#25 Ein Jahrhundertverbrechen: Die Oetker-Entführung
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In der 25. Folge des True-Crime-Podcasts "Verbrechen von nebenan" wird zunächst der reibungslose Übergang zur Produktionsfirma Audio Now verkündet, der eine zuverlässigere Veröffentlichung der Folgen im zweiwöchigen Rhythmus sicherstellt. Anschließend wird der spektakuläre Entführungsfall des Richard Oetker vom Dezember 1976 behandelt. Der 25-jährige Student und Spross der reichen Oetker-Familie wird auf einem Parkplatz in Freising überfallen und in einer winzigen Holzkiste gefangen gehalten. Seine Handschellen sind an einen Stromkreis angeschlossen; ein lauter Knall löst einen schweren Stromschlag aus, der Knochenbrüche und lebensgefährliche Verletzungen verursacht. Die Entführer fordern ein Rekordlösegeld von 21 Millionen Mark. Die Geldübergabe erfolgt in einem ausgeklügelten Plan im unterirdischen Einkaufszentrum am Stachus in München, wo der Entführer durch eine geheime Tür unbemerkt mit dem Geld entkommt. Die Folge endet mit der Andeutung, dass Oetker wenige Stunden später freigelassen wird.
* Musik * Verbrechen von neben an. True Crime aus der Nachbarschaft. Herzlich willkommen bei Verbrechen von Nebenanfolge 25. Oh mein Gott, es ist so amazing. Ich hab ja jetzt noch das vierzehnmehl auf der Folge wahrscheinlich abnehmen. Ihr hört Alex und ich sind hochmotiviert. Natürlich. - Absolut hochmotiviert. Alex hat gerade ein bisschen Stuhlprobleme, also Probleme mit seinem Bürostuhl. Aber jetzt können wir aufnehmen. Ich müsste allerdings erst mal was loswerten, nämlich ein dickes Sorry an euch da draußen. Ich wollte eigentlich Pralinen mitbringen als Entschuldigung. Aber Alex hat die leider alle aufgegessen. Aber ihr habt's ja vielleicht auf unserer Instagram oder Facebookseite gelesen. Verbrechen von neben an ist ungezogen. Deshalb kommt diese Folge einer Woche später als geplant. Aber jetzt erscheinen die Folgen aber wieder ganz gewohnten. Rhythmus alle zwei Wochen immer Montags. Ich hatte das tatsächlich gehofft, dass wir den Umzug nahtlos hinbekommen. Aber es gab da noch so ein paar technische und rechtliche Dinge zu klären. Ist egal, hauptsächlich wieder da und da sind wir. Denn Verbrechen von neben an ist ab sofort. Ihr habt's vielleicht im Intro gehört eine Audio-Nau-Produktion. Was heißt das? Erst mal heißt das, dass der Nachschub von Verbrechen von neben an gesichert ist. Das letzte Jahr das war ziemlich heftig für mich. Könnt ihr euch vielleicht vorstellen. Ich hab jetzt im normalen Job auch so eine 50-Stunden-Woche ungefähr. Und dann sind pro Woche noch mal 10 Stunden für den Podcast dazu gekommen. Da sind dann einige Male wir trinken mit Alex ausgefahren. Also es ist ja traurig drin. Kann ich verstehen? Ich würde auch gerne mit mir alle trinken. Ja, genau. Ja, also nicht nur bei dir, sondern auch generell im Umfeld. Also das ist ja aber echt super anstrengend. Und das gute jetzt daran ist, dass wir jetzt bei Audio-Nau sind, dass ich mehr Zeit habe für das, was ich am liebsten machen, nämlich Podcasts. Für euch ändert sich gar nicht so viele. Könnt uns weiter Montags auf allen Plattformen hören. Das war mir sehr wichtig. Denn ich wollte jetzt nicht also exclusive zu einer bestimmten Plattform gehen. Und irgendwie ausschließen, dass ich dann alle eine bestimmte App holen müssen, um das zu hören. Daran ändert sich nix. Ihr könnt uns weiter überall auf eurem Lieblingspodcast-Player hören. Wenn ihr es allerdings bis Montags gar nicht mehr abwarten könnt, dann hört ihr den neuen Folgen auf sofort im Eintag früher, als am Sonntag schon auf Audio-Nau. Es gibt ja so ein paar Leute, die ungeduldig sind. Zeltest du auch dazu? Nein. Zum Glück nicht. Aber wenn ihr ungeduldig seid, wenn ihr es nicht abwarten könnt, dann auf Audio-Nau geht es die Folgen von Verbrechen von dem an immer schon am Sonntag. Ja, und dann gibt es noch so ein paar andere Kleinigkeiten, die noch so in Planung sind, Cross-Overfolgen, eine Live-Tour zum Beispiel. Aber dazu darf ich jetzt noch nicht so viel verraten. Darfst du den Verraten, um welchen Fall es heute geht? Nee. Und damit ist die Folge. Einmal. Vielen Dank fürs Einschreiten. Schreibt uns doch. Genau. Nein, natürlich darf ich das verraten. Ich dachte jetzt, so Folge 25 ist ja Jubiläum. Da muss man ein bisschen was Spezielles sich suchen. Deswegen habe ich mir eine Geschichte ausgesucht, den die Zeitungen später ein deutsches Jahrhundert verbrechen nennen. Und ich würde sagen, gesteigen, direkt ein. Sein Gefängnis besteht aus dicken Holzbrettern und es ist winzig. 1,45 m lang, 80 cm hoch und 70 cm tief. Wie ein Embryo gekrümmt liegt, der 1,94 m große Mann auf den Boden der Kiste, sein ganzer Körper bebt. Sein Händen und Füße stecken in Handschellen, er kann sich kaum bewegen, kann nicht mal richtig atmen, um ihn herum ist nur die Dunkelheit. Aber noch schlimmer als die Dunkelheit ist die Stelle. Er weiß, er darf nicht reden, kein Muchs darf er machen. Über ihm baumelt ein Mikrofon vom Kistendeckel, das bei jedem lauten Geräusch ein Stromschlag auslöst. Einmal ist das Gerät schon losgegangen. Ein lautes Knallen, außerhalb der Kiste hat ihn aber rat ausgelöst. Mehr als 10 Sekunden lang fließt Strom sich seinen Körper, er schreit, alle Muskeln seines Körpers verkrampfen sich. Die Fesseln lassen seine Knochen brechen. Beide Hüftgelenke, außerdem den siebten und den achten Brustwerbe, seine Lunge ist gequetscht. Zuerst hat das Adrenalin die Schmerzen vertrieben, aber mittlerweile leidet er Höllenqualen. Kurz denkt er, dass die höllischen Schmerzen ihn umbringen werden. Außerdem bekommt er durch die Quetschung seiner Lunge kaum noch Luft. Aber er will nicht aufgeben. Er wird nicht aufgeben, auch nicht nach mehr als 40 Stunden in diesem Gefängnis aus Holz. Sein Körper ist für immer gezeichnet, seine Knochen sind gebrochen, aber sein Wille ist es nicht. Trotzdem, wenn es wieder so entsetzlich still umhin wird, dann schleicht sich diese Frage in seine Gedanken, was, wenn diese dunkle Holzkiste mein Sack wird. Einige Tage früher. Der 14. Dezember 1976 ist ein Dienstag, ein Naskalter Wintertag. Um 18.45 ist der 25-jährige Landwirtschaftsstudent, Richard Ötker auf dem Weg zu seinem Auto, das auf dem Parkplatz der Uni Weinsteffern in Freising bei München steht. Er hat gerade eine Abendvorlesung hinter sich und ist einer der ersten auf dem Parkplatz. Wahrscheinlich will er einfach nur schnell nach Hause. Seine Parkbrucht ist ziemlich abgelegen, er steht jetzt ganz alleine vor seinem Wagen. Schräg davor steht noch ein anderes Auto, das eben dort noch nicht geparkt war, ein grauer VW-Kastenwagen. Das Auto ist so abgestellt, dass Richard Ötker kaum an seine eigene Fahrrathür kommt. Dem Studenten ist das Ganze irgendwie unheimlich. Er will gerade zurück ins Gebäude gehen, um dort auf seine Kommilitonen zu warten, da passiert ist. Plötzlich steht ein Mann mit einer Brille, einem dunklen Schnurbad bis zum Kind und einer Kosackenmütze vor ihm. In seiner Hand hält er eine Pistole mit Scheidämpfer und er sagt nur Einsatz. Vorwärts, das Ding macht nur Klack. Richard Ötker bleibt wie angewurzelt stehen und er geheucht. Der Entführer drängt ihn zum Kofferraum seines Wagens, indem eine Holzkiste liegt. Der Mann mit den seltsamen Bats wingt ihn, in die viel zu enge Kiste zu steigen und schließt den Deckel. Dunkel. Pass auf, da kommen noch weitere Hörte den Mann sagen. Hat der Entführer etwas komplizen? In der Kiste spürt Richard Ötker, wie sich der VW in Bewegung setzt. Er, der Sohn einer der reichsten Unternehmerfamilien in Deutschland, wird entführt. Noch während er den Schock verdaut, hört er gleich neben seinem Kopf eine verzerrte Stimme. In der Kiste ist eine Gegensprechanlage eingebaut und der Entführer spricht mit ihm. Der Mann zwingt ihn, sich die in der Kiste bereitgelegten Handschellen anzulegen. Droht ihn, dass es nicht gut wäre, seine Ratschläge nicht zu befolgen. Die Stimme klingt blechern und seltsam verzerrt. Guten Abend, Ötker. Von nun an bin ich für sie zuständig. Dem Entführer werden sie nicht mehr begegnen. Vielleicht mal kurz zum Hintergrund. Wer ist Richard Ötker? Ich glaube hier in der Region, da wo wir herkommen, kennt man den Namen Ötker schon. Die kommen ja aus Mielefeld, die Familie, wahrscheinlich im Rest von Deutschland auch. Richard Ötker wird am vierten Jahr nur an 1951 in Mielefeld geboren. Erst eins von zu diesem Zeitpunkt, sieben Kindern von Rudolf August Ötker, dem Chef der Ötkergruppe. Richard's Urgroßvater, der Apotheker Dr. August Ötker, entwickelt 1891 des Backpulver. Und liegt damit den Grundstein für eine Weltmarke, die heute mit 31.000 Mitarbeitern weltweit mehr als 7 Milliarden Euro umsatz im Jahr macht. