das Gefühl entwickelt, dass man sich und seiner Lebensweise hier in Konnevitz selbst verteidigen muss. Ein Gefühl, dass bis heute anhält. Herve ich glaubt, womöglich auch, wenn es um die Gruppe um Lina E geht. Nicht umsonst ist die Solidarität hier im Viertel besonders groß. Das zeigen z.B. auch die Spendenboxen, die in vielen Läden auf dem Tresen stehen. Ja, darüber kann jetzt viel diskutiert werden. Ich glaube aber schon, dass durch diese negativen Erfahrungen, die viele Leute hier gemacht haben, mit Nazis und auch der fehlenden Unterstützung vom Staat. Dabei, dass es dann gewisses Verständnis gibt, dass man diesen Weg wählt, ohne jetzt zu sagen, ich finde das richtig gut. Das sage ich gar nicht. Ich sage einfach nur, dass eben die Erfahrung dazu führen, dass irgendwie mit Nazis auch auf anderen Wegen nicht geredet werden kann. Das Klischee vom linken Konnevitz, das lässt sich auch mit Zahlen belegen. Bei der letzten Bundestagswahl holen SPD, Grüne und linke hier zusammen knapp 72 Prozent der Stimme. Die AfD nur etwa 5 Prozent. Zum Vergleich, Sachsenweit wird die AfD damals stärkste Kraft und bekommt ein Viertler aller Stimme. Da kann man schon verstehen, warum sich einige in Konnevitz ein bisschen wie das berühmte gallische Dorf fühlen. Auch linke Subkulturen, die sind in Konnevitz stärker präsent als anderswo, sie sind vor allem für jeden Besucher sichtbar. Das reicht von den vielen politischen Graphiti bis hin zu Orten wie dem Jugend- und Kulturzentrum Konnie Island, das weit über die Grenzen der Stadt bekannt ist. Konnevitz ist aber auch angesagt, also es gibt viel Kultur, es gibt tolles Essen, hippe Bars und Kneipen. Und nicht umsonst ziehen hier viele junge Leute hin und auch hier werden die Mieten teurer. Es entstehen hier auch inzwischen Luxus-Epartements für besser verdienen. Und dazwischen, da gibt es auch noch das ganz alltägliche Leben. Die Handwerker bei Mittagszischen der Fleischerei, die Jungfamilien mit Kinderwagen auf dem Spielplatz, die Buchhandlung, den Dönerladen und so weiter. Schließlich leben hier knapp 20.000 Menschen. Das ist unter denen eine einheitliche politische Haltung geben könnte, ist Quatsch. Das wird vor allem deutlich, wenn man sich mal mit den ganz alt eingesessenen Konnevitzern unterhält. So wie mit Steffen Pfeiffer, der in der Wolfgang Heinzestrasse seit 31 Jahren ein Schmuckgeschäft betreibt. Zu Lena E. das machte uns direkt deutlich, will er sich überhaupt nicht äußern. Zu Konnevitz sagt er aber gern was. Besonders es eins, hier gibt es Kamer-Sauhren und Mischwasch von allen Sachen. Die gibt's auch mal, finde ich auch sehr schön. Was negativ ist, seit der Stadt, da wird immer Schmutziger, immer 3G. Es gibt immer mehr illegale Krafthis, es gibt Kamer-Sauhren, Milton, die auf der Straße geschmissen werden. Der trägt, und das können es auch die ganzen Bewohner hier fragen, der trägt überhand genommen. Und die Demos und Ausschreitungen, die Steffen Pfeiffer auch. Aber das sei nicht mehr so schlimm wie früher. Es ist weniger geworden, hier ein bisschen Ganzen, Demos. Man sieht es ja nur so wester und irgendwelchen anderen Kampftagen. Aber ich denke mal, die Linken, die hier wurden, die sind nicht so. Auf Krawal aus, wie die von außerhalb, weil die wurden ja keine eigenes Vorderkaputtschlauchung. Für ihnen sagt er, wärst trotzdem schöner mit weniger Politik. Ist das das Problem? Dass das die Linken gelten oder lassen die Loss ihre Meinung