Diese Folge von "Wissen mit John" beleuchtet die Geschichte der Piraterie von ihren Anfängen bis zur Gegenwart. Die ersten dokumentierten Piraten gab es bereits vor über 3000 Jahren im alten Ägypten, wo sie aus Armut und Not heraus Handelsschiffe überfielen. Im antiken Griechenland organisierten sie sich in Verstecken und Nestern, und ihre Zahl wuchs mit dem blühenden Seehandel des Römischen Reiches. Ein Höhepunkt war die Entführung von Julius Caesar durch Piraten auf Rhodos; nach seiner Freilassung rächte er sich blutig, was zu einem erfolgreichen römischen Feldzug unter Pompeius führte, der das Mittelmeer für Jahrzehnte befriedete. Das "Goldene Zeitalter der Piraterie" brach im 17./18. Jahrhundert an, als europäische Mächte wie Großbritannien und Frankreich Kaperbriefe ausstellten, um spanische Schatzschiffe zu plündern. Berühmte Piraten wie Blackbeard, Henry Morgan und die chinesische Piratin Cheng I Sao (mit 70.000 Mann) wurden zu Legenden. Das Ende kam durch Friedensverträge in Europa und die militärische Aufrüstung von Handelsschiffen. Heute existiert Piraterie nur noch in wenigen Regionen wie vor Somalia oder im Südchinesischen Meer, wo moderne Frachter bedroht werden. Die Folge betont, dass Piraterie stets ein brutales Verbrechen aus Habgier und wirtschaftlicher Not war – weit entfernt von der romantischen Hollywood-Darstellung.
* Musik * ARD. Wir befinden uns auf dem offenen Meer. Unser Schiff ist vollbeladen mit Gold und Schätzen aus Südamerika. Wir müssen es unbeschadet zurück nach Spanien bringen. Es ist bereits Abend geworden. Die Sonne geht langsam unter. Dann plötzlich ein Schrei. Siegel am Horizont. Unser Beobachter im Auskork hat etwas gesehen. Siegel am Horizont kann erst mal alles bedeuten. Das muss nichts schlechtes zeigen. Pirate! Das ist ein sehr schlechtes Zeichen. Unsere Fregate ist zu schwer beladen. Wir haben keine Chance zu fliegen. Gebands schaut die gesamte Crew zu, wie sich das feindliche Schiff nähert. Alle versuchen die Flagge zu erkennen. Diese wird über unser Schicksal entscheiden. Als die Piraten nur noch 100 Meter entfernt sind, sehen wir sie. Eine schwarze Flagge mit weißem Totenkopf. Glück gehabt. Doch Moment, was passiert da? Die Piraten wechseln sie. Die schwarze Flagge wird heruntergelassen. Eine Rote gehisst. Das ist unser Tod. Freunde des Wissens, Willkommen euch im neuen WhatsApp-Kanal. Das ist so unfassbar cool. Wir sind nach einer Woche schon fast 20.000. Das habe ich auf keinen Fall für Möglichkeiten. Vielen Dank für alle, die am Start sind. Wir haben unser kleines Gewinnspiel gemacht. Davon wird es noch mehr geben. Den Link zum Kanal findet ihr ab jetzt immer unter jeder Folge in den Schonuts. Damit nicht zu reihen in das nächste Thema. Der Schrecken der Weltmeere. Wir werden eintauchen in das Reich der Piraten. Erklären, wie Piraterie entstanden ist. Wer ganz berühmte Seroiba waren? Wie sie ausversehen? Einen sowas von bekannten Mann entführt haben. Wie das Teilweise dazu geführt hat, dass es ihr Ende besiegeln sollte. Eine sehr spannende Folge wird auch direkt ein, damit wir verstehen, warum die Welt heute so ist, wie sie ist. Ihr hört Wissen mit John. Kapitel 1. Die ersten Piraten. Die meisten von uns kennen ihn hier. Hier werde diesen Tag nie vergessen, an dem ihr Kappten. Check Sparrow. Beinahe, schnappt Kettel. Hört man im Begriff Piraten, denken viele an die Fluchtagaribikfilme und Captain Jack Sparrow. Es ist eine der erfolgreichsten Filmreinen jemals. Und sie spielt im späten 