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#224 Die Mitbewohnerin

73m 40s

#224 Die Mitbewohnerin

Der Podcast "Modlust" behandelt wahre Verbrechen und ihre Hintergründe, einschließlich eines bedeutsamen Warenkriminalfalls und Freisprüchen in einem Gerichtsprozess. Es wird ein Verfahrensfehler beschrieben, der zur Aufhebung eines Mordurteils führte. Die Unglaubwürdigkeit belastender Zeugenaussagen wird beleuchtet, ebenso wie der emotionale Prozess für alle Beteiligten. Der Fall eines Warenkriminalfalls wird diskutiert, bei dem eine Frau gezwungen wird, einen bestimmten Ort zu erreichen. Zudem wird die Geschichte von Sylvie erzählt, die nach einem einschneidenden Erlebnis nach Veränderung strebt und in einer spirituellen Gemeinschaft neue Wege für sich entdeckt.

Transcription

12534 Words, 79452 Characters

Herzlich willkommen bei "Modlust", einem Podcast der Partner in Crime. Wir reden hier über wahre Verbrechen und ihre Hintergründe. Mein Name ist Paulina Kraser und ich bin Laura Wohlas. In jeder Folge erzählen wir einen bedeutsamen Warenkriminalfall nach Ort in den für euch ein. Erörtern und diskutieren die juristischen, psychologischen oder gesellschaftlichen Aspekte. Und sprechen mit Menschen, mit Expertise. Hier geht's um True Crime, also auch um die Schicksale von echten Menschen. Bitte behaltet das immer im Hinterkopf. Das machen wir auch, selbst dann, wenn wir zwischendurch mal etwas abschweifen. Das ist für uns so eine Art Comic relief, aber natürlich nicht despekteelich gemeint. Bevor wir mit dem heutigen Fall starten, in der es um eine Geschichte geht, in der ein Akt der nächsten Liebe in einer Tragedie mündet und eine Frau für ihre Hilfsbereitschaft auf grausame Weise bezahlen muss, müssen wir einmal bei den Freispruchungen als Kellerprozess sprechen, Paulina. Ja, unbedingt letzte Woche Montag hat das Landgericht trauen Stein in Bayern. Sebastian T. Nämlich freigesprochen, weil es keine Beweise für seine Schuld gefunden hat. Den Fall haben wir euch ja schon mal in Folge 200 erklärt, aber noch mal für alle. Das war die Geschichte von Hannah, die nach einer Partie nach nicht mehr nach Hause kam und deren gleiche Eintag später in der Briehen entdeckt wurde. Sebastian T. wurde im März 2024 wegen Mordes verurteilt. Das Gericht war auf ihm vor Hannah auf dem Nachhauseweg von hinten angegriffen. Er mit einem Stein auf den Kopf geschlagen, sie stranguliert und dann ins Wasser geworfen zu haben, wo sie dann ertragen. Allerdings hatte der BGH das Urteil wegen eines Verfahrensfehlers aufgehoben und zwar, weil die vorsozende Richterin sich im Laufe des Prozesses in E-Mails mit dem Staatsanwalt über die rechtliche Würdigung des Fals ausgetauscht hatte. Und das geht natürlich gar nicht, so was quasi unter Ausschluss der Verteidigung zu machen. Also ein Laufen des Verfahren mit allen Beteidigten zu besprechen, ist natürlich voll okay. Aber halt eben auch mit allen Beteidigten. Aber jetzt im zweiten Prozess ist die Kammer auf zu einem ganz anderen Schloss gekommen, als die erste. Und in der Urteilsbegründung hat die jetzt vollzune, auch so ungefähr alles auseinander genommen, was die Polizei und im Endeffekt ja auch die erste Kammer falsch gemacht haben. Größes Problem, das Gericht sagt jetzt, dass eigentlich alle belastenden Aussagen von Zeugnen unglaubhaft waren. Ich weiß nicht, ob ihr euch noch daran erinnert, aber eine Freundin von Sebastian hatte der Polizei zum Beispiel erzählt, dass er ihr von dem Mord berichtet hätte an dem Tag, an dem er noch gar nicht davon hätte wissen können. Auch die Schwester von dieser Freundin hatte sowas in der Art erzählt. Und die Mutter der beiden hatte bei der Polizei angegeben, dass Sebastian am Tag vor seiner Festnahme auch ihr gegenüber und ihrer Familie ein Geständnis abgelegt hätte. Wozu die Vorsitzende jetzt ganz klar gesagt hat, dass die Mutter definitiv gelogen habe und es mit der Wahrheit nicht so genau nehme. Das ist schon eine Aussage. Ja, und auch was den Mitinsassen von Sebastian angeht. Da hat man jetzt noch mal genauer hingesehen, der meinte Sebastian habe ihn die Tat in Haft bestanden. Und er ist jetzt laut 'nem Gutachten unglaubwürdig. Die Vorsitzende hat sich am Ende des Prozesses jetzt an Sebastian gewandt und mit Tränen in den Augen gesagt, die Tat dieses Rechtssystem hat ihnen großes Unrecht zugefügt. Als Teil dieses Rechtssystems möchten wir uns bei ihnen entschuldigen. Ja, also das muss ganz krass gewesen sein da. Also wie emotional die Vorsitzende da geworden ist, also mit Tränen in den Augen und so einer stockenden Vortragsweise. Also, die hat das offenbar richtig damit genommen. Ja, also ich glaube, dieser ganze Prozess ist relativ emotionsgeladen. Wir erinnern uns ja auch noch daran, dass die Eltern relativ zu Beginn des zweiten Prozesses auch angemerkt haben, dass es hier jetzt nicht mehr um Hanna geht. Und das ist natürlich auch eine unfassbare Trage. Ja, weil der erste Prozess hat zumindest den Anschein gemacht, dass er den Eltern und den Freundinnen antworten geben kann. Und das fällt jetzt natürlich alles weg. Genau, im zweiten Verfahren wurde jetzt auch gar nicht erst versucht zu klären, wie Hanna gestorben ist. Und ich will mir gar nicht auswahlen, wie das jetzt für die Familie ist, die jetzt mit noch mehr Fragezeichen wahrscheinlich zu Hause sitzt. Genau die Theorie der Verteidigung war ja schon die ganze Zeit. Wahrscheinlich war es ein Unfall gewesen. Aber ob das nun so war, das weiß man jetzt am Ende des zweiten Prozesses immer noch nicht. Ja, wir hatten uns ja am Ende der Folge 200 gewünscht, dass es eben für alle Antworten gibt. Das ist jetzt leider nicht der Fall. Es ist aber natürlich so wichtig, dass es diesen zweiten Prozess gegeben hat für Sebastian, der jetzt wirklich eine so lange Zeit offenbar unschuldig in Haft sah. Und es ist auch super wichtig, aufzuzeigen, welche Fehler gemacht wurden. Und ob und inwieweit ist tatsächlich dann auch vielleicht zu Konsequenzen für die Ermittler*innen und die Vorsitzende aus dem ersten Verfahren geben wird. Das werden wir wahrscheinlich in den nächsten Wochen und Monaten sehen. Jetzt kommen wir aber erstmal zu unserem heutigen Fall, in dem das Urteil zwar viel schneller gefällt wird, für die hinterbliebenden mir doch genauso viele Fragen offen bleiben. Paulina, du hattest doch mal so eine Phase, in der du ein Lieblingsgetränk hattest, mit dem du aber so eine Art Hassliebe hattest. Weißt du noch welches ich meine? Also ich hoffe, du meinst jetzt nicht das, was ich so saure Läcker fand und wovon ich aber magengremfe des Todes bekommen hab und dachte, ich kann kein Schritt mehr laufen. Nee, das ist nicht das. Nee, ich meinte eins, was du dann aufgegeben hast, weil das so ungesund war. Ach so, meine Enner-Judel. Ja. Musst du seils in die Wundestruhe? Ja, aber nur, weil ich dir jetzt sagen kann, dass ich eine Lösung für dich hab, dass du zurück kannst zu deinem Lieblingsgetränk, dass du dich wach hält, ohne große Gewissensbüsse. Ach so, ja, das muss ich natürlich gucken, ob ich mich darauf einstellen kann, denn wenn man eine Zeit lang weg ist davon, dann schmecken die natürlich auf einmal ganz künstlich. Ja, aber nicht bei unserem heutigen Werbepartner Holy, die haben nämlich eine richtig gute Alternative, den Holy Energy ohne Taurin. Das hört sich interessant an. Ja, aber auch für Leute wie mich, die keine Energy Drinks mögen, dafür aber eine Vorliebe haben für Soft Drinks. Schafft Holy Abhilfe und zwar gibt es da zum Beispiel den Holy iced tea, also Zuckerfreien, Kalorin am iced tea und ich liebe ja iced tea. Ja, ich liebe iced tea auch. Ja. Für sich iced tea ist fast mein Lieblingsgetränk, würde ich sagen. Ja. Was ich auch gesehen hab, ist, dass die Milch Shakes haben, Zuckerfreie und ohne Koffe ihn, vegan und voller Vitamine. Das fand ich natürlich richtig gut, liebe vegane Sachen. Und sie haben auch Kakao. Und zur Winterzeit hat Holy jetzt auch limitierte Sorten wie Spekulatius und Winterpunsch Hibiscus. Und zusätzlich hat Holy gerade auch noch verschiedene Christmas Bandels. Um mit dem Code Mod Lust, M-O-R-D-L-U-S-T, gibt es zusätzlich noch mal 10% auf alles. Also schaut gerne mal rein auf weaholy.com/modlust. Genau, Modlust als Code kann man sich ja einfach merken. Aber mehr Infos und die Links zum einlösen des Code findet ihr wie immer natürlich auch noch mal in der folgen Beschreibung. Werbung Ende. Eine Genaam haben wir geändert. Es ist noch vor 6 Uhr früh an diesem verrigneten Morgen des 5. Oktober 2021. Die Autobahn A6 bei Nürnberg ist bis auf wenige Lastwagen die gemählich auf der rechten Sporthokern noch fast leer. Der Asphalt glänzt, das Wasser spiegelt sich im Grill nicht, der Scheinwerfer und erschwert die Sicht. Die Scheibenwischer quietsch monoton im Takt. Links rechts, links rechts. Ein Geräusch, das die Anspannung im Inneren des Autos abbildet, hinter dessen Nengratsel wie sitzt. Die 55-Jährige mit den brauen Schulterlangen Han und den graublauen Augen hält es fest um Schlossen. So fest, dass ihre Knöchelweise hervortreten. Ihr Pulsrast, sie versucht ihre Atmung zu kontrollieren. Jeder Muskel in ihrem Körper ist verkrampft. Sie wird sich hilflos und hat Angst. Angst vor dem, was sie nicht verhindern konnte und vor dem, was noch vor ihr liegt. Jetzt bloß nicht von der Farbe anabkommen. Nur kein Fehler machen. Ihre Augen bleiben starg auf die Weise mit Linie gerichtet. Doch Sylvie spürt die Gefahren, die direkt neben ihr sitzt. Die Person auf dem Beifahrer Platz hat ein Messer auf dem Schoss und wiederholt immer und immer wieder das Ziel, dass sie hat und zu dem Sylvie sie fahren soll. Noch 45 Kilometer sind es bis dorthin. Und während die Dunkelheit der Nacht langsam der Morgendämmerung weicht, wächst mit jedem weiteren Kilometer in Sylvie die Befürchtung, dass viele Menschen den heranbrechenden Tag heute nicht überleben werden. Sechs Jahre zuvor. Heute ist ein Tag wie jeder andere im Leben von Sylvie und ihrem Mann Peter. Doch er wird ihre Zukunft maßgeblich beeinflussen. Während die beiden an diesem Abend, im Frühjahr 2015, wie so oft schweigend in der Küche sitzen, ist das einzige Geräusch, das ihre Stelle durchbricht die Stimme eines Radiomoderators. Ein Feature über Homosexualität bei jungen Menschen läuft gerade im Radio. Da sagt Peter plötzlich, "Das ist doch nur eine Mode, da probiert man das halt aus." Sylvie erstart. Was hat er da gerade gesagt? Der Kommentar kam ihm ganz beileufig über die Lippen wie eine Bemerkung von vielen. Aber die 49 jährige spürt die Abschätzigkeit dahinter. Sie entgegnet irritiert, als ob man sich das aussuchen könnte. Peter zuckt nur müde mit den Schultern. Für ihn ist das Thema damit erledigt. Doch in Sylvie halten die Worte nach. Sie sieht ihn an, den man, mit dem sie seit mehr als 20 Jahren verheiratet ist und vier Kinder hat. Den 55 jährigen Ingenieur mit dem gräulichlichen Haar und dem kleinen Bauchansatz der pragmatisch und still ist, wie immer. Auf Sylvie wirkt Peter schon seit längerem irgendwie fest gefahren, unbeweglich und unwillig überhaupt noch etwas Neues in sein Leben zu lassen. Sei es ein Hobby oder auch nur ein neuer Gedanke. Unter dem Moment in der Küche wird Sylvie etwas bewusst, das schon lange unter der Oberfläche gehrt. Sie und ihr Mann sprechen nicht mehr dieselbe Sprache. In den nächsten Tagen und Wochen