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#28 Sicher zur Schule und nach Hause

30m 47s

#28 Sicher zur Schule und nach Hause

In dieser Podcast-Folge von "Jetzt mal Pädagogisch" thematisiert Santina Boch das Bedrohungsszenario von Übergriffen Fremder auf Kinder auf dem Schulweg. Ausgelöst durch wiederholte Vorfälle in der eigenen Nachbarschaft, bei denen Kinder von unbekannten Personen angesprochen wurden, widmet sie sich der Frage, wie man Kinder schützen kann, ohne ihnen Angst zu machen. Zentral ist die Aufklärung ab einem Alter von etwa vier Jahren mit klaren, einfachen Botschaften: Kinder sollen lernen, nicht auf Ansprachen Fremder zu reagieren, stattdessen weiterzugehen, wegzurennen und laut um Hilfe zu rufen. Wichtig ist dabei eine ruhige und sachliche Vermittlung durch die Eltern, um das Kind nicht zu verunsichern. Darüber hinaus werden praktische Präventionsmaßnahmen besprochen, wie das Organisieren von Laufgruppen, das Planen von Routen über öffentliche Plätze und das Vereinbaren eines Codeworts für Abholsituationen. Der Podcast betont nachdrücklich, dass die beste Grundlage für den Schutz der Kinder eine von Wertschätzung, Offenheit und Vertrauen geprägte Beziehung ist, die ihr Selbstwertgefühl und ihre Fähigkeit zur gesunden Abgrenzung stärkt. Ziel ist es, Kinder handlungsfähig und resilient zu machen, anstatt sie mit Horrorszenarien zu ängstigen.