gelten. Und alles andere, was Kamer-Sauhren nicht links ist, ist ja schon fast Nazi-Oto-Konservativ. Wie ein nicht links ist es gegen uns, und es halte ich vor falsch. Ein paar Meter weiter, auf der anderen Seite der Straße, da macht Andreas Schmidt in seinem Geschäft, Stempel und Schilder. Der 60-Jährige ist in Konowitz geboren und lebt sein ganzes Leben hier. Das ist so politisch zugeht, das stört ihn nicht. Dafür vielleicht das Nachtleben im Szeneviertel ein bisschen. Es gibt doch Menschen zu schlafen möchten. Ah, und wenn dann bis früh um drei, bis auf den Luft der Straße rumkrölen, ist das nicht so toll. Davon abgesehen, findet er es schade, dass sein Viertel inzwischen einen bestimmten Ruf weghat. Das Konowitz durch diese Ausschreitungen in den 90er und 2000er Jahren so ein. ja, ich hör es auch, ein schlechtes Licht gerückt ist. Find' ich schlecht, weil so ist nicht Konowitz. Ich tue mich mit dem Namen "Alternativ". Was ist 'n Alternativ? Hier wohn' ich auf Bäume und Höhlen. Leben hier ganz viele normale Menschen. Die ganzen Graffiti, die Demos, die Ausschreitungen, gerade für konservative und rechte Kreise, bleiben Konowitz und die linkes Szene in Leipzig ein Reizthema. Ein Argument hören wir da während der Arbeit an diesem Podcast öfter. In Konowitz da werde nach eigenen Regeln gespielt, da werde der Rechtsstaat nicht durchgesetzt. Dabei hat die Polizei seit 2014 sogar eine eigene Wache im Viertel. In der Wiedewachpassage zwischen Wolfgang Heinze und Bornascha Straße. quasi mitten im Herzen von Konowitz. Und vielen ist das ein Dorne im Auge. Dutzende Male haben Autonomie, die kleine Außenstelle schon angegriffen. Mit Farbeuteln, mit Steinen und Püro-Technik, einmal flog sogar ein Brandsatz. Nach einem massiven Angriff 2016 wurde das Schaufhänster verstärkt und am Eingang da ist jetzt eine massive Metalltür. Und hinter der begrüßt uns Uwe Störz umgespräch. Guten Tag, Herr O. Martin, meine Damen und Herren. Hallo. Mein Name ist Uwe Störz. Ich bin seit 2016 hier leider das Polizei-Ravier-Sleip sich fliegt aus. Wir befinden uns jetzt im Wiedewachpassage. Es ist eine Außenstelle meines Raviers. Konowitz ist zwar nur einer von mehreren Stadtteilen im Verantwortungsbereich von Stör. Trotzdem hat das Viertel eine besondere Bedeutung für den 61-jährigen Polizeidirektor. Denn seit der Vierleiter ist, hat sich für ihn ein Kreis geschlossen. Stör ist im Konowitzer, sagt Elisabeth Krankenhaus.
auf die Welt gekommen. Er hat große Teile seiner Jugend hier verbracht und früher selbst im Kony Island gefeiert, sagt er. Das hieß damals noch Eiskeller. Donner und Stoff und Sandstoff waren wir regelmäßig dort zum Feiern, haben Musik gehört, getanzt und der Eiskeller war auch ein Stückchen lockerer als andere Diskutegen, dort ist mehr Westmusik gespielt worden als die öffentlich-index gestanden hat. Also tatsächlich könnte man sich hier auch ausleben und hat es eine Freiheit. Also das muss man sagen. Wenn wir Stör heute so in Uniformsitzend sehen, dann fällt es schwer sich das alles vorzustellen, was er da erzählt. Er trägt eine unscheinbare Brille, weiße Haare, strahlend weißes Hemd, schwarz-Krawatte und es sorgfältig rasiert. Mehrere Wirleiter geht nicht. Stör lebt heute in einem Vorort, weil es ihm hier zu dreckig ist, wie er sagt, er meint die vielen Graffiti. Aber Stör sieht sich auch als Konewitzer. Er kennt das Viertel wie seine Westentasche und wir wollen mit ihm über die Spannungen zwischen