17. Jahrhundert dem goldenen Zeitalter der Seroiba. Aber das ist bei Weitem nicht der Beginn der Piraterie. In der Geschichte werden sehr, sehr, sehr viel früher die ersten Piraten erwähnt. Und dafür müssen wir einmal kurz hierhin reisen. Wir sind tief, tief im alten Ägypten, vor mehr als 3000 Jahren. Der damalige Farrow schreibt gerade etwas auf Papyrus. Er hat ein Problem, eine große Sorge. Seine Handelsschiffe werden immer wieder im Mittelmeer überfallen. Von den ersten dokumentierten Piraten. Und die Angriffe laufen damals so ab. Die Seroiba besitzen schnelle, wendige Schiffe, manchmal auch nur kleinere Boote. Sie lauern auf viel befahrenen Handelsruten, verstecken sich in kleineren Buchten. Sobald sie ein Handelsschiff sichten, nehmen sie heimlich die Verfolgung auf, oft im Schutz des Morgengrounds. Und dann schlagen sie zu. Mit Volgas nähern sie sich. Sie sind so schnell, dass die Händlermeister überhaupt nichts tun können. Das Piratenschiff setzt sich an das Handelsschiff. Die Räuber springen auf das andere Schiff und bedrohen die Crew. Weil viele Kaufleute damals Geld sparen wollen, schicken sie ihre Schiffe unbewaffnet auf Überfahrten. Denn Wachleute sind sehr teuer. Und selbst wenn sie ein, zwei bewaffnete Männer an Bord haben, haben sie meist überhaupt keine Chance gegen die gut ausgebildeten krigerischen Piraten. Diese sind nicht nur extrem geübt im Entern, sondern. ein, auch, saufviel. Schon im alten Ägypten sind selbst auf den kleineren Piratenboden 20 bis 30 von ihnen, bis auf die Zähne bewaffnet. In den allermeisten Fällen müssen die Händler also nachgeben. Alles von Wert wird geraubt, getreide, Öl, Edelmetalle, Stoffe, so wie Menschen. Und an diesem Punkt wird jetzt klar, dass Piratari anders als in manchen Filmen dargestellt, nicht das Kuhle bisschen rumdrinken und Goldschätze suchen gewesen ist. Sondern hart und brutal. Der Historiker, Dr. Jan Wit, bringt es auf den Punkt. Es ging letztendlich um Harbgier, es ging um die eigene Bereicherung. Piratari war und ist nichts anderes als verbrechen zur See, es ist reines Geschäft. Es konnte so auch passieren, dass ein junger Mann, eine junge Frau oder ein Kind an Bord eines Handelschiffes ist und plötzlich ein Piratenschiff auftaucht. Und die Reiber nehmen nicht nur alles materielle an sich. Die Führen auch Menschen, missbrauchen sie und verkaufen sie als klarem weiter. Vor allem reiche Personen, sowie Frauen und Kinder sind damals unter den Piraten sehr begehrt. Denn sie können sie als Diener oder einfache Hilfskräfte benutzen oder für hohe Lösegelder weiterverkaufen. Die meisten Seereubertunen dies übrigens nicht aus Lust und Laune, sondern aus Pura Not. Es ist häufig die Armut, die sie in die Hände der Piraterie treibt. Es gibt aber ganz viele verschiedene Formen von ihnen. Es gibt sogar staatlich lizenzierte Piraten, über die wir später noch mal sprechen werden. So oder so damals im alten Ägypten, also so circa 2000 vor Christus, sind es noch nicht so viele Seereubert, die die mehrere Unsicher machen. Doch umso größer der Handel auf dem Wasser in der Geschichte der Menschheit wird, desto krasser soll ihre Zahl explodieren. Kapitel 2. Das Totenkopf kürne ich reich, wächst. Es gibt unterschiedliche historische Angaben, doch während der Zeit des alten Ägyptens wird es so ungefähr knapp 25 Millionen Menschen auf der Erde gegeben haben. Springen wir dann ein paar tausend Jahre nach vorne zurzeit des römischen Reichs hat sich diese Zahl fast verzehen facht. Und aus 25 Millionen 