Transcription

3852 Words, 23244 Characters

German
Herzlich Willkommen zu "Jetzt mal Pädagogisch", der Podcast für eine systemische und Bedürfnisorientierte Pädagogik für Eltern, Pädagoginnen, Pädagogen und alle die Kinder Entwicklungsgerecht begleiten möchten. Mein Name ist Santina Boch, ich bin Sozialpädagogin und systemische Therapäuten, Mutter von drei Kindern und einem Patchworkson und gemeinsam widmen wir uns Themen, die uns im Umgang mit Menschenklinien beschäftigen. Lasst uns gemeinsam eintaugen und verstehen, warum das Verhaltig von Kindern immer Sinn macht und wie wir sie mit mehr Leichtigkeit und Liebe vor der Führung begleichen können. Hallo und herzlich Willkommen, schön, dass du dabei bist heute wieder bei "Jetzt mal Pädagogisch". Also wir sind voll und ganz im Herbst angekommen, würde ich sagen, bei uns wirds Buntstrom rum, ich weiß nicht, wie es bei dir ist. Es ist ja schon immer so ein Prozess, finde ich sich dann vom Sommer zu verabschieden und wenn es dann Buntstrom rum wird, dann ist es irgendwie so ein kleiner Trost für mich. Heute möchte ich ein ganz besonderes Thema mit dir besprechen, weil letztes Jahr so ungefähr um diese Zeit, es war noch ein bisschen früher eher so nach der Einscholung der Erstklässler. Da sind bei uns im privaten Umfeld, also im Umfeld unserer Kinder Vorfälle gewesen, die mich dazu gebracht haben, noch mal viel tiefer in das Thema Sicherheit auf dem Schulweg einzusteigen, nachzudenken und es war so nah an uns dran, dass dieses ganze Thema so sensibel wurde wie noch nie und das hat für mich einfach ganz viel verändert in meinem Umgang mit diesem Thema um, dass es heute geht. Das Thema löst vielleicht auch unbehagen bei dir aus und gleichzeitig finde ich so wichtig, sich darum zu kümmern und sich damit zu beschäftigen, sich einige Dinge dazu auch bewusst zu machen. Es geht um Übergriffe fremder auf dem Schulweg. Wie sicher sind unsere Kinder, wenn wir sie morgens verabschiedet haben? Wir haben ihm, wir haben ihnen noch mal alles erdenklich gute für diesen neuen Tag gewünscht, ihnen noch die Brotdose eingepackt und dann gehen sie, wir schauen noch mal nach und wissen jetzt sind sie für sich unterwegs und wir vertrauen darauf, dass es ihnen gut gehen wird an diesem Tag. Und wir wollen uns das alle natürlich gar nicht so vorstellen und trotzdem ist es passiert. Bei uns in der Umgebung ist es mehrmals passiert, also mindestens dreimal hintereinander im Abstand von wenigen Monaten ist es vorgekommen, dass Kinder entweder auf ihrem Weg zur Schule oder aber auch sogar auf dem Gelände des Kindergartens von fremden Männern angesprochen wurden. Wie heißt du denn? Magst du kleine Tierbabies? Ich habe welche in meinem Auto da trüben. Komm mal mit, ich zeige sie dir oder sie wurden gefragt, ob sie Süßigkeiten haben wollen. Es wurde also versucht, Kontakt aufzubauen und es wurde versucht, die Kinder wegzulocken es wurden die Fahrzeuge in dem Fall war ins kleinen Busse, wiederholt erkannt. Glücklicherweise ist es nicht dazu gekommen, dass ein Kind mitgegangen ist und überwältigt wurde. Die Kinder haben sich abgewendet, sie sind weggerand oder konnten einfach auch nicht erreicht werden. Nur in meinem Kopf war dann und was, wenn das Kind anders reagiert hätte. Was, wenn das Kind jünger gewesen wäre, die Situation vielleicht nicht verstanden hätte, nicht weggerand wäre. Was hätte mein Kind gemacht? Hätte sich mein Kind von einem kleinen Hundewelben locken lassen und dann was passiert dann? Also was hat man im schlimmsten Fall, denn bitte noch für eine Chance sein Kind, ja, jemals wiederzusehen. Verzeih mir, das ist jetzt wirklich weit gedacht, aber das waren halt ebenso meine Gedanken im Kopf. In dieser Situation zu dieser Zeit und das Ganze hat ja nicht einmal so stattgefunden, sondern noch mal und noch mal und ich dachte, das kann es doch nicht sein. Hier in dieser kleinen Stadt sind