wächst die Erkenntnis in Sylvie, dass sie so nicht mehr leben will. Der eine unbedachte Kommentar von Peter hat sich als Anstoß herausgestellt. Für einen Umdenken, das Sylvie nicht hat kommen sehen. Aber ihr wird klar, dass die Routine und die Sicherheit, die sie jahrelang getragen haben, nicht mehr reichen. Die Kinder werden immer selbstständiger, die tägliche Verantwortung kleiner und plötzlich ist da diese Kluff zwischen dem, was sie lebt und dem, was sie noch fühlen möchte. Jetzt mit Ende 40 spürt sie eine Sehnsucht nach Aufbruch, nach einem neuen Sinn im Leben. Sie stellt sich fragen, die sie lange verdrängt hat. Was will ich eigentlich? Nicht als Mutter, nicht als Ehefrau, sondern als Mensch, als Sylvie. Sie fing an zu grübeln, richtig zu grübeln. Vielleicht konnte sie etwas anderes machen, als in Teilzeit als Pharmazolte stechnische Assistentin in einer Apotheke zu arbeiten. Etwas anderes werden. Etwas, das mehr sie ist. Schon bald spielt Sylvie mit dem Gedanken, eine Ausbildung zur Heilpraktikern zu machen. Etwas, das gar nicht so weit von dem entfernt ist, was sie gelernt hat. Sylvie möchte anderen Menschen helfen und ihr Interesse für Pharmazie und Heilkunde bestärkt sie darin, der Idee nachzugehen. Aber auch die Vorstellung davon selbstständig und somit unabhängiger zu werden, sollte sie ihre eigene Praxis aufmachen. Und die mehr sie sich damit beschäftigt, desto deutlicher wird ihr, das will sie wirklich. Das ist keine Flucht aus der Ehe. Es ist der Weg zu sich selbst. Und es dauert nicht lange. Das Sylvie auch schon in ihrer ersten Ausbildung Stunde zur Heilpraktikern. Und zu an, wohin sie diese Reise führen wird. Dort lernt sie eine Frau kennen, mit der sie sich auf Anliebgut versteht und die ihr von einer spirituellen Gemeinschaft erzählt, die Sylvie hellhörig macht. Eine Gruppe von Gleichgesinnten, die sich in der Natur treffen, zusammen meditieren, austauschen und sich gegenseitig stärken. Keine Sekte, keine Isoterikblase, sondern eine Gemeinschaft, die die Einfachheit, Authentizität und das Erleben der Natur ins Zentrum stellt, erklärt die Frau. Sylvie findet das alles äußerst interessant. Nach Jahren des Funktionierens und Organisierens klingt das für sie einfach aufregend und so ganz anders als der Monotoneralltag, aus dem sie ohnehin ausbrechen will. Als sie erfährt, dass bald das Sommerfest der Gruppe stattfindet, packt sie die Gelegenheit beim Schock. Die Kinder kann sehr wie beruhigt mal eine Nacht alleine lassen, ohne dass ihr Mama herzschwer wird. Die Jungs, Paul und Lukas sind schon älter und ohnehin meist mit eigenen Interessen beschäftigt, genauso wie ihre älteste Tochter Leonie. Das Neste Kienbusi ist mittlerweile auch schon elf und obwohl sie immer ihre Kleine bleiben wird, verbringt sie inzwischen auch mehr Zeit in ihrem Zimmer als mit Mama. Sylvie ist also bereit für ein Abenteuer, schnappt sich Isomate und Schlaf, sagt, und macht sich im Augusten auf den Weg in einen nagelegenden Wald. Als Sylvie ankommt, hat bereits die Abentimmerung eingesetzt. Schon von weitem hört sie geselliges Treiben. Sie ist aufgeregt, eine Mischung aus Vorfreude, aber auch in der Wusität macht sich breit. Wird man sie mit offenen Arm empfangen oder doch komisch anschauen? Passt sie überhaupt dazu? Doch die Zweifel weichen schnell der Faszination. Im Wald fallen ihr Bundelaternen auf die an den Ästen hängen, die weißen Kieselsteine auf dem Fahrt vor ihr leuchten und für Sylvie fühlt es sich an, wie in einem Märchen weit zu sein. Der Weg fützt sie schließlich auf eine Lichtung, auf der ein Blockhaus steht, daneben Tippi-Zählte. Um die 30 Leute sind dort versammelt, einige sitzen vor dem Lagerfeuer, andere bereiten Essen vor oder militieren im Kreis. Hallo, schön, dass du da bist. Wird Sylvie direkt herzlich empfangen und kurz so zert's später, sitzt sie mit einem veganen Reisgericht vor dem Prasseln und Feuer. Neugierig läuft Sylvie den Gesprächen und merkt schnell, dass hier nicht die typischen Unterhaltungen geschürt werden, die man sonst unter Erwachsenen kennt. Kein nerviger Small Talk, niemand interessiert sich als erstes dafür, wo sie arbeitet, wie viele Kinder sie hat oder woher sie kommt. Stattdessen spürt sie echtes Interesse an der Person hinter der Faszade. Wo steht Sylvie im Leben? Was erfüllt sie? Was sind ihre Träume? Diese Tiefe, diese ungewöhnliche Ehrlichkeit, kennt sie aus ihrem Alltag nicht und genau das imponiert ihr. Als die Dunkelheit über die Waldlichtung hereinbricht, sieht sie wie die leuchtenden Sterne am Himmel. Ein Anblick, den sie im Vorort von Nürnberg schon lange nicht mehr gesehen hat und er klar macht, wie sehr sie es vermisst, draußen in der Natur zu sein. Passend dazu tünden uns fährische Musik aus der aufgebauten Musikanlage und die Menschen um sie herum beginnen zu tanzen. Nach anfänglichen Zugern lässt sich auch Sylvie treiben und bewegt sich zu den Klingen. Nach einer gewissen Zeit fällt Sylvie dann dieser Mann auf. Er sitzt barfuß vor dem Blockhaus auf dem Boden und wirkt dazu, der er in sich ruhen. Für Sylvie sieht er aus, wie ein Mensch der viel Zeit in der Natur verbringt und sich körperlich betätigt. Seine Händelsenkob, man kann, wie von jemanden, der erschafft, der anpackt. Seine Haut ist Sonnen gebräunt, seinem Körper drartig und muskulös. Als sie näherkommen, verdiert sich Sylvie für ein Moment in seinen Stechentellblauen Augen. Sie gesellt sich zu ihm und erstellt sich ihr als Eckhart vor. Dabei schenkt er ihr ein warmes Lächeln, nicht aufgesetzt, viel mehr Einladen und liebevoll. Eckhart ist genauso alt wie sie. Auf dem Kopf trägt er eine Halbplätze. Am Hinterkopf entdeckt Sylvie ein einzelnen Dreadlock. Normalerweise arbeite er als Erzieher in einer Kita, erzählt er Sylvie. Aktuell sei aber krank geschrieben und wegen psychischer Problem in Therapie. Sylvie ist erstaunt, dass er so offen damit umgeht und einer völlig fremden Gegenüber solch privates Dingepreis gibt. Ein Mann, der sich für seine Schwächen nicht schämt und seine Gesundheit vor die Arbeit stellt, etwas, das Sylvie selten im Leben begegnet ist. Was ihm helfen und viel Spaß bereite, sei seine große Leidenschaft, die Landart. Er schiebt gleich hinterher, was das bedeutet, Steine stapeln und so Zeug. Sagt er mit deinen Grinzen. Jetzt ist Sylvie dran und sie hat von Anfang an das Gefühl, dass sie Eckhart alles erzählen kann. Obwohl sie ihn erst vor wenigen Minuten kennengelernt hat, entsteht sofort ein Vertrauen. Fast so, es hätte sie endlich jemanden gefunden, der sie wirklich sieht. Sie erzählt ihm von ihrem Leben mit Peter, von dem Gefühl, seit Jahren nur zu funktionieren und von ihrer Sehnsucht nach Veränderung. Eckhart hört ihr auf Maxim zu, erzählt aber auch immer mal wieder aus seinem eigenen Leben. Und so merkt Sylvie schnell, dass er versteht, wo von sie spricht. Denn Eckhart steckt gerade selbst in einem Umbruch. Auch er hatte eine lange Beziehung und lebt inzwischen getrennt von seiner Frau und seinem Kind. Er berichtet mit einem Funkel in seinen Augen von seinem neuen Bauwagen, den er sich gekauft hat, um sich zurückzuziehen, allein in der Natur zu sein und dort an kreativen Projekten zu arbeiten. Während Eckhart von seinen neuen Lebens spricht, sieht Sylvie zum ersten Mal, wie es aussehen kann, sich selbst an erste Stelle zu setzen. Nicht nur zu träumen, sondern tatsächlich zu handeln. Sie betrachtet ihn und spürt, er hat den Mut, den sie sich selbst immer gewünscht hat. Als Eckhart kurz darauf aufsteht, um jemandem im Blockhaus zu helfen, bleibt für Sylvie ein Gefühl zurück, das tief in ihr Nachhalt. So, als seien ihr etwas in Schwingen geraten. Besält von den Einbrücken des Abends schlägt Sylvie ihre Isomate auf und legt sich unter dem Sternhimmel schlafen. Am nächsten Morgen wacht sie auf, energiegeladen und voller Leben, trotz der wenigen Stunden Schlaf und dem Hartenuntergrund. Ein Gefühl, dass sie lange nicht mehr hatte. Nachdem sie sich von allen verabschiedet hat, setzt sie sich in ihr Auto und fährt los, zurück in ihr altes Leben zu Peter und den Kindern. Auf dem Rückweg wird ihr klar, sie würde eigentlich lieber sofort wieder umdrehen. Sie will teil dieser Gruppe werden, noch mehr Nächte unter freiem Himmel erleben und noch mehr Zeit mit den Menschen dort verbringen. Doch zu Hause schleicht sich der Trotz schneller wieder ein, als Sylvie lieb ist. Sylvie hält zwar mit einigen aus der Gruppe Kontakt, aber zu den Treffen schafft sie es dann doch nie. Die Nacht unter dem Sternhimmel rückt und weite Ferne. Bald nicht mehr nur gefühlt, sondern auch tatsächlich. Denn ein ganzes Jahr vergeht, bis sie sich im Sommer 2016 wieder in den Wald begiebt. Das Sommerfest steht erneut an und als sie auf der Lichtung Eckrad wieder sieht, ist sie sofort wieder da. Diese Anziehung, diese Resonanz, als hätte es das Jahr, in dem sie keinen Kontakt hatten, nicht gegeben. Diesmal tauschen sie nun mal aus und fangen an, sich zu schreiben. Anfangs zahlkraft, dann immer häufiger. Es dauert nicht lange, da merkt Sylvie, wie ihre Gefühle für Eckrad intensiver werden. Erst ist es nur eine Spannung, ein Kribbeln im Bauch, doch dann merkt sie, dass sie ihn wiedersehen will. Nach ein paar Wochen weiß sie, sie ist verliebt. Zum ersten Mal seit Jahren hat sie das Gefühl, wirklich gesehen zu werden. Als Frau, als Mensch, nicht nur als Mutter, nicht nur als jemand, der hier zu Hause den Laden schmeißt. Sylvie will ehrlich sein mit Peter. Das hat er nach all den Elian verdient. Also legt sie die Karten auf den Tisch. Sie fühlt sich von ihm nicht mehr verstanden, nicht mehr erfüllt in der El und eingeregnet von all den Verpflichtungen und Routine. Und sie ist verliebt in einen anderen. Sylvie hat sich entschieden. Sie wird Peter verlassen und damit aus dem Haus der Familie ausziehen. Ein Gedanke, der ihr Mama Herz schwer werden lässt, aber einer, dem sie nachgehen muss, um selbst wieder glücklich zu werden. Und das ist doch auch wichtig für ihre Kinder, dass sie eine zufriedene Mutter haben und eine, die ihn vorliebt, dass man auch seinen eigenen München nachgehen sollte. Denn das macht Sylvie jetzt. Sie stellt sich selbst vorne an, hört auf ihre Bedürfnisse und gibt ihm Leben mit Eckert eine echte Chance. Im November 2017 wagen Sylvie und Eckert da nach mehreren Monatenbeziehungen den nächsten großen Schritt und sie ziehen in ein Haus nach Nürnberg. Ein Haus mit Garten, ein echtes Zuhause, nur für sie zwei. Am Tag des Einzugs ist Sylvie schon morgens aufgeregt. Als ihr am Abend endlich von der Apotheke aus Los fährt, erhält sie eine kurze SMS von Eckert. Schlüssel liegt unter der Wurze, steht er nur. Sie wundert sich, wird er selbst gar nicht da sein? Sylvie merkt, wie sich Enttäuschung breit macht. Sie hatte sich schon ausgemagt, wie sie gemeinsam den Einzug feiern. Doch als Sylvie steht sich vor dem Haus, steht den Schlüssel in der Hand, spürt sie, was das alles wirklich bedeutet. Das ist jetzt ihr neues Zuhause, zusammen mit ihrer neuen Liebe. Glück durchströmt ihren ganzen Körper. Sie öffnet die Tür, alles ist dunkel. Dann steigt ihr der Duft von Reucherstäbchen in die Nase. Auf dem Boden zieht sie kleine Teelig, da brennt ihr den Weg durch die Dunkelheit, bis ins Schlafzimmer weisen. Sylvie muss schmunzeln. Das sieht Eckert ähnlich. Söööööööööööööööööööööösööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööö. Ja, ich