250 Millionen Menschen zu machen bedeutet auch. Es gibt viel mehr Bedarf, nach Nahrung, Kleidung und Luxusgütern. Ja und um die alle so effizient wie möglich von Ahnach-Beliefern zu können, erhöht sich natürlich auch die Anzahl von Handelsschiffen enorm. Und mehr Handelsschiffe locken auch viel mehr Piraten an. Wie bereits erwähnt sind die meisten von ihnen früher tief in Armut lebende Menschen, die keine andere Wahl mehr haben als Seereubert zu werden. Und auch sie werden immer organisierter. Nach dem alten Ägypten befinden wir uns jetzt im Antiken Griechenland. Es ist etwa das Jahr 500 vor Christus. Die kleinen Ruderboot-Piraten haben sich massiv ausgedeckt. Auf heutigen Inseln, wie Kräter, Rodors oder Korfu, gibt es damals regelrechte Piraten Nester. Und in genau so eins, springen wir mal jetzt. Das Nest liegt an einer steilen griechischen Küste in einer kleinen Booth. Dort ist von den Seerreubern bewusst gewählt. Ein sicheres hohes Versteck dazu bietet die Booth eine Art Sichtschutz. Die Piratenschiffe können so unentdeckt liegen und sobald ein Handelsschiff am Horizont erscheint, kann ganz schnell zugeschlagen werden. Außerdem gibt es hier eine Art Höhensystem. Wir schauen mal in eine von ihnen rein. Hier drin ist es Schattig und Kühl, ein leichter Wind geht durch die Felsspalten. Es gibt vereinzeln kleine Feuerstellen, an denen die Piraten sitzen und kochen. Dann sehen wir immer wieder kleinere Stromaten und Tierfälle. Es sind provisorische Schlafplätze, wenn die Räuber mal länger an Land bleiben, wenn es zum Beispiel auf der See heftig stürmt. In den hinteren trockeneren Teilen der Höhle dann das Herzstück des Nestes. Die Schatzkammer. Hier steht alles, was den Piraten heilig ist. Die Pferdhäule sind mit Torngrüge, mit Öl, am Fohren, mit Wein, Schmuck und Gold. Auch ihre Waffen werden hier gelagert. Manchmal besuchen sich die Piraten damals sogar gegenseitig in ihren Nestern. Das ist damals aber kein gemütliches Café und Guren treffen mit Freunden. Es ist ein gefährliches Spiel aus Freundschaft, Misstrauen, Verrat und Bündnissen. Durch klugen Handel und noch glügere Anführer kann sich das Totenkopf Königreich damals immer weiter ausbauen. Und es profitiert enorm von dem, was in dieser Zeit passiert und was wir aus Folge 18 sehr gut kennen. Das unglaublich fortschrittliche, den gesamten Mittelmeerraum einnimmende Römische Reich. Wir wissen ja noch aus dem Podcast hier wie unglaublich schnell vor allem auch der Römische Handel boomte. Und genau das ist ein gefundenes Fressen für unsere Piraten. Es soll ihn damals sogar gelingen, ein ganz berühmten Römer gefangen zu nehmen. Kapitel 3. Wo ist Gaios? Rom 75 vor Christus. Ein junger Mann wird jetzt zum Mittelpunkt dieser Folge. Auch ihn kennen wir bereits ziemlich gut. Er gilt als äußerst ergeizig, gebildet, selbstbewusst und militärisch bewandert. Wenn er in Rom über die Straßen geht, erkennen ihn bereits viele. Er ist zwar noch nicht der Herrscher des Römischen Reichs, wird es aber noch werden. Gaios Julius Caesar. Um ein hochrangiger Politiker zu werden, soll Caesar in die Lehre von einem der besten Rhetoriklehrer dieser Zeit gehen. Dieser Rhetoriklehrer heißt damals Apolonius Mollon und befindet sich auf Rodos. Ja und dem ein oder anderen wird jetzt hier ein Problem auffallen. Rodos? Da war doch was. Richtig. Es ist ein Hauptnest der Piraten. Die Überfahrt verläuft zunächst nach Plan. Bis Caesar's Schiff die heutige Küste der Türkei an der Egeiz erreicht. Es ist ein Problem.