zu dieser Zeit zum Schulbeginn oder nach dem Schulbeginn Menschen unterwegs immer wieder mit der Absicht Kinder zu entführen. Die Polizei hat ermittelt, alle Anhaltspunkte gehen darauf zurück, eine andere Erklärung gibt es nicht und die Eltern, die Erzieherinnen, Erzieher, Lehrerinnen, die Stadt, alle haben sich gegenseitig informiert, sensibilisiert, die Kinder sensibilisiert, die Kindertages-Einrichtungen wurden überprüft, zum Teil auch überwacht und wir haben uns letztendlich darauf fokussiert, das zu machen, was man machen kann, uns auf unseren Handlungsspielraum zu konzentrieren, den wir haben. Und genau das möchte ich dir heute mitgeben für dich. Du erfährst in dieser Folge, wie wir Kinder schützen können, was Kinder wissen sollen und wie wir Kinder so sensibilisieren, dass sie nicht verängstigt, sondern gestärkt in die Welt gehen. Und das ist mir ein besonderes Herzensanliegen. Ich selbst bin Kinderschutzfachkraft und habe oft mit Themen zu tun, die sich genau darum drehen oder sich darum beschäftigen, wie können wir Kinder stark machen, wie können wir Kinder in ihrer Resilienz bestärken. Da sprechen wir heute rüber. Also wie machen wir Kinder verhaltenssicher und was können Eltern und begleiten der Bindungspersonen tun, ganz konkret, um eben Kinder präventiv vorzubereiten. Also wie schön, dass du heute dabei bist. Bei diesen wichtigen Thema, ich danke dir jetzt schon von Herzen, dass du mitmachst, dass du dazu beidrigst, Kinder stark zu machen. Und ich freue mich ganz arg, wenn du jetzt weiterhin voll dabei bist, lass uns losgehen. Die Situation. Das Kind wird unterwegs von einer fremden Person angesprochen. Das kann so aussehen. Aus Erfahrungen der Polizei findet es meistens so statt. Ich habe Süßigkeiten oder Spielsachen oder Tierbabies in meinem Auto. Möchtest du mal sehen? Dann komm mit mir, du darfst jetzt aussuchen, oder auch deine Eltern können dich heute leider nicht pünktlich abholen. Dein Eltern ist etwas passiert und ich bring dich zu ihnen. Sie haben mich geschickt, um dich abzuholen. Auch das sind oft mittel, die da eingesetzt werden von fremden Menschen. Das sind so die häufigsten Aussagen, die bei übergriffen an Kindern oder versuchten übergriffen gemacht wurden. Es werden also gezielt reize gesetzt, die die meisten Kinder ansprechen und junge Kinder im Kindergartenalter oder auch noch in der Grundschuldzeit sind von ihrer Entwicklung her nicht immer oder auch einfach noch nicht in der Lage dazu, die Situation einzuordnen und Abstand von diesem Reiz eines Tierbabies oder einer Süßigkeit zu nehmen, also da Abstand zu nehmen. Weil der Reiz einfach so groß ist. Kennst du vielleicht von zu Hause auch? Der Reiz an Süßigkeiten oder Spielsachen, der ist einfach unheimlich groß. So kann die Situation natürlich sehr gefährlich werden, selbst wenn das Kind eigentlich schon weiß, ich soll nicht mit fremden mitgehen. Und wie wir das so oft im Podcast besprechen, ich wiederhole mich, dass Antizipieren und auch das Kontextualisieren ist für Kinder einfach erst in Teilen möglich. Da ist einfach nur der Reiz und vielleicht ist das Kind ja auch in einer vertrauten Umgebung und fühlt sich sicher und dann erst mal zu hinterfragen, wer ist diese Person hin überhaupt? Ich kenne sie nicht, darf ich mit fremden mitgehen, das erfordert ein Reifungsprozess, das erfordert, dass das Kind den Reiz, also das Spielzeug oder die Süßigkeit, was auch immer hinten anzustellen und sich auf einer Meter Ebene zu orientieren und zu Antizipieren, dass es gefährlich sein könnte, mit diesem fremden mitzugehen. Und dazu kommt noch, dass es ja aller, aller, aller meistens keine negativen Erfahrungswerte dazu gibt, was passieren könnte, wenn man mit einer fremden Person mitgeht. Also das ist ja für uns schon so kaum vorstellbar, was da passieren könnte, wenn ein Kind entführt wird. Wie kann es dann für ein Kind vorstellbar sein, dass