der Polizei und dem Kiez sprechen und darüber, was dran ist, am Mythos Konewitz. Noch mal zur Erinnerung, wir sitzen gerade in der Wache, die Zichmal angegriffen wurde. Doch das vom Verfassungsschutz und einigen Politikern gezeichnete Bild von Konewitz als Zentrum des Links Extremismus. Das will Stör nicht bestätigen. Das, was in Stadtteil ein Stück weit ausmacht, konnte man jetzt das Bühne für die linke Szene, auch für links extremistische Szene. Aber die wollen nicht alle hier. Es ist regelmäßig, wenn ich hier was passiert. Es gibt richtig viele, die von egal, woher kommen, also als anderen Städten, also anderen Städteilen. Also Konewitz ist durch Mist, wie der andere Städteil im Nürgo-Erre, ja, es ist auf keinen Fall. Ich kann hier mit meiner weißen Uniform, mit meinem weißen Hemd durch die Straßenläufen, verangesprochen von Bürger und aber mich hat hier noch niemand bepöbelt. Er schränkt dann aber noch ein, dass er das vielleicht nicht nachts machen würde und gibt zu, das Bereitschaftspolizisten, die hier in Hundertschaften zu Demos anrücken und Steine abkriegen, vielleicht einen anderen Blick auf das Viertel haben als er. Was interessant ist, Stör betont in unserem Gespräch immer wieder, dass er nicht das Gefühl hat, das Viertel und seinen Ruf verteidigen zu müssen. Also weder als gebürtiger Konewitzer noch als Leiter des Reviers hier. Das lasse ihn nach all den Jahren alles irgendwie kalt, sagt er. Und trotzdem, manches, was über den Leipziger Süden so erzählt wird, das will er nicht einfach so stehen lassen. Das ist kein Hut, das Linksextrem ist nur, also ich glaube insbesondere niemand stellt, linksextremisten ja etwas zur Verfügung, das glaube ich nicht. Dass man politischen Strömungen ohne Fraueraum gibt, das ist ein Konewitz-Söhl, wir sind im Stadtteil, der ist vom Wählerverhalten mit nur linken Stadträten, also deswegen glaube ich schön, dass die politische Richtung an der Stelle im Stadtteil ein Stück weit links geprägt ist, aber es hat mit linksextremismus nichts zu tun, also auch die Stadträten, die gewählt ist, distanziert sich von solchen Dingen. Das gelte auch für die Rolle des Viertels im Falliner E. Auch hier währt sich Stör dagegen, dass das so eng zusammenhängt wie einige behaupten. Zum Beispiel, dass das Viertel seine schützende Hand über die Gruppe gehalten hätte. Dass die hier sicherlich den E-Nodan-Anlaufpunkt gehabt haben, weil man sich kennt, das heute ich für natürlich sehr wahrscheinlich, aber dass der Stadtteil förderlich gewesen wäre für die Bildung dieser Gruppe, das hätte auch in jedem anderen Stadtteil passieren können. Dage aus Abzuleiten, dass der Stadtteil dann, ich sage mal, linksextrem belastet wäre, dieses U-Tagewag ich mir nicht erleib. Ganz ehrlich, wir hatten vor dem Gespräch was anderes erwartet, dass hier ein Polizist klagt, dass seine Leute attakiert werden, dass er mehr Geld oder mehr Personal für sein Revier fordert, sowas in der Richtung. Und wir sind überrascht, wie Stör, Konnewitz und die Wechselbeziehung zur Gruppe um Lena E. sieht. Das hätte auch in jedem anderen Stadtteil passieren können, hat er ja gesagt. Ein Satz, der bei uns hängen bleibt. Und den Anton und ich noch diskutieren, als wir nach dem Interview wieder vor der Wache stehen. Hätte das wirklich überall passieren können. Lena E hat nicht mal 500 Meter von der Wache entfernt gewohnt und das gilt auch für zwei ihrer Mitangeklagten. Das mutmaßliche Tatmitteldepot, das