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges übernimmt Richard's Vater Rudolf August Ötker, das Unternehmen, nachdem dessen Mutter und sein Stiefvater bei einem Bombenangriff gestorben sind. Richard's Vater Rudolf August macht aus dem Familienbetrieb einen Weltkonzern, zu dem auch Hotels und Schiffsredereien gehören. Währenddessen wächst sein so ein Richard mit seinem älteren Bruder und seinen beiden älteren Schwester in Mielefeld auf. Er war ein fröhliches Kind, erinnert sich später seine ältere Schwester. Die Ötkergruppe ist ein Familienkonzern und es ist klar, dass Richard und sein älterer Bruder August. Wie viele August in der Familie oder? Ich stimmt allerdings, es scheint eine Name mit Tradition zu sein. Jedenfalls wissen die Ötkerkinder von Anfang an, dass sie irgendwann eine große Rolle in dem Konzern spielen werden. Richard's älterer Bruder August macht eine kaufmähnische Ausblung in einer Rederei, einer der wichtigsten Sparten des Konzerns und arbeitet 1976 schon seit einigen Jahren für das Familienunternehmen. Sein jüngerer Bruder Richard will wohl ein ähnlichem Weg gehen. Deshalb nach München gezogen, um dort Agrarwissenschaften und Brauwesen zu studieren, schließlich gehören der Ötkergruppe auch mehrere Brauereien. Bekannte beschreiben Richard Ötker als sehr bescheiden, wo andere ein Fahrer bestellt hätten, Fertrich hat Ötker mit der Bahn vom Flughafen nach Hause. Er gehört zwar zu einer der reichsten Familien Deutschlands, aber sein Gepeck schleppt Richard Ötker selbst. Er ist ein großer Schlankermann mit vollem dunklen Haar, gerade frisch verheiratet mit seiner Frau Marion. Richard Ötker führt ein glückliches Leben, bis der 14. Dezember 1976 alles verändert. Jetzt haben wir schon mal einen Einblick bekommen, während dieser Mensch Richard Ötker ist. Was geht denn in ihm vor, als er in dieser Kiste liegt? Ja, das finde ich sehr, sehr bewundernswert, denn Richard Ötker bleibt sehr ruhig und handelt sehr bedacht. Ich weiß nicht, ob ich in der Situation die Stärke und die Ruhe gehabt hätte, mich eh nicht zu verhalten. Richard Ötker macht nämlich zwei Dinge sehr richtig. Erstens versucht er sich so viele Details zu merken, wie möglich, zitat von ihm. Nach der ersten Schockphase habe ich mich gefragt, was kann ich tun? Ich konnte hören, riechen, nicht viel sehen. Ich bin nicht in Selbstbütleizern fallen, sondern ich wurde aktiv. Ich konzentrierte mich darauf, alles in meinem Gedächtnis einzuprägen. Er merkt sich zum Beispiel die Handschrift und den Preis auf einem Schaumstoff, den der Entführer ihm in die Kiste gelegt hat. Und zweitens nimmt Richard Ötker sich von Anfang an vor, eine persönliche Beziehung zu dem Täter aufzubauen. Denn er weiß, dass ihn das in zweifels Fall, das Leben retten könnte. Das ist einer der wichtigsten Tipps für den Fall, dass euch jemand entführt. Ja, vielleicht können wir da später noch mal drauf zurückkommen. Ja klar, gerne. Kurzens seit nach der Entführung hält er wagen, indem die Kiste mit dem Entführer Richard Ötker liegt an. Richard hört Schritte, Schlurfen und Stimmen als ob mehrere Entführer am Werk sind. Plötzlich öffnet sich sein Kisten gefängnis und vor ihm steht ein Mann mit einer schwainchen Dicke Maske. Der Maske Mann plaudert mit Richard und erzählt ihm, dass er selber Student ist und durch seine Drogen sucht in die Entführung reingerutscht ist. Wollen wir uns nicht duzun, das wäre doch besser, Schlickt Richard Ötker vor. Fein, womit der Entführer, dann willst du jetzt wahrscheinlich mein Namen wissen, Gel? Aber Ötker denkt sich selber einen Namen für den Mann mit der Maske aus und sagt, ich werde dich checkernennen. Checker ist der Spitzname seines besten Freundes. Der Checker, wie wir ihn ab jetzt nennen, erzählt ihm, dass seine Entführer löse Geld für seine Freilassung fordern. Und das gibt ihm dann wieder Hoffnung, den er weiß, dass er seinen Entführern tot nichts nutzt. Und dann warnt ihn sein Entführer, die Han Schellen mit den Ötker in der Kiste gefesselt ist, sind an Stromnetz angeschlossen und mit einem Akkustumaten verbunden. Dieses laute Geräusch jedes Schrein löst einen Stromstoß aus. Bleiblos still, schärfte ihm ein, dann verabschiedet sich der Maskenmann, um sich um den Erpresser anruf zu kümmern. Kurze Zeit später etwa um 22.15 klingelt bei Richard Ötker's Frau Marion das Telefon. Eine verzerrte Stimme teilt ihr mit, dass Richard entführt wurde und die Familie auf keinen Fall zur Polizei gehen soll. Für die Freiheit von Richard Ötker fordern die Entführer 21 Millionen Mark. Das muss zu der Zeit, wahrscheinlich eine unglaubliche Summe gewesen sein. Ja, ich habe versucht es mal zu recherchieren und laut meinen Recherchen ist es zu diesem Zeitpunkt die höchste Summe, die jemals in Deutschland für eine Entführung gefordert wurde. Man muss vielleicht für den Hintergrund wissen, dass Entführungen von Mitgliedern Reicherfamilien damals ja, so zu sagen, angesagt waren. Das ist damals häufig passiert. 4 Jahre vorher war zum Beispiel T.O.I. brecht, der Gründer von Aldi Nord entführt und für ein Lösegeld von 7 Millionen Mark freigelassen wurden. Während die Ötker's also versuchen diese immens hohe Summe zusammen zu bekommen passiert etwas schreckliches. Der Stromdurchs? - Genau. Ich habe ja gerade schon erzählt, dass Richard Ötker's Handschellen an einen Stromkreis angeschlossen sind. Bei jedem lauten Geräusch werden Stromstöße ausgelöst und am 15. Dezember um etwa halb 9 morgens, da liegt Richard Ötker schon mehr als 12 Stunden in dieser Holzkiste passiert ist dann. Die Hintergründe werden nie ganz geklärt, vielleicht war es wirklich ein Versehen. Jemals öffnet der Entführer an diesem Morgen das Tor der Garage, in dem der Kastenwagen mit der Holzkiste steht. Dabei berührt das Tor des Blechdacht des VWs und löst damit eine lebensgefährliche Kettenreaktion aus. Durch den lauten Knall wird der Akkustomat ausgelöst und sofort fließt Strom durch den zusammen gekrümten Körper von Richard Ötker. Sein ganzer Körper krampf zusammen, die Muskeln zucken und Ötker schreit verschmerzen, doch seine schreie lösen noch mehr Stromstöße aus. 10 Sekunden lang leidet Ötker unglaubliche Qualen während seine Knochenbrechen. Ich dachte, ich sterbe, erzählt er später. Zu diesem Zeitpunkt ist sein Körper so schwer geschädigt und seine Lunge so schwer gequetscht, dass seine Überlebenswahrscheinlichkeiten nur noch bei 50 Prozent bliegt. Doch Ötker hat großes Glück, nach dem Stromschlag öffnet sein Entführer die Kiste kurzzeitig wieder, sodass er sich aufrichten kann und nur deshalb überlebt er. Was passiert in der Zwischenzeit? Ja, da laufen bereits alle Vorbereitungen für die Lösegeldübergabe. Der Entführer hat den Ötker ganz klare Anweisungen gegeben. Am Freitag den 17. Dezember soll die Übergabe im Münchner Sheraton Hotel stattfinden. Den Geldboten soll Richard's ältere Bruder August spielen. Die 21 Millionen Marks sollen in 1000 Markschein gezahlt werden. Jetzt, wo Richard Ötker so schwer verletzt ist, ändert der Entführer allerdings sein Plan. Er ruft nochmal bei Richard's