es so was gibt auf der Welt? Das gibt es einfach in der kindlichen Welt nicht. Und da kommen wir jetzt schon zum nächsten Thema. Was sollen Kinder über Gefährdung durch Übergriffe, Fremder eigentlich wissen? Das ist eine gute Frage, finde ich. Ich habe damals ganz deutlich gespürt, wie mein Sohn im Grundschulalter mit seinen feinen Antennen ganz deutlich und schnell gespürt hat, das irgendwas nicht stimmt. Ich habe natürlich auch nachgefragt, ja, was er gesehen hat oder mitbekommen hat oder wie sein Schulweg verlaufen ist und so weiter. Und dann wollen Kinder in dem Alter ja auch wissen, was los ist und fragen. Und dann ist da der Zwiespalt, was sage ich jetzt? Und wie sage ich es? Ich will eigentlich gar nicht, dass mein Kind solche Dinge erfahren muss. Ich will gar nicht, dass mein Kind darüber weiß, dass es so etwas schreckliches überhaupt gibt und dann auch noch so ganz nah auf seinem Schulweg, ja, an seiner Schule oder in seinem Kindergarten, so war es dann eben später auch beim Geschwisterkind. Also dort, wo wir unseren Kindern beigebracht haben, Vertrauen zu fassen, sich einzulassen, Bindungen aufzubauen, Freundschaften zu knüpfen. Dort, wo sich so viel in dem Leben der Kinder in ihrem Alltag abspielt. Und ich gebe dir jetzt was mit, was hilfreich ist, bei der Aufklärung von Kindern zu berücksichtigen. Grundsätzlich ist es so, dass es ab ca. vier Jahren Sinn macht, Kinder darüber aufzuklären. Und im Alter von vier bis sechs Jahren, es ist hilfreich, wenn Kinder immer mal wieder von uns vertrauten erwachsenen hören, wie sie sich sicher machen können. Ich habe dazu ein paar Formulierungen mitgebracht. Wenn du ohne Mama, Papa oder andere Vertraute erwachsener bist, und dich andere Fremde erwachsener oder Jugendliche ansprechen, die du nicht kennst, dann geh sofort weiter. Das ist eine Botschaft, die wir auf jeden Fall schon mal mitgeben können. Denn egal, was Fremde erwachsene zu Kindern sagen, egal, um was es da geht, es ist einfach so, da muss ein Kind nicht auf reagieren. Also das ist so eine Faustforme, die kann man denke ich immer mitgeben, zur Sicherheit, zur Verhalten-Sichereheit der Kinder. Wir können auch zu Kindern sagen, weißt du, es ist so manchmal stellen die Fremden erwachsenen Fragen, z.B. wie heißt du, wie alt bist du? Manchmal sagen sie etwas nettes über dich. Manchmal bieten sie dir etwas an, z.B. Süßigkeiten, Spielzeug, Tiere oder wollen dir was tolles zeigen. Auch dann geh schnell weiter oder renn weg. Antworten nicht auf die Ansprache. Du kannst laut rufen, lass mich, ich kenne dich nicht, geh weg, Hilfe. Ein Tipp könnte auch sein, es brennt, ich weiß nicht. So jungen Kindern würde ich das gar nicht so mitgeben. Das war mal so ein Ergebnis von Untersuchungen, dass wenn kein Erwachsener in einer Gruppe irgendwie reagiert, manchmal ist es ja so, die Kinder fragen nach Hilfe und keine reagiert und da wurde eben untersucht, wenn die Kinder rufen, es brennt, dass dann die Leute wach werden und um sich schauen und erst mal registrieren, das was los ist. Ja, es ist nur so, dieses wichtiges dabei, so dieser Kern dabei, denkt dran, liebes Kind, Fremde, Erwachsene dürfen dir keine persönlichen Fragen stellen oder dir etwas anbieten. Wenn deine Eltern oder andere Erwachsene, die dich begleiten, nicht dabei sind, das dürfen Kinder wissen. Erwachsene machen damit etwas verbotenes und das ist nicht in Ordnung. Auch das dürfen Kinder wissen. Damit können sie sich orientieren. So, das waren jetzt zuerst mal die Formulierungshilfen, die ich dir mitgeben möchte. Und dann ist jetzt die nächste Frage, die ich auch ganz wichtig finde, wie sag ich es denn? Also die Haltung der Erwachsene. Meine Haltung als Mama, wie sage ich das den Kindern? Wie bin ich drauf? Es geht darum, eine sachliche und deutliche Kommunikation herzustellen, die erhöhen ganz deutlich die Chancen für das Kind, diese Strategien auch