habe auch grad gedacht. Wie lange wird ihr zusammen für dich das jetzt süße oder für dich das jetzt Tomat? Aber ich finde es süß. Ab wann, wie so, ab wann, würdst du es denn Tomat schwinden und ab wie viel Monat süß. Ich würde irgendwie, wenn man lange zusammen ist, dann finde ich es ein bisschen Tomat. Nee, also gerade nicht. Ich weiß nicht, dass wir gerade anders kommen. Also am Anfang, wo man sich offenbar eh mehr ins Zeug legt, als am Ende. Da würde ich das wahrscheinlich zu kützlich finden. Aber wenn man es halt irgendwie sowas nach zwei oder drei Jahren ist doch mega niedlich. Also, ich meine, das speziell werden jetzt auch nicht so mein geschmeid. Das wird täglich dann ja. Aber es war eine coole Idee, weil ja erst so getan hat, als wäre ich da. Das war schon ganz ja, ganz süß. Das Gefühl angekommen zu sein, dass wir in diesem Moment spürt, wird über die nächsten Jahre mit Eckhart nur noch mehr gefestigt. In einem Leben, dass sich manchmal unendlich entschleunigt anfühlt. Nämlich dann, wenn sie ausgiebige Waldspaziergänger unternehmen, ihre Gartenarbeit nachgehen oder mit der schamanischen Gruppe an heilsamen Ritualen teilnehmen. Und eins, dass sich manchmal nicht mal aufregend anfühlt, dann wenn sie gemeinsam auf Festivals tanzen, Gleichschimpf liegen oder spirituelle Reisen nach Indien unternehmen. Und zwischendurch ist Sylvie weiterhin Mutter und Arbeitnehmerin. Ihre vier Kinder haben die Trennung bisher gut verkraftet. Sie hat weiterhin ein liebevolles Verhältnis zu ihnen. Duga zu ihrem Ex-Mann Peter entwickelt sich über die Jahre eine gute respektvolle Beziehung. Trotz der Enttäuschung und Kränkung anfangs ist der Verständnis voll, wofür sie wie ein sehr dankbar ist, vor allem der Kinder wegen. Was die Arbeit angeht, hat sich Sylvie mit ihrer Stelle in der Apotheke arrangiert. Die Idee, eine eigene Praxis als Heilpraktikerin zu eröffnen, hatte sie verworfen, da das Ganze für sie letztendlich zu viel bürokratischen Aufwand und zu viel Risiko bedeutet hätte. Seit sie ihm auch dank Eck hat, zu sich selbst gefunden hat, fützt sich ihr Beruf aber auch viel erfüllender an. Sylvie, es eben angekommen. Und an einem dieser Tage im August 2020, an denen Sylvie nach Feierabend zufrieden aus der Apotheke kommt, sieht sie eine Frau, die ihr sofort bekannt vorkommt. Eine attraktive, großgewachsene Blondiner. Woher kennt sie sie noch mal? Ist das Michelle? Eine Freundin von Eck hat aus der schamanischen Gemeinschaft. Michelle ist Grafikdesignerin und gibt in der Gruppe Workshops für Kinder, in denen sie Traumfänger mit ihnen bastelt und gibts abdrücke macht. Das hatte Sylvie schon öfter mitbekommen. Vielmehr weiß sie aber nicht von ihr. Nur, dass sie normalerweise immer sehr selbstbewusst, exprisiv und gut gelaunt wirkt. Ganz im Gegensatz zu heute, möglich, dass Sylvie sie deswegen nicht gleich erkannt hat, denn heute sieht Michelle verloren aus. Eine Mischung aus Anspannung und Erschöpfung liegt auf ihrem Gesicht. Sylvie spricht sie an und fragt, wie es ihr geht und da sprudelt es nur so aus Michelle heraus. Sie habe Probleme mit ihrem Ex, bei dem ihre zwei Kinder leben und aus ihrer Wohnung müsse sie auch raus und sie wissen nicht wohin. Sylvie versteht sofort. Die Trennung, die Angst um ein Zuhause, die Unsicherheit, das alles kennt sie. Auch sie hat diese Brüche erlebt, vor mittlerweile mehr als drei Jahren, als sie sich vom Peter trennte und aus dem gemeinsamen Haus auszog. Sylvie möchte helfen und so erzählt Sylvie Eckert später von Michelle Situation. Die beiden überlegen, sie haben genug Platz hier im Haus mehr als Sylvie und Eckert brauchen. Im Erdgeschoss liegen Wohnzimmer und Küche. Im ersten Stock schlafen sie zusammen und haben noch einen Gäste zum ab, denn dass sich Sylvie manchmal zurückzieht. Im zweiten Stockwerk gibt es dann noch einen ganzen Wohnbereich mit eigenem Bad und Küche, den sie gar nicht nutzen. Warum sollten sie Michelle nicht helfen und ihr vorübergehend diese Räume zur Verfügung stellen? Außerdem eine Untermiete würde die Haushaltskasse aufstocken. Gesaggetan. Ein paar Wochen später zieht die 38-jährige Michelle auch schon ins zweiten Stockwerk ein. 300 Euro Miete kein Vertrag. Und auch wenn die Räumlichkeiten klar getrennt sind, gibt es in den nächsten Wochen immer wieder gemeinsame Abendessen, gemütliches bei sammensein am Kaminfeuer und manchmal tiefe, manchmal quatschige, aber immer bereichende Gespräche. Eckert, Sylvie und Michelle hören und machen gemeinsam Musik. Michelle bietet auch so den Massagen an, die nicht nur ihr langjähriger Freund Eckert, sondern auch Sylvie gerne annimmt. Nach ein paar Monaten geht Michelle auch mal abends raus und sogar wieder auf Dates. Sie scheint sich langsam zu fangen, was Sylvie freut. Das Zusammenleben führt sich schon bald an wie eine kleine Gemeinschaft und damit ein bisschen wie die Verlängerung dessen, was Sylvie in der Schammeanschengruppe gefunden hat. Menschen, die sich gegenseitig stützen und für einander da sind. Doch das miteinander der Dreie wird überschattet und zwar von Michelle's anhaltenden Problem mit ihrem Ex-Mann. Jedes Mal, wenn Sylvie die Telefonate der beiden mitbekommt, ist sie besorgt. Laut stark wird über die Kinder gestritten, die Michelle fast nur an den Wochenenden sieht. Nach ein paar Monaten öffnet sich Michelle Sylvie und Eckert gegenüber und erzählt ihnen von ihren Sorgen und Ängsten und von dem Streit, des zu eskalieren droht. Doch Sylvie meckt schnell, dass sie sich ein wenig überfordert fühlt. Sie weiß nicht, wie sie Michelle er wirklich helfen kann mit welchen Worten und welchen Ratschlägen. Ab jetzt fällt Sylvie nun auch häufiger auf, dass Michelle selbst mit der Situation immer weniger zurechtkommt. Sylvie hört sie manchmal laut schluchtend oder brüllend in ihrem Zimmer. Wenn sie ihr danach über den Weg läuft, wird Michelle niedergeschlagen und erschöpft. Aber dann gibt es auch andere Tage, da singt Michelle euphorisch zu lauter Musik und scheint total gut drauf zu sein. Sylvie kann deshalb nicht wirklich einschätzen, wie schlimm die Lage tatsächlich ist. Eckert ist dann nährt an, er kennt Michelle schon viel länger und er ist es auch, dem Michelle viel mehr anvertraut. Der 55erige wird in den nächsten Monaten zur echten Stütze für sie. Er hat immer ein offenes Ohr, das liegt in seiner Natur zuzuhören, Tipps zu geben, dazu sein. Mit dieser geduldigen Aufmerksam-Art, die Sylvie sehr an ihm liebt. Für Michelle scheint das wie ein Rettungsankar zu sein. Immer wieder stecken die beiden die Köpfe zusammen. Sylvie ist froh, wenn die Gespräche nicht mehr in der Küche, sondern oben bei Michelle stattfinden. Aber sie spürt, wie die Mitbewohnerin immer mehr Raum einimmt, wie ihre Stimme lauter und ihre Präsenz im Haus größer wird. Wie an einem Tag, an dem ihre Söhne, sechs und sieben Jahre alt, gerade zu Besuch sind. Michelle ist deshalb schon den ganzen Tag gut drauf und es scheint auch alles ganz normal zu verlaufen, bis die Situation im Obergeschoss plötzlich aus den Fugen gerät. Sylvie hört, wie Michelle und ihr ältester Sohn heftig streiten. Kurze Zeit später stimmt zuerst der Junge an Sylvie vorbei nach draußen, dann läuft Michelle ihm hinterher. Sylvie bleibt Radbrust zurück. Nach einer Weile kommen die beiden zurück und gehen schweigend ins Obergeschoss. Sylvie glaubt, die Situation sei gelöst, doch dann klingelt es an der Tür. Als Sylvie öffnet, steht der Opa der Kinder fetterlicherseits vor ihr. Ein älterer Mann, dem die Lage, sichtlich unangenehm ist, der aber fest entschlossen ist, seine Enkelkinder abzuholen. Sylvie ruft nach Michelle, doch die weigert sich. Niemand nimmt mir die Kinder weg, flucht sie durchs ganze Haus. Sylvie fühlt sich in dieser Situation vollkommen überfordert und fehl am Platz, so sie versuchen zu schlichten oder den Großvater wegschicken. Sie will nicht zwischen die Fronten geraten und überlegt gerade noch, da kommen die Kinder bereits die Treppe herunter. Schließlich steigen die Jungs zu ihrem Großvater ins Auto, während Michelle schluchtend in ihrem Zimmer verschwindet. Nachdem die Tür in Schloss gefallen ist, herrscht im Haus bedrückte Stimmung. Sylvie hört, wie Michelle in ihrem Zimmer laut weint und sieht, wie er gerade unruhig durchs Haus läuft. Gerade für ihn, der als Erzieher, Kinder über alles liebt, es kaum zu ertragen, wie der Großvater einfach aufgetaucht ist und die kleinen ohne Rücksicht hin und hergeschoben werden. Sylvie und Eckert fragen sich, ob sie den Mann nicht einfach hätten wegschicken sollen. Doch am Ende wissen sie auch nicht wirklich, was Sache war und sehen sich auch nicht in der Rolle, sich zutief einzumischen. Trotzdem tut ihnen Michelle an diesem Abend einfach nur leid, hatte sie sich doch so gefreut, mal wieder Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Sylvie beobachtet von nun an, wie sich Michelle immer mehr zurückzieht. Tagelang bleibt sie in ihrem Zimmer, der Kontakt zur Außenwelt reiß langsam ab. Sylvie bereitet diese Entwicklung große Sorgen. Sie wünscht sich, dass Michelle aus der Miserie findet und damit vielleicht auch bald aus ihrem Haus. Denn inzwischen fühlt sich Sylvie in den eigenen Verbänden immer weniger zu Hause. Im Spätsamad 2021 ist schon mehr als ein halbes Jahr vergangen, in dem das Zusammenleben mit Michelle mehr und mehr zur Belastungsprobe wird. Die Zeit der unbeschwerten Gemeinschaft ist längst vorbei. Gemeinsame Abende gibt es kaum noch stattdessen, herrstrückt, zug und angespanntes Nebenleinander. Als Sylvie an einem September Tag gerade in ihrer Mittagspause im Ruhrraum der Apotheke sitzt, greift sie bald auf dich zum Handy, öffnet Facebook und erstart. Auf ihrem Bildschirm sitzt sie ein Selfie von Michelle aufgenommen auf Sylvie und Eckert Sofa. Hinter ihr, das Blätter-Mandela an der Wand, das Eckert gebastet hat. Michelle hat ohne zu fragen den privaten Bereich von Sylvie und Eckert betreten und damit Sylvie's Privatsphärer missachtet. So fühlt es sich zumindest für Sylvie an, die immer noch unglaublich auf ihr Handy blickt. Bislang war Michelle anstrengend, ja, streit mit dem Ex, lautes Gebrüll und Situation, wie mit dem Großvater, in die Sylvie ungewollt hineingezogen wird. Aber dieses Selfie, das ist eine neuer Art der Grenzüberschreitung. Hat Eckert ihr das erlaubt oder wie kommt sie darauf so etwas zu machen und dann auch noch zu posten? So fortruft Sylvie bei Eckert an. Er könne sich der Verhalten von Michelle auch nicht erklären, verspricht aber mit ihr zu sprechen, soweit er zu Hause ist. Für Sylvie bleibt ein ungutes Gefühl. Was macht Michelle allein in ihrem Wohnzimmer? Kurzfalls wird sie an sich selbst, sie vielleicht zu strengen, überinterpretiert sie alles. Doch es lässt sie nicht los und sie hat das Bedürfnis auch selbst etwas zu Michelle zu sagen. Sie schreibt ja also eine höfliche, aber bestimmte Nachricht, sie sollte das Foto betelöschen. Michelle reagiert zwar auf Sylvie's Text nicht, löscht aber das Foto. Für Sylvie ist noch diese Aktion so oder so klar. Michelle muss ausziehen und zwar lieber früher als später. ihre Gastfreundschaft hat Michelle längst überstrapaziert. Was als rübergehende Hilfe für wenige Wochen gedacht war, ist mittlerweile zu einem ganzen Jahr geworden, in dem das Zusammenleben immer unerträglicher geworden ist. Also ich kann mir das ja