Das liegt eine verrätere Schruhe in der Luft. Dann tauchen sie auf. Mehrere Piraten schiffe, sie nähern sich extrem schnell. Cesar's Schiff einen kleiner Transporter ohne große Verteidigung hat keine Chance zu entkommen. Die Seräuber umzingeln Cesar's Boot von mehreren Seiten und Äntern ist unfassbar schnell. Sie stehen nun mit gierigen Augen vor der Besatzung. Und sie können nicht glauben, wen sie da vor sich stehen haben. Sie hatten keine Ahnung, dass Cesar auf diesem Schiff sein wird. Die meisten kennen ihn überhaupt gar nicht. Doch Cesar hat so wenig Angst vor ihnen, dass er erklärt. Wer ist? Ein im Nachhinein extrem kluger Schachzug, denn so wird er nicht gefangen gehalten als Klave, sondern sie können ein hohes Lösegeld für ihn verlangen. Er wird zunächst wie seine Männer auch in das nächste Piratennest verschleppt. Sie alle kommen in eine Art Zelle. Cesar wird den Piraten ab jetzt hier auf einer kleinen griechischen Insel für 38 Tage lang gefangen gehalten. Ihr Plan? Cesar soll seine restlichen Männer losschicken und vom römischen Reich eine hohe Lösegeldzahlung in Form von Silbermünzen besorgen. Sie fordern 20 Talente Silber. Talente ist damals eine Maßeinheit, wie wir heute Kilo-Kram sagen würden. Ich habe übrigens mal nachherguckt, was diese 20 Talente bedeuten und was sie heute wert wären. Ungefähr 2 Millionen Euro. Und Cesar ist empört. Er lacht die Piraten aus und sagt, dass er viel, viel mehr wert ist. Sie sollen mindestens 50 Talente Silber verlangen, also mehr als das doppelte. Ein weiteres Indiz dafür, wie wenig Angst Cesar vor dem Piraten hat. Föllig verdutzt schauen sie ihn an und natürlich stimmen sie ihm zu. Und so schickt Cesar seine Männer los. Während er also jetzt alleine in Gefangen schafft ist, fängt er an, Gedichte zu schreiben und reden zu üben. Angeblich soll er diese sogar den Piraten laut vorgetragen und sie beschimpft haben, wenn sie danach nicht ordentlich klatschten. Nach 38 Tagen kehrnd Cesar's Männer zurück, mit den geforderten 50 Talente Silber. Die Piraten halten damals ihr Wort und lassen ihn frei. Etwas, für das sie ein sehr, sehr hohen Preis bezahlen werden. Kapitel 4. Cesar ist sehr wütend. Ere bedeutet für einen damaligen Römer alles und seine Ere wurde durch die Gefangenschaft beschmutzt. Also schwat der Rache und dafür lässt er sich damals keine Zeit. Kurz nach seiner Freilassung stellte eine flotte, schneller Kriegsschriffe zusammen und nimmt die Jagd auf. Er weiß noch genau, wo das Versteckt der Piraten liegt und sie alle sind immer noch dort. Zürcher 600 bewaffnete römische Soldaten stürmen das 150 Mann starke Piratennest. Cesar Soldaten versenken damals alle Piraten für das Nests, nehmen das gesamte löse Geld und noch weitere Schätze mit und töten jeden der Seräuber. Nicht nur ist diese Aktion für Cesar ein wichtiges Zeichen, das er stärker beweist und so ein guter Herrscher sein könnte, er lenkt damit auch die römische Aufmerksamkeit auf das komplette Mittelmeer, das weiterhin voll von Piratennestern ist. Und die Seräuber bereiten den Römern schon lange Probleme auf allen Handelsrouten. Die Nahrungsversorgungsketten für das römische Reich sind sogar gefährdet. So kommt es zum großen Kriegszug gegen die Piraten. Unter den Befehl von Pompeos, einem römischen Feld herren, wird eine riesige Flotte von Kriegsschriffen in das gesamte Mittelmeer ausgesand. Insgesamt sind es schätzungsweise 50 bis 70.000 Mann. Innerhalb von drei Monaten werden über 500 Piratenschiffe zerstört und ca. 10.000 von ihnen getötet gefangen genommen oder umgesiedelt. Manche der Piraten bekommen nämlich auch kleinere Dörfer und Länder rein zugewiesen, um dort als Bauern und Händler einen Neuernfang starten