überhaupt nutzen zu können. So und dann geht es auch noch darum, wie mache ich das? Bin ich selbst aufgebracht, habe ich Angst, bin ich unruhig, ja, alles ganz verständlich. Was aber hilfreich ist, die Thematik wirklich sachlich und ruhig und deutlich anzusprechen. Also das Kind soll auf ein Schirm kriegen, was es tun kann, wie es sich verhalten kann in solchen Situationen. Das soll ganz klar benatzt sein. Horrorszenarien, ja, von irgendwelchen Entführungen, was da passieren kann, soll bitte natürlich vermieden werden, weil die haben in der Welt der Kinder einfach so nichts zu suchen, die können ganz viel Angst schüren und das ist nicht hilfreich, um Kinder verhalten, sicher zu machen. Dann schau doch noch mal, wie ist denn der Umgang mit deiner eigenen Angst? Ja, es ist natürlich eine Horrorvorstellung für uns Erwachsene. Und da geht es dann erst mal darum, uns selbst zu regulieren. Also erst mal zu gucken, was sind denn meine Vorstellungen, was sind meine Gefühle dabei? Und dann zu gucken, okay, das ist jetzt zu Mainz, was in meiner inneren Welt sich abspielt und wie kriege ich da jetzt einen Abstand hin, kann ich vielleicht erst mal durchatmen, kann ich erst mal mir auch verdeutlichen. Ja, das ist jetzt Mainz, das ist nicht die Realität, sondern das, was jetzt in meinem Kopf passiert. Und jetzt geht es da aber darum, mein Kind sicher zu machen und da meine Energie hinzulenken, ja, auf die Befähigung eines bestmöglichen Schutzes. Da möchte ich mich darauf konzentrieren. Also wenn man das und ein bisschen vorher für sich klar kriegt, hat man natürlich auch eine andere Ruhe und eine andere Klarheit in der Haltung, wie wir dann den Kindern gegenüberstehen. So. Und wenn es aber schon so ist, dass Kinder erschrocken und engstlich sind, was machen wir dann? Ja, dann ist es gut erst mal Raum zu lassen für alle Gefühle, die da sind. Und die dürfen natürlich auch geäußert werden, ja, alles darf da erst mal sein und Raum haben und da ist es dann ganz wichtig, auch Verständnis zu zeigen und das nicht einfach so wegzureden, also so, nein, das passiert schon nicht und ach, mach dir da keine Sorgen, das ist nicht so hilfreich, weil damit signalisieren wir den Kindern, dass das Gefühl vielleicht nicht stimmt. Und wir wollen, ja, das Kinder erst mal sich auch da gehalten fühlen und sich ernst genommen fühlen. Daher vermittelt deinem Kind gern erst mal, dass du das verstehen kannst, dass es Angst hat. Und gleichzeitig ist es so, dass es wirklich sehr, sehr, sehr, sehr selten passiert, dass ein Kind überhaupt mit einem fremden mitgeht oder irgendwie mitgenommen wird. Und das ist darum geht, dass es dir einfach wichtig ist, dass das Kind über das Systema bescheid war. Ist das das beim zum Großwerden eben auch dazu gehört, über solche Dinge bescheid zu wissen. Und dass es dir auch wichtig ist, dass das Kind jederzeit zu vertrauten Bezugspersonen kommen darf, wenn es Angst hat oder wenn es mit einem Erlebnis oder auch mit einem sogenannten schlechten Geheimnis sich unwohl fühlt. Ja, also auch diese Themen dürfen daher dazu gehören. So, das wär so die Haltung, wie können wir uns selbst erst mal einfühlung schenken, wie können wir uns sicher machen und dann auf das Kind zugehen und den Kindern ein paar Dinge mit an die Hand geben. Was können wir sonst noch machen, wie erwachsen? Wenn wir in so einer Situation sind, ich weiß nicht, wie es dir gehen würde, mir ging es halt eben damals so, dass ich dann gedacht habe, was kann ich machen? Was kann ich da tun? Das kommt eben ja auch irgendwie daher, dass wir uns in so gefährlichen Situationen eben auch über die Selbstwirksamkeit ein bisschen wieder ja sicher machen wollen, bisschen uns wieder auch in Sicherheit sehen wollen und da gibt es natürlich auch noch ein paar andere Strategien, die ich dir mitgeben möchte. Also das eine, wir haben mit dem Kind gesprochen, wir haben es aufgeklärt. Was