auch nicht vorstellen, so lange Zeit jemanden bei sich wohnen zu haben. Ich hatte das mit meinem Ex-Partner mal, das zweimal verwandel von ihm länger bei uns gewohnt haben in einer zweitzimmer Wohnung. Also die haben dann halt im Wohnzimmer gelebt, während die jeweils eine Wohnung im Berlin gesucht haben, was natürlich nicht leicht ist und eine lange Zeit dauert. Und es ist einfach, man fühlt sich dann halt nicht so richtig zu Hause. Nee, und überhaupt immer jemand dazu haben, der jetzt nicht zur Familie gehört oder so, ist einfach anstrengend. Man will ja auch einfach mal nach Hause kommen und niemand ist da. Ja, genau. Und dann wenn man noch eine Person hat, die irgendwie immer laut ist oder dann halt so Aktionen irgendwie vorkommen, wo man sich irgendwie plötzlich fühlt, es müsste man hier irgendwie ein Streitschlechten oder sowas. Also stelle ich mir auch ganz, ganz unangenehm vor. Und passiert was, bei den man denken könnte, vielleicht an. Wie schön das schon so ein bisschen, dass da was im Agen ist, denn sie kündigt an, für ein paar Wochen nach Berlin zu fahren, um Abstand zu gewinnen. Und als Michelle weg ist, ist es für See, die als würde jemand im Haus die Fans dabei aufreißen, um frische Luft reinzulassen. Plötzlich ist alles still. Kein Poltern des Treppensteigen, keine laute Musik, kein Geschrei, dass ihr den Feierabend raubt. Zum ersten Mal seit Monaten spürt sie, wie gerne sie nach Hause kommt, wie viel leichter alles fällt, wenn sie abends ihren Schlüssel ins Schloss steckt, ohne im Hinterkopf das nächste Drama oder auch nur ein Unwulsein zu füchten. Einfach friedliche Abende mit Eck hat auf dem Sofa zu verbringen und ihn nur für sich zu haben, füllt sich an, wie ein Lotto gewinnen. Doch Ende September steht Michelle wieder vor der Tür, mit seinem Koffer und einem Lächeln, das etwas zu lange anhält. Sie sagt, sie sei froh, wieder da zu sein. Sylvie nickt nur. Ein Teil in ihr hatte gehofft, dass dieser Moment nie kommen würde, aber da ist er und es dauert nicht lang und Sylvie merkt, dass Berlin Michelle nicht geholfen hat, Abstand zu bekommen. Im Gegenteil, die Fronten zwischen Michelle und ihrem Ex haben sich komplett verhärtet, und Michelle sieht ihre Kinder immer seltener. Wie würdest du das regeln? Du bist ja von uns beiden, die, die auf jeden Fall viel mehr für ihre Bedürfnisse und für ihren Komfort einsteht. Du würdest wahrscheinlich gleich sagen, leh, und die Tür wieder zu können. Ja, nicht mehr reinlassen. Also, ich würde sagen, eine Notlüge, tut es ja auch manchmal. Ich würde sagen, ab nächsten Monat habe ich hier jetzt mal im Neffen versprochen, hier zu wohnen. Ja, so was ist gut, weil dann hat die Person noch ein bisschen Zeit, auch sich was Neues zu suchen. Das ist ja auch nütig. Ja, aber das die jetzt auch eh einfach unangekündigt, dann wieder da vor der Tür steht. Ja, schwierig. In den nächsten Tagen liegt sie, wie nachts oft macht. Geräusche aus Michelle Zimmerrauben, ihr den Schlaf. Wenn man lautes Schluchzen und geschrei, wechseln sich ab mit Stille. Immer wieder entdeckt sie morgens, dass Zimmer im Haus hell erleuchtet sind, zu den Michelle eigentlich keinen Zugang haben dürfte. Sehr wie fühlt sich nicht mehr wohl. Trotzdem traut sie sich nicht Michelle darauf anzusprechen. Zu groß ist die Sorge vor einer lauten Konfrontation. Doch schnell eskaliert diese Situation trotzdem. An einem Abend stürmt Michelle wütend die Treppe hinunter und beschuldigt sie, wie sich eine Wasserleitung zu schaffen gemacht zu haben. Stille, wie es irritiert und schockiert. Was soll sie? Sie hat gar nichts gemacht. Was soll das? Als Michelle Wut entbrannt nach oben verschwindet, weiß sie wie das war es jetzt. Die 55er gesucht noch am selben Tag des Gesprächs mit Eckert. Dabei gibt sie sich ruhig während es in ihr wodelt, denn es ist ernst. Stille, wie stellt Eckert vor die Wahl? Entweder Michelle verschwindet oder ich. Was Sylvie nicht ahnt, ist, dass sie mit diesem Ultimatum einen Stein ins Rollen bringt, der nicht nur einen Menschen nehmen, in den Abgrund reißen wird. Nachdem Sylvie Eckert vor die Wahl gestellt hat, sie oder Michelle ist die Entscheidung gefallen. Michelle muss jetzt gegen. Sagen wollen sie es ihr heute und zwar beim gemeinsamen Abendessen. Als draußen langsam die Sonne über Nürnberg untergeht, sitzen sie drei nach einer gefühlten Ewigkeit, also mal wieder zu dritt am Tisch. So wie es für eine WG nicht ungewöhnlich für sie, aber nicht alltäglich ist. Es gibt Nudeln mit selbstgesammelten Pilzen. Während Sylvie und Eckert dort sitzen und essen, schwindelt ihr Mut, ihre Mitbewohnerin zu sagen, dass sie ausziehen muss. Denn Michelle ist ungewohnt, gut gelaunt, lacht viel und dank den beiden überschwänglich für alles, was sie für sie tun. Wie gesagt, ich glaube, sie riecht das in dem Moment und steuert deswegen dann dagegen, dass natürlich auch unfair. Aber es ist auch ihre Verzweiflung wahrscheinlich. Klar. Für Sylvie jedenfalls fühlt sich das alles falsch an, wie eine Inszenierung, aber sie spielt er noch mit, höflich, steif, völlig verunsichert und fast schon verzweifelt. Eckert lächelt verständnisvoll, wie immer, wenn er Frieden wahren will und Sylvie fragt sich, ob er im letzten Moment ein Rückzieher machen wird. Nach dem Essen bleiben Sylvie und Eckert überfordert zurück. Sie haben es ihr nicht gesagt, sie haben es einfach nicht über das Herz gebracht. Aber sie wissen beide und das ist so nicht weitergehen kann und nehmen sich fest vor, morgen Nägel mit Köpfen zu machen. Nachdem sie die Teile an die Spülmaschine geräumt und die Küchenplatte gewischt haben, ziehen sie sich in ihr Wohnzimmer zurück. Sie öffnen eine Flasche Wein, machen sich einen seichten Film an und Sylvie kuschelt sich auf dem Sofa an Eckert, mit dem Gedanken, dass das Problem bald gelöst ist. Und für einen kurzen Moment fühlt es sich an, wie früher, fast als wäre der Störenfried schon gar nicht mehr da. Doch dann macht sich Michelle bemerkbar. Sylvie hört erst das Knaz in der Treppe, dann taucht Michelle im Wohnzimmer auf. Sie fragt nach dem Festnetz-Telefon. Das WLAN funktioniert nicht und sie müsse dringend ihre Kinder erreichen. Da ist es bereits kurz vor 11. Sylvie sagt vorsichtig, dass es doch schon spät sei und die Kinder bestimmt schon schnafen. Können es nicht bis morgen warten? Doch Michelle beharrt darauf, greift nach dem schnullosen Telefon und geht mit festen Schritten, die von der Holztreppe wiederhallen nach oben. Sylvie spürt dieses Zien im Bauch, diese Befürchtung, dass es vielleicht wieder eine dieser Nächte ist, die laut werden nach einem Streit mit dem Ex. Sie lehnt sich an Eckert in der Hoffnung, Trost und Ruhe in seinen Armen zu finden. Und tatsächlich bleibt es überraschend still. Als der Abspann des Films über den Bildschirm flackert, trinken sie den letzten Tropfen Wein aus und gehen dann schlafen. Irgendwann in der Nacht wird Sylvie von Eckertslautem schnarchengebeckt. Sie weiß, dass es schwer sein wird, mit diesem Geräusch wieder einzuschlafen und weil sie morgen früh zur Arbeit muss, entschließt sie sich ins Gästezimmer nebenan zu ziehen. Dort legt sie sich ins Bett und schläft schnell wieder ein. Doch gegen fünf Uhr wird Sylvie ein zweites Mal aus ihren Träumen gerissen. Wieder durch Eckert, aber diesmal ist es nicht sein Schnarchen. Eckert hat Sylvie's Namen geschrieben. Sylvie ist sofort hell wach. Adrenalin und Kottisol ström durch ihren Körper, als sie aus dem Bett springt und bloß rent. Sie ist schon fast bei ihm als ein weiterer Schreif folgt, diesmal voller Todesangst. Sylvie, sie hat ein Messer, ruft er. Sylvie läuft ins Schlafzimmer, sieht Michelle über Eckert gebeugt, der Blut überströmt auf dem Bett legt. Die beiden ringen, um ein Messer und Sylvie stürzt drauf los, ohne nachzudenken. Sie versucht Michelle das Messer aus der Hand zu reißen, aber es gelingt ihr nicht. Sylvie braucht Hilfe, deshalb rennt sie eine Etage tiefer, während das Blut von Eckert an ihrem Schlaf anzuklebt. Sie muss uns Wohnzimmer, dort hin, wo die Station für das Festnetz telefon ist. Erst als ihr ankommt, fällt ihr ein, dass Michelle das Gerät am Abend mit nach oben genommen hat. Also macht Sylvie auf dem Absatz kehrt, doch anstatt zu den Nachbar*innen zu laufen oder zu ihrem Handy im ersten Stock, als Sylvie ferngesteuert wieder die Treppechen auf, zwei Etagen zum Michellezzimmer. Doch bevor sie dort ankommt, spürt sie auf der letzten Stufe der Treppe einen Schatten hinter sich und eine kalte Nasse Hand auf ihrem Nacken. Sylvie bleibt wie angewurzelt stehen, dann dreht sie im Kopf vorsichtig nach hinten. Dabei sieht sie, wie die Blut verschmierte Klinger des Messers in Michellez rechterhand aufblässt. Michelle hat Sylvie fest im Blick, die Augen weit, die Stimme klar. Wir müssen los, fordert sie sie auf. Sylvie begreift nicht. Was fragt sie mit Zeit an der Stimme? Ins Auto, jetzt, zum Hof, befiel die Michelle. Wie ein Trance geht Sylvie, das Messer an ihrem Hals die Treppe wieder hinunter. Im Verbeingarten muss sie auch zum Augenwinkel mit ansehen, die Eckarten in einer Lache ausbrücken neben dem Bett auf dem Boden liegt. Michelle nimmt ihre Tasche und fordert Sylvie auf den Autoschüsse zu holen und ihre Schuhe anzuziehen. Doch der Autoschüsse liegt im Nachtkästen im Schlafzimmer, Sylvie muss also barfuß durch Eckertsblutlache laufen, um ihn zu holen. Es ist noch dunkel draußen und es regnet, als Sylvie und Michelle das Haus verlassen und Sylvie ihren Weißen fortaufschließt. Sie soll auf der Fahrerseite einsteigen und anstatt dass Michelle danach auf der anderen Seite einsteigt, klettert sie über Sylvie rüber bis auf den Beifahrer sitzt. Sylvie wird klar, Michelle wird ihr keine Chance geben zu fliehen. Zum Hof, wiederholt Michelle immer wieder. Sylvie weiß nicht genau, wo der Hof liegt. Sie weiß nur, dass dies die Bezeichnung des Wohnorts von Michelle's Ex-Man und den beiden Kindern ist. Es ist ca. 45, an diesem 5. Oktober, als Sylvie ihren Wagen zudand aus der Ausfahrt wuchsiert. Während sie durch die Dunkelheit und die prassenden Regentropfen fährt, fragt sie sich, wie dieser schreckliche Tag enden wird. Was hat Michelle vor, wenn sie das Haus ihres Ex-Manes erreicht? Wird sie in Zwingen ihr die Kinder zu übergeben? Wird sie in Umbring oder womöglich alle drei? Oder auch noch sich selbst und Sylvie? Beim Gedanken daran wird es schwindelig und ihr Überlebensinstinkt setzt ein. Ohne nachzudenken, fängt sie an immer wieder auf die Hube zu drücken, bis sie erneut die Hand von Michelle auf ihrem Lacken spürt. Der 55-Jährigen bleibt nichts anderes übrig, als Michelle's Anweisung folge zu leisten und trotzdem versucht sie in den nächsten Minuten unaufschellig auf sich aufmerksam zu machen. Immer wieder bringt sie die wenigen Autos, die ihr zu dieser Tageszeit entgegen kommen, mit dem Scheinwerfer Licht an. Sie hofft, dass jemand sie sieht, dass jemand begreift, dass sie in Gefahr ist. An einem Kreisverkehr verlangensamt sie das Tempo, lässt den Wagen leicht schningern, als sie betrunken. Doch Michelle merkt es und wahren sie, das Messer noch immer in der Hand. Als sie kurze Zeit später auf die Autobahn fahren, lässt Michelle plötzlich das Fenster runter und fängt an Gegenstände hinaus zu werfen. Ob das Messer dabei ist, sieht sie wie nicht. Die Fahrt fühlt sich für sie an, als würde sie Ewigkeiten