Frau Marion an, obwohl der Anschluss, wie er richtig vermutet, bereits von der Polizei abgehört wird. Um seine Stimme zu verstellen, stopft er sich tampon in den Mund und verlegt die Lösegeldübergabe um einen Tag vornämlich auf den 16. Dezember. Die Lösegeldübergabe ist ja meistens der kritischste Punkt der Entführung. Der Entführer muss davon ausgehen, dass die Polizei schon hinter ihm her ist und er muss irgendwie an das Geld kommen, ohne dabei gesehen zu werden. Er weiß ja, die Polizei wird versuchen ihn zu diesem Punkt zu schnappen. Deshalb hat sich der Ötker Entführer einen Jahr ausgeklügelten Plan überlegt, um an das Geld zu kommen. August Ötker trifft gegen 20 vor 12 Mittags im Münchner Sheridan Hotel ein. Er hat zwei schwarze Lederkoffer bei sich darin 21.000 gebündelte Tausend Markscheine. Einige Zeit wartet in der Lobby, dann wird er von der Empfangschefin des Hotels über die Lautsprecher ausgerufen. Das ist das mit dem Entführer vereinbarte Signal. Er steht auf, nimmt die beiden Koffer und geht zu Fuß rüber in das nur 100 m entfernte Arabella Hotel. Dort steigt er in ein Taxi, das vor dem Hotel wartet und lässt sich in die Münchner Innenstadt in das Luxus Hotel Bayerischer Hof fahren. Dort hatte er den Führer schon am Tag vorher ein Einzelzimmer auf seinen Namen reserviert, also nicht auf den Namen des Entführers, sondern auf den Namen August Ötker. Zusammen mit dem Zimmerschlüssel übergibt ihm der Portier einen Schließfachschlüssel und eine gelb braune Kunststoffmapper mit weiteren Anweisungen. Auf seinen Zimmer studiert August Ötker die Befehle des Entführers ganz genau. Das Ganze ist wie eine Schnitzeljagd mit dem Ziel, die Polizei zu verwirren. Vom Hotel aus lässt sich August Ötker zum Münchner Hauptbahnhof fahren und geht dort alle Stationen ab, die der Entführer ihm aufgeschrieben hat. Erst zum Bahnsteig 1, dann zum Bahnsteig 26 und schließlich zum Bahnsteig 11, wo schon der D-Zug nach Rom auf seine Abfahrt wartet. August Ötker arbeitet die Anweisung des Entführers Präzise ab. Vom Bahnsteig geht er zu den Schließfächern des Bahnhofs und öffnet einst davon mit dem Schließfachstüssel. Darin sind ein großer, grauer Alokoffer und weitere Anweisungen. Ötker nimmt den Koffer mit auf die Bahnhofs-Tolette, dort packt er das Lösegeld um. Jetzt soll er zur Fuß zum Kalsplatz gehen, einem der verkehrsreichsten Plätze Münchens von den Einwohnern der Stadt auch Stachos genannt. Unter dem springbrunnen des historischen Plazes liegt seit fünf Jahren eine ganze unteredische Stadt. 1970 wurde hier das Einkaufszentrum Stachosbauwerk eröffnet, das größte unteredische Bauwerk Europas. Insgesamt 25.000 Quadratmeter mit Leiden und Restaurants auf vier Etagen, ein Labyrinth aus gängen, Versorgung, Schächten und Ladenlokalen. Der Entführer hat diese unteredische Welt vorher mit Schraubensier und Flachzange Wochenlang erkundet, verkleidet als Handwerker. Aber das weiß August Ötker zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht. Die Anweisung auf den Zettel sind klar und deutlich. Ötker soll mit dem Alukover zu einer Apotheke im Untergeschoss gehen und sich neben der Rolltreppe direkt unter das rote A, der Leuchtschrift über der Apotheke stellen. Das macht er und erwartet. Um ihn herum sind dutzende Polizisten in Zivil, die nur darauf warten, dass der Entführer kommt und das Blösegeld abholt und das passiert auch, aber auf eine Art mit der keiner gerechnet hätte. Ganz plötzlich öffnet sich direkt hinter August Ötker eine Stahl-Tür, blitzschnell greift eine schwarze Hand durch den Türspalt, greift den Koffer und zieht den weg. Die Tür knall zu, das Blösegeld ist verschwunden. Die Zivilverandar versuchen panisch die Tür zu öffnen, aber vergeblich die Tür, die zu einem Versorgungsgang führt, lässt sich nur von in öffnen. Übergänge und Treppen verschwindet der Entführer ohne dass sie jemand sieht. Nicht mal eine halbe Minute später sitzt er in seinem Wagen und verlässt das Einkaufszentrum durch einen Lieferantenausfahrt. Die schwarze Hand ist das einzige, was von einem Kid Net-Banji gesehen wurde, erinnert sich August Ötker später. Das ist ja wie in einem Gangsterfilm. Also auch wenn es elevenmäßig, ne? Das ist alles so durchgetakte. Ja, genau. Einigem Ludes später, das und das, dann einigem Ludes später. Manchmal kommt nicht umhin einen gewissen Respekt zumindest für diese Übergabe. Hab ich auch gerade gedacht. Ja. Irgendwie muss er ja auch das als sich ausgedacht haben und ja irgendwie auch interessant vielleicht auch ich will nicht sagen, spannend. Aber es ist schon irgendwie sehr ausgeklügelt. Das ist auf jeden Fall ja. Wir kommen gleich nochmal dazu, wie er diesen Plan entwickelt hat. Also später kommt auch raus, dass diese Notausgangstür, also diese Geheimtür, die man nicht auf den ersten Blick sehen konnte, dass die praktisch das erste war, dass der Entführer entdeckt hat. Und darauf hat er überhaupt seinen Plan erst aufgebaut. Da wusste er nämlich noch gar nicht, dass er später jemanden entführen will. Was passiert denn dann jetzt mit Richard Oetker? Ich meine, das Geld ist ja jetzt weg. Das Geld ist weg, die Übergabe hat stattgefunden, hat erfolgreich stattgefunden und wenige Stunden später am Abend des 16. Dezember meldet sich der Entführer bei Oetker's Familie. In einem Waldstück im Kreuzlinger Forst südwestlich von München steht ein Rostrotor Opelkomodore. Auf den Beifahrersitz liegt Richard Oetker mit einer Kapuzüber dem Kopf. Seine beiden Hüften sind gebrochen, genau wie zwei Brustwirbel. Außerdem hat er durch die stromstöße schwere Herzrhythmastörung. Er ist schwer verletzt, aber erlebt. Sofort kümmern sich Saniteter um ihn ein Polizist befragt ihn. Oetker ist unglaublich erleichtert und jetzt zahlt es sich aus, dass er während seiner Entführung auf jedes Detail geachtet hat. Der Beamte konnte gar nicht so schnell mitschreiben, erinnert er sich später. Für ihn beginnt der wahre Schrecken erst jetzt. Die Medien stürzen sich auf den Fall, verbreiten die wildesten Theorien. Gleichzeitig glauben die Ermittler, dass der oder die Entführer aus Richard Oetker's Umfeld kommen müssen, zugut scheint diese Tat geplant und durchgeführt. Er darf also keinen aus seinem Freundeskreis oder seiner Familie als verdächtigen ausschließen. Später sagt er darüber, da wird man wahnsinnig. Man kann diesen Menschen nicht so lange mit Misstrauen entgegentreten. Das kann ich absolut nachvollziehen. Du musst ja irgendwas haben, was du dich klammern kannst und an dem du dich festhalten kannst, nach so einer traumatischen Erfahrung. Wenn du dann noch deinen Freund und deine Familie misstrauen musst, dann wird es richtig, richtig kriminell. In den Befragungen mit der Polizei redet sich Richard Oetker dann auch vieles von der Seele. Nach zwei Sitzungen bricht er die Behandlung auf eigenen Wunsch ab. Er braucht kein psychologische Hilfe. Heute sagt er darüber, ich finde es selbst erstaunlich, dass ich nicht daran zerbrochen bin. Ich bin nach wie vor ein Optimist und empfinde keine Angst oder Misstrauen gegenüber Menschen. Schlimmer als die seelischen Folgen der Entführung sind für Richard Oetker die Körperlächen. Weil seine Lunge so schwer geschädigt ist, können die Ärzte ihm nicht unter Narkose operieren. Bei vollem Bewusstsein bohren die Ärzte Löcher in seine Knie schreiben, um seine Hüfte mit Gewichten herunterzuziehen. Wenn mir jemand vorher gesagt hätte, was ich dadurch machen müsste, hätte ich gesagt, das schaffe ich nicht. Ich war erstaunend, welche Kräfte auf einmal wach werden. Seitdem habe ich die Gewissheit, dass die Menschen viel mehr aushalten als wir glauben, wird er sie später an diesen Tag erinnern. Unglaublich, wenn man das hört. Was für ein starker Mensch. Ja, total stark. Total stark. Seelisch als auch körperlich. Die Erstbefragung haben wir jetzt stattgefunden, Richard hat seine Infos in Beamten dargelegt. Aber wie laufen denn die