war wie gesagt auch gleich um die Ecke. Und Störskollegen beim Landeskriminalamt, die sehen das Ganze daher auch etwas anders als er. Der Leiter der Staatsschutzabteilung, der Gmünster, sagte dem MDR-Balspielsweise. Leipzig hat bedauernischerweise dazu eine Magnetfunktion entwickelt, wo man sagt, das wirklich Person potenzial, was wir als Polizei im Kunde genommen mit Zorke betrachten, zugezogen ist, diese Stuttaufhalten ohne gemeldet zu sein. Also diese Möglichkeiten, die die Stadtleipzuspieler, den Stück weit nutzen und dort ihren Lebensmittelpunkt haben. Diese Leute gebe es natürlich nicht nur in Konnewitz, betont auch Münster. Ähnlich wie er sieht das der Verfassungsschutz. Also es ist im Grunde genommen ein Ort, an dem sich viele Autonomen befinden. Die Vermutung, das dort eben auch, sage ich mal, Schlufflöcher bestehen, dass Verstecke dort sind und ähnliches. Also dafür können wir sicher ausgehen. Wir müssen leider feststellen, dass Leipzig sich über die Jahre zu einem ja attraktiven, ich finde ich sagen, ein Zentrum des autonomen links Extremismus entwickelt hat, aber doch zu einer Schwerpunktregion neben Berlin und Hamburg zum Beispiel. Das hat uns Dirk Martin Christian erzählt, der Präsident des sächsischen Verfassungsschutzes. Von ihm hören wir in der letzten Folge unseres Podcasts noch mehr. Er sieht nämlich hinweise auf eine neue Dimension der Gewalt und eine zunehmende Radikalisierung der Szene, auch in Konnewitz. Das Viertel ist durch die Ermittlungen gegen Lena E und ihre Mit angeklagten noch einmal stärker in den Fokus der Behörden gerückt. Das zeigen zum Beispiel auch die vielen Hausdurchsuchungen der vergangenen Jahre. Immer wieder, stürmen in Konnewitz vom umdepolizisten in Gebäude, nehmen Handys, Computer und andere Beweismittel mit. Der Verfassungsschutz hat in Leipzig, insbesondere Konnewitz, aber auch schon vor dem Fall Lena E, eines der links extrem in Zentren Deutschlands gesehen. Neben Hamburg und Berlin. Seit 2019 gibt es beim LKA deshalb die Soko Links, die sich nur mit Taten im Bereich Linker Extremismus befasst. Und auch die Politik hat das Thema auf dem Schirm, sowie Sachsens Innenminister Armin Schuster. Ich glaube, dass es Konnewitz geben kann, genau so wie es ist, ohne Links Extremismus. Dafür braucht es eine Strategie und die wird schwer. Wie diese Strategie aussehen soll und welche Sorgen schluss das Pläne auslösen, das erfahrt ihr in der letzten Folge unseres Podcasts. Doch wie sehen das eigentlich die, über die da immer wieder gesprochen wird? Die autonom, die sogenannten Links Extremisten. Wie erleben die ihr Viertel? Also mich persönlich interessiert das überhaupt nicht, was ein Landespolitiker über Konnewitz sagt, der wird wahrscheinlich nicht mal hier gewesen sein. Das ist Tom. Tom heißt nicht wirklich Tom. Und was jeder hört, das ist auch nicht Tom's Stimme. Wir treffen ihn in einer Wohnung im leipziger Süden, wo genau das dürfen wir nicht verraten. Tom hat dem Treffen nur deshalb zugestimmt, weil wir ihm höchstmögliche Anonimität zu sichern. Unsere Handys, die müssen wir auf dem Küchentisch ablegen, als wir reinkommen. Man weiß ja nie, wer mit hört. Und dann gehen wir rüber ins Wohnzimmer und machen die Tür hinter uns zu. Tom ist in Leipzig aufgewachsen. Die Südvorstadt Konnewitz, hier ist er zu Hause. Konnewitz war immer ein großer Freiraum. Es gab viel zu entdecken. Man konnte sich in alle möglichen Richtungen betonen. Man konnte