können wir denn strukturell und organisatorisch noch machen? Wir können die Kinder verabreden mit anderen Kindern, dass sie mit einem oder mehreren anderen Kindern gemeinsam den Schulweg gehen. Ja, das ist ja schon mal eine ganz andere Situation, ob ein Kind jetzt alleine läuft oder ob die in einem Grübchen unterwegs sind, wo sie sich gegenseitig auch halt geben können. Also spricht da gern mal mit anderen Beteiligten erwachsenen, mit anderen Eltern, wie das dann möglich wäre, dass die Kinder vielleicht als Gruppe unterwegs sein können. Dann können die Wege zur Schule oder zum Kindergarten so gewählt werden, dass sie möglichst an offenen Bereichen, nicht an offenen Bereichen, an öffentlichen Bereichen vorbeiführen und abgelegene Orte vermieden werden. Ja, also wie ist denn der Weg, wo sind da Gefahrenquellen auch vielleicht an viel befahrenden Straßen? Kann ja auch so eine Gefahrenquelles sein, klar, dass man eben guckt, wo sind da immer mal wieder so sichere Orte, wo Kinder auch hingehen könnten, wenn was wäre und was können dann die sicheren Orte sein. Das kannst du mit einem Kind auch super vorbereiten, ja, dass du mit dem Kind den Weg entlang gehst und noch mal guckt, guckt mal, da ist der Laden, da ist eine Schule, da ist der Kindergarten von deiner Schwester und das sind alles Orte, die Bäckerei, vielleicht kennst du ja die Verkäuferin in der Bäckerei. Das sind alles so Orte, da kannst du hingehen, wenn du dich unwohl fühlst oder wenn es dir nicht gut geht oder wenn du mich anrufen möchtest, wie auch immer. Dort sind Menschen, die hast du vielleicht sogar schon mal gesehen und du weißt, du kannst da reingehen und um Hilfe fragen. Dann ist eine Strategie, ein Code-Word sich zu überlegen. Für die Situation, wenn dich mal jemand anderes abholt, heute hol dich Opa ab und wenn Opa dich abholt, dann wird er dich mit Folgen dem Code-Word oder Satz begrüßen und das macht ihr vorher aus. Also der Opa weiß das natürlich, das Kind weiß das und dann weiß das Kind. Aha, daran kann ich mich auch rentieren, dass ich mitgehen darf und natürlich ist es klar, dass in den allermeisten Fällen, dass das Kind mit dem Opa mitgehen darf, nur diese Routinen, die lassen sich dann eben, also gerade das, was wir vorher besprochen haben, dass Kinder eben auf diese Reflexionsäbene zu gehen, den Kindern schwerfällt, also nachzudenken, wer ist das jetzt und ist es okay, ob ich damit gehen darf, das wird vereinfacht, indem wir so ein Simpliskode-Word haben, was wir dann nutzen können. Dann möchte ich noch mitgeben, generell ist es einfach ganz hilfreich auf die Stärkung des Selbstwertgefühls zu achten oder das in Fokus zurück. Also sich als wertvollen Teil der Gesellschaft zu empfinden und Strategien zur gesunden Abgrenzung zu üben, sind ganz tolle Voraussetzungen für ein Kind, um für sich einzustehen. Also wenn ich erfahren kann, dass ich gewollt bin auf der Welt, dass ich gut bin, so wie ich bin, dass ich liebevolle stärkende Botschaften in meinem Alltag immer wieder höhere und dass ich auch mal üben kann zu sagen, nee, ich möchte meine Schipper jetzt gerade nicht teilen oder nee, ich mag mich jetzt gerade nicht bei der Oma auf den Schuss setzen, das sind ja so Themen, die jetzt vielleicht ganz andere Themen noch mal aufgreifen oder in ganz anderen Zusammenhängen passieren und gleichzeitig sind sie ganz eng daran geknüpft. Für diesen Fall, den wir heute besprechen, was kann ich denn machen, wenn ich einen Übergriff erlebe, ja, Übergriffe können so und so sein, die können im kleinen wie im großen passieren und wenn ich dann schon mal in einem vertrauten Rahmen mit Mama dabei geübt habe zu sagen, nee, ich möchte mich jetzt gerade nicht auf den Schuss setzen und es ist auch voll okay, da gibt es dann auch keine Schulschuld zur Weißung oder irgendwas oder irgendein Konsequenz oder Strafe oder Oma ist jetzt traurig, ja, also wenn das alles