dauern. Dann reflektiert in der Ferne plötzlich etwas Scheinwerfer Licht, ein Autobahnschild. Der Hinweis auf die nächste Ausfahrt, seh wie weiß, dass danach erst mal länger keine Abfahrt von der Autobahn kommt. Es ist vielleicht ihre letzte Chance, weiteres Unglück zu verhindern. Also nutzt sie sie, reist das Lenkrad rum und nimmt die Ausfahrt auf die Einsprüge Landstraße. Wieder rasset sie ihr Tempo, um auf sich aufmerksam zu machen. Und tatsächlich bildet sich durch den einsetzenden Berufsverkehr hinter ihr eine kurze Schlange. Als der Weiße fort immer langsamer wird und fast zum Stehen kommt, springt Michelle unversehens aus dem noch rollenden Auto. Ohne zu überlegen, drückt sie wie aufs Gas. Sie kann nicht fassen, was gerade passiert ist und rass kopflos in die nächstgelegene Wohnsiedlung. Sie muss Hilfe holen, veräckert. Auf der Straße kommt ihr ein Transporter entgegen. Sylvie hält den Fahrer an und mit seiner Hilfe verständigt sie die Polizei und den Rettungsdienst. Rettung veräckert, hofft Sylvie. Ein paar Stunden später sitz Sylvie auf einer harten Bank in einer Polizeidienststelle in Nürnberg. Sie trägt einen weißen Anzug der Spuren-Sicherung, der zwei nun man zu groß ist. Ihre eigene Kleidung hat sie als Beweis, mit denen einer Tüte abgeben müssen. Und sie herum stimmen Gewür, Telefonate und das Klack an Vontastatoren. Und dann hört sie es plötzlich. Niemand erzielt es ihr direkt. Aber ich das Gespräch zu einer politisten erfährt sie, dass ihre aller schlimmste Befürchtung bar geworden ist. Eckert ist tot. Wie sie das erlebt hat, hat Sylvie uns im Gespräch selber erzählt. Ich war so erstaat eigentlich in dem Moment und habe aber nix gefühlt. Also eine Lehre wurde da und auch ein eher einfach überdeckt durch diese Schock. Und durch dieses Trauma habe ich nix gespürt. Also diese Verzweiflung war irgendwie zwar da, aber nicht füge. Keine Trauer, keine Wut, keine Tränen. Nur diese dumm verlehre, als wäre Sylvie im Wartez gepackt. Das können nichts mehr zu ihr durchdringen. In diesem Zustand wird sie befragt, immer und immer wieder. Sylvie antwortet und nix, wenn man ja etwas erklärt. Sie funktioniert weiter wie eine Maschine. Und so, als ob sie sich von oben selbst beobachtet, aber nicht greifen kann. Dann irgendwann am Vormittag wird sie durch einen Flur geführt und da sieht sie, Michelle. Beim Rausspring aus dem Auto hatte sie sich am Fuß verletzt. Bevor sie kurze Zeit später von der Polizei aufgegabelt wurde. Deshalb liegt sie jetzt auf einer Trage. Nur wenige Meter trennen Sylvie von der Frau, die ihre große Liebe getötet hat. Da auch in diesem Moment kommt kein Gefühl in ihr auf, auch keine Gedanken. Der Schockzustand scheint jede menschliche Regung überlagern. Am Nachmittag kurze endlich ihre Freundin Karin ab, die sie mit zu sich auf den Bauernhof nimmt. Die Autofahrt und das Ankommen erlebt sie wie hinter einem Dunstschleier. Ihre ersten Klanggedanken kann sie erst am Abend fassen, hat sie uns erzählt. Meine erste Erinnerung war, dass ich im Badezimmer sitze in der Badewanne und mir das Blut von Eckert, von den Füßenmaschen und dieses Gefühl, dass die letzten Überreste des Partners im Abfluss verschwinden. Langsam beginnt sie, wie zu begreifen was passiert ist. Sie hat die Liebe ihres Lebens verloren. Sie hat Hilfluss zu sehen müssen, wie Eckert gewaltsam sterben musste. Sie wurde in ein Auto gezerrt mit einem Messer bedroht, gezwungenlos zu fahren, ohne zu wissen, ob sie gleich Zeugen eines weiteren Verbrechens wird oder ob sie die nächste Stunde überhaupt überleben wird. Sie weiß, dass das die Fakten sind, aber fassen kann sie sie noch immer nicht wirklich. Wie konnte all das passieren? Und vor allem, wie so. Die nächsten Wochen bleibt sie wie auf dem Hof von Karin. Tags über hilft sie bei der Ernte, Äpfelflücken, Tomaten trocknen, einfache Handwürfe, zumindest etwas Struktur geben. Abends sitzt sie mit Karin zusammen, manchmal reden sie, manchmal schweigen sie. Nachts schläft sie wie mit ihrer Freundinnen ein Bett, weil sie Angst vor der ungewunden Einsamkeit hat. Tags über macht sie mit Karins rund ausgiebige Spaziergänge, am liebsten zu einer aufgeschichteten Naturmauer, die Eckert angelegt hat. Manchmal sitzt sie wie dort bis tief in die Nacht, blickt sie nach auf zu den Sternen. Und wenn dann eine Sternschlumpel über den Himmel zieht, fragt sie sich, ob das vielleicht ein Zeichen von Eckert ist. Sie vermisst ihn so schrecklich, dass ihr Herz physisch merzt. Zu der Unvorstellbaren Trauer um Eckert und dem Schrecken jener Nacht gesert sich schnell auch noch ein anderes feuchtbausgefühl. Das Gefühl, eine Mitschuld an Eckerts totzutragen. Schließlich, weil sie ist, die Michelle überhaupt es ins Haus geholt hat. Immer wieder fragt sich, wie ob all das passiert wäre, wenn sie damals nicht geholfen und nicht vermittet hätte. Und auch, ob sie in der Tat Nacht anders hätte reagieren, damit alles verhindern können. Dieses Quäl ne, was wäre, wenn, dass sich während Schatten auf ihr ohnehin schon schweres Herz legt, wird zu einem ständigen Begleiter, in ihrem neuen taprechtlichen Alltag. Am 9. November findet schließlich Eckerts Trauerfeier auf dem Gartengrundstück neben seinem Bauwagen statt. Viele Freundinnen und Weggefährd*innen sind gekommen. Sie versammeln sich im Kreis Teilenerinnerungen an ihnen und schmücken den großen Apfelbaum, der neben dem Wagen steht, mit Schleifen und Sprüchen. Die Trauerfeier ist der offizielle Abschied von Eckert, doch abschließend mit dem, was passiert ist, kann sie wie nicht. Vor allem abends, wenn sie nun in ihrer neuen kleinen Wohnung allein im Bett legt, schießen ihr die Bilder an den Kopf, die sie immer wieder auch in ihren Träumen verfolgen. Davon hat sie uns erzählt. Da hatte ich doch schon Alkohome von der Täterin, und vor allem, dass sie bei mir in da, wo ich wohne, die dritte hochkommt. Also dieses typische, was man kennt im Trauer, man ist einfach zu langsam. Man kann das, was man tun will, nicht tun, weil man nicht vorwärts kommt. Sehr wie versucht, halt im Alltag zu finden. Sie kehrt zurück in die Apotheke und meldet sich im Fitnessstudio an. Fünf Mal die Woche geht sie hin, manchmal sogar noch häufiger. Oft hebt sie die schweren Gewichte bis zur völligen Erschöpfung. Solange, bis sie keine Kraft mehr hat, um noch nachzudenken oder Gefühle zuzulassen. Doch die Tat holt sie wie immer wieder ein. So glaubt sie, wie einmal Michelle im Fitnessstudio wiederzusehen, was in ihr sofort körperliche Symptome und große Panik ausflöst. Dabei weiß sie, dass sie Michelle nicht im Fitnessstudio begegnen kann. Michelle ist schon seit der Tat nicht mehr in Freiheit. Doch sie wie es körper scheint das noch nicht begriffen zu haben. Aber sie wie wird Michelle wieder sehen, da steht schon fest. Denn der Gerichtsprozess gegen sie ist bereits für den Herbst anbraumt. Sylvie, graut es davor, deshalb ist sie vorbereitet sein. Zu diesem Zweck sucht sie sich nicht nur einen Anwalt, sondern auch einen Tarapeuten. Die Therapie hilft ihr Stück für Stück, das Erlebte zu sortieren und die lebenden Schuldgefühle ein wenig zu lindern. Doch eine Frage bleibt nicht nur für sie, sondern für alle, die von der Verhängnisvollen Nacht im Oktober erfahren. Warum hat Michelle dieses unfassbare Verbrechen begangen, ausgerechnet gegen jene Menschen, die ihr geholfen, sie in ihrer schwersten Krise aufgenommen und ihr Einzelhose gegeben haben? Die Antwort darauf voll im Prozess gegeben werden. Der am 10. Oktober 2022 am Land gerichten und wegführt bekannt. Und damit fast genau ein Jahr nach Eckertstot. An diesem Montagmorgen sitzt sie wie angespannt in dem Schwurgerichtsaal, in dem heute verhandelt werden soll. Der Raum ist groß, alt, ein wenig einschüchtern, mit hohen Fenstern, schweren Holzbänken und Polizistinnen und Türen und Fenstern. Sehr wie wird bewusst, dass sie Michelle gleich zum ersten Mal wiedersehen wird und ihr Körper reagiert sofort. Kalter Schweiß benutzt ihr Haut und sie führt ihren Blutdruck steigen. Nur die Anwesen hat ihres Anwals beruhigt, die mittlerweile 56 Herge ein wenig. Mit ihm hat sie sich auf diesen Tag vorbereitet. Sylvie hat die Nebenklage angetreten. Darüber musste sie nicht lange nachdenken. Sie wollte es nicht nur, weil sie selbst Opfer von Michelle ist, sondern auch, weil sie ist Eckertschuldig ist. Sylvie will für ihn einstehen. Jetzt wo er es nicht mehr persönlich kann. Als Michelle endlich in den Saal geführt wird, setzt Sylvie's Herz noch mal kurz aus. Die Frau, die dafür verantwortlich ist, dass Sylvie heute kein Partner mehr hat, setzt sich nur ein paar Meter von ihr entfernt auf die Anklagebank. Michelle wirkt auf Sylvie apathisch, verschlossen und stumm. So, es hätte sich eine schwere Glascheib zwischen sie und die Welt geschoben. Kein Blick zu Sylvie, kein Wort, nichts. Und obwohl so viel Sicherheitspersonal im Raum ist, überrollt Sylvie ein Gefühl der Betrohung. Der Abstand zwischen ihr und Michelle ist zu gering, nur ein Tisch, kaum mehr als ein paar Schritte. Es ist eine irrationale Angst, das weiß Sylvie, aber sie lässt sich trotzdem nicht verdrängen. 8 Prozess Tage sind angesetzt, 8 Tage in den Sylvie diesmal aushalten muss. Die ersten große Herausforderung für die 56-Jährige ist, sich die Anklage anzuhören, die der Staatsanwaltung verließt. Die Schlaggworte, Mord und Lötigung sind für sie nicht greifbar, aber die Details zutat. Die werfen Sylvie sofort zurück in die Nacht vom 5. Oktober 2021. Jene Nacht, die ihr Leben unwideruflich geteilt hat, in einer Form und danach. Mit jedem Satz, mit jeder Erinnerung, reist die Wunde in ihr wieder auf. Nach dem der Staatsanwalt die Anklaggeschrift zur Seite legt und die Beweisaufnahme beginnt, zieht sich Sylvie's Magen zusammen. Denn sie ahnt, was jetzt folgt. Es kommen die Fotos vom Tatort. Ihr Anwalt lehnt sich zu ihr und redet ihr den Saal zu verlassen, um sich die Bilder zu ersparen. Sylvie erhebt sich, das Geräusch ihrer Schuheabsätze halt im Saal nach, dann lässt sie die Tür hinter sich zufallen. Die beklemmende Stille im Saal bleibt zurück. Als Sylvie schließlich zurück auf der Nebenklagebank Platz genommen hat, ist Michelle an der Reihe. Sie könnte nun endlich die Antwort auf die Frage geben, die allen Anwesenden auf der Seele brennt. Doch Michelle macht von ihrem Aussageverweigerungsrecht gebraucht und blickt weiter ausdruckslos ins Leere. Verantworten müssen andere Sorgen. Umführende Puzzle Teile zu finden werden Personen aus Michelle's Leben aufgerufen, Nachbar in Menschen aus der schamanischen Gruppe und ihr Ex-Mann. Die Zeug in den Erzählenfall einer Frau, die ihr Leben lange aktiv gestaltet hat. In ihren 20ern arbeitet Michelle erfolgreich als Grafikdesignerin, bewegt sie selbstbewusst und sicher in esthetischen Welten. Die junge Blondine ist kreativ, volle Energie und gern unter Menschen. 