sie selbst ein bisschen entdecken und auch politisieren. Konnewitz ist da, glaube ich, einfach nur die Sperspitze, weil es diesen Stattel in der Form so als erstes gegeben hat mit seiner Historie den Kämpfen gegen die Nähonati, Anfang er 90er. Auch da der Staat versagt, ich glaube, daher hört auch dieser Mütter, Konnewitz, der sich da über die Jahre etabliert hat. Tom ist in den 30ern und ehrlich gesagt eine ziemlich erscheinung. Groß durchdremiert Typ Kampfsportler. Er glaubt, dass der Kieksmütter eben nicht nur für linke anziehen gewirkt hat. Leipzig war ja immer ein Brennpunkt, gerade für die rechtsextreme Szene und Demo aufzüge zu planen. Und dagegen hätten Staat und Polizei viel zu wenig unternommen. Findet Tom. Also ist er quasi in alter Konnewitz-Satradition irgendwann selbst aktiv geworden? Also wir haben Aktion auf Nähonati es durchgeführt. Meistens im Zuge von Demonstrationen, abseits von Demonstrationen. Genau, das war eigentlich so die Hauptbeschäftigung. Und Aktionen, was heißt das konkret? Na, überwacht. Also gecheckt, wann starten die, wann gehen die von zu Hause los, ihre zentralen Treffpunkte ausgespät und dann halt dafür gesorgt, dass die nicht auf ihre Demos gehen können. Heißt ihr, habt ihr angegriffen? Genau. Wir waren in kleinen Gruppen unterwegs, wir haben dafür gesorgt, dass die nicht mehr körperlich in der Lage waren, irgendwo anders hinzugehen. Heißt auch wirklich mit Schlägen, mit Tritten, Werkzeugen auch? Genau, ja, alles, was uns dazu vor Verfügung steht, haben wir versucht einzusetzen. In den meisten Fällen waren die auch bewaffnet. Das heißt, es gab auch meistens gegenwär. Es ist nicht so, dass ich mit dem Ziel in irgendeine Aktion gegangen bin, der jemanden zu töten, auf keinen Fall. Aber ich bin mit dem Ziel reingegangen.
Das zu verhindern, was passieren soll und das mit allen Mitteln. Also, du weißt es auch nicht, ob da jemand mal, weiß ich nicht, bleibende Schäden von getragen hat oder so? Nein. Das weiß ich nicht. Wir können nicht wirklich nachprüfen, ob alles, was Tom uns erzählt, stimmt. So oder so sind wir aber von der abgeklärtheit, mit der über die Angriffe spricht, ziemlich geplettet. Tom sagt, er habe vor ein paar Jahren mit den Gewaltaktionen aufgehört. Wir wollen von ihm wissen, ob er Lena E. und die anderen angeklagten im Viertel wahrgenommen hat. Ich kann sie nicht, auch nicht als Gruppe. Und aber als es dann rauskommt, warst du der Überraschst? Oder was hast du gedacht? Das ist so eine Gruppe gibt. Darüber war ich nicht überrascht. Soll ich Gruppen gibt es seit gefühlt 20 Jahren, würde ich sagen. Es sind superviele Gruppen, Dezentral organisiert, die Gruppen reden auch nicht alle zwingend miteinander. Das sind spannende Punkte, weil für die Behörden und die Medien ist das jetzt so eine einmalige Geschichte. Also die krasseste Gruppe, die es irgendwie gar. Aber du würdest sagen, eigentlich eine von vielen. Mit Sicherheit. Dass Lena E. und die anderen angeklagten, den Behörden ins Netz gegangen sind, das ist für Tom nicht zwingend ein Beleg für gute Ermittlungsarbeit. Imzufolge hätte aus Täter Sicht einiges anders laufen müssen. So professionell war es ja am Ende nicht. Also wer sich Chat nach Richtenschreie, da fängt das an. Also alles, was quasi in der Kommunikation nachverfolgbar ist, das ist ein absolutes Nogout. Und das heißt die Gruppe, weil es im letzten Endes einfach unversichtlich ist? Irgendwann wurde sie das höchstwahrscheinlich. Ich