Ermittlungen in der Zeit? Erst mal ziemlich schleppen, die haben keine wirkliche Spur. Erst so etwa ein Monat nach der Entführung tauchen die ersten Geldscheine des Lösegeldes in Österreich auf. Okay. Die Scheine waren also registriert? Ja, klar. Das macht man bei Entführung meistens nicht alle. Rund 1 Million von den 21 Millionen Lösegeld wurden in der Eile nicht registriert, weil es ja so schnell gehen musste. Weil die Übergabe vorverlegt wurde. Und das Ding ist der Entführer weiß das. Er hat sich nämlich bei einer Bank eine Liste mit den registrierten Tausendern besorgt. Die 36.000 Markt dienen Österreich auftauchen, sollen nur eine falsche Spur legen. Während dessen zerstörte Entführer alles, was auf ihn hinweist. Den Kastenwagen lässt er verschrotten, die Schreibmaschine für die Erpressabriefe und den selbstgebauten Akkustomaten schmilzt er ein. Was ist denn mit dem Auto, in dem man richtet Ötke gefunden hat? Konnte man da nicht noch irgendwas finden? Du meinst den Obeln, ne? Ja, genau. Den den den hatte der Entführer gebraucht, gekauft und bar bezahlt und zwar so verkleidet das sind die Verkäufer später nicht wieder erkennen. Die einzige heiße Spur der Ermittler ist eine Tonbandaufnahme vom letzten Erpresseranruf bei der Familie Ötke als die Geldübergabe vorverlegt wurde. Die Polizei richtet eine Sondertelefonnummer ein, unter der man sich die Stimme des Entführers anhören kann. Und doch dauert es 11 Monate, bis eine Frau glaubt, die Stimme des Mannes zu erkennen. Eine vor Jahren sitzen gelassene Ex-Freundin identifiziert die Stimme des Entführers als die von Dieter Z. Ihre Beschreibung, seines Charakters, passt, finde ich jetzt ziemlich gut zu der Entführung. Sie sagt über ihn, hochgradig, intelligent, perfekt, genial und technisch äußerst versiert. Alles, was er anpackt, gelingt ihm, ihm geht es in erster Linie um die Befriedigung seines Geltungsdranges. Ja, für mich hat es so an, als könnte sie ihn gut beschreiben oder zutreffen beschreiben. Wird Dieter Z denn jetzt festgenommen? Nein, zu diesem Zeitpunkt haben die Ermittler bereits 5.600 Spuren überprüft und 15.000 Zeugen vernommen. Also man kann jetzt nicht sagen, dass die nichts gemacht haben. Drei Männer wurden bereits verhaftet und mussten wieder freigelassen werden, weil sie unschuldig waren. Der Mittler schauen sich Z. Also auch ein bisschen genauer an und lassen ihn dann wieder laufen, weil sie haben nicht genug gegen ihn in der Hand. Bis Dieter Z ein Jahr später im Dezember 1978 ein schwerwiegende Fehler passiert. Eigentlich weiß er ja ganz genau, welche der Tausende aus dem Lüsegel registriert sind und welche nicht. Aber irgendwie bringt die Scheine durcheinander und will ein der registrierten Scheine einzahlen, ausgerechnet bei seiner eigenen Hausbank. Also es ist direkt doppelt blöd, weil Dark Kessmann ihn ja. Die Kassiererin meldet sich sofort bei der Polizei und dieses Mal lassen ihr Mittler ihn nicht so schnell wieder laufen. Am 30.j 1979, also mehr als drei Jahre nach der wohl spektakulärsten Entführung der deutschen Geschichte, wird Dieter Z festgenommen. Moment mal, also zwischen dem Entdecken des Geldscheines und seiner Festnahme liegt mehr als ein Monat. Warum ist Dieter Z denn in der Zwischenzeit nicht abgehauen? Mehr ist es halt mir auch gefreut, das wäre irgendwie das nahe liegen. Oder er wusste ja zu dem Zeitpunkt, er hat den Schein bei der Bank eingewächselt und wusste, dass sein Tausender zu der Lüsegel zum Gehörten, dass die Mittler ihn jetzt sozusagen amwickel haben. Aber weil die Beweise zu den Zeitpunkt noch nicht für ein Haft, wir will ausreichten, konnten sie ihn nicht direkt festnehmen. Hemd-Bauer, der damalige Geschäft der Soko beim LKA, sagt in einem Interview mit dem Spiegel, das Z bis zum Ende seiner Haft geglaubt hat, schlauer als alle anderen zu sein. Ernen die der Z in dem Interview "Dauerhaft grüßen" waren sie. Das könnte vielleicht die Antwort auf deine Frage sein. Der hat jetzt gedacht, ja, jetzt haben sie mich halt im Verdacht, aber sie haben mich ja schon mal vernommen und konnten mir nix nachweisen. Das ist mir doch egal, die kriegen mich eh nicht. Und was sagt er dann darauf zu den Vorwürfen? Gar nichts. Die der Z-Bauer baut jetzt steif und fest, er wäre unschuldig. Den Tausen Markschhein aus der Lüsegel, somit zum Beispiel Willa beim Rulettspielen gewonnen haben. Das mit dem Glücksspiel, also mit dem Rulett erklärte auch, woher plötzlich das Geld hatte sich ein neun mehr Zähdes und ein Grundstück zu kaufen. Okay. Jetzt ich jetzt ein bisschen weit hergeholen. Es muss natürlich erst mal einer das Gegend. Ja, genau. Das stimmt natürlich. Was wissen wir denn genau über Dieter Z? Dieter Z wird am 4. Dezember 1942 im heutigen Slowenien geboren. Damals war das noch deutsches Besatzungsgebiet. Kurz darauf kommt er mit seiner Familie nach München. Er ist ein mittelmäßiger Schüler und kommt mit seinen Eltern dort eigene Aussage ganz gut klar. Nach der Volksschule macht er auf einer Wirtschaftsaufbausschule seine mittlere Reife. Danach beginnt er eine Lehre als Bankkaufmann, wird Lohnbuchhalter und macht seinen Betriebswert. In der Zeit, so erzählt er später im Prozess, beginnt seine Abneigung gegen stupide Tätigkeiten. Dieter Z will hoch hinaus und wechselt immer schneller die Jobs. Er arbeitet für eine Schokoladenfirma und dann als Tauchlehrer unter anderem in Kenia und in Ägypten. Denn wird er barkieber und lernt seine spätere Frau Christel kennen. Mit ihr zieht er dann auch in die Bayerische Landeshauptstadt München. Mitte der 70er lebt er mit Christel und seinen beiden Söden, Michael und Alexander Zumite in einem reihenhaus in Münchener Stadtteil Pasing. Dort betreibt er auch eine Autoverkstatt, die sogar ganz gut läuft. Er kauft Autos, richtet sie her und verkauft sie mit Gewinn weiter. Gleichzeitig lebt Familie Z auf ziemlich großem Fuß, hat 4000 Markkosten im Monat, die das Ehefrau Christel Z unterstützt, die Familienkasse zu diesem Zeitpunkt mit Aushilfsjob als Bardame oder als Aufseherin einer Putzkolonne. Radmal, wo sie geputzt hat. Also wahrscheinlich irgendwo da, wo es auch zu der Übergabe kam, vielleicht. Du solltest einen True Crime Podcast machen, du alter der Weg die. Vielleicht habe ich auch ganz heimlich weiter geblittert, man weiß es nicht. Ist verrätzt ja nicht. - Nee, es fahre dich auch nicht. Du hast recht im Einkaufszentrum unter dem Stachos, also genau dort, wo sich der Entführer mit den Versorgungsgäng und den Geheimtühren damals besser ausgekannt hat als die Polizei. Die Geschichte von Deutschlands bekannte es da Entführung beginnt zwei Jahre vor dem Verbrechen. Also wir kommen jetzt mal so ein bisschen auf dem Plan zu, da habe ich ja eben schon angekündigt. Die der Z liest in der Zeitung über den Prozess und die Entführung des Al-Di-Nordgründers Theo Albrecht. Der war im November 1971 entführt und erst nach der Zahlung eines Lösegeldes von 7 Millionen Mark wieder freigelassen worden. Die beiden Entführer werden später zu lang Haftstrafen verurteilt, alles Anfänger denkt die der Z. Der Schwachpunkt einer Entführung ist aus seiner Sicht immer die Geldübergabe, denn da muss der Täter aus der Deckung und die Polizei muss im Prinzip nur noch zu greifen. Es muss doch eine Möglichkeit geben, die Übergabe des Lösegeldes anders und für den Entführer Gefahrlos zu gestalten, denkt er sich. Auf die richtige Täuschung kommt es an. Man müsste die Ermittler einfach nur auf die falsche Fährte locken. Und mit Täuschungen kennt sich die der Z aus. Jahrelang ist er als Zauberkünstler Mr. Magico in Münchner Varietes aufgetreten. Monatelang streift er durch München und sucht in perfekten Ort für seine Geldübergabe, sozusagen eine übergroße Zauberkiste mit doppeltem Boden. Er findet diesen Ort im Einkaufszentrum im Münchner Stachos. Die stilere Notausgang Tüneben der Abotheke ist perfekt für seinen Zweck. Sie öffnet sich nur nach innen, nicht nach vorne hin zur Ladenzzeile. Und über die Versorgungsgänge ist ein knapp 35 Sekunden bei seinem Wagen, der auf einem Innenhof steht. Die Zeit hat er extra gestoppt. Er hat den perfekten Ort für seine Show gefunden. Jetzt fehlt ihm im Prinzip nur noch das passende Verbrechen dazu. Überlegt die Trinkwasserversorgung der Stadt München zu vergiften oder den Landtag in die Luft zu springen. Beides verwirft er wieder, denn nach eigener Aussage verabschuld er Gewalt. Sie ist für ihn ein Zeichen von Schwäche. Also, eine Entführung. Aber wie ein Solle entführen. Ein Kind auf keinen Fall, er hat selber Kinder. Und eine Frau wird nach seiner Ansicht zu schnell hysterisch. Die derzeit ist ein bisschen den Matschholdesmerkwang, glaube ich. Also sucht er einen gesunden nicht zu alten Mann, der eine Entführung und eine längere Gefangenschaft gut überstehen kann. Die derzeit beginnt, verschiedene Wirtschaftsmagazine zu lesen. Und in eine Ausgabe von Kapital entdeckt er ein Bericht über die Bielefelder Milliardärsfamilie Ötker. In dem Bericht steht unter anderem, dass der zu diesem Zeitpunkt Jüngstesohn Richard in München studiert. Die derzeit hat sein Opfer gefunden. Akribisch bereitet er die Entführung vor. Er kauft zum Beispiel einen grauen VW-Kastenwagen, indem er sein Opfer transportieren will. Dafür verkleidet er sich mit einer Berücke und einer falschen Brille aus den Kahnweilsladen. Außerdem trägt er bei dem Kaufschuhe, die ihm zwei Nr. zu klein sind. Das musste er mir überlegen, das heißt er hat schon beim Kauf darüber nachgedacht. Was könnte passieren, wenn die mir auf die Spur kommen? Über den Wagen und dann vielleicht Fußabdrücke finden von einem halben Jahr? Dann haben die nicht meine Schuhe größer. Also der hat wirklich an viele Kleinigkeiten gedacht. Als er mit seinen ganzen Verkleidungszeug erfolgreich ist, eben bei diesem Auto kauft, kommt er auf eine Weitrede. Kannst du dir vorstellen, auf welche? Ich denke mal, da kommt noch mehr Verkleidung. Verkleidung, Verkleidung, Verkleidung, ganz genau. Der große Zauberer Mr. Magiko will alleine eine ganze Bande darstellen. Mit wechselnen Verkleidungen und verstellter Stimme will er so tun, als ob nicht eine Person alleine hinter der Entführung steht, sondern eine ganze Verbrecher gäng mit bösen Jungs, armen Helfern und einem mysteriösen Boss im Hintergrund. Also wie aus einem schlechten Kremie. Also klingt echt ein bisschen größer, wahnsinnig. Ja, passt, zu der Beschreibung. Es ist wirklich etwas größer, aber das Ding ist, das hat funktioniert. Also noch jahre. Ja, wie sie vor wie die dolten. Ja, und Lucky Lou. Ja, die waren ja auch alle gleicher. Das waren ja schon vier verschiedene Personen. Aber das Kass ist eben, dass es funktioniert. Das ist so irre, aber es funktioniert. Noch jahres später glauben die Ermittler, das Richard Ötka von einer ganzen Bande entführt wurde. Unter anderem vermutet die Polizei lange, dass es wahrscheinlich drei Entführer gibt. Jetzt kommt die Begründung dafür, die es auch ein bisschen irre. Sie glauben, dass deswegen, weil die Lösegeldsummer von 21 Millionen, sich genau durch drei Teilen lässt. Auch für den Rest der Planung überlegt sich, die der Z immer wieder neue Tricks, kauft verkleidet, den Wagen, in dem er Richard Ötka später aussetzen wird, lässt in einer Fabrik, unter einem Vorwand, eine Holzkiste bauen und organisiert sich eine Gas-Bistole mit einem selbstgebauten Aufsatz, der wie ein Schalldämpfer aussehen soll. Wochenlang beschattet er Richard Ötka, bis er dann am 14. Dezember 1976 auf dem Uni-Parkplatz zuschlägt. Diese ganzen Infos zeigen uns ja, dass er sehr akrieisch vorbegangen ist, sehr durchdacht mit der ganzen Entführung und vielleicht gehen wir jetzt mal zum Prozess, wie ist er genau abgelaufen gegen die der Z? Können wir machen. Der Prozess beginnt am 26. November 1979 vor dem Landgericht München 2. Die Staatsanwaltschaft hat kaum einen handfesten Beweis gegen die der Z, nur einige Indizien. Ein Zeuge hat ihn trotz Verkleidung bei einer Gegenüberschellung, als den man identifiziert, der unter dem falschen Namen "Lutzabt" den roten Opel-Kommodore gekauft hat, indem man später Richard Ötka finden wird. Und weil der sich damals in der Kiste sogar das Preis schildtes Schaumstoffes gemerkt hat, mit den die Kiste gepolst hat, wird die der Z auch als der man identifiziert, der den Schaumstoff gekauft hat. Außerdem ist es laut Gutachter die Stimme von die der Z, die auf der Aufnahme des letzten Erpresseranrufes bei Familie Ötka zu hören ist. Ein anderes Gutachten sagt dagegen aus, dass die Stimme von zwei verschiedenen Personen stammen müssen. Okay, also ziemlich dünn alles. Vor allen Dingen, weil die Zeugen sich auch nicht so richtig sicher sind. Also das ist für eine Anklage wirklich relativ dünn. Am Verdächtigsten ist für mich noch der plötzliche Reichtum von die der Z, den er nicht so wirklich erklären kann. Kurz nach der Entführung kauft er sich unter anderem einen Wäsche trocknet, eine Nähmaschine, ein Mercedes 450 SEL und ein Grundstück für 430.000 Mark. Eine Zeugen sagt außerdem aus, dass sie gesehen hat, wie Christel Z, also seine Frau, eine Karosselfahrt für ein ihrer Söhne, für 80 fändig, also so viel Kostikarosselfahrt, mit einem Tausendmarkschein bezahlt hat. Trotzdem ist die Beweislage, ich habe es gerade schon gesagt, wirklich dünn und auch die Zeugen, wie da sprechen sich vor Gericht andauernd selbst. Der Spiegel schreibt damals von einem Zeugen des Saas da und dann kommt dieser Satz, der mir sehr gut gefällt aus dem Artikel. Der versucht es, Oberstaatsanwalts-Kopp-Höfer und des Staatsanwalts Diesel, die Anklageschrift durchzusetzen, gleich dem Versuch ein Schiff, aus dem die Flutventile entfernt wurden, durch ämsiges Schöpfen mit dem Fingerhut vor dem Untergang zu bewahren. Klingt auf jeden Fall nicht gut. Nein, es klingt wirklich gar nicht gut. Und die der Zettschaft ist auch immer wieder vor Gericht alle anwesenden schwindig zu reden. So Mr. Magikou spielt seine ganz große Show. Er liest zum Beispiel einen 46 seitigen Bericht namens "Diroletmüto de Z" benannt nach ihm selbst vor, der erklären soll mit welchem System er so viel Geld beim Glücksspiel gewinnen konnte. Als ihm das Gericht vor dem Urteil nochmal das Wort erteilt, hält er unter Tränen eine 18-Minuten-Lange Rede. Was soll ich denn machen? Soll ich auf dem Zahnfleisch kriechen und sagen, "Ich bin unschuldig." So geht's in ein Natur weiter. Sehr viel Selbstmöglichkeit, sehr viel Drama. Bringt ihm aber nix, denn das Urteil fällt am Montag den 9. Juni 1980. Das Landgericht München 2 verurteilt die der Z zur Höchstrafe. 15 Jahre haft wegen räuberischen Menschenraubs und schwerer Körperverletzung. Also genau das, was die Staatsanwaltschaft gefordert hat. Was bei dieser Beweislage tatsächlich riskant ist. Mehr als vier Stunden dauert die Urteilsbegründung des Vorsitzenden Richters Dieter Zeiler. Und so wirklich sicher scheint er sich selbst bei der Sache nicht zu sein. Zeiler, also nochmal Rennenchen der Oberste Richter, beschließ seine Begründung damit, dass auch Richter sich üren können. Und wenn es doch ein Vielurteil geben würde, dann könne das Gericht nur sagen. Hier stehen wir. Wir konnten nicht anders. Gott helfen uns. Wut? Wir zahlkriegt aber auch anders. Ja, richtig sicher ist es, es kriegt sich nur bei einer Sache. Eine alleine kann Richard Ort gar nicht entführt haben. Es müssen mindestens zwei Täter gewesen sein. Wahrscheinlich sogar noch mehr. Was ja nicht stimmt. Wie wir mittlerweile wissen. Später heraus als Dieter Z dann doch endlich redet. Und das ist wirklich jahrespäter. Erst mal verbüßt er seine Haftstrafe. Kurz vor Ende der Haft fragt ihn seine Ehefrau, sag mal Dieter, was du es eigentlich. Und er antwortet kurz und knapp. Ja. Als seine Ehefrau ihn fragt, warum er ihr das nie gesagt habe, erklärt Dieter Z, weil du mich nie gefragt hast. Kurz der Zeit später erleidet Christel Z-Hauser einen Schlag anfall und ist seitdem schwer behindert. Als Dieter Z, also am 26. Jan 1994 aus dem Gefängnis entlassen wird, hatte eine schwerkranke Frau, die eine teure Behandlung braucht und keine Einkünfte. Am Anfang leid er sich Geld bei Freunden doch schnell wird im Klarr. Er muss an die Ötker-Million. Ach, die wurden gar nicht gefunden. Richtig. Außer der paar Tausender, die bei dem Prozess eine Rolle gespielt haben, ist das Lösegeld von 21 Millionen Mark, nach wie vor, wie vom Erdboden verschluckt. Als Dieter Z, nämlich im Dezember 1978, weiß, dass die Ermittler im Dicht auf den Fersen sind, du erinners dich, die Sienen in der Bank, da hat er das Geld versteckt. Er vergriff die Scheine in eine Plastik-Tüte, eingewickelten Koffer unter einem jungen Baum. Jetzt, fast 15 Jahre später, er ist wieder raus aus dem Knast, muss er das Geld irgendwie wiederfinden. Er weiß natürlich, dass die Polizei ihn weiter beobachtet, die warten ja nur darauf, dass er sie zum Lösegeld führt. Trotzdem, immer wieder fährt Dieter Z, die Lernstraße zwischen Bad Eibling und München ab. Denn irgendwo hier hat er das Geld damals versteckt. Irgendwann hat er dann den richtigen Straßenabstände gefunden. Aber das kleine Bäumchen, das er damals als Orientierungspunkt benutzt hat, das findet er nicht mehr. Na ja, ist ja auch, nach fast 15 Jahren nicht so einfach. Ja, Baum ist wahrscheinlich nicht mehr das Unabhänger. Das Unabhänger ist mittlerweile einfach ein Baum, die Dieter Z geht die Suche ganz methodisch an. Er teilt den Waldboden in Suchferrate ein und buddelt, was das Zeug hält. Als er schon fast aufgeben will, stößt er mit dem Sparten auf ein kleines Stückchen blausplastik. Er hat die Millionen gefunden. Und dem Geld ist in der ganzen Zeit, in der feuchten Erdennix passiert? Ja, genau, das ist das Problem. Als Dieter Z den Koffer bei sich zu Hause in der Garage öffnet, bekommt er den Schock seines Lebens. In dem Koffer ist nur noch ein großer klumpen, grauer, stinkender Match durch den Madenkriechen. Ein Loch in der Plastiktüte hat Wasser und Tiere in den Koffer einbringen lassen. Der Großteil des Geldes ist futsch. Also, mein Mitleid hält sich in Grenzen? Ja, mein zu auch. Beim genauren Hinsinn erkennt, Dieter Z das ungefähr ein Drittel der Scheine immer noch ziemlich gut erhalten. Eine weitere Bündel sind nur leicht vermodert. Mit Hilfe eines Knastkumpels, friemelt er tagelang, die verklebten Geldbültel auseinander, trocknet die Scheine mit Löschpapier und fünzi anschließend trocken. So retten die beiden rund 10 Millionen. Den Rest wirft Dieter Z in den Kamien. Es ist nicht mehr als zerfetztes Altpapier. Welcher Mensch kann schon von sich sagen, er habe fast 8 Millionen Mark in den Kamien geschoben, sagt Z später Großspurig. Diesen Kumpel hat sich Dieter Z übrigens dazu genommen, weil der angeblich die Möglichkeit hat, die Scheine irgendwo einzu tauschen und zu waschen. Aber das Ganze funktioniert nicht so. Den Hintermännern von seinem Knastkumpel sind die Scheine zu heiß und der Komparen wird langsam ungeduldig und versucht die Scheine auf eigene Faust unter die Leute zu bringen. Und dabei wird er erwischt. Die Ermittler haben natürlich die ganze Zeit versucht, den Auge drauf zu haben. Aber erst durch den Versuch des Geld einzu tauschen, können sie die beiden dann erwischen und der Kumpelverät Dieter Z und führt die Ermittler darauf hin zum Geldversteck der beiden. Aber das Geldversteck ist leer. Mr. Markeko hat mal wiedergetrickst, die Ermittler können ihm nichts anhaben. Er hat seine Strafe für die Entführung abgesessen. Und sie können ihm nur das Geld abnehmen, dass die Familie Ötker immer noch zurückfordert. Aber das Geld ist ja verschwunden. Ja, wir können ihm gerade nichts anhaben. Dieses Mal aber überlegen sich der Mittler jetzt trixen wir dich aus. Sie locken Dieter Z mit Hilfe eines verdeckten Ermittlers nach Großbritannien, wo er das Geld, was er immer noch in dem Markt ist, in Fund umtauschen will. Im Mai 1997 schnappt die Falle zu. Scottland Jardt nimmt Dieter Z in London fest, wo er gerade 12,4 Millionen Mark des Lösegelds tauschen will. Und das wird jetzt für ihn ein Problem. Wieso genau? Ich dachte, der Mittler kann ihm nichts. Genau, du darfst ja nicht zweimal für das selbe Verbrechen vorurteilt werden. Die deutschen Behörden können ihm also nix, aber die britischen. Da sind die Gesetze nämlich etwas anders als bei uns. Die britischen Behörden verurteilen Dieter Z wegen des annehmens gestulner Güter und zwar mit einem Trick. Dieter Z hatte vorher per Offenbarungseid, versichert das er nicht, wisse, wo die Millionen sind. Danach muss er sich ja von irgendwen anders wieder in Empfang genommen haben, wenn er sie nicht hat, wenn man dem Offenbarungsseid glauben kann. Und hat dann praktisch versucht, sie in London umzutauschen. Und das ist genau für die britischen Richter. Da hat man sich das Recht schon so ein bisschen zu Recht gedreht, das annehmend gestulner Güter. Das heißt, die gehen davon aus. Er hatte das Geld nicht mehr, hat das ja versichert. Hat es von jemand anderen in Empfang genommen, obwohl er wusste, dass es gestuln ist. Und das ist dann das annehmend gestulner Güter. Und das bringt Dieter Z dann noch mal zwei Jahre in Haft, dieses Mal in England. Hat er denn dann auch endlich zurückgeben, der Entführer zu sein? Ja, er hat es zugegeben und zwar erst 20 Jahre nach seiner Tat. Die ganze Zeit hatte Dieter Z selber als Justiz-Opfer verkauft, das unschuldig in Haft gelandet ist. Bisher dann im Januar 1996 plötzlich unangekündigt bei seinem Anwalt Martin Armelung. Und dessen Frau der Fernsehjournalistin Nicole Armelung im Wohnzimmer steht. Sich auf den Sesselplumsen lässt und sagt, jetzt ist es auch schon wurscht, ja, ich war's. Das ist damals kurz nachdem die Polizei seinen Knastkumpel verhaftet hatte und ein Jahr, bevor er ein letztes Mal versuchen wird, das Lösergeld einzutauschen und dabei in London festgenommen wird. Selbst sein Anwalt ist an diesem Abend fassungslos. Er hat nach eigener Aussage immer geglaubt, dass Dieter Z wirklich unschuldig ist. Gemeinsam schmieden die drei einen Plan. Armlungsfrauen Nicole soll die der Z-Interviewen. Und das tut sie auch. Wochenlang befragt sie ihn und Dieter Zit redet, wie wir mittlerweile wissen, gern. Insgesamt 127 Tonbandkassetten fühlen die beiden mit Interviews. Mr. Markeko bekommt noch mal sein ganz großen Auftritt. Am Ende entsteht daraus ein 800-seiten dickes Buch, das in einem kleinen Verlag aus Neues erscheint. Der Verlag ist sogar, und das finde ich ein knaller, frech genug, Richard Ötker zu fragen, ob er für das Buch das Vorwort schreiben will. Was hättest du an Richard Ötker zu schnell getan? Ich werde total sauer gewesen. Unverständlich. Unverständlich. Man darf nicht vergessen, was er dem angetan hat, dass er heute noch behindert ist, diese Entführung. Das ist ja kaum gehen und stehen kann, da kommen wir gleich zu. Das ist schon sehr, sehr freundlich. Man kann mir auch vorstellen, dass er auch immer wieder daran erinnert wird, dadurch, dass er eben diese Behinderung hat. Manche Situationen, dass ihm so etwas wiederfahren ist. Ja, also ich sehe es genauso wie du ich mir auch komplett ausgerastet. Aber Richard Ötker bleibt ruhig, er lehnt einfach ab, aber er ist jetzt auch gewarnt. Die Vorstellung, dass sein Entführer, sein Leid jetzt auch noch zu Geld machen will, ist für Ötker unerträglich. Nach dem Prozess hat er sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und hat nie wieder über die Entführung gesprochen. Ich habe mir immer gesagt, all das, was ich über diese Entführung zu erzählen habe, erzähle ich einmal und das vor Gericht. Und das müsste eigentlich reichen. Oder alles andere dachte ich, wird nur missbraucht, um eine große Anzahl von Menschen zu unterhalten. Und da fand ich ehrlich gesagt mein Schicksal zu schwer. Jetzt aber, wo sein Entführer mit seiner Entführung und damit sein Qualen ein zweites Malkassieren will, muss er reagieren. Das Buch über seine Entführung hat Richard Ötker nicht verhindern können, allerdings wird es kein großer Erfolg. Von dem Buch erscheinen nur zwei Auflagen, heute bekommt man es nur noch gebraucht. Doch dann erfährt Ötker, dass Dieter Z sein spätes Geständnis für Film lassen und damit ein weiteres Malkassieren will. Da geht der Medien-Schäum-Manager an die Öffentlichkeit. Gemeinsam mit einem Privatseiner plant er einen eigenen Film, um dem Projekt seines Entführers zu fortzukommen und zu verhindern, dass Dieter Z mit seinem Leid weiter Geld verdient. Im Jahr 2001 strahlt Sade 1 den Zweiteiler der Tanz mit dem Träufel aus. Sebastian Koch spielt darin Richard Ötker, der spätere Oscar-Preistrieger Christoph Wald seinen Entführer Dieter Z. Der Film wird einer der Erfolgreistenfilme des Jahres und fast zur gleichen Zeit strahlt die ID eine Doku über den Fall aus. In der Dokumentation sollte zuerst auch Richard Ötker befragt werden, aber der lehnt nach längerem überlegen ab, was die Filme machen damals gar nicht verstehen kann. Stattdessen interviewt sie Ötker's Entführer Dieter Z, der sich in der Doku unkommentiert darstellen kann, als wäre er nur ein Zeuge und nicht der Täter. Wieder bekommt Mr. Magiko sein Auftritt in der Öffentlichkeit. Die Opferschutzorganisationen weiß erringend, nennt den ID-Film damals zynisch und menschenverachtend. Sei unfassbar, dass einem Rechtsbrecher eine gebührenfinancierte Plattform geboten werde. Wie geht es den beiden heute? Ja, das ist ein bisschen schwierig rauszufinden. Gerade über Dieter Z findet man eigentlich kaum was heute noch. Man kann nur sagen, er hat nie Reue gezeigt, auch heute nicht. Zuletzt hat er wohl ein Imbes an der neuen Münichener Messe betrieben. Was ich ganz interessant finde ist, ist, dass seine Mutter, also die Mutter von Dieter Z als sie 2010 gestorben ist, 5000 Euro aus ihrem Vermögen an Richard Ötker verärbt hat, wohl als eine Art späte Entschuldigung, weil das Geld an sich, wahrscheinlich nicht. Richard Ötker hat die Summe auf 10.000 Euro aufgerundet und an die Opferschutzorganisationen weiß erringen gespendet. Er leidet, das habe ich ja gerade schon mal gesagt, auch heute noch an den Folgen seiner Entführung. Ich habe immer bei einer Veranstaltung erlebt und man sieht das halt immer noch. Also direkt nach der Entführung konnte er vier Jahre nur aufgrücken gehen und noch heute kann er nicht lange stehen und auch nur kurze Strecken laufen, auch nach zahlreichen Operationen nicht. Trotzdem lebte sein Leben weiter und macht auch Karriere im Familienkonzern. 1996 übernimmt er als Geschäftsführer die Nahrungsmittelsparte der Ötkergruppe von 2010 bis 2016. Richard Ötker als Nachfolger seines älteren Bruders August-Oberstechef der Ötkergruppe, damit steht er fast genau 40 Jahre nach seiner Entführung an der Spitze des Konzerns. Heute hat er sich all das bedingt aus der Geschäftsführung des Familienunternehmens zurückgezogen und engagiert sich vor allem für die Opferschutzorganisation weiß erringen. Sein Homor hat Richard Ötker und das finde ich ganz bewundernswerte nie verloren, bis heute amusiert er sich über den Namen des Psychaters, der sich nach seiner Entführung um ihn kümmern sollte, dockte Angst warm. Das ist wirklich auch ein geiler Name für ein Psychater wie aus so einer schlechten Tekker-Gfolger. Bei Spiegel TV sagt Richard Ötker, wenn sie dem Tod bewusst ins Auge schaut und überleben und sie sehen, dass man sehr viel kräftiger ist als man glaubt, dann ist das ein beruhigendes Gefühl für die Zukunft. Man sollte auch herausstellen, wie stark dieser Mensch Richard Ötker ist. Unglaublich, ja. Also körperlich haben wir gerade schon mal einen sehr selischen Verfassungsbeier nach der Entführung, nach wie vor ich sag mal stabil, wie das geschildert haben, weil du geschildert hast. Aber ich glaube, diese im Nachhinein noch mal diese selische Kraft, die er aufwenden musste, um das alles noch mal zu verarbeiten, dadurch das eben noch Filme oder Einfilme und diese Dokumentation und das Buch erschienen ist, fliegt das schon sehr bemerkenswert. Und auch wenn man ihn erlebt, also man kann sich im Internet auch Interviews mit ihm anschauen, man erlebt ihn nicht als zynischen oder enttäuschen oder als bitteren Menschen, obwohl ihm das alles wieder fahren ist, das ist ja mehr leid als die meisten Menschen von uns in ihrem Leben erleiden müssen. Er ist da sehr positiv und das finde ich, finde ich bewundernswert, auch wenn man das Vergleich zu einer Entführung ist, denn ein wirklich traumatisches Erlebnis. Also Tio Albrecht hat mir ja gerade schon als Beispiel genannt, der auch entführt wurde, also der Gründer von Aldi Nord. Und der hat sich nach dieser Entführung komplett aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Es gab ja von den beiden Albrechtbrüdern, die vor einigen Jahren gestorben sind, kein einziges aktuelles offizielles Foto. Das heißt, die haben für die Welt gar nicht mehr existiert. Also die sind nach dieser Entführung wahrscheinlich aufgrund der Folgen einfach von der Welt verschwunden. Die haben sich komplett zurückgezogen und haben aufgehört ein normales Leben zu führen. Und das hat ötker eben nicht gemacht, das finde ich sehr, sehr bewundernswert. Und das er daraus auch was positives gezogen hat insofern, als dass er sich so engagiert für den weißen Ring zum Beispiel. Also er hat aus dieser Entführung das beste gemacht, sofern man das sagt. Irgendwie auch eine Chance. Das ist nochmal publik zu machen, dass es Hilfe gibt. Also er nutzt diese, diesen seinen Namen oder er nutzt diese Geschichte aus, um darauf aufmerksam zu machen, um Spenden zu sammeln, eben für andere Leute, die nicht so stark sind, vielleicht wie er und die Unterstützung brauchen. Es ist wirklich sehr, sehr bewundernswert. Und abruf, wo wir wundernswert vielleicht sollte man das kurz an der Stelle noch erwähnen, damit das nicht falsch rüberkommt. Also der Plan von Dieter Z ist natürlich sehr ausgeklüggelt, aber das sollte jetzt nicht so klingen, als ob ich irgendwie Bewunderung für diesen Menschen empfinde, weil eigentlich ist es eine ganz arme Wurst, der immer gerne was ganz großes gewesen wäre. Und jetzt dann eine Entführung dafür brauchte, um sich sozusagen einmal zu verwirklichen und um allen zu zeigen, dass er ein geiler Typ ist, der irgendwie allen voraus ist. War ja am Ende nicht, weil es ja nast gelandet und vom Geld hat er auch nix gehabt. Also so gesehen, gibt es am Ende doch noch ein bisschen Gerechtigkeit auf der Welt. Natürlich genau. Ja, also ganz interessanter Fall, wie ich finde, dort ist der gesagt am Anfang, dass wir noch mal über Entführung im Allgemeinsprechen können wollen. Ja, ich weiß natürlich, dass es quatsch ist da jetzt irgendwie Tipps raus zu hauen für den unrealistischen Fall, dass ihr auch mal entführt werdet. Aber ich habe bei der Recherche zu Entführungen, generellen Parc Hinweise gefunden, die ich ganz interessant fand, vor allem weil Richard Elkardis Regeln auch befolgt hat, wahrscheinlich ganz instinktiv ohne sie vorher zu wissen. Also Alex, für den Fall, dass du entführt wirst, kriegst jetzt von mir vier Regeln. Bis bereit. Nummer eins. Nummer eins. Genau. Ich glaube, das ist allerwichtigste optimistisch bleiben. Das hat Richard Elkardis auch erzählt, Panik hilft in der Situation nicht. In den meisten Fällen wollen die Entführer selber, dass du am Leben bleibst und die wollen ja Geld mit dir verdienen. Du bist ja in dem Moment eine Ware. Das heißt also, sei erstmal nachgiebig und kooperativ, aber sei nicht zu unterwürfig. Also die sollen nicht das Gefühl haben, dass sie die ständig unter Kontrolle haben. Aber du solltest schon erstmal mitspielen. Regeln Nummer zwei. Das war auch was, was Richard Elkardis richtig gemacht hat. Sei aufmerksam. Aber