in dem Rahmen schon mal geübt ist, ist das natürlich eine ganz tolle Voraussetzung, dass dann auch auf andere Situationen anzuwenden. So, deshalb möchte ich da einfach auch noch mal sagen, guck mal auf die wertschätzende Haltung auf die wertschätzende Sprache, auf die Offenheit, also die Beziehung zu deinem Kind, die mit Offenheit geprägt ist. Das kindliche Verhalten durch Androhung von Strafen oder das Ausüben von Druck kontrollieren zu wollen, das kann einfach leichter in München das Kinder aus Angst vor Konsequenzen nichts mehr erzählen wollen und schlechte Geheimnisse für sich behalten. Also das wer jetzt da dann auch noch mal ein Thema was damit rein spielt, wenn ein Kind in einem Grundvertrauen aufweckt, dass es da heim alles sagen darf, was es bedrückt, ohne dass es Angst haben muss, dass irgendwas negativ ist passiert und lass es mal eine zerbrochene Wase oder eine zerbrochene Scheibe vom Fußball spielen sein. Das ist egal, dass er unterschiedeten Kind ja nicht. Also ein Kind entscheidet einfach aus diesem Grundgefühl heraus und das entsteht auch durch solche Dinge. Hat das Kind ein Grundgefühl entwickelt, nach Hause zu kommen und zu sagen, was ist oder hat das Kind Angst, weil es können irgendwas doves passieren. Jetzt gibt es Zimmerarrest oder was weiß ich. Das macht da einfach auch noch mal ein ganz großen Unterschied und deswegen möchte ich es einfach auch in dieser Folge nochmal ansprechen. Das spielt da auch mit rein. Ja, das waren heute meine Impulse aus meinen Erfahrungen und eben auch aus dem, was Behörden an Strategien mitgeben, was da wichtig ist zum Schutz unserer Kinder auf dem Schulweg. Es gibt auch so tolle Bücher dazu, die man nutzen kann. Finde ich auch immer Klasse, dann hast du was in der Hand, was du mit deinem Kind angucken kannst. Habtisch noch mal umplättern, kannst Bilder dazu sehen, kannst. Wie kann so eine Situation aussehen? Wie kann ich damit mit meinem Kind rüber sprechen? Da werden dann auch solche Sätze nochmal vorgegeben, wenn es für dich vielleicht auch schwierig ist, da immer so die in aller Emotionen die richtige Sprache zu finden. Ich finde zum Beispiel das Buch von Veronica Fares, das heißt nein, mit Fremden gehe ich nicht. Finde ich ganz hilfreich, können wir gern in den Schoners verlinken und das ist keine Werbung, das ist einfach nur eine Empfehlung meinerseits, was ich ganz hilfreich fand. Jetzt danke ich dir ganz herzlich, dass du heute dabei warst, dass du dir das alles angehört hast. Auch wenn es vielleicht ein Thema ist, was worüber wir nicht gerne nachdenken, du machst den Unterschied. Wenn du mit dieser Haltung, mit diesen Strategien, Kinder, sicher machst und dafür ganz herzlichen Dank, teilt die Folge so, so gerne an, andere Eltern, an andere Einrichtungen. Erzähl, was wir machen können, so gerne, auch wenn das Thema gerade im Außen überhaupt gar nicht relevant ist, passiert es eben dennoch. Wir wissen es nicht wann, wir wissen nicht wo und es kann gar nicht schaden, die Kinder einfach da sicher zu machen über diesen Weg. Ich wünsche dir, dass die diese Folge dabei hilft, sicherer mit solchen Situationen umzugehen und natürlich wünsche ich uns allen gleichzeitig, gleichzeitig, dass sie überhaupt gar nicht notwendig sein müssen. Also danke, dass du da warst, meld ich so gern bei mir in Instagram auf Instagram heißt es mit einem Kommentar dazu, wie es dir ergangen ist, wie hilfreich du das findest, was du jetzt eben gehört hast. Und ich freue mich, wenn du den Podcast auch bewertest, wenn du den Podcast folgst, wenn du nächste Woche wieder dabei bist. Ja, da würde ich mich freuen. Also, lass uns jetzt mit Blick auf alles, was uns Sicherheit gibt, auf all unsere Ressourcen, die wir haben, weitergehen und haben eine wunderschöne Zeit. Machst dir schön. Ich freue mich, wenn wir uns nächste Woche wieder aufhören. Bis dahin, alles Liebe, Deine Santine. [Musik]