glaube, dass es in vielen Szenarien so Fälle geben muss, wo klar sein muss, dass abgebrochen werden muss, und das ist dann nicht passiert. Es gab genügend Punkte, an denen hätte man es wahrscheinlich mit 1-2 Aktionen nicht durchführen müssen, oder sollen, um für die Sicherheit der Gruppe und vielleicht auch für die Zukunft eben weitere Aktionen erfolgreich durchführen zu können. Und was sagt Tom zum Einfluss des Viertels auf die Entstehung der Gruppe? War Kondowitz ein sicherer Hafen? Oder gar ein Motor der Radikalisierung? Das hält er für übertrieben. Also ich würde ganz mal wissen, warum die sich in Kondowitz politisiert haben. Wenn die zum Studium herziehen, dann sind die, was Anfang 20. Also bis dahin möchte man ja schon so ein bisschen Gefühl für sich seine Meinung haben. Das ist auch spannend, das Thema zu sagen, okay, das ist alles in Kondowitz passiert. Das sehe ich komplett anders. Die kommen noch nicht aus Kondowitz, die kommen nicht mal aus Leipzig, fühle mich mal aus Sachsen. Die Gruppe im Viertel festzumachen. Das bleibt tatsächlich schwierig. Wir führen für diesen Podcast viele Gespräche mit Linken und Linksradikalen, die aus unterschiedlichen Gründen aber nicht vor dem Mikrofon mit uns reden. Die meisten sagen uns, wie Tom, sie wussten nichts von der Gruppe, bis sie enttahnt wurde. Ob das stimmt, das können wir natürlich nicht überprüfen. Wir können zwar sagen, wo Lina E. und die anderen angeklagten Gewohnten haben, die hören Geschichten, wo sie gerne ihr Bier getrunken oder Sport gemacht haben, an was für Aktionen sie sich hier und da vielleicht beteiligt haben. Aber das hat ja wenig mit den Taten zu tun, für die sie verurteilt wurden. Klar ist jedenfalls, es gibt in Kondowitz und in anderen Vierteln Leipzig's militante Antifas. Der Verfassungsschutz geht von rund 350 Gewaltbereiten Linksautonomen in Leipzig aus. Von Tom wissen wir ja quasi aus erster Hand, dass es dabei verschiedene Gruppen gibt, die aus dem Viertel herausagieren und die auch nicht zwingend übereinander bescheid wissen. Und dann gibt es Menschen, die diese Gewalt gegen Neonazis nicht selbst ausüben würden, aber die sie gut heißen oder zumindest nicht verurteilen. Vielleicht deshalb, weil viele die Motivation verstehen können, weil sie sich selbst in der Defensive sehen und Rechtsextreme eben auf dem Vormarsch. Ist zumindest denkbar. Denn wie groß die Bedrohung durch Neonazis auch heute noch ist, das wurde den Kondowitzern vor ein paar Jahren noch mal ganz deutlich gemacht. Der 11. Januar 2016. Rund 250 Neonazis, rechte Huligins und Kampfsportler, überfallen Kondowitz damals im Schutz der Dunkelheit. Ihr Gebrüll halt durch die Straßen. Sie zünden Püro-Technik, schlagen auf Autos und Schaufhens da ein, mit Äxten, Eisenstangen, Holzlatten. Sie werfen Steine und verletzen mindestens einen Passanten mit Schlägen und Tritten. Der Sachschaden belief sich auf mehr als 100.000 Euro. Es ist ein Abend, der etwas im Viertel verändert hat, sagt uns Syriane Nagel. Wir treffen sie im Linksnet. Das ist ein Abgeordneten-Berodel linken und Anlaufpunkt für unterschiedliche Politgruppen. Hi. Ich bin Janen Nagel. Seit 2014 mit geht es exzellentages für die Linke, mit Stattritten seit 2009. Und in Kondowitz geboren hab ich große Teile meines Lebens verbracht. Und lebe jetzt im Moment nicht mehr hier. Aber arbeite hier und verbringe viel Zeit hier. Nagel hat das einzige Linkedirektmandat im 6. Landtag. Und