2009 mit 26 Jahren lernt Michelle dann Markus kennen. Schnell folgt der Umzug in ein Haus, die heirat und die Geburt ihrer geliebten Söhne. Abdagelt eine klare Rollenverteilung. Markus verdient als Freiburgufler das Geld. Michelle kümmert sie um die beiden Kinder und schmeißt den Haushalt. Ausgleich findet sie in der schamanischen Gemeinschaft in die Markus sehr einführt. Hier zwischen Lagerfeuer, Trommeln und Ritualen spürt Michelle ein Gefühl von Zugehörigkeit. Im Winter sitzt sie mit den anderen in der Schwitzhütte und in langen Sommernechten kreist die Barfuß ums Feuer und hannst fröhlich auf der Wiese. Besonders der Freie bewusstensorientierte sogenannte "Fünf Rhythmentanz" hilft ihr emotional, körperlich und mental in einem Flo zu kommen, glückzuspüren. Wenn der Sommerkäms der Gemeinschaft bastelt sie außerdem mit den Kindern der Gruppe und mal mit ihnen unter freiem Himmel. Die Gemeinschaft ist bundkreativ, individuell und trotzdem offen, alles passt perfekt zu Michelle. Und schnell ist sie dort nicht mehr wegzudenken und immer mitten drin. Viel mehr noch als Markus, der sie dazugeholt hat. Doch noch mehr als fünf Jahren Beziehung kommt es zum Bruch. Markus trennt sich von Michelle und der feste Boden unter ihren Füßen wird purulst. Die 33-Jährige verlässt das gemeinsame Haus und die Kinder bleiben bei Markus. Michelle sieht ihre Söhne meist nur noch an den Wochenenden, was für sie zur Belastungsprobe wird. Sie, die immer mit den Kindern aufgestanden ist, die ihnen Frühstück gemacht hat und ihnen abends liebevoll den gute Nachtkurs aufgedrückt hat. Die Kinder, die ihr nicht nur eine Routine ihres Tages, sondern auch so viel Liebe gegeben haben, sind nun die meiste Zeit nicht mehr um sie und Michelle ist allein. Die nächsten Jahre sind für Michelle von Unsicherheit geprägt. Sie zieht mehrmals um, entimmer kleiner und enger werdende Wohnungen. Sie versucht sich wieder als selbstständige Grafikdesignerin, doch das klappt nur phasenweise. Und immer wieder schreibt sie lange verzweifelte Nachrichten an ihren Ex-Mann Markus. Sie vermisst die Kinder und möchte mehr von ihnen. In der schamanischen Gemeinschaft fällt sie nun auch öfter. Mit ihrer vehemenz auf geht auf Konfrontationskurs und verteidigt Positionen so heftig, dass sie manche damit vor den Kopf stößt. Einzelne, wenn sich ab gerade bei Michelle oft kompromistlos wirkt und es ihr Schwerfeld nach einem Streit zurück zu ruhen. Michelle versucht zu flüchten und entfliegt dem misarablen Alltag nach Asien. Wo genau sie hinreist, erzählt sie niemandem. Ein One-Wide-Ticket ohne ihrem Umfeld oder Markus einen Rückkehrdatum zu nennen. Sie braucht die Zeit für sich, wer einfach mal nicht gefunden, mich kontaktiert werden. Für Wochen verschwindet Michelle vom Radar, ohne sich zu melden. Dann macht ihr Corona 2020 einen Strich durch die Rechnung und sie muss nach Deutschland zurück. Die Grenzen schließen, die große offene Welt schrumpft auf das, was vor der eigenen Tür passiert. In Michelle's Fall war das schon vor der weltweiten Pandemie wenig. Doch zumindest hatte sie die Möglichkeit zu reisen. Die fällt jetzt aber weg und für Michelle wird die neue Begrenzung körperlich spürbar. Denn sie ist dann Corona nicht mehr nur im zwischenmenschlichen Kontakt isoliert, sondern auch räumlich. Die Einsamkeit wird intensiver und als Konsequenz verlagert sich Michelle's Leben ins Digitale. Facebook wird zu ihrem Fenster in die Außenwelt zu einem Echoraum, der wenigstens ein bisschen Kontakt verspricht. Doch echte Verbindung werden seit na und eine innere Unruhe wird immer größer. Im Spiel 2020 ist Michelle am Ende ihrer Kräfte. Die Beziehung zu ihrem Ex wird immer schlechter Aufträge bleiben aus und sie kann die Miete ihrer Wohnung mehr zahlen. Die Angst ohne Dach über den Kopf da zu stehen und somit die Kinder noch weniger sehen zu können, lehmt sie tagelang. In dieser Situation begegnet sie zuverlich See wie, die sie aus der schamanischen Gruppe kennt. Eine Frau, die ihr immer offen und herzlich erschien und die Freundin von Eckert ist. Eckert, der in der Anfangszeit immer ein offenes Ohr für Michelle hatte und den sie sehr mag. Michelle fast sich ein Herz und berichtet See wie von ihren Problemen. Dabei wird auch ihr noch einmal bewusst, wie ernst ihre Lage mittlerweile geworden ist. Als See wie ihr ein paar Tage nach ihrem Zuverlegenheifen vorschlägt vorläufig, bei Eckert und ihr einzuziehen, bis ihr eine neue Wohnung gefunden hat, schwimmt Michelle wie ihr ein Stein vom Herzen fällt. Sylvie sagt sie müssen nur so viel Miete zahlen, wie es dir möglich ist. Erleichterung mischt sich mit Dankbarkeit. Zum ersten Mal seit langer Zeit wird sich Michelle wieder gesehen, wertgeschätzt und gewollt. Im September zieht Michelle bei Sylvie und Eckert ein und damit kennt ein wenig Ruhe in Michelle's Leben. Die Wohngemeinschaft tut ihr gut und vor allem die tiefgründigen Gespräche mit Eckert helfen ihr, ihre Gedanken zu sortieren. Sie spürt, dieser Umzug könnt ihr ihre Chance sein, die Chance auf einen echten Neustart. Was Michelle nicht weiß, ist, dass ihr Glück nur von kurzer Dauer ist und die Entscheidungen eine WG zu ziehen, die Stimmste ihres Lebens war. Denn Michelle sind in der Reunruhe und die Streitereien mit Markus lassen, trotz der neuen geordneten Verhältnisse nicht nach. Sie vermisst ihre Kinder schrecklich und bekommt immer mehr das Gefühl, dass Markus einen kalt zwischen sie und die Jungs schlagen und sie ihr ganz wegnehmen will. Mit ihren Sorgen und Ängsten wendet sie sich irgendwann an Eckert ihre einzige echte Bezugsperson. Sie hat das starke Bedürfnis alles zu zerreden, denn Michelle findet keine Lösung für ihre Situation und glaubt ihr Kopfplätze. Die Gespräche mit Eckert drehen sich aber schnell im Kreis, er kann ihr nicht helfen und hat in ihren Augen keine hilfreichen Ratschläge. Mit jedem weiteren Gespräch und jedem Tag der Vergeht schwindet das Gemeinschaftsgefühl in der WG ein Stück mehr und damit auch Michelle's Vertrauen in Sylvie und Eckert. Als der Sommer kommt, fühlt sich Michelle gar nicht mehr so willkommen wie noch am Anfang, im Gegenteil. Sie hat mehr und mehr das Gefühl, dass Sylvie und Eckert sie nicht mehr als Mütterwohnerin haben möchten. Als dann kurze Zeit später der Vater von Markus vor der WG für steht und ihre Söhne mitten nimmt, vermutet Michelle, dass Sylvie und Eckert mit Markus sympathisieren. Vielleicht sogar mit ihm Kontakt haben, ohne es ihr zu sagen. Ab da zieht sich Michelle immer mehr zurück und wird mess trauscht. Als ich schließlich die Blätter beginnen zu färben, ist Michelle immer mehr davon überzeugt, dass ihre Mütterwohnerin ihr nichts Gutes wollen. Michelle glaubt irgendetwas stimmt mit dem Leitungswasser nicht. Sie fragt sie, wie, ob sie die Leitung irgendwie manipuliert hätte. Doch die versichert, dass sie sich nicht daran zu schaffen gemacht habe. Michelle bleibt unsicher, auch in anderen Bereichen ihres Lebens. Hinter jeder E-Mail einer alten Freundin, hinter jeder Nachricht eines Bekannten, wird er sie verrat. Wenn sie die Menschen konfrontiert, wenden sie sich ab und Michelle fühlt sich zunehmend um Stich gelassen. Wenn sie nun abends allein in ihrem Zimmer sitzt, wird die Verzweiflung so groß, dass sie nicht anders kann, als ihrem Frust durch lautisch schreien und Weinenluft zu machen. Manchmal an ihren Ex-Mann Markus am Telefon gerichtet, manchmal ins Leere. Sie ist davon überzeugt, dass mittlerweile alle gegen sie sind. Dieses Gefühl wird noch verstärkt, als sie Ende September von ihrer kurzen Auszeit in Berlin zurückkommt und von Sylvieh und Eckhart empfangen wird. Mein gemeinsamen Abendessen Anfang Oktober merkt sie, dass tatsächlich niemand so recht Freude empfindet, dass sie zurück ist. Die Stimmung ist getrübt, jedes Lächeln von Sylvieh und Eckhart gezogen, die Gespräche überflächlich. Als Michelle sich an diesem Abend in ihre Etage zurückzieht und bei Facebook einloggen will, klappt das nicht. Immer wieder versucht sie, die Seite neu zu laden, noch das weiß blaue Lowlings oben erscheint nicht. Für Michelle ist das soziale Netzwerk inzwischen eine ihrer wenigen Verbindung nach draußen. Sie wird panisch. Was passiert hier? Haben Sylvieh und Eckhart ihre Finger im Spiel? Miss Town und Einsamkeit breiten sich in ihr Aus und ihm überhand. Für Michelle ist niemand mehr da, niemand, dem sie vertrauen kann, nicht immer denjenigen, mit denen sie unter einem Dach lebt. Sie muss Kontakt nach draußen aufnehmen. Sie fühlt sich jetzt nicht mehr sicher. Daher geht sie die Treppe hinunter und fragt nach dem Telefon. Sylvieh und Eckhart schein irritiert. So als würden sie ihr das Gerät nicht geben wollen. Für sich geben sie es ihr, aber doch. Wieder oben angekommen, braucht Michelle ihren Ex-Man an, doch dort hippt niemand ab. Sie kann ihre Kinder nicht erreichen. Michelle ist ein paar Nickschnütter, fast die Kede zu. Und plötzlich hört sie Hubschrauber am Himmel, die immer näher kommen. Was wollen die? Michelle zu Gefühl der Bedrohung wird in den nächsten Stunden immer größer, immer präsenter. Die Dunkelheit der Nacht presst sich an die Fenster schreiben und jede Zelle in Michelle's Körper schreit vor Angst, Hut und Verzweiflung. Gegen fünf Uhr morgens kann sie es nicht mehr aushalten. Sie schnappt sich ein Messer und steigt nach unten zu Sylvieh und Eckhart ins Schlafzimmer. In diesem Moment richtet sich all ihr Misstrauen und ihre Angst, wegen die Menschen, die ihr bis zuletzt helfen wollten. Neben dem Bett angekommen, sieht Michelle wie Eckhart allein und sehen, ruhig schläft. Dann holt sie aus und ran ihm das Messer direkt ins Herz. Michelle hat sich also bedroht gefühlt und das ausgerechnet von Sylvieh und Eckhart. Wie es dazu kommen konnte, sondern ein psychiatrischer Gutachter vor Gericht erklären. Ein Experte der Jahre damit verbracht hat, sich die Psyche von Straftäterinnen anzuschauen. Er beginnt von seiner ersten Begegnung mit Michelle zu erzählen. Vom ersten Gespräch, das er noch am Tattag des 5. Oktober bei der Kriminalpolizei geführt hat. An diesem Dienstag vorm Mittag sitzt er Michelle gegenüber, stellt Fragen und beobachtet. Michelle erzählt ihm unter anderem von den Hubschraubern über dem Haus. Nicht einmal, nicht zweimal, sondern wieder und wieder berichtet sie von den Helikopptern und ist im Gespräch mit dem Gutachter noch immer davon überzeugt, verfolgt zu werden. Sie erzählt außerdem von Frequenzen, die sie beeinflussen würden, von Kontrolle von Außen. Sie fühle sich fergen gesteuert, als wäre sie ein Spielzeug in fremden Händen. Sie glaubt außerdem vergiftet worden zu sein, wie unter Drogen gesetzt. Als hätte jemand etwas in ihrer Atemluft gemischt oder ins Leitungswasser. Der Gutachter erklärt dieses Verhalten vor Gerichten mit einem psychotischen Zustand. Michelle habe heftige Stimmung Schwankungen gehabt. Sie habe einen aufverliegenden Denkablauf aufgewiesen, der sich Wand und verzweigte, ohne innere Logik, ohne Halt. Ein normales Gespräch mit ihr sei kaum möglich gewesen, erzählt der Experte. Michelle habe immer wieder den Faden verloren, setzwischen ihren Gedanken gesprungen und habe auf Fragen geantwortet, die er ihr nicht gestellt habe. Sein Fazit nach mehreren Gesprächen mit ihr. Michelle leide an einer Paranoidenschützofrinie und habe während der Tat eine Psychose erlebt. Somit habe eine tiefgreifende Störung ihrer Realitätswarnigung vorgelegt, als sie Eckert wütete. Was das jetzt konkret für die Betroffenen bedeutet, hat uns naler sei mehr erklärt. Sie ist Psychiaterin und Psychotherapeutin und hat jahrelang eine forensisch-psychartische Klinik geleitet. Das Ganze ist für den betroffenen absolute Realität. Das heißt, sie können jemanden nicht davon überzeugen, dass das in irgendeiner Weise eine eingebildste Wahrnehmung ist, sondern es ist für den Betroffenen eine reale Wahrnehmung. Das