zu können. Weil wir erinnern uns. Piratari entsteht vor allem aus Armut und Pompeos hatte das erkannt. Das Mittelmeer wird in der Zeit danach von den Römern stolz "Mare Nostrum" genannt. Übersetzt aus dem Lateinischen "Unsamer". Weil es für mehrere Jahrzehnte danach so gut wie Piratenfrei ist. Doch wie wir gelernt haben, soll das gigantische römische Reich nach der Pax-Romaner langsam untergehen. Und das Chaos, das dann folgen sollte, ist der ideale Nährboden für erneute Piratari. Zunächst sind es die Germanen, wie zum Beispiel die Vitalienbrüder um Klaus Störtebecker, später "Slaven", dann im Frühmittelalter die Baban, Korsan und Wickinger. Sie alle rauben sich durch die Weltmeere. Und die Anzahl von ihnen wächst wieder zunächst langsam. Doch dann soll ein Ereignis über das wir hier im Podcast auch schon eine eigene Folge gemacht haben, alles verändern. Es ist das Jahr 1492. Christoph Kolumbus hat gerade den Seeweg von Europa nach Amerika entdeckt. Vor allem die übermächtige spanische Seeflotte fängt damals an gewaltige, geraubte Schätze aus Amerika zum Beispiel von den Aztecken nach Spanien zu verschüffen. Und wenn wir eins in dieser Folge gelernt haben, dann das gewaltige Schätze unterwegs auf hoher See extrem sicher Piraten anlocken werden. Immer wieder überfallen Seräuber die üppig beladenden spanischen Handelsschiffe und es wird noch krasser. Manche europäische Länder sind damals so gar nicht glücklich damit, wie viele Schätze sich Spanien vor allem aus Südamerika unter den Nagel reist. Also schmieden sie einen Plan. Vor allem Großbritannien, die Niederlande und Frankreich schließen damals Pakte mit den Piraten ab. Sie stellen ihnen sogenannte K-Papar-Briefe aus. Das ist quasi eine legale, staatlich, lizensierte, erlaubnis, spanische Schiffe überfallen zu dürfen. Die erbeuteten Schätze werden dann zwischen den Seereubern und den Auftragsländern aufgeteilt. Diese besondere Form der Piraten nennt man Freibäuter. Und die K-Papar-Briefe locken einen so riesigen Teil von ihnen an, das in der Karibik die größte Piratenwelt jemals entsteht. Kapitel 5. Nassau und das Ende Es ist fast unglaublich, wie viele Männer und Frauen damals ihren normalen Beruf aufgeben und auch durch die K-Papar-Briefe zu Piraten werden. Doch wie viele Dinge sollen auch die Briefe irgendwann ein Ende finden. Vor allem, weil sich in Europa plötzlich Ruhe breit macht. Die eigentlich verfeinenden Länder wie Spanien, Großbritannien und Frankreich setzen aufwendige Friedensverträge auf. Das heißt, die Freibäuter werden nicht mehr gebraucht, weil sie dürfen nicht mehr legal jagen. Aber stellt euch jetzt mal vor, was passiert, wenn so ein Freibäuter, der seit Jahren nichts anderes macht, als vollbeladene Schiffe zu überfallen, plötzlich hört, dass er jetzt dafür nicht mehr die Erlaubnis haben soll und damit arbeitslos ist. Was denkt ihr tut er? Richtig. Er wird vom staatlich anerkannten Freibäuter zu einem echten gesetzlosen Piraten und diese organisieren sich. Es gibt sogar auf vielen Boten einen Piraten Codex, der die Aufteilung der Beute vor dem Start festlegt und ganz oft heißt es keine Beute, kein Lohn und Geschäft gibt es ohne Ende. Im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert explodiert der Seehandel noch mal so stark wie nie. Silber und Gold aus Südamerika, Gewürze aus Indien, Zucker rum, Tabak aus der Karibik und Westafrika. Und der größte Teil dieser Waren muss auf ihren Handelsruten durch die Karibik. Also entstehen dort gigantische Piratenstätte, Tortuga, Nassau, Port Royal. Es ist unglaublich was für Dimensionen diese Städte annehmen, verglichen mit den kleinen Piratenestern noch in Griechland. Es sind sowas wie rechtsfreie