sie ist nicht nur Abgeordnete. Für viele ist sie Projektionsfläche und Sprachruordesviertels. Wenn im Kiez was passiert, klopfen alle bei ihr an und wollen wissen, was los ist. Wir kennen das selber aus unserer Arbeit in leidtiger Redaktion. Da heißt es dann oft, ruft auch mal bei der Nagel an. Und auch mit ihr wollen wir über den Mythos Kondowitz sprechen. Der wurde durch den Neonazi-Angriff an jenem 11. Januar 2016 ganz schön erschüttert. Ein Schockmoment, vielleicht sogar ein kollektives Trauma. Aber Nagel sagt, Kondowitz rückte nach dem Angriff zusammen. Und jetzt wird's spannend. Der Prozess ging die Gruppe um Lina E. Der hatte im Viertel und das Szene aus Nagelsicht einen ähnlichen Effekt. Ich glaube, das ist antivarostophane eine Szene eher zusammengeführt. Ich glaube, doch das ist eine Identifikation. Teilweise aus meiner Sicht über Identifikation und auch für Popkultur-Reilungen, sozusagen der Gruppe und vor allem von Lina gab. Aber ich glaube auch, dass es bei anderen Teilen, die jetzt diese Über- Identifikationen nicht mitmachen, schon Solidarisierung-Effektik gibt. Auch in Reflexion, dessen, was man über Jahre Jahrzehnte vielleicht auch schon in Sachsen erlebt hat, mit Rechter geballt, aber auch mit dem offiziellen Umgang mit Rechter geballt. Und das ist schon so einer Projektionsfläche geworden, wo man eher zusammenhält oder auch wieder ein, das findet. Und die aktuelle Betrohungslage stärker sozusagen reflektiert. Und die gegenwärro. Das kleine galische Dorf Kondowitz, bedroht von Staat und Neonazis. So ist die Wahrnehmung vieler hier, wie wir in unseren Gesprächen immer wieder gehört haben. In der Frage, wie die Reaktion darauf aussehen soll, da gehen die Meinungen im Viertel aber weit auseinander. Ist gewalt ein legitimes, vielleicht sogar ein notwendiges Mittel. Das sieht man in das Szene ganz unterschiedlich Sagnagel. Kondowitz ist historisch irgendwie der Ort, an dem sich linke Politik in all seinen Fass hätten und Aufspaltung und so weiter entwickelt. Und ansatzig ist, zu einer liegenden Szene gehört historisch und immer ein Teil der Gewalt abliehend und ein Teil der Gewalt bejaht. Zudene, die Gewalt als Antwort auf die Bedrohung von Rechts-Legitim finden, gehören offenkundig auch Lena E. und ihre Mitstreiter. Hat der Neonazie Angriff 2016 sie vielleicht motiviert, gar radikalisiert, darüber können wir nur spekulieren. Nach der Verhaftung von Lena E. Und den Bekannt werden der Vorwürfe, da zeigt sich Kondowitz jedenfalls zu großen Teilen solidarisch, bis heute. Diese Solidarität, das Betontenagel, die dürfen man aber nicht zwangsläufig als ein Gut heißen der Taten verstehen. Viele stünden den Ermittlungsbehörden einfach mit große Misstrauen gegenüber. Sie glauben, dass der Staat rechte Täter zu Lasch verfolgt und gegen linke dafür umso härter vorgeht. Als Beleg nehmen sie auch den Neonazieangriff auf Kondowitz. Viele der Angreiferkamen mit Bewährung davon, trotz Vorstrafen. Lena E. dagegen soll für mehrere Jahre ins Gefängnis. Das empfinden viele als ungerechtglaubnage. Deshalb stehe die Solidarität mit der Gruppe erst mal im Vordergrund. Und das auch bei Menschen, die die konkrete Form ihrer Aktion, die Gewalt, nicht befürworten. Es ist ein bisschen das Problem, dass es schon eine Sondarität braucht, auch im Hinblick auf das Wies, das Verfahren, und das Wiederermittlung, sind natürlich offene Diskussionen über die Methoden, der Menschen, die da vor Gericht