heißt, dass das Michelle in den Tagen vor und während der Tat erlebt hat. Also die Vergiftung, die manipudierte Internetverbindung, die Hubschrauber und die gefährlichen Frequenzen. Das war für sie absolut real. Und dieser Glaube, man wird der Vergiftet werden, ist übrigens gar nicht selten bei Menschen mit Paranoidenschützofrinie und im Zusammenhang mit Straftaten besonders wichtig, wie uns unser Experten erklärt hat. Beim Vergiftungswan ist es so, dass die Person sopektiv erlebt, dass sie von Menschen aus ihrem sozialen Umfeld vergiftet wird. Sie erlebt auch häufig, dass das Gift im Körper zirkuliert, dass das Gift also schon irgendwie organizermetzt. Das ist natürlich ein extrem bedrohliches Erleben. Und dann entsteht die Überzeugung, diese vermeintlichen Peiniger, diese vermeintlichen Schädiger selber Töten zu müssen, unschädlich machen zu müssen, damit man selber überlebt. In der Nacht auf den 5. Oktober 2021 habe Michelle gedacht, sie müsse Eckhart und Sylvie Töten, um nicht vergiftet zu werden, um weiterzunehmen. Für sie war es also eine Art Selbstverteidigung und in diesem Moment hätte sie auch wenig stoppen können, so sei mir. Denn ein Wahnsinn sei kein Missverständnis, sondern eine geschlossene Welt sicht. Auch wenn Sylvie versucht hätte Michelle zu erklären, dass alles gut sei und sie sich alles nur einbildte, hätte es Michelle, womöglich nicht aufgehalten. Wieso sie Sylvie am Ende nicht auch getötet hat, sondern aus dem Autosprang, kann niemand beantworten. Auch Michelle nicht, deren Gedankengänge am Tag der Tat, keinen Sinn ergaben und die heute im Gerichtsal immer noch schweigt. Der Gutachter soll als nächstes Auskunft darüber geben, was die Erkrankung bei Michelle ausgelöst haben könnte. Schließlich war Michelle nicht immer psychotisch. Als sie wie sie in der schamanischen Gruppe kennen lernte, war Michelle ja auch noch vollkommen anders. Offen, Präsent, voller Lebensenergie und Mitten im sozialen Leben anerkannt in einer Gruppe. Als ein möglicher Trigger hat sich depsychiatrische Sachverständige Michelle's Autoimmunerkrankung der Schilddrüse mehr angesehen. Was sich entdank ist aber eine andere, oder? Ja, es ist nicht, die ich habe. Michelle leidet nämlich unter der Base do Krankheit. Das ist eine Schilddrüsenüberfunktion und die kann zur starken Unruhe führen zu Nervosität, Schlafstörungen, Herzrasen. Ja, und es gibt noch weitere Symptome. Doch der Experte ist zu dem Schluss gekommen, dass die Stoffwechselstörungen die Psychose nicht allein erklären können. Genauso wenig wie der Fakt das Michelle zum Tatzeitpunkt Cannabis im Blut hatte, denn die Werte seien viel zu gering gewesen, um eine psychose Auszulösen. Es seien lediglich begünstigende Faktoren, so sein Fazit. Kleine Bruchstücke in einem großen Puzzle. Und auch Nala, Seimee hat uns erklärt, dass eine Psychose in der Regel nicht wegen eines einzigen Faktors entsteht, sondern durch ein Zusammenspiel verschiedene Auslöser. Auf die Frage nach Auslösern und Verlauf der Erkrankung kann man sagen, dass zunächst einmal eine gewisse genitische Prätisposition gibt, also eine wisse genetische Veranlagung grundsätzlich eventuell mal eine Psychose zu entwickeln. Die Auslöser können dann Stress sein, Lebenskrisen, Umbrüche im Leben, aber natürlich auch Substanzkonsum, Drogenkonsum. Und in einer Art Lebenskrise steckt Michelle zum Tatzeitpunkt ja definitiv. Sie vermisste ihre Kinder, sie hatte ständig Streit mit ihrem Ex-Mann. Dazu kamen, dass ihre Arbeit nicht gut lief und sie sich keine eigene Wohnung mehr leisten konnte. Es waren alles Faktoren, die wahrscheinlich jedem Menschen das Herz schwer machen und den Kopf zerbrechen. Aber in Michelle's Fall entwickelte sich da raus, eben eine Paranoidischie zu frenieren. Und am Tattag wurde daraus eine akute Psychose. Laut psychiatrischen Gutachten sei ihre Einsichtsfähigkeit dabei vollständig aufgehoben gewesen und Michelle nicht mehr in der Lage gewesen zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden. Die angeklagte, sei demnach nicht Schuldfähig, so das klarer Fazit des Sachverständigen. Nala sei mir hat uns erzählt, dass eine Psychose aber nicht immer gleich Schuld- und Fähigkeit bedeutet. Grundsätzlich geht es bei der Schuldfähigkeitsüberprüfung immer um eine konkrete Tat zu einem konkreten Zeitpunkt. Das heißt, wenn jemand eine schützerfrene Psychosa hat, dann ist er nicht grundsätzlich Schuld-unfähig, sondern eine Schuldfähigkeit wird immer überprüft, anhand einer konkreten Tatzeit mit einem konkreten Delikt. Und man kann sowohl vermindert Schuldfähig sein bei einer akuten Paranoidenpsychose. Aber es gibt ja auch Zustände mit beträchtlicher Persönlichkeitsveränderung bei einem chronifizierten Krankheitsverlauf. Und auch dann kann das dazu führen, dass jemand aufgrund der langfristigen chronischen Wesensveränderung und seiner Urteilsminderung im eigenen Handeln vermindert Schuldfähig ist. Beim Michelle ist sich aber nicht nur der Sachverständige in Bezug auf die Schuld-unfähigkeit sicher, denn nach dem Auftritt des Gutachters wird die Beweisaufnahme vorzeitig abgeschlossen, obwohl eigentlich noch fünf weitere Verhandlungstagarten gesetzt waren. Eine Entscheidung, die allen Anwesenen signalisiert, dass die Kammer sich dem Gutachten des Psychiaters anschließend wirbt. Und so ist auch niemand überrascht, als der Vorsitzende Richter bereits am 20. Oktober 2022 erklärt, dass das Gericht keine Strafe verhängt und für Michelle die Unterbringung in einer forensischen Psychiatrie auf unbestimmte Zeit anordnet. Der Grund, Michelle hat zwar einen Menschen getötet, aber zum Tatzeitpunkt Schuld-unfähig. In seiner Urteilsbegründung erklärt der Vorsitzende die Notwendigkeit der unbefristeten Unterbringung damit, dass Michelle auch in Zukunft eine Gefahr für andere bleibe. Zu groß sei das Risiko, dass sie getrieben von ihrer Krankheit erneut eine schwerwiegene Strahtat begeht. Und es hat auch damit zu tun, dass Michelle auch jetzt immer noch bis zum Prozess keine Medikamente nehmen will. Wie Michelle auf die Entscheidung des Gerichts reagiert hat und sehe wir im Entschuldigung erzählt. Als der Richter des Urteil verkündet hat, habe ich sie angeschaut und habe wahrgenommen, dass sie eigentlich völlig starre oder stumm, sie hat unbeteiligt gewirkt. Aber es kam auch keine Antwort von ihr, nur kurz, nehmen sie dieses Urteil an. Aber sonst kam da gar nichts. Und ich war auch froh drum. Also umgesetzt den Fall da wäre irgendwie eine Entschuldigung gekommen oder sowas ich jetzt gar nicht damit umgehen können. Wie die anderen im Saal trifft sie, wie das Urteil nicht unvorbereitet. Trotzdem ist das alles für sie noch schwer greifbar. Sylvia hat im Sommer 2021 gewusst, dass es Michelle schlecht geht. Aber dass sie es so schlecht ging, hätte sie niemals gedacht. Dann hätte sie Hilfe geholt, die Polizei oder den sozial-psychiatischen Notdienst verständlich. Wenn sie geahnt hätte, was wirklich im Kopf ihrer Mitbewohnerin vor sich ging, dann hätte sie doch gehandelt geholfen. Als Sylvia jetzt mit Anseh, wie Michelle, mit Lehrenblick und hängenden Schultern in Gericht sei verlässt, bekommt sie wie tiefes Mitgefühl mit der erkranken Frau. Sie weiß, Michelle hat nicht aus Bößwürdigkeit gehandelt, sondern aus einer Art Waren heraus, weil sie sich selbst bedroht fühlte. Was trotzdem bleibt, ist der Verlust ihrer großen Liebe. Nichts wird Eckhart je zurückbringen. Zur rational im Gerecht, die Entscheidung des Gerichts auch sein mag. Oktober 2025. Seit dem Urteil sind drei Jahre vergangen und die Trauer um Eckhart ist nie wirklich verschwunden. Sie kommt noch immer manchmal hoch und ruhigen Momenten. Beim Hören eines bestimmten Lieds oder beim Riechen eines bestimmten Geruchs, den Sylvia mit ihnen in Verbindung bringt. Die Wunden hat uns die mittlerweile 58-Jährige gesagt, werden nie ganz verheilen. Und es wird sie immer geben, die Tage, an denen sie die Vergangenheit einholt. Aber es gibt auch andere Momente, die leichten und lauten und schön. Viele davon hat sie Eckhart zu verdanken. Denn heute geht Sylvia ihr eigenes Tempo und trot sich Dinge zu, die sie früher nie gewagt hätte. Sie hat schon Eckhart gelernt, wie man sich selbst an erste Stelle setzt, ohne dabei egoistisch zu sein und wie man sich traut wirklich zu leben und trotzdem den Blick für andere behält. Eckhart hat ihr gezeigt, dass es nicht darum geht, Rollen auszufüllen, sondern selbst zu entscheiden, woher man will. Ohne ihn hätte Sylvia wohl nie den Mut gefunden, sich mit Anfang 50 ein neues Leben aufzubauen. Hätte sie ihnen und seine Lebensfülle so viel nie kennengelernt, hätte sie sich sicherlich vor kurzem auch kein Motorrad gekauft, eine Rote zu suchigen. Wenn Sylvia jetzt auf ihr über die Landstraßen fährt, aus der Kurve herausbeschleunigt und den Fahrtwind auf ihrem Gesicht spürt, dann strömt sie endlich wieder ein tiefes Gefühl von Freiheit und Dankbarkeit. Die Dankbarkeit, das Eckhart in ihr Leben getreten ist, wenn auch viel zu kurz. Also ich tell mir das so schwierig vor, für Sylvie im Nachhinein mit diesen Gedanken umzugehen. Also mit diesem "was wäre wenn", dieses "was wäre", wenn ich der Michelle nicht begegnet wäre da, als ich aus der Apotheke kam. Diese kleinen Entscheidungen, die dann in ihrem Kopf dazu geführt haben, was ja gar nicht stimmt. Man weiß ja nie, was passiert wäre und es ist nie die Schuld der Beteiligten oder der Opfer oder sowas. Und in diesem Fall muss man ja sogar sagen, es ist nicht mal die Schuld von Michelle, die krank war und sich deswegen verhalten hat. Und ich frage mich, ob es für mich eigentlich schlimmer wäre oder es einfacher machen würde, mit der Tat umzugehen, wenn ich wissen würde, dass es eben keine böse Absicht dahinter gab. Ich glaube eigentlich, dass ich damit besser umgehen könnte. Ich finde das schwierig zu sagen, weil man steckt mich drinnen und das, also jeder ist ja auch unterschiedlich mit dem Umgang, deswegen, und wir haben ja auch aus anderen Geschichten bereits erfahren, dass es für sozusagen das Abschließen oder das Umgehen teilweise auch gut ist, wenn man sozusagen in Anführungsstrichen den Bösen auf der anderen Seite hat, den man sozusagen die Schuld geben kann. Ich finde es einfach so grausam bei Eckert für Sylvia, für so viel Stand, also für diesen Neuanfang, dafür, dass sie wieder zu sich gefunden hat, so viel Freude in ihrem Leben hatte. Und natürlich ist dieses ganze neue Leben auch irgendwie mit dem verbunden. Und wie schön, dass sie sich das beiberhalten hat, aber dass man überhaupt noch Freude an den ganzen neuen Sachen haben kann, wenn der Partner umgebracht wurde, weil das ist ja unter anderem der wichtigste Mensch in deinem Leben. Ja, großen Dank an Sylvia, dass sie sich uns anvertraut hat und uns über ihren Verlust besprochen hat. Ja, und das war jetzt die letzte gemeinsame Folge für das Jahr 2025. Genau, nächstes Jahr geht es natürlich weiter mit uns zusammen auch, da sagen wir den Anfang des Jahres noch mal was genauer ist dazu. Ihr hört noch eine Folge mit mir allein nächste Woche und da spreche ich über sogenannte Staatsverräter*innen in Deutschland. Bis dahin. Tschüß. Das war ein Podcast der Partner in crime. Hosts und Produktion, Paulina Grasa und Laura Foulez. Redaktion, Simon Garshammer und wir. Schnitt, Paulina Korb. Rechtliche Abnahme und Beratung, Abel und Kollegen.