Sehreubazonen, eine selbst organisierte Republik. Niemand hat Kontrolle über sie, nicht mal die Piraten selbst. In diesem goldenen Sehreubazitalter werden einige von ihnen zu unfassbaren Legenden. Henry Morgan, nachdem der "Rum Captain Morgan" benannt wurde. Edward Zetsch, besser bekannt als Captain Blackbeard. Henry Avery oder William Kitt. Doch in diesen Aufzählungen werden meist nur Männer erwähnt, obwohl es auch sehr erfolgreiche Frauen gab wie Edward and Bonnie. Und sehr häufig konzentriert sich die Geschichte und auch Hollywoodfilme vor allem auf die europäische und westliche Welt, obwohl die Piraterie überall boomt. Eine ganz besondere Piratin. Wollen wir uns daher mal kurz genauer anschauen. Ihr Name, Chang-Chisau. Sie beginnt ihr Leben als einfache Frau in China. Doch durch Geschick, Diplomatie und brutale Herte baut sie damals in der Hochzeit der Sehreubar eine enorme Piratenflotte auf. Unter ihrer Führung soll die damalige rote Flagenarmee 70.000 Piraten stark sein. Chisau beherrscht damals fast alle kösten Chinas. Immer wieder besiegt sie alle größeren Feinde, die es mit ihr aufnehmen wollen, sogar die Marine Flotte des chinesischen Kaisers hat keine Chance gegen sie. Bis ihr im Jahr 1810 ein unglaublicher Deal angeboten wird. Dieser besagt Folgnis. Wenn sie ihre Flotte auflöst, darf sie sich ohne Konsequenzen, strafreie, zurückziehen und alles geplünderte Vermögen behalten. Sie will ich ein und geht als eine der wenigen Piraten jemals unbesiegt und reich in den Ruhe stand. Diese Zeit ist generell das Ende der großen übermächtigen Piraterie. Industrienationen rüsten ihre handelsschöfen militärisch immer fortgeschrittener aus, dazu machen sie gezielte Jagd auf die Sehreubar, zerstören Hochburgen wie die in der Karibik. Viele der berühmtesten Piraten werden geschnappt und ihnen wird der Prozess gemacht. Anfang des 19. Jahrhunderts ist
damit das goldene Zeitalter der Piraten vorbei. Und damit kommen wir zur Zusammenfassung. Als vor schätzungsweise drei bis fünftausend Jahren der Seehandel so langsam losgeht, schafft dies ebenfalls eine Art Gegengesellschaft. Piraten. Meist aus Armut und Auswechslosigkeit werden Menschen zugesetzlosen und fangen an Handelschiffe zu überfallen. Über die Jahrhunderte wächst das Piratenreich, bis es in Europa sein vorzeitigen Höhepunkt zur Zeit des römischen Reis findet. Über das gesamte Mittelmeer verteilt gibt es unzählige riesige Piratennester, die tatsächlich fast alle zerstört werden sollen. Weil die Piraten ausversehen, Julius Caesar entführen. Doch nach einer kurzen Erholungspauser soll die absolute Hochzeit der Seereuber noch folgen, vor allem im 17. und 18. Jahrhundert. Sie arbeiten damals sogar eng mit großen Nationen wie den Briten zusammen, um vor allem die Spanierzüberfallen, die ja ihre geraubten Schätze aus Amerika und Spanien verschiffen wollen. Doch mit dem Frieden in Europa wird so langsam das Ende des Piratenkönigreichs besiegelt. Die Nation hören auf mit ihnen und fangen an, gegen sie zu arbeiten. Auch daher gibt es heute übrigens nur noch ein paar wenige Piraten vor allem vor afrikanischen Küsten wie Genere oder Somalia oder im sythienesischen Meer. Auch sie sind heute viel moderner ausgestattet und überfallen regelmäßig große Frachter, weshalb diese Gebiete nur ungehren befahren werden. So wurde sogar ein deutsches Containerschiff im Jahr 2009 von einer somalischen Piratengruppe für mehrere Monate entführt. Auch über solche Themen können wir meine eigene Podcastfolge machen. Bleibt aber noch eine Frage offen. Ganz am Anfang war da doch die Sache mit den Flagen. Die Piraten ändern von Schwarz auf rot, aber warum ist es damals ein so großes Problem? Die schwarze Flage