standen, sind natürlich immer generalisiert und sind vielleicht auch nicht so öffentlich zu führen. Und so lange die Verfahren laufen, war das auch schwierig sein, das zu noch größeren Diskussionen zu machen. Die Gewalt der Gruppe um Lena E. Müsse noch viel Stärkheit diskutiert werden, findet Nage. Das fange aber erst langsam an. Nach all den Gesprächen bleibt vor allem der Eindruck, dass die Unterstützung und Solidarität und der kritische Blick auf die Ermittlungen der Behörden in Konnevitz größer und vielfältiger sind als anderswo. Ob die Gruppe in jedem anderen Viertel so hätte planen und agieren können, das lässt sich rückblickend kaum beantworten. Auch nicht, wie viel aktive Unterstützung sie hier erfahren hat. Zumindest dürfte der linke Mikrokosmos in Konnevitz das Handeln der Gruppe jetzt nicht erschwert haben. Dem Stadtteil und seinen Bewohnern hier quasi in Sippenhaft eine Verantwortung oder gar Teilschuld zuzuweisen, das greife aber zu weit. Das sagen alle, mit denen wir sprechen. Wir schauen uns deshalb andere mögliche Faktoren einer Radikalisierung an. Was für ein Mensch ist Lena E. Und was hat sie angetrieben? Die Zuschreibung, die sie bekommen hat, die so inszeniert wurden, aber die in der Anklage-Schrift so niedergelegt waren. Die haben mich schon überrascht und waren auf jeden Fall ein Kontrast, zu dem, wie sie so Oberflüssig kennengelernt haben. Wie also wurde aus einer unauffälligen Jung-Festung,
eine gewaltbereite Antiferschistin. Diese Frage stellen wir uns in der nächsten Folge, für die wir unter anderem nach Kassel gefahren sind, wo Lena E. herkommt. Vielen Dank euch fürs Zunge. Ich bin Marc Zimmer und das war die Fasjo Jägerin der Fall Lena E. und seine Folgen. Episode 3. Ein Viertel im Fokus, Mythos Connewitz. Wir danken allen, die für diese Folge mit uns gesprochen haben, ob vor dem Mikrofon oder im Hintergrund. Und an der Stelle noch ein Hör-Tipp. Wenn ihr euch schon mal gefragt habt, warum es für viele Ostdeutsche Jugendliche in den 90er Jahren auf gewisse Weise cool war, eine Neonazie zu sein, dann hört doch mal in den neuen Podcast von MDR und ACB Stories rein. Der heißt, Springerstiefel, Fasjo oder Punk. In fünf Folgen erzählen Menschen, wie sie als Jugendliche nach der Wende ihren Weg finden mussten. Ihr werdet sehr persönliche Geschichten von ehemaligen Neonazies hören, aber auch die Perspektive derer, die damals massiv von ihnen bedroht und verletzt wurden. Alle Folgen von Springerstiefel, Fasjo oder Punk, findet ihr ab sofort in der A.D.A. Diothek und überall, wo es Podcast gibt. Den Link findet ihr auch in den Show Notes. Teil 4 unseres Podcasts gibt es in einer Woche, also kommend Montag und alle Episoden bekommt ihr in der A.D.A.D.A.D.A.D.E.G. und überall, wo es Podcasts gibt. Wenn ihr keine Folge mehr verpassen wollt, dann abonniert den Podcast doch gern. Und wir freuen uns auch über Lob, Kritik und Bewertungen. Und wenn ihr den Podcast teilt oder Freunden empfehlt. Ihr könnt uns auch eine Mail schreiben an Fasjo-Jä
[email protected] Die Fasjo-Jägerin, der Fallina E und seine Folgen. Ein Podcast des Mitteldeutschen Rundfungs. Recherche, Story und Produktion, Anton Zirk, Edgar Lopez und Marc Zimmer. Redaktion, Kasten Heller. Original Musik, der Greichert von James' Music. Postproduktion, Marioniko Laus und Mario Timla. Kava Gestaltung, Jessica Brautsch. Projektkoordination, Matthias Winkelmann, Projektgleitung, Mike Herrdegen, Siemonzen. Musik