Podcast Summary

Key Points:

  1. Der Podcast behandelt das sensible Thema von Übergriffen Fremder auf dem Schulweg, basierend auf persönlichen Erfahrungen des Gastgebers mit Vorfällen in der eigenen Umgebung.
  2. Es werden konkrete Strategien vorgestellt, um Kinder ab etwa vier Jahren verhaltenssicher zu machen, ohne sie zu verängstigen, wie klare Handlungsanweisungen (z.B. "geh sofort weiter") und das Einüben von Codes für Abholsituationen.
  3. Betont wird die Bedeutung einer ruhigen, sachlichen Kommunikation durch die Eltern sowie die strukturelle Prävention durch gemeinsame Schulwege und die Identifizierung sicherer Orte.
  4. Eine wertschätzende Erziehungshaltung, die das Selbstwertgefühl und die Fähigkeit zur Abgrenzung stärkt, wird als grundlegend für die Resilienz und den Schutz der Kinder hervorgehoben.

Summary:

In dieser Podcast-Folge von "Jetzt mal Pädagogisch" thematisiert Santina Boch das Bedrohungsszenario von Übergriffen Fremder auf Kinder auf dem Schulweg. Ausgelöst durch wiederholte Vorfälle in der eigenen Nachbarschaft, bei denen Kinder von unbekannten Personen angesprochen wurden, widmet sie sich der Frage, wie man Kinder schützen kann, ohne ihnen Angst zu machen. Zentral ist die Aufklärung ab einem Alter von etwa vier Jahren mit klaren, einfachen Botschaften: Kinder sollen lernen, nicht auf Ansprachen Fremder zu reagieren, stattdessen weiterzugehen, wegzurennen und laut um Hilfe zu rufen. Wichtig ist dabei eine ruhige und sachliche Vermittlung durch die Eltern, um das Kind nicht zu verunsichern.

Darüber hinaus werden praktische Präventionsmaßnahmen besprochen, wie das Organisieren von Laufgruppen, das Planen von Routen über öffentliche Plätze und das Vereinbaren eines Codeworts für Abholsituationen. Der Podcast betont nachdrücklich, dass die beste Grundlage für den Schutz der Kinder eine von Wertschätzung, Offenheit und Vertrauen geprägte Beziehung ist, die ihr Selbstwertgefühl und ihre Fähigkeit zur gesunden Abgrenzung stärkt. Ziel ist es, Kinder handlungsfähig und resilient zu machen, anstatt sie mit Horrorszenarien zu ängstigen.

FAQs

Ab etwa vier Jahren ist es sinnvoll, Kinder über solche Gefahren aufzuklären. Im Alter von vier bis sechs Jahren sollten sie regelmäßig von vertrauten Erwachsenen hören, wie sie sich sicher verhalten können.

Eltern können klare Botschaften vermitteln, wie: 'Wenn dich fremde Erwachsene ansprechen, gehe sofort weiter.' Zudem ist es hilfreich, sichere Orte auf dem Schulweg zu identifizieren und ein Codewort für vertraute Abholpersonen zu vereinbaren.

Eltern sollten das Thema sachlich, ruhig und deutlich ansprechen, ohne Horrorszenarien zu beschreiben. Eine klare Kommunikation erhöht die Chancen, dass das Kind die Strategien im Ernstfall anwenden kann.

Kinder sollten nicht antworten, schnell weitergehen oder wegrennen. Sie können laut rufen: 'Lass mich, ich kenne dich nicht!' oder 'Hilfe!'. Wichtig ist, dass sie wissen, dass sie keine persönlichen Fragen beantworten oder Angebote annehmen müssen.

Eltern können Kinder verabreden, den Weg in Gruppen zu gehen, und Routen wählen, die öffentliche Bereiche nutzen und abgelegene Orte meiden. Gemeinsames Begehen des Weges hilft, sichere Anlaufstellen zu identifizieren.

Eltern sollten Raum für die Gefühle des Kindes lassen, Verständnis zeigen und betonen, dass Übergriffe sehr selten sind. Gleichzeitig ist es wichtig, dass das Kind weiß, dass es jederzeit mit Sorgen zu vertrauten Personen kommen darf.

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