mit weißem Totenkopf kennen wir alle. Sie wird auch Jolly Roger genannt. Sie ist das absolute Piraten-Markenzeichen. Wenn Sie gehist ist, bedeutet das sowas wie "Ergebt euch vielleicht lassen wir euch dann leben". Ist aber der rote Stoff am Mast, den man auch die Blutflagen nennt, sind die Piraten nur auf eine Sache aus. Keine Gnade. Niemand wird verschont. Die Piraten wollen Blut. Sie wurde meist nur von den härtesten Seräubern eingesetzt. Zum Beispiel von Cheng Chishou. Alter Leute, ich hätte noch ewig über die Piraten weiter erzählen können. Während ich die Folge geschrieben habe, sind uns noch so viele Themen eingefallen. Aber wir wollten euch jetzt erst mal einen so einen groben, generellen Überblick verschaffen. Vielleicht machen wir ja irgendwann noch mal eine zweite Folge über die Seräubere. Bis dahin könnt ihr aber zu den Piraten noch Fragen stellen, wie ihr es zum Staufenwerk abenteilt letzte Woche gemacht habt. Hier die drei meist genannten. Frage 1. Von Felix und Marba. Johnny, woher wisst ihr so detailliert, was damals während des Attentats passiert ist, auch das mit dem Tischbein und so? Zum einen durch die Zeugen aus dem Raum. Insgesamt überleben ja neben Hitler noch 19 weitere Personen. Sie alle müssen Aussagen treffen, was passiert ist. Das weiteren wird der Raum auch nach der Explosion ausführlich untersucht und analysiert. Davon gibt es natürlich auch Ergebnisse, die sauber protokuliert wurden. Das Springmuster und der Schaden an den Möbeln lässt beispielsweise ganz klar erkennen, dass die Tasche unter den Tisch geschoben wurde. Sehr, sehr oft kam auch Frage 2. Unter anderem von David, Tis und Noelle ist gut. Warum hat Staufenbergs Assistent nicht die Bomben scharf gemacht, wenn er doch Probleme mit seinen Händen hatte? Dafür gibt es zwei Gründe. Erstens, Staufenbergs Erfahrung. Er hatte durch seine Kriegsinsätze sehr viel Ahnung von Sprengstoffen. Die Aktivierung des Zünders war sehr kompliziert, deswegen wollte er sie selbst übernehmen. Und zweitens, Staufenberg brauchte jemanden, der vor der Tür wache hält. Während jemand einfach so reingeplatzt in seinen Raum wäre das gesamte Attentat im Vorhinein schon gescheitert. Und das führt uns auch zur dritten Frage. Sie kam zum Beispiel von Fabio auf Instagram oder von 2.2.2 auf Spotify. Johnny hätte das Attentat funktioniert, wenn Staufenberg beide Bomben scharf gemacht hätte. Und da kann man ziemlich simpel sagen, ja, höchst wahrscheinlich schon. Experten gehen davon aus, dass die Druckwelle selbst dann hinter dem massiven Tüschbein nicht mehr ausreichend abgeschwächt worden wäre. Die zweite Bombe hätte wahrscheinlich alle Anwesenden im Raum das Leben gekostet. Aber so ist Geschichte manchmal. Eine Kleinigkeit kann alles verändern. Wer erinnern uns an den eher zufällig stattgefundenen Auslöser des ersten Weltkriegs aus Folge 13. Die unabsichtliche Entdeckung Amerika in Folge 20. Oder den Asteroiden, der durch das all immer wieder abgelenkt wird, dann die Erde trifft und ohne ihn werden wir Menschen jetzt wahrscheinlich gar nicht auf diesem Planeten. Das war's mit Folge 29. Es gibt wieder eine neue Abstimmung. Vorne des Wissens ihr dürft wieder entscheiden. Wie immer alle zwei Wochen Montags auf Spotify und Dienstags auf Instagram wählt ihr die Themen der nächsten Folgen. Ah und jetzt zusätzlich auch Dienstags im WhatsApp-Kanal. Den Link dazu findet ihr in den Schauenut. Ihr könnt aus sechs Themen auswählen. Das Thema mit den meisten Stimmen hören wir diesen Sonntag um 23.59 und das mit den zwei meisten eine Woche später. Was immer ihr wählen werdet, wir freuen uns jetzt schon drauf. Bis dahin ganz wie lieber an euch alle und für weniger Wissen, entfolgt uns.