das kann wichtig sein. Die Fahrtroute zur Beginn der Entführung, wie lange die Fahrt dauert, versuch so viele Eindrücke, wie möglich abzuspeichern. Selbst wenn du jetzt nicht sehen kannst, weil deine Augen verbunden sind, Geräusche, Gerüche oder wieder Boden sich anfühlt, könnten später wichtige Hinweise sein. Regeln Nummer drei. Bleib fit. Denkt auch ein bisschen bescheuert. Hilft im Zweifel, aber sehr. Versuch, wenn möglich, also wenn nicht gefesselt und geknebelt bist, dein Körper mit kleinen Übungen fit und beweglich zu halten. Wenn dein Entführer dir Essen anwietet, dann ist es, denn wenn er dich vergiften wollte, dann hätte ich schon viel einfacher töd können. Ich würde jetzt mal sagen, eher unwahrscheinlich ist, weil du eben das Druckmittel bist für Polizei, für. Wenn dein Entführer kein Bock auf den ganzen Stress hätte, dann hätte ich wahrscheinlich direkt getötet. Dann musst du jetzt nicht unbedingt, muss er dich nicht mit Essen vergiften. Also ist ordentlich und macht Sport. Tippt den man sowieso für herzigen sollte. Aber auch in dem Fall. Und regeln Nummer vier. Auch was, was Richard Elkardis gemacht hat. Bau eine Beziehung zu dem Entführer auf. Am Anfang ist es gut, erst mal auf Distanz zu bleiben und sich einen Eindruck von dem oder den Entführer zu machen. Sobald du die Charaktere einschätzen kannst, wenn es mehrere sind, dann kannst du vorsichtig versuchen, den Kontakt zu vertiefen. Erzählen ein bisschen von dir, besteh darauf, dass du mit deinem Namen angesprochen wirst und solche Kleinigkeiten, denn psychisch gesunden Menschen und natürlich nur für die Geld das. Den fällt es deutlich schwerer, ihren Opfern etwas anzutun, wenn sie zu ihnen eine persönliche Bindung aufgebaut haben. Das ist glaube ich logisch und das macht Richard Elkardis auch. Er gibt den Entführer in den Namen und sagt ihm, wir können uns mit unseren Vornamen ansprechen. Also, du kannst dich jetzt sozusagen beruhigt entführen lassen. Ich muss tatsächlich gerade sagen, dass ich während du das so mir näher bringen wolltest. Hab ich dann uns mal darüber nachgedacht, wie es wohl wäre, wenn ich dann in dem Moment quasi von hinten vielleicht munzugehalten, wenn man einen Auto gezogen werde, ob ich das dann noch so beherzigen kann. Das ist die Schwierigkeit natürlich, dabei das ist völlig, dass ich jetzt rein, ne, hypothetische Tipps von Experten für Geiselnamen. Ich habe ein paar, gibt es ganz interessante Interviews zu von Leuten, die sich häufiger mit Entführungen beschäftigen. Also in Deutschland passiert es zum Glück nicht so oft. Das muss man auch ganz klar sagen. Aber es gibt zum Beispiel Länder in Südamerika oder in Afrika, wo das dir durchaus passieren kann, das du entführt wirst, wo es dann auch nur im Geld geht. Und es gibt tatsächlich solche Experten, die sich nur damit beschäftigen für Versicherungsgesellschaften oder für Regierung, sich um Entführungen zu kümmern und geiselnfrei zu kriegen. Aber in ganz vielen Fällen wird logischerweise über die Lösegeld-Übergabe nie gesprochen, damit man jetzt nicht noch Leute auf Ideen bringt. Also meistens wenn Lösegeld gezahlt wird, hört man nie wieder davon. Okay. Also Leute, vielen Dank. Beruhigt euch, die Gefahr, dass ihr entführt werdet, ist in Deutschland relativ kring. Ich hätte auch nicht zu bieten. Außer Liebe und Bier. Richtig. Bier, liebe. Sowohl als auch. Das ist doch ein schöner Abschluss, ein romantischer Abschluss. Es war wie immer ganz schön mit dir. Das war sehr schön. Sehr interessant. Richtig, sehr interessant. Ja, ich hatte schon ganz lange Bock auf den Fall. Also du hast wahrscheinlich auch schon mal vorher von den gehört, der ist ja relativ bekannt. Und natürlich überlegt man bei solchen Fällen, mache ich die jetzt oder mache ich die nicht, weil der eine oder andere auch von den Hörern wahrscheinlich den Fall schon kennt. Aber je mehr ich mich mit der Recherche befasst habe, desto mehr habe ich gedacht, aber das sind so viele unglaubliche Details in dieser Geschichte drin, die es einfach auch verdienen erzählt zu werden, weil ich die vorher noch nie gehört hatte. Und deswegen habe ich gedacht, das eigentlich ein schöner Start in jetzt diese neue Zeit als Audio-Nau-Produktion. Ja, folgt. Das war schon, was heißt schon, ne? Das war folge Nummer 25. Es fühlt sich auch irgendwie ganz unwirklich an. Das ist jetzt schon seit 25 Folgen machen. Vielen Dank, dass ihr dabei war. Wir hören uns in zwei Wochen Montags wieder. Es sei denn, ihr holt euch jetzt die Audio-Nau-App. Da an könnt ihr uns schon in zwei Wochen am Sonntag hören. Genau. Also noch ein bisschen früher als alle anderen. Dankeschön auf Wiedersehen. Danke. Töntzschau. Tschüss. Verbrechen von nebenan. True Crime aus der Nachbarschafts. Mehr Infos und Fotos zu unseren Fällen findet ihr auf unserer Facebook und unserer Instagram-Seite.
Podcast Summary
Key Points:
Der Podcast "Verbrechen von nebenan" kündigt einen neuen Fall an und informiert über den Wechsel zur Produktionsfirma Audio Now, was regelmäßigere Folgen ermöglicht.
Es geht um die Entführung des Millionenerben Richard Oetker 1976, bei der er in einer engen Holzkiste gefangen gehalten und durch einen Stromschlag schwer verletzt wurde.
Die Entführer erpressen 21 Millionen Mark – eine Rekordsumme – und setzen einen ausgeklügelten Plan für die Geldübergabe im Münchner Stachus-Einkaufszentrum um, bei dem sie unerkannt entkommen.
Summary:
In der 25. Folge des True-Crime-Podcasts "Verbrechen von nebenan" wird zunächst der reibungslose Übergang zur Produktionsfirma Audio Now verkündet, der eine zuverlässigere Veröffentlichung der Folgen im zweiwöchigen Rhythmus sicherstellt. Anschließend wird der spektakuläre Entführungsfall des Richard Oetker vom Dezember 1976 behandelt.
Der 25-jährige Student und Spross der reichen Oetker-Familie wird auf einem Parkplatz in Freising überfallen und in einer winzigen Holzkiste gefangen gehalten. Seine Handschellen sind an einen Stromkreis angeschlossen; ein lauter Knall löst einen schweren Stromschlag aus, der Knochenbrüche und lebensgefährliche Verletzungen verursacht. Die Entführer fordern ein Rekordlösegeld von 21 Millionen Mark.
Die Geldübergabe erfolgt in einem ausgeklügelten Plan im unterirdischen Einkaufszentrum am Stachus in München, wo der Entführer durch eine geheime Tür unbemerkt mit dem Geld entkommt. Die Folge endet mit der Andeutung, dass Oetker wenige Stunden später freigelassen wird.
FAQs
Die Folge wurde aufgrund eines Umzugs des Podcasts zu Audio-Nau und damit verbundener technischer sowie rechtlicher Klärungen um eine Woche verschoben. Ab jetzt erscheinen die Folgen wieder im gewohnten Rhythmus alle zwei Wochen montags.
Hörer können den Podcast weiterhin montags auf allen Plattformen hören, ohne eine spezielle App nutzen zu müssen. Ungeduldige können neue Folgen bereits sonntags auf Audio-Nau hören, einen Tag früher als sonst.
Richard Ötker war ein Landwirtschaftsstudent und Mitglied der reichen Ötker-Familie, bekannt für das Backpulver Dr. Oetker. Er wurde am 14. Dezember 1976 entführt, um ein Lösegeld von 21 Millionen Mark zu erpressen, die höchste je in Deutschland geforderte Summe für eine Entführung.
Die Übergabe fand am 16. Dezember 1976 im Münchner Stachus-Bauwerk statt. Der Entführer nutzte einen ausgeklügelten Plan, griff durch eine geheime Stahltür, ergriff den Koffer mit dem Geld und verschwand durch einen Versorgungsgang, ohne gesehen zu werden.
Ötker erlitt schwere Verletzungen durch einen Stromschlag, der seine Handschellen auslöste. Dabei brachen beide Hüftgelenke sowie zwei Brustwirbel, und seine Lunge wurde gequetscht, was seine Überlebenschance auf 50% reduzierte.
Er blieb ruhig und konzentrierte sich darauf, Details wie Handschrift und Gerüche zu merken. Zudem baute er bewusst eine persönliche Beziehung zum Entführer auf, um seine Überlebenschancen zu erhöhen.
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