Podcast Summary

Key Points:

  1. Der Podcast "Modlust" behandelt wahre Verbrechen und ihre Hintergründe.
  2. Diskussion über einen bedeutsamen Warenkriminalfall und Freisprüche in einem Gerichtsprozess.
  3. Beschreibung eines Verfahrensfehlers und die Aufhebung eines Mordurteils.
  4. Betrachtung der Unglaubwürdigkeit belastender Zeugenaussagen und des emotionalen Prozesses.

Summary:

Der Podcast "Modlust" behandelt wahre Verbrechen und ihre Hintergründe, einschließlich eines bedeutsamen Warenkriminalfalls und Freisprüchen in einem Gerichtsprozess. Es wird ein Verfahrensfehler beschrieben, der zur Aufhebung eines Mordurteils führte. Die Unglaubwürdigkeit belastender Zeugenaussagen wird beleuchtet, ebenso wie der emotionale Prozess für alle Beteiligten.

Der Fall eines Warenkriminalfalls wird diskutiert, bei dem eine Frau gezwungen wird, einen bestimmten Ort zu erreichen. Zudem wird die Geschichte von Sylvie erzählt, die nach einem einschneidenden Erlebnis nach Veränderung strebt und in einer spirituellen Gemeinschaft neue Wege für sich entdeckt.

FAQs

Der Podcast behandelt wahre Verbrechen und ihre Hintergründe.

Die Moderatorinnen sind Paulina Kraser und Laura Wohlas.

Es geht um True Crime, also um die Schicksale von echten Menschen.

Es geht um einen Fall, bei dem eine Frau für ihre Hilfsbereitschaft auf grausame Weise bezahlen muss.

Das Landgericht Trauenstein in Bayern sprach ihn frei, da es keine Beweise für seine Schuld fand.

Im zweiten Prozess wurden belastende Aussagen von Zeugen als unglaubwürdig eingestuft, was zu einem Freispruch führte.

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