Podcast Summary
Key Points:
Piraterie entstand bereits vor über 3000 Jahren im alten Ägypten aus Armut und diente der Bereicherung durch Überfälle auf Handelsschiffe.
Im antiken Griechenland und Rom wuchs die Piraterie massiv, begünstigt durch den boomenden Seehandel, und gipfelte in der Entführung von Julius Caesar.
Caesar rächte sich nach seiner Freilassung, was zu einem großangelegten römischen Feldzug führte, der das Mittelmeer vorübergehend von Piraten befreite.
Im 17./1
Jahrhundert erlebte die Piraterie ihr "Goldenes Zeitalter" in der Karibik, oft staatlich lizenziert durch Kaperbriefe gegen Spanien.
Das Ende der großen Piraterie kam durch Friedensverträge, militärische Aufrüstung und die Zerstörung ihrer Hochburgen; heute gibt es nur noch vereinzelte Piraten, z.B. vor Somalia.
Summary:
Diese Folge von "Wissen mit John" beleuchtet die Geschichte der Piraterie von ihren Anfängen bis zur Gegenwart. Die ersten dokumentierten Piraten gab es bereits vor über 3000 Jahren im alten Ägypten, wo sie aus Armut und Not heraus Handelsschiffe überfielen. Im antiken Griechenland organisierten sie sich in Verstecken und Nestern, und ihre Zahl wuchs mit dem blühenden Seehandel des Römischen Reiches.
Ein Höhepunkt war die Entführung von Julius Caesar durch Piraten auf Rhodos; nach seiner Freilassung rächte er sich blutig, was zu einem erfolgreichen römischen Feldzug unter Pompeius führte, der das Mittelmeer für Jahrzehnte befriedete. /18. Jahrhundert an, als europäische Mächte wie Großbritannien und Frankreich Kaperbriefe ausstellten, um spanische Schatzschiffe zu plündern.
000 Mann) wurden zu Legenden. Das Ende kam durch Friedensverträge in Europa und die militärische Aufrüstung von Handelsschiffen. Heute existiert Piraterie nur noch in wenigen Regionen wie vor Somalia oder im Südchinesischen Meer, wo moderne Frachter bedroht werden.
Die Folge betont, dass Piraterie stets ein brutales Verbrechen aus Habgier und wirtschaftlicher Not war – weit entfernt von der romantischen Hollywood-Darstellung.
FAQs
Das goldene Zeitalter der Piraterie fand im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert statt, als der Seehandel enorm zunahm und Piraten in der Karibik riesige Städte wie Tortuga und Nassau gründeten.
Die ersten Piraten wurden vor über 3000 Jahren im alten Ägypten dokumentiert. Sie überfielen Handelsschiffe im Mittelmeer aus Armut und Not, um an Güter wie Getreide, Öl und Gold zu gelangen.
Julius Caesar wurde 75 v. Chr. von Piraten gefangen und 38 Tage lang auf einer griechischen Insel festgehalten. Er forderte ein höheres Lösegeld von 50 Talenten Silber und rächte sich nach seiner Freilassung, indem er alle Piraten tötete.
Kaperbriefe waren staatlich lizenzierte Erlaubnisse, die es Piraten erlaubten, feindliche Schiffe, vor allem spanische, legal zu überfallen. Die Beute wurde zwischen den Piraten und den Auftragsländern wie Großbritannien aufgeteilt.
Das goldene Zeitalter endete, als Industrienationen ihre Handelsschiffe besser bewaffneten, Piratenhochburgen zerstörten und viele berühmte Piraten gefangen genommen wurden. Friedensverträge in Europa beendeten die legale Piraterie.
Chang Chisau war eine chinesische Piratin, die im 19. Jahrhundert eine Flotte von 70.000 Piraten befehligte. Sie besiegte die kaiserliche Marine